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	<title>wiki.climate-thinking.de - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Valentina_Roether/Werkstatt&amp;diff=5968</id>
		<title>Benutzer:Valentina Roether/Werkstatt</title>
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		<updated>2023-12-20T11:27:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: /* Protestplakate als multimodaler Analysegegenstand */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Klimaprotest an der Schnittstelle analog/digital=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Protestplakat_Mexiko_SOS.jpeg|thumb|Protestplakat der Fridays for Future México auf Instagram]]Eine jugendliche Person steht vor einer hellen Wand, schaut mit ernstem Gesichtsausdruck in die Kamera und hält in den Händen ein Stück Pappe mit der Aufschrift „SOS ¡ACCIÓN CLIMÁTICA YA!“ Was soll das bedeuten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakrise treibt viele Menschen auf die Straßen, um gegen die Politik und deren Un-/Tätigkeit zu protestieren. Der wichtigste Kommunikationskanal für Aktivist*innen sind [[Protestplakate]], oft aus Pappe oder Stoff, mit einer kurzen, handgeschriebenen Botschaft. Sie enthalten in prägnanter Weise die Forderungen und Argumentationen der Bewegungen und werben um Aufmerksamkeit und Unterstützung. Schon die Umweltbewegungen in den 1970er Jahren nutzten sie. In Erinnerung geblieben ist den meisten wahrscheinlich der Slogan „Atomkraft - Nein danke“ mit einer lächelnden Sonne in der Mitte. Oft sind es gerade kurze und prägnante Kombinationen aus Sprache und Bild, die über die Zeit erhalten bleiben und politische Bewegungen prägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus linguistischer Perspektive sind diese Protestschilder Texte, auch wenn sie kurz sind und Bilder enthalten. Sie sind Teil des [[Über Klimawandel sprechen|Sprechens über Klimawandel]] und dienen deshalb als sprachwissenschaftlicher Zugang zum [[Diskurs und Diskursanalyse|Klimadiskurs]]. Schließlich hat das wohl berühmteste Protestplakat der Menschheit drei schwedische Wörter beigebracht: Skolstrejk för klimatet (Thunberg 2018)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Thunberg, Greta |Titel=Post |Jahr=2018 |Website=Instagram |Online=https://www.instagram.com/p/BmsTxPPl0qW/ |Abruf=13.09.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aber wie verdichtet man einen ganzen Diskurs mit seinen Begriffen und Argumenten auf wenige Zeichen, um ein Schild zu gestalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Beitrag untersucht, wie spanischsprachige Aktivist*innen der [[Fridays for Future]]-Bewegung umweltpolitische Missstände und Forderungen kommunizieren. Mithilfe welcher Schlagwörter und Schlagbilder kondensieren sie politische Debatten auf Plakatlänge? Die [[Korpusanalyse]] bezieht dabei auch die Kommunikationswege der Protestschilder mit ein, die neben der offline Demonstration auch online verbreitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Methodisches: Schlagwörter und [[Multimodalität]]==&lt;br /&gt;
Protestbewegungen verfolgen hauptsächlich ein Ziel: Sie wollen Aufmerksamkeit erregen, um auf Missstände hinzuweisen. Gerade auf einem Plakat soll auf einen Blick erfasst werden können, worum es geht (Rucht 2019: 4)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rucht, Dieter |Titel=Faszinosum Fridays for Future |Zeitschrift=Aus Politik und Zeitgeschichte |Band=69 |Nummer= |Jahr=2018 |Seite=4-9  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Es kann keine ausführliche Argumentation erfolgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Ideal der prägnanten Kürze ergibt sich bei Slogans und Schlagwörtern aus deren (pragmatischen) Funktionen. Beide Arten sprachlicher Einheiten sollen stets ein jeweils relevantes Wissen (Vorstellungen) und zugleich ein jeweils ganz bestimmtes Wollen (Einstellungen) einerseits ausdrücken, andererseits evozieren, beides möglichst ökonomisch. (Niehr 2007: 459)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Niehr, Thomas |Titel=Schlagwort |Herausgeber*in=Ueding, Gert |Sammelband=Hinstorisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 8 |Ort=Tübingen |Verlag=Niemeyer |Jahr=2007 |Seite=496-502 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anlehnung an Fritz Hermanns (1989)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hermanns, Fritz |Titel=Deontische Tautologien: Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Herausgeber*in=Klein, Josef |Sammelband=Politische Semantik: Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher Verlag |Jahr=1989 |Seite=69-149 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sind Schlagwörter nicht zu verwechseln mit häufig verwendeten Wörtern. Es handelt sich stattdessen um Wörter, die mehr als ihre grundlegende semantische Bedeutung transportieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit diesem Begriff ist also diejenige Bedeutung oder Bedeutungskomponente von Wörtern oder Wendungen gemeint, kraft derer Wort oder Wendung bedeutet oder mitbedeutet, daß wir, in Bezug auf einen Gegenstand, etwas nicht dürfen, dürfen oder sollen. (Hermanns 1989: 74)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hermanns, Fritz |Titel=Deontische Tautologien: Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Herausgeber*in=Klein, Josef |Sammelband=Politische Semantik: Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher Verlag |Jahr=1989 |Seite=69-149 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl eines Schlagwortes gibt den Leser*innen also eine Richtung und Begründung für die Bedeutungskonstitution vor. „In textsemantischen Analysen spielen sie vor allem dort eine Rolle, wo in Texten argumentiert, gestritten und appelliert wird“ (Gardt 2012: 68)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Gardt, Andreas |Titel=Textsemantik: Methoden der Bedeutungserschließung |Herausgeber*in=Bär, Jochen A.; Müller, Marcus |Sammelband=Geschichte der Sprache und Sprache der Geschichte: Probleme und Perspektiven der historischen Sprachwissenschaft des Deutschen. Oskar Reichmann zum 75. Geburtstag |Ort=Berlin |Verlag=Akademie-Verlag |Jahr=2012 |Seite=61-83 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; – wie auf Protestplakaten. Schlagwörter haben eine so genannte deontische Aufladung, die von Fritz Hermanns (1989: 74ff.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hermanns, Fritz |Titel=Deontische Tautologien: Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Herausgeber*in=Klein, Josef |Sammelband=Politische Semantik: Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher Verlag |Jahr=1989 |Seite=69-149 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; als Sollens-Bedeutung beschrieben wurde. Der Begriff selbst beinhaltet also schon eine Wertung oder Aufforderung, dass etwas getan werden soll. Beispielsweise &amp;quot;Unkraut&amp;quot; soll vernichtet oder &amp;quot;Freiheit&amp;quot; verteidigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Analyse von Protestplakaten sind neben sprachlichen Zeichen auch andere Zeichensysteme relevant. [[Multimodalität]] meint in der Sprach- und Medienwissenschaft die Kombination mehrerer Zeichensysteme, etwa Sprache, Bild und Ton. Jedes Zeichensystem verfügt über eigene Ressourcen, Strukturen und Potenziale, die erstmals ausführlich von Gunther Kress und Theo van Leeuwen (1996)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kress, Gunther; van Leeuwen, Theo |Titel=Reading images: The Grammar of Visual Design |Ort=London |Verlag=Routledge |Jahr=1996 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; beschrieben wurden. Für Bilder konstatiert Nina-Maria Klug (2016: 173ff.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Klug, Nina-Maria |Titel=Multimodale Text- und Diskurssemantik |Herausgeber*in=Klug, Nina-Maria; Stöckl, Hartmut |Sammelband=Handbuch Sprache im multimodalen Kontext |Ort=Berlin/Boston |Verlag=de Gruyter |Jahr=2016 |Seite=165-189 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; einen hohen Aufmerksamkeitswert, leichte Konzeptualisierung und Memorisierung. So kann ein Bild tatsächlich „mehr als tausend Worte sagen“. Bildzeichen eignen sich daher zur Illustration und Emotionalisierung und gehen in multimodalen Texten eine Beziehung zu anderen Zeichensystem ein, die sie umgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Protestplakate als multimodaler Analysegegenstand==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ulrich Schmitz (2011)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Schmitz, Ulrich |Titel=Sehflächenforschung: Eine Einführung |Herausgeber*in=Dieckmannshenke, Hajo; Klemm, Michael; Stöckl, Hartmut |Sammelband=Bildlinguistik: Theorien – Methoden – Fallbeispiele |Ort=Berlin |Verlag=Erich Schmidt |Jahr=2011 |Seite=23-42 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; lassen sich Protestplakate als Sehflächen konturieren und ihre Bedeutungspotenziale vollständig entschlüsseln. Das sind „Flächen, auf denen Texte und Bilder in geplantem Layout gemeinsam Bedeutungseinheiten bilden“ (ebd: 25). Die Annahme ist also, dass sich das Bedeutungspotenzial eines Protestplakats aus dem Zusammenspiel der genutzten Zeichensysteme Sprache und Bild ergibt. Darüber hinaus sind auf Protestplakaten auch periphere Modalitäten relevant, etwa die Typographie schriftlich realisierter Sprache oder die Positionierung der Bilder (Meer/Pick 2019a: 65-69, 73)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Meer, Dorothee; Pick, Ina |Titel=Linguistische Diskursanalyse und Hypermedien: Greta Thunberg und der weltweite Schüler/innenstreik. |Herausgeber*in=ebd. |Sammelband=Einführung in die Angewandte Linguistik. |Ort=Berlin |Verlag=Metzler |Jahr=2019a |Seite=163-167 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dieses Zusammenspiel wird in der [[Multimodalität|Multimodalitätsforschung]] als „Orchestrierung der Modalitäten“ (Kress 2010: 157)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kress, Gunther |Titel=Multimodality: a social semiotic approach to contemporary communication. |Ort=London u.a. |Verlag=Routledge |Jahr=2010 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet, ähnlich wie in einem Orchester, in dem verschiedene Instrumente gemeinsam musizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Linguistin Constanze Spieß (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Spieß, Constanze |Titel=Thank God it's Friday: Die Rhetorik von Fridays for Future: Ein Interview von Regina Hader |Jahr=2019 |Website=Goethe-Institut e.V. |Online=https://www.goethe.de/ins/in/de/kultur/nhk/21563156.html |Abruf=30.04.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt für deutschsprachige Protestplakate der Fridays for Future fest, dass sie oft von dichotomischen, also gegensätzlichen, Figuren geprägt sind, wie z.B. „Klimawende statt Weltende“ (ebd.), eine Struktur, die erst das positiv konnotierte Fahnenwort und anschließend das negativ konnotierte Stigmawort nennt und so direkt den Ausweg sichtbar macht. Weitere Muster sind nach Spieß (2019) Reimschemata, Vergleiche, Ironie und Kontraste, etwa zwischen früher und heute oder zwischen den Generationen. Auf diese Weise „arbeiten die Freitags-Demonstrant*innen daran, die Glaubwürdigkeit von Sprecher*innen im Diskurs neu zu verteilen, indem sie sich als eine Gruppe äußern, die nicht einmal wahlberechtigt ist“ (ebd.).&lt;br /&gt;
Mit welchen sprachlichen und multimodalen Mitteln die [[Südamerika|spanischsprachige]] Fridays for Future dies tut, zeigt die folgende Korpusanalyse anhand von Protestplakaten anlässlich eines Global Climate Strikes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==#JusticiaClimáticaYA – Schlagwörter auf Protestplakaten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse umfasst 83 Protestschilder, die spanischsprachige Aktivist*innen von Fridays for Future beim Global Climate Strike am 25. September 2020 nutzten. Sie sind über [[Social Media]] zugänglich, wo u. a. die Lokalgruppen in Argentinien, Chile, Mexiko, Peru und Spanien Fotos der Schilder hochluden, um über die Demonstrationen zu berichten. Ergänzend dazu veröffentlichten auch Einzelpersonen Fotos von ihren Protestschildern, fügten das Motto des Streiks als #justiciaclimáticaya [Klimagerechtigkeit Jetzt] oder #25S mit Referenz auf das Datum ein und wurden so Teil des digitalen Protestmosaiks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Erkenntnis: Auf diesen Protestplakaten spielen Schlagwörter eine wichtige Rolle. Sie implizieren etwas, das man tun will oder soll. Zum Beispiel ist justicia climática [Klimagerechtigkeit] nicht nur häufig – es ist unter den Top 4 des gesamten Korpus –, sondern auch ein Wort mit sehr positiven Konnotationen. Wenn man den Begriff liest, weiß man bereits, dass es sich um ein Konzept handelt, das gefordert und verteidigt werden muss. Im Gegensatz dazu enthält z. B. sistema [zur Beschreibung insbesondere des politischen Systems] hier eine starke negative Konnotation. Das System wird als schuldig für viele Herausforderungen der Gesellschaft dargestellt. Insgesamt gibt es viel mehr positiv besetzte Schlagworte als negative. Deshalb erweckt das gesamte Korpus im ersten Moment den Eindruck einer konstruktiven, lösungsorientierten Kommunikation. Dies stützt aus linguistischer Perspektive die Beschreibung des Politikwissenschaftlers Dieter Rucht von Fridays for Future: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Gezeigt werden vornehmlich die ganz jungen Demonstrierenden mit selbst gebastelten Schildern und individuellen Sprüchen; gezeigt wird häufig auch eine Menschenmasse, die in starkem Kontrast zu den düsteren Szenarien einer möglichen Klimakatastrophe den Eindruck von Zuversicht vermittelt.“ (Rucht 2019: 5f.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rucht, Dieter |Titel=Faszinosum Fridays for Future |Zeitschrift=Aus Politik und Zeitgeschichte |Band=69 |Nummer= |Jahr=2018 |Seite=4-9  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Klimakrise sichtbar machen – Zur Multimodalität von Protestplakaten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Protestplakat_Mexiko_error.jpeg|thumb|Intermodale Bezüge auf einem Protestplakat der Fridays for Future México]] Nun gilt es zu bedenken, dass diese Protestplakate nicht nur über Sprache kommunizieren. Sie enthalten auch Bilder, sind also multimodal. Hier haben die Bilder eine sehr wichtige Funktion bei der Vermittlung der Forderungen der Bewegung: Sie sind viel spezifischer als die Worte, die die Aktivist*innen wählen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Protestplakat_Argentinien_verde.jpeg|thumb|Semiotische Komplexität auf einem Protestplakat der Fridays for Future Argentina]] Ein Plakat zeigt beispielsweise den semantisch sehr allgemeinen Satz „Es un gran error no hacer nada por creer que se hace poco.“ [Es ist ein großer Fehler, nichts zu tun, in der Annahme man könne wenig erreichen.] Dem gegenüber zählt die Abbildung der Erde, die den Rahmen für die sprachlichen Elemente bildet, visuell konkrete Herausforderungen wie Umweltverschmutzung, Abholzung und das Schmelzen der Pole auf. Einige Protestplakate sind ohne Bildelemente sogar gar nicht verständlich.  Auf der rechten Seite eines weiteren Plakats steht eine Entscheidungsfrage, die sich auf die Farbe Grün bezieht und zwei Konzepte verknüpft: Sie stellt die Wahl zwischen Geld bildlich dargestellt als grünen Geldscheine o [oder] Natur symbolisiert durch grüne Bäume. Die (rhetorische) Frage ¿Qué verde mirás? [Welches Grün hast du im Blick?] greift in der linken Bildhälfte nicht nur eine Farbsymbolik auf, die für den Klimadiskurs zentral ist, sondern impliziert eine grundsätzliche Kapitalismuskritik, die durch das bloße Lesen der Worte nicht hervorgerufen werden würde. Zweites Analyseergebnis: Diese sogenannten intermodalen Bezüge sind typisch für Protestschilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von der Straße ins Netz – Kommunikationswege im Klimadiskurs==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend kommen wir auf die Tatsache zurück, dass all diese Schilder von Instagram stammen. Soziale Netzwerke stellen heutzutage ein wesentliches Instrument für die Organisation von Klimaprotesten dar und prägen, wie über sie gesprochen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die Kommunikation der Fridays for Future ist „die intensive Nutzung sozialer Medien“ (Kerschhofer-Puhalo 2020: 80)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kerschhofer-Puhalo, Nadja |Titel=Take it to the streets, to the screen, and back again! Zur Veränderung von Praktiken rund um Protestschilder der Fridays-for-Future-Bewegung. |Herausgeber*in=Reisigl, Martin |Sammelband=Klima in der Krise. Kontroversen, Widersprüche und Herausforderungen in Diskursen über Klimawandel. |Ort=Duisburg |Verlag=Universitätsverlag Rhein-Ruhr |Jahr=2020 |Seite=77-110 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hätte Greta Thunberg zu Beginn ihres Schulstreiks im August 2018 in Stockholm keine Bilder auf Twitter und Instagram verbreitet und damit eine wachsende Reichweite erzielt, wäre daraus womöglich keine globale Protestbewegung erwachsen (Meer/Pick 2019b: 163f.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Meer, Dorothee; Pick, Ina |Titel=Sprachliche und bildliche Zeichen: Semiotische Multimodalitätsforschung und die Analyse von Sehflächen. |Herausgeber*in=ebd. |Sammelband=Einführung in die Angewandte Linguistik. |Ort=Berlin |Verlag=Metzler |Jahr=2019b |Seite=51-78 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So gilt es heute, nicht mehr nur physisch an Protestaktionen teilzunehmen, sondern auch virtuell Unterstützung zu signalisieren und Texte zu teilen. Dieser Mechanismus ermöglicht so einer noch größeren Masse „by a low-cost effort via social media“ (Brünker et al. 2019: 305)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brünker, Felix et. al. |Titel=Collective Identity Formation on Instagram. Investigating the Social Movement Fridays for Future |Zeitschrift=Australasian Conference on Information Systems |Jahr=2019 |Seite=304-310 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, Teil der Bewegung zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktivist*innen schreiben also nicht nur Schilder für Offline-Demonstrationen, sondern bringen sie in den digitalen Raum, z. B. um den Protest zu dokumentieren oder um andere Gruppen zu inspirieren. Es gibt online sogar umfangreiche Listen von Slogans als Anregung für den nächsten Streik. Darüber hinaus teilen die Aktivist*innen verstärkt seit der Corona-Pandemie Fotos von sich selbst, auf denen sie das Protestschild halten. Während der Lockdowns war es vielen lokalen Gruppen der Fridays for Future nicht erlaubt, auf der Straße zu protestieren. Indem sie Protestplakate online posten, schaffen die Aktivist*innen ein kollektives Netzwerk des Protests in Social Media. Diese Mechanismen ermöglichten einen Fortgang des Klimaprotests auch abseits von Massendemonstrationen und damit eine neue Form des Protestierens auf Distanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Folgen dieser Vernetzung sind wiederum auf den Schildern selbst zu sehen. So haben beispielsweise auf Papier geschriebene Hashtags nicht mehr die ursprüngliche Funktion der Kategorisierung und Filterung, weil handgeschriebene Hashtags nicht klickbar sind. Dagegen verweisen sie auf den gesamten Online-Raum des Klimadiskurses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Protestplakate als Brücke zwischen Offline- und Online-Protest==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine sprachwissenschaftliche Analyse von Protestplakaten der Fridays for Future zeigt, welche Muster den aktuellen Klimadiskurs prägen. Dazu zählen u. a. eine Nutzung stark positiv konnotierter Schlagwörter, die Konkretisierung von Forderungen durch Bildzeichen und die vielfältigen intermodalen Bezüge zwischen Sprache und Bild. Auf diese Weise verbindet Fridays for Future heutzutage Offline-Demonstrationen auf den Straßen mit Online-Protesten in Social Media.&lt;br /&gt;
Für einen detaillierten Einblick in die Forschungsarbeit empfehlen wir die Lektüre des Aufsatzes Roether/Wieders-Lohéac (2022)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Roether, Valentina; Wieders-Lohéac, Aline |Titel=#JusticiaClimáticaYa – eine multimodale Analyse von Protestplakaten der Fridays for Future-Bewegung |Herausgeber*in=Höllein, Dagobert; Wieders-Lohéac-Aline |Sammelband=Fridays for Future. Sprachliche Perspektiven auf eine globale Bewegung |Ort=Tübingen |Verlag=Narr Francke Attempto |Jahr=2022 |Seite=165-189 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, zu dem dieser Beitrag eine Kurzfassung bildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Valentina |Nachname=Roether |Vorname2= |Nachname2= |Tag=18 |Monat=12 |Jahr=2023 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fridays for Future]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Analysen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Andreas Gardt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesellschaftspolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hispanische Kulturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Influencer*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Multimodalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Protestschilder]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Social Media]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaftler*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Südamerika]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeichnungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
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		<title>Benutzer:Valentina Roether/Werkstatt</title>
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		<updated>2023-12-20T11:27:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: /* Protestplakate als multimodaler Analysegegenstand */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Klimaprotest an der Schnittstelle analog/digital=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Protestplakat_Mexiko_SOS.jpeg|thumb|Protestplakat der Fridays for Future México auf Instagram]]Eine jugendliche Person steht vor einer hellen Wand, schaut mit ernstem Gesichtsausdruck in die Kamera und hält in den Händen ein Stück Pappe mit der Aufschrift „SOS ¡ACCIÓN CLIMÁTICA YA!“ Was soll das bedeuten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakrise treibt viele Menschen auf die Straßen, um gegen die Politik und deren Un-/Tätigkeit zu protestieren. Der wichtigste Kommunikationskanal für Aktivist*innen sind [[Protestplakate]], oft aus Pappe oder Stoff, mit einer kurzen, handgeschriebenen Botschaft. Sie enthalten in prägnanter Weise die Forderungen und Argumentationen der Bewegungen und werben um Aufmerksamkeit und Unterstützung. Schon die Umweltbewegungen in den 1970er Jahren nutzten sie. In Erinnerung geblieben ist den meisten wahrscheinlich der Slogan „Atomkraft - Nein danke“ mit einer lächelnden Sonne in der Mitte. Oft sind es gerade kurze und prägnante Kombinationen aus Sprache und Bild, die über die Zeit erhalten bleiben und politische Bewegungen prägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus linguistischer Perspektive sind diese Protestschilder Texte, auch wenn sie kurz sind und Bilder enthalten. Sie sind Teil des [[Über Klimawandel sprechen|Sprechens über Klimawandel]] und dienen deshalb als sprachwissenschaftlicher Zugang zum [[Diskurs und Diskursanalyse|Klimadiskurs]]. Schließlich hat das wohl berühmteste Protestplakat der Menschheit drei schwedische Wörter beigebracht: Skolstrejk för klimatet (Thunberg 2018)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Thunberg, Greta |Titel=Post |Jahr=2018 |Website=Instagram |Online=https://www.instagram.com/p/BmsTxPPl0qW/ |Abruf=13.09.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aber wie verdichtet man einen ganzen Diskurs mit seinen Begriffen und Argumenten auf wenige Zeichen, um ein Schild zu gestalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Beitrag untersucht, wie spanischsprachige Aktivist*innen der [[Fridays for Future]]-Bewegung umweltpolitische Missstände und Forderungen kommunizieren. Mithilfe welcher Schlagwörter und Schlagbilder kondensieren sie politische Debatten auf Plakatlänge? Die [[Korpusanalyse]] bezieht dabei auch die Kommunikationswege der Protestschilder mit ein, die neben der offline Demonstration auch online verbreitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Methodisches: Schlagwörter und [[Multimodalität]]==&lt;br /&gt;
Protestbewegungen verfolgen hauptsächlich ein Ziel: Sie wollen Aufmerksamkeit erregen, um auf Missstände hinzuweisen. Gerade auf einem Plakat soll auf einen Blick erfasst werden können, worum es geht (Rucht 2019: 4)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rucht, Dieter |Titel=Faszinosum Fridays for Future |Zeitschrift=Aus Politik und Zeitgeschichte |Band=69 |Nummer= |Jahr=2018 |Seite=4-9  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Es kann keine ausführliche Argumentation erfolgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Ideal der prägnanten Kürze ergibt sich bei Slogans und Schlagwörtern aus deren (pragmatischen) Funktionen. Beide Arten sprachlicher Einheiten sollen stets ein jeweils relevantes Wissen (Vorstellungen) und zugleich ein jeweils ganz bestimmtes Wollen (Einstellungen) einerseits ausdrücken, andererseits evozieren, beides möglichst ökonomisch. (Niehr 2007: 459)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Niehr, Thomas |Titel=Schlagwort |Herausgeber*in=Ueding, Gert |Sammelband=Hinstorisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 8 |Ort=Tübingen |Verlag=Niemeyer |Jahr=2007 |Seite=496-502 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anlehnung an Fritz Hermanns (1989)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hermanns, Fritz |Titel=Deontische Tautologien: Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Herausgeber*in=Klein, Josef |Sammelband=Politische Semantik: Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher Verlag |Jahr=1989 |Seite=69-149 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sind Schlagwörter nicht zu verwechseln mit häufig verwendeten Wörtern. Es handelt sich stattdessen um Wörter, die mehr als ihre grundlegende semantische Bedeutung transportieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit diesem Begriff ist also diejenige Bedeutung oder Bedeutungskomponente von Wörtern oder Wendungen gemeint, kraft derer Wort oder Wendung bedeutet oder mitbedeutet, daß wir, in Bezug auf einen Gegenstand, etwas nicht dürfen, dürfen oder sollen. (Hermanns 1989: 74)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hermanns, Fritz |Titel=Deontische Tautologien: Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Herausgeber*in=Klein, Josef |Sammelband=Politische Semantik: Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher Verlag |Jahr=1989 |Seite=69-149 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl eines Schlagwortes gibt den Leser*innen also eine Richtung und Begründung für die Bedeutungskonstitution vor. „In textsemantischen Analysen spielen sie vor allem dort eine Rolle, wo in Texten argumentiert, gestritten und appelliert wird“ (Gardt 2012: 68)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Gardt, Andreas |Titel=Textsemantik: Methoden der Bedeutungserschließung |Herausgeber*in=Bär, Jochen A.; Müller, Marcus |Sammelband=Geschichte der Sprache und Sprache der Geschichte: Probleme und Perspektiven der historischen Sprachwissenschaft des Deutschen. Oskar Reichmann zum 75. Geburtstag |Ort=Berlin |Verlag=Akademie-Verlag |Jahr=2012 |Seite=61-83 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; – wie auf Protestplakaten. Schlagwörter haben eine so genannte deontische Aufladung, die von Fritz Hermanns (1989: 74ff.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hermanns, Fritz |Titel=Deontische Tautologien: Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Herausgeber*in=Klein, Josef |Sammelband=Politische Semantik: Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher Verlag |Jahr=1989 |Seite=69-149 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; als Sollens-Bedeutung beschrieben wurde. Der Begriff selbst beinhaltet also schon eine Wertung oder Aufforderung, dass etwas getan werden soll. Beispielsweise &amp;quot;Unkraut&amp;quot; soll vernichtet oder &amp;quot;Freiheit&amp;quot; verteidigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Analyse von Protestplakaten sind neben sprachlichen Zeichen auch andere Zeichensysteme relevant. [[Multimodalität]] meint in der Sprach- und Medienwissenschaft die Kombination mehrerer Zeichensysteme, etwa Sprache, Bild und Ton. Jedes Zeichensystem verfügt über eigene Ressourcen, Strukturen und Potenziale, die erstmals ausführlich von Gunther Kress und Theo van Leeuwen (1996)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kress, Gunther; van Leeuwen, Theo |Titel=Reading images: The Grammar of Visual Design |Ort=London |Verlag=Routledge |Jahr=1996 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; beschrieben wurden. Für Bilder konstatiert Nina-Maria Klug (2016: 173ff.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Klug, Nina-Maria |Titel=Multimodale Text- und Diskurssemantik |Herausgeber*in=Klug, Nina-Maria; Stöckl, Hartmut |Sammelband=Handbuch Sprache im multimodalen Kontext |Ort=Berlin/Boston |Verlag=de Gruyter |Jahr=2016 |Seite=165-189 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; einen hohen Aufmerksamkeitswert, leichte Konzeptualisierung und Memorisierung. So kann ein Bild tatsächlich „mehr als tausend Worte sagen“. Bildzeichen eignen sich daher zur Illustration und Emotionalisierung und gehen in multimodalen Texten eine Beziehung zu anderen Zeichensystem ein, die sie umgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Protestplakate als multimodaler Analysegegenstand==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ulrich Schmitz (2011)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Schmitz, Ulrich |Titel=Sehflächenforschung: Eine Einführung |Herausgeber*in=Dieckmannshenke, Hajo; Klemm, Michael; Stöckl, Hartmut |Sammelband=Bildlinguistik: Theorien – Methoden – Fallbeispiele |Ort=Berlin |Verlag=Erich Schmidt |Jahr=2011 |Seite=23-42 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; lassen sich Protestplakate als Sehflächen konturieren und ihre Bedeutungspotenziale vollständig entschlüsseln. Das sind „Flächen, auf denen Texte und Bilder in geplantem Layout gemeinsam Bedeutungseinheiten bilden“ (ebd: 25). Die Annahme ist also, dass sich das Bedeutungspotenzial eines Protestplakats aus dem Zusammenspiel der genutzten Zeichensysteme Sprache und Bild ergibt. Darüber hinaus sind auf Protestplakaten auch periphere Modalitäten relevant, etwa die Typographie schriftlich realisierter Sprache oder die Positionierung der Bilder (Meer/Pick 2019a: 65-69, 73)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Meer, Dorothee; Pick, Ina |Titel=Linguistische Diskursanalyse und Hypermedien: Greta Thunberg und der weltweite Schüler/innenstreik. |Herausgeber*in=ebd. |Sammelband=Einführung in die Angewandte Linguistik. |Ort=Berlin |Verlag=Metzler |Jahr=2019a |Seite=163-167 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dieses Zusammenspiel wird in der [[Multimodalitätsforschung|Multimodalität]] als „Orchestrierung der Modalitäten“ (Kress 2010: 157)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kress, Gunther |Titel=Multimodality: a social semiotic approach to contemporary communication. |Ort=London u.a. |Verlag=Routledge |Jahr=2010 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet, ähnlich wie in einem Orchester, in dem verschiedene Instrumente gemeinsam musizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Linguistin Constanze Spieß (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Spieß, Constanze |Titel=Thank God it's Friday: Die Rhetorik von Fridays for Future: Ein Interview von Regina Hader |Jahr=2019 |Website=Goethe-Institut e.V. |Online=https://www.goethe.de/ins/in/de/kultur/nhk/21563156.html |Abruf=30.04.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt für deutschsprachige Protestplakate der Fridays for Future fest, dass sie oft von dichotomischen, also gegensätzlichen, Figuren geprägt sind, wie z.B. „Klimawende statt Weltende“ (ebd.), eine Struktur, die erst das positiv konnotierte Fahnenwort und anschließend das negativ konnotierte Stigmawort nennt und so direkt den Ausweg sichtbar macht. Weitere Muster sind nach Spieß (2019) Reimschemata, Vergleiche, Ironie und Kontraste, etwa zwischen früher und heute oder zwischen den Generationen. Auf diese Weise „arbeiten die Freitags-Demonstrant*innen daran, die Glaubwürdigkeit von Sprecher*innen im Diskurs neu zu verteilen, indem sie sich als eine Gruppe äußern, die nicht einmal wahlberechtigt ist“ (ebd.).&lt;br /&gt;
Mit welchen sprachlichen und multimodalen Mitteln die [[Südamerika|spanischsprachige]] Fridays for Future dies tut, zeigt die folgende Korpusanalyse anhand von Protestplakaten anlässlich eines Global Climate Strikes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==#JusticiaClimáticaYA – Schlagwörter auf Protestplakaten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse umfasst 83 Protestschilder, die spanischsprachige Aktivist*innen von Fridays for Future beim Global Climate Strike am 25. September 2020 nutzten. Sie sind über [[Social Media]] zugänglich, wo u. a. die Lokalgruppen in Argentinien, Chile, Mexiko, Peru und Spanien Fotos der Schilder hochluden, um über die Demonstrationen zu berichten. Ergänzend dazu veröffentlichten auch Einzelpersonen Fotos von ihren Protestschildern, fügten das Motto des Streiks als #justiciaclimáticaya [Klimagerechtigkeit Jetzt] oder #25S mit Referenz auf das Datum ein und wurden so Teil des digitalen Protestmosaiks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Erkenntnis: Auf diesen Protestplakaten spielen Schlagwörter eine wichtige Rolle. Sie implizieren etwas, das man tun will oder soll. Zum Beispiel ist justicia climática [Klimagerechtigkeit] nicht nur häufig – es ist unter den Top 4 des gesamten Korpus –, sondern auch ein Wort mit sehr positiven Konnotationen. Wenn man den Begriff liest, weiß man bereits, dass es sich um ein Konzept handelt, das gefordert und verteidigt werden muss. Im Gegensatz dazu enthält z. B. sistema [zur Beschreibung insbesondere des politischen Systems] hier eine starke negative Konnotation. Das System wird als schuldig für viele Herausforderungen der Gesellschaft dargestellt. Insgesamt gibt es viel mehr positiv besetzte Schlagworte als negative. Deshalb erweckt das gesamte Korpus im ersten Moment den Eindruck einer konstruktiven, lösungsorientierten Kommunikation. Dies stützt aus linguistischer Perspektive die Beschreibung des Politikwissenschaftlers Dieter Rucht von Fridays for Future: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Gezeigt werden vornehmlich die ganz jungen Demonstrierenden mit selbst gebastelten Schildern und individuellen Sprüchen; gezeigt wird häufig auch eine Menschenmasse, die in starkem Kontrast zu den düsteren Szenarien einer möglichen Klimakatastrophe den Eindruck von Zuversicht vermittelt.“ (Rucht 2019: 5f.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rucht, Dieter |Titel=Faszinosum Fridays for Future |Zeitschrift=Aus Politik und Zeitgeschichte |Band=69 |Nummer= |Jahr=2018 |Seite=4-9  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Klimakrise sichtbar machen – Zur Multimodalität von Protestplakaten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Protestplakat_Mexiko_error.jpeg|thumb|Intermodale Bezüge auf einem Protestplakat der Fridays for Future México]] Nun gilt es zu bedenken, dass diese Protestplakate nicht nur über Sprache kommunizieren. Sie enthalten auch Bilder, sind also multimodal. Hier haben die Bilder eine sehr wichtige Funktion bei der Vermittlung der Forderungen der Bewegung: Sie sind viel spezifischer als die Worte, die die Aktivist*innen wählen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Protestplakat_Argentinien_verde.jpeg|thumb|Semiotische Komplexität auf einem Protestplakat der Fridays for Future Argentina]] Ein Plakat zeigt beispielsweise den semantisch sehr allgemeinen Satz „Es un gran error no hacer nada por creer que se hace poco.“ [Es ist ein großer Fehler, nichts zu tun, in der Annahme man könne wenig erreichen.] Dem gegenüber zählt die Abbildung der Erde, die den Rahmen für die sprachlichen Elemente bildet, visuell konkrete Herausforderungen wie Umweltverschmutzung, Abholzung und das Schmelzen der Pole auf. Einige Protestplakate sind ohne Bildelemente sogar gar nicht verständlich.  Auf der rechten Seite eines weiteren Plakats steht eine Entscheidungsfrage, die sich auf die Farbe Grün bezieht und zwei Konzepte verknüpft: Sie stellt die Wahl zwischen Geld bildlich dargestellt als grünen Geldscheine o [oder] Natur symbolisiert durch grüne Bäume. Die (rhetorische) Frage ¿Qué verde mirás? [Welches Grün hast du im Blick?] greift in der linken Bildhälfte nicht nur eine Farbsymbolik auf, die für den Klimadiskurs zentral ist, sondern impliziert eine grundsätzliche Kapitalismuskritik, die durch das bloße Lesen der Worte nicht hervorgerufen werden würde. Zweites Analyseergebnis: Diese sogenannten intermodalen Bezüge sind typisch für Protestschilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von der Straße ins Netz – Kommunikationswege im Klimadiskurs==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend kommen wir auf die Tatsache zurück, dass all diese Schilder von Instagram stammen. Soziale Netzwerke stellen heutzutage ein wesentliches Instrument für die Organisation von Klimaprotesten dar und prägen, wie über sie gesprochen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die Kommunikation der Fridays for Future ist „die intensive Nutzung sozialer Medien“ (Kerschhofer-Puhalo 2020: 80)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kerschhofer-Puhalo, Nadja |Titel=Take it to the streets, to the screen, and back again! Zur Veränderung von Praktiken rund um Protestschilder der Fridays-for-Future-Bewegung. |Herausgeber*in=Reisigl, Martin |Sammelband=Klima in der Krise. Kontroversen, Widersprüche und Herausforderungen in Diskursen über Klimawandel. |Ort=Duisburg |Verlag=Universitätsverlag Rhein-Ruhr |Jahr=2020 |Seite=77-110 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hätte Greta Thunberg zu Beginn ihres Schulstreiks im August 2018 in Stockholm keine Bilder auf Twitter und Instagram verbreitet und damit eine wachsende Reichweite erzielt, wäre daraus womöglich keine globale Protestbewegung erwachsen (Meer/Pick 2019b: 163f.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Meer, Dorothee; Pick, Ina |Titel=Sprachliche und bildliche Zeichen: Semiotische Multimodalitätsforschung und die Analyse von Sehflächen. |Herausgeber*in=ebd. |Sammelband=Einführung in die Angewandte Linguistik. |Ort=Berlin |Verlag=Metzler |Jahr=2019b |Seite=51-78 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So gilt es heute, nicht mehr nur physisch an Protestaktionen teilzunehmen, sondern auch virtuell Unterstützung zu signalisieren und Texte zu teilen. Dieser Mechanismus ermöglicht so einer noch größeren Masse „by a low-cost effort via social media“ (Brünker et al. 2019: 305)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brünker, Felix et. al. |Titel=Collective Identity Formation on Instagram. Investigating the Social Movement Fridays for Future |Zeitschrift=Australasian Conference on Information Systems |Jahr=2019 |Seite=304-310 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, Teil der Bewegung zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktivist*innen schreiben also nicht nur Schilder für Offline-Demonstrationen, sondern bringen sie in den digitalen Raum, z. B. um den Protest zu dokumentieren oder um andere Gruppen zu inspirieren. Es gibt online sogar umfangreiche Listen von Slogans als Anregung für den nächsten Streik. Darüber hinaus teilen die Aktivist*innen verstärkt seit der Corona-Pandemie Fotos von sich selbst, auf denen sie das Protestschild halten. Während der Lockdowns war es vielen lokalen Gruppen der Fridays for Future nicht erlaubt, auf der Straße zu protestieren. Indem sie Protestplakate online posten, schaffen die Aktivist*innen ein kollektives Netzwerk des Protests in Social Media. Diese Mechanismen ermöglichten einen Fortgang des Klimaprotests auch abseits von Massendemonstrationen und damit eine neue Form des Protestierens auf Distanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Folgen dieser Vernetzung sind wiederum auf den Schildern selbst zu sehen. So haben beispielsweise auf Papier geschriebene Hashtags nicht mehr die ursprüngliche Funktion der Kategorisierung und Filterung, weil handgeschriebene Hashtags nicht klickbar sind. Dagegen verweisen sie auf den gesamten Online-Raum des Klimadiskurses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Protestplakate als Brücke zwischen Offline- und Online-Protest==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine sprachwissenschaftliche Analyse von Protestplakaten der Fridays for Future zeigt, welche Muster den aktuellen Klimadiskurs prägen. Dazu zählen u. a. eine Nutzung stark positiv konnotierter Schlagwörter, die Konkretisierung von Forderungen durch Bildzeichen und die vielfältigen intermodalen Bezüge zwischen Sprache und Bild. Auf diese Weise verbindet Fridays for Future heutzutage Offline-Demonstrationen auf den Straßen mit Online-Protesten in Social Media.&lt;br /&gt;
Für einen detaillierten Einblick in die Forschungsarbeit empfehlen wir die Lektüre des Aufsatzes Roether/Wieders-Lohéac (2022)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Roether, Valentina; Wieders-Lohéac, Aline |Titel=#JusticiaClimáticaYa – eine multimodale Analyse von Protestplakaten der Fridays for Future-Bewegung |Herausgeber*in=Höllein, Dagobert; Wieders-Lohéac-Aline |Sammelband=Fridays for Future. Sprachliche Perspektiven auf eine globale Bewegung |Ort=Tübingen |Verlag=Narr Francke Attempto |Jahr=2022 |Seite=165-189 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, zu dem dieser Beitrag eine Kurzfassung bildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Valentina |Nachname=Roether |Vorname2= |Nachname2= |Tag=18 |Monat=12 |Jahr=2023 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fridays for Future]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Analysen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Andreas Gardt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesellschaftspolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hispanische Kulturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Influencer*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Multimodalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Protestschilder]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Social Media]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaftler*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Südamerika]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeichnungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Valentina_Roether/Werkstatt&amp;diff=5966</id>
		<title>Benutzer:Valentina Roether/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Valentina_Roether/Werkstatt&amp;diff=5966"/>
		<updated>2023-12-20T11:24:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Klimaprotest an der Schnittstelle analog/digital=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Protestplakat_Mexiko_SOS.jpeg|thumb|Protestplakat der Fridays for Future México auf Instagram]]Eine jugendliche Person steht vor einer hellen Wand, schaut mit ernstem Gesichtsausdruck in die Kamera und hält in den Händen ein Stück Pappe mit der Aufschrift „SOS ¡ACCIÓN CLIMÁTICA YA!“ Was soll das bedeuten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakrise treibt viele Menschen auf die Straßen, um gegen die Politik und deren Un-/Tätigkeit zu protestieren. Der wichtigste Kommunikationskanal für Aktivist*innen sind [[Protestplakate]], oft aus Pappe oder Stoff, mit einer kurzen, handgeschriebenen Botschaft. Sie enthalten in prägnanter Weise die Forderungen und Argumentationen der Bewegungen und werben um Aufmerksamkeit und Unterstützung. Schon die Umweltbewegungen in den 1970er Jahren nutzten sie. In Erinnerung geblieben ist den meisten wahrscheinlich der Slogan „Atomkraft - Nein danke“ mit einer lächelnden Sonne in der Mitte. Oft sind es gerade kurze und prägnante Kombinationen aus Sprache und Bild, die über die Zeit erhalten bleiben und politische Bewegungen prägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus linguistischer Perspektive sind diese Protestschilder Texte, auch wenn sie kurz sind und Bilder enthalten. Sie sind Teil des [[Über Klimawandel sprechen|Sprechens über Klimawandel]] und dienen deshalb als sprachwissenschaftlicher Zugang zum [[Diskurs und Diskursanalyse|Klimadiskurs]]. Schließlich hat das wohl berühmteste Protestplakat der Menschheit drei schwedische Wörter beigebracht: Skolstrejk för klimatet (Thunberg 2018)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Thunberg, Greta |Titel=Post |Jahr=2018 |Website=Instagram |Online=https://www.instagram.com/p/BmsTxPPl0qW/ |Abruf=13.09.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aber wie verdichtet man einen ganzen Diskurs mit seinen Begriffen und Argumenten auf wenige Zeichen, um ein Schild zu gestalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Beitrag untersucht, wie spanischsprachige Aktivist*innen der [[Fridays for Future]]-Bewegung umweltpolitische Missstände und Forderungen kommunizieren. Mithilfe welcher Schlagwörter und Schlagbilder kondensieren sie politische Debatten auf Plakatlänge? Die [[Korpusanalyse]] bezieht dabei auch die Kommunikationswege der Protestschilder mit ein, die neben der offline Demonstration auch online verbreitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Methodisches: Schlagwörter und [[Multimodalität]]==&lt;br /&gt;
Protestbewegungen verfolgen hauptsächlich ein Ziel: Sie wollen Aufmerksamkeit erregen, um auf Missstände hinzuweisen. Gerade auf einem Plakat soll auf einen Blick erfasst werden können, worum es geht (Rucht 2019: 4)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rucht, Dieter |Titel=Faszinosum Fridays for Future |Zeitschrift=Aus Politik und Zeitgeschichte |Band=69 |Nummer= |Jahr=2018 |Seite=4-9  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Es kann keine ausführliche Argumentation erfolgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Ideal der prägnanten Kürze ergibt sich bei Slogans und Schlagwörtern aus deren (pragmatischen) Funktionen. Beide Arten sprachlicher Einheiten sollen stets ein jeweils relevantes Wissen (Vorstellungen) und zugleich ein jeweils ganz bestimmtes Wollen (Einstellungen) einerseits ausdrücken, andererseits evozieren, beides möglichst ökonomisch. (Niehr 2007: 459)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Niehr, Thomas |Titel=Schlagwort |Herausgeber*in=Ueding, Gert |Sammelband=Hinstorisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 8 |Ort=Tübingen |Verlag=Niemeyer |Jahr=2007 |Seite=496-502 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anlehnung an Fritz Hermanns (1989)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hermanns, Fritz |Titel=Deontische Tautologien: Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Herausgeber*in=Klein, Josef |Sammelband=Politische Semantik: Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher Verlag |Jahr=1989 |Seite=69-149 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sind Schlagwörter nicht zu verwechseln mit häufig verwendeten Wörtern. Es handelt sich stattdessen um Wörter, die mehr als ihre grundlegende semantische Bedeutung transportieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit diesem Begriff ist also diejenige Bedeutung oder Bedeutungskomponente von Wörtern oder Wendungen gemeint, kraft derer Wort oder Wendung bedeutet oder mitbedeutet, daß wir, in Bezug auf einen Gegenstand, etwas nicht dürfen, dürfen oder sollen. (Hermanns 1989: 74)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hermanns, Fritz |Titel=Deontische Tautologien: Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Herausgeber*in=Klein, Josef |Sammelband=Politische Semantik: Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher Verlag |Jahr=1989 |Seite=69-149 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl eines Schlagwortes gibt den Leser*innen also eine Richtung und Begründung für die Bedeutungskonstitution vor. „In textsemantischen Analysen spielen sie vor allem dort eine Rolle, wo in Texten argumentiert, gestritten und appelliert wird“ (Gardt 2012: 68)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Gardt, Andreas |Titel=Textsemantik: Methoden der Bedeutungserschließung |Herausgeber*in=Bär, Jochen A.; Müller, Marcus |Sammelband=Geschichte der Sprache und Sprache der Geschichte: Probleme und Perspektiven der historischen Sprachwissenschaft des Deutschen. Oskar Reichmann zum 75. Geburtstag |Ort=Berlin |Verlag=Akademie-Verlag |Jahr=2012 |Seite=61-83 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; – wie auf Protestplakaten. Schlagwörter haben eine so genannte deontische Aufladung, die von Fritz Hermanns (1989: 74ff.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hermanns, Fritz |Titel=Deontische Tautologien: Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Herausgeber*in=Klein, Josef |Sammelband=Politische Semantik: Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher Verlag |Jahr=1989 |Seite=69-149 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; als Sollens-Bedeutung beschrieben wurde. Der Begriff selbst beinhaltet also schon eine Wertung oder Aufforderung, dass etwas getan werden soll. Beispielsweise &amp;quot;Unkraut&amp;quot; soll vernichtet oder &amp;quot;Freiheit&amp;quot; verteidigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Analyse von Protestplakaten sind neben sprachlichen Zeichen auch andere Zeichensysteme relevant. [[Multimodalität]] meint in der Sprach- und Medienwissenschaft die Kombination mehrerer Zeichensysteme, etwa Sprache, Bild und Ton. Jedes Zeichensystem verfügt über eigene Ressourcen, Strukturen und Potenziale, die erstmals ausführlich von Gunther Kress und Theo van Leeuwen (1996)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kress, Gunther; van Leeuwen, Theo |Titel=Reading images: The Grammar of Visual Design |Ort=London |Verlag=Routledge |Jahr=1996 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; beschrieben wurden. Für Bilder konstatiert Nina-Maria Klug (2016: 173ff.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Klug, Nina-Maria |Titel=Multimodale Text- und Diskurssemantik |Herausgeber*in=Klug, Nina-Maria; Stöckl, Hartmut |Sammelband=Handbuch Sprache im multimodalen Kontext |Ort=Berlin/Boston |Verlag=de Gruyter |Jahr=2016 |Seite=165-189 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; einen hohen Aufmerksamkeitswert, leichte Konzeptualisierung und Memorisierung. So kann ein Bild tatsächlich „mehr als tausend Worte sagen“. Bildzeichen eignen sich daher zur Illustration und Emotionalisierung und gehen in multimodalen Texten eine Beziehung zu anderen Zeichensystem ein, die sie umgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Protestplakate als multimodaler Analysegegenstand==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ulrich Schmitz (2011)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Schmitz, Ulrich |Titel=Sehflächenforschung: Eine Einführung |Herausgeber*in=Dieckmannshenke, Hajo; Klemm, Michael; Stöckl, Hartmut |Sammelband=Bildlinguistik: Theorien – Methoden – Fallbeispiele |Ort=Berlin |Verlag=Erich Schmidt |Jahr=2011 |Seite=23-42 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; lassen sich Protestplakate als Sehflächen konturieren und ihre Bedeutungspotenziale vollständig entschlüsseln. Das sind „Flächen, auf denen Texte und Bilder in geplantem Layout gemeinsam Bedeutungseinheiten bilden“ (ebd: 25). Die Annahme ist also, dass sich das Bedeutungspotenzial eines Protestplakats aus dem Zusammenspiel der genutzten Zeichensysteme Sprache und Bild ergibt. Darüber hinaus sind auf Protestplakaten auch periphere Modalitäten relevant, etwa die Typographie schriftlich realisierter Sprache oder die Positionierung der Bilder (Meer/Pick 2019a: 65-69, 73)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Meer, Dorothee; Pick, Ina |Titel=Linguistische Diskursanalyse und Hypermedien: Greta Thunberg und der weltweite Schüler/innenstreik. |Herausgeber*in=ebd. |Sammelband=Einführung in die Angewandte Linguistik. |Ort=Berlin |Verlag=Metzler |Jahr=2019a |Seite=163-167 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dieses Zusammenspiel wird in der Multimodalitätsforschung als „Orchestrierung der Modalitäten“ (Kress 2010: 157)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kress, Gunther |Titel=Multimodality: a social semiotic approach to contemporary communication. |Ort=London u.a. |Verlag=Routledge |Jahr=2010 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet, ähnlich wie in einem Orchester, in dem verschiedene Instrumente gemeinsam musizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Linguistin Constanze Spieß (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Spieß, Constanze |Titel=Thank God it's Friday: Die Rhetorik von Fridays for Future: Ein Interview von Regina Hader |Jahr=2019 |Website=Goethe-Institut e.V. |Online=https://www.goethe.de/ins/in/de/kultur/nhk/21563156.html |Abruf=30.04.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt für deutschsprachige Protestplakate der Fridays for Future fest, dass sie oft von dichotomischen, also gegensätzlichen, Figuren geprägt sind, wie z.B. „Klimawende statt Weltende“ (ebd.), eine Struktur, die erst das positiv konnotierte Fahnenwort und anschließend das negativ konnotierte Stigmawort nennt und so direkt den Ausweg sichtbar macht. Weitere Muster sind nach Spieß (2019) Reimschemata, Vergleiche, Ironie und Kontraste, etwa zwischen früher und heute oder zwischen den Generationen. Auf diese Weise „arbeiten die Freitags-Demonstrant*innen daran, die Glaubwürdigkeit von Sprecher*innen im Diskurs neu zu verteilen, indem sie sich als eine Gruppe äußern, die nicht einmal wahlberechtigt ist“ (ebd.).&lt;br /&gt;
Mit welchen sprachlichen und multimodalen Mitteln die [[Südamerika|spanischsprachige]] Fridays for Future dies tut, zeigt die folgende Korpusanalyse anhand von Protestplakaten anlässlich eines Global Climate Strikes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==#JusticiaClimáticaYA – Schlagwörter auf Protestplakaten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse umfasst 83 Protestschilder, die spanischsprachige Aktivist*innen von Fridays for Future beim Global Climate Strike am 25. September 2020 nutzten. Sie sind über [[Social Media]] zugänglich, wo u. a. die Lokalgruppen in Argentinien, Chile, Mexiko, Peru und Spanien Fotos der Schilder hochluden, um über die Demonstrationen zu berichten. Ergänzend dazu veröffentlichten auch Einzelpersonen Fotos von ihren Protestschildern, fügten das Motto des Streiks als #justiciaclimáticaya [Klimagerechtigkeit Jetzt] oder #25S mit Referenz auf das Datum ein und wurden so Teil des digitalen Protestmosaiks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Erkenntnis: Auf diesen Protestplakaten spielen Schlagwörter eine wichtige Rolle. Sie implizieren etwas, das man tun will oder soll. Zum Beispiel ist justicia climática [Klimagerechtigkeit] nicht nur häufig – es ist unter den Top 4 des gesamten Korpus –, sondern auch ein Wort mit sehr positiven Konnotationen. Wenn man den Begriff liest, weiß man bereits, dass es sich um ein Konzept handelt, das gefordert und verteidigt werden muss. Im Gegensatz dazu enthält z. B. sistema [zur Beschreibung insbesondere des politischen Systems] hier eine starke negative Konnotation. Das System wird als schuldig für viele Herausforderungen der Gesellschaft dargestellt. Insgesamt gibt es viel mehr positiv besetzte Schlagworte als negative. Deshalb erweckt das gesamte Korpus im ersten Moment den Eindruck einer konstruktiven, lösungsorientierten Kommunikation. Dies stützt aus linguistischer Perspektive die Beschreibung des Politikwissenschaftlers Dieter Rucht von Fridays for Future: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Gezeigt werden vornehmlich die ganz jungen Demonstrierenden mit selbst gebastelten Schildern und individuellen Sprüchen; gezeigt wird häufig auch eine Menschenmasse, die in starkem Kontrast zu den düsteren Szenarien einer möglichen Klimakatastrophe den Eindruck von Zuversicht vermittelt.“ (Rucht 2019: 5f.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rucht, Dieter |Titel=Faszinosum Fridays for Future |Zeitschrift=Aus Politik und Zeitgeschichte |Band=69 |Nummer= |Jahr=2018 |Seite=4-9  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Klimakrise sichtbar machen – Zur Multimodalität von Protestplakaten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Protestplakat_Mexiko_error.jpeg|thumb|Intermodale Bezüge auf einem Protestplakat der Fridays for Future México]] Nun gilt es zu bedenken, dass diese Protestplakate nicht nur über Sprache kommunizieren. Sie enthalten auch Bilder, sind also multimodal. Hier haben die Bilder eine sehr wichtige Funktion bei der Vermittlung der Forderungen der Bewegung: Sie sind viel spezifischer als die Worte, die die Aktivist*innen wählen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Protestplakat_Argentinien_verde.jpeg|thumb|Semiotische Komplexität auf einem Protestplakat der Fridays for Future Argentina]] Ein Plakat zeigt beispielsweise den semantisch sehr allgemeinen Satz „Es un gran error no hacer nada por creer que se hace poco.“ [Es ist ein großer Fehler, nichts zu tun, in der Annahme man könne wenig erreichen.] Dem gegenüber zählt die Abbildung der Erde, die den Rahmen für die sprachlichen Elemente bildet, visuell konkrete Herausforderungen wie Umweltverschmutzung, Abholzung und das Schmelzen der Pole auf. Einige Protestplakate sind ohne Bildelemente sogar gar nicht verständlich.  Auf der rechten Seite eines weiteren Plakats steht eine Entscheidungsfrage, die sich auf die Farbe Grün bezieht und zwei Konzepte verknüpft: Sie stellt die Wahl zwischen Geld bildlich dargestellt als grünen Geldscheine o [oder] Natur symbolisiert durch grüne Bäume. Die (rhetorische) Frage ¿Qué verde mirás? [Welches Grün hast du im Blick?] greift in der linken Bildhälfte nicht nur eine Farbsymbolik auf, die für den Klimadiskurs zentral ist, sondern impliziert eine grundsätzliche Kapitalismuskritik, die durch das bloße Lesen der Worte nicht hervorgerufen werden würde. Zweites Analyseergebnis: Diese sogenannten intermodalen Bezüge sind typisch für Protestschilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von der Straße ins Netz – Kommunikationswege im Klimadiskurs==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend kommen wir auf die Tatsache zurück, dass all diese Schilder von Instagram stammen. Soziale Netzwerke stellen heutzutage ein wesentliches Instrument für die Organisation von Klimaprotesten dar und prägen, wie über sie gesprochen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die Kommunikation der Fridays for Future ist „die intensive Nutzung sozialer Medien“ (Kerschhofer-Puhalo 2020: 80)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kerschhofer-Puhalo, Nadja |Titel=Take it to the streets, to the screen, and back again! Zur Veränderung von Praktiken rund um Protestschilder der Fridays-for-Future-Bewegung. |Herausgeber*in=Reisigl, Martin |Sammelband=Klima in der Krise. Kontroversen, Widersprüche und Herausforderungen in Diskursen über Klimawandel. |Ort=Duisburg |Verlag=Universitätsverlag Rhein-Ruhr |Jahr=2020 |Seite=77-110 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hätte Greta Thunberg zu Beginn ihres Schulstreiks im August 2018 in Stockholm keine Bilder auf Twitter und Instagram verbreitet und damit eine wachsende Reichweite erzielt, wäre daraus womöglich keine globale Protestbewegung erwachsen (Meer/Pick 2019b: 163f.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Meer, Dorothee; Pick, Ina |Titel=Sprachliche und bildliche Zeichen: Semiotische Multimodalitätsforschung und die Analyse von Sehflächen. |Herausgeber*in=ebd. |Sammelband=Einführung in die Angewandte Linguistik. |Ort=Berlin |Verlag=Metzler |Jahr=2019b |Seite=51-78 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So gilt es heute, nicht mehr nur physisch an Protestaktionen teilzunehmen, sondern auch virtuell Unterstützung zu signalisieren und Texte zu teilen. Dieser Mechanismus ermöglicht so einer noch größeren Masse „by a low-cost effort via social media“ (Brünker et al. 2019: 305)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brünker, Felix et. al. |Titel=Collective Identity Formation on Instagram. Investigating the Social Movement Fridays for Future |Zeitschrift=Australasian Conference on Information Systems |Jahr=2019 |Seite=304-310 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, Teil der Bewegung zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktivist*innen schreiben also nicht nur Schilder für Offline-Demonstrationen, sondern bringen sie in den digitalen Raum, z. B. um den Protest zu dokumentieren oder um andere Gruppen zu inspirieren. Es gibt online sogar umfangreiche Listen von Slogans als Anregung für den nächsten Streik. Darüber hinaus teilen die Aktivist*innen verstärkt seit der Corona-Pandemie Fotos von sich selbst, auf denen sie das Protestschild halten. Während der Lockdowns war es vielen lokalen Gruppen der Fridays for Future nicht erlaubt, auf der Straße zu protestieren. Indem sie Protestplakate online posten, schaffen die Aktivist*innen ein kollektives Netzwerk des Protests in Social Media. Diese Mechanismen ermöglichten einen Fortgang des Klimaprotests auch abseits von Massendemonstrationen und damit eine neue Form des Protestierens auf Distanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Folgen dieser Vernetzung sind wiederum auf den Schildern selbst zu sehen. So haben beispielsweise auf Papier geschriebene Hashtags nicht mehr die ursprüngliche Funktion der Kategorisierung und Filterung, weil handgeschriebene Hashtags nicht klickbar sind. Dagegen verweisen sie auf den gesamten Online-Raum des Klimadiskurses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Protestplakate als Brücke zwischen Offline- und Online-Protest==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine sprachwissenschaftliche Analyse von Protestplakaten der Fridays for Future zeigt, welche Muster den aktuellen Klimadiskurs prägen. Dazu zählen u. a. eine Nutzung stark positiv konnotierter Schlagwörter, die Konkretisierung von Forderungen durch Bildzeichen und die vielfältigen intermodalen Bezüge zwischen Sprache und Bild. Auf diese Weise verbindet Fridays for Future heutzutage Offline-Demonstrationen auf den Straßen mit Online-Protesten in Social Media.&lt;br /&gt;
Für einen detaillierten Einblick in die Forschungsarbeit empfehlen wir die Lektüre des Aufsatzes Roether/Wieders-Lohéac (2022)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Roether, Valentina; Wieders-Lohéac, Aline |Titel=#JusticiaClimáticaYa – eine multimodale Analyse von Protestplakaten der Fridays for Future-Bewegung |Herausgeber*in=Höllein, Dagobert; Wieders-Lohéac-Aline |Sammelband=Fridays for Future. Sprachliche Perspektiven auf eine globale Bewegung |Ort=Tübingen |Verlag=Narr Francke Attempto |Jahr=2022 |Seite=165-189 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, zu dem dieser Beitrag eine Kurzfassung bildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Valentina |Nachname=Roether |Vorname2= |Nachname2= |Tag=18 |Monat=12 |Jahr=2023 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fridays for Future]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Analysen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Andreas Gardt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesellschaftspolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hispanische Kulturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Influencer*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Multimodalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Protestschilder]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Social Media]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaftler*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Südamerika]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeichnungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Valentina_Roether/Werkstatt&amp;diff=5965</id>
		<title>Benutzer:Valentina Roether/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Valentina_Roether/Werkstatt&amp;diff=5965"/>
		<updated>2023-12-20T11:22:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Klimaprotest an der Schnittstelle analog/digital=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Protestplakat_Mexiko_SOS.jpeg|thumb|Protestplakat der Fridays for Future México auf Instagram]]Eine jugendliche Person steht vor einer hellen Wand, schaut mit ernstem Gesichtsausdruck in die Kamera und hält in den Händen ein Stück Pappe mit der Aufschrift „SOS ¡ACCIÓN CLIMÁTICA YA!“ Was soll das bedeuten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakrise treibt viele Menschen auf die Straßen, um gegen die Politik und deren Un-/Tätigkeit zu protestieren. Der wichtigste Kommunikationskanal für Aktivist*innen sind [[Protestplakate]], oft aus Pappe oder Stoff, mit einer kurzen, handgeschriebenen Botschaft. Sie enthalten in prägnanter Weise die Forderungen und Argumentationen der Bewegungen und werben um Aufmerksamkeit und Unterstützung. Schon die Umweltbewegungen in den 1970er Jahren nutzten sie. In Erinnerung geblieben ist den meisten wahrscheinlich der Slogan „Atomkraft - Nein danke“ mit einer lächelnden Sonne in der Mitte. Oft sind es gerade kurze und prägnante Kombinationen aus Sprache und Bild, die über die Zeit erhalten bleiben und politische Bewegungen prägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus linguistischer Perspektive sind diese Protestschilder Texte, auch wenn sie kurz sind und Bilder enthalten. Sie sind Teil des [[Über Klimawandel sprechen|Sprechens über Klimawandel]] und dienen deshalb als sprachwissenschaftlicher Zugang zum [[Diskurs und Diskursanalyse|Klimadiskurs]]. Schließlich hat das wohl berühmteste Protestplakat der Menschheit drei schwedische Wörter beigebracht: Skolstrejk för klimatet (Thunberg 2018)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Thunberg, Greta |Titel=Post |Jahr=2018 |Website=Instagram |Online=https://www.instagram.com/p/BmsTxPPl0qW/ |Abruf=13.09.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aber wie verdichtet man einen ganzen Diskurs mit seinen Begriffen und Argumenten auf wenige Zeichen, um ein Schild zu gestalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Beitrag untersucht, wie spanischsprachige Aktivist*innen der [[Fridays for Future]]-Bewegung umweltpolitische Missstände und Forderungen kommunizieren. Mithilfe welcher Schlagwörter und Schlagbilder kondensieren sie politische Debatten auf Plakatlänge? Die [[Korpusanalyse]] bezieht dabei auch die Kommunikationswege der Protestschilder mit ein, die neben der offline Demonstration auch online verbreitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das linguistische Handwerkszeug: Schlagwörter und Multimodalität==&lt;br /&gt;
Protestbewegungen verfolgen hauptsächlich ein Ziel: Sie wollen Aufmerksamkeit erregen, um auf Missstände hinzuweisen. Gerade auf einem Plakat soll auf einen Blick erfasst werden können, worum es geht (Rucht 2019: 4)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rucht, Dieter |Titel=Faszinosum Fridays for Future |Zeitschrift=Aus Politik und Zeitgeschichte |Band=69 |Nummer= |Jahr=2018 |Seite=4-9  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Es kann keine ausführliche Argumentation erfolgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Ideal der prägnanten Kürze ergibt sich bei Slogans und Schlagwörtern aus deren (pragmatischen) Funktionen. Beide Arten sprachlicher Einheiten sollen stets ein jeweils relevantes Wissen (Vorstellungen) und zugleich ein jeweils ganz bestimmtes Wollen (Einstellungen) einerseits ausdrücken, andererseits evozieren, beides möglichst ökonomisch. (Niehr 2007: 459)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Niehr, Thomas |Titel=Schlagwort |Herausgeber*in=Ueding, Gert |Sammelband=Hinstorisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 8 |Ort=Tübingen |Verlag=Niemeyer |Jahr=2007 |Seite=496-502 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anlehnung an Fritz Hermanns (1989)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hermanns, Fritz |Titel=Deontische Tautologien: Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Herausgeber*in=Klein, Josef |Sammelband=Politische Semantik: Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher Verlag |Jahr=1989 |Seite=69-149 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sind Schlagwörter nicht zu verwechseln mit häufig verwendeten Wörtern. Es handelt sich stattdessen um Wörter, die mehr als ihre grundlegende semantische Bedeutung transportieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit diesem Begriff ist also diejenige Bedeutung oder Bedeutungskomponente von Wörtern oder Wendungen gemeint, kraft derer Wort oder Wendung bedeutet oder mitbedeutet, daß wir, in Bezug auf einen Gegenstand, etwas nicht dürfen, dürfen oder sollen. (Hermanns 1989: 74)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hermanns, Fritz |Titel=Deontische Tautologien: Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Herausgeber*in=Klein, Josef |Sammelband=Politische Semantik: Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher Verlag |Jahr=1989 |Seite=69-149 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl eines Schlagwortes gibt den Leser*innen also eine Richtung und Begründung für die Bedeutungskonstitution vor. „In textsemantischen Analysen spielen sie vor allem dort eine Rolle, wo in Texten argumentiert, gestritten und appelliert wird“ (Gardt 2012: 68)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Gardt, Andreas |Titel=Textsemantik: Methoden der Bedeutungserschließung |Herausgeber*in=Bär, Jochen A.; Müller, Marcus |Sammelband=Geschichte der Sprache und Sprache der Geschichte: Probleme und Perspektiven der historischen Sprachwissenschaft des Deutschen. Oskar Reichmann zum 75. Geburtstag |Ort=Berlin |Verlag=Akademie-Verlag |Jahr=2012 |Seite=61-83 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; – wie auf Protestplakaten. Schlagwörter haben eine so genannte deontische Aufladung, die von Fritz Hermanns (1989: 74ff.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hermanns, Fritz |Titel=Deontische Tautologien: Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Herausgeber*in=Klein, Josef |Sammelband=Politische Semantik: Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher Verlag |Jahr=1989 |Seite=69-149 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; als Sollens-Bedeutung beschrieben wurde. Der Begriff selbst beinhaltet also schon eine Wertung oder Aufforderung, dass etwas getan werden soll. Beispielsweise &amp;quot;Unkraut&amp;quot; soll vernichtet oder &amp;quot;Freiheit&amp;quot; verteidigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Analyse von Protestplakaten sind neben sprachlichen Zeichen auch andere Zeichensysteme relevant. [[Multimodalität]] meint in der Sprach- und Medienwissenschaft die Kombination mehrerer Zeichensysteme, etwa Sprache, Bild und Ton. Jedes Zeichensystem verfügt über eigene Ressourcen, Strukturen und Potenziale, die erstmals ausführlich von Gunther Kress und Theo van Leeuwen (1996)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kress, Gunther; van Leeuwen, Theo |Titel=Reading images: The Grammar of Visual Design |Ort=London |Verlag=Routledge |Jahr=1996 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; beschrieben wurden. Für Bilder konstatiert Nina-Maria Klug (2016: 173ff.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Klug, Nina-Maria |Titel=Multimodale Text- und Diskurssemantik |Herausgeber*in=Klug, Nina-Maria; Stöckl, Hartmut |Sammelband=Handbuch Sprache im multimodalen Kontext |Ort=Berlin/Boston |Verlag=de Gruyter |Jahr=2016 |Seite=165-189 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; einen hohen Aufmerksamkeitswert, leichte Konzeptualisierung und Memorisierung. So kann ein Bild tatsächlich „mehr als tausend Worte sagen“. Bildzeichen eignen sich daher zur Illustration und Emotionalisierung und gehen in multimodalen Texten eine Beziehung zu anderen Zeichensystem ein, die sie umgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Protestplakate als multimodaler Analysegegenstand==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ulrich Schmitz (2011)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Schmitz, Ulrich |Titel=Sehflächenforschung: Eine Einführung |Herausgeber*in=Dieckmannshenke, Hajo; Klemm, Michael; Stöckl, Hartmut |Sammelband=Bildlinguistik: Theorien – Methoden – Fallbeispiele |Ort=Berlin |Verlag=Erich Schmidt |Jahr=2011 |Seite=23-42 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; lassen sich Protestplakate als Sehflächen konturieren und ihre Bedeutungspotenziale vollständig entschlüsseln. Das sind „Flächen, auf denen Texte und Bilder in geplantem Layout gemeinsam Bedeutungseinheiten bilden“ (ebd: 25). Die Annahme ist also, dass sich das Bedeutungspotenzial eines Protestplakats aus dem Zusammenspiel der genutzten Zeichensysteme Sprache und Bild ergibt. Darüber hinaus sind auf Protestplakaten auch periphere Modalitäten relevant, etwa die Typographie schriftlich realisierter Sprache oder die Positionierung der Bilder (Meer/Pick 2019a: 65-69, 73)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Meer, Dorothee; Pick, Ina |Titel=Linguistische Diskursanalyse und Hypermedien: Greta Thunberg und der weltweite Schüler/innenstreik. |Herausgeber*in=ebd. |Sammelband=Einführung in die Angewandte Linguistik. |Ort=Berlin |Verlag=Metzler |Jahr=2019a |Seite=163-167 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dieses Zusammenspiel wird in der Multimodalitätsforschung als „Orchestrierung der Modalitäten“ (Kress 2010: 157)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kress, Gunther |Titel=Multimodality: a social semiotic approach to contemporary communication. |Ort=London u.a. |Verlag=Routledge |Jahr=2010 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet, ähnlich wie in einem Orchester, in dem verschiedene Instrumente gemeinsam musizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Linguistin Constanze Spieß (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Spieß, Constanze |Titel=Thank God it's Friday: Die Rhetorik von Fridays for Future: Ein Interview von Regina Hader |Jahr=2019 |Website=Goethe-Institut e.V. |Online=https://www.goethe.de/ins/in/de/kultur/nhk/21563156.html |Abruf=30.04.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt für deutschsprachige Protestplakate der Fridays for Future fest, dass sie oft von dichotomischen, also gegensätzlichen, Figuren geprägt sind, wie z.B. „Klimawende statt Weltende“ (ebd.), eine Struktur, die erst das positiv konnotierte Fahnenwort und anschließend das negativ konnotierte Stigmawort nennt und so direkt den Ausweg sichtbar macht. Weitere Muster sind nach Spieß (2019) Reimschemata, Vergleiche, Ironie und Kontraste, etwa zwischen früher und heute oder zwischen den Generationen. Auf diese Weise „arbeiten die Freitags-Demonstrant*innen daran, die Glaubwürdigkeit von Sprecher*innen im Diskurs neu zu verteilen, indem sie sich als eine Gruppe äußern, die nicht einmal wahlberechtigt ist“ (ebd.).&lt;br /&gt;
Mit welchen sprachlichen und multimodalen Mitteln die [[Südamerika|spanischsprachige]] Fridays for Future dies tut, zeigt die folgende Korpusanalyse anhand von Protestplakaten anlässlich eines Global Climate Strikes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==#JusticiaClimáticaYA – Schlagwörter auf Protestplakaten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse umfasst 83 Protestschilder, die spanischsprachige Aktivist*innen von Fridays for Future beim Global Climate Strike am 25. September 2020 nutzten. Sie sind über [[Social Media]] zugänglich, wo u. a. die Lokalgruppen in Argentinien, Chile, Mexiko, Peru und Spanien Fotos der Schilder hochluden, um über die Demonstrationen zu berichten. Ergänzend dazu veröffentlichten auch Einzelpersonen Fotos von ihren Protestschildern, fügten das Motto des Streiks als #justiciaclimáticaya [Klimagerechtigkeit Jetzt] oder #25S mit Referenz auf das Datum ein und wurden so Teil des digitalen Protestmosaiks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Erkenntnis: Auf diesen Protestplakaten spielen Schlagwörter eine wichtige Rolle. Sie implizieren etwas, das man tun will oder soll. Zum Beispiel ist justicia climática [Klimagerechtigkeit] nicht nur häufig – es ist unter den Top 4 des gesamten Korpus –, sondern auch ein Wort mit sehr positiven Konnotationen. Wenn man den Begriff liest, weiß man bereits, dass es sich um ein Konzept handelt, das gefordert und verteidigt werden muss. Im Gegensatz dazu enthält z. B. sistema [zur Beschreibung insbesondere des politischen Systems] hier eine starke negative Konnotation. Das System wird als schuldig für viele Herausforderungen der Gesellschaft dargestellt. Insgesamt gibt es viel mehr positiv besetzte Schlagworte als negative. Deshalb erweckt das gesamte Korpus im ersten Moment den Eindruck einer konstruktiven, lösungsorientierten Kommunikation. Dies stützt aus linguistischer Perspektive die Beschreibung des Politikwissenschaftlers Dieter Rucht von Fridays for Future: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Gezeigt werden vornehmlich die ganz jungen Demonstrierenden mit selbst gebastelten Schildern und individuellen Sprüchen; gezeigt wird häufig auch eine Menschenmasse, die in starkem Kontrast zu den düsteren Szenarien einer möglichen Klimakatastrophe den Eindruck von Zuversicht vermittelt.“ (Rucht 2019: 5f.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rucht, Dieter |Titel=Faszinosum Fridays for Future |Zeitschrift=Aus Politik und Zeitgeschichte |Band=69 |Nummer= |Jahr=2018 |Seite=4-9  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Klimakrise sichtbar machen – Zur Multimodalität von Protestplakaten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Protestplakat_Mexiko_error.jpeg|thumb|Intermodale Bezüge auf einem Protestplakat der Fridays for Future México]] Nun gilt es zu bedenken, dass diese Protestplakate nicht nur über Sprache kommunizieren. Sie enthalten auch Bilder, sind also multimodal. Hier haben die Bilder eine sehr wichtige Funktion bei der Vermittlung der Forderungen der Bewegung: Sie sind viel spezifischer als die Worte, die die Aktivist*innen wählen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Protestplakat_Argentinien_verde.jpeg|thumb|Semiotische Komplexität auf einem Protestplakat der Fridays for Future Argentina]] Ein Plakat zeigt beispielsweise den semantisch sehr allgemeinen Satz „Es un gran error no hacer nada por creer que se hace poco.“ [Es ist ein großer Fehler, nichts zu tun, in der Annahme man könne wenig erreichen.] Dem gegenüber zählt die Abbildung der Erde, die den Rahmen für die sprachlichen Elemente bildet, visuell konkrete Herausforderungen wie Umweltverschmutzung, Abholzung und das Schmelzen der Pole auf. Einige Protestplakate sind ohne Bildelemente sogar gar nicht verständlich.  Auf der rechten Seite eines weiteren Plakats steht eine Entscheidungsfrage, die sich auf die Farbe Grün bezieht und zwei Konzepte verknüpft: Sie stellt die Wahl zwischen Geld bildlich dargestellt als grünen Geldscheine o [oder] Natur symbolisiert durch grüne Bäume. Die (rhetorische) Frage ¿Qué verde mirás? [Welches Grün hast du im Blick?] greift in der linken Bildhälfte nicht nur eine Farbsymbolik auf, die für den Klimadiskurs zentral ist, sondern impliziert eine grundsätzliche Kapitalismuskritik, die durch das bloße Lesen der Worte nicht hervorgerufen werden würde. Zweites Analyseergebnis: Diese sogenannten intermodalen Bezüge sind typisch für Protestschilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von der Straße ins Netz – Kommunikationswege im Klimadiskurs==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend kommen wir auf die Tatsache zurück, dass all diese Schilder von Instagram stammen. Soziale Netzwerke stellen heutzutage ein wesentliches Instrument für die Organisation von Klimaprotesten dar und prägen, wie über sie gesprochen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die Kommunikation der Fridays for Future ist „die intensive Nutzung sozialer Medien“ (Kerschhofer-Puhalo 2020: 80)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kerschhofer-Puhalo, Nadja |Titel=Take it to the streets, to the screen, and back again! Zur Veränderung von Praktiken rund um Protestschilder der Fridays-for-Future-Bewegung. |Herausgeber*in=Reisigl, Martin |Sammelband=Klima in der Krise. Kontroversen, Widersprüche und Herausforderungen in Diskursen über Klimawandel. |Ort=Duisburg |Verlag=Universitätsverlag Rhein-Ruhr |Jahr=2020 |Seite=77-110 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hätte Greta Thunberg zu Beginn ihres Schulstreiks im August 2018 in Stockholm keine Bilder auf Twitter und Instagram verbreitet und damit eine wachsende Reichweite erzielt, wäre daraus womöglich keine globale Protestbewegung erwachsen (Meer/Pick 2019b: 163f.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Meer, Dorothee; Pick, Ina |Titel=Sprachliche und bildliche Zeichen: Semiotische Multimodalitätsforschung und die Analyse von Sehflächen. |Herausgeber*in=ebd. |Sammelband=Einführung in die Angewandte Linguistik. |Ort=Berlin |Verlag=Metzler |Jahr=2019b |Seite=51-78 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So gilt es heute, nicht mehr nur physisch an Protestaktionen teilzunehmen, sondern auch virtuell Unterstützung zu signalisieren und Texte zu teilen. Dieser Mechanismus ermöglicht so einer noch größeren Masse „by a low-cost effort via social media“ (Brünker et al. 2019: 305)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brünker, Felix et. al. |Titel=Collective Identity Formation on Instagram. Investigating the Social Movement Fridays for Future |Zeitschrift=Australasian Conference on Information Systems |Jahr=2019 |Seite=304-310 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, Teil der Bewegung zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktivist*innen schreiben also nicht nur Schilder für Offline-Demonstrationen, sondern bringen sie in den digitalen Raum, z. B. um den Protest zu dokumentieren oder um andere Gruppen zu inspirieren. Es gibt online sogar umfangreiche Listen von Slogans als Anregung für den nächsten Streik. Darüber hinaus teilen die Aktivist*innen verstärkt seit der Corona-Pandemie Fotos von sich selbst, auf denen sie das Protestschild halten. Während der Lockdowns war es vielen lokalen Gruppen der Fridays for Future nicht erlaubt, auf der Straße zu protestieren. Indem sie Protestplakate online posten, schaffen die Aktivist*innen ein kollektives Netzwerk des Protests in Social Media. Diese Mechanismen ermöglichten einen Fortgang des Klimaprotests auch abseits von Massendemonstrationen und damit eine neue Form des Protestierens auf Distanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Folgen dieser Vernetzung sind wiederum auf den Schildern selbst zu sehen. So haben beispielsweise auf Papier geschriebene Hashtags nicht mehr die ursprüngliche Funktion der Kategorisierung und Filterung, weil handgeschriebene Hashtags nicht klickbar sind. Dagegen verweisen sie auf den gesamten Online-Raum des Klimadiskurses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Protestplakate als Brücke zwischen Offline- und Online-Protest==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine sprachwissenschaftliche Analyse von Protestplakaten der Fridays for Future zeigt, welche Muster den aktuellen Klimadiskurs prägen. Dazu zählen u. a. eine Nutzung stark positiv konnotierter Schlagwörter, die Konkretisierung von Forderungen durch Bildzeichen und die vielfältigen intermodalen Bezüge zwischen Sprache und Bild. Auf diese Weise verbindet Fridays for Future heutzutage Offline-Demonstrationen auf den Straßen mit Online-Protesten in Social Media.&lt;br /&gt;
Für einen detaillierten Einblick in die Forschungsarbeit empfehlen wir die Lektüre des Aufsatzes Roether/Wieders-Lohéac (2022)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Roether, Valentina; Wieders-Lohéac, Aline |Titel=#JusticiaClimáticaYa – eine multimodale Analyse von Protestplakaten der Fridays for Future-Bewegung |Herausgeber*in=Höllein, Dagobert; Wieders-Lohéac-Aline |Sammelband=Fridays for Future. Sprachliche Perspektiven auf eine globale Bewegung |Ort=Tübingen |Verlag=Narr Francke Attempto |Jahr=2022 |Seite=165-189 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, zu dem dieser Beitrag eine Kurzfassung bildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Valentina |Nachname=Roether |Vorname2= |Nachname2= |Tag=18 |Monat=12 |Jahr=2023 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fridays for Future]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Analysen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Andreas Gardt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesellschaftspolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hispanische Kulturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Influencer*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Multimodalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Protestschilder]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Social Media]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaftler*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Südamerika]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeichnungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=%C3%9Cber_Klimawandel_sprechen&amp;diff=5964</id>
		<title>Über Klimawandel sprechen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=%C3%9Cber_Klimawandel_sprechen&amp;diff=5964"/>
		<updated>2023-12-20T11:20:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Aktualisierung im Bereich Social Media, Verlinkung zu neuem Beitrag von Valentina Roether&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Logo-spr-trans-blk.png|left|40px|Über Klimawandel sprechen]]'''Über Klimawandel sprechen''' ist eine der drei zentralen Perspektiven, aus der im Rahmen des Projekts [[Climate Thinking]] das Thema Klimawandel erforscht wird.&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:15px; text-align:center; width:30%;&amp;quot; | [[Datei: Watercolor-Schneemann.png|class=img-responsive]]|| style=&amp;quot;padding:10px&amp;quot; | „Ich will ein heißes Date, keinen heißen Planeten“,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Spiegel-Online |Titel=Globaler Klimastreik – &amp;quot;Ich will ein heißes Date, keinen heißen Planeten&amp;quot;  |Jahr=27.09.2019 |Online=https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/fridays-for-future-ich-will-ein-heisses-date-keinen-heissen-planeten-a-1289054.html |Abruf=24.02.2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; zitiert Spiegel-Online eine Klimaaktivistin. „Je mehr Zeit ins Land zieht, [...] desto radikaler könnte die Bewegung selbst werden“,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bild-Online |Titel= Blockaden nerven Bürger – „Fridays for Future“-Proteste werden radikaler |Jahr=29.09.2019 |Online=https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/blockaden-nerven-buerger-fridays-for-future-proteste-werden-radikaler-65016746.bild.html |Abruf=24.02.2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; befürchtet die Bild-Zeitung und der Youtuber Rezo zerstört unter Bezugnahme auf den Klimawandel die CDU – oder zerstört sie sich selbst?&amp;lt;br&amp;gt;Das Sprechen, Schreiben, Diskutieren über den Klimawandel, Klimaziele und die #fridaysforfuture-Proteste findet nach wie vor in den klassischen Presseorganen statt. Längst prägen aber auch Beiträge auf Youtube, Twitter und Instagram die Debatte. Sie suchen Legitimation in Verschwörungstheorien und Wissenschaft (siehe: [[Über Klimawandel nachdenken]]); sie tragen zu Information, Desinformation und Emotionalisierung bei; sie zitieren utopische Ideenwelten und apokalyptische Erzählungen (siehe: [[Vom Klimawandel erzählen]]) – so wie im links zitierten &amp;quot;dystopian mininarrative&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reisigl, Martin|Titel=&amp;quot;'Narrative!' I can’t hear that anymore&amp;quot;. A linguistic critique of an overstretched umbrella term in cultural and social science studies, discussed with the example of the discourse on climate change |Zeitschrift=Critical Discourse Studies, 18:3 |Jahr=2020 |Seite=368–386, hier S. 376 |Online=https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/17405904.2020.1822897|Abruf=12.05.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; auf einem fff-Protestschild. Das Sprechen über den Klimawandel ist ein hochgradig komplexes gesellschaftliches Phänomen, dessen Analyse Einblicke in die gegenwärtige politische Kommunikationskultur, Meinungsbildung und die Formierung politischer Gruppen ermöglicht.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zentrale Perspektiven und Zugänge ==&lt;br /&gt;
=== Pressetexte ===&lt;br /&gt;
In einer modernen, massenmedial geprägten Gesellschaft ist der Großteil des öffentlich zugänglichen Wissens über gesellschaftlich relevante Themen durch Presseorgane vorstrukturiert. Eine [[Analyse von Pressetexten]] erlaubt damit auch den Zugriff auf das Grundgerüst des gesellschaftlichen Denkens, Redens und Wissens über Klimawandel.&lt;br /&gt;
=== Social Media ===&lt;br /&gt;
Anders als z. B. noch in der Ökobewegung der 1990er Jahre lässt sich mit Blick auf den gegenwärtigen Klimadiskurs nicht mehr konstatieren, dass Aktivist*innen „nicht in ausreichendem Maße Zugang zu den wichtigen Medien“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Haß, Ulrike |Titel=Das Besetzen von Begriffen. Kommunikative Strategien und Gegenstrategien in der Umweltdiskussion |Herausgeber*in=Liedtke, Frank/Wengeler, Martin/Böke, Karin |Sammelband=Begriffe besetzen – Strategien des Sprachgebrauchs in der Politik |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher |Jahr=1991 |Seite=330–337, hier S. 330 |Online= }}&amp;lt;/ref&amp;gt; hätten, denn im Zuge der Digitalisierung und des medialen Wandels findet die Debatte und öffentliche Meinungsbildung maßgeblich auch in Youtube-Videos, Tweets auf X, [[Klimaprotest an der Schnittstelle analog/digital|Posts auf Instagram]], Messenger-Chats etc. statt. Ein populäres Beispiel hierfür ist das Youtube-Video [[Die Zerstörung der CDU]]. des Influencers Rezo.&lt;br /&gt;
=== Kunstkommunikation ===&lt;br /&gt;
Ein wachsender Zweig zeitgenössischer Kunst versucht aktiv in politische und gesellschaftliche Prozesse einzugreifen, insbesondere was Fragen des Umgangs mit Natur und Umwelt angeht. Für die Wirkungskraft ﻿umweltaktivistischer Kunst sind weltbekannte Ausstellungen wie die Kasseler [[documenta]] oftmals ein Multiplikator: Durch [[Kunstkommunikation]] werden auch globale Problemkomplexe in die Öffentlichkeit getragen.&lt;br /&gt;
=== Dokumentarfilme===&lt;br /&gt;
Die populäre Wissensvermittlung über den Klimawandel, dessen Folgen für die Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft etc. findet häufig mittels ﻿[[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]] statt. Die Verbindung von  Naturaufnahmen, Animationen, Schaubildern, Expert*innenkommentaren und O-Tönen ermöglicht eine immersive, anschauungsreiche Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen und Entwicklungen. Aktuelle Dokumentarfilme weisen häufig einen emotionalisierenden Zugang zu dem Themenkomplex auf und senden Handlungsappelle an die Zuschauer*innen.&lt;br /&gt;
=== Unternehmenskommunikation ===&lt;br /&gt;
Gerade in Arbeit: Hier entsteht eine Reihe zur [[Unternehmenskommunikation]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weiterführendes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Auken, Sune; Sunesen, Christel (Hrsg.) (2020): ''Genre in the Climate Debate''. Berlin, New York: de Gruyter.&lt;br /&gt;
*Höllein, Dagobert; Wieders-Lohéac, Aline (Hrsg.) (2022): ''Fridays for Future. Sprachliche Perspektiven auf eine globale Bewegung''. Tübingen: Narr.&lt;br /&gt;
*Martin, Reisigl (Hrsg.) (2020): ''Klima in der Krise – Kontroversen, Widersprüche und Herausforderungen in Diskursen über Klimawandel. Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie''/OBST 97. Duisburg: Universitätsverlag Rhein-Ruhr.&lt;br /&gt;
*Mattfeldt, Anna; Schwegler, Carolin; Wanning, Berbeli (Hrsg.) (2021): ''Natur, Umwelt, Nachhaltigkeit. Perspektiven auf Sprache, Diskurse und Kultur''. Berlin, New York: de Gruyter.&lt;br /&gt;
*Schwegler, Carolin; Mattfeldt, Anna (Hrsg.) (2021): ''Deutsche Sprache. Themenheft &amp;quot;Nachhaltigkeit und Linguistik. Sprachwissenschaftliche Innovationen im Kontext einer globalen Thematik&amp;quot;''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Felix |Nachname=Böhm |Vorname2=Paul |Nachname2=Reszke |Tag=17 |Monat=03 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Youtube]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pressetexte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstkommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dokumentarfilme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Social Media]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Valentina_Roether/Werkstatt&amp;diff=5963</id>
		<title>Benutzer:Valentina Roether/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Valentina_Roether/Werkstatt&amp;diff=5963"/>
		<updated>2023-12-20T11:17:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=Klimaprotest an der Schnittstelle analog/digital=&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Protestplakat_Mexiko_SOS.jpeg|thumb|Protestplakat der Fridays for Future México auf Instagram]]Eine jugendliche Person steht vor einer hellen Wand, schaut mit ernstem Gesichtsausdruck in die Kamera und hält in den Händen ein Stück Pappe mit der Aufschrift „SOS ¡ACCIÓN CLIMÁTICA YA!“ Was soll das bedeuten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakrise treibt viele Menschen auf die Straßen, um gegen die Politik und deren Un-/Tätigkeit zu protestieren. Der wichtigste Kommunikationskanal für Aktivist*innen sind [[Protestplakate]], oft aus Pappe oder Stoff, mit einer kurzen, handgeschriebenen Botschaft. Sie enthalten in prägnanter Weise die Forderungen und Argumentationen der Bewegungen und werben um Aufmerksamkeit und Unterstützung. Schon die Umweltbewegungen in den 1970er Jahren nutzten sie. Vielleicht erinnern Sie sich an den Slogan „Atomkraft - Nein danke“ mit einer lächelnden Sonne in der Mitte? Oft sind es gerade kurze und prägnante Kombinationen aus Sprache und Bild, die über die Zeit erhalten bleiben und politische Bewegungen prägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus linguistischer Perspektive sind diese Protestschilder Texte, auch wenn sie kurz sind und Bilder enthalten. Sie sind Teil des [[Über Klimawandel sprechen|Sprechens über Klimawandel]] und dienen deshalb als sprachwissenschaftlicher Zugang zum [[Diskurs und Diskursanalyse|Klimadiskurs]]. Schließlich hat das wohl berühmteste Protestplakat der Menschheit drei schwedische Wörter beigebracht: Skolstrejk för klimatet (Thunberg 2018)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Thunberg, Greta |Titel=Post |Jahr=2018 |Website=Instagram |Online=https://www.instagram.com/p/BmsTxPPl0qW/ |Abruf=13.09.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aber wie verdichtet man einen ganzen Diskurs mit seinen Begriffen und Argumenten auf wenige Zeichen, um ein Schild zu gestalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Beitrag untersucht, wie spanischsprachige Aktivist*innen der [[Fridays for Future]]-Bewegung umweltpolitische Missstände und Forderungen kommunizieren. Mithilfe welcher Schlagwörter und Schlagbilder kondensieren sie politische Debatten auf Plakatlänge? Die [[Korpusanalyse]] bezieht dabei auch die Kommunikationswege der Protestschilder mit ein, die neben der offline Demonstration auch online verbreitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das linguistische Handwerkszeug: Schlagwörter und Multimodalität==&lt;br /&gt;
Protestbewegungen verfolgen hauptsächlich ein Ziel: Sie wollen Aufmerksamkeit erregen, um auf Missstände hinzuweisen. Gerade auf einem Plakat soll auf einen Blick erfasst werden können, worum es geht (Rucht 2019: 4)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rucht, Dieter |Titel=Faszinosum Fridays for Future |Zeitschrift=Aus Politik und Zeitgeschichte |Band=69 |Nummer= |Jahr=2018 |Seite=4-9  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Es kann keine ausführliche Argumentation erfolgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Ideal der prägnanten Kürze ergibt sich bei Slogans und Schlagwörtern aus deren (pragmatischen) Funktionen. Beide Arten sprachlicher Einheiten sollen stets ein jeweils relevantes Wissen (Vorstellungen) und zugleich ein jeweils ganz bestimmtes Wollen (Einstellungen) einerseits ausdrücken, andererseits evozieren, beides möglichst ökonomisch. (Niehr 2007: 459)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Niehr, Thomas |Titel=Schlagwort |Herausgeber*in=Ueding, Gert |Sammelband=Hinstorisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 8 |Ort=Tübingen |Verlag=Niemeyer |Jahr=2007 |Seite=496-502 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anlehnung an Fritz Hermanns (1989)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hermanns, Fritz |Titel=Deontische Tautologien: Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Herausgeber*in=Klein, Josef |Sammelband=Politische Semantik: Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher Verlag |Jahr=1989 |Seite=69-149 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sind Schlagwörter nicht zu verwechseln mit häufig verwendeten Wörtern. Es handelt sich stattdessen um Wörter, die mehr als ihre grundlegende semantische Bedeutung transportieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Mit diesem Begriff ist also diejenige Bedeutung oder Bedeutungskomponente von Wörtern oder Wendungen gemeint, kraft derer Wort oder Wendung bedeutet oder mitbedeutet, daß wir, in Bezug auf einen Gegenstand, etwas nicht dürfen, dürfen oder sollen. (Hermanns 1989: 74)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hermanns, Fritz |Titel=Deontische Tautologien: Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Herausgeber*in=Klein, Josef |Sammelband=Politische Semantik: Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher Verlag |Jahr=1989 |Seite=69-149 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl eines Schlagwortes gibt den Leser*innen also eine Richtung und Begründung für die Bedeutungskonstitution vor. „In textsemantischen Analysen spielen sie vor allem dort eine Rolle, wo in Texten argumentiert, gestritten und appelliert wird“ (Gardt 2012: 68)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Gardt, Andreas |Titel=Textsemantik: Methoden der Bedeutungserschließung |Herausgeber*in=Bär, Jochen A.; Müller, Marcus |Sammelband=Geschichte der Sprache und Sprache der Geschichte: Probleme und Perspektiven der historischen Sprachwissenschaft des Deutschen. Oskar Reichmann zum 75. Geburtstag |Ort=Berlin |Verlag=Akademie-Verlag |Jahr=2012 |Seite=61-83 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; – wie auf Protestplakaten. Schlagwörter haben eine so genannte deontische Aufladung, die von Fritz Hermanns (1989: 74ff.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hermanns, Fritz |Titel=Deontische Tautologien: Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Herausgeber*in=Klein, Josef |Sammelband=Politische Semantik: Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher Verlag |Jahr=1989 |Seite=69-149 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; als Sollens-Bedeutung beschrieben wurde. Der Begriff selbst beinhaltet also schon eine Wertung oder Aufforderung, dass etwas getan werden soll. Beispielsweise &amp;quot;Unkraut&amp;quot; soll vernichtet oder &amp;quot;Freiheit&amp;quot; verteidigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Analyse von Protestplakaten sind neben sprachlichen Zeichen auch andere Zeichensysteme relevant. [[Multimodalität]] meint in der Sprach- und Medienwissenschaft die Kombination mehrerer Zeichensysteme, etwa Sprache, Bild und Ton. Jedes Zeichensystem verfügt über eigene Ressourcen, Strukturen und Potenziale, die erstmals ausführlich von Gunther Kress und Theo van Leeuwen (1996)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kress, Gunther; van Leeuwen, Theo |Titel=Reading images: The Grammar of Visual Design |Ort=London |Verlag=Routledge |Jahr=1996 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; beschrieben wurden. Für Bilder konstatiert Nina-Maria Klug (2016: 173ff.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Klug, Nina-Maria |Titel=Multimodale Text- und Diskurssemantik |Herausgeber*in=Klug, Nina-Maria; Stöckl, Hartmut |Sammelband=Handbuch Sprache im multimodalen Kontext |Ort=Berlin/Boston |Verlag=de Gruyter |Jahr=2016 |Seite=165-189 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; einen hohen Aufmerksamkeitswert, leichte Konzeptualisierung und Memorisierung. So kann ein Bild tatsächlich „mehr als tausend Worte sagen“. Bildzeichen eignen sich daher zur Illustration und Emotionalisierung und gehen in multimodalen Texten eine Beziehung zu anderen Zeichensystem ein, die sie umgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Protestplakate als multimodaler Analysegegenstand==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ulrich Schmitz (2011)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Schmitz, Ulrich |Titel=Sehflächenforschung: Eine Einführung |Herausgeber*in=Dieckmannshenke, Hajo; Klemm, Michael; Stöckl, Hartmut |Sammelband=Bildlinguistik: Theorien – Methoden – Fallbeispiele |Ort=Berlin |Verlag=Erich Schmidt |Jahr=2011 |Seite=23-42 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; lassen sich Protestplakate als Sehflächen konturieren und ihre Bedeutungspotenziale vollständig entschlüsseln. Das sind „Flächen, auf denen Texte und Bilder in geplantem Layout gemeinsam Bedeutungseinheiten bilden“ (ebd: 25). Die Annahme ist also, dass sich das Bedeutungspotenzial eines Protestplakats aus dem Zusammenspiel der genutzten Zeichensysteme Sprache und Bild ergibt. Darüber hinaus sind auf Protestplakaten auch periphere Modalitäten relevant, etwa die Typographie schriftlich realisierter Sprache oder die Positionierung der Bilder (Meer/Pick 2019a: 65-69, 73)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Meer, Dorothee; Pick, Ina |Titel=Linguistische Diskursanalyse und Hypermedien: Greta Thunberg und der weltweite Schüler/innenstreik. |Herausgeber*in=ebd. |Sammelband=Einführung in die Angewandte Linguistik. |Ort=Berlin |Verlag=Metzler |Jahr=2019a |Seite=163-167 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dieses Zusammenspiel wird in der Multimodalitätsforschung als „Orchestrierung der Modalitäten“ (Kress 2010: 157)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kress, Gunther |Titel=Multimodality: a social semiotic approach to contemporary communication. |Ort=London u.a. |Verlag=Routledge |Jahr=2010 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet, ähnlich wie in einem Orchester, in dem verschiedene Instrumente gemeinsam musizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Linguistin Constanze Spieß (2019)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Spieß, Constanze |Titel=Thank God it's Friday: Die Rhetorik von Fridays for Future: Ein Interview von Regina Hader |Jahr=2019 |Website=Goethe-Institut e.V. |Online=https://www.goethe.de/ins/in/de/kultur/nhk/21563156.html |Abruf=30.04.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt für deutschsprachige Protestplakate der Fridays for Future fest, dass sie oft von dichotomischen, also gegensätzlichen, Figuren geprägt sind, wie z.B. „Klimawende statt Weltende“ (ebd.), eine Struktur, die erst das positiv konnotierte Fahnenwort und anschließend das negativ konnotierte Stigmawort nennt und so direkt den Ausweg sichtbar macht. Weitere Muster sind nach Spieß (2019) Reimschemata, Vergleiche, Ironie und Kontraste, etwa zwischen früher und heute oder zwischen den Generationen. Auf diese Weise „arbeiten die Freitags-Demonstrant*innen daran, die Glaubwürdigkeit von Sprecher*innen im Diskurs neu zu verteilen, indem sie sich als eine Gruppe äußern, die nicht einmal wahlberechtigt ist“ (ebd.).&lt;br /&gt;
Mit welchen sprachlichen und multimodalen Mitteln die [[Südamerika|spanischsprachige]] Fridays for Future dies tut, zeigt die folgende Korpusanalyse anhand von Protestplakaten anlässlich eines Global Climate Strikes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==#JusticiaClimáticaYA – Schlagwörter auf Protestplakaten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse umfasst 83 Protestschilder, die spanischsprachige Aktivist*innen von Fridays for Future beim Global Climate Strike am 25. September 2020 nutzten. Sie sind über [[Social Media]] zugänglich, wo u. a. die Lokalgruppen in Argentinien, Chile, Mexiko, Peru und Spanien Fotos der Schilder hochluden, um über die Demonstrationen zu berichten. Ergänzend dazu veröffentlichten auch Einzelpersonen Fotos von ihren Protestschildern, fügten das Motto des Streiks als #justiciaclimáticaya [Klimagerechtigkeit Jetzt] oder #25S mit Referenz auf das Datum ein und wurden so Teil des digitalen Protestmosaiks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Erkenntnis: Auf diesen Protestplakaten spielen Schlagwörter eine wichtige Rolle. Sie implizieren etwas, das man tun will oder soll. Zum Beispiel ist justicia climática [Klimagerechtigkeit] nicht nur häufig – es ist unter den Top 4 des gesamten Korpus –, sondern auch ein Wort mit sehr positiven Konnotationen. Wenn man den Begriff liest, weiß man bereits, dass es sich um ein Konzept handelt, das gefordert und verteidigt werden muss. Im Gegensatz dazu enthält z. B. sistema [zur Beschreibung insbesondere des politischen Systems] hier eine starke negative Konnotation. Das System wird als schuldig für viele Herausforderungen der Gesellschaft dargestellt. Insgesamt gibt es viel mehr positiv besetzte Schlagworte als negative. Deshalb erweckt das gesamte Korpus im ersten Moment den Eindruck einer konstruktiven, lösungsorientierten Kommunikation. Dies stützt aus linguistischer Perspektive die Beschreibung des Politikwissenschaftlers Dieter Rucht von Fridays for Future: &amp;lt;blockquote&amp;gt;„Gezeigt werden vornehmlich die ganz jungen Demonstrierenden mit selbst gebastelten Schildern und individuellen Sprüchen; gezeigt wird häufig auch eine Menschenmasse, die in starkem Kontrast zu den düsteren Szenarien einer möglichen Klimakatastrophe den Eindruck von Zuversicht vermittelt.“ (Rucht 2019: 5f.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rucht, Dieter |Titel=Faszinosum Fridays for Future |Zeitschrift=Aus Politik und Zeitgeschichte |Band=69 |Nummer= |Jahr=2018 |Seite=4-9  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Klimakrise sichtbar machen – Zur Multimodalität von Protestplakaten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Protestplakat_Mexiko_error.jpeg|thumb|Intermodale Bezüge auf einem Protestplakat der Fridays for Future México]] Nun gilt es zu bedenken, dass diese Protestplakate nicht nur über Sprache kommunizieren. Sie enthalten auch Bilder, sind also multimodal. Hier haben die Bilder eine sehr wichtige Funktion bei der Vermittlung der Forderungen der Bewegung: Sie sind viel spezifischer als die Worte, die die Aktivist*innen wählen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Protestplakat_Argentinien_verde.jpeg|thumb|Semiotische Komplexität auf einem Protestplakat der Fridays for Future Argentina]] Ein Plakat zeigt beispielsweise den semantisch sehr allgemeinen Satz „Es un gran error no hacer nada por creer que se hace poco.“ [Es ist ein großer Fehler, nichts zu tun, in der Annahme man könne wenig erreichen.] Dem gegenüber zählt die Abbildung der Erde, die den Rahmen für die sprachlichen Elemente bildet, visuell konkrete Herausforderungen wie Umweltverschmutzung, Abholzung und das Schmelzen der Pole auf. Einige Protestplakate sind ohne Bildelemente sogar gar nicht verständlich.  Auf der rechten Seite eines weiteren Plakats steht eine Entscheidungsfrage, die sich auf die Farbe Grün bezieht und zwei Konzepte verknüpft: Sie stellt die Wahl zwischen Geld bildlich dargestellt als grünen Geldscheine o [oder] Natur symbolisiert durch grüne Bäume. Die (rhetorische) Frage ¿Qué verde mirás? [Welches Grün hast du im Blick?] greift in der linken Bildhälfte nicht nur eine Farbsymbolik auf, die für den Klimadiskurs zentral ist, sondern impliziert eine grundsätzliche Kapitalismuskritik, die durch das bloße Lesen der Worte nicht hervorgerufen werden würde. Zweites Analyseergebnis: Diese sogenannten intermodalen Bezüge sind typisch für Protestschilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von der Straße ins Netz – Kommunikationswege im Klimadiskurs==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend kommen wir auf die Tatsache zurück, dass all diese Schilder von Instagram stammen. Soziale Netzwerke stellen heutzutage ein wesentliches Instrument für die Organisation von Klimaprotesten dar und prägen, wie über sie gesprochen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die Kommunikation der Fridays for Future ist „die intensive Nutzung sozialer Medien“ (Kerschhofer-Puhalo 2020: 80)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kerschhofer-Puhalo, Nadja |Titel=Take it to the streets, to the screen, and back again! Zur Veränderung von Praktiken rund um Protestschilder der Fridays-for-Future-Bewegung. |Herausgeber*in=Reisigl, Martin |Sammelband=Klima in der Krise. Kontroversen, Widersprüche und Herausforderungen in Diskursen über Klimawandel. |Ort=Duisburg |Verlag=Universitätsverlag Rhein-Ruhr |Jahr=2020 |Seite=77-110 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hätte Greta Thunberg zu Beginn ihres Schulstreiks im August 2018 in Stockholm keine Bilder auf Twitter und Instagram verbreitet und damit eine wachsende Reichweite erzielt, wäre daraus womöglich keine globale Protestbewegung erwachsen (Meer/Pick 2019b: 163f.)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Meer, Dorothee; Pick, Ina |Titel=Sprachliche und bildliche Zeichen: Semiotische Multimodalitätsforschung und die Analyse von Sehflächen. |Herausgeber*in=ebd. |Sammelband=Einführung in die Angewandte Linguistik. |Ort=Berlin |Verlag=Metzler |Jahr=2019b |Seite=51-78 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So gilt es heute, nicht mehr nur physisch an Protestaktionen teilzunehmen, sondern auch virtuell Unterstützung zu signalisieren und Texte zu teilen. Dieser Mechanismus ermöglicht so einer noch größeren Masse „by a low-cost effort via social media“ (Brünker et al. 2019: 305)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brünker, Felix et. al. |Titel=Collective Identity Formation on Instagram. Investigating the Social Movement Fridays for Future |Zeitschrift=Australasian Conference on Information Systems |Jahr=2019 |Seite=304-310 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, Teil der Bewegung zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktivist*innen schreiben also nicht nur Schilder für Offline-Demonstrationen, sondern bringen sie in den digitalen Raum, z. B. um den Protest zu dokumentieren oder um andere Gruppen zu inspirieren. Es gibt online sogar umfangreiche Listen von Slogans als Anregung für den nächsten Streik. Darüber hinaus teilen die Aktivist*innen verstärkt seit der Corona-Pandemie Fotos von sich selbst, auf denen sie das Protestschild halten. Während der Lockdowns war es vielen lokalen Gruppen der Fridays for Future nicht erlaubt, auf der Straße zu protestieren. Indem sie Protestplakate online posten, schaffen die Aktivist*innen ein kollektives Netzwerk des Protests in Social Media. Diese Mechanismen ermöglichten einen Fortgang des Klimaprotests auch abseits von Massendemonstrationen und damit eine neue Form des Protestierens auf Distanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Folgen dieser Vernetzung sind wiederum auf den Schildern selbst zu sehen. So haben beispielsweise auf Papier geschriebene Hashtags nicht mehr die ursprüngliche Funktion der Kategorisierung und Filterung, weil handgeschriebene Hashtags nicht klickbar sind. Dagegen verweisen sie auf den gesamten Online-Raum des Klimadiskurses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Protestplakate als Brücke zwischen Offline- und Online-Protest==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine sprachwissenschaftliche Analyse von Protestplakaten der Fridays for Future zeigt, welche Muster den aktuellen Klimadiskurs prägen. Dazu zählen u. a. eine Nutzung stark positiv konnotierter Schlagwörter, die Konkretisierung von Forderungen durch Bildzeichen und die vielfältigen intermodalen Bezüge zwischen Sprache und Bild. Auf diese Weise verbindet Fridays for Future heutzutage Offline-Demonstrationen auf den Straßen mit Online-Protesten in Social Media.&lt;br /&gt;
Für einen detaillierten Einblick in die Forschungsarbeit empfehlen wir die Lektüre des Aufsatzes Roether/Wieders-Lohéac (2022)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Roether, Valentina; Wieders-Lohéac, Aline |Titel=#JusticiaClimáticaYa – eine multimodale Analyse von Protestplakaten der Fridays for Future-Bewegung |Herausgeber*in=Höllein, Dagobert; Wieders-Lohéac-Aline |Sammelband=Fridays for Future. Sprachliche Perspektiven auf eine globale Bewegung |Ort=Tübingen |Verlag=Narr Francke Attempto |Jahr=2022 |Seite=165-189 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, zu dem dieser Beitrag eine Kurzfassung bildet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Valentina |Nachname=Roether |Vorname2= |Nachname2= |Tag=18 |Monat=12 |Jahr=2023 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fridays for Future]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Analysen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Andreas Gardt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesellschaftspolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hispanische Kulturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Influencer*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Multimodalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Protestschilder]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Social Media]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaftler*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Südamerika]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeichnungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t&amp;diff=5962</id>
		<title>Multimodalität</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t&amp;diff=5962"/>
		<updated>2023-12-20T07:58:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Korrektur: Knoblauch&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der vorliegende Beitrag stellt dar, inwiefern sich eine multimodale Perspektivierung von Kommunikaten von der traditionellen Perspektive der Sprachwissenschaft unterscheidet und inwieweit '''Multimodalität''' eine Ausweitung des analytischen Blickes darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die sprachwissenschaftliche Perspektive==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachwissenschaft (auch: Linguistik) kann definiert werden als die „wissenschaftliche Untersuchung menschlicher Sprache, ihrer Struktur, ihrer Geschichte, ihres Erwerbs und ihres Gebrauchs in der Kommunikation.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=TU Braunschweig |Titel=Was ist Linguistik? |Jahr= |Website= |Online=https://www.tu-braunschweig.de/anglistik/seminar/linguistik/linguistics |Abruf=12.03.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der linguistischen Fachtradition stellt schriftliche oder mündliche Sprache als Abstraktum den primären und zentralen Erkenntnisgegenstand dar. Diese Fachtradition stößt allerdings dann an ihre Grenzen, wenn in den analysierten Kommunikaten (schriftlichen Texte, Aufnahmen mündlicher Sprache, Videoaufnahmen) auch nicht-sprachliche Zeichen zur Bedeutungskonstitution beitragen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Fix, Ulla |Titel=Zugänge zu Stil als semiotisch komplexer Einheit. Thesen, Erläuterungen und Beispiele |Herausgeber*in=Jakobs, Eva-Maria; Rothkegel, Annely |Sammelband=Perspektiven auf Stil |Ort=Tübingen |Verlag=Niemeyer |Jahr=2001 |Seite=113–126, hier: S. 114 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die daraus resultierende Perspektiverweiterung ist vor allem auf zwei zentrale Veränderung in Kommunikation und Forschung zurückzuführen, nämlich einerseits, dass aufgrund von medialem Wandel, technischen Innovationen – insbesondere der Digitalisierung – sowie von Veränderungen in den Bereichen Gestaltung und Design Kommunikate unter zeichentheoretischen Gesichtspunkten komplexer und vielschichtiger geworden sind. Andererseits folgt sie daraus, dass auch die Sprachwissenschaft von technischer Innovation profitiert und heute leichter und kostengünstiger als noch vor wenigen Jahrzehnten Bilder, Audio- und Videoaufnahmen erfassen und analysieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimodalität als Perspektiverweiterung==&lt;br /&gt;
[[Datei:Aufkleber Climate Justice is Racial Justice.png|mini|Aufkleber an Laterne, fotografiert am 13.03.2021 in der Innenstadt von Göttingen]]&lt;br /&gt;
Multimodalität (hier: im weiteren Sinne) hat sich – terminologisch durchaus verwirrend – als Überbegriff für Multikodalität und Multimodalität (hier: im engeren Sinne) etabliert. Deshalb werden im Folgenden zwar Multikodalität und Multimodalität (im engeren Sinne) getrennt voneinander vorgestellt, im gesamten Living Handbook wird aber, soweit es nicht explizit erforderlich ist, verallgemeinernd und vereinfachend nur „Multimodalität“/“multimodal“ verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Multikodalität===&lt;br /&gt;
Als multikodal werden solche Kommunikate bezeichnet, in denen Bedeutung durch mehr als einen Zeichentyp (Kode) konstituiert ist. Dies ist augenscheinlich dann der Fall, wenn z.B. in [[Analyse von Pressetexten|Pressetexten]] neben Buchstaben ein Bild abgedruckt ist oder wenn eine Sprecherin ihre Stimmlage variiert. In diesen Beispielen erschöpft sich allerdings nicht die Vielzahl der möglichen Zeichentypen. In einer Powerpoint-gestützten Präsentation, um nur ein Beispiel zu nennen, können neben Zeichen der gesprochenen und der geschrieben Sprache „mindestens auch der gattungsspezifische Einsatz von Layout, Bildern, Diagrammen und andere grafische Darstellungen, Proxemik, Gestik, Mimik, Prosodie, Lautstärke, Animation, Film, Tonaufnahmen und Musik“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, Felix |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021  |Seite=91 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; für die Bedeutung und die Analyse der Präsentation relevant sein. „Ein Teil davon, etwa die gesprochene Sprache, stellt ein definitorisches Element der Präsentation dar, ein anderer Teil nur ein fakultatives.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, Felix |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021  |Seite=91 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb und aufgrund der prinzipiellen Vielzahl an möglichen Zeichentypen ist es im Rahmen sprachwissenschaftlicher multimodaler Analysen immer entscheidend, die relevanten Zeichentypen zu identifizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer multimodalen Analyse des Aufklebers (rechts) als politisches Kommunikat ließe sich z.B. fragen, ob und inwiefern die verschiedenen Farben, die Schriftart, die Varianz der Schriftgröße, die Platzierung der Wörter auf der Fläche und die Verbindung von Schrift und Bild die politische Aussage „Climate Justice is Racial Justice“ unterstützen, ergänzen oder stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Multimodalität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als multimodal (im engeren Sinne) werden solche Kommunikate bezeichnet, die in der Rezeption mehr als einen Sinn ansprechen. Dies ist nicht bei gedruckten Büchern, Radiofeatures oder dem gezeigten Aufkleber der Fall, dafür aber bei audiovisuellen Medien wie [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]], Computerspielen oder auch in der Face-to-Face-Interaktion, in der neben gesprochener Sprache (hörbar) auch Mimik, Gestik etc. (sehbar) zusammenkommen. Ein einschlägiges Beispiel hierfür aus dem Diskurs über den Klimawandel is das Youtube-Video „[[Die Zerstörung der CDU]].“ des Influencers [[Rezo]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;youtube&amp;gt;https://www.youtube.com/watch?v=4Y1lZQsyuSQ&amp;amp;feature=emb_logo&amp;amp;ab_channel=Rezojaloley&amp;lt;/youtube&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für alle multimodalen (im engeren Sinne) Kommunikate gilt, dass sie auch multikodal sind.  Der Umkehrschluss, dass alle multikodalen Kommunikate auch multimodal (im engeren Sinne) sind, trifft hingegen nicht zu. Ein bebilderter [[Analyse von Pressetexten|Pressetext]] in einer gedruckten Zeitung wird beispielsweise nur mit dem Sehsinn rezipiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Orchestrierung der Zeichen===&lt;br /&gt;
Wenn die Grundannahme der multimodal ausgerichteten Sprachwissenschaft darin besteht, dass neben sprachlichen auch nicht-sprachliche Zeichen zur Bedeutungskonstitution von Kommunikaten beitragen, dann stellt sich die Frage, wie die verschiedenen Zeichentypen miteinander in Beziehung stehen. In diesem Zusammenhang spricht man von einer ‚Orchestrierung‘ von Zeichen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Schnettler, Bernt |Titel=Zur Orchestrierung von Listen. Eine Videoperformanzanalyse |Herausgeber*in=Schnettler, Bernt; Knoblauch, Hubert |Sammelband=Powerpoint-Präsentationen. Neue Formen der gesellschaftlichen Kommunikation von Wissen |Ort=Konstanz |Verlag=UVK |Jahr=2007 |Seite=139–159 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; – in Anlehnung an ein Orchester, in dem verschiedene Instrumente im aufeinander abgestimmten Zusammenspiel ein komplexes Musikstück hervorbringen. In einer sehr groben Unterscheidung lassen sich  vier Verfahren der Orchestrierung unterscheiden:&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Leeuwen, Theo van |Titel=Introducing Social Semiotics |Ort=London |Verlag=Routlegde |Jahr=2005 |Seite=179 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*'''Rhythm''': Verschiedene Zeichentypen werden im Zeitverlauf rhythmisiert, etwa mittels Pausen oder anderer zeitlicher Gliederungseinheiten. Dies kann in zeitlich organisierten Kommunikaten wie Radiofeatures, Filmen oder auch Theaterstücken der Fall sein.&lt;br /&gt;
*'''Composition''': Verschiedene Zeichentypen werden auf einer flächigen Ebene, zum Beispiel einer Buchseite, oder in einem dreidimensionalen Raum, zum Beispiel einer Ausstellung, in einer bedeutungstragenden Weise zueinander aufgebaut und räumlich arrangiert.&lt;br /&gt;
*'''Information Linking''': 	Zeichentypen werden implizit oder explizit miteinander in Beziehung gesetzt, etwa durch Zeigegesten, Pfeile oder sprachliche Äußerungen wie „oben sieht man“/“gerade war zu hören“.&lt;br /&gt;
*'''Dialogue''': In dialogisch konstituierten Kommunikaten kann Bedeutung in der sequentiell wechselseitigen Interaktion zwischen teilnehmenden Interaktionspartner*innen und den von ihnen verwendeten Zeichen entstehen. Dies kann in Alltagsgesprächen, TV-Debatten oder Jam-Sessions beobachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführendes==&lt;br /&gt;
*Böhm, Felix (2021): ''Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe''. Tübingen: Stauffenburg.&lt;br /&gt;
*Bucher, Hans-Jürgen (2015): ''Multimodalität in der Wissenschaftskommunikation. Theorien, Methoden, Befunde''. [https://www.youtube.com/watch?v=YVTOmOwgJ9s&amp;amp;ab_channel=Wissenschaft-Medien-Kommunikation Online], zuletzt abgerufen am 12.03.2021.&lt;br /&gt;
*Klug, Nina-Maria; Stöckl, Hartmut (Hrsg.) (2016): ''Handbuch Sprache im multimodalen Kontext. Berlin; Boston'': De Gruyter.&lt;br /&gt;
*Kress, Gunther (2010): ''Multimodality. A Social Semiotic Approach to Contemporary Communication''. London: Routledge.&lt;br /&gt;
*Wildfeuer, Janina; Bateman, John A.; Hiippala, Tuomo (2020): ''Multimodalität. Grundlagen, Forschung und Analyse – eine problemorientierte Einführung''. Berlin; Boston: De Gruyter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Felix|Nachname=Böhm|Vorname2= |Nachname2= |Tag=23|Monat=03|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Multimodalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pressetexte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dokumentarfilme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Youtube]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Valentina_Roether/Werkstatt&amp;diff=5941</id>
		<title>Benutzer:Valentina Roether/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Valentina_Roether/Werkstatt&amp;diff=5941"/>
		<updated>2023-12-19T11:01:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: /* Das linguistische Handwerkszeug: Schlagwörter und Multimodalität */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldbrände in Kalifornien.jpeg|thumb|Rauch über San Francisco]]Eine jugendliche Person steht vor einer hellen Wand, schaut mit ernstem Gesichtsausdruck in die Kamera und hält in den Händen ein Stück Pappe mit der Aufschrift „SOS ¡ACCIÓN CLIMÁTICA YA!“ Was soll das bedeuten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakrise treibt viele Menschen auf die Straßen, um gegen die Politik und deren Un-/Tätigkeit zu protestieren. Der wichtigste Kommunikationskanal für Aktivist*innen sind Pro-testschilder, oft aus Pappe oder Stoff, mit einer kurzen, handgeschriebenen Botschaft. Sie enthalten in prägnanter Weise die Forderungen und Argumentationen der Bewegungen und werben um Aufmerksamkeit und Unterstützung. Schon die Umweltbewegungen in den 1970er Jahren nutzten sie. Vielleicht erinnern Sie sich an den Slogan „Atomkraft - Nein danke“ mit einer lächelnden Sonne in der Mitte? Oft sind es gerade kurze und prägnante Kombinationen aus Sprache und Bild, die über die Zeit erhalten bleiben und politische Bewegungen prägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus linguistischer Perspektive sind diese Protestschilder Texte, auch wenn sie kurz sind und Bilder enthalten. Sie sind Teil des Sprechens über Klimawandel und dienen deshalb als sprachwissenschaftlicher Zugang zum Klimadiskurs. Schließlich hat das wohl berühmteste Protestplakat der Menschheit drei schwedische Wörter beigebracht: Skolstrejk för klimatet (Thunberg 2018) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Thunberg, Greta |Titel=Post |Jahr=2018 |Website=Instagram |Online=https://www.instagram.com/p/BmsTxPPl0qW/ |Abruf=13.09.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aber wie verdichtet man einen ganzen Diskurs mit seinen Begriffen und Argumenten auf wenige Zeichen, um ein Schild zu gestalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Beitrag untersucht, wie spanischsprachige Aktivist*innen der Fridays for Future-Bewegung umweltpolitische Missstände und Forderungen kommunizieren. Mithilfe welcher Schlagwörter und Bilder kondensieren sie politische Debatten auf Plakatlänge? Die Korpusanalyse bezieht dabei auch die Kommunikationswege der Protestschilder mit ein, die neben der offline Demonstration auch online verbreitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das linguistische Handwerkszeug: Schlagwörter und Multimodalität==&lt;br /&gt;
Protestbewegungen verfolgen hauptsächlich ein Ziel: Sie wollen Aufmerksamkeit erregen, um auf Missstände hinzuweisen. Gerade auf einem Plakat soll auf einen Blick erfasst werden können, worum es geht (Rucht 2019: 4)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rucht, Dieter |Titel=Faszinosum Fridays for Future |Zeitschrift=Aus Politik und Zeitgeschichte |Band=69 |Nummer= |Jahr=2018 |Seite=4-9  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Es kann keine ausführliche Argumentation erfolgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
§§Zitat&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Ideal der prägnanten Kürze ergibt sich bei Slogans und Schlagwörtern aus deren (pragmatischen) Funktionen. Beide Arten sprachlicher Einheiten sollen stets ein jeweils relevantes Wissen (Vorstellungen) und zugleich ein jeweils ganz bestimmtes Wollen (Einstellungen) einerseits ausdrücken, andererseits evozieren, beides möglichst ökonomisch. (Niehr 2007: 459) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Niehr, Thomas |Titel=Schlagwort |Herausgeber*in=Ueding, Gert |Sammelband=Hinstorisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 8 |Ort=Tübingen |Verlag=Niemeyer |Jahr=2007 |Seite=496-502 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anlehnung an Fritz Hermanns (1989) sind Schlagwörter nicht zu verwechseln mit häufig verwendeten Wörtern. Es handelt sich stattdessen um Wörter, die mehr als ihre grundlegen-de semantische Bedeutung transportieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
§§Zitat&lt;br /&gt;
Mit diesem Begriff ist also diejenige Bedeutung oder Bedeutungskomponente von Wörtern oder Wendungen gemeint, kraft derer Wort oder Wendung bedeutet oder mitbedeutet, daß wir, in Bezug auf einen Gegenstand, etwas nicht dürfen, dürfen oder sollen. (Hermanns 1989: 74)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl eines Schlagwortes gibt den Leser*innen also eine Richtung und Begründung für die Bedeutungskonstitution vor. „In textsemantischen Analysen spielen sie vor allem dort eine Rolle, wo in Texten argumentiert, gestritten und appelliert wird“ (Gardt 2012: 68) – wie auf Protestplakaten. Schlagwörter haben eine so genannte deontische Aufladung, die von Fritz Hermanns (1989: 74ff.) als Sollens-Bedeutung beschrieben wurde. Der Begriff selbst beinhaltet also schon eine Wertung oder Aufforderung, dass etwas getan werden soll. Beispielsweise &amp;quot;Unkraut&amp;quot; soll vernichtet oder &amp;quot;Freiheit&amp;quot; verteidigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Analyse von Protestplakaten sind neben sprachlichen Zeichen auch andere Zeichensysteme relevant. [[Multimodalität]] meint in der Sprach- und Medienwissenschaft die Kombination mehrerer Zeichensysteme, etwa Sprache, Bild und Ton. Jedes Zeichensystem verfügt über eigene Ressourcen, Strukturen und Potenziale, die erstmals ausführlich von Gunther Kress und Theo van Leeuwen (1996) beschrieben wurden. Für Bilder konstatiert Nina-Maria Klug (2016: 173ff.) einen hohen Aufmerksamkeitswert, leichte Konzeptualisierung und Memorisierung. So kann ein Bild tatsächlich „mehr als tausend Worte sagen“. Bildzeichen eignen sich daher zur Illustration und Emotionalisierung und gehen in multimodalen Texten eine Beziehung zu anderen Zeichensystem ein, die sie umgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Protestplakate als multimodaler Analysegegenstand==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ulrich Schmitz (2011) lassen sich Protestplakate als Sehflächen konturieren und ihre Bedeutungspotenziale vollständig entschlüsseln. Das sind „Flächen, auf denen Texte und Bilder in geplantem Layout gemeinsam Bedeutungseinheiten bilden“ (ebd: 25). Die Annahme ist also, dass sich das Bedeutungspotenzial eines Protestplakats aus dem Zusammenspiel der genutzten Zeichensysteme Sprache und Bild ergibt. Darüber hinaus sind auf Protestplakaten auch periphere Modalitäten relevant, etwa die Typographie schriftlich realisierter Sprache oder die Positionierung der Bilder (Meer/Pick 2019a: 65-69, 73). Dieses Zusammenspiel wird in der Multimodalitätsforschung als „Orchestrierung der Modalitäten“ (Kress 2010: 157) bezeichnet, ähnlich wie in einem Orchester, in dem verschiedene Instrumente gemeinsam musizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Linguistin Constanze Spieß (2019) stellt für deutschsprachige Protestplakate der Fridays for Future fest, dass sie oft von dichotomischen, also gegensätzlichen, Figuren geprägt sind, wie z.B. „Klimawende statt Weltende“ (ebd.), eine Struktur, die erst das positiv konnotierte Fahnenwort und anschließend das negativ konnotierte Stigmawort nennt und so direkt den Ausweg sichtbar macht. Weitere Muster sind nach Spieß (2019) Reimschemata, Vergleiche, Ironie und Kontraste, etwa zwischen früher und heute oder zwischen den Generationen. Auf diese Weise „arbeiten die Freitags-Demonstrant*innen daran, die Glaubwürdigkeit von Sprecher*innen im Diskurs neu zu verteilen, indem sie sich als eine Gruppe äußern, die nicht ein-mal wahlberechtigt ist“ (ebd.).&lt;br /&gt;
Mit welchen sprachlichen und multimodalen Mitteln die spanischsprachige Fridays for Future dies tut, zeigt die folgende Korpusanalyse anhand von Protestplakaten anlässlich eines Global Climate Strikes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==#JusticiaClimáticaYA – Schlagwörter auf Protestplakaten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse umfasst 83 Protestschilder, die spanischsprachige Aktivist*innen von Fridays for Future beim Global Climate Strike am 25. September 2020 nutzten. Sie sind über Social Media zugänglich, wo die Lokalgruppen in Argentinien, Chile, Mexiko, Peru und Spanien Fotos der Schilder hochluden, um über die Demonstrationen zu berichten. Ergänzend dazu veröffentlichten auch Einzelpersonen Fotos von ihren Protestschildern, fügten das Motto des Streiks als #justiciaclimáticaya [Klimagerechtigkeit Jetzt] oder #25S mit Referenz auf das Datum ein und wurden so Teil des digitalen Protestmosaiks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Erkenntnis: Auf diesen Protestplakaten spielen Schlagwörter eine wichtige Rolle. Sie implizieren etwas, das man tun will oder soll. Zum Beispiel ist justicia climática [Klimagerechtigkeit] nicht nur häufig – es ist unter den Top 4 des gesamten Korpus –, sondern auch ein Wort mit sehr positiven Konnotationen. Wenn man den Begriff liest, weiß man bereits, dass es sich um ein Konzept handelt, das gefordert und verteidigt werden muss. Im Gegensatz dazu enthält z. B. sistema [zur Beschreibung insbesondere des politischen Systems] hier eine starke negative Konnotation. Das System wird als schuldig für viele Herausforderungen der Gesellschaft dargestellt. Insgesamt gibt es viel mehr positiv besetzte Schlagworte als negative. Deshalb erweckt das gesamte Korpus im ersten Moment den Eindruck einer konstruktiven, lösungsorientierten Kommunikation. Dies stützt aus linguistischer Perspektive die Beschreibung des Politikwissenschaftlers Dieter Rucht von Fridays for Future: „Gezeigt werden vornehmlich die ganz jungen Demonstrierenden mit selbst gebastelten Schildern und individuellen Sprüchen; gezeigt wird häufig auch eine Menschenmasse, die in starkem Kontrast zu den düsteren Szenarien einer möglichen Klimakatastrophe den Eindruck von Zuversicht vermittelt.“ (Rucht 2019: 5f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Klimakrise sichtbar machen – Zur Multimodalität von Protestplakaten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun gilt es zu bedenken, dass diese Protestplakate nicht nur über Sprache kommunizieren. Sie enthalten auch Bilder, sind also multimodal. Hier haben die Bilder eine sehr wichtige Funktion bei der Vermittlung der Forderungen der Bewegung: Sie sind viel spezifischer als die Worte, die die Aktivist*innen wählen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Plakat zeigt beispielsweise den semantisch sehr allgemeinen Satz „Es un gran error no hacer nada por creer que se hace poco.“ [Es ist ein großer Fehler, nichts zu tun, in der Annahme man könne wenig erreichen.] Dem gegenüber zählt die Abbildung der Erde, die den Rahmen für die sprachlichen Elemente bildet, visuell konkrete Herausforderungen wie Umweltverschmutzung, Abholzung und das Schmelzen der Pole auf. Einige Protestplakate sind ohne Bildelemente sogar gar nicht verständlich. Auf der rechten Seite eines weiteren Plakats steht eine Entscheidungsfrage, die sich auf die Farbe Grün bezieht und zwei Konzepte verknüpft: Sie stellt die Wahl zwischen Geld bildlich dargestellt als grünen Geldscheine o [oder] Natur symbolisiert durch grüne Bäume. Die (rhetorische) Frage ¿Qué verde mirás? [Welches Grün hast du im Blick?] greift in der linken Bildhälfte nicht nur eine Farbsymbolik auf, die für den Klimadiskurs zentral ist, sondern impliziert eine grundsätzliche Kapitalismuskritik, die durch das bloße Lesen der Worte nicht hervorgerufen werden würde. Zweites Analyseergebnis: Diese sogenannten intermodalen Bezüge sind typisch für Protestschilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von der Straße ins Netz – Kommunikationswege im Klimadiskurs==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend kommen wir auf die Tatsache zurück, dass all diese Schilder von Instagram stammen. Soziale Medien stellen heutzutage ein wesentliches Instrument für die Organisation von Klimaprotesten dar und prägen, wie über sie gesprochen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die Kommunikation der Fridays for Future ist „die intensive Nutzung sozialer Medien“ (Kerschhofer-Puhalo 2020: 80). Hätte Greta Thunberg zu Beginn ihres Schulstreiks im August 2018 in Stockholm keine Bilder auf Twitter und Instagram verbreitet und damit eine wachsende Reichweite erzielt, wäre daraus womöglich keine globale Protestbewegung erwachsen (Meer/Pick 2019b: 163f.). So gilt es heute, nicht mehr nur physisch an Protestaktionen teilzunehmen, sondern auch virtuell Unterstützung zu signalisieren und Texte zu teilen. Dieser Mechanismus ermöglicht so einer noch größeren Masse „by a low-cost effort via social media“ (Brünker et al. 2019: 305), Teil der Bewegung zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktivist*innen schreiben also nicht nur Schilder für Offline-Demonstrationen, sondern bringen sie in den digitalen Raum, z. B. um den Protest zu dokumentieren oder um andere Gruppen zu inspirieren. Es gibt online sogar umfangreiche Listen von Slogans als Anregung für den nächsten Streik. Darüber hinaus teilen die Aktivist*innen verstärkt seit der Corona-Pandemie Fotos von sich selbst, auf denen sie das Protestschild halten. Während der Lockdowns war es vielen lokalen Gruppen der Fridays for Future nicht erlaubt, auf der Straße zu protestieren. Indem sie Protestplakate online posten, schaffen die Aktivist*innen ein kollektives Netzwerk des Protests in Social Media. Diese Mechanismen ermöglichten einen Fortgang des Klimaprotests auch abseits von Massendemonstrationen und damit eine neue Form des Protestierens auf Distanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Folgen dieser Vernetzung sind wiederum auf den Schildern selbst zu sehen. So haben beispielsweise auf Papier geschriebene Hashtags nicht mehr die ursprüngliche Funktion der Kategorisierung und Filterung, weil handgeschriebene Hashtags nicht klickbar sind. Dagegen verweisen sie auf den gesamten Online-Raum des Klimadiskurses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Protestplakate als Brücke zwischen Offline- und Online-Protest==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine sprachwissenschaftliche Analyse von Protestplakaten der Fridays for Future zeigt, welche Muster den aktuellen Klimadiskurs prägen. Dazu zählen u. a. eine Nutzung stark positiv konnotierter Schlagwörter, die Konkretisierung von Forderungen durch Bildzeichen und die vielfältigen intermodalen Bezüge zwischen Sprache und Bild. Auf diese Weise verbindet Fridays for Future heutzutage Offline-Demonstrationen auf den Straßen mit Online-Protesten in Social Media.&lt;br /&gt;
Für einen detaillierten Einblick in die Forschungsarbeit empfehlen wir die Lektüre des Aufsatzes Roether/Wieders-Lohéac (2022).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Roether, Valentina; Wieders-Lohéac, Aline |Titel=#JusticiaClimáticaYa – eine multimodale Analyse von Protestplakaten der Fridays for Future-Bewegung |Herausgeber*in=Höllein, Dagobert; Wieders-Lohéac-Aline |Sammelband=Fridays for Future. Sprachliche Perspektiven auf eine globale Bewegung |Ort=Tübingen |Verlag=Narr Francke Attempto |Jahr=2022 |Seite=165-189 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Thunberg, Greta |Titel=Post |Jahr=2018 |Website=Instagram |Online=https://www.instagram.com/p/BmsTxPPl0qW/ |Abruf=13.09.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rucht, Dieter |Titel=Faszinosum Fridays for Future |Zeitschrift=Aus Politik und Zeitgeschichte |Band=69 |Nummer= |Jahr=2018 |Seite=4-9  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Niehr, Thomas |Titel=Schlagwort |Herausgeber*in=Ueding, Gert |Sammelband=Hinstorisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 8 |Ort=Tübingen |Verlag=Niemeyer |Jahr=2007 |Seite=496-502 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hermanns, Fritz |Titel=Deontische Tautologien: Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Herausgeber*in=Klein, Josef |Sammelband=Politische Semantik: Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher Verlag |Jahr=1989 |Seite=69-149 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Gardt, Andreas |Titel=Textsemantik: Methoden der Bedeutungserschließung |Herausgeber*in=Bär, Jochen A.; Müller, Marcus |Sammelband=Geschichte der Sprache und Sprache der Geschichte: Probleme und Perspektiven der historischen Sprachwissenschaft des Deutschen. Oskar Reichmann zum 75. Geburtstag |Ort=Berlin |Verlag=Akademie-Verlag |Jahr=2012 |Seite=61-83 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kress, Gunther; van Leeuwen, Theo |Titel=Reading images: The Grammar of Visual Design |Ort=London |Verlag=Routledge |Jahr=1996 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Klug, Nina-Maria |Titel=Multimodale Text- und Diskurssemantik |Herausgeber*in=Klug, Nina-Maria; Stöckl, Hartmut |Sammelband=Handbuch Sprache im multimodalen Kontext |Ort=Berlin/Boston |Verlag=de Gruyter |Jahr=2016 |Seite=165-189 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Schmitz, Ulrich |Titel=Sehflächenforschung: Eine Einführung |Herausgeber*in=Dieckmannshenke, Hajo; Klemm, Michael; Stöckl, Hartmut |Sammelband=Bildlinguistik: Theorien – Methoden – Fallbeispiele |Ort=Berlin |Verlag=Erich Schmidt |Jahr=2011 |Seite=23-42 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Meer, Dorothee; Pick, Ina |Titel=Linguistische Diskursanalyse und Hypermedien: Greta Thunberg und der weltweite Schüler/innenstreik. |Herausgeber*in=ebd. |Sammelband=Einführung in die Angewandte Linguistik. |Ort=Berlin |Verlag=Metzler |Jahr=2019a |Seite=163-167 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kress, Gunther |Titel=Multimodality: a social semiotic approach to contemporary communication. |Ort=London u.a. |Verlag=Routledge |Jahr=2010 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Spieß, Constanze |Titel=Thank God it's Friday: Die Rhetorik von Fridays for Future: Ein Interview von Regina Hader |Jahr=2019 |Website=Goethe-Institut e.V. |Online=https://www.goethe.de/ins/in/de/kultur/nhk/21563156.html |Abruf=30.04.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kerschhofer-Puhalo, Nadja |Titel=Take it to the streets, to the screen, and back again! Zur Veränderung von Praktiken rund um Protestschilder der Fridays-for-Future-Bewegung. |Herausgeber*in=Reisigl, Martin |Sammelband=Klima in der Krise. Kontroversen, Widersprüche und Herausforderungen in Diskursen über Klimawandel. |Ort=Duisburg |Verlag=Universitätsverlag Rhein-Ruhr |Jahr=2020 |Seite=77-110 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Meer, Dorothee; Pick, Ina |Titel=Sprachliche und bildliche Zeichen: Semiotische Multimodalitätsforschung und die Analyse von Sehflächen. |Herausgeber*in=ebd. |Sammelband=Einführung in die Angewandte Linguistik. |Ort=Berlin |Verlag=Metzler |Jahr=2019b |Seite=51-78 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brünker, Felix et. al. |Titel=Collective Identity Formation on Instagram. Investigating the Social Movement Fridays for Future |Zeitschrift=Australasian Conference on Information Systems |Jahr=2019 |Seite=304-310 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
$$Bildquellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Valentina |Nachname=Roether |Vorname2= |Nachname2= |Tag=18 |Monat=12 |Jahr=2023 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fridays for Future]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Analysen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Andreas Gardt]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Gesellschaftspolitik]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Hispanische Kulturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Influencer*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Multimodalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Protestschilder]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Social Media]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaftler*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Südamerika]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeichnungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Valentina_Roether/Werkstatt&amp;diff=5940</id>
		<title>Benutzer:Valentina Roether/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Valentina_Roether/Werkstatt&amp;diff=5940"/>
		<updated>2023-12-19T11:00:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Waldbrände in Kalifornien.jpeg|thumb|Rauch über San Francisco]]Eine jugendliche Person steht vor einer hellen Wand, schaut mit ernstem Gesichtsausdruck in die Kamera und hält in den Händen ein Stück Pappe mit der Aufschrift „SOS ¡ACCIÓN CLIMÁTICA YA!“ Was soll das bedeuten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakrise treibt viele Menschen auf die Straßen, um gegen die Politik und deren Un-/Tätigkeit zu protestieren. Der wichtigste Kommunikationskanal für Aktivist*innen sind Pro-testschilder, oft aus Pappe oder Stoff, mit einer kurzen, handgeschriebenen Botschaft. Sie enthalten in prägnanter Weise die Forderungen und Argumentationen der Bewegungen und werben um Aufmerksamkeit und Unterstützung. Schon die Umweltbewegungen in den 1970er Jahren nutzten sie. Vielleicht erinnern Sie sich an den Slogan „Atomkraft - Nein danke“ mit einer lächelnden Sonne in der Mitte? Oft sind es gerade kurze und prägnante Kombinationen aus Sprache und Bild, die über die Zeit erhalten bleiben und politische Bewegungen prägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aus linguistischer Perspektive sind diese Protestschilder Texte, auch wenn sie kurz sind und Bilder enthalten. Sie sind Teil des Sprechens über Klimawandel und dienen deshalb als sprachwissenschaftlicher Zugang zum Klimadiskurs. Schließlich hat das wohl berühmteste Protestplakat der Menschheit drei schwedische Wörter beigebracht: Skolstrejk för klimatet (Thunberg 2018) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Thunberg, Greta |Titel=Post |Jahr=2018 |Website=Instagram |Online=https://www.instagram.com/p/BmsTxPPl0qW/ |Abruf=13.09.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Aber wie verdichtet man einen ganzen Diskurs mit seinen Begriffen und Argumenten auf wenige Zeichen, um ein Schild zu gestalten?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Beitrag untersucht, wie spanischsprachige Aktivist*innen der Fridays for Future-Bewegung umweltpolitische Missstände und Forderungen kommunizieren. Mithilfe welcher Schlagwörter und Bilder kondensieren sie politische Debatten auf Plakatlänge? Die Korpusanalyse bezieht dabei auch die Kommunikationswege der Protestschilder mit ein, die neben der offline Demonstration auch online verbreitet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Das linguistische Handwerkszeug: Schlagwörter und [[Multimodalität]]==&lt;br /&gt;
Protestbewegungen verfolgen hauptsächlich ein Ziel: Sie wollen Aufmerksamkeit erregen, um auf Missstände hinzuweisen. Gerade auf einem Plakat soll auf einen Blick erfasst werden können, worum es geht (Rucht 2019: 4)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rucht, Dieter |Titel=Faszinosum Fridays for Future |Zeitschrift=Aus Politik und Zeitgeschichte |Band=69 |Nummer= |Jahr=2018 |Seite=4-9  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Es kann keine ausführliche Argumentation erfolgen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
§§Zitat&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Ideal der prägnanten Kürze ergibt sich bei Slogans und Schlagwörtern aus deren (pragmatischen) Funktionen. Beide Arten sprachlicher Einheiten sollen stets ein jeweils relevantes Wissen (Vorstellungen) und zugleich ein jeweils ganz bestimmtes Wollen (Einstellungen) einerseits ausdrücken, andererseits evozieren, beides möglichst ökonomisch. (Niehr 2007: 459) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Niehr, Thomas |Titel=Schlagwort |Herausgeber*in=Ueding, Gert |Sammelband=Hinstorisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 8 |Ort=Tübingen |Verlag=Niemeyer |Jahr=2007 |Seite=496-502 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anlehnung an Fritz Hermanns (1989) sind Schlagwörter nicht zu verwechseln mit häufig verwendeten Wörtern. Es handelt sich stattdessen um Wörter, die mehr als ihre grundlegen-de semantische Bedeutung transportieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
§§Zitat&lt;br /&gt;
Mit diesem Begriff ist also diejenige Bedeutung oder Bedeutungskomponente von Wörtern oder Wendungen gemeint, kraft derer Wort oder Wendung bedeutet oder mitbedeutet, daß wir, in Bezug auf einen Gegenstand, etwas nicht dürfen, dürfen oder sollen. (Hermanns 1989: 74)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahl eines Schlagwortes gibt den Leser*innen also eine Richtung und Begründung für die Bedeutungskonstitution vor. „In textsemantischen Analysen spielen sie vor allem dort eine Rolle, wo in Texten argumentiert, gestritten und appelliert wird“ (Gardt 2012: 68) – wie auf Protestplakaten. Schlagwörter haben eine so genannte deontische Aufladung, die von Fritz Hermanns (1989: 74ff.) als Sollens-Bedeutung beschrieben wurde. Der Begriff selbst beinhaltet also schon eine Wertung oder Aufforderung, dass etwas getan werden soll. Beispielsweise &amp;quot;Unkraut&amp;quot; soll vernichtet oder &amp;quot;Freiheit&amp;quot; verteidigt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Analyse von Protestplakaten sind neben sprachlichen Zeichen auch andere Zeichensysteme relevant. [[Multimodalität]] meint in der Sprach- und Medienwissenschaft die Kombination mehrerer Zeichensysteme, etwa Sprache, Bild und Ton. Jedes Zeichensystem verfügt über eigene Ressourcen, Strukturen und Potenziale, die erstmals ausführlich von Gunther Kress und Theo van Leeuwen (1996) beschrieben wurden. Für Bilder konstatiert Nina-Maria Klug (2016: 173ff.) einen hohen Aufmerksamkeitswert, leichte Konzeptualisierung und Memorisierung. So kann ein Bild tatsächlich „mehr als tausend Worte sagen“. Bildzeichen eignen sich daher zur Illustration und Emotionalisierung und gehen in multimodalen Texten eine Beziehung zu anderen Zeichensystem ein, die sie umgeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Protestplakate als multimodaler Analysegegenstand==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit Ulrich Schmitz (2011) lassen sich Protestplakate als Sehflächen konturieren und ihre Bedeutungspotenziale vollständig entschlüsseln. Das sind „Flächen, auf denen Texte und Bilder in geplantem Layout gemeinsam Bedeutungseinheiten bilden“ (ebd: 25). Die Annahme ist also, dass sich das Bedeutungspotenzial eines Protestplakats aus dem Zusammenspiel der genutzten Zeichensysteme Sprache und Bild ergibt. Darüber hinaus sind auf Protestplakaten auch periphere Modalitäten relevant, etwa die Typographie schriftlich realisierter Sprache oder die Positionierung der Bilder (Meer/Pick 2019a: 65-69, 73). Dieses Zusammenspiel wird in der Multimodalitätsforschung als „Orchestrierung der Modalitäten“ (Kress 2010: 157) bezeichnet, ähnlich wie in einem Orchester, in dem verschiedene Instrumente gemeinsam musizieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Linguistin Constanze Spieß (2019) stellt für deutschsprachige Protestplakate der Fridays for Future fest, dass sie oft von dichotomischen, also gegensätzlichen, Figuren geprägt sind, wie z.B. „Klimawende statt Weltende“ (ebd.), eine Struktur, die erst das positiv konnotierte Fahnenwort und anschließend das negativ konnotierte Stigmawort nennt und so direkt den Ausweg sichtbar macht. Weitere Muster sind nach Spieß (2019) Reimschemata, Vergleiche, Ironie und Kontraste, etwa zwischen früher und heute oder zwischen den Generationen. Auf diese Weise „arbeiten die Freitags-Demonstrant*innen daran, die Glaubwürdigkeit von Sprecher*innen im Diskurs neu zu verteilen, indem sie sich als eine Gruppe äußern, die nicht ein-mal wahlberechtigt ist“ (ebd.).&lt;br /&gt;
Mit welchen sprachlichen und multimodalen Mitteln die spanischsprachige Fridays for Future dies tut, zeigt die folgende Korpusanalyse anhand von Protestplakaten anlässlich eines Global Climate Strikes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==#JusticiaClimáticaYA – Schlagwörter auf Protestplakaten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse umfasst 83 Protestschilder, die spanischsprachige Aktivist*innen von Fridays for Future beim Global Climate Strike am 25. September 2020 nutzten. Sie sind über Social Media zugänglich, wo die Lokalgruppen in Argentinien, Chile, Mexiko, Peru und Spanien Fotos der Schilder hochluden, um über die Demonstrationen zu berichten. Ergänzend dazu veröffentlichten auch Einzelpersonen Fotos von ihren Protestschildern, fügten das Motto des Streiks als #justiciaclimáticaya [Klimagerechtigkeit Jetzt] oder #25S mit Referenz auf das Datum ein und wurden so Teil des digitalen Protestmosaiks.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erste Erkenntnis: Auf diesen Protestplakaten spielen Schlagwörter eine wichtige Rolle. Sie implizieren etwas, das man tun will oder soll. Zum Beispiel ist justicia climática [Klimagerechtigkeit] nicht nur häufig – es ist unter den Top 4 des gesamten Korpus –, sondern auch ein Wort mit sehr positiven Konnotationen. Wenn man den Begriff liest, weiß man bereits, dass es sich um ein Konzept handelt, das gefordert und verteidigt werden muss. Im Gegensatz dazu enthält z. B. sistema [zur Beschreibung insbesondere des politischen Systems] hier eine starke negative Konnotation. Das System wird als schuldig für viele Herausforderungen der Gesellschaft dargestellt. Insgesamt gibt es viel mehr positiv besetzte Schlagworte als negative. Deshalb erweckt das gesamte Korpus im ersten Moment den Eindruck einer konstruktiven, lösungsorientierten Kommunikation. Dies stützt aus linguistischer Perspektive die Beschreibung des Politikwissenschaftlers Dieter Rucht von Fridays for Future: „Gezeigt werden vornehmlich die ganz jungen Demonstrierenden mit selbst gebastelten Schildern und individuellen Sprüchen; gezeigt wird häufig auch eine Menschenmasse, die in starkem Kontrast zu den düsteren Szenarien einer möglichen Klimakatastrophe den Eindruck von Zuversicht vermittelt.“ (Rucht 2019: 5f.).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Klimakrise sichtbar machen – Zur Multimodalität von Protestplakaten==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nun gilt es zu bedenken, dass diese Protestplakate nicht nur über Sprache kommunizieren. Sie enthalten auch Bilder, sind also multimodal. Hier haben die Bilder eine sehr wichtige Funktion bei der Vermittlung der Forderungen der Bewegung: Sie sind viel spezifischer als die Worte, die die Aktivist*innen wählen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein Plakat zeigt beispielsweise den semantisch sehr allgemeinen Satz „Es un gran error no hacer nada por creer que se hace poco.“ [Es ist ein großer Fehler, nichts zu tun, in der Annahme man könne wenig erreichen.] Dem gegenüber zählt die Abbildung der Erde, die den Rahmen für die sprachlichen Elemente bildet, visuell konkrete Herausforderungen wie Umweltverschmutzung, Abholzung und das Schmelzen der Pole auf. Einige Protestplakate sind ohne Bildelemente sogar gar nicht verständlich. Auf der rechten Seite eines weiteren Plakats steht eine Entscheidungsfrage, die sich auf die Farbe Grün bezieht und zwei Konzepte verknüpft: Sie stellt die Wahl zwischen Geld bildlich dargestellt als grünen Geldscheine o [oder] Natur symbolisiert durch grüne Bäume. Die (rhetorische) Frage ¿Qué verde mirás? [Welches Grün hast du im Blick?] greift in der linken Bildhälfte nicht nur eine Farbsymbolik auf, die für den Klimadiskurs zentral ist, sondern impliziert eine grundsätzliche Kapitalismuskritik, die durch das bloße Lesen der Worte nicht hervorgerufen werden würde. Zweites Analyseergebnis: Diese sogenannten intermodalen Bezüge sind typisch für Protestschilder.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Von der Straße ins Netz – Kommunikationswege im Klimadiskurs==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend kommen wir auf die Tatsache zurück, dass all diese Schilder von Instagram stammen. Soziale Medien stellen heutzutage ein wesentliches Instrument für die Organisation von Klimaprotesten dar und prägen, wie über sie gesprochen wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Charakteristisch für die Kommunikation der Fridays for Future ist „die intensive Nutzung sozialer Medien“ (Kerschhofer-Puhalo 2020: 80). Hätte Greta Thunberg zu Beginn ihres Schulstreiks im August 2018 in Stockholm keine Bilder auf Twitter und Instagram verbreitet und damit eine wachsende Reichweite erzielt, wäre daraus womöglich keine globale Protestbewegung erwachsen (Meer/Pick 2019b: 163f.). So gilt es heute, nicht mehr nur physisch an Protestaktionen teilzunehmen, sondern auch virtuell Unterstützung zu signalisieren und Texte zu teilen. Dieser Mechanismus ermöglicht so einer noch größeren Masse „by a low-cost effort via social media“ (Brünker et al. 2019: 305), Teil der Bewegung zu sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Aktivist*innen schreiben also nicht nur Schilder für Offline-Demonstrationen, sondern bringen sie in den digitalen Raum, z. B. um den Protest zu dokumentieren oder um andere Gruppen zu inspirieren. Es gibt online sogar umfangreiche Listen von Slogans als Anregung für den nächsten Streik. Darüber hinaus teilen die Aktivist*innen verstärkt seit der Corona-Pandemie Fotos von sich selbst, auf denen sie das Protestschild halten. Während der Lockdowns war es vielen lokalen Gruppen der Fridays for Future nicht erlaubt, auf der Straße zu protestieren. Indem sie Protestplakate online posten, schaffen die Aktivist*innen ein kollektives Netzwerk des Protests in Social Media. Diese Mechanismen ermöglichten einen Fortgang des Klimaprotests auch abseits von Massendemonstrationen und damit eine neue Form des Protestierens auf Distanz.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Folgen dieser Vernetzung sind wiederum auf den Schildern selbst zu sehen. So haben beispielsweise auf Papier geschriebene Hashtags nicht mehr die ursprüngliche Funktion der Kategorisierung und Filterung, weil handgeschriebene Hashtags nicht klickbar sind. Dagegen verweisen sie auf den gesamten Online-Raum des Klimadiskurses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Protestplakate als Brücke zwischen Offline- und Online-Protest==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine sprachwissenschaftliche Analyse von Protestplakaten der Fridays for Future zeigt, welche Muster den aktuellen Klimadiskurs prägen. Dazu zählen u. a. eine Nutzung stark positiv konnotierter Schlagwörter, die Konkretisierung von Forderungen durch Bildzeichen und die vielfältigen intermodalen Bezüge zwischen Sprache und Bild. Auf diese Weise verbindet Fridays for Future heutzutage Offline-Demonstrationen auf den Straßen mit Online-Protesten in Social Media.&lt;br /&gt;
Für einen detaillierten Einblick in die Forschungsarbeit empfehlen wir die Lektüre des Aufsatzes Roether/Wieders-Lohéac (2022).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Roether, Valentina; Wieders-Lohéac, Aline |Titel=#JusticiaClimáticaYa – eine multimodale Analyse von Protestplakaten der Fridays for Future-Bewegung |Herausgeber*in=Höllein, Dagobert; Wieders-Lohéac-Aline |Sammelband=Fridays for Future. Sprachliche Perspektiven auf eine globale Bewegung |Ort=Tübingen |Verlag=Narr Francke Attempto |Jahr=2022 |Seite=165-189 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Thunberg, Greta |Titel=Post |Jahr=2018 |Website=Instagram |Online=https://www.instagram.com/p/BmsTxPPl0qW/ |Abruf=13.09.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rucht, Dieter |Titel=Faszinosum Fridays for Future |Zeitschrift=Aus Politik und Zeitgeschichte |Band=69 |Nummer= |Jahr=2018 |Seite=4-9  }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Niehr, Thomas |Titel=Schlagwort |Herausgeber*in=Ueding, Gert |Sammelband=Hinstorisches Wörterbuch der Rhetorik, Bd. 8 |Ort=Tübingen |Verlag=Niemeyer |Jahr=2007 |Seite=496-502 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hermanns, Fritz |Titel=Deontische Tautologien: Ein linguistischer Beitrag zur Interpretation des Godesberger Programms (1959) der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands |Herausgeber*in=Klein, Josef |Sammelband=Politische Semantik: Bedeutungsanalytische und sprachkritische Beiträge zur politischen Sprachverwendung |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher Verlag |Jahr=1989 |Seite=69-149 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Gardt, Andreas |Titel=Textsemantik: Methoden der Bedeutungserschließung |Herausgeber*in=Bär, Jochen A.; Müller, Marcus |Sammelband=Geschichte der Sprache und Sprache der Geschichte: Probleme und Perspektiven der historischen Sprachwissenschaft des Deutschen. Oskar Reichmann zum 75. Geburtstag |Ort=Berlin |Verlag=Akademie-Verlag |Jahr=2012 |Seite=61-83 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kress, Gunther; van Leeuwen, Theo |Titel=Reading images: The Grammar of Visual Design |Ort=London |Verlag=Routledge |Jahr=1996 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Klug, Nina-Maria |Titel=Multimodale Text- und Diskurssemantik |Herausgeber*in=Klug, Nina-Maria; Stöckl, Hartmut |Sammelband=Handbuch Sprache im multimodalen Kontext |Ort=Berlin/Boston |Verlag=de Gruyter |Jahr=2016 |Seite=165-189 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Schmitz, Ulrich |Titel=Sehflächenforschung: Eine Einführung |Herausgeber*in=Dieckmannshenke, Hajo; Klemm, Michael; Stöckl, Hartmut |Sammelband=Bildlinguistik: Theorien – Methoden – Fallbeispiele |Ort=Berlin |Verlag=Erich Schmidt |Jahr=2011 |Seite=23-42 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Meer, Dorothee; Pick, Ina |Titel=Linguistische Diskursanalyse und Hypermedien: Greta Thunberg und der weltweite Schüler/innenstreik. |Herausgeber*in=ebd. |Sammelband=Einführung in die Angewandte Linguistik. |Ort=Berlin |Verlag=Metzler |Jahr=2019a |Seite=163-167 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kress, Gunther |Titel=Multimodality: a social semiotic approach to contemporary communication. |Ort=London u.a. |Verlag=Routledge |Jahr=2010 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Spieß, Constanze |Titel=Thank God it's Friday: Die Rhetorik von Fridays for Future: Ein Interview von Regina Hader |Jahr=2019 |Website=Goethe-Institut e.V. |Online=https://www.goethe.de/ins/in/de/kultur/nhk/21563156.html |Abruf=30.04.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kerschhofer-Puhalo, Nadja |Titel=Take it to the streets, to the screen, and back again! Zur Veränderung von Praktiken rund um Protestschilder der Fridays-for-Future-Bewegung. |Herausgeber*in=Reisigl, Martin |Sammelband=Klima in der Krise. Kontroversen, Widersprüche und Herausforderungen in Diskursen über Klimawandel. |Ort=Duisburg |Verlag=Universitätsverlag Rhein-Ruhr |Jahr=2020 |Seite=77-110 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Meer, Dorothee; Pick, Ina |Titel=Sprachliche und bildliche Zeichen: Semiotische Multimodalitätsforschung und die Analyse von Sehflächen. |Herausgeber*in=ebd. |Sammelband=Einführung in die Angewandte Linguistik. |Ort=Berlin |Verlag=Metzler |Jahr=2019b |Seite=51-78 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brünker, Felix et. al. |Titel=Collective Identity Formation on Instagram. Investigating the Social Movement Fridays for Future |Zeitschrift=Australasian Conference on Information Systems |Jahr=2019 |Seite=304-310 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
$$Bildquellen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Valentina |Nachname=Roether |Vorname2= |Nachname2= |Tag=18 |Monat=12 |Jahr=2023 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Fridays for Future]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Analysen]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Hispanische Kulturwissenschaft]]&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Protestschilder]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Social Media]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaftler*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Südamerika]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Zeichnungen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Climate_Thinking&amp;diff=5430</id>
		<title>Climate Thinking</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Climate_Thinking&amp;diff=5430"/>
		<updated>2022-06-07T11:33:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Sternath Vorname vervollständigt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:15px; text-align:center; width:30%;&amp;quot; | [[Datei:Watercolor-Soerlin.png|class=img-responsive]] || style=&amp;quot;padding:10px&amp;quot; | Ausgehend von dem pointiert formulierten Gedanken [[Sverker Sörlin]]s,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Sörlin, Sverker |Titel=Environmental Humanities. Why Should Biologists Interested in the Environment Take the Humanities Seriously? |Zeitschrift=BioScience |Band=62 |Nummer=9 | Verlag= |Jahr=2012 | Seite=788–789, hier S. 788 | Online= }}&amp;lt;/ref&amp;gt; fragt '''Climate Thinking''' danach, was die Geistes- und Kulturwissenschaften jenseits von „elegantem Unsinn“&amp;lt;ref&amp;gt;Der Ausdruck „eleganter Unsinn“ ist dem deutschsprachigen Titel des Buches ''Impostures Intellectuelles'' von Alan Sokal und Jean Bricmont entnommen. Vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Sokal, Alan; Bricmont, Jean |Titel=Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften mißbrauchen |Ort=München |Verlag=Beck |Jahr=1999 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; im Diskurs um den Klimawandel anzubieten haben. Die landläufige Überzeugung ist, dass die Veränderung des Klimas als ein Umweltproblem ausschließlich in den exploratorischen und explanatorischen Zuständigkeitsbereich der Naturwissenschaften falle. Diese bestimmen den Gegenstandsbereich, erforschen die Probleme und schlagen Lösungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der naturwissenschaftliche Blick allein berücksichtigt jedoch nicht, dass die Wissenschaften selbst und auch das von ihnen erforschte Phänomen in komplexen kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen eingebunden sind. Gerade diese Verflechtungen in den Blick zu nehmen, in denen [[Über Klimawandel sprechen|über den Klimawandel gesprochen]], [[Vom Klimawandel erzählen|von ihm erzählt]], [[Über Klimawandel nachdenken|über ihn nachgedacht wird]], verstehen wir als eine Aufgabe der Geistes- und Kulturwissenschaften.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zentrale Perspektiven von Climate Thinking ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;flex-row row&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;col-xs-12 col-md-6 col-lg-4&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel panel-default&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-heading&amp;quot; style=&amp;quot;background:#C7105C; color:#ffffff&amp;gt;[[Datei:Logo-spr-trans-wht.png|left|40px|Vom Klimawandel erzählen]][[Über Klimawandel sprechen|&amp;lt;span style=&amp;quot;color:white&amp;quot;&amp;gt;'''Über Klimawandel sprechen'''&amp;lt;/span&amp;gt;]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-body&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer spricht auf welchen Kanälen mit wem zu welchem Zweck über den Klimawandel – und wer schweigt? Inwiefern lässt sich das öffentliche und mediale Sprechen über Klimawandel an historische oder aktuelle Ereignisse rückbinden? Wie werden geistesgeschichtliche Ideen und popkulturelle Erzählungen aufgegriffen? Welche ikonisierten Bilder, Slogans, Schlagwörter etc. prägen die Debatte um den Klimawandel?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-footer&amp;quot;&amp;gt;Themenreihen:&lt;br /&gt;
*[[Dokumentarfilme über den Klimawandel]]&lt;br /&gt;
*[[Kunstkommunikation]]&lt;br /&gt;
*[[Analyse von Pressetexten]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;flex-row row&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;col-xs-12 col-md-6 col-lg-4&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel panel-default&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-heading&amp;quot; style=&amp;quot;background:#C7105C; color:#ffffff&amp;gt;[[Datei:Logo-erz-trans-wht.png|left|40px|Vom Klimawandel erzählen]][[Vom Klimawandel erzählen|&amp;lt;span style=&amp;quot;color:white&amp;quot;&amp;gt;'''Vom Klimawandel erzählen'''&amp;lt;/span&amp;gt;]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-body&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wie wird der Klimawandel in Kunst, Medien und Literatur thematisiert, perspektiviert und ästhetisiert? Wie imaginieren Erzählungen mit dem Klimawandel verbundene Probleme und deren Lösungen? In was für einer Gesellschaft wollen oder werden wir leben? Wie imaginiert die utopische und dystopische Literatur Welten, in denen die Folgen des Klimawandels deutlich zutage treten? Welche Funktionen nehmen natur- und geisteswissenschaftliche Diskurse in diesen Erzählungen ein?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-footer&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
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&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-heading&amp;quot; style=&amp;quot;background:#C7105C; color:#ffffff&amp;gt;[[Datei:Logo-ndk-trans-wht.png|left|40px|Vom Klimawandel erzählen]][[Über Klimawandel nachdenken|&amp;lt;span style=&amp;quot;color:white&amp;quot;&amp;gt;'''Über Klimawandel nachdenken'''&amp;lt;/span&amp;gt;]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-body&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Woher stammt unser Wissen über den Klimawandel und wie wird es von wem vermittelt? Wie lässt sich die individuelle Verantwortung vor dem Hintergrund einer kollektiven Verursachung bestimmen? Wer muss für die Behebung der Folgen des Klimawandels beitragen? Welches Verständnis von Natur liegt unseren Überlegungen zugrunde? Welche Rollen können beim Umgang mit der Bedrohung technische und mediale Entwicklungen spielen?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-footer&amp;quot;&amp;gt;Themenreihen:&lt;br /&gt;
*[[Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Climate Thinking als spezifischer Zugang der Geistes- und Kulturwissenschaften ==&lt;br /&gt;
Climate Thinking begreift und analysiert komplementär zu naturwissenschaftlich geprägten Forschungstraditionen Phänomene wie ''Klima'' und ''Umwelt'' in ihrer sprachlichen Konstituiertheit und kulturellen Bedingtheit. Aus einer wissenschaftsphilosophischen Perspektive heraus lässt sich formulieren, dass dieser Zugang die Klimakrise nicht bloß als Matter of Fact, sondern – in Erweiterung um theoretische, sprachliche und kulturelle Dimensionen – [[Climate Thinking – Klimakrise als Matter of Concern|als Matter of Concern begreift]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warum der Name Climate Thinking? ==&lt;br /&gt;
Climate Thinking war ursprünglich trotz – oder gerade aufgrund – seiner grammatischen Inkorrektheit  ein im kleinen Kreis scherzhaft genutzter Arbeitstitel. Er verweist auf ein anderes Projekt zweier der Herausgeber*innen des [[Living Handbook]]s Climate Thinking, [[Benutzer:Martin Böhnert|Martin Böhnert]] und [[Paul Reszke]]: [https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4693-1/vom-binge-watching-zum-binge-thinking/ Vom Binge Watching zum Binge Thinking]. Da das spontan entwickelte Projekt schnell neue Mitglieder gewinnen konnte, sich die Bezeichnung auch über den kleinen Kreis hinaus verbreitete, völlig selbstverständlich genutzt wurde und letztlich auch sehr schnell am Fachbereich Geistes- und Kulturwissenschaften der Universität Kassel [[Forschungsschwerpunkt Climate Thinking|verankert wurde]], entschieden wir, den Namen beizubehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit spiegeln sich im Namen einerseits die Dynamiken, von denen Forschungsprozesse immer begleitet und geprägt werden. Andererseits sorgt diese grammatische Ungewöhnlichkeit der Wendung Climate Thinking zugleich dafür, dass sich das Projekt über Suchmaschinen schnell und ohne Dopplungen finden lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilprojekte und -initiativen von Climate Thinking ==&lt;br /&gt;
Das Großprojekt Climate Thinking möchte durch verschiedenste Zugänge aufzeigen, dass es sich lohnt, das Thema Klimawandel aus geistes- und kulturwissenschaftlicher Perspektive zu betrachten: Neben dem [[Living Handbook]], das einem möglichst breiten Publikum zugänglich sein soll, gibt es primär für Wissenschaftler*innen aller Disziplinen den [[Forschungsschwerpunkt Climate Thinking|Forschungschwerpunkt]] sowie für Studierende der Geistes- und Kulturwissenschaften den [[Lehrschwerpunkt Climate Thinking|Lehrschwerpunkt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus möchten wir mit der interessierten Öffentlichkeit sowie Forschenden anderer Disziplinen in Diskussion treten. Wir haben dazu die [[Ringvorlesung Climate Thinking]] im Sommersemester 2021 digital abgehalten und werden diese voraussichtlich 2022 wiederaufnehmen. Im Zuge dieser Veranstaltungsreihe ist auch unser Instagram-Kanal entstanden: [https://www.instagram.com/climate_thinking/ climate_thinking]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Möglichkeit, ein breiteres Publikum zu erreichen, bot sich uns im Rahmen der Ausstellung [[Wunderkammer modern. 50 Jahre – 50 Objekte]] zur Feier des 50-jährigen Jubiläums der Universität Kassel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Arbeitsgruppe Climate Thinking==&lt;br /&gt;
Der Lehr- und Forschungsschwerpunkt wurde von Felix Böhm, Martin Böhnert, Paul Reszke und Murat Sezi initiiert. Aktuell gehören zur Arbeitsgruppe:&lt;br /&gt;
*[[Benutzer: Tamara Bodden|Tamara Bodden]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer: Felix Böhm|Felix Böhm]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer: Martin Böhnert|Martin Böhnert]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer: Mateo Chacon Pino|Mateo Chacon Pino]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer: Dagobert Höllein|Dagobert Höllein]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer: Nicole Kasper|Nicole Kasper]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer: Nils Lehnert|Nils Lehnert]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer: Philippe-André Lorenz|Philippe-André Lorenz]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer: Anna Meywirth|Anna Meywirth]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer: Paul Reszke|Paul Reszke]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer: Christine Riess|Christine Riess]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer: Annika Rink|Annika Rink]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer: Valentina Roether|Valentina Roether]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer: Murat Sezi|Murat Sezi]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer: Jan Sinning|Jan Sinning]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer: Vanessa-Nadine Sternath|Vanessa-Nadine Sternath]]&lt;br /&gt;
*[[Benutzer: Maria Weber|Maria Weber]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Climate Thinking]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vom Klimawandel erzählen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sverker Sörlin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Jenny_Raabe/Werkstatt&amp;diff=5294</id>
		<title>Benutzer:Jenny Raabe/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Jenny_Raabe/Werkstatt&amp;diff=5294"/>
		<updated>2022-04-26T13:40:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Erstes Gegenlesen (Reszke)&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Titel des Artikels: Die Berichterstattung über Fridays for Future in Zeit – Online&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel wird die '''Berichterstattung über Fridays for Future in Zeit – Online''' und ihre Verbindung zur öffentlichen Wahrnehmung des Themenkomplexes Klimawandel behandelt. Die Erkenntnisse basieren auf der linguistischen [[Analyse von Pressetexten]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''„Es mögen Fische sterben oder Menschen, das Baden in Seen oder Flüssen mag Krankheiten erzeugen, es mag kein Öl mehr aus den Pumpen kommen, und die Durchschnittstemperaturen mögen sinken oder steigen: solange darüber nicht kommuniziert wird, hat dies keine gesellschaftlichen Auswirkungen“'' &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Luhmann, N.|Titel= Ökologische Kommunikation. Kann die moderne Gesellschaft sich auf die ökologischen Gefährdungen einstellen?|Ort= Opladen|Verlag= o.V. |Jahr= 1986|Seite= 63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
                            [[Datei:FridaysforFuture Lizenzfrei Pixabay.jpg|mini]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Fragestellung der Untersuchung ==&lt;br /&gt;
Unbestritten sind die gravierenden Folgen des Klimawandels und deshalb gilt Klimaschutz als „nicht mehr verhandelbar(e) Grundlage für das Weiterbestehen der Weltgemeinschaft“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ranke, U.|Titel=Klima und Umweltpolitik |Ort=Berlin|Verlag=Springer Spektrum|Jahr=2019 |Seite=303 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dennoch fordert der bestehende Widerspruch zwischen Wirtschafts- und Klimapolitik die Gesellschaft auf, selbst aktiv zu werden. Für diesen Anspruch hat die Klimabewegung Fridays for Future „die Klimakrise ins Zentrum der gesellschaftlichen Diskussion gerückt“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Koos, S. &amp;amp; Naumann, E.|Titel= Vom Klimastreik zur Klimapolitik. Die gesellschaftliche Unterstützung der „Fridays for Future“-Bewegung und ihrer Ziele. Forschungsbericht. Exzellenzcluster Politics of Inequality &amp;amp; Sonderforschungsbereich Political Economy of Reforms|Ort=Konstanz |Verlag= KOPS Universität Konstanz Verlag|Jahr=2019|Seite=2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Fridays for Future lizenzfrei Pixabay.jpg|mini]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fridays for Future ist im Zuge dessen „außergewöhnlich häufig Gegenstand ausführlicher Berichterstattung geworden“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Brüning, B.|Titel=Klima. Krise. Kinder: Philosophieren über Nachhaltigkeit und Fridays for Future |Ort=Weinheim/Basel |Verlag= Beltz Verlag|Jahr=2021|Seite=15 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, denn die Massenmedien lenken die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Klimabelange der Bewegung. Dafür greifen die Medien insbesondere auf szenische Metaphern (Metaphernstrategien) zurück, um die Thematiken des Klimawandels für die Gesellschaft erfahrbar zu machen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Grassinger, U.|Titel= Metaphern im Diskurs um den Klimawandel: Wie Sprache den Zugriff auf Kontrolle verspricht (Dissertation)|Jahr=2018|Online= https://www.uni-flensburg.de/?id=18149|Abruf=29.03.2022, S. 12}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dennoch verfolgt die Berichterstattung dabei vorrangig das Ziel, die größtmögliche Aufmerksamkeit zu erreichen und somit ihren Nachrichtenwert zu steigern&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Rucht, D.|Titel= The Quadruple ’A’. Media strategies of protest movements since the 1960s|Herausgeber*in= W. van de Donk, B. D. Loader, P. G. Nikon &amp;amp; D. Rucht|Sammelband= Cyberprotest. New media, citizens and social movements (S. 29-56)|Ort= London|Verlag= o.V.|Jahr= 2004|Seite=33 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darauf aufbauend wurde die analytische Fragestellung abgeleitet, welche metaphorischen Strategien in der Berichterstattung über die Fridays-for-Future-Bewegung zur Steigerung des Nachrichtenwerts verwendet werden. Die angestrebte Analyse konzentriert sich dabei auf das liberale, wöchentliche Nachrichtenjournal ‚Die Zeit – Online‘, das in Umweltbelangen einen guten Ruf genießt und über als sachkompetent geltende Journalist*innen verfügt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Post, S.|Titel= Klimakatastrophe oder Katastrophenklima? Die Berichterstattung über den Klimawandel aus Sicht der Klimaforscher|Zeitschrift= Medien- und Kommunikationswissenschaften, (4), S. 547.|Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die theoretische Grundlegung ==&lt;br /&gt;
=== Die Klimabewegung Fridays for Future ===&lt;br /&gt;
Als soziale Bewegung gegen den Klimawandel bildet Fridays for Future den Untersuchungsgegenstand der Analyse. Eine soziale Bewegung kann dafür grundlegend definiert werden als ein &amp;quot;durch kollektive Identität abgestütztes Handlungssystem mobilisierter Netzwerke von Gruppen und Organisationen, welche sozialen Wandel mit Mitteln des Protests […] herbeiführen, verhindern oder rückgängig machen wollen&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Rucht, D.|Titel= Öffentlichkeit als Mobilisierungsfaktor für soziale Bewegungen|Herausgeber*in= F. Neidhardt|Sammelband= Öffentlichkeit, öffentliche Meinung, soziale Bewegungen (S. 337–358)|Ort= Opladen|Verlag= Westdt. Verlag |Jahr= 1994|Seite= 76f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Klimabewegungen fallen unter diese Definition und verfolgen das Ziel, das Umweltbewusstsein des Konsumverbrauchs der Bevölkerung zu schärfen und das politische Handeln danach nachhaltig auszugestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Roose, J.|Titel= 30 Jahre Umweltprotest: Wirkungsvoll verpufft?|Zeitschrift= Forschungsjournal Soziale Bewegungen, (4), S. 38.|Jahr= 2006}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Fridays for Future formiert sich Ende 2018, um die gesellschaftliche Aufmerksamkeit auf das Ziel zu lenken, die 2015 auf dem Pariser Klimagipfel festgelegten Ziele zur Reduktion der globalen CO²-Emissionen aufrechtzuerhalten sowie dadurch die fortlaufende Erderwärmung auf eine maximale Erhöhung von 1,5 Grad zu begrenzen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Schonert, C.|Titel= Methaphern des Unsagbaren. Eine systematische Metaphernanalyse der &amp;quot;Fridays For Future&amp;quot;-Demonstrationen in Berlin|Zeitschrift= Sozial Wissenschaftliche Zukunftsforschung, (1), S. 34. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der erste Impuls geht dabei auf die schwedische Schülerin und Initiatorin Greta Thunberg zurück, die mit ihrem dreiwöchigen ‚Schulstreik für das Klima‘ ab dem 20. August 2018 gegen das Ausmaß des Klimawandels protestierte und mediales Aufsehen erregte&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Sommer, M., Rucht, D., Haunss, S. &amp;amp; Zajak, S.|Titel= Fridays for Future. Profil, Entstehung und Per-spektiven der Protestbewegung in Deutschland (Ip. Working Paper, 2/2019)|Ort= Berlin|Verlag= o.V.|Jahr= 2019|Seite= 2}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ihre Idee, Schulstreiks zu initiieren, findet schnell öffentliche Präsenz und mediale Rezeption. Das Klimastreiken verbreitet sich, findet auch in Schweden und den umliegenden Ländern Anklang und fokussiert sich dabei fortlaufend auf Straßenproteste, die vermehrt an Freitagen durch Schüler*innen und Student*innen stattfinden&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Koos, S. &amp;amp; Naumann, E.|Titel= Vom Klimastreik zur Klimapolitik. Die gesellschaftliche Unterstützung der „Fridays for Future“-Bewegung und ihrer Ziele. Forschungsbericht. Exzellenzcluster Politics of Inequality &amp;amp; Sonderforschungsbereich Political Economy of Reforms.|Ort=Konstanz |Verlag= KOPS Universität Konstanz Verlag|Jahr=2019|Seite=3 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als deutsche Initiator*innen treten die 22-jährige Studentin Luisa Neubauer und der 19-jährige Schüler Jakob Blasel in Erscheinung und treiben die Verbreitung der Fridays-for-Future-Bewegung in Deutschland voran&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Rucht, D. &amp;amp; Rink, D.|Titel= Mobilisierung von Fridays for Future|Herausgeber*in= S. Haunss|Sammelband= Fridays for Future. Die Jugend gegen den Klimawandel (S. 95-114)|Ort= Bielefeld|Verlag= transcript-Verlag|Jahr= 2020|Seite= 106}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Über 25.000 Menschen demonstrieren bereits am 18. Januar 2019 in verschiedenen Streiks in über 50 deutschen Städten. Dieses Datum gilt retrospektiv als Beginn des deutschen Ablegers der Bewegung&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Sommer, M., Rucht, D., Haunss, S. &amp;amp; Zajak, S.|Titel= Fridays for Future. Profil, Entstehung und Per-spektiven der Protestbewegung in Deutschland (Ip. Working Paper, 2/2019)|Ort= Berlin|Verlag= o.V.|Jahr= 2019|Seite= 2}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Bedeutung medialer Berichterstattung ===&lt;br /&gt;
Soziale Bewegungen verfügen zunächst über keine realen Machtmittel, sondern sind selbst dafür verantwortlich, ihre eigene Existenz zu legitimieren und ihre Forderungen durchzusetzen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Brunnengräber, A.|Titel= Gipfelstürmer und Straßenkämpfer. NGOs und globale Protestbewegungen in der Weltpolitik|Herausgeber*in= A. Brunnengräber, A. Klein &amp;amp; H. Walk|Sammelband= NGOs im Prozess der Globalisierung. Mächtige Zwerge – umstrittene Riesen (Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, 400, S. 328–365)|Ort= Bonn |Verlag= VS Verlag für Sozialwissenschaften|Jahr= 2005|Seite= 352}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um politischen Handlungsdruck zu erzeugen, sind sie daher darauf angewiesen, ihre Ziele und Inhalte zunächst argumentativ der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und durch deren breite Rezeption ein gesellschaftliches Umdenken zu bewirken&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Korte, M.|Titel= Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler|Herausgeber*in= A. Brunnengräber|Sammelband= Zivilisierung des Klimaregimes: NGOs und soziale Bewegungen in der nationalen, europäischen und internationalen Klimapolitik (1te Aufl., S. 187-207)|Ort= Wiesbaden|Verlag= VS Verlag für Sozialwissenschaften|Jahr= 2011|Seite= 190}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Diese rezipierende Öffentlichkeit übt folglich den gesellschaftlichen Handlungsdruck auf die Politik aus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Insbesondere für den Klimadiskurs nehmen die Massenmedien eine gehobene Stellung ein, denn die bedeutendste Darstellung von Umweltproblemen liefern mediale Erzählungen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Besio, C. &amp;amp; Pronzini, A.|Titel= Unruhe und Stabilität als Form der massenmedialen Kommunikation über den Klimawandel|Herausgeber*in= M. Voss|Sammelband= Der Klimawandel. Sozialwissenschaftliche Perspektiven (S. 283-300)|Ort= Wiesbaden|Verlag= VS Verlag für Sozialwissenschaften|Jahr= 2010|Seite= 283}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= &lt;br /&gt;
Weingart, P., Engels, A. &amp;amp; Pansegrau, P.|Titel= Von der Hypothese zur Katastrophe. Der anthropo-gene Klimawandel im Diskurs zwischen Wissenschaft, Politik und Massenmedien|Ort= Opladen|Verlag= Verlag Leske+Budrich|Jahr= 2002|Seite= 72}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Existiert der Klimawandel selbst als zeitlich ausgedehntes Phänomen, dessen Folgen nur sehr langsam sichtbar werden, klären die Massenmedien darüber auf&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Haßler, J.|Titel= Mediatisierung der Klimapolitik. Eine vergleichende Input-Output-Analyse zur Übernahme der Medienlogik durch die Politik|Ort= Wiesbaden|Verlag= Springer Fachmedien|Jahr= 2017|Seite= 113}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dabei informiert die Berichterstattung nicht nur über aktuelle, ökologische Lösungsansätze von politischen und ökonomischen Akteur*innen, sondern klärt auch über Misserfolge oder die unzulängliche Beachtung neuer, nachhaltiger Ansätze auf&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Besio, C. &amp;amp; Pronzini, A.|Titel= Unruhe und Stabilität als Form der massenmedialen Kommunikation über den Klimawandel|Herausgeber*in= M. Voss|Sammelband= Der Klimawandel. Sozialwissenschaftliche Perspektiven (S. 283-300)|Ort= Wiesbaden|Verlag= VS Verlag für Sozialwissenschaften|Jahr= 2010|Seite= 283}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Allerdings fungieren Massenmedien als eine Art „Wirklichkeitsgenerator“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Thiedeke, U.|Titel= Der Schein des Seins. Mediale Kommunikation und informationelle Differenzierung der Gesellschaft|Zeitschrift= Medial Turn. Die Medialisierung der Welt, (1), S. 31.|Jahr= 1999}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das bedeutet, dass das, was die Öffentlichkeit massenmedial über die soziale Bewegung vermittelt bekommt, „bedeutungsgenerierend“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Hartmann,F.|Titel= Medienphilosophie|Ort= Wien|Verlag= WUV Verlag|Jahr= 2000|Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und wirklichkeitserschaffend ist. Insofern vermitteln die Medien das Bild, das die Öffentlichkeit von der Bewegung erhält&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Manski, K. &amp;amp; Meyer, R.|Titel= Medien als bedeutungsgenerierende Instanz – Herausforderungen für die Berufsbildungsforschung in Theorie und Praxis|Zeitschrift= bwp@ Berufs- und Wirtschaftspädagogik – online, (25),|Jahr= 2008|Seite= 4f.|Online= http://www.bwpat.de/ausgabe15/manski_meyer_bwpat15.shtml|Abruf=14.11.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Während soziale Bewegungen allerdings auf die gesellschaftliche Unterstützung und Mobilisierung für ihre Ziele ausgerichtet sind, streben Medien grundsätzlich nach der größtmöglichen Aufmerksamkeit ihrer Rezipient*innen, deren Gruppe sie stetig zu erweitern versuchen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Rucht, D.|Titel= The Quadruple ’A’. Media strategies of protest movements since the 1960s|Herausgeber*in= W. van de Donk, B. D. Loader, P. G. Nikon &amp;amp; D. Rucht|Sammelband= Cyberprotest. New media, citizens and social movements (S. 29-56)|Ort= London|Verlag= o.V.|Jahr= 2004|Seite=33 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Es kann somit nicht von dem gleichen Berichterstattungsanspruch gesprochen werden, denn dieser richtet sich bei den Medien nach der Nachrichtenwerttheorie.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Nachrichtenwert bezeichnet die Publikationswürdigkeit, die sich aus dem Vorhandensein verschiedener Ereignisaspekte bzw. Faktoren ergibt. Je mehr dieser Faktoren ein Ereignis vereint, desto höher sein Nachrichtenwert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kliment, T.|Titel= Kernkraftprotest und Medienreaktionen. Deutungsmuster einer Widerstandsbewe-gung und öffentliche Rezeption|Ort= Wiesbaden|Verlag= o.V.|Jahr= 1994|Seite= 126f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Faktoren benennt Staab die Ungewöhnlichkeit (Sensationswürdigkeit), den Bezug zu bestehenden Thematiken (Etablierung), die zeitliche Eingrenzung (Aktualität/Dauer), die Einfachheit (Struktur), die Konsequenzen des Nutzens und Schadens (Intensität), die Beteiligten (Prominenz, Status) und den Ereignisort (Nähe)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Staab, J. F.|Titel= Nachrichtenwert-Theorie. Formale Struktur und empirischer Gehalt|Ort= Freiburg/München|Verlag= Verlag Karl Alber|Jahr= 1990 |Seite=41}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Ziel liegt somit nicht darin, die Klima-Forderungen der Aktivist*innen darzulegen, sondern die Öffentlichkeit durch eine Verbildlichung spannender Ereignisse zur Rezeption zu bewegen. Medien entwerfen daher sprachlich „phantasievolle Bilder“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Brunnengräber, A.|Titel= Gipfelstürmer und Straßenkämpfer. NGOs und globale Protestbewegungen in der Weltpolitik|Herausgeber*in= A. Brunnengräber, A. Klein &amp;amp; H. Walk|Sammelband= NGOs im Prozess der Globalisierung. Mächtige Zwerge – umstrittene Riesen (Schriftenreihe der Bundeszentrale für politische Bildung, 400, S. 328–365)|Ort= Bonn |Verlag= VS Verlag für Sozialwissenschaften|Jahr= 2005|Seite= 353}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, die die Bevölkerung ansprechen sollen. Diese Bilder werden bevorzugt mittels metaphorischer Darstellungsstrategien konstruiert und stellen einen entscheidenden Mechanismus dar, um den Nachrichtenwert zu steigern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Metaphorische Szenarios ===&lt;br /&gt;
Wenn Berichterstattungsmedien im „Klimawandeldiskurs über den Klimawandel sprechen, schmücken sie ihre Argumente daher nicht nur mit Metaphern aus, sondern diese transportieren große Anteile der Vorstellungen und Handlungen“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Grassinger, U.|Titel= Metaphern im Diskurs um den Klimawandel: Wie Sprache den Zugriff auf Kontrolle verspricht (Dissertation)|Jahr=2018|Online= https://www.uni-flensburg.de/?id=18149|Abruf=29.03.2022, S. 14}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dies lässt sich darin begründen, dass Metaphern einen grundlegenden Anlass zum Wahrnehmen, Denken und Handeln bilden, da sie Denksysteme strukturieren und aufmerksamkeitssteuernde Eigenschaften beinhalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Grassinger, U.|Titel= Metaphern im Diskurs um den Klimawandel: Wie Sprache den Zugriff auf Kontrolle verspricht (Dissertation)|Jahr=2018|Online= https://www.uni-flensburg.de/?id=18149|Abruf=29.03.2022, S. 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dadurch bilden sie einen wichtigen Stabilisierungsfaktor von Bedeutungssystemen des Umweltdiskurses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Metaphernarten nach Lakoff und Johnson, 2018.jpg|mini]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dem Analysevorhaben wird diesbezüglich die kognitive Metapherntheorie von Lakoff und Johnson zugrunde gelegt, die Metaphern wie folgt definiert: „The essence of metaphor is understanding and experiencing one kind of thing in terms of another“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Lakoff, G. &amp;amp; Johnson, M.|Titel= Metaphors we live by|Ort= Chicago|Verlag= The University of Chicago Press|Jahr= 1980|Seite=5}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Es handelt sich somit um eine weite, umfassende Definition, die alle sprachlichen Ausdrücke umschließt, welche von einer Bildquelle (Quellbereich) auf ein Bildziel (Zielbereich) übertragen werden&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Schonert, C.|Titel= Methaphern des Unsagbaren. Eine systematische Metaphernanalyse der &amp;quot;Fridays For Future&amp;quot;-Demonstrationen in Berlin|Zeitschrift= Sozial Wissenschaftliche Zukunftsforschung, (1), S. 9. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das besondere an der kognitiven Metapherntheorie ist, dass sich verschiedene metaphorische Ausdrücke zu übergeordneten, metaphorischen Konzepten zusammenfassen lassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Schmitt, R., Schröder, J. &amp;amp; Pfaller, L.|Titel= Systematische Metaphernanalyse. Eine Einführung |Ort= Wiesbaden|Verlag= Springer Fachmedien|Jahr= 2018|Seite=4f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Hierachie der Metapherntheorie Lakoff Johnson.jpg|mini]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nach Lakoff &amp;amp; Johnson&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Lakoff, J. &amp;amp; Johnson, M.|Titel=Leben in Metaphern. Konstruktion und Gebrauch von Sprachbildern (9te Aufl.) |Ort=Heidelberg |Verlag=Carl-Auer-Systeme Verlag |Jahr=2018 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; treten die Metaphernkonzepte ''Strukturmetapher'', ''Orientierungsmetapher'' und ''Ontologische Metapher'' auf. Die Beschaffenheit dieser Metaphernkonzepte kann anhand der ''Strukturmetapher'' verdeutlicht werden. In diesem Konzept wird der Zielbereich durch vergleichbare Ansätze, Systeme oder Funktionen eines Quellbereichs umschrieben. Somit wird ein komplexer Ansatz durch einen anderen komplexen Ansatz metaphorisiert. Ein Beispiel wäre 'Diskussion ist Krieg' (Quellbereich Krieg, Zielbereich Diskussion). Dieses Konzept könnte aus exemplarischen Ausdrücken wie &amp;quot;schießen Sie los&amp;quot; oder &amp;quot;deine Worte treffen mich&amp;quot; geschlussfolgert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit lässt sich aus mehreren metaphorischen Ausdrücken (Textbelegen) ein metaphorisches Konzept nach den Metaphernarten von Lakoff und Johnson bilden, wenn diese den gleichen Quell- und Zielbereich beschreiben. Ein oder mehrere Konzepte können ein Szenario (bildliches Szenario) erschaffen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Analyse ==&lt;br /&gt;
=== Die Methodik ===&lt;br /&gt;
Mittels der systematischen Metaphernanalyse werden in einem fünfschrittigen Prozess aus Phasen der Auswertung, Dekonstruktion und Rekonstruktion zielgerichtete Erkenntnisse gewonnen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Schmitt, R.|Titel= Skizzen zur Metaphernanalyse|Zeitschrift= FQS – Forum qualitative Sozialforschung. Social research, 1 (1), Art. 20, S. 3,|Jahr= 2001|Online= https://www.qualitative-research.net/in-dex.php/fqs/article/view/1130/2514|Abruf=22.11.2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Rahmen dieses systematischen Vorgehens wird sichergestellt, dass keine einzelnen, metaphorischen Ausdrücke gesammelt, sondern metaphorische Konzepte gebildet und in Szenarios überführt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Analysekorpus bilden 14 themenrelevante Artikel aus dem liberalen Journal ‚Die Zeit – Online‘ in einem Zeitraum vom 15.01.2019 bis zum 15.04.2019, der den Beginn der Klimabewegung Fridays for Future bildet. Alle Textfragmente werden grundsätzlich selektiv in Hinblick auf den Untersuchungsgegenstand analysiert. Als Validitätskritik festzuhalten ist, dass Metaphernkonzepte im Rahmen der Rekonstruktion aus ihrem Kontext gelöst werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Die Ergebnisse und ihre Interpretation ===&lt;br /&gt;
Folgende metaphorische Szenarios wurden analytisch erfasst und werden jeweils anhand ihrer metaphorischen Konzepte und exemplarischer metaphorischer Ausdrücke (Belegstellen der Artikel) aufgezeigt. Diese werden folgend bezüglich ihrer Steigerung des Nachrichtenwerts interpretiert. &lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|+ Ergebnisse und Interpretation der Analyse&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! Szenario !! Konzept !! exemplarischer Ausdruck !! Nachrichtenwert&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Katastrophismus || 'Klimawandel ist (eine) Katastrophe' (Strukturmetapher) || „all die gut begründeten Weltkatastrophenszenarien“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Zeitung|Autor*in= Soltau, H.|Titel= Bei ihr sieht es einfach aus|Zeitung= Die Zeit – Online|Datum= 29.03.2019|Online= https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2019-03/klimaprotest-berlin-greta-thunberg-fridays-for-future|Abruf=03.12.2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; || Intensität&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Prophezeiung || 'Vorhersehbare Ereignisse sind vor uns' (Orientierungsmetapher) || „sich anbahnende Katastrophe“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Zeitung|Autor*in= Erk, D.|Titel= Mit voller Wucht|Zeitung= Die Zeit – Online |Datum= 14.03.2019|Seite= |Online= https://www.zeit.de/2019/12/luisa-neubauer-klimaaktivistin-klimawandel-bewegung |Abruf=02.12.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; || Aktualität&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Naturphänomen || 'Klimademonstration ist ein Naturphänomen' (Strukturmetapher)|| „einem perfekten Proteststurm“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Zeitung|Autor*in= Probst, M. |Titel=Sie retten jetzt die Welt|Zeitung= Die Zeit – Online, 6 |Datum= 30.01.2019|Online= https://www.zeit.de/2019/06/schuelerprotest-klimawandel-globale-erderwaermung |Abruf=02.12.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; || Sensation, Intensität&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Krieg || 'Klimademonstration ist Kampf' (Strukturmetapher) || „politische Selbstverteidigung“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Zeitung|Autor*in= Erk, D.|Titel= Mit voller Wucht|Zeitung= Die Zeit – Online |Datum= 14.03.2019|Seite= |Online= https://www.zeit.de/2019/12/luisa-neubauer-klimaaktivistin-klimawandel-bewegung |Abruf=02.12.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; || Intensität, Sensation&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Schule || 'Klimademonstration ist Schulstreik' (Strukturmetapher)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'Ein Unterrichtsfach als (die) Schule' (Ontologische Metonymie)&lt;br /&gt;
|| „das fliehende Klassenzimmer“  &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Zeitung|Autor*in= Hartung, M.|Titel= Das fliehende Klassenzimmer|Zeitung= Die Zeit – Online, 11 |Datum= 07.03.2019|Online= https://www.zeit.de/2019/11/fridays-for-future-schulstreik-klimawandel-eltern-|Abruf=30.11.2021}} &amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Erdkunde wichtiger als eine Demo“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Zeitung|Autor*in= Pinzler, P.|Titel= Schwänzen fürs Klima. Eine Kolumne von Petra Pinzler |Zeitung= Die Zeit – Online, Fünf vor acht/Demonstrationen |Datum= 25.01.2021||Online= https://www.zeit.de/gesellschaft/schule/2019-01/demonstrationen-schuelerinnen-bewegung-klimaschutz-kohlekommission |Abruf=02.12.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
|| Intensität, Sensation, Struktur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Jugend || 'Der Klimawandel ist eine Person' (Ontologische Personifizierung)´&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'Die Klimabewegung ist eine Person' (Ontologische Personifizierung)&lt;br /&gt;
 || „1968 war ein Kindergeburtstag“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Zeitung|Autor*in= Ulrich |Titel=Alt und unklug |Zeitung= Die Zeit – Online, 12.|Datum= 15.03.2019|Online= https://www.zeit.de/2019/12/klimapolitik-demonstration-schueler-fridays-for-future-generatio-nenkonflikt|Abruf=02.12.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„dass diese globale Bewegung noch so jung ist“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Zeitung|Autor*in= Erk, D.|Titel= Mit voller Wucht|Zeitung= Die Zeit – Online |Datum= 14.03.2019|Seite= |Online= https://www.zeit.de/2019/12/luisa-neubauer-klimaaktivistin-klimawandel-bewegung |Abruf=02.12.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
|| Aktualität, Intensität&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Initiator*innen || 'Ein*e Initiator*in als Fridays-for-Future-Bewegung' (Ontologische Metonymie)|| “die Grünen und Greta“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Zeitung|Autor*in= Pinzler, P.|Titel= Ins Wespennest gestochen|Zeitung= Die Zeit – Online, 8 |Datum=13.02.2019|Online= https://www.zeit.de/2019/08/umweltpolitik-klimaschutz-grosse-koalition-streit|Abruf=01.12.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;|| Prominenz&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Schauplatz|| 'Klimadiskussion ist ein räumlicher Schauplatz' (Orientierungsmetapher)|| „eröffnen Politiker einen inhaltlichen Nebenschauplatz“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Zeitung|Autor*in= Römmele, A.|Titel= Parteien, nutzt den Impuls der Jugend!|Zeitung= Die Zeit – Online|Datum= 09.04.2019|Seite= |Online= https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-04/parteipolitik-politikverdrossen-jugend-fridays-for-future-debattenkultur|Abruf=01.12.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;|| Struktur&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Sünde || 'Untätigkeit ist Sünde'(Strukturmetapher) || „Ablasshandel für ihre eigene Passivität“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Zeitung|Autor*in= Ströbele, C.|Titel= Hört auf, eure Kinder zu beklatschen!|Zeitung= In Die Zeit – Online|Datum= 29.03.2019|Seite= |Online= https://www.zeit.de/kultur/2019-03/fridays-for-future-schulstreik-klima-eltern-kinder|Abruf=03.12.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;|| Intensität, Sensation&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| Armseligkeit || 'Untätigkeit ist Armut' (Strukturmetapher)|| „ein Armutszeugnis für die Debattenkultur“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Zeitung|Autor*in= Römmele, A.|Titel= Parteien, nutzt den Impuls der Jugend!|Zeitung= Die Zeit – Online|Datum= 09.04.2019|Seite= |Online= https://www.zeit.de/politik/deutschland/2019-04/parteipolitik-politikverdrossen-jugend-fridays-for-future-debattenkultur|Abruf=01.12.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; || Intensität, Sensation&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Schlussfolgerung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Analytisch kann aufgezeigt werden, dass die Berichterstattung über Fridays for Future in Zeit – Online mit metaphorischen Szenarios einer prophezeiten Katastrophe durch Klimafolgen arbeitet und die Klimabewegung als Naturgewalt verbildlicht. Äußere Aktionsformen werden dabei kriegsmetaphorisch aufgearbeitet. Szenarios der Schule und Jugend fokussieren zudem die jugendlichen Aktivist*innen und die Protestform des Schulstreiks. Einzelne Initiator*innen stehen weiterhin stellvertretend für die gesamte Fridays-for-Future-Bewegung, während die Passivität der Politik als sündiger Verrat am Klima verbildlicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Analyse wurde bezüglich der Steigerung des Nachrichtenwerts geschlussfolgert, dass die äußeren Protest- und Aktionsformen der Fridays-for-Future-Bewegung durch intensitäts- und sensationssteigernde Metaphernstrategien polarisieren. Weiterhin werden bestehende Klimaprobleme in ihrer Aktualität und Intensität metaphernstrategisch gesteigert und die Bewegung selbst statusbezogen an ihre Initiator*innen gebunden. Die Schulinstitution sowie die Standpunkte des Klimadiskurses werden strukturell vereinfacht. Gravierende Klimafolgen werden daher metaphorisch aufgearbeitet, allerdings keine expliziten Klimaforderungen oder Lösungsansätze der Fridays-for-Future-Bewegung verbildlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend kann somit geschlussfolgert werden, dass die Berichterstattung über die Fridays-for-Future-Bewegung den Klimadiskurs metaphorisch entscheidend vorantreibt, sich aber dennoch vorwiegend intensitäts- und sensationssteigernd auf die äußeren Aktionsformen und nachrangig auf die eigentlichen Klimaforderungen der Bewegung fokussiert.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
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	<entry>
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		<title>Architects</title>
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		<updated>2022-03-30T14:30:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Tippfehler korrigiert, &amp;quot;wütende&amp;quot; durch das weniger metaphorische &amp;quot;aggressive&amp;quot; ersetzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Architects.jpg|thumb|Konzert der Architects in Sydney (Australien), 2009.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Architects''' sind eine 2004 in Brighton (England) gegründete Post-Metalcore Band. In ihrer Musik verbindet die Band aggressive Gitarrenriffs von Metal mit Hardcore-Punk und dessen oft politischen Texten: „[...] their songs now deal with socio-political and environmental issues from religious fundamentalism to the illusion of choice presented by parliamentary democracy.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ewens, Hannah |Titel=Architects Don't Care if Americans Hate Them |Jahr=2015 |Website=Vice Magazine |Online=https://www.vice.com/en/article/r3zqan/trolling-changing-the-world-and-uk-rock-with-architect |Abruf=13.10.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Mitglieder der Band setzen sich zudem für aktivistische Projekte wie Seenotrettung und Tierschutz ein.&amp;lt;ref&amp;gt;Sänger Sam Carter ist offizieller Botschafter von Sea Shepherd UK (vgl. [https://www.seashepherd.org.uk/who-we-are/ambassadors.html Sea Shepherd UK]) und die Band hat sich an einer Kampagne von Peta2 beteiligt (vgl. [https://www.peta2.com/wp-content/uploads/2012/10/architects-go-vegan-psa.jpg Liberate Yourself: Go Vegan]).&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Architects im Living Handbook==&lt;br /&gt;
* [[Objekt 50c Hoodie]] im Rahmen der Ausstellung „[[Wunderkammer modern. 50 Jahre – 50 Objekte]]“&lt;br /&gt;
*Liste aller Beiträge mit [[:Kategorie:Architects|Bezugnahme auf Architects]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Architects]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Musiker*innen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johannes_Th%C3%BCne/Werkstatt&amp;diff=4987</id>
		<title>Benutzer:Johannes Thüne/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johannes_Th%C3%BCne/Werkstatt&amp;diff=4987"/>
		<updated>2022-03-26T07:11:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Fußnotenziffern hinter Punkt/Kommas verschoben, Tippfehler bereinigt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Theologie der Befreiung'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die '''Theologie der Befreiung''' (''Theología de la Liberación''), im Deutschen oft auch als Befreiungstheologie bezeichnet, hat ihren Anfang im Lateinamerika Ende der 1960er Jahre. Ausgangspunkt dieser Theologie stellt das Mit-Leiden mit den Unterdrückten und Ausgebeuteten dieser Welt dar:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Vgl. Boff, Leonardo und Clodovis |Titel=Wie treibt man Theologie der Befreiung? (Aus dem Portugiesischen übersetzt von Michael Lauble), 3. Auflage |Ort=Düsseldorf |Verlag=Patmos Verlag |Jahr=1988 [por. 1986] |Seite=11f}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Zunächst waren dabei die wirtschaftlich ausgebeuteten Menschen Lateinamerikas im Blickwinkel dieser Theologie,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Vgl. Boff, Leonardo |Titel=Unser Haus, die Erde. Den Schrei der Unterdrückten hören (Übersetzung aus dem Portugiesischen und Bearbeitung für die deutsche Ausgabe: Horst Goldstein) |Ort=Düsseldorf |Verlag=Patmos Verlag |Jahr=1996 [por. 1995]  |Seite=173f. So verstanden Leonardo und Clodovis Boff die sozio-ökonomische Armut als „Grundausdruck von Unterdrückung“. Boff, Leonardo und Clodovis (1988 [por. 1986]): ''Wie treibt man Theologie der Befreiung? (Aus dem Portugiesischen übersetzt von Michael Lauble), 3. Auflage''. Düsseldorf: Patmos Verlag, S. 36}}&amp;lt;/ref&amp;gt; zunehmend kamen jedoch auch andere Formen der Unterdrückung hinzu, wie beispielsweise die Perspektive auf die ausgebeutete Schöpfung – Leonardo Boff spricht diesbezüglich von einer „Ökotheologie der Befreiung“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Vgl. Boff, Leonardo |Titel=Traum von einer neuen Erde – Bilanz eines theologischen Lebens (Deutsche Übersetzung: Bruno Kern) |Ort=Wien/Zürich |Verlag=LIT-Verlag |Jahr=2019 [por. 2018] |Seite=97-119. Vgl. zu dieser Entwicklung auch Kern, Bruno (2013): ''Theologie der Befreiung''. Tübingen/Basel: A. Francke Verlag, S. 105-116}}&amp;lt;/ref&amp;gt; – und auch ''(öko-)feministische Theologie'', ''black theology'', ''indigene Theologien'' sowie ''queer theology'' lassen sich als weitere ihrer Ausprägungen ansehen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Vgl. Gibellini, Rosino |Titel=Handbuch der Theologie im 20. Jahrhundert (Übertragung ins Deutsche von Peter-Felix Ruelius) |Ort=Regensburg |Verlag=Friedrich Pustet Verlag |Jahr=1995 |Seite=336 und 371. Vgl. auch Boff, Leonardo und Clodovis (1988 [por. 1986]): ''Wie treibt man Theologie der Befreiung? (Aus dem Portugiesischen übersetzt von Michael Lauble), 3. Auflage''. Düsseldorf: Patmos Verlag, S. 39-43}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Theologie der Befreiung fragt, wie Christ*innen in einer Welt leben sollen, in der (strukturelle) Ungerechtigkeiten bestehen. Und sie beantwortet diese Frage, indem sie ausgehend von biblischen Texten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Leonardo und Clodovis Boff benennen folgende Bücher als bevorzugte biblische Bücher aus der Perspektive der Theologie der Befreiung: Exodus, die Propheten, die Evangelien, die Apostelgeschichte, die Apokalypse, die Weisheitsbücher, die Makkabäerbücher sowie die Bücher Esra und Nehemia. Vgl. Boff, Leonardo und Clodovis |Titel=Wie treibt man Theologie der Befreiung? (Aus dem Portugiesischen übersetzt von Michael Lauble), 3. Auflage |Ort=Düsseldorf |Verlag=Patmos Verlag |Jahr=1988 [por. 1986] |Seite=46f. Als konkrete Bibelstellen eignen sich bspw.: Jer 21,11–22,30; Mt 5,3-11; Mt 25,31-46; Lk 6,2-26; Lk 10,25-37}}&amp;lt;/ref&amp;gt; einfordert, dass Christ*innen in einer Welt der Ungerechtigkeiten Partei ergreifen müssen für die Unterdrückten und Ausgebeuteten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Vgl. u. a. Boff, Leonardo und Clodovis |Titel=Wie treibt man Theologie der Befreiung? (Aus dem Portugiesischen übersetzt von Michael Lauble), 3. Auflage |Ort=Düsseldorf |Verlag=Patmos Verlag |Jahr=1988 [por. 1986] |Seite=16 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; – auf eine Formel gebracht wird diesbezüglich auch von der ''vorrangigen Option wegen der Armen''&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Meist liest man im Deutschen eher die Übersetzung „Option für die Armen“ – die Befreiungstheologin Julia Lis bevorzugt jedoch die Übersetzung „Option wegen der Armen“. Vgl. hierzu ihre Aussagen im Podcast |Titel=„GF008 – Politik, Religion und die Option für die Armen“, TC: 13:55-16:12 |Jahr=2015 |Website=gretchenfrage.net |Online=https://www.gretchenfrage.net/2015/06/09/gf008-politk-religion-und-die-option-fur-die-armen/ |Abruf=24.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; gesprochen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Geschichte==&lt;br /&gt;
===Historische Wurzeln===&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt erfolgt eine Konzentration auf die Theologie der Befreiung im engeren Sinne ab dem Ende der 1960er Jahre.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Für eine kurze Chronologie dieser Perspektive sei auch auf Kern, Bruno |Titel=Theologie der Befreiung |Ort=Tübingen/Basel |Verlag=A. Francke Verlag |Jahr=2013 |Seite=130-137 verwiesen}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Angemerkt sei daher, dass historische Wurzeln dieser Theologie bereits „in der prophetischen Tradition von Glaubensboten und Missionaren [liegen], die von Beginn der Kolonialisierung an die Art, wie die Kirche auf dem Kontinent [Lateinamerikas] präsent war, und die Weise, wie man die Ureinwohner[*innen], die Schwarzen, die Mestizen und die armen Bevölkerungsschichten in der Stadt und auf dem Land behandelte, in Frage gestellt haben.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Boff, Leonardo und Clodovis |Titel=Wie treibt man Theologie der Befreiung? (Aus dem Portugiesischen übersetzt von Michael Lauble), 3. Auflage |Ort=Düsseldorf |Verlag=Patmos Verlag |Jahr=1988 [por. 1986] |Seite=81}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
===Entstehung (1960er/1970er Jahre)===&lt;br /&gt;
Für die 1960er Jahre, auch die Zeit des II. Vatikanischen Konzils (1962–1965), wird von einer „politischen Wende“ in der Theologie gesprochen. In Europa entwickelte sich die „Neue Politische Theologie“ (in der katholischen Theologie v. a. mit dem Namen Johann Baptist Metz verbunden; in der ev. Theologie sind hier v. a. Jürgen Moltmann und Dorothee Sölle  zu nennen) und in Lateinamerika begann sich die Theología de la Liberación (die Theologie der Befreiung) zu entwickeln. Ihr Namensgeber ist Gustavo Gutiérrez. Im Juli 1968 hielt er einen Vortrag in Chimbote (Peru), dem ein erster Entwurf der Theologie der Befreiung zugrunde lag. Kurz darauf, vom 24. August bis zum 6. September, fand in Medellín eine für die Befreiungstheologie wichtige Bischofsversammlung statt. 1969 veröffentlichte Gutiérrez seinen Vortrag von Chimbote und 1971 veröffentlichte er eine erweiterte und vertiefte Ausarbeitung dieser Theologie unter dem Titel ''Teología de la liberación''&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gutiérrez, Gustavo |Titel=Teología de la liberación. Perspectivas |Ort=Lima |Verlag=Ed. Universitariae (Centro de Estudios y Publicaciones 3) |Jahr=1971}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, der ersten systematischen Abhandlung der Theologie der Befreiung und bis heute einem Grundlagenwerk dieser Theologie. „Das Buch von Gutiérrez war jedoch nur die Spitze eines Eisbergs: die Befreiungstheologie zeichnete sich bald als eine ganz neue Dimension der Theologie und als neue kirchliche Bewegung ab.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gibellini, Rosino |Titel=Handbuch der Theologie im 20. Jahrhundert (Übertragung ins Deutsche von Peter-Felix Ruelius) |Ort=Regensburg |Verlag=Friedrich Pustet Verlag |Jahr=1995 |Seite=337}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Reaktion des Römischen Lehramtes===&lt;br /&gt;
In den Pontifikaten von Johannes Paul II. und Benedikt XVI. unternahm die römische Kirchenleitung einige Versuche, die Ausübung von Befreiungstheologie einzuschränken. „Diese Kritik war durch gewollte Mißverständnisse, Unverständnis für das Pathos der befreienden Sprache, Furcht vor marxistischer Unterwanderung der Kirche gekennzeichnet u. bekämpfte nur eine Karikatur der B. [Befreiungstheologie]“,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Lexika|Lemma=„Befreiungstheologie“ |Autor*in=Vorgrimler, Herbert |Herausgeber*in=ders. |Nachschlagewerk=Neues Theologisches Wörterbuch |Band= |Ort=Freiburg i. Br./Basel/Wien |Verlag=Herder |Jahr=2000 |Seite=83-84. Hier: 84}}&amp;lt;/ref&amp;gt; so der Karl-Rahner-Schüler Herbert Vorgrimler. Formen dieser Unterdrückungsversuche zählt Giancarlo Collet auf: „Kirchliche Kritik u. Vorbehalte gegenüber der B. [Befreiungstheologie] führten z. Schließung theol. Ausbildungsstätten, Lehrentzug, Unterbindung pastoraler Projekte u.a.“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Lexika|Lemma=„Befreiungstheologie. I. Historische, geographische u. politische Wurzeln“ |Autor*in=Collet, Giancarlo |Herausgeber*in=Walter Kasper |Nachschlagewerk=Lexikon für Theologie und Kirche, 3. Auflage |Band=2 (Barclay bis Damodos) |Ort=Freiburg i. Br./Basel/Rom/Wien |Verlag=Herder |Jahr=1994 |Seite=130-132. Hier: 132}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Bekanntheit erlangte in dieser Hinsicht u. a. der ''Fall Leonardo Boff'', dem aufgrund seines Werkes ''Kirche: Charisma und Macht'' die Lehrerlaubnis entzogen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Vgl. hierzu: Boff, Leonardo |Titel=Kirche: Charisma und Macht. 25 Jahre Befreiungstheologie |Ort=Gütersloh |Verlag=Gütersloher Verlagshaus |Jahr=2009 [por. 1981] |Seite=279-298. Sowie: Boff, Leonardo und Zoja, Luigi (2016) [it. 2014]: ''Die Wahrheit ist größer. Der Weg eines unbequemen Theologen (Ins Deutsche übersetzt von Bruno Kern)''. Kevelaer: Verlagsgemeinschaft topos plus, S. 57-67}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ökotheologie der Befreiung===&lt;br /&gt;
Ab den 1980er Jahren gewann für die Vertreter*innen der Theologie der Befreiung zunehmend die Auseinandersetzung mit der Schöpfung an Bedeutung, die in Zusammenhang mit der Ausbeutung armer Menschen gesetzt wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Vgl. Boff, Leonardo |Titel=Traum von einer neuen Erde – Bilanz eines theologischen Lebens (Deutsche Übersetzung: Bruno Kern) |Ort=Wien/Zürich |Verlag=LIT-Verlag |Jahr=2019 [por. 2018] |Seite=116}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „War unser Ausgangspunkt bisher die Option für die Armen, müssen wir darüber hinaus jetzt auch die Geschöpfe mit in den Blick nehmen, die am meisten bedroht sind. Und da ist an erster Stelle der Planet Erde als ganzer zu nennen.“,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Boff, Leonardo |Titel=Unser Haus, die Erde. Den Schrei der Unterdrückten hören (Übersetzung aus dem Portugiesischen und Bearbeitung für die deutsche Ausgabe: Horst Goldstein) |Ort=Düsseldorf |Verlag=Patmos Verlag |Jahr=1996 [por. 1995] |Seite=183. Oder an anderer Stelle: „Folglich muss die Option für die Armen und gegen die Armut – das »Markenzeichen« der Befreiungstheologie – auch die Ärmste überhaupt miteinschließen: die Erde. Dieser Gedanke hat eine kraftvolle Ökotheologie hervorgebracht.“ Boff, Leonardo (2015) [it. 2014]: ''Befreit die Erde! Eine Theologie für die Schöpfung (Ins Deutsche übersetzt von Gabriele Stein)''. Stuttgart: Katholisches Bibelwerk, S. 31}}&amp;lt;/ref&amp;gt; so formulierte es Leonardo Boff in den 1990er Jahren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Und in einem Interview mit Luigi Zoja formuliert Leonardo Boff rückblickend: „Im Jahr 1996 wurde mein Buch ''Schrei der Erde – Schrei der Armen'' veröffentlicht. Es ist ein erster Versuch, die Theologie der Befreiung im Kontext der Ökologie neu zu durchdenken. Mir war bewusst geworden, dass dieselbe Logik des Systems sowohl die Menschen, die gesellschaftlichen Klassen als auch die Natur unterdrückt und Herrschaft über die Erde ausübt. Die Theologie der Befreiung musste also ihren Blickwinkel erweitern. Das Buch stellt klar, dass in Lateinamerika die wahre Gefahr nicht der Marxismus ist, sondern das kapitalistische System, das sich wild und ungezähmt gebärdet. Als Befreiungstheolog[*inn]en erkannten wir, dass die Erde ebenso ausgeplündert wird wi[e] die Menschen, die ärmsten Schichten und die Länder der Dritten Welt. […] In den letzten Jahren hat die Theologie der Befreiung damit begonnen, sich mit dem Leben in all seinen Formen zu befassen, denn das Individuum kann nicht isoliert für sich existieren. Es ist Teil eines umfassenderen Systems, eines Netzes, das die physischen, chemischen und biologischen Grundlagen bereitstellt, von denen das Leben auf diesem Planeten abhängt. Der weltweite Kapitalismus zerstört diese Grundlagen und schafft die Voraussetzungen für die Herkunft einer globalen ökologischen Katastrophe.“ Boff, Leonardo und Zoja, Luigi |Titel=Die Wahrheit ist größer. Der Weg eines unbequemen Theologen (Ins Deutsche übersetzt von Bruno Kern) |Ort=Kevelaer |Verlag=Verlagsgemeinschaft topos plus |Jahr=2016 [it. 2014] |Seite=69; 73}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Verbindung zwischen sozialem und ökologischem Ansatz, verbunden mit einer Kritik an der gegenwärtigen Form kapitalistischen Konsums, entstand aus einer inneren Logik der Theologie der Befreiung&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Vgl. Boff, Leonardo |Titel=Traum von einer neuen Erde – Bilanz eines theologischen Lebens (Deutsche Übersetzung: Bruno Kern) |Ort=Wien/Zürich |Verlag=LIT-Verlag |Jahr=2019 [por. 2018] |Seite=116f}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und wird gegenwärtig auch von Papst Franziskus vertreten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Vgl. dafür u. a. die beiden Texte von Papst Franziskus |Titel=Evangelii gaudium und Laudato siʼ |Jahr=2013 und 2015 |Website=vatican.va |Online=https://www.vatican.va/content/francesco/de/apost_exhortations/documents/papa-francesco_esortazione-ap_20131124_evangelii-gaudium.html |Online=https://www.vatican.va/content/francesco/de/encyclicals/documents/papa-francesco_20150524_enciclica-laudato-si.html |Abruf=24.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Definition(en)==&lt;br /&gt;
In diesem Abschnitt werden verschiedene Definitionen aus der Forschungsliteratur zitiert.&lt;br /&gt;
===Gustavo Gutiérrez===&lt;br /&gt;
Gustavo Gutiérrez, der Namensgeber dieser Theologie, formulierte im Grundlagenwerk ''Teología de la liberación'': „Die vorliegende Arbeit versucht, eine Reflexion zu entwerfen, die zugleich vom Evangelium und von den Erfahrungen der Männer und Frauen ausgeht, die sich in diesem von Unterdrückung und Beraubung beherrschten lateinamerikanischen Kontinent dem Prozeß der Befreiung verpflichtet haben. Es handelt sich um eine theologische Reflexion, die aus dieser Erfahrung entsteht, denn sie teilt das Bemühen, die gegenwärtige, von Ungerechtigkeit gekennzeichnete Lage zu beseitigen und eine andere, freiere und menschlichere Gesellschaft zu schaffen.“ (S. 2) „Alles dies wird uns zu erkennen geben, daß die Frage nach der theologischen Relevanz der Befreiung in Wirklichkeit eine Frage »nach dem Sinn des Christentums und nach der Sendung der Kirche« ist.“ (S. 4) „Aus all diesen Gründen müssen wir festhalten, daß die Theologie der Befreiung uns vielleicht nicht so sehr ein neues Thema aufgibt als vielmehr eine neue Art, Theologie zu treiben. […] Theologie beschränkt sich dann nicht mehr darauf, die Welt gedanklich zu ergründen, sondern versucht, sich als ein Moment in dem Prozeß zu verstehen, mittels dessen die Welt verändert wird“. (S. 21) „Nur ein radikales Zerbrechen des gegenwärtigen Standes der Dinge, eine tiefgreifende Umgestaltung in den Eigentumsverhältnissen, ein Ergreifen der Macht von seiten der ausgebeuteten Klassen und eine soziale Revolution, die die bestehende Abhängigkeit zerbricht, ermöglicht den Schritt in eine anders geartete, sozialistische Gesellschaft oder bewirkt wenigstens, daß diese möglich wird.“ (S. 29)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gutiérrez, Gustavo |Titel=Theologie der Befreiung, 6. Auflage |Ort=München/Mainz |Verlag=Kaiser Verlag |Jahr=1982 [es. 1971]}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Leonardo und Clodovis Boff===&lt;br /&gt;
[[Datei:Leonardo Boff.jpg |thumb|Leonardo Boff auf einer Veranstaltung in Buenos Aires, 2015.]]&lt;br /&gt;
Leonardo&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Einen kurzen Überblick über die Befreiungstheologie bietet Leonardo Boff auch in seinem Vortrag auf der Tagung |Titel=Schrei der Erde. Schrei der Armen, TC: 1:26:56-1:43:00 |Jahr=2021 |Website=Haus am Dom (youtube-Kanal) |Online=https://www.youtube.com/watch?v=DmVdwqL4Quw |Abruf=25.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und Clodovis Boff formulieren: „Die Reflexion von der Praxis aus, innerhalb der gewaltigen Anstrengung der Armen und ihrer Bundesgenoss[*inn]en, und die Suche nach Inspiration im Glauben und im Evangelium für den Einsatz gegen ihre Armut zugunsten der umfassenden Befreiung jedes Menschen und des ganzen Menschen – das macht die Theologie der Befreiung aus. […] Wie gründlich unangemessen scheinen demnach die Kritiken dessen, der die Theologie der Befreiung von einem rein begrifflichen Niveau aus zur Kenntnis nimmt und um ein konkretes Engagement für die Unterdrückten einen Bogen macht. Ihm antwortet die Theologie der Befreiung mit dieser einen Frage: Welches ist dein Part in der wirksamen und umfassenden Befreiung der Unterdrückten?“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Vgl. Boff, Leonardo und Clodovis |Titel=Wie treibt man Theologie der Befreiung? (Aus dem Portugiesischen übersetzt von Michael Lauble), 3. Auflage |Ort=Düsseldorf |Verlag=Patmos Verlag |Jahr=1988 [por. 1986] |Seite=18f}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Dorothee Sölle===&lt;br /&gt;
Und Dorothee Sölle formuliert: „Theologia de Liberación ist mehr als eine neue theologische Mode, es ist eine weltweite Bewegung von Christ[*inn]en, die sich am leichtesten negativ definieren läßt; Christ[*inn]en sind nicht mehr bereit, das bestehende Unrecht mit Theologie und Glauben zu versöhnen, sie hören auf, die Ungerechtigkeit zu bemänteln oder zu verschweigen, sie beginnen proaktiv aufzudecken, sie greifen an, sie bekämpfen, was ist. Es handelt sich also um eine »kritische« Theologie – die dem, was wir vor zehn Jahren »politische Theologie« nannten, ziemlich nahesteht. Die Entwicklung geht aber dahin, den positiven Begriff »Befreiung« in den Mittelpunkt zu stellen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Sölle, Dorothee |Titel=Politische Theologie |Ort=Stuttgart |Verlag=Kreuz Verlag |Jahr=1982 [1971] |Seite=187}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die Methode „Sehen – Urteilen – Handeln“==&lt;br /&gt;
===Der methodische Dreischritt===&lt;br /&gt;
Als Grundschema der Theologie der Befreiung gilt die Methode ''Sehen – Urteilen – Handeln''.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Vgl. Boff, Leonardo und Clodovis |Titel=Wie treibt man Theologie der Befreiung? (Aus dem Portugiesischen übersetzt von Michael Lauble), 3. Auflage |Ort=Düsseldorf |Verlag=Patmos Verlag |Jahr=1988 [por. 1986] |Seite=34-55. Zu einer explizit ethischen Betrachtungsweise des Dreischritts siehe: Wallimann-Sasaki, Thomas (2020): ''Angewandte christliche Ethik''. In: Alberto Bondolfi (Hrsg.), Handeln in einer mehrdeutigen Welt. Theologische Ethik. Zürich: Theologischer Verlag, S. 284-296.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Sozialanalytische Vermittlung, hermeneutische Vermittlung und praktisch-pastorale Vermittlung (Sehen, Urteilen, Handeln) bilden die methodischen Grundoperationen der Theologie der Befreiung. Diese drei methodischen Schritte sind jedoch bereits dialektisch miteinander verschränkt: So setzt die Wahl eines bestimmten Instrumentariums der sozioökonomischen Analyse bereits einen gesellschaftlichen Standort voraus, der im ,zweiten Schrittʻ, der hermeneutischen Vermittlung, explizit gemacht wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kern, Bruno |Titel=Theologie der Befreiung |Ort=Tübingen/Basel |Verlag=A. Francke Verlag |Jahr=2013 |Seite=36}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Leonardo und Clodovis Boff formulieren: „In diesem dritten Moment [dem Handeln] vollzieht sich mehr Wissen in der Praxis als in der Theorie. Das heißt, es ist leichter, dieses Moment zu leben, als es zu denken. Darum haben hier die Weisheit und die Klugheit mehr Einfluß als die analytische Vernunft. Und darin sind die einfachen Leute den Gelehrten oft überlegen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Vgl. Boff, Leonardo und Clodovis |Titel=Wie treibt man Theologie der Befreiung? (Aus dem Portugiesischen übersetzt von Michael Lauble), 3. Auflage |Ort=Düsseldorf |Verlag=Patmos Verlag |Jahr=1988 [por. 1986] |Seite=53}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kapitalismuskritik als Folge===&lt;br /&gt;
Aus diesem Grundschema folgt, dass die Theologie der Befreiung eine kapitalismuskritische Theologie ist. So formuliert bspw. Leonardo Boff: „Wenn man nämlich die tatsächlichen Ursachen der Armut und der Zerstörung der Natur kritisch analysiert, dann sieht man, dass sie – nicht ausschließlich, aber hauptsächlich – das Ergebnis der industrialistischen und kapitalistischen Entwicklung sind, wie sie zurzeit verfolgt wird.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Boff, Leonardo |Titel=Überlebenswichtig. Warum wir einen Kurswechsel zu echter Nachhaltigkeit brauchen (Aus dem Portugiesischen von Bruno Kern) |Ort=Ostfildern |Verlag=Matthias Grünewal Verlag |Jahr=2016 [por. 2011] |Seite=41}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In seinem Buch ''Überlebenswichtig'' betrachtet Leonardo Boff verschiedene gegenwärtige Modelle von Nachhaltigkeit, wobei die meisten nicht bestehen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Vgl. Boff, Leonardo |Titel=Überlebenswichtig. Warum wir einen Kurswechsel zu echter Nachhaltigkeit brauchen (Aus dem Portugiesischen von Bruno Kern) |Ort=Ostfildern |Verlag=Matthias Grünewal Verlag |Jahr=2016 [por. 2011] |Seite=35-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die positiven Ausnahmen bilden die ähnlichen Modelle der Bioökonomie des Mathematikers und Wirtschaftswissenschaftlers Nicholas Georgescu-Roegen und der Ökoentwicklung, wie sie insbesondere von Ignacy Sachs vertreten wird, sowie das Modell der Solidarischen Ökonomie, wie sie ihr Theoretiker Paul Singer vertritt und das Leonardo Boff als „lebbare Nachhaltigkeit im kleinen Maßstab“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Zu den positiven Ausnahmen vgl. Boff, Leonardo |Titel=Überlebenswichtig. Warum wir einen Kurswechsel zu echter Nachhaltigkeit brauchen (Aus dem Portugiesischen von Bruno Kern) |Ort=Ostfildern |Verlag=Matthias Grünewal Verlag |Jahr=2016 [por. 2011] |Seite=63-70. Direktes Zitat: 66.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet. Sowie schließlich das Modell ''buen vivir'' (auch ''bien vivir''; ''sumak kawsay''; ''suma quamaña'').&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Vgl. Boff, Leonardo |Titel=Überlebenswichtig. Warum wir einen Kurswechsel zu echter Nachhaltigkeit brauchen (Aus dem Portugiesischen von Bruno Kern) |Ort=Ostfildern |Verlag=Matthias Grünewal Verlag |Jahr=2016 [por. 2011] |Seite=67-70. Vgl. auch Boff, Leonardo (2018 [por. 2012]): ''Achtsamkeit. Von der Notwendigkeit unsere Haltung zu ändern (Aus dem Portugiesischen übersetzt von Bruno Kern)'', München: Claudius Verlag, S. 79–83. Sowie: Beck, Michelle (2018): ''Buen Vivir. Von einem schillernden Verfassungsprinzip und einer Vision von Gerechtigkeit und Frieden''. In: Virginia R. Azcuy (Hrsg.) und Margit Eckholt (Hrsg.): Friedens-Räume. Interkulturelle Friedenstheologie in feministisch-befreiungstheologischer Perspektive, Ostfildern: Matthias Grünewald Verlag, S. 191–201}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Johannes |Nachname=Thüne |Vorname2= |Nachname2= |Tag=25 |Monat=03 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Joseph_Beuys&amp;diff=2858</id>
		<title>Joseph Beuys</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Joseph_Beuys&amp;diff=2858"/>
		<updated>2021-10-09T13:36:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Beuys-Feldman-Gallery.jpg|thumb|Plakat zur Bewebung der Vortragsreihe ''Energy Plan for the Western Man'' von 1974.]] '''Joseph Beuys''' (1921-1986) war ein deutscher Aktionskünstler, Kunsttheoretiker und Professor der Kunstakademie Düsseldorf. Er ist u. a. bekannt für seine kunsttheoretische Konzeption der Sozialen Plastik, eine Kunst mit dem Anspruch, gestaltend auf die Gesellschaft einzuwirken.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Lange, Barbara |Titel=Soziale Plastik |Herausgeber*in=Butin, Hubertus |Sammelband=DuMonts Begriffslexikon zur zeitgenössischen Kunst |Ort=Köln |Verlag=Snoeck |Jahr=2014 |Seite=323-326 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Er gilt weltweit als einer der bedeutendsten Aktionskünstler des 20. Jahrhunderts. Mit Blick auf das [[Living Handbook]] und die [[Kunstkommunikation]] ist insbesondere Beuys' Arbeit ''[[Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung (7000 Eichen)]]'' ([[documenta]] 7, 1982) relevant.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Joseph Beuys im Living Handbook==&lt;br /&gt;
*Liste aller Beiträge mit [[:Kategorie:Joseph Beuys|Bezugnahme auf Beuys]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Beuys, Joseph}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Joseph Beuys]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Künstler*innen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Kunstkommunikation&amp;diff=2857</id>
		<title>Kunstkommunikation</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Kunstkommunikation&amp;diff=2857"/>
		<updated>2021-10-09T13:33:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel dient als Übersicht einer [[:Kategorie:Reihen|Reihe]], in der '''Kunstkommunikation''' aus [[:Kategorie:Sprachwissenschaft|sprachwissenschaftlicher]] Perspektive diskutiert wird. &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:15px; text-align:center; width:30%;&amp;quot; | [[Datei:Watercolor-Beuys.png|class=img-responsive]]|| style=&amp;quot;padding:10px&amp;quot; | Unter dem Begriff „Kunstkommunikation“ wird in der sprachwissenschaftlichen Forschung jegliche Kommunikation in der gesellschaftlichen Wissensdomäne Kunst gefasst und untersucht. Darunter fallen konkret zum Beispiel face-to-face-Gespräche vor Kunstobjekten oder Äußerungen von Künstler*innen sowie schriftsprachliche Texte wie feuilletonistische Kritiken oder Kunstkataloge. Eine der zentralen Forscher*innenpersönlichkeiten in diesem Feld ist der [[Heiko Hausendorf]]. Wichtige methodische Zugänge sind im engeren Sinne die Gesprächs- und Interaktionsanalyse, im weiteren Sinne jegliche Mittel der Text- und Diskursanalyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Living Handbook]] ist '''Kunstkommunikation''' insofern relevant, als dass durch umweltaktivistische Kunst Debatten über nachhaltiges Verhalten angestoßen werden können.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Präzisierung des Begriffs Kunstkommunikation==&lt;br /&gt;
Die sprachwissenschaftliche Erforschung der Kommunikation im Umfeld von Kunst ist ein noch recht junges Gebiet, dessen intensive Erforschung erst Anfang der 2000er Jahre Fahrt aufnimmt. So können noch 2016 [[Heiko Hausendorf]] und [[Marcus Müller]] festhalten:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Zwar ist das Verhältnis von Sprache und (Bildender) Kunst immer wieder grundsätzlich thematisiert worden. Über den gesellschaftlichen Funktionsbereich der Kunst und seine sprachlichen Anteile wissen wir aber nach wie vor viel weniger als über die anderen Funktionsbereiche der Gesellschaft.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Titel=Sprache in der Kunstkommunikation – Einleitung|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=IX}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Kommunikation über Kunst als gesellschaftlichem Funktionsbereich (neben anderen Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Recht etc.) steht im Fokus der sprachwissenschaftlichen Forschung. Eine zentrale Annahme ist dabei, dass „Kommunikation mit und durch Kunstwerke [...] ohne einen sprachlich konstituierten Kunstdiskurs nicht denkbar [ist], wie (fast) jede Gegenwartsausstellung von Kunst mit ihren vielen und vielfältigen sprachlichen Bezugnahmen am Kunstwerk (in der Nähe des Kunstwerks) belegt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Titel=Sprache in der Kunstkommunikation|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=437}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relevanz von Kunstkommunikation für das Thema Klimawandel==&lt;br /&gt;
Insbesondere Großausstellungen wie die Biennale in Venedig oder die [[documenta]] in Kassel sind im Wesentlichen nicht nur Ausstellungsorte für Kunstobjekte, sondern erheben in ihrer Gesamtkomposition den Anspruch, eine Bestandsaufnahme global und gegenwärtig relevanter Themen zu sein, die sich in Form von Kunstobjekten manifestiert und über andere Zeichenträger (Kataloge, Führungen, Kritiken etc.) diskursiv ausgehandelt und in die Gesellschaft hineingetragen wird. Dass vor diesem Hintergrund zunehmend auch ein Thema wie der Klimawandel relevant wird, ist naheliegend und einer der zentralen Gründe, sich im vorliegenden [[Living Handbook]] mit Kunstkommunikation auseinanderzusetzen. Einige Beispiele für Kunstpositionen, die sich mit Umweltthemen oder auch spezieller dem Klimawandel auseinandersetzen, sind der österreichische Künstler [[Lois Weinberger]], einige Arbeiten von [[Joseph Beuys]], insbesondere [[Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung (7000 Eichen)]] oder der [[Doing Nothing Garden]] des chinesischen Konzeptkünstlers [[Song Dong]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warum ist das Kunst? – Kunstwertstiftung als Funktion der Kunstkommunikation==&lt;br /&gt;
[[Datei: Banksy Bristol.jpg|thumb|Besucher*innen bei der ''Banksy versus Bristol Museum''-Ausstellung, 2009.]]Neben den zentralen Funktionen der Kunstkommunikation,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko|Titel=Kunstkommunikation|Herausgeber*in=Habscheid, Stephan|Sammelband=Textsorten, Handlungsmuster, Oberflächen. Linguistische Typologien der Kommunikation|Ort=Berlin, New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2011|Seite=509-535}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ist insbesondere die Unterfunktion der Kunstwertstiftung relevant, wenn es darum geht, dass Kunstobjekte in der Öffentlichkeit wahrgenommen und die von ihnen transportierten Inhalte (beispielsweise Klimapolitik) auch außerhalb eines Kreises von Fachleuten und Eingeweihten diskutiert werden.&lt;br /&gt;
Als Versuch der Kunstwertstiftung wird jegliche kommunikative Handlung verstanden, die Rezipierenden vermitteln soll, dass es sich bei einem Objekt um Kunst handelt. Der Begriff der Kunstwertstiftung ist sehr dicht und damit nicht unbedingt intuitiv erschließbar, insofern ließe sich seine wortwörtliche Bedeutung so herleiten: Der (Mehr-)Wert eines Objekts als Kunst wird erklärt und damit kommunikativ gestiftet – so wie man beispielsweise auch Sinn stiftet etc. Die Sprachwissenschaftlerin [[Rahel Ziethen]] fasst zusammen, dass bevor Kunstkommunikation beginnen könne, „das Gezeigte als ‚Kunst’ überhaupt erst einmal glaubhaft gemacht werden muss“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ziethen, Rahel|Titel=Textsorte Ausstellungskatalog|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=412}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie betont, dass dies insbesondere bei zeitgenössischer Kunst erforderlich sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vier Strategien der Kunstwertstiftung==&lt;br /&gt;
Kommunikative Strategien der Kunstwertstiftung sind von gesellschaftlicher Bedeutung, da die Kunstobjekte einer Kunstgroßausstellung sowie die darin transportierten Inhalte üblicherweise in der Absicht produziert und kommunikativ eingerahmt werden, einem möglichst breiten Publikum zugänglich gemacht zu werden. Darunter fallen auch die Handlungsappelle, die umweltaktivistische Kunst im Rahmen einer Großausstellung an ihr Publikum herantragen will. Kurz gefasst: Kunstwertstiftung ist notwendig, denn wenn ein Kunstobjekt nicht als solches wahrgenommen wird, wird auch die damit zu vermittelnde Botschaft nicht wahrgenommen; ein Zeichenträger, der nicht als solcher verstanden wird, wird auch nicht gelesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lassen sich vier kommunikative Strategien der Kunstwertstiftung unterscheiden, die insbesondere dann eingesetzt werden, wenn Kunstlai*innen vermittelt werden soll, dass es sich bei einem Objekt um Kunst handelt. Diese Strategien wurden anhand von Katalogtexten der [[documenta]]-Ausstellungen 12, 13 und 14 herausgearbeitet:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=581-618}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
I. ''materiell-handwerkliche Ebene'' &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Details und ihrem Bezug zum Ganzen &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Techniken und Arbeitsprozessen (z. B. Material sammeln und anordnen) &lt;br /&gt;
*Nutzung von Material/technikbezogenen Fachtermini &lt;br /&gt;
*Nennen und Zitieren anderer Autoritäten/Fachleute (für [Kunst-]Techniken)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
II. ''ästhetisch-psychologische Ebene'' &lt;br /&gt;
*übliche Wirkung auf die Rezipierenden beschreiben (z. B. „zunächst abschreckend“) &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Emotionen und Urteilen anderer (Fachleute oder Laien) &lt;br /&gt;
*Innovation der Arbeit durch innovative Sprache signalisieren &lt;br /&gt;
*Arbeit als Widerspiegelung eines Zeitgeistes deuten &lt;br /&gt;
*ästhetische Entsprechung von Beschreibung und Beschriebenem, Nutzung poetischer Sprache &lt;br /&gt;
*prozessuale Verben als Signal für Dynamik (z. B. „abarbeiten“) &lt;br /&gt;
*Appellstruktur, Text als Einladung zur quasi-gemeinsamen Betrachtung &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
III. ''(kunst)historische Ebene'' &lt;br /&gt;
*Einbettung in ein Genre&lt;br /&gt;
*Tradition, aber auch Bruch mit der Tradition&lt;br /&gt;
*kuratorische und inszenatorische Einbettung mit Kunstobjekt verknüpfen&lt;br /&gt;
*Intertextualität und Intermedialität (im weiten Sinne) aufzeigen&lt;br /&gt;
*Gegenwartsbezug herstellen&lt;br /&gt;
*Einbettung in die Mediengeschichte&lt;br /&gt;
*Abgrenzung von anderer Kunst &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
IV. ''(werk)biographische Ebene'' &lt;br /&gt;
*Markierung des Status der Kunstschaffenden als Autoritäten oder als Innovatoren &lt;br /&gt;
*Verbindung zu anderen Arbeiten der Kunstschaffenden &lt;br /&gt;
*Idee/Konzept hinter den Arbeiten nacherzählen &lt;br /&gt;
*Anekdoten aus dem Leben der Kunstschaffenden &lt;br /&gt;
*Zitate der Kunstschaffenden&lt;br /&gt;
*sozialpolitische Herkunft der Kunstschaffenden als Produktionsantrieb/-hintergrund deuten&lt;br /&gt;
*Beschreibung des Habitus der Kunstschaffenden/ihres Verhaltens, Schlussfolgerung auf Arbeiten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=611}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus diesen vier Ebenen werden in den untersuchten Katalogtexten jeweils mindestens drei genutzt. Erst durch das Zusammenspiel mindestens dreier dieser Ebenen wird Rezipierenden plausibel gemacht, dass ein Objekt als Kunst gelten kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=613}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das folgende Zitat führt das Zusammenspiel der materiell-handwerklichen sowie der ästhetisch-psychologischen Ebene vor Augen:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Es wird beispielsweise betont, dass [bestimmte Künstler*innen] schon lange oder mit besonderer Charakteristik mit bestimmten Medien, Materialien oder Techniken arbeiten, so wie hier in einem Text des documenta-14-Kurators [[Pierre Bal-Blanc]], in dem er den albanischen Maler [[Edi Hila]] direkt anspricht: ‚Ich frage mich, ob das Gefühl der Entkörperlichung, das Ihre Arbeiten hervorrufen, auch darauf zurückzuführen ist, dass Sie nahezu zwei Jahrzehnte an der Akademie der Künste in Tirana Malerei gelehrt haben.’ (Latimer/Szymczyk 2017, „1. Juli“) &lt;br /&gt;
[…] Das letzte Zitat Bal-Blancs zeigt auch eine übliche Vernetzung zweier Muster zur Kunstwertstiftung auf. Durch instrumentale, finale oder konsekutive Junktoren (so, indem, damit, um...zu etc., im Beispiel syntagmatisch komplexer: „darauf zurückzuführen, dass“) werden Ebene I und II so verknüpft, dass sich aus der Gestaltung des Kunstobjekts eine bestimmte Wirkung ableiten lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=611-612}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Herausarbeiten solcher kommunikativer Muster der Kunstwertstiftung ist ein wichtiger erster Schritt bei der Analyse von Kunst, die in der Gesellschaft Veränderungen bewirken möchte. Erst die Akzeptanz des Kunstwerks als Kunstwerk durch sein Publikum erlaubt es auch, dass dieses Publikum sich auf die zu vermittelnde Botschaft einer solchen Arbeit einlässt. Das im Zitat besprochene Gemälde wird beispielsweise durch die Ausweisung des Künstlers Hila als langjährigen akademischen Kunstlehrer aufgewertet. Vereinfacht ließe sich die hinter dieser Äußerung steckende Argumentation so zusammenfassen: ''Weil Edi Hila seit zwanzig Jahren Malerei lehrt – und somit logischerweise noch länger selbst malt –, verfügt er über besondere Kompetenzen in Hinblick auf diese Kunstform.''&lt;br /&gt;
Wer solche Muster der Kunstwertstiftung in Bezug auf ein künstlerisches Objekt wiederholt in feuilletonistischen oder Katalogtexten etc. wahrnimmt, dem wird zunehmend plausibel gemacht, dass es sich lohnt, sich mit einem Kunstobjekt auseinanderzusetzen – und damit eventuell auch an den thematisierten [[Diskurs und Diskursanalyse|Diskursen]], z. B. über den Klimawandel, teilzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul|Nachname=Reszke|Vorname2= |Nachname2= |Tag=20|Monat=03|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstkommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reihen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Kunstkommunikation&amp;diff=2852</id>
		<title>Kunstkommunikation</title>
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		<updated>2021-10-09T13:19:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel dient als Übersicht einer [[:Kategorie:Reihen|Reihe]], in der '''Kunstkommunikation''' aus [[:Kategorie:Sprachwissenschaft|sprachwissenschaftlicher]] Perspektive diskutiert wird. &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:15px; text-align:center; width:30%;&amp;quot; | [[Datei:Watercolor-Beuys.png|class=img-responsive]]|| style=&amp;quot;padding:10px&amp;quot; | Unter dem Begriff „Kunstkommunikation“ wird in der sprachwissenschaftlichen Forschung jegliche Kommunikation in der gesellschaftlichen Wissensdomäne Kunst gefasst und untersucht. Darunter fallen konkret zum Beispiel face-to-face-Gespräche vor Kunstobjekten oder Äußerungen von Künstler*innen sowie schriftsprachliche Texte wie feuilletonistische Kritiken oder Kunstkataloge. Eine der zentralen Forscher*innenpersönlichkeiten in diesem Feld ist der [[Heiko Hausendorf]]. Wichtige methodische Zugänge sind im engeren Sinne die Gesprächs- und Interaktionsanalyse, im weiteren Sinne jegliche Mittel der Text- und Diskursanalyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Living Handbook]] ist '''Kunstkommunikation''' insofern relevant, als dass durch umweltaktivistische Kunst Debatten über nachhaltiges Verhalten angestoßen werden können.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Präzisierung des Begriffs Kunstkommunikation==&lt;br /&gt;
Die sprachwissenschaftliche Erforschung der Kommunikation im Umfeld von Kunst ist ein noch recht junges Gebiet, dessen intensive Erforschung erst Anfang der 2000er Jahre Fahrt aufnimmt. So können noch 2016 [[Heiko Hausendorf]] und [[Marcus Müller]] festhalten:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Zwar ist das Verhältnis von Sprache und (Bildender) Kunst immer wieder grundsätzlich thematisiert worden. Über den gesellschaftlichen Funktionsbereich der Kunst und seine sprachlichen Anteile wissen wir aber nach wie vor viel weniger als über die anderen Funktionsbereiche der Gesellschaft.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Titel=Sprache in der Kunstkommunikation – Einleitung|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=IX}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Kommunikation über Kunst als gesellschaftlichem Funktionsbereich (neben anderen Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Recht etc.) steht im Fokus der sprachwissenschaftlichen Forschung. Eine zentrale Annahme ist dabei, dass „Kommunikation mit und durch Kunstwerke [...] ohne einen sprachlich konstituierten Kunstdiskurs nicht denkbar [ist], wie (fast) jede Gegenwartsausstellung von Kunst mit ihren vielen und vielfältigen sprachlichen Bezugnahmen am Kunstwerk (in der Nähe des Kunstwerks) belegt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Titel=Sprache in der Kunstkommunikation|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=437}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relevanz von Kunstkommunikation für das Thema Klimawandel==&lt;br /&gt;
Insbesondere Großausstellungen wie die Biennale in Venedig oder die [[documenta]] in Kassel sind im Wesentlichen nicht nur Ausstellungsorte für Kunstobjekte, sondern erheben in ihrer Gesamtkomposition den Anspruch, eine Bestandsaufnahme global und gegenwärtig relevanter Themen zu sein, die sich in Form von Kunstobjekten manifestiert und über andere Zeichenträger (Kataloge, Führungen, Kritiken etc.) diskursiv ausgehandelt und in die Gesellschaft hineingetragen wird. Dass vor diesem Hintergrund zunehmend auch ein Thema wie der Klimawandel relevant wird, ist naheliegend und einer der zentralen Gründe, sich im vorliegenden [[Living Handbook]] mit Kunstkommunikation auseinanderzusetzen. Einige Beispiele für Kunstpositionen, die sich mit Umweltthemen oder auch spezieller dem Klimawandel auseinandersetzen, sind der österreichische Künstler [[Lois Weinberger]], einige Arbeiten von [[Joseph Beuys]], insbesondere [[Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung (7000 Eichen))]] oder der [[Doing Nothing Garden]] des chinesischen Konzeptkünstlers [[Song Dong]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warum ist das Kunst? – Kunstwertstiftung als Funktion der Kunstkommunikation==&lt;br /&gt;
[[Datei: Banksy Bristol.jpg|thumb|Besucher*innen bei der ''Banksy versus Bristol Museum''-Ausstellung, 2009.]]Neben den zentralen Funktionen der Kunstkommunikation,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko|Titel=Kunstkommunikation|Herausgeber*in=Habscheid, Stephan|Sammelband=Textsorten, Handlungsmuster, Oberflächen. Linguistische Typologien der Kommunikation|Ort=Berlin, New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2011|Seite=509-535}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ist insbesondere die Unterfunktion der Kunstwertstiftung relevant, wenn es darum geht, dass Kunstobjekte in der Öffentlichkeit wahrgenommen und die von ihnen transportierten Inhalte (beispielsweise Klimapolitik) auch außerhalb eines Kreises von Fachleuten und Eingeweihten diskutiert werden.&lt;br /&gt;
Als Versuch der Kunstwertstiftung wird jegliche kommunikative Handlung verstanden, die Rezipierenden vermitteln soll, dass es sich bei einem Objekt um Kunst handelt. Der Begriff der Kunstwertstiftung ist sehr dicht und damit nicht unbedingt intuitiv erschließbar, insofern ließe sich seine wortwörtliche Bedeutung so herleiten: Der (Mehr-)Wert eines Objekts als Kunst wird erklärt und damit kommunikativ gestiftet – so wie man beispielsweise auch Sinn stiftet etc. Die Sprachwissenschaftlerin [[Rahel Ziethen]] fasst zusammen, dass bevor Kunstkommunikation beginnen könne, „das Gezeigte als ‚Kunst’ überhaupt erst einmal glaubhaft gemacht werden muss“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ziethen, Rahel|Titel=Textsorte Ausstellungskatalog|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=412}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie betont, dass dies insbesondere bei zeitgenössischer Kunst erforderlich sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vier Strategien der Kunstwertstiftung==&lt;br /&gt;
Kommunikative Strategien der Kunstwertstiftung sind von gesellschaftlicher Bedeutung, da die Kunstobjekte einer Kunstgroßausstellung sowie die darin transportierten Inhalte üblicherweise in der Absicht produziert und kommunikativ eingerahmt werden, einem möglichst breiten Publikum zugänglich gemacht zu werden. Darunter fallen auch die Handlungsappelle, die umweltaktivistische Kunst im Rahmen einer Großausstellung an ihr Publikum herantragen will. Kurz gefasst: Kunstwertstiftung ist notwendig, denn wenn ein Kunstobjekt nicht als solches wahrgenommen wird, wird auch die damit zu vermittelnde Botschaft nicht wahrgenommen; ein Zeichenträger, der nicht als solcher verstanden wird, wird auch nicht gelesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lassen sich vier kommunikative Strategien der Kunstwertstiftung unterscheiden, die insbesondere dann eingesetzt werden, wenn Kunstlai*innen vermittelt werden soll, dass es sich bei einem Objekt um Kunst handelt. Diese Strategien wurden anhand von Katalogtexten der [[documenta]]-Ausstellungen 12, 13 und 14 herausgearbeitet:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=581-618}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
I. ''materiell-handwerkliche Ebene'' &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Details und ihrem Bezug zum Ganzen &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Techniken und Arbeitsprozessen (z. B. Material sammeln und anordnen) &lt;br /&gt;
*Nutzung von Material/technikbezogenen Fachtermini &lt;br /&gt;
*Nennen und Zitieren anderer Autoritäten/Fachleute (für [Kunst-]Techniken)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
II. ''ästhetisch-psychologische Ebene'' &lt;br /&gt;
*übliche Wirkung auf die Rezipierenden beschreiben (z. B. „zunächst abschreckend“) &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Emotionen und Urteilen anderer (Fachleute oder Laien) &lt;br /&gt;
*Innovation der Arbeit durch innovative Sprache signalisieren &lt;br /&gt;
*Arbeit als Widerspiegelung eines Zeitgeistes deuten &lt;br /&gt;
*ästhetische Entsprechung von Beschreibung und Beschriebenem, Nutzung poetischer Sprache &lt;br /&gt;
*prozessuale Verben als Signal für Dynamik (z. B. „abarbeiten“) &lt;br /&gt;
*Appellstruktur, Text als Einladung zur quasi-gemeinsamen Betrachtung &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
III. ''(kunst)historische Ebene'' &lt;br /&gt;
*Einbettung in ein Genre&lt;br /&gt;
*Tradition, aber auch Bruch mit der Tradition&lt;br /&gt;
*kuratorische und inszenatorische Einbettung mit Kunstobjekt verknüpfen&lt;br /&gt;
*Intertextualität und Intermedialität (im weiten Sinne) aufzeigen&lt;br /&gt;
*Gegenwartsbezug herstellen&lt;br /&gt;
*Einbettung in die Mediengeschichte&lt;br /&gt;
*Abgrenzung von anderer Kunst &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
IV. ''(werk)biographische Ebene'' &lt;br /&gt;
*Markierung des Status der Kunstschaffenden als Autoritäten oder als Innovatoren &lt;br /&gt;
*Verbindung zu anderen Arbeiten der Kunstschaffenden &lt;br /&gt;
*Idee/Konzept hinter den Arbeiten nacherzählen &lt;br /&gt;
*Anekdoten aus dem Leben der Kunstschaffenden &lt;br /&gt;
*Zitate der Kunstschaffenden&lt;br /&gt;
*sozialpolitische Herkunft der Kunstschaffenden als Produktionsantrieb/-hintergrund deuten&lt;br /&gt;
*Beschreibung des Habitus der Kunstschaffenden/ihres Verhaltens, Schlussfolgerung auf Arbeiten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=611}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus diesen vier Ebenen werden in den untersuchten Katalogtexten jeweils mindestens drei genutzt. Erst durch das Zusammenspiel mindestens dreier dieser Ebenen wird Rezipierenden plausibel gemacht, dass ein Objekt als Kunst gelten kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=613}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das folgende Zitat führt das Zusammenspiel der materiell-handwerklichen sowie der ästhetisch-psychologischen Ebene vor Augen:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Es wird beispielsweise betont, dass [bestimmte Künstler*innen] schon lange oder mit besonderer Charakteristik mit bestimmten Medien, Materialien oder Techniken arbeiten, so wie hier in einem Text des documenta-14-Kurators [[Pierre Bal-Blanc]], in dem er den albanischen Maler [[Edi Hila]] direkt anspricht: ‚Ich frage mich, ob das Gefühl der Entkörperlichung, das Ihre Arbeiten hervorrufen, auch darauf zurückzuführen ist, dass Sie nahezu zwei Jahrzehnte an der Akademie der Künste in Tirana Malerei gelehrt haben.’ (Latimer/Szymczyk 2017, „1. Juli“) &lt;br /&gt;
[…] Das letzte Zitat Bal-Blancs zeigt auch eine übliche Vernetzung zweier Muster zur Kunstwertstiftung auf. Durch instrumentale, finale oder konsekutive Junktoren (so, indem, damit, um...zu etc., im Beispiel syntagmatisch komplexer: „darauf zurückzuführen, dass“) werden Ebene I und II so verknüpft, dass sich aus der Gestaltung des Kunstobjekts eine bestimmte Wirkung ableiten lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=611-612}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Herausarbeiten solcher kommunikativer Muster der Kunstwertstiftung ist ein wichtiger erster Schritt bei der Analyse von Kunst, die in der Gesellschaft Veränderungen bewirken möchte. Erst die Akzeptanz des Kunstwerks als Kunstwerk durch sein Publikum erlaubt es auch, dass dieses Publikum sich auf die zu vermittelnde Botschaft einer solchen Arbeit einlässt. Das im Zitat besprochene Gemälde wird beispielsweise durch die Ausweisung des Künstlers Hila als langjährigen akademischen Kunstlehrer aufgewertet. Vereinfacht ließe sich die hinter dieser Äußerung steckende Argumentation so zusammenfassen: ''Weil Edi Hila seit zwanzig Jahren Malerei lehrt – und somit logischerweise noch länger selbst malt –, verfügt er über besondere Kompetenzen in Hinblick auf diese Kunstform.''&lt;br /&gt;
Wer solche Muster der Kunstwertstiftung in Bezug auf ein künstlerisches Objekt wiederholt in feuilletonistischen oder Katalogtexten etc. wahrnimmt, dem wird zunehmend plausibel gemacht, dass es sich lohnt, sich mit einem Kunstobjekt auseinanderzusetzen – und damit eventuell auch an den thematisierten [[Diskurs und Diskursanalyse|Diskursen]], z. B. über den Klimawandel, teilzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul|Nachname=Reszke|Vorname2= |Nachname2= |Tag=20|Monat=03|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstkommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reihen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
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		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Lois_Weinberger&amp;diff=2851</id>
		<title>Lois Weinberger</title>
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		<updated>2021-10-09T13:01:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Baustelle}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Lois Weinberger in seinem Gebiet in Gars - 2017.jpg|thumb|Weinberger in Gars am Kamp (Österreich), 2017.]] '''Lois Weinberger''' (1947-2020) war ein österreichischer Künstler. Zu seinen zentralen Themen zählt unter anderem das Verhältnis von Mensch und Natur. Er nahm mehrfach an der Kasseler [[documenta]] teil.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lois Weinberger im Living Handbook ==&lt;br /&gt;
* [[Kunstkommunikation um Lois Weinberger]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Weinberger, Lois}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lois Weinberger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Künstler*innen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
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		<updated>2021-10-09T12:56:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Baustelle}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Lois Weinberger auf seinem Grundstück in Gars - 2017.jpg|thumb|Weinberger in Gars am Kamp (Österreich), 2017.]] '''Lois Weinberger''' (1947-2020) war ein österreichischer Künstler. Zu seinen zentralen Themen zählt unter anderem das Verhältnis von Mensch und Natur. Er nahm mehrfach an der Kasseler [[documenta]] teil.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Lois Weinberger im Living Handbook ==&lt;br /&gt;
* Liste aller Beiträge mit [[:Kategorie:Lois Weinberger|Bezugnahme auf Weinberger]]&lt;br /&gt;
* Lois Weinbergers [[umweltaktivistische Kunst von Lois Weinberger|umweltaktivistische Kunst]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Weinberger, Lois}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Lois Weinberger]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Künstler*innen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
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		<title>Kunstkommunikation</title>
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		<updated>2021-10-09T12:54:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Kleine Ergänzung beim Abschnitt &amp;quot;Relevanz von Kunstkommunikation...&amp;quot;&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel dient als Übersicht einer [[:Kategorie:Reihen|Reihe]], in der '''Kunstkommunikation''' aus [[:Kategorie:Sprachwissenschaft|sprachwissenschaftlicher]] Perspektive diskutiert wird. &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:15px; text-align:center; width:30%;&amp;quot; | [[Datei:Watercolor-Beuys.png|class=img-responsive]]|| style=&amp;quot;padding:10px&amp;quot; | Unter dem Begriff „Kunstkommunikation“ wird in der sprachwissenschaftlichen Forschung jegliche Kommunikation in der gesellschaftlichen Wissensdomäne Kunst gefasst und untersucht. Darunter fallen konkret zum Beispiel face-to-face-Gespräche vor Kunstobjekten oder Äußerungen von Künstler*innen sowie schriftsprachliche Texte wie feuilletonistische Kritiken oder Kunstkataloge. Eine der zentralen Forscher*innenpersönlichkeiten in diesem Feld ist der [[Heiko Hausendorf]]. Wichtige methodische Zugänge sind im engeren Sinne die Gesprächs- und Interaktionsanalyse, im weiteren Sinne jegliche Mittel der Text- und Diskursanalyse.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im [[Living Handbook]] ist '''Kunstkommunikation''' insofern relevant, als dass durch umweltaktivistische Kunst Debatten über nachhaltiges Verhalten angestoßen werden können.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Präzisierung des Begriffs Kunstkommunikation==&lt;br /&gt;
Die sprachwissenschaftliche Erforschung der Kommunikation im Umfeld von Kunst ist ein noch recht junges Gebiet, dessen intensive Erforschung erst Anfang der 2000er Jahre Fahrt aufnimmt. So können noch 2016 [[Heiko Hausendorf]] und [[Marcus Müller]] festhalten:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Zwar ist das Verhältnis von Sprache und (Bildender) Kunst immer wieder grundsätzlich thematisiert worden. Über den gesellschaftlichen Funktionsbereich der Kunst und seine sprachlichen Anteile wissen wir aber nach wie vor viel weniger als über die anderen Funktionsbereiche der Gesellschaft.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Titel=Sprache in der Kunstkommunikation – Einleitung|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=IX}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Kommunikation über Kunst als gesellschaftlichem Funktionsbereich (neben anderen Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Recht etc.) steht im Fokus der sprachwissenschaftlichen Forschung. Eine zentrale Annahme ist dabei, dass „Kommunikation mit und durch Kunstwerke [...] ohne einen sprachlich konstituierten Kunstdiskurs nicht denkbar [ist], wie (fast) jede Gegenwartsausstellung von Kunst mit ihren vielen und vielfältigen sprachlichen Bezugnahmen am Kunstwerk (in der Nähe des Kunstwerks) belegt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Titel=Sprache in der Kunstkommunikation|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=437}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relevanz von Kunstkommunikation für das Thema Klimawandel==&lt;br /&gt;
Insbesondere Großausstellungen wie die Biennale in Venedig oder die [[documenta]] in Kassel sind im Wesentlichen nicht nur Ausstellungsorte für Kunstobjekte, sondern erheben in ihrer Gesamtkomposition den Anspruch, eine Bestandsaufnahme global und gegenwärtig relevanter Themen zu sein, die sich in Form von Kunstobjekten manifestiert und über andere Zeichenträger (Kataloge, Führungen, Kritiken etc.) diskursiv ausgehandelt und in die Gesellschaft hineingetragen wird. Dass vor diesem Hintergrund zunehmend auch ein Thema wie der Klimawandel relevant wird, ist naheliegend und einer der zentralen Gründe, sich im vorliegenden [[Living Handbook]] mit Kunstkommunikation auseinanderzusetzen. Einige Beispiele für Kunstpositionen, die sich mit Umweltthemen oder auch spezieller dem Klimawandel auseinandersetzen, sind der österreichische Künstler [[Lois Weinberger]], einige Arbeiten von Joseph Beuys, insbesondere [[Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung (7000 Eichen))]] oder der [[Doing Nothing Garden]] des chinesischen Konzeptkünstlers [[Song Dong]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warum ist das Kunst? – Kunstwertstiftung als Funktion der Kunstkommunikation==&lt;br /&gt;
[[Datei: Banksy Bristol.jpg|thumb|Besucher*innen bei der ''Banksy versus Bristol Museum''-Ausstellung, 2009.]]Neben den zentralen Funktionen der Kunstkommunikation,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko|Titel=Kunstkommunikation|Herausgeber*in=Habscheid, Stephan|Sammelband=Textsorten, Handlungsmuster, Oberflächen. Linguistische Typologien der Kommunikation|Ort=Berlin, New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2011|Seite=509-535}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ist insbesondere die Unterfunktion der Kunstwertstiftung relevant, wenn es darum geht, dass Kunstobjekte in der Öffentlichkeit wahrgenommen und die von ihnen transportierten Inhalte (beispielsweise Klimapolitik) auch außerhalb eines Kreises von Fachleuten und Eingeweihten diskutiert werden.&lt;br /&gt;
Als Versuch der Kunstwertstiftung wird jegliche kommunikative Handlung verstanden, die Rezipierenden vermitteln soll, dass es sich bei einem Objekt um Kunst handelt. Der Begriff der Kunstwertstiftung ist sehr dicht und damit nicht unbedingt intuitiv erschließbar, insofern ließe sich seine wortwörtliche Bedeutung so herleiten: Der (Mehr-)Wert eines Objekts als Kunst wird erklärt und damit kommunikativ gestiftet – so wie man beispielsweise auch Sinn stiftet etc. Die Sprachwissenschaftlerin [[Rahel Ziethen]] fasst zusammen, dass bevor Kunstkommunikation beginnen könne, „das Gezeigte als ‚Kunst’ überhaupt erst einmal glaubhaft gemacht werden muss“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ziethen, Rahel|Titel=Textsorte Ausstellungskatalog|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=412}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie betont, dass dies insbesondere bei zeitgenössischer Kunst erforderlich sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vier Strategien der Kunstwertstiftung==&lt;br /&gt;
Kommunikative Strategien der Kunstwertstiftung sind von gesellschaftlicher Bedeutung, da die Kunstobjekte einer Kunstgroßausstellung sowie die darin transportierten Inhalte üblicherweise in der Absicht produziert und kommunikativ eingerahmt werden, einem möglichst breiten Publikum zugänglich gemacht zu werden. Darunter fallen auch die Handlungsappelle, die umweltaktivistische Kunst im Rahmen einer Großausstellung an ihr Publikum herantragen will. Kurz gefasst: Kunstwertstiftung ist notwendig, denn wenn ein Kunstobjekt nicht als solches wahrgenommen wird, wird auch die damit zu vermittelnde Botschaft nicht wahrgenommen; ein Zeichenträger, der nicht als solcher verstanden wird, wird auch nicht gelesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lassen sich vier kommunikative Strategien der Kunstwertstiftung unterscheiden, die insbesondere dann eingesetzt werden, wenn Kunstlai*innen vermittelt werden soll, dass es sich bei einem Objekt um Kunst handelt. Diese Strategien wurden anhand von Katalogtexten der [[documenta]]-Ausstellungen 12, 13 und 14 herausgearbeitet:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=581-618}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
I. ''materiell-handwerkliche Ebene'' &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Details und ihrem Bezug zum Ganzen &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Techniken und Arbeitsprozessen (z. B. Material sammeln und anordnen) &lt;br /&gt;
*Nutzung von Material/technikbezogenen Fachtermini &lt;br /&gt;
*Nennen und Zitieren anderer Autoritäten/Fachleute (für [Kunst-]Techniken)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
II. ''ästhetisch-psychologische Ebene'' &lt;br /&gt;
*übliche Wirkung auf die Rezipierenden beschreiben (z. B. „zunächst abschreckend“) &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Emotionen und Urteilen anderer (Fachleute oder Laien) &lt;br /&gt;
*Innovation der Arbeit durch innovative Sprache signalisieren &lt;br /&gt;
*Arbeit als Widerspiegelung eines Zeitgeistes deuten &lt;br /&gt;
*ästhetische Entsprechung von Beschreibung und Beschriebenem, Nutzung poetischer Sprache &lt;br /&gt;
*prozessuale Verben als Signal für Dynamik (z. B. „abarbeiten“) &lt;br /&gt;
*Appellstruktur, Text als Einladung zur quasi-gemeinsamen Betrachtung &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
III. ''(kunst)historische Ebene'' &lt;br /&gt;
*Einbettung in ein Genre&lt;br /&gt;
*Tradition, aber auch Bruch mit der Tradition&lt;br /&gt;
*kuratorische und inszenatorische Einbettung mit Kunstobjekt verknüpfen&lt;br /&gt;
*Intertextualität und Intermedialität (im weiten Sinne) aufzeigen&lt;br /&gt;
*Gegenwartsbezug herstellen&lt;br /&gt;
*Einbettung in die Mediengeschichte&lt;br /&gt;
*Abgrenzung von anderer Kunst &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
IV. ''(werk)biographische Ebene'' &lt;br /&gt;
*Markierung des Status der Kunstschaffenden als Autoritäten oder als Innovatoren &lt;br /&gt;
*Verbindung zu anderen Arbeiten der Kunstschaffenden &lt;br /&gt;
*Idee/Konzept hinter den Arbeiten nacherzählen &lt;br /&gt;
*Anekdoten aus dem Leben der Kunstschaffenden &lt;br /&gt;
*Zitate der Kunstschaffenden&lt;br /&gt;
*sozialpolitische Herkunft der Kunstschaffenden als Produktionsantrieb/-hintergrund deuten&lt;br /&gt;
*Beschreibung des Habitus der Kunstschaffenden/ihres Verhaltens, Schlussfolgerung auf Arbeiten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=611}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus diesen vier Ebenen werden in den untersuchten Katalogtexten jeweils mindestens drei genutzt. Erst durch das Zusammenspiel mindestens dreier dieser Ebenen wird Rezipierenden plausibel gemacht, dass ein Objekt als Kunst gelten kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=613}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das folgende Zitat führt das Zusammenspiel der materiell-handwerklichen sowie der ästhetisch-psychologischen Ebene vor Augen:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Es wird beispielsweise betont, dass [bestimmte Künstler*innen] schon lange oder mit besonderer Charakteristik mit bestimmten Medien, Materialien oder Techniken arbeiten, so wie hier in einem Text des documenta-14-Kurators [[Pierre Bal-Blanc]], in dem er den albanischen Maler [[Edi Hila]] direkt anspricht: ‚Ich frage mich, ob das Gefühl der Entkörperlichung, das Ihre Arbeiten hervorrufen, auch darauf zurückzuführen ist, dass Sie nahezu zwei Jahrzehnte an der Akademie der Künste in Tirana Malerei gelehrt haben.’ (Latimer/Szymczyk 2017, „1. Juli“) &lt;br /&gt;
[…] Das letzte Zitat Bal-Blancs zeigt auch eine übliche Vernetzung zweier Muster zur Kunstwertstiftung auf. Durch instrumentale, finale oder konsekutive Junktoren (so, indem, damit, um...zu etc., im Beispiel syntagmatisch komplexer: „darauf zurückzuführen, dass“) werden Ebene I und II so verknüpft, dass sich aus der Gestaltung des Kunstobjekts eine bestimmte Wirkung ableiten lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=611-612}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Herausarbeiten solcher kommunikativer Muster der Kunstwertstiftung ist ein wichtiger erster Schritt bei der Analyse von Kunst, die in der Gesellschaft Veränderungen bewirken möchte. Erst die Akzeptanz des Kunstwerks als Kunstwerk durch sein Publikum erlaubt es auch, dass dieses Publikum sich auf die zu vermittelnde Botschaft einer solchen Arbeit einlässt. Das im Zitat besprochene Gemälde wird beispielsweise durch die Ausweisung des Künstlers Hila als langjährigen akademischen Kunstlehrer aufgewertet. Vereinfacht ließe sich die hinter dieser Äußerung steckende Argumentation so zusammenfassen: ''Weil Edi Hila seit zwanzig Jahren Malerei lehrt – und somit logischerweise noch länger selbst malt –, verfügt er über besondere Kompetenzen in Hinblick auf diese Kunstform.''&lt;br /&gt;
Wer solche Muster der Kunstwertstiftung in Bezug auf ein künstlerisches Objekt wiederholt in feuilletonistischen oder Katalogtexten etc. wahrnimmt, dem wird zunehmend plausibel gemacht, dass es sich lohnt, sich mit einem Kunstobjekt auseinanderzusetzen – und damit eventuell auch an den thematisierten [[Diskurs und Diskursanalyse|Diskursen]], z. B. über den Klimawandel, teilzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul|Nachname=Reszke|Vorname2= |Nachname2= |Tag=20|Monat=03|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstkommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reihen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
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		<title>Song Dong</title>
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		<updated>2021-10-09T12:53:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:1280px-Song Dong at YBCA.jpg|mini|Der Künstler Song Dong]]'''Song Dong''' (* 1966 in Peking) ist ein chinesischer Konzeptkünstler, welcher unter anderem durch das Kunstwerk [[Doing Nothing Garden]] auf der [[documenta]] 13 internationale Aufmerksamkeit erlangte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Song Dong im Living Handbook ==&lt;br /&gt;
* Song Dongs Kunstwerk [[Doing Nothing Garden]] bei der [[dOCUMENTA 13]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
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		<updated>2021-10-09T12:53:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:1280px-Song Dong at YBCA.jpg|mini|Der Künstler Song Dong beim YBCA]]'''Song Dong''' (* 1966 in Peking) ist ein chinesischer Konzeptkünstler, welcher unter anderem durch das Kunstwerk [[Doing Nothing Garden]] auf der [[documenta]] 13 internationale Aufmerksamkeit erlangte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Song Dong im Living Handbook ==&lt;br /&gt;
* Song Dongs Kunstwerk [[Doing Nothing Garden]] bei der [[dOCUMENTA 13]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
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		<title>Kunstkommunikation</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel dient als Übersicht einer [[:Kategorie:Reihen|Reihe]], in der '''Kunstkommunikation''' aus [[:Kategorie:Sprachwissenschaft|sprachwissenschaftlicher]] Perspektive diskutiert wird. &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Im [[Living Handbook]] ist '''Kunstkommunikation''' insofern relevant, als dass durch umweltaktivistische Kunst Debatten über nachhaltiges Verhalten angestoßen werden können.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Präzisierung des Begriffs Kunstkommunikation==&lt;br /&gt;
Die sprachwissenschaftliche Erforschung der Kommunikation im Umfeld von Kunst ist ein noch recht junges Gebiet, dessen intensive Erforschung erst Anfang der 2000er Jahre Fahrt aufnimmt. So können noch 2016 [[Heiko Hausendorf]] und [[Marcus Müller]] festhalten:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Zwar ist das Verhältnis von Sprache und (Bildender) Kunst immer wieder grundsätzlich thematisiert worden. Über den gesellschaftlichen Funktionsbereich der Kunst und seine sprachlichen Anteile wissen wir aber nach wie vor viel weniger als über die anderen Funktionsbereiche der Gesellschaft.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Titel=Sprache in der Kunstkommunikation – Einleitung|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=IX}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Kommunikation über Kunst als gesellschaftlichem Funktionsbereich (neben anderen Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Recht etc.) steht im Fokus der sprachwissenschaftlichen Forschung. Eine zentrale Annahme ist dabei, dass „Kommunikation mit und durch Kunstwerke [...] ohne einen sprachlich konstituierten Kunstdiskurs nicht denkbar [ist], wie (fast) jede Gegenwartsausstellung von Kunst mit ihren vielen und vielfältigen sprachlichen Bezugnahmen am Kunstwerk (in der Nähe des Kunstwerks) belegt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Titel=Sprache in der Kunstkommunikation|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=437}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relevanz von Kunstkommunikation für das Thema Klimawandel==&lt;br /&gt;
Insbesondere Großausstellungen wie die Biennale in Venedig oder die [[documenta]] in Kassel sind im Wesentlichen nicht nur Ausstellungsorte für Kunstobjekte, sondern erheben in ihrer Gesamtkomposition den Anspruch, eine Bestandsaufnahme global und gegenwärtig relevanter Themen zu sein, die sich in Form von Kunstobjekten manifestiert und über andere Zeichenträger (Kataloge, Führungen, Kritiken etc.) diskursiv ausgehandelt und in die Gesellschaft hineingetragen wird. Dass vor diesem Hintergrund zunehmend auch der Klimawandel (zum Beispiel in Form von umweltaktivistischer Kunst) thematisiert wird, ist naheliegend und einer der zentralen Gründe, sich im vorliegenden [[Living Handbook]] mit Kunstkommunikation auseinanderzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warum ist das Kunst? – Kunstwertstiftung als Funktion der Kunstkommunikation==&lt;br /&gt;
[[Datei: Banksy Bristol.jpg|thumb|Besucher*innen bei der ''Banksy versus Bristol Museum''-Ausstellung, 2009.]]Neben den zentralen Funktionen der Kunstkommunikation,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko|Titel=Kunstkommunikation|Herausgeber*in=Habscheid, Stephan|Sammelband=Textsorten, Handlungsmuster, Oberflächen. Linguistische Typologien der Kommunikation|Ort=Berlin, New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2011|Seite=509-535}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ist insbesondere die Unterfunktion der Kunstwertstiftung relevant, wenn es darum geht, dass Kunstobjekte in der Öffentlichkeit wahrgenommen und die von ihnen transportierten Inhalte (beispielsweise Klimapolitik) auch außerhalb eines Kreises von Fachleuten und Eingeweihten diskutiert werden.&lt;br /&gt;
Als Versuch der Kunstwertstiftung wird jegliche kommunikative Handlung verstanden, die Rezipierenden vermitteln soll, dass es sich bei einem Objekt um Kunst handelt. Der Begriff der Kunstwertstiftung ist sehr dicht und damit nicht unbedingt intuitiv erschließbar, insofern ließe sich seine wortwörtliche Bedeutung so herleiten: Der (Mehr-)Wert eines Objekts als Kunst wird erklärt und damit kommunikativ gestiftet – so wie man beispielsweise auch Sinn stiftet etc. Die Sprachwissenschaftlerin [[Rahel Ziethen]] fasst zusammen, dass bevor Kunstkommunikation beginnen könne, „das Gezeigte als ‚Kunst’ überhaupt erst einmal glaubhaft gemacht werden muss“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ziethen, Rahel|Titel=Textsorte Ausstellungskatalog|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=412}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie betont, dass dies insbesondere bei zeitgenössischer Kunst erforderlich sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vier Strategien der Kunstwertstiftung==&lt;br /&gt;
Kommunikative Strategien der Kunstwertstiftung sind von gesellschaftlicher Bedeutung, da die Kunstobjekte einer Kunstgroßausstellung sowie die darin transportierten Inhalte üblicherweise in der Absicht produziert und kommunikativ eingerahmt werden, einem möglichst breiten Publikum zugänglich gemacht zu werden. Darunter fallen auch die Handlungsappelle, die umweltaktivistische Kunst im Rahmen einer Großausstellung an ihr Publikum herantragen will. Kurz gefasst: Kunstwertstiftung ist notwendig, denn wenn ein Kunstobjekt nicht als solches wahrgenommen wird, wird auch die damit zu vermittelnde Botschaft nicht wahrgenommen; ein Zeichenträger, der nicht als solcher verstanden wird, wird auch nicht gelesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lassen sich vier kommunikative Strategien der Kunstwertstiftung unterscheiden, die insbesondere dann eingesetzt werden, wenn Kunstlai*innen vermittelt werden soll, dass es sich bei einem Objekt um Kunst handelt. Diese Strategien wurden anhand von Katalogtexten der [[documenta]]-Ausstellungen 12, 13 und 14 herausgearbeitet:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=581-618}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
I. ''materiell-handwerkliche Ebene'' &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Details und ihrem Bezug zum Ganzen &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Techniken und Arbeitsprozessen (z. B. Material sammeln und anordnen) &lt;br /&gt;
*Nutzung von Material/technikbezogenen Fachtermini &lt;br /&gt;
*Nennen und Zitieren anderer Autoritäten/Fachleute (für [Kunst-]Techniken)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
II. ''ästhetisch-psychologische Ebene'' &lt;br /&gt;
*übliche Wirkung auf die Rezipierenden beschreiben (z. B. „zunächst abschreckend“) &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Emotionen und Urteilen anderer (Fachleute oder Laien) &lt;br /&gt;
*Innovation der Arbeit durch innovative Sprache signalisieren &lt;br /&gt;
*Arbeit als Widerspiegelung eines Zeitgeistes deuten &lt;br /&gt;
*ästhetische Entsprechung von Beschreibung und Beschriebenem, Nutzung poetischer Sprache &lt;br /&gt;
*prozessuale Verben als Signal für Dynamik (z. B. „abarbeiten“) &lt;br /&gt;
*Appellstruktur, Text als Einladung zur quasi-gemeinsamen Betrachtung &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
III. ''(kunst)historische Ebene'' &lt;br /&gt;
*Einbettung in ein Genre&lt;br /&gt;
*Tradition, aber auch Bruch mit der Tradition&lt;br /&gt;
*kuratorische und inszenatorische Einbettung mit Kunstobjekt verknüpfen&lt;br /&gt;
*Intertextualität und Intermedialität (im weiten Sinne) aufzeigen&lt;br /&gt;
*Gegenwartsbezug herstellen&lt;br /&gt;
*Einbettung in die Mediengeschichte&lt;br /&gt;
*Abgrenzung von anderer Kunst &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
IV. ''(werk)biographische Ebene'' &lt;br /&gt;
*Markierung des Status der Kunstschaffenden als Autoritäten oder als Innovatoren &lt;br /&gt;
*Verbindung zu anderen Arbeiten der Kunstschaffenden &lt;br /&gt;
*Idee/Konzept hinter den Arbeiten nacherzählen &lt;br /&gt;
*Anekdoten aus dem Leben der Kunstschaffenden &lt;br /&gt;
*Zitate der Kunstschaffenden&lt;br /&gt;
*sozialpolitische Herkunft der Kunstschaffenden als Produktionsantrieb/-hintergrund deuten&lt;br /&gt;
*Beschreibung des Habitus der Kunstschaffenden/ihres Verhaltens, Schlussfolgerung auf Arbeiten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=611}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus diesen vier Ebenen werden in den untersuchten Katalogtexten jeweils mindestens drei genutzt. Erst durch das Zusammenspiel mindestens dreier dieser Ebenen wird Rezipierenden plausibel gemacht, dass ein Objekt als Kunst gelten kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=613}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das folgende Zitat führt das Zusammenspiel der materiell-handwerklichen sowie der ästhetisch-psychologischen Ebene vor Augen:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Es wird beispielsweise betont, dass [bestimmte Künstler*innen] schon lange oder mit besonderer Charakteristik mit bestimmten Medien, Materialien oder Techniken arbeiten, so wie hier in einem Text des documenta-14-Kurators [[Pierre Bal-Blanc]], in dem er den albanischen Maler [[Edi Hila]] direkt anspricht: ‚Ich frage mich, ob das Gefühl der Entkörperlichung, das Ihre Arbeiten hervorrufen, auch darauf zurückzuführen ist, dass Sie nahezu zwei Jahrzehnte an der Akademie der Künste in Tirana Malerei gelehrt haben.’ (Latimer/Szymczyk 2017, „1. Juli“) &lt;br /&gt;
[…] Das letzte Zitat Bal-Blancs zeigt auch eine übliche Vernetzung zweier Muster zur Kunstwertstiftung auf. Durch instrumentale, finale oder konsekutive Junktoren (so, indem, damit, um...zu etc., im Beispiel syntagmatisch komplexer: „darauf zurückzuführen, dass“) werden Ebene I und II so verknüpft, dass sich aus der Gestaltung des Kunstobjekts eine bestimmte Wirkung ableiten lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=611-612}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Herausarbeiten solcher kommunikativer Muster der Kunstwertstiftung ist ein wichtiger erster Schritt bei der Analyse von Kunst, die in der Gesellschaft Veränderungen bewirken möchte. Erst die Akzeptanz des Kunstwerks als Kunstwerk durch sein Publikum erlaubt es auch, dass dieses Publikum sich auf die zu vermittelnde Botschaft einer solchen Arbeit einlässt. Das im Zitat besprochene Gemälde wird beispielsweise durch die Ausweisung des Künstlers Hila als langjährigen akademischen Kunstlehrer aufgewertet. Vereinfacht ließe sich die hinter dieser Äußerung steckende Argumentation so zusammenfassen: ''Weil Edi Hila seit zwanzig Jahren Malerei lehrt – und somit logischerweise noch länger selbst malt –, verfügt er über besondere Kompetenzen in Hinblick auf diese Kunstform.''&lt;br /&gt;
Wer solche Muster der Kunstwertstiftung in Bezug auf ein künstlerisches Objekt wiederholt in feuilletonistischen oder Katalogtexten etc. wahrnimmt, dem wird zunehmend plausibel gemacht, dass es sich lohnt, sich mit einem Kunstobjekt auseinanderzusetzen – und damit eventuell auch an den thematisierten [[Diskurs und Diskursanalyse|Diskursen]], z. B. über den Klimawandel, teilzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul|Nachname=Reszke|Vorname2= |Nachname2= |Tag=20|Monat=03|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstkommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reihen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Doing_Nothing_Garden&amp;diff=2845</id>
		<title>Doing Nothing Garden</title>
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		<updated>2021-10-09T12:38:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Seite aus zwei Artikeln zu einer zusammengeführt und dazu leicht gekürzt und überarbeitet&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Infobox-Kunst}}&lt;br /&gt;
[[Datei:Doing nothing garden.jpg|thumb|Blick auf das Kunstwerk in der Karlsaue.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Gut, dann mache ich eben nichts“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hadler, Simon |Titel= Ein Lehrstück in Zeitgenossenschaft |Jahr=2012 |Website=orf |Online= https://orf.at/v2/stories/2124902/2124909/ |Abruf=04.03.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
lautete das Statement des Künstlers zu seinem Kunstwerk '''Doing Nothing Garden''', welches während der [[documenta]] 13 (2012) im Auepark der Stadt Kassel ausgestellt war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erläuterung des Kunstwerks ==&lt;br /&gt;
Eines der [[Song Dong|Song Dongs]] bekanntesten Kunstwerken des Künstlers [[Song Dong]] ist der '''Doing Nothing Garden''', welcher im Rahmen der [[documenta]] 13 im Sommer 2012 in Kassel entstand. Hierfür wurde ein etwa sechs Meter hoher Hügel aus Schutt und organischen Abfällen aufgeschüttet und mit Gras und Blumen bepflanzt. Dieser war mit Neonschildern versehen, auf denen die Wörter ‚Doing‘ und ‚Nothing‘ zu lesen waren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Titel= Das Begleitbuch/ The Guidebook|Herausgeber*in=documenta und Museum Friedericianum Veranstaltung-GmbH |Sammelband= Katalog 3/3|Ort=Kassel |Verlag=Hatje Cantz |Jahr=2016 |Seite=306f}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der gut eisehbare Standort des ''Doing Nothing Garden'' trug stark zur Wirkung des Kunstwerks bei: unmittelbar vor der Orangerie auf der Karlswiese inmitten der barocken Sichtachsen der – ursprünglich als Lustgarten angelegten – Karlsaue.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Holz, Burghard |Titel=Mein Lieblingskunstwerk: Song Dongs &amp;quot;Doing nothing garden&amp;quot; in der Karlsaue |Jahr=2012 |Website=HNA Kultur |Online=https://www.hna.de/kultur/documenta/mein-lieblingskunstwerk-song-dongs-doing-nothing-garden-karlsaue-2428389.html|Abruf=25.02.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Um den bepflanzten Berg herum befand sich eine Sitzfläche, die bei gutem Wetter zum Verweilen einlud.&lt;br /&gt;
Wie viele von Song Dongs Arbeiten ist auch dieses vom Thema Naturschutz durchdrungen und kann somit als [[Kunstkommunikation#Warum_ist_das_Kunst.3F_.E2.80.93_Kunstwertstiftung_als_Funktion_der_Kunstkommunikation|umweltaktivistische Kunst]] gelten. Sie versinnbildlicht eine Verbindung zu Konzepten und Philosophien des Taoismus und einer möglichen „Symbiose mit den Kräften der Natur“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kurzführer |Titel=Projekte: Song Dong |Jahr=2015 |Website=Universes in Universe |Online=https://universes.art/de/triennale-bruegge/2015/projects/song-dong |Abruf=25.02.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Konzept des Kunstwerks==&lt;br /&gt;
Song Dong erstellt seine Kunstwerke hauptsächlich nach dem Prinzip des ‚Wu Wei‘ (chin. 無為 / 无为).  Dieses Prinzip entstammt der chinesischen Philosophie des Taoismus (auch Daoismus), die etwa seit dem 4. Jh. v. Chr. besteht.  Übersetzt ins Deutsche bedeutet der Begriff ‚Wu Wei‘  in etwa ‚Nichtstun‘ bzw. ‚Nichthandeln‘ und wird im chinesischen Sprachgebrauch – im Gegensatz zum westlichen, europäischen Verständnis – nicht negativ konnotiert. Nach diesem Prinzip meint ‚Nichtstun‘ nämlich weniger ‚gar nichts machen‘, sondern viel eher ‚das Nötigste tun‘.&lt;br /&gt;
So gibt man Potenzialen die Möglichkeit, sich frei zu entfalten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Fischer,Theo |Titel=Wu Wei. Die Lebenskunst des Tao |Ort=Hamburg |Verlag= Rowohlt |Jahr=1992 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ähnliche Aspekte begleiteten die Genese des ''Doing Nothing Gardens'':&lt;br /&gt;
Song Dong sammelt Bauschutt und lässt ihn vor der Orangerie in Kassel aufschütten. Anschließend versieht er sein Kunstwerk nur noch mit Neonschildern und lässt die Natur ‚arbeiten‘. &lt;br /&gt;
Er vollzieht nur die nötigste Handlung (= Bauschutt aufschütten, Kunstobjekt beschildern) und lässt der Natur freien Lauf, damit sie sich gänzlich entfalten kann. &lt;br /&gt;
So entsteht auf dem Bauschutt eine Grünfläche mit unterschiedlichsten Pflanzen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Holz, Burghard |Titel=Mein Lieblingskunstwerk: Song Dongs &amp;quot;Doing nothing garden&amp;quot; in der Karlsaue |Jahr=2012 |Website=HNA Kultur |Online=https://www.hna.de/kultur/documenta/mein-lieblingskunstwerk-song-dongs-doing-nothing-garden-karlsaue-2428389.html|Abruf=25.02.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Umweltaktivistische Bedeutung des Kunstwerks==&lt;br /&gt;
Das Kunstwerk [[Doing Nothing Garden]] von [[Song Dong]] wird in diesem Artikel als Beispiel verwendet, um zu demonstrieren, wie Kunst zu ökologisch nachhaltigem Verhalten führen kann.&lt;br /&gt;
Hierfür werden Texte über das Kunstwerk auf Strategien der [[Kunstkommunikation#Warum ist das Kunst.3F .E2.80.93 Kunstwertstiftung als Funktion der Kunstkommunikation|Kunstwertstiftung]] hin untersucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Kunstwertstiftung in Song Dongs Doing Nothing Garden==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die Ausstellung seiner Kunstwerke auf der [[documenta]] 13 erlangte [[Song Dong]] eine breite internationale Aufmerksamkeit. &lt;br /&gt;
Der [[Doing Nothing Garden]] wird in diesem Abschnitt als Analysebeispiel verwendet, um zu demonstrieren, wie Kunst durch ihre sprachliche Kontextualisierung erst als Träger gesellschaftspolitischer Themen perspektiviert wird. Dieser Schritt ist maßgeblich für die Bestimmung der umweltaktivistischen Bedeutung des Kunstwerkes, denn hierbei wird der Fokus auf die [[Kunstkommunikation]], insbesondere auch auf die Rezipient*innen gelegt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hierfür werden verschiedene Texte, welche das Kunstwerk thematisieren, auf [[Kunstkommunikation#Warum ist das Kunst.3F .E2.80.93 Kunstwertstiftung als Funktion der Kunstkommunikation |vier verschiedenen Ebenen]] analysiert, um bestimmte kommunikative Muster zu herauszuarbeiten.&lt;br /&gt;
Texte der Presse und der Fachliteratur trugen beide zur positiven Resonanz bei, weswegen es unterschiedliche Stimmen zu der Arbeit des chinesischen Künstlers gibt. Einerseits von Fachleuten im Begleitbuch zur [[documenta]] 13, andererseits auch durch Kunstlai*innen, deren Eindrücke in für alle zugänglichen Pressetexten dargestellt werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Begleitbuch der documenta 13==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine sprachwissenschaftliche Analyse des Artikels zu Song Dong im Begleitbuch der [[documenta]] 13  bietet sich an, da darin Rezipient*innen nahegebracht werden soll, inwiefern es sich beim beobachteten Objekt um Kunst handelt und welche Themen durch die Arbeit angesprochen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Materiell-handwerkliche Ebene===&lt;br /&gt;
So wird beispielsweise durch fachbegriffliche Beschreibung seines künstlerischen Agierens deutlich, dass Song Dong in einem für Künstler typischen Stil arbeitet, wenn er beispielsweise den „Kalligraphiepinsel“ &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Titel= Das Begleitbuch/ The Guidebook|Herausgeber*in=documenta und Museum Friedericianum Veranstaltung-GmbH |Sammelband= Katalog 3/3|Ort=Kassel |Verlag=Hatje Cantz |Jahr=2016 |Seite=306f}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verwendet. Zudem wird sein künstlerisches Schaffen durch bekannte Ausdrucksformen beschrieben:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Vergänglichkeit und Unbeständigkeit sind grundlegende Begriffe in Song Dongs Werk, das Aspekte von Performance, Installation, Skulptur, Fotografie, Videokunst und Malerei miteinander verbindet.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Titel= Das Begleitbuch/ The Guidebook|Herausgeber*in=documenta und Museum Friedericianum Veranstaltung-GmbH |Sammelband= Katalog 3/3|Ort=Kassel |Verlag=Hatje Cantz |Jahr=2016 |Seite=306f}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Ästhetisch-psychologische Ebene===&lt;br /&gt;
Das Begleitbuch der [[documenta]] 13 bezeichnet unter anderem sein Kunstwerk als „Denkmal“ &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Titel= Das Begleitbuch/ The Guidebook|Herausgeber*in=documenta und Museum Friedericianum Veranstaltung-GmbH |Sammelband= Katalog 3/3|Ort=Kassel |Verlag=Hatje Cantz |Jahr=2016 |Seite=306f}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und verweist somit auf eine versteckt intendierte und ästhetische Wirkung, welche ebenfalls als typisches Merkmal von Kunst verstanden wird:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„[Der Doing Nothing Garden] ist ein seltsames Denkmal für die Zivilisation – ein künstlicher Bonsai-Berg in einer Kunstlandschaft. Gleichwohl ist er ein in sich lebendiger Organismus und beweist so, dass im richtigen Kontext sogar das Nichtstun schöpferische Wirkung entfalten kann.“&lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Titel= Das Begleitbuch/ The Guidebook|Herausgeber*in=documenta und Museum Friedericianum Veranstaltung-GmbH |Sammelband= Katalog 3/3|Ort=Kassel |Verlag=Hatje Cantz |Jahr=2016 |Seite=306f}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kunsthistorische Ebene=== &lt;br /&gt;
Ferner wird Song Dong als „bedeutender Vertreter der chinesischen Konzeptkunst“ &lt;br /&gt;
&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Titel= Das Begleitbuch/ The Guidebook|Herausgeber*in=documenta und Museum Friedericianum Veranstaltung-GmbH |Sammelband= Katalog 3/3|Ort=Kassel |Verlag=Hatje Cantz |Jahr=2016 |Seite=306f}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet, welcher auch politisch motiviert agiere. Damit wird durch Song Dongs bisheriges Gesamtwerk legitimiert, dass er auf einer documenta ausstellen sollte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Pressetexte==&lt;br /&gt;
Auch in der feuilletonistischen Presse wurde über Song Dongs Kunstwerk berichtet. Die Resonanz war  positiv und der Status des Künstlers wurde in den Fokus gerückt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Werk-biographische Ebene===&lt;br /&gt;
Wenngleich Song Dong vor der Kunstausstellung bereits als wichtiger Vertreter angesehen wurde, verhalf ihm die [[documenta]] 13 zu mehr Ansehen; er wird unter anderem wiederholt als „Documenta-Star“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Lüddemann, Dr. Stefan|Titel= Düsseldorf zeigt Documenta-Star Song Dong| Jahr=2016| Website= Osnabrücker Zeitung| Online= https://www.noz.de/deutschland-welt/kultur/artikel/653980/dusseldorf-zeigt-documenta-star-song-dong#gallery&amp;amp;0&amp;amp;0&amp;amp;653980 | Abruf=08.04.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet. &lt;br /&gt;
Auch durch seinen Fokus auf politische und gesellschaftliche Themen wird er zum „Botschafter des kulturellen Austauschs“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hurt, Willy |Titel= Exposition : ODI – La Scène Song Dong |Jahr=2018| Website= Luxemburger Wort| Online= https://www.wort.lu/fr/mywort/vianden/news/exposition-odi-la-scene-song-dong-5bb771ac182b657ad3b94a35 |Abruf=08.04.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; überhöht, was wiederum seiner Kunst höhere Relevanz zuspricht und ihr damit auch neue Lesarten zugesteht – wie eben Bezüge zu Umweltschutz und Klimawandel. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Klimabewusstes Kunstwerk==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch die oben beschriebenen Zuschreibungen erfahren Song Dongs Arbeiten eine erhöhte Relevanz in der öffentlichen Wahrnehmung: Erst durch Muster der Kunstwertstiftung können künstlerische Arbeiten von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen und diskutiert werden. Der Künstler selbst sagt in einem Interview &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Kochi-Muziris Biennale |Titel= Meet Your Artist: SONG DONG|Jahr= 2019| Website= YouTube|Online= https://youtu.be/BVyLebFLhUA |Zeitangabe= 00:00:05; 00:03:53| Abruf=08.04.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
,dass für ihn Leben und Kunst synonym seien und er seine Kunst dafür schafft, um Leute zum Verweilen, Innehalten und Nachdenken über die Zukunft, zu bewegen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch das Ausstellen seiner Kunstwerke auf einer weltbekannten Kunstausstellung können also Menschen  Song Dongs Haltung zur Umwelt und zu nachhaltigem Verhalten wahrnehmen und eventuell auch in ihr Handeln integrieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
Im Rahmen des Seminars ''Von Beuys' Bäumen und Bakargievs Erdbeeren – Umweltaktivismus im documenta-Diskurs von 1982-2017 ([[Lehrschwerpunkt Climate Thinking]])'' im Sommersemester 2020 wurde diese Analyse von einer studentischen Arbeitsgruppe erstellt und hier von Hannah Hofer sowie Nadja Vieweger verschriftlicht; mit Ergänzungen und Überarbeitungen von Jana Keßler.&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Hannah |Nachname=Hofer |Vorname2=Nadja |Nachname2=Vieweger|Vorname3=Jana |Nachname3=Keßler|Tag= 29|Monat=10 |Jahr=2020 |Bearbeitung-Vorname=Jana | Bearbeitung-Nachname= Keßler|Bearbeitung-Tag=26 |Bearbeitung-Monat=02| Bearbeitung-Jahr=2021}}&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Climate_Thinking&amp;diff=2792</id>
		<title>Climate Thinking</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Climate_Thinking&amp;diff=2792"/>
		<updated>2021-10-07T15:01:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:15px; text-align:center; width:30%;&amp;quot; | [[Datei:Watercolor-Soerlin.png|class=img-responsive]] || style=&amp;quot;padding:10px&amp;quot; | Ausgehend von dem pointiert formulierten Gedanken [[Sverker Sörlin]]s,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Sörlin, Sverker |Titel=Environmental Humanities. Why Should Biologists Interested in the Environment Take the Humanities Seriously? |Zeitschrift=BioScience |Band=62 |Nummer=9 | Verlag= |Jahr=2012 | Seite=788–789, hier S. 788 | Online= }}&amp;lt;/ref&amp;gt; fragt '''Climate Thinking''' danach, was die Geistes- und Kulturwissenschaften jenseits von „elegantem Unsinn“&amp;lt;ref&amp;gt;Der Ausdruck „eleganter Unsinn“ ist dem deutschsprachigen Titel des Buches ''Impostures Intellectuelles'' von Alan Sokal und Jean Bricmont entnommen. Vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Sokal, Alan; Bricmont, Jean |Titel=Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften mißbrauchen |Ort=München |Verlag=Beck |Jahr=1999 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; im Diskurs um den Klimawandel anzubieten haben. Die landläufige Überzeugung ist, dass die Veränderung des Klimas als ein Umweltproblem ausschließlich in den exploratorischen und explanatorischen Zuständigkeitsbereich der Naturwissenschaften falle. Diese bestimmen den Gegenstandsbereich, erforschen die Probleme und schlagen Lösungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der naturwissenschaftliche Blick allein berücksichtigt jedoch nicht, dass die Wissenschaften selbst und auch das von ihnen erforschte Phänomen in komplexen kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen eingebunden sind. Gerade diese Verflechtungen in den Blick zu nehmen, in denen [[Über Klimawandel sprechen|über den Klimawandel gesprochen]], [[Vom Klimawandel erzählen|von ihm erzählt]], [[Über Klimawandel nachdenken|über ihn nachgedacht wird]], verstehen wir als eine Aufgabe der Geistes- und Kulturwissenschaften.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zentrale Perspektiven von Climate Thinking ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;flex-row row&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;col-xs-12 col-md-6 col-lg-4&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel panel-default&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-heading&amp;quot; style=&amp;quot;background:#C7105C; color:#ffffff&amp;gt;[[Datei:Logo-spr-trans-wht.png|left|40px|Vom Klimawandel erzählen]][[Über Klimawandel sprechen|&amp;lt;span style=&amp;quot;color:white&amp;quot;&amp;gt;'''Über Klimawandel sprechen'''&amp;lt;/span&amp;gt;]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-body&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wer spricht auf welchen Kanälen mit wem zu welchem Zweck über den Klimawandel – und wer schweigt? Inwiefern lässt sich das öffentliche und mediale Sprechen über Klimawandel an historische oder aktuelle Ereignisse rückbinden? Wie werden geistesgeschichtliche Ideen und popkulturelle Erzählungen aufgegriffen? Welche ikonisierten Bilder, Slogans, Schlagwörter etc. prägen die Debatte um den Klimawandel?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-footer&amp;quot;&amp;gt;Themenreihen:&lt;br /&gt;
*[[Dokumentarfilme über den Klimawandel]]&lt;br /&gt;
*[[Kunstkommunikation]]&lt;br /&gt;
*[[Analyse von Pressetexten]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;flex-row row&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;col-xs-12 col-md-6 col-lg-4&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel panel-default&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-heading&amp;quot; style=&amp;quot;background:#C7105C; color:#ffffff&amp;gt;[[Datei:Logo-erz-trans-wht.png|left|40px|Vom Klimawandel erzählen]][[Vom Klimawandel erzählen|&amp;lt;span style=&amp;quot;color:white&amp;quot;&amp;gt;'''Vom Klimawandel erzählen'''&amp;lt;/span&amp;gt;]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-body&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Wie wird der Klimawandel in Kunst, Medien und Literatur thematisiert, perspektiviert und ästhetisiert? Wie imaginieren Erzählungen mit dem Klimawandel verbundene Probleme und deren Lösungen? In was für einer Gesellschaft wollen oder werden wir leben? Wie imaginiert die utopische und dystopische Literatur Welten, in denen die Folgen des Klimawandels deutlich zutage treten? Welche Funktionen nehmen natur- und geisteswissenschaftliche Diskurse in diesen Erzählungen ein?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-footer&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;flex-row row&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;col-xs-12 col-md-6 col-lg-4&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel panel-default&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-heading&amp;quot; style=&amp;quot;background:#C7105C; color:#ffffff&amp;gt;[[Datei:Logo-ndk-trans-wht.png|left|40px|Vom Klimawandel erzählen]][[Über Klimawandel nachdenken|&amp;lt;span style=&amp;quot;color:white&amp;quot;&amp;gt;'''Über Klimawandel nachdenken'''&amp;lt;/span&amp;gt;]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-body&amp;quot;&amp;gt;&lt;br /&gt;
Woher stammt unser Wissen über den Klimawandel und wie wird es von wem vermittelt? Wie lässt sich die individuelle Verantwortung vor dem Hintergrund einer kollektiven Verursachung bestimmen? Wer muss für die Behebung der Folgen des Klimawandels beitragen? Welches Verständnis von Natur liegt unseren Überlegungen zugrunde? Welche Rollen können beim Umgang mit der Bedrohung technische und mediale Entwicklungen spielen?&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-footer&amp;quot;&amp;gt;Themenreihen:&lt;br /&gt;
*[[Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warum der Name Climate Thinking? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Climate Thinking war ursprünglich trotz – oder gerade aufgrund – seiner grammatischen Inkorrektheit  ein im kleinen Kreis scherzhaft genutzter Arbeitstitel. Er verweist auf ein anderes Projekt zweier der Herausgeber*innen des [[Living Handbook]]s Climate Thinking, [[Benutzer:Martin Böhnert|Martin Böhnert]] und [[Paul Reszke]]: [https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4693-1/vom-binge-watching-zum-binge-thinking/ Vom Binge Watching zum Binge Thinking]. Da das spontan entwickelte Projekt schnell neue Mitglieder gewinnen konnte, sich die Bezeichnung auch über den kleinen Kreis hinaus verbreitete, völlig selbstverständlich genutzt wurde und letztlich auch sehr schnell am Fachbereich Geistes- und Kulturwissenschaften der Universität Kassel [[Forschungsschwerpunkt Climate Thinking|verankert wurde]], entschieden wir, den Namen beizubehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit spiegeln sich im Namen einerseits die Dynamiken, von denen Forschungsprozesse immer begleitet und geprägt werden. Andererseits sorgt diese grammatische Ungewöhnlichkeit der Wendung Climate Thinking zugleich dafür, dass sich das Projekt über Suchmaschinen schnell und ohne Dopplungen finden lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilprojekte und -initiativen von Climate Thinking ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Großprojekt Climate Thinking möchte durch verschiedenste Zugänge aufzeigen, dass es sich lohnt, das Thema Klimawandel aus geistes- und kulturwissenschaftlicher Perspektive zu betrachten: Neben dem [[Living Handbook]], das einem möglichst breiten Publikum zugänglich sein soll, gibt es primär für Wissenschaftler*innen aller Disziplinen den [[Forschungsschwerpunkt Climate Thinking|Forschungschwerpunkt]] sowie für Studierende der Geistes- und Kulturwissenschaften den [[Lehrschwerpunkt Climate Thinking|Lehrschwerpunkt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus möchten wir mit der interessierten Öffentlichkeit sowie Forschenden anderer Disziplinen in Diskussion treten. Wir haben dazu die [[Ringvorlesung Climate Thinking]] im Sommersemester 2021 digital abgehalten und werden diese voraussichtlich 2022 wiederaufnehmen. Im Zuge dieser Veranstaltungsreihe ist auch unser Instagram-Kanal entstanden: [https://www.instagram.com/climate_thinking/ climate_thinking]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Möglichkeit, ein breiteres Publikum zu erreichen, bot sich uns im Rahmen der Ausstellung [[Wunderkammer modern. 50 Jahre – 50 Objekte]] zur Feier des 50-jährigen Jubiläums der Universität Kassel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vom Klimawandel erzählen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sverker Sörlin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Ringvorlesung_Climate_Thinking&amp;diff=2791</id>
		<title>Ringvorlesung Climate Thinking</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Ringvorlesung_Climate_Thinking&amp;diff=2791"/>
		<updated>2021-10-07T15:00:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
In der '''Ringvorlesung Climate Thinking''' will die geistes- und kulturwissenschaftliche [[Forschungsschwerpunkt Climate Thinking|Forschung]] zum Klimawandel mit Wissenschaftler*innen anderer Disziplinen sowie mit Vertreter*innen des Kulturbetriebs in die Diskussion treten. Diese Diskussion wiederum findet vor einem öffentlichen Publikum statt, mit dem anschließend ein Austausch ermöglicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzept der Ringvorlesung Climate Thinking == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem folgenden Text wurde die erste Reihe der Ringvorlesung angekündigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gängige Überzeugung ist, dass die Veränderung des Klimas als ein Umweltproblem ausschließlich in den Zuständigkeitsbereich der Naturwissenschaften falle. Diese erforschen die Probleme und schlagen Lösungen vor. Der naturwissenschaftliche Blick allein berücksichtigt jedoch oft nicht, dass die Wissenschaften selbst und auch das von ihnen erforschte Phänomen in komplexen kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensgewohnheiten prägen unser Handeln und Denkgewohnheiten lenken unseren Blick in Bezug auf den Komplex Klimawandel offensichtlich in einer Weise, die uns als Gesellschaft bisher unfähig gemacht hat, auf ein Problem zu reagieren, das der schwedische Physiker und Chemiker [[Svante Arrhenius]] schon 1897 in seiner Untersuchung „On the Influence of Carbonic Acid in The Air Upon The Temperature of The Earth“ beschrieb: Die dauerhafte Erhöhung der Erdtemperatur durch die fortgesetzte Nutzung fossiler Brennstoffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verflechtungen von Denk- und Lebensgewohnheiten in den Blick zu nehmen, sie mit Vertreter*innen des Kulturbetriebs sowie anderer Fachdisziplinen zu diskutieren und gemeinsam mit einer interessierten Öffentlichkeit neue Perspektiven zu entwickeln, verstehen wir als eine Aufgabe der Geistes- und Kulturwissenschaften. Deswegen organisieren wir im Sommer 2021 die Ringvorlesung [[Climate Thinking]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erste Veranstaltungsreihe der Ringvorlesung Climate Thinking ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Veranstaltung fand ab dem 05.05.2021 jeweils mittwochs von 20:15-21:45 Uhr statt. Das Konzept sah vor, dass zwei Vortragende(ngruppen) zunächst je 20 Minuten eine These in Bezug auf den Klimawandel präsentieren, dann 20 Minuten miteinander und schließlich 30 Minuten mit dem Publikum diskutieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|class=&amp;quot;wikitable sortable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; width=10%| Termin&lt;br /&gt;
! Vortragende&lt;br /&gt;
! Titel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|05.05.2021&lt;br /&gt;
|Verena Winiwarter (Umwelthistorikerin, Universität für Bodenkultur Wien)&lt;br /&gt;
|Klimawandel? Umweltkrise! Umwelthistorische Argumente für eine technosolare Zivilisation&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|12.05.2021&lt;br /&gt;
|[[Benutzer:Martin Böhnert|Martin Böhnert]] (Philosophie), Murat Sezi (Anglistik), [[Paul Reszke]] (Germanistik) (alle Universität Kassel)&lt;br /&gt;
|Was ist Climate Thinking? Nachdenken – Sprechen – Erzählen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|19.05.2021&lt;br /&gt;
|Kathrin Hartmann (Journalistin)&lt;br /&gt;
|Die grüne Lüge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|26.05.2021&lt;br /&gt;
|Judith Vogt (Autorin);&lt;br /&gt;
Jessica Bauer und Jan Sinning (Germanistik, Universität Kassel)&lt;br /&gt;
|Science-Fiction und Klimawandel: Das Prinzip Hoffnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|02.06.2021&lt;br /&gt;
|Philippe-André Lorenz (Germanistik, Universität Kassel); Niklas Simon (Soziologie, Universität Kassel); Jan Knobloch (Romanistik, Universität Köln)&lt;br /&gt;
|Klima und Kollaps – Diskurstheoretische und kollapsologische Perspektiven auf die Literatur der Gegenwart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|09.06.2021&lt;br /&gt;
|Stefan Greif; Dagobert Höllein (Germanistik, Universität Kassel)&lt;br /&gt;
|„Freilich sind wir ein bildsamer Teil in der Hand des Klimas“. Klima und Sprache von Herder bis heute&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|16.06.2021&lt;br /&gt;
|Niko Paech (Volkswirt, Universität Siegen); [[Paul Reszke]] (Germanistik, Universität Kassel)&lt;br /&gt;
|Die Wende zum Weniger: Einblicke in die Postwachstumsökonomik&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|23.06.2021&lt;br /&gt;
|Janosch Schobin (Projekt DeCarbFriends Universität Kassel); Nicole Kasper (Germanistik, Universität Kassel)&lt;br /&gt;
|Dekarbonisierung, soziale Netzwerke und klimafreundliche Selbstinszenierung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|30.06.2021&lt;br /&gt;
|Kristina Scharmacher-Schreiber (Autorin), Tamara Bodden (Germanistik, Universität Kassel)&lt;br /&gt;
|Eine unbequeme Wahrheit - Klimaerzählungen in öffentlichen Diskursen für Kinder und Erwachsene&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|07.07.2021&lt;br /&gt;
|Julia Hagen (Freie Dramaturgin); Nils Lehnert und [[Benutzer:Anna Meywirth|Anna Meywirth]] (Germanistik, Universität Kassel)&lt;br /&gt;
|Klimawandel auf der Bühne?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|14.07.2021&lt;br /&gt;
|Helena Marschall (Pressesprecherin FFF Frankfurt a. M.), Viet-Hoang Nguyen (Journalist, Aktivist)&lt;br /&gt;
|Jung Kritisch Kommunikativ – Die Generation Z zwischen Aktivismus und Politik. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul |Nachname=Reszke |Vorname2= |Nachname2= |Tag=07|Monat=10|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Climate Thinking]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Ringvorlesung_Climate_Thinking&amp;diff=2790</id>
		<title>Ringvorlesung Climate Thinking</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Ringvorlesung_Climate_Thinking&amp;diff=2790"/>
		<updated>2021-10-07T14:55:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Tabelle mit Vorträgen eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
In der '''Ringvorlesung Climate Thinking''' will die geistes- und kulturwissenschaftliche Forschung zum Klimawandel mit Wissenschaftler*innen anderer Disziplinen sowie mit Vertreter*innen des Kulturbetriebs in die Diskussion treten. Diese Diskussion wiederum findet vor einem öffentlichen Publikum statt, mit dem anschließend ein Austausch ermöglicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzept der Ringvorlesung Climate Thinking == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem folgenden Text wurde die erste Reihe der Ringvorlesung angekündigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gängige Überzeugung ist, dass die Veränderung des Klimas als ein Umweltproblem ausschließlich in den Zuständigkeitsbereich der Naturwissenschaften falle. Diese erforschen die Probleme und schlagen Lösungen vor. Der naturwissenschaftliche Blick allein berücksichtigt jedoch oft nicht, dass die Wissenschaften selbst und auch das von ihnen erforschte Phänomen in komplexen kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensgewohnheiten prägen unser Handeln und Denkgewohnheiten lenken unseren Blick in Bezug auf den Komplex Klimawandel offensichtlich in einer Weise, die uns als Gesellschaft bisher unfähig gemacht hat, auf ein Problem zu reagieren, das der schwedische Physiker und Chemiker [[Svante Arrhenius]] schon 1897 in seiner Untersuchung „On the Influence of Carbonic Acid in The Air Upon The Temperature of The Earth“ beschrieb: Die dauerhafte Erhöhung der Erdtemperatur durch die fortgesetzte Nutzung fossiler Brennstoffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verflechtungen von Denk- und Lebensgewohnheiten in den Blick zu nehmen, sie mit Vertreter*innen des Kulturbetriebs sowie anderer Fachdisziplinen zu diskutieren und gemeinsam mit einer interessierten Öffentlichkeit neue Perspektiven zu entwickeln, verstehen wir als eine Aufgabe der Geistes- und Kulturwissenschaften. Deswegen organisieren wir im Sommer 2021 die Ringvorlesung Climate Thinking.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erste Veranstaltungsreihe der Ringvorlesung Climate Thinking ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Veranstaltung fand ab dem 05.05.2021 jeweils mittwochs von 20:15-21:45 Uhr statt. Das Konzept sah vor, dass zwei Vortragende(ngruppen) zunächst je 20 Minuten eine These in Bezug auf den Klimawandel präsentieren, dann 20 Minuten miteinander und schließlich 30 Minuten mit dem Publikum diskutieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{|class=&amp;quot;wikitable sortable&amp;quot;&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;text-align:left;&amp;quot; width=10%| Termin&lt;br /&gt;
! Vortragende&lt;br /&gt;
! Titel&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|05.05.2021&lt;br /&gt;
|Verena Winiwarter (Umwelthistorikerin, Universität für Bodenkultur Wien)&lt;br /&gt;
|Klimawandel? Umweltkrise! Umwelthistorische Argumente für eine technosolare Zivilisation&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|12.05.2021&lt;br /&gt;
|Martin Böhnert (Philosophie), Murat Sezi (Anglistik), Paul Reszke (Germanistik) (alle Universität Kassel)&lt;br /&gt;
|Was ist Climate Thinking? Nachdenken – Sprechen – Erzählen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|19.05.2021&lt;br /&gt;
|Kathrin Hartmann (Journalistin)&lt;br /&gt;
|Die grüne Lüge&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|26.05.2021&lt;br /&gt;
|Judith Vogt (Autorin);&lt;br /&gt;
Jessica Bauer und Jan Sinning (Germanistik, Universität Kassel)&lt;br /&gt;
|Science-Fiction und Klimawandel: Das Prinzip Hoffnung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|02.06.2021&lt;br /&gt;
|Philippe-André Lorenz (Germanistik, Universität Kassel); Niklas Simon (Soziologie, Universität Kassel); Jan Knobloch (Romanistik, Universität Köln)&lt;br /&gt;
|Klima und Kollaps – Diskurstheoretische und kollapsologische Perspektiven auf die Literatur der Gegenwart&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|09.06.2021&lt;br /&gt;
|Stefan Greif; Dagobert Höllein (Germanistik, Universität Kassel)&lt;br /&gt;
|„Freilich sind wir ein bildsamer Teil in der Hand des Klimas“. Klima und Sprache von Herder bis heute&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|16.06.2021&lt;br /&gt;
|Niko Paech (Volkswirt, Universität Siegen); Paul Reszke (Germanistik, Universität Kassel)&lt;br /&gt;
|Die Wende zum Weniger: Einblicke in die Postwachstumsökonomik&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|23.06.2021&lt;br /&gt;
|Janosch Schobin (Projekt DeCarbFriends Universität Kassel); Nicole Kasper (Germanistik, Universität Kassel)&lt;br /&gt;
|Dekarbonisierung, soziale Netzwerke und klimafreundliche Selbstinszenierung&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|30.06.2021&lt;br /&gt;
|Kristina Scharmacher-Schreiber (Autorin), Tamara Bodden (Germanistik, Universität Kassel)&lt;br /&gt;
|Eine unbequeme Wahrheit - Klimaerzählungen in öffentlichen Diskursen für Kinder und Erwachsene&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|07.07.2021&lt;br /&gt;
|Julia Hagen (Freie Dramaturgin); Nils Lehnert u. Anna Meywirth (Germanistik, Universität Kassel)&lt;br /&gt;
|Klimawandel auf der Bühne?&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|14.07.2021&lt;br /&gt;
|Helena Marschall (Pressesprecherin FFF Frankfurt a. M.), Viet-Hoang Nguyen (Journalist, Aktivist)&lt;br /&gt;
|Jung Kritisch Kommunikativ – Die Generation Z zwischen Aktivismus und Politik. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul |Nachname=Reszke |Vorname2= |Nachname2= |Tag=07|Monat=10|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Climate Thinking]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Ringvorlesung_Climate_Thinking&amp;diff=2789</id>
		<title>Ringvorlesung Climate Thinking</title>
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		<updated>2021-10-07T14:31:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Erste Fassung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
In der '''Ringvorlesung Climate Thinking''' will die geistes- und kulturwissenschaftliche Forschung zum Klimawandel mit Wissenschaftler*innen anderer Disziplinen sowie mit Vertreter*innen des Kulturbetriebs in die Diskussion treten. Diese Diskussion wiederum findet vor einem öffentlichen Publikum statt, mit dem anschließend ein Austausch ermöglicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Konzept der Ringvorlesung Climate Thinking == &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mit dem folgenden Text wurde die erste Reihe der Ringvorlesung angekündigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine gängige Überzeugung ist, dass die Veränderung des Klimas als ein Umweltproblem ausschließlich in den Zuständigkeitsbereich der Naturwissenschaften falle. Diese erforschen die Probleme und schlagen Lösungen vor. Der naturwissenschaftliche Blick allein berücksichtigt jedoch oft nicht, dass die Wissenschaften selbst und auch das von ihnen erforschte Phänomen in komplexen kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen stehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensgewohnheiten prägen unser Handeln und Denkgewohnheiten lenken unseren Blick in Bezug auf den Komplex Klimawandel offensichtlich in einer Weise, die uns als Gesellschaft bisher unfähig gemacht hat, auf ein Problem zu reagieren, das der schwedische Physiker und Chemiker [[Svante Arrhenius]] schon 1897 in seiner Untersuchung „On the Influence of Carbonic Acid in The Air Upon The Temperature of The Earth“ beschrieb: Die dauerhafte Erhöhung der Erdtemperatur durch die fortgesetzte Nutzung fossiler Brennstoffe.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Verflechtungen von Denk- und Lebensgewohnheiten in den Blick zu nehmen, sie mit Vertreter*innen des Kulturbetriebs sowie anderer Fachdisziplinen zu diskutieren und gemeinsam mit einer interessierten Öffentlichkeit neue Perspektiven zu entwickeln, verstehen wir als eine Aufgabe der Geistes- und Kulturwissenschaften. Deswegen organisieren wir im Sommer 2021 die Ringvorlesung Climate Thinking.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Erste Veranstaltungsreihe der Ringvorlesung Climate Thinking ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Veranstaltung fand ab dem 05.05.2021 jeweils mittwochs von 20:15-21:45 Uhr statt. Das Konzept sah vor, dass zwei Vortragende(ngruppen) zunächst je 20 Minuten eine These in Bezug auf den Klimawandel präsentieren, dann 20 Minuten miteinander und schließlich 30 Minuten mit dem Publikum diskutieren.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Climate_Thinking&amp;diff=2788</id>
		<title>Climate Thinking</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Climate_Thinking&amp;diff=2788"/>
		<updated>2021-10-07T14:21:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Abschnitt Teilprojekte und -initiativen von Climate Thinking eingefügt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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| style=&amp;quot;padding:15px; text-align:center; width:30%;&amp;quot; | [[Datei:Watercolor-Soerlin.png|class=img-responsive]] || style=&amp;quot;padding:10px&amp;quot; | Ausgehend von dem pointiert formulierten Gedanken [[Sverker Sörlin]]s,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Sörlin, Sverker |Titel=Environmental Humanities. Why Should Biologists Interested in the Environment Take the Humanities Seriously? |Zeitschrift=BioScience |Band=62 |Nummer=9 | Verlag= |Jahr=2012 | Seite=788–789, hier S. 788 | Online= }}&amp;lt;/ref&amp;gt; fragt '''Climate Thinking''' danach, was die Geistes- und Kulturwissenschaften jenseits von „elegantem Unsinn“&amp;lt;ref&amp;gt;Der Ausdruck „eleganter Unsinn“ ist dem deutschsprachigen Titel des Buches ''Impostures Intellectuelles'' von Alan Sokal und Jean Bricmont entnommen. Vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Sokal, Alan; Bricmont, Jean |Titel=Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften mißbrauchen |Ort=München |Verlag=Beck |Jahr=1999 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; im Diskurs um den Klimawandel anzubieten haben. Die landläufige Überzeugung ist, dass die Veränderung des Klimas als ein Umweltproblem ausschließlich in den exploratorischen und explanatorischen Zuständigkeitsbereich der Naturwissenschaften falle. Diese bestimmen den Gegenstandsbereich, erforschen die Probleme und schlagen Lösungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der naturwissenschaftliche Blick allein berücksichtigt jedoch nicht, dass die Wissenschaften selbst und auch das von ihnen erforschte Phänomen in komplexen kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen eingebunden sind. Gerade diese Verflechtungen in den Blick zu nehmen, in denen [[Über Klimawandel sprechen|über den Klimawandel gesprochen]], [[Vom Klimawandel erzählen|von ihm erzählt]], [[Über Klimawandel nachdenken|über ihn nachgedacht wird]], verstehen wir als eine Aufgabe der Geistes- und Kulturwissenschaften.&lt;br /&gt;
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== Zentrale Perspektiven von Climate Thinking ==&lt;br /&gt;
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&amp;lt;div class=&amp;quot;panel-heading&amp;quot; style=&amp;quot;background:#C7105C; color:#ffffff&amp;gt;[[Datei:Logo-spr-trans-wht.png|left|40px|Vom Klimawandel erzählen]][[Über Klimawandel sprechen|&amp;lt;span style=&amp;quot;color:white&amp;quot;&amp;gt;'''Über Klimawandel sprechen'''&amp;lt;/span&amp;gt;]]&amp;lt;/div&amp;gt;&lt;br /&gt;
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Wer spricht auf welchen Kanälen mit wem zu welchem Zweck über den Klimawandel – und wer schweigt? Inwiefern lässt sich das öffentliche und mediale Sprechen über Klimawandel an historische oder aktuelle Ereignisse rückbinden? Wie werden geistesgeschichtliche Ideen und popkulturelle Erzählungen aufgegriffen? Welche ikonisierten Bilder, Slogans, Schlagwörter etc. prägen die Debatte um den Klimawandel?&lt;br /&gt;
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*[[Dokumentarfilme über den Klimawandel]]&lt;br /&gt;
*[[Kunstkommunikation]]&lt;br /&gt;
*[[Analyse von Pressetexten]]&lt;br /&gt;
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Wie wird der Klimawandel in Kunst, Medien und Literatur thematisiert, perspektiviert und ästhetisiert? Wie imaginieren Erzählungen mit dem Klimawandel verbundene Probleme und deren Lösungen? In was für einer Gesellschaft wollen oder werden wir leben? Wie imaginiert die utopische und dystopische Literatur Welten, in denen die Folgen des Klimawandels deutlich zutage treten? Welche Funktionen nehmen natur- und geisteswissenschaftliche Diskurse in diesen Erzählungen ein?&lt;br /&gt;
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Woher stammt unser Wissen über den Klimawandel und wie wird es von wem vermittelt? Wie lässt sich die individuelle Verantwortung vor dem Hintergrund einer kollektiven Verursachung bestimmen? Wer muss für die Behebung der Folgen des Klimawandels beitragen? Welches Verständnis von Natur liegt unseren Überlegungen zugrunde? Welche Rollen können beim Umgang mit der Bedrohung technische und mediale Entwicklungen spielen?&lt;br /&gt;
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*[[Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
== Warum der Name Climate Thinking? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Climate Thinking war ursprünglich trotz – oder gerade aufgrund – seiner grammatischen Inkorrektheit  ein im kleinen Kreis scherzhaft genutzter Arbeitstitel. Er verweist auf ein anderes Projekt zweier der Herausgeber*innen des [[Living Handbook]]s Climate Thinking, [[Martin Böhnert]] und [[Paul Reszke]]: [https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4693-1/vom-binge-watching-zum-binge-thinking/ Vom Binge Watching zum Binge Thinking]. Da das spontan entwickelte Projekt schnell neue Mitglieder gewinnen konnte, sich die Bezeichnung auch über den kleinen Kreis hinaus verbreitete, völlig selbstverständlich genutzt wurde und letztlich auch sehr schnell am Fachbereich Geistes- und Kulturwissenschaften der Universität Kassel [[Forschungsschwerpunkt Climate Thinking|verankert wurde]], entschieden wir, den Namen beizubehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit spiegeln sich im Namen einerseits die Dynamiken, von denen Forschungsprozesse immer begleitet und geprägt werden. Andererseits sorgt diese grammatische Ungewöhnlichkeit der Wendung Climate Thinking zugleich dafür, dass sich das Projekt über Suchmaschinen schnell und ohne Dopplungen finden lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Teilprojekte und -initiativen von Climate Thinking ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Großprojekt Climate Thinking möchte durch verschiedenste Zugänge aufzeigen, dass es sich lohnt, das Thema Klimawandel aus geistes- und kulturwissenschaftlicher Perspektive zu betrachten: Neben dem [[Living Handbook]], das einem möglichst breiten Publikum zugänglich sein soll, gibt es primär für Wissenschaftler*innen aller Disziplinen den [[Forschungsschwerpunkt Climate Thinking|Forschungschwerpunkt]] sowie für Studierende der Geistes- und Kulturwissenschaften den [[Lehrschwerpunkt Climate Thinking|Lehrschwerpunkt]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Darüber hinaus möchten wir mit der interessierten Öffentlichkeit sowie Forschenden anderer Disziplinen in Diskussion treten. Wir haben dazu die [[Ringvorlesung Climate Thinking]] im Sommersemester 2021 digital abgehalten und werden diese voraussichtlich 2022 wiederaufnehmen. Im Zuge dieser Veranstaltungsreihe ist auch unser Instagram-Kanal entstanden: [https://www.instagram.com/climate_thinking/ climate_thinking]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine weitere Möglichkeit, ein breiteres Publikum zu erreichen, bot sich uns im Rahmen der Ausstellung [[Wunderkammer modern. 50 Jahre – 50 Objekte]] zur Feier des 50-jährigen Jubiläums der Universität Kassel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vom Klimawandel erzählen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sverker Sörlin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Climate_Thinking&amp;diff=2787</id>
		<title>Climate Thinking</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Climate_Thinking&amp;diff=2787"/>
		<updated>2021-10-07T13:48:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Erklärung des Namens Climate Thinking ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
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| style=&amp;quot;padding:15px; text-align:center; width:30%;&amp;quot; | [[Datei:Watercolor-Soerlin.png|class=img-responsive]] || style=&amp;quot;padding:10px&amp;quot; | Ausgehend von dem pointiert formulierten Gedanken [[Sverker Sörlin]]s,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Sörlin, Sverker |Titel=Environmental Humanities. Why Should Biologists Interested in the Environment Take the Humanities Seriously? |Zeitschrift=BioScience |Band=62 |Nummer=9 | Verlag= |Jahr=2012 | Seite=788–789, hier S. 788 | Online= }}&amp;lt;/ref&amp;gt; fragt '''Climate Thinking''' danach, was die Geistes- und Kulturwissenschaften jenseits von „elegantem Unsinn“&amp;lt;ref&amp;gt;Der Ausdruck „eleganter Unsinn“ ist dem deutschsprachigen Titel des Buches ''Impostures Intellectuelles'' von Alan Sokal und Jean Bricmont entnommen. Vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Sokal, Alan; Bricmont, Jean |Titel=Eleganter Unsinn. Wie die Denker der Postmoderne die Wissenschaften mißbrauchen |Ort=München |Verlag=Beck |Jahr=1999 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; im Diskurs um den Klimawandel anzubieten haben. Die landläufige Überzeugung ist, dass die Veränderung des Klimas als ein Umweltproblem ausschließlich in den exploratorischen und explanatorischen Zuständigkeitsbereich der Naturwissenschaften falle. Diese bestimmen den Gegenstandsbereich, erforschen die Probleme und schlagen Lösungen vor.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der naturwissenschaftliche Blick allein berücksichtigt jedoch nicht, dass die Wissenschaften selbst und auch das von ihnen erforschte Phänomen in komplexen kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhängen eingebunden sind. Gerade diese Verflechtungen in den Blick zu nehmen, in denen [[Über Klimawandel sprechen|über den Klimawandel gesprochen]], [[Vom Klimawandel erzählen|von ihm erzählt]], [[Über Klimawandel nachdenken|über ihn nachgedacht wird]], verstehen wir als eine Aufgabe der Geistes- und Kulturwissenschaften.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
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== Zentrale Perspektiven von Climate Thinking ==&lt;br /&gt;
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Wer spricht auf welchen Kanälen mit wem zu welchem Zweck über den Klimawandel – und wer schweigt? Inwiefern lässt sich das öffentliche und mediale Sprechen über Klimawandel an historische oder aktuelle Ereignisse rückbinden? Wie werden geistesgeschichtliche Ideen und popkulturelle Erzählungen aufgegriffen? Welche ikonisierten Bilder, Slogans, Schlagwörter etc. prägen die Debatte um den Klimawandel?&lt;br /&gt;
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*[[Kunstkommunikation]]&lt;br /&gt;
*[[Analyse von Pressetexten]]&lt;br /&gt;
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Wie wird der Klimawandel in Kunst, Medien und Literatur thematisiert, perspektiviert und ästhetisiert? Wie imaginieren Erzählungen mit dem Klimawandel verbundene Probleme und deren Lösungen? In was für einer Gesellschaft wollen oder werden wir leben? Wie imaginiert die utopische und dystopische Literatur Welten, in denen die Folgen des Klimawandels deutlich zutage treten? Welche Funktionen nehmen natur- und geisteswissenschaftliche Diskurse in diesen Erzählungen ein?&lt;br /&gt;
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Woher stammt unser Wissen über den Klimawandel und wie wird es von wem vermittelt? Wie lässt sich die individuelle Verantwortung vor dem Hintergrund einer kollektiven Verursachung bestimmen? Wer muss für die Behebung der Folgen des Klimawandels beitragen? Welches Verständnis von Natur liegt unseren Überlegungen zugrunde? Welche Rollen können beim Umgang mit der Bedrohung technische und mediale Entwicklungen spielen?&lt;br /&gt;
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== Warum der Name Climate Thinking? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Climate Thinking war ursprünglich trotz – oder gerade aufgrund – seiner grammatischen Inkorrektheit  ein im kleinen Kreis scherzhaft genutzter Arbeitstitel. Er verweist auf ein anderes Projekt zweier der Herausgeber*innen des [[Living Handbook]]s Climate Thinking, [[Martin Böhnert]] und [[Paul Reszke]]: [https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4693-1/vom-binge-watching-zum-binge-thinking/ Vom Binge Watching zum Binge Thinking]. Da das spontan entwickelte Projekt schnell neue Mitglieder gewinnen konnte, sich die Bezeichnung auch über den kleinen Kreis hinaus verbreitete, völlig selbstverständlich genutzt wurde und letztlich auch sehr schnell am Fachbereich Geistes- und Kulturwissenschaften der Universität Kassel [[Forschungsschwerpunkt Climate Thinking|verankert wurde]], entschieden wir, den Namen beizubehalten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit spiegeln sich im Namen einerseits die Dynamiken, von denen Forschungsprozesse immer begleitet und geprägt werden. Andererseits sorgt diese grammatische Ungewöhnlichkeit der Wendung Climate Thinking zugleich dafür, dass sich das Projekt über Suchmaschinen schnell und ohne Dopplungen finden lässt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Vom Klimawandel erzählen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sverker Sörlin]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Analyse_von_Pressetexten&amp;diff=1953</id>
		<title>Analyse von Pressetexten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Analyse_von_Pressetexten&amp;diff=1953"/>
		<updated>2021-05-12T13:23:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Korrekturen und Ergänzungen in Einleitung nach Hinweisen von Felix Böhm&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel dient als Übersicht einer [[:Kategorie:Reihen|Reihe]], in der '''Pressetexte''' aus [[:Kategorie:Sprachwissenschaft|sprachwissenschaftlicher]] Perspektive analysiert werden. &lt;br /&gt;
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| style=&amp;quot;padding:15px; text-align:center; width:30%;&amp;quot; | [[Datei: Watercolor-Werning.png|class=img-responsive]]|| style=&amp;quot;padding:10px&amp;quot; | Die Analyse von Pressetexten wird in der Sprachwissenschaft genutzt, um sichtbar zu machen, wie gesamtgesellschaftlich relevante Themen in einer Sprachgemeinschaft (z. B. Deutschland) verhandelt werden. Dabei geraten bevorzugt Texte und Äußerungen von Akteur*innen aus Politik (z. B. Umweltminister*innen) und Gesellschaft (z. B. Aktivist*innen wie Greta Thunberg), aber auch aus der Öffentlichkeit (in Leser*innenbriefen oder Social Media) in den Blick. Wenn bestimmte ikonisch gewordene Bilder häufig auf Start- und Frontseiten auftauchen oder eingängige Schlagwörter oft in Schlagzeilen genutzt werden, liegt es nahe, zu vermuten, dass diese die öffentliche Wahrnehmung des Problemkomplexes Klimawandel prägen. Dass das nicht immer ausreicht, beklagt beispielsweise der taz-Autor Heiko Werning, als bei der Mehrheit der Gesellschaft trotz der apokalyptisch anmutenden Fotos der [[Berichterstattung über die Waldbrände in Kalifornien 2020|Waldbrände in Kalifornien]] kein Umdenken in Hinblick auf den Klimawandel stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Werning, Heiko |Titel=Alle mal wegschauen |Jahr=2020 |Website=taz |Online=https://taz.de/Waldbraende-in-den-USA/!5709775/ |Abruf= 12.05.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Und trägt damit natürlich zur weiteren öffentlichen Meinungsbildung im Rahmen von Pressetexten bei.&lt;br /&gt;
Solchen Dynamiken des gesamtgesellschaftlichen Sprechens (und Wissens) mithilfe der Pressetextanalyse auf die Spur zu kommen ist ein zentrales Anliegen der linguistischen [[Diskurs und Diskursanalyse|Diskursanalyse]].&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relevanz massenmedialer Berichterstattung in der Gesellschaft und als Analyseobjekt==&lt;br /&gt;
Das Aufkommen neuer Kommunikationsmöglichkeiten durch die Entwicklung des Internets steht zunehmend im Fokus von Fragen der sprachwissenschaftlichen Diskursanalyse. Während sich ältere Untersuchungen vor allem auf schriftsprachliche Texte bestimmter zentraler Presseorgane beziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kalwa, Nina|Titel=Das Konzept »Islam«. Eine diskurslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Lautenschläger, Sina|Titel=Geschlechtsspezifische Körper- und Rollenbilder. Eine korpuslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
rücken zunehmend auch Social Media und eine [[Multimodalität|multimodale Perspektivierung]] von Massenmedien ins Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung.&lt;br /&gt;
Dennoch ist die Bedeutung der historisch länger etablierten Massenmedien nicht zu unterschätzen. So argumentieren die Kulturwissenschaftlerin [[Clara S. Thompson]] und der Politikwissenschaftler [[Max Goldenbaum]] in Bezug auf die Fridays for Future-Bewegung:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Obwohl ihre Anliegen und Narrative auch durch soziale Medien in die Öffentlichkeit gebracht werden können, versprechen sie nicht die gleiche Reichweite wie Massenmedien. Da die Massenmedien aktive Mitgestalter der Erzählung über die Klimakrise sind, sind soziale Bewegungen davon abhängig, dass ihre Themen in die Medien gebracht werden. Massenmedien bestimmen maßgeblich mit, welche Geschichten sich durchsetzen, und können dadurch die Meinung von Medienrezipient_innen beeinflussen. Diese können dann durch ihre Rolle als Wähler_innen, Konsument_innen oder Unterstützer_innen entsprechende Reaktionen in der Politik und Wirtschaft hervorrufen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Goldenbaum, Max/Thompson, Clara S.|Titel=Fridays for Future im Spiegel der Medienöffentlichkeit|Herausgeber*in=Haunss, Sebastian/Sommer, Moritz|Sammelband=Fridays for Future – Die Jugend gegen den Klimawandel. Konturen der weltweiten Protestbewegung|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2020|Seite=184}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Insofern bleibt eine Analyse zentraler Presseorgane und ihrer Online-Ableger wie beispielsweise des Magazins [[Berichterstattung über die Waldbrände in Kalifornien 2020|Der Spiegel]] oder der [[Süddeutschen Zeitung]] unverzichtbar, möchte man herausarbeiten, inwiefern und inwieweit größere Problemkomplexe wie der Klimawandel durch die Gesellschaft wahrgenommen und angegangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachwissenschaftliche Analyse von Pressetexten ==&lt;br /&gt;
Die Etablierung der Pressetextanalyse als zentralem Zugang zu gesellschaftlichem Wissen durch die Sprachwissenschaft hat eine Vielzahl methodischer Ansätze hervorgebracht, die sich je nach thematischem Schwerpunkt oder ausgewähltem Korpus richten. Um die wachsende Methodenvielfalt zu überblicken, entstehen inzwischen auch wissenschaftliche Übersichtsartikel, die die einzelnen Ansätze zu einem kohärenten methodischen Vorgehen zusammenführen.&lt;br /&gt;
Ein Beispiel dieser Bemühungen stellt die Untersuchung [[Andreas Gardt|Andreas Gardts]] dar, der die einzelnen Ansätze den drei folgenden Leitperspektiven auf Textanalysen unterordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Textanalyse als Basis der Diskursanalyse. Theorie und Methoden|Herausgeber*in=Felder, Ekkehard|Sammelband=Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen|Ort=Berlin/New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=29-55}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kommunikativ-pragmatischer Rahmen===&lt;br /&gt;
Eine Analyse beginnt üblicherweise mit einer kurzen Charakterisierung des untersuchten Presseorgans. In einer modernen Mediengesellschaft ist es für die Sprachbenutzer*innen selbstverständlich, zum Beispiel Zeitungen ein bestimmtes Ethos zuordnen zu können, oder alltagssprachlicher ausgedrückt: Ein bestimmtes Image, das im Wechselspiel zwischen dem Presseorgan und ihren Rezipient*innen gewachsen ist. Das heißt, es werden bestimmte Erwartungen an eine Zeitung herangetragen, und sowohl die Bestätigung als auch die Hinterfragung dieser Erwartungen ist aus linguistischer Sicht interessant. In jedem Falle aber rahmt bereits dieses Wissen auf Produzierenden- und Rezipierendenseite die in den Zeitungen verhandelten Inhalte ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Textsemantisches_Analyseraster_nach_Gardt_(2013).png|thumb|Übersicht über die drei Ebenen des textsemantischen Analyserasters nach Gardt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Textanalyse als Basis der Diskursanalyse. Theorie und Methoden|Herausgeber*in=Felder, Ekkehard|Sammelband=Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen|Ort=Berlin/New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=29-55}}&amp;lt;/ref&amp;gt; mit Beispielen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Makrostruktur===&lt;br /&gt;
Makrostrukturelle Beobachtungen bilden vereinfacht ausgedrückt den ersten Eindruck ab, den sich Rezipierende über einen Text verschaffen. Sie basieren auf Beschreibungen von Themenentfaltungen, die sich anhand von Titeln und Untertiteln, Bildern und ihren Bildunterschriften sowie dem Layout ganzer Seiten oder auch ganzer Zeitungen/Websites nachvollziehen lassen – ist ein Text eher darstellend/berichtend oder meinungsbildend/argumentierend? Die zeitliche Abfolge, in der bestimmte Themen in einem Presseorgan auftauchen und sich weiterentwickeln, spielt hierbei ebenfalls eine zentrale Rolle – bis hin zum konkreten Veröffentlichungszeitpunkt bei Online-Publikationen: Ist es für den Text zentral, möglichst zeitnah zum berichteten Ereignis zu erscheinen, oder wird eher später, dafür aber vielschichtiger/reflektierter berichtet?&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Mikrostruktur===&lt;br /&gt;
Auf der Mikroebene der Texte können vielfältigste Sprachmuster auffallen. Für den Klimawandeldiskurs können aufgrund der Komplexität des Themas zum Beispiel Metaphern und ikonisch gewordene (so genannte Schlag-)Bilder im Vordergrund einer Analyse stehen, mit denen dieses Phänomen greifbar gemacht wird – so vermittelt eine Abbildung der Erde als ein trauriges Gesicht mit Thermometer im Mund das Konzept Klimawandel als Krankheit oder ein hungernder Eisbär wird als Verweis auf das problematische Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt genutzt.&lt;br /&gt;
Aber auch mehr oder weniger implizite Argumentationsmuster können sich zeigen, wenn beispielsweise durch die häufige oder bevorzugte Nutzung zentraler Schlagwörter bestimmte Maßnahmen gegenüber anderen als dringlicher perspektiviert werden. Je nach dem, ob der Problemkomplex als ''Klimawandel'', ''Klimakrise'' oder ''Klimakatastrophe'' beschrieben wird, erscheinen bestimmte politische Maßnahmen als angebracht oder übertrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul|Nachname=Reszke|Vorname2= |Nachname2= |Tag=11|Monat=05|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pressetexte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reihen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Analyse_von_Pressetexten&amp;diff=1949</id>
		<title>Analyse von Pressetexten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Analyse_von_Pressetexten&amp;diff=1949"/>
		<updated>2021-05-12T12:41:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Einleitung angepasst, um Splash-Zitat zu kontextualisieren&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel dient als Übersicht einer [[:Kategorie:Reihen|Reihe]], in der '''Pressetexte''' aus [[:Kategorie:Sprachwissenschaft|sprachwissenschaftlicher]] Perspektive analysiert werden. &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:15px; text-align:center; width:30%;&amp;quot; | [[Datei: Watercolor-Werning.png|class=img-responsive]]|| style=&amp;quot;padding:10px&amp;quot; | Die Analyse von Pressetexten wird in der Sprachwissenschaft genutzt, um sichtbar zu machen, wie gesamtgesellschaftlich relevante Themen in einer Sprachgemeinschaft (z. B. Deutschland) verhandelt werden. Dabei geraten bevorzugt Texte und Äußerungen von Akteur*innen aus Politik (z. B. Umweltminister*innen) und Gesellschaft (z. B. Aktivist*innen wie Greta Thunberg), aber auch aus der Öffentlichkeit (in Leser*innenbriefen oder Social Media) in den Blick. Wenn bestimmte ikonisch gewordene Bilder häufig auf Start- und Frontseiten auftauchen oder eingängige Schlagwörter oft in Schlagzeilen genutzt werden, liegt es nahe, zu vermuten, dass diese die öffentliche Wahrnehmung des Problemkomplexes Klimawandel prägen. Dass das nicht immer der Fall sein muss, beklagt beispielswiese der taz-Autor Heiko Werning, als bei der Mehrheit der Gesellschaft trotz der apokalyptisch anmutenden Fotos der [[Berichterstattung über die Waldbrände in Kalifornien 2020|Waldbrände in Kalifornien]] kein Umdenken in Hinblick auf den Klimawandel stattfindet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Werning, Heiko |Titel=Alle mal wegschauen |Jahr=2020 |Website=taz |Online=https://taz.de/Waldbraende-in-den-USA/!5709775/ |Abruf= 12.05.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Solchen Dynamiken des gesamtgesellschaftlichen Sprechens (und Wissens) mithilfe der Pressetextanalyse auf die Spur zu kommen ist ein zentrales Anliegen der linguistischen [[Diskurs und Diskursanalyse|Diskursanalyse]].&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relevanz massenmedialer Berichterstattung in der Gesellschaft und als Analyseobjekt==&lt;br /&gt;
Das Aufkommen neuer Kommunikationsmöglichkeiten durch die Entwicklung des Internets steht zunehmend im Fokus von Fragen der sprachwissenschaftlichen Diskursanalyse. Während sich ältere Untersuchungen vor allem auf schriftsprachliche Texte bestimmter zentraler Presseorgane beziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kalwa, Nina|Titel=Das Konzept »Islam«. Eine diskurslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Lautenschläger, Sina|Titel=Geschlechtsspezifische Körper- und Rollenbilder. Eine korpuslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
rücken zunehmend auch Social Media und eine [[Multimodalität|multimodale Perspektivierung]] von Massenmedien ins Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung.&lt;br /&gt;
Dennoch ist die Bedeutung der historisch länger etablierten Massenmedien nicht zu unterschätzen. So argumentieren die Kulturwissenschaftlerin [[Clara S. Thompson]] und der Politikwissenschaftler [[Max Goldenbaum]] in Bezug auf die Fridays for Future-Bewegung:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Obwohl ihre Anliegen und Narrative auch durch soziale Medien in die Öffentlichkeit gebracht werden können, versprechen sie nicht die gleiche Reichweite wie Massenmedien. Da die Massenmedien aktive Mitgestalter der Erzählung über die Klimakrise sind, sind soziale Bewegungen davon abhängig, dass ihre Themen in die Medien gebracht werden. Massenmedien bestimmen maßgeblich mit, welche Geschichten sich durchsetzen, und können dadurch die Meinung von Medienrezipient_innen beeinflussen. Diese können dann durch ihre Rolle als Wähler_innen, Konsument_innen oder Unterstützer_innen entsprechende Reaktionen in der Politik und Wirtschaft hervorrufen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Goldenbaum, Max/Thompson, Clara S.|Titel=Fridays for Future im Spiegel der Medienöffentlichkeit|Herausgeber*in=Haunss, Sebastian/Sommer, Moritz|Sammelband=Fridays for Future – Die Jugend gegen den Klimawandel. Konturen der weltweiten Protestbewegung|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2020|Seite=184}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Insofern bleibt eine Analyse zentraler Presseorgane und ihrer Online-Ableger wie beispielsweise des Magazins [[Berichterstattung über die Waldbrände in Kalifornien 2020|Der Spiegel]] oder der [[Süddeutschen Zeitung]] unverzichtbar, möchte man herausarbeiten, inwiefern und inwieweit größere Problemkomplexe wie der Klimawandel durch die Gesellschaft wahrgenommen und angegangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachwissenschaftliche Analyse von Pressetexten ==&lt;br /&gt;
Die Etablierung der Pressetextanalyse als zentralem Zugang zu gesellschaftlichem Wissen durch die Sprachwissenschaft hat eine Vielzahl methodischer Ansätze hervorgebracht, die sich je nach thematischem Schwerpunkt oder ausgewähltem Korpus richten. Um die wachsende Methodenvielfalt zu überblicken, entstehen inzwischen auch wissenschaftliche Übersichtsartikel, die die einzelnen Ansätze zu einem kohärenten methodischen Vorgehen zusammenführen.&lt;br /&gt;
Ein Beispiel dieser Bemühungen stellt die Untersuchung [[Andreas Gardt|Andreas Gardts]] dar, der die einzelnen Ansätze den drei folgenden Leitperspektiven auf Textanalysen unterordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Textanalyse als Basis der Diskursanalyse. Theorie und Methoden|Herausgeber*in=Felder, Ekkehard|Sammelband=Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen|Ort=Berlin/New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=29-55}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kommunikativ-pragmatischer Rahmen===&lt;br /&gt;
Eine Analyse beginnt üblicherweise mit einer kurzen Charakterisierung des untersuchten Presseorgans. In einer modernen Mediengesellschaft ist es für die Sprachbenutzer*innen selbstverständlich, zum Beispiel Zeitungen ein bestimmtes Ethos zuordnen zu können, oder alltagssprachlicher ausgedrückt: Ein bestimmtes Image, das im Wechselspiel zwischen dem Presseorgan und ihren Rezipient*innen gewachsen ist. Das heißt, es werden bestimmte Erwartungen an eine Zeitung herangetragen, und sowohl die Bestätigung als auch die Hinterfragung dieser Erwartungen ist aus linguistischer Sicht interessant. In jedem Falle aber rahmt bereits dieses Wissen auf Produzierenden- und Rezipierendenseite die in den Zeitungen verhandelten Inhalte ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Textsemantisches_Analyseraster_nach_Gardt_(2013).png|thumb|Übersicht über die drei Ebenen des textsemantischen Analyserasters nach Gardt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Textanalyse als Basis der Diskursanalyse. Theorie und Methoden|Herausgeber*in=Felder, Ekkehard|Sammelband=Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen|Ort=Berlin/New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=29-55}}&amp;lt;/ref&amp;gt; mit Beispielen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Makrostruktur===&lt;br /&gt;
Makrostrukturelle Beobachtungen bilden vereinfacht ausgedrückt den ersten Eindruck ab, den sich Rezipierende über einen Text verschaffen. Sie basieren auf Beschreibungen von Themenentfaltungen, die sich anhand von Titeln und Untertiteln, Bildern und ihren Bildunterschriften sowie dem Layout ganzer Seiten oder auch ganzer Zeitungen/Websites nachvollziehen lassen – ist ein Text eher darstellend/berichtend oder meinungsbildend/argumentierend? Die zeitliche Abfolge, in der bestimmte Themen in einem Presseorgan auftauchen und sich weiterentwickeln, spielt hierbei ebenfalls eine zentrale Rolle – bis hin zum konkreten Veröffentlichungszeitpunkt bei Online-Publikationen: Ist es für den Text zentral, möglichst zeitnah zum berichteten Ereignis zu erscheinen, oder wird eher später, dafür aber vielschichtiger/reflektierter berichtet?&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Mikrostruktur===&lt;br /&gt;
Auf der Mikroebene der Texte können vielfältigste Sprachmuster auffallen. Für den Klimawandeldiskurs können aufgrund der Komplexität des Themas zum Beispiel Metaphern und ikonisch gewordene (so genannte Schlag-)Bilder im Vordergrund einer Analyse stehen, mit denen dieses Phänomen greifbar gemacht wird – so vermittelt eine Abbildung der Erde als ein trauriges Gesicht mit Thermometer im Mund das Konzept Klimawandel als Krankheit oder ein hungernder Eisbär wird als Verweis auf das problematische Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt genutzt.&lt;br /&gt;
Aber auch mehr oder weniger implizite Argumentationsmuster können sich zeigen, wenn beispielsweise durch die häufige oder bevorzugte Nutzung zentraler Schlagwörter bestimmte Maßnahmen gegenüber anderen als dringlicher perspektiviert werden. Je nach dem, ob der Problemkomplex als ''Klimawandel'', ''Klimakrise'' oder ''Klimakatastrophe'' beschrieben wird, erscheinen bestimmte politische Maßnahmen als angebracht oder übertrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul|Nachname=Reszke|Vorname2= |Nachname2= |Tag=11|Monat=05|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pressetexte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reihen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=%C3%9Cber_Klimawandel_sprechen&amp;diff=1944</id>
		<title>Über Klimawandel sprechen</title>
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		<updated>2021-05-12T11:48:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Punkt bei Hrsg nach Wanning ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Über Klimawandel sprechen''' ist eine der drei zentralen Perspektiven, aus der im Rahmen des Projekts [[Climate Thinking]] das Thema Klimawandel erforscht wird.&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:15px; text-align:center; width:30%;&amp;quot; | [[Datei: Watercolor-Schneemann.png|class=img-responsive]]|| style=&amp;quot;padding:10px&amp;quot; | „Ich will ein heißes Date, keinen heißen Planeten“,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Spiegel-Online |Titel=Globaler Klimastreik – &amp;quot;Ich will ein heißes Date, keinen heißen Planeten&amp;quot;  |Jahr=27.09.2019 |Online=https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/fridays-for-future-ich-will-ein-heisses-date-keinen-heissen-planeten-a-1289054.html |Abruf=24.02.2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; zitiert Spiegel-Online eine Klimaaktivistin. „Je mehr Zeit ins Land zieht, [...] desto radikaler könnte die Bewegung selbst werden“,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bild-Online |Titel= Blockaden nerven Bürger – „Fridays for Future“-Proteste werden radikaler |Jahr=29.09.2019 |Online=https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/blockaden-nerven-buerger-fridays-for-future-proteste-werden-radikaler-65016746.bild.html |Abruf=24.02.2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; befürchtet die Bild-Zeitung und der Youtuber Rezo zerstört unter Bezugnahme auf den Klimawandel die CDU – oder zerstört sie sich selbst?&amp;lt;br&amp;gt;Das Sprechen, Schreiben, Diskutieren über den Klimawandel, Klimaziele und die #fridaysforfuture-Proteste findet nach wie vor in den klassischen Presseorganen statt. Längst prägen aber auch Beiträge auf Youtube, Twitter und Instagram die Debatte. Sie suchen Legitimation in Verschwörungstheorien und Wissenschaft (siehe: [[Über Klimawandel nachdenken]]); sie tragen zu Information, Desinformation und Emotionalisierung bei; sie zitieren utopische Ideenwelten und apokalyptische Erzählungen (siehe: [[Vom Klimawandel erzählen]]) – so wie im links zitierten &amp;quot;dystopian mininarrative&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reisigl, Martin|Titel=&amp;quot;'Narrative!' I can’t hear that anymore&amp;quot;. A linguistic critique of an overstretched umbrella term in cultural and social science studies, discussed with the example of the discourse on climate change|Jahr=2020|Website=Taylor &amp;amp; Francis Online|Online=https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/17405904.2020.1822897|Abruf=12.05.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; auf einem fff-Protestschild. Das Sprechen über den Klimawandel ist ein hochgradig komplexes gesellschaftliches Phänomen, dessen Analyse Einblicke in die gegenwärtige politische Kommunikationskultur, Meinungsbildung und die Formierung politischer Gruppen ermöglicht.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zentrale Perspektiven und Zugänge ==&lt;br /&gt;
=== Pressetexte ===&lt;br /&gt;
In einer modernen, massenmedial geprägten Gesellschaft ist der Großteil des öffentlich zugänglichen Wissens über gesellschaftlich relevante Themen durch Presseorgane vorstrukturiert. Eine [[Analyse von Pressetexten]] erlaubt damit auch den Zugriff auf das Grundgerüst des gesellschaftlichen Denkens, Redens und Wissens über Klimawandel.&lt;br /&gt;
=== Social Media ===&lt;br /&gt;
Anders als z. B. noch in der Ökobewegung der 1990er Jahre lässt sich mit Blick auf den gegenwärtigen Klimadiskurs nicht mehr konstatieren, dass Aktivist*innen „nicht in ausreichendem Maße Zugang zu den wichtigen Medien“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Haß, Ulrike |Titel=Das Besetzen von Begriffen. Kommunikative Strategien und Gegenstrategien in der Umweltdiskussion |Herausgeber*in=Liedtke, Frank/Wengeler, Martin/Böke, Karin |Sammelband=Begriffe besetzen – Strategien des Sprachgebrauchs in der Politik |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher |Jahr=1991 |Seite=330–337, hier S. 330 |Online= }}&amp;lt;/ref&amp;gt; hätten, denn im Zuge der Digitalisierung und des medialen Wandels findet die Debatte und öffentliche Meinungsbildung maßgeblich auch in Youtube-Videos, Twitter-Tweets, Messenger-Chats etc. statt. Ein populäres Beispiel hierfür ist das Youtube-Video [[Die Zerstörung der CDU]]. des Influencers Rezo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kunstkommunikation ===&lt;br /&gt;
Ein wachsender Zweig zeitgenössischer Kunst versucht aktiv in politische und gesellschaftliche Prozesse einzugreifen, insbesondere was Fragen des Umgangs mit Natur und Umwelt angeht. Für die Wirkungskraft ﻿umweltaktivistischer Kunst sind weltbekannte Ausstellungen wie die Kasseler [[documenta]] oftmals ein Multiplikator: Durch [[Kunstkommunikation]] werden auch globale Problemkomplexe in die Öffentlichkeit getragen.&lt;br /&gt;
=== Dokumentarfilme===&lt;br /&gt;
Die populäre Wissensvermittlung über den Klimawandel, dessen Folgen für die Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft etc. findet häufig mittels ﻿[[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]] statt. Die Verbindung von  Naturaufnahmen, Animationen, Schaubildern, Expert*innenkommentaren und O-Tönen ermöglicht eine immersive, anschauungsreiche Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen und Entwicklungen. Aktuelle Dokumentarfilme weisen häufig einen emotionalisierenden Zugang zu dem Themenkomplex auf und senden Handlungsappelle an die Zuschauer*innen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weiterführendes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Auken, Sune; Sunesen, Christel (Hrsg.) (2020): ''Genre in the Climate Debate''. Berlin, New York: de Gruyter.&lt;br /&gt;
*Martin, Reisigl (Hrsg.) (2020): ''Klima in der Krise – Kontroversen, Widersprüche und Herausforderungen in Diskursen über Klimawandel. Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie''/OBST 97. Duisburg: Universitätsverlag Rhein-Ruhr.&lt;br /&gt;
*Mattfeldt, Anna; Schwegler, Carolin; Wanning, Berbeli (Hrsg.) (in Vorb., 2021): ''Natur – Kultur – Mensch. Sprachliche Praktiken um ökologische Nachhaltigkeit''. Berlin, New York: de Gruyter.&lt;br /&gt;
*Schwegler, Carolin; Mattfeldt, Anna (Hrsg.) (in Vorb, 2021): ''Deutsche Sprache. Themenheft &amp;quot;Nachhaltigkeit und Linguistik. Sprachwissenschaftliche Innovationen im Kontext einer globalen Thematik&amp;quot;''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Youtube]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pressetexte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstkommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dokumentarfilme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Social Media]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=%C3%9Cber_Klimawandel_sprechen&amp;diff=1943</id>
		<title>Über Klimawandel sprechen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=%C3%9Cber_Klimawandel_sprechen&amp;diff=1943"/>
		<updated>2021-05-12T11:46:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Erläuterung und Quelle zum Splah-Zitat ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Über Klimawandel sprechen''' ist eine der drei zentralen Perspektiven, aus der im Rahmen des Projekts [[Climate Thinking]] das Thema Klimawandel erforscht wird.&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:15px; text-align:center; width:30%;&amp;quot; | [[Datei: Watercolor-Schneemann.png|class=img-responsive]]|| style=&amp;quot;padding:10px&amp;quot; | „Ich will ein heißes Date, keinen heißen Planeten“,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Spiegel-Online |Titel=Globaler Klimastreik – &amp;quot;Ich will ein heißes Date, keinen heißen Planeten&amp;quot;  |Jahr=27.09.2019 |Online=https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/fridays-for-future-ich-will-ein-heisses-date-keinen-heissen-planeten-a-1289054.html |Abruf=24.02.2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; zitiert Spiegel-Online eine Klimaaktivistin. „Je mehr Zeit ins Land zieht, [...] desto radikaler könnte die Bewegung selbst werden“,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bild-Online |Titel= Blockaden nerven Bürger – „Fridays for Future“-Proteste werden radikaler |Jahr=29.09.2019 |Online=https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/blockaden-nerven-buerger-fridays-for-future-proteste-werden-radikaler-65016746.bild.html |Abruf=24.02.2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; befürchtet die Bild-Zeitung und der Youtuber Rezo zerstört unter Bezugnahme auf den Klimawandel die CDU – oder zerstört sie sich selbst?&amp;lt;br&amp;gt;Das Sprechen, Schreiben, Diskutieren über den Klimawandel, Klimaziele und die #fridaysforfuture-Proteste findet nach wie vor in den klassischen Presseorganen statt. Längst prägen aber auch Beiträge auf Youtube, Twitter und Instagram die Debatte. Sie suchen Legitimation in Verschwörungstheorien und Wissenschaft (siehe: [[Über Klimawandel nachdenken]]); sie tragen zu Information, Desinformation und Emotionalisierung bei; sie zitieren utopische Ideenwelten und apokalyptische Erzählungen (siehe: [[Vom Klimawandel erzählen]]) – so wie im links zitierten &amp;quot;dystopian mininarrative&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reisigl, Martin|Titel=&amp;quot;'Narrative!' I can’t hear that anymore&amp;quot;. A linguistic critique of an overstretched umbrella term in cultural and social science studies, discussed with the example of the discourse on climate change|Jahr=2020|Website=Taylor &amp;amp; Francis Online|Online=https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/17405904.2020.1822897|Abruf=12.05.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; auf einem fff-Protestschild. Das Sprechen über den Klimawandel ist ein hochgradig komplexes gesellschaftliches Phänomen, dessen Analyse Einblicke in die gegenwärtige politische Kommunikationskultur, Meinungsbildung und die Formierung politischer Gruppen ermöglicht.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zentrale Perspektiven und Zugänge ==&lt;br /&gt;
=== Pressetexte ===&lt;br /&gt;
In einer modernen, massenmedial geprägten Gesellschaft ist der Großteil des öffentlich zugänglichen Wissens über gesellschaftlich relevante Themen durch Presseorgane vorstrukturiert. Eine [[Analyse von Pressetexten]] erlaubt damit auch den Zugriff auf das Grundgerüst des gesellschaftlichen Denkens, Redens und Wissens über Klimawandel.&lt;br /&gt;
=== Social Media ===&lt;br /&gt;
Anders als z. B. noch in der Ökobewegung der 1990er Jahre lässt sich mit Blick auf den gegenwärtigen Klimadiskurs nicht mehr konstatieren, dass Aktivist*innen „nicht in ausreichendem Maße Zugang zu den wichtigen Medien“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Haß, Ulrike |Titel=Das Besetzen von Begriffen. Kommunikative Strategien und Gegenstrategien in der Umweltdiskussion |Herausgeber*in=Liedtke, Frank/Wengeler, Martin/Böke, Karin |Sammelband=Begriffe besetzen – Strategien des Sprachgebrauchs in der Politik |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher |Jahr=1991 |Seite=330–337, hier S. 330 |Online= }}&amp;lt;/ref&amp;gt; hätten, denn im Zuge der Digitalisierung und des medialen Wandels findet die Debatte und öffentliche Meinungsbildung maßgeblich auch in Youtube-Videos, Twitter-Tweets, Messenger-Chats etc. statt. Ein populäres Beispiel hierfür ist das Youtube-Video [[Die Zerstörung der CDU]]. des Influencers Rezo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kunstkommunikation ===&lt;br /&gt;
Ein wachsender Zweig zeitgenössischer Kunst versucht aktiv in politische und gesellschaftliche Prozesse einzugreifen, insbesondere was Fragen des Umgangs mit Natur und Umwelt angeht. Für die Wirkungskraft ﻿umweltaktivistischer Kunst sind weltbekannte Ausstellungen wie die Kasseler [[documenta]] oftmals ein Multiplikator: Durch [[Kunstkommunikation]] werden auch globale Problemkomplexe in die Öffentlichkeit getragen.&lt;br /&gt;
=== Dokumentarfilme===&lt;br /&gt;
Die populäre Wissensvermittlung über den Klimawandel, dessen Folgen für die Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft etc. findet häufig mittels ﻿[[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]] statt. Die Verbindung von  Naturaufnahmen, Animationen, Schaubildern, Expert*innenkommentaren und O-Tönen ermöglicht eine immersive, anschauungsreiche Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen und Entwicklungen. Aktuelle Dokumentarfilme weisen häufig einen emotionalisierenden Zugang zu dem Themenkomplex auf und senden Handlungsappelle an die Zuschauer*innen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weiterführendes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Auken, Sune; Sunesen, Christel (Hrsg.) (2020): ''Genre in the Climate Debate''. Berlin, New York: de Gruyter.&lt;br /&gt;
*Martin, Reisigl (Hrsg.) (2020): ''Klima in der Krise – Kontroversen, Widersprüche und Herausforderungen in Diskursen über Klimawandel. Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie''/OBST 97. Duisburg: Universitätsverlag Rhein-Ruhr.&lt;br /&gt;
*Mattfeldt, Anna; Schwegler, Carolin; Wanning, Berbeli (Hrsg) (in Vorb., 2021): ''Natur – Kultur – Mensch. Sprachliche Praktiken um ökologische Nachhaltigkeit''. Berlin, New York: de Gruyter.&lt;br /&gt;
*Schwegler, Carolin; Mattfeldt, Anna (Hrsg.) (in Vorb, 2021): ''Deutsche Sprache. Themenheft &amp;quot;Nachhaltigkeit und Linguistik. Sprachwissenschaftliche Innovationen im Kontext einer globalen Thematik&amp;quot;''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Youtube]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pressetexte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstkommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dokumentarfilme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Social Media]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Analyse_von_Pressetexten&amp;diff=1932</id>
		<title>Analyse von Pressetexten</title>
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		<updated>2021-05-11T19:24:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Begriff &amp;quot;Diskurs und Diskursanalyse&amp;quot; ausgelagert, um Eintrag zugänglicher zu machen&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Die '''Analyse von Pressetexten''' wird in der Sprachwissenschaft genutzt, um sichtbar zu machen, wie gesamtgesellschaftlich relevante Themen in einer Sprachgemeinschaft (z. B. Deutschland) verhandelt werden. Dabei geraten bevorzugt Akteur*innen mit besonderen Funktionen aus Politik (z. B. Umweltminister*innen) und Gesellschaft (z. B. Aktivist*innen wie Greta Thunberg), aber auch aus der Öffentlichkeit (in Leser*innenbriefen oder Social Media) in den Blick. Dieses Vorgehen ist insbesondere in der linguistischen [[Diskurs und Diskursanalyse|Diskursanalyse]] üblich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relevanz massenmedialer Berichterstattung in der Gesellschaft und als Analyseobjekt==&lt;br /&gt;
Das Aufkommen neuer Kommunikationsmöglichkeiten durch die Entwicklung des Internets steht zunehmend im Fokus von Fragen der sprachwissenschaftlichen Diskursanalyse. Während sich ältere Untersuchungen vor allem auf schriftsprachliche Texte bestimmter zentraler Presseorgane beziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kalwa, Nina|Titel=Das Konzept »Islam«. Eine diskurslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Lautenschläger, Sina|Titel=Geschlechtsspezifische Körper- und Rollenbilder. Eine korpuslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
rücken zunehmend auch Social Media und eine [[Multimodalität|multimodale Perspektivierung]] von Massenmedien ins Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung.&lt;br /&gt;
Dennoch ist die Bedeutung der historisch länger etablierten Massenmedien nicht zu unterschätzen. So argumentieren die Kulturwissenschaftlerin [[Clara S. Thompson]] und der Politikwissenschaftler [[Max Goldenbaum]] in Bezug auf die Fridays for Future-Bewegung:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Obwohl ihre Anliegen und Narrative auch durch soziale Medien in die Öffentlichkeit gebracht werden können, versprechen sie nicht die gleiche Reichweite wie Massenmedien. Da die Massenmedien aktive Mitgestalter der Erzählung über die Klimakrise sind, sind soziale Bewegungen davon abhängig, dass ihre Themen in die Medien gebracht werden. Massenmedien bestimmen maßgeblich mit, welche Geschichten sich durchsetzen, und können dadurch die Meinung von Medienrezipient_innen beeinflussen. Diese können dann durch ihre Rolle als Wähler_innen, Konsument_innen oder Unterstützer_innen entsprechende Reaktionen in der Politik und Wirtschaft hervorrufen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Goldenbaum, Max/Thompson, Clara S.|Titel=Fridays for Future im Spiegel der Medienöffentlichkeit|Herausgeber*in=Haunss, Sebastian/Sommer, Moritz|Sammelband=Fridays for Future – Die Jugend gegen den Klimawandel. Konturen der weltweiten Protestbewegung|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2020|Seite=184}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Insofern bleibt eine Analyse zentraler Presseorgane und ihrer Online-Ableger wie beispielsweise des Magazins [[Berichterstattung über die Waldbrände in Kalifornien 2020|Der Spiegel]] oder der [[Süddeutschen Zeitung]] unverzichtbar, möchte man herausarbeiten, inwiefern und inwieweit größere Problemkomplexe wie der Klimawandel durch die Gesellschaft wahrgenommen und angegangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachwissenschaftliche Analyse von Pressetexten ==&lt;br /&gt;
Die Etablierung der Pressetextanalyse als zentralem Zugang zu gesellschaftlichem Wissen durch die Sprachwissenschaft hat eine Vielzahl methodischer Ansätze hervorgebracht, die sich je nach thematischem Schwerpunkt oder ausgewähltem Korpus richten. Um die wachsende Methodenvielfalt zu überblicken, entstehen inzwischen auch wissenschaftliche Übersichtsartikel, die die einzelnen Ansätze zu einem kohärenten methodischen Vorgehen zusammenführen.&lt;br /&gt;
Ein Beispiel dieser Bemühungen stellt die Untersuchung Andreas Gardts dar, der die einzelnen Ansätze den drei folgenden Leitperspektiven auf Textanalysen unterordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Textanalyse als Basis der Diskursanalyse. Theorie und Methoden|Herausgeber*in=Felder, Ekkehard|Sammelband=Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen|Ort=Berlin/New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=29-55}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kommunikativ-pragmatischer Rahmen===&lt;br /&gt;
Eine Analyse beginnt üblicherweise mit einer kurzen Charakterisierung des untersuchten Presseorgans. In einer modernen Mediengesellschaft ist es für die Sprachbenutzer*innen selbstverständlich, zum Beispiel Zeitungen ein bestimmtes Ethos zuordnen zu können, oder alltagssprachlicher ausgedrückt: Ein bestimmtes Image, das im Wechselspiel zwischen dem Presseorgan und ihren Rezipient*innen gewachsen ist. Das heißt, es werden bestimmte Erwartungen an eine Zeitung herangetragen, und sowohl die Bestätigung als auch die Hinterfragung dieser Erwartungen ist aus linguistischer Sicht interessant. In jedem Falle aber rahmt bereits dieses Wissen auf Produzierenden- und Rezipierendenseite die in den Zeitungen verhandelten Inhalte ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Textsemantisches_Analyseraster_nach_Gardt_(2013).png|thumb|Übersicht über die drei Ebenen des textsemantischen Analyserasters nach Gardt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Textanalyse als Basis der Diskursanalyse. Theorie und Methoden|Herausgeber*in=Felder, Ekkehard|Sammelband=Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen|Ort=Berlin/New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=29-55}}&amp;lt;/ref&amp;gt; mit Beispielen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Makrostruktur===&lt;br /&gt;
Makrostrukturelle Beobachtungen bilden vereinfacht ausgedrückt den ersten Eindruck ab, den sich Rezipierende über einen Text verschaffen. Sie basieren auf Beschreibungen von Themenentfaltungen, die sich anhand von Titeln und Untertiteln, Bildern und ihren Bildunterschriften sowie dem Layout ganzer Seiten oder auch ganzer Zeitungen/Websites nachvollziehen lassen – ist ein Text eher darstellend/berichtend oder meinungsbildend/argumentierend? Die zeitliche Abfolge, in der bestimmte Themen in einem Presseorgan auftauchen und sich weiterentwickeln, spielt hierbei ebenfalls eine zentrale Rolle – bis hin zum konkreten Veröffentlichungszeitpunkt bei Online-Publikationen: Ist es für den Text zentral, möglichst zeitnah zum berichteten Ereignis zu erscheinen, oder wird eher später, dafür aber vielschichtiger/reflektierter berichtet?&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Mikrostruktur===&lt;br /&gt;
Auf der Mikroebene der Texte können vielfältigste Sprachmuster auffallen. Für den Klimawandeldiskurs können aufgrund der Komplexität des Themas zum Beispiel Metaphern und ikonisch gewordene (so genannte Schlag-)Bilder im Vordergrund einer Analyse stehen, mit denen dieses Phänomen greifbar gemacht wird – so vermittelt eine Abbildung der Erde als ein trauriges Gesicht mit Thermometer im Mund das Konzept Klimawandel als Krankheit oder ein hungernder Eisbär wird als Verweis auf das problematische Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt genutzt.&lt;br /&gt;
Aber auch mehr oder weniger implizite Argumentationsmuster können sich zeigen, wenn beispielsweise durch die häufige oder bevorzugte Nutzung zentraler Schlagwörter bestimmte Maßnahmen gegenüber anderen als dringlicher perspektiviert werden. Je nach dem, ob der Problemkomplex als ''Klimawandel'', ''Klimakrise'' oder ''Klimakatastrophe'' beschrieben wird, erscheinen bestimmte politische Maßnahmen als angebracht oder übertrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul|Nachname=Reszke|Vorname2= |Nachname2= |Tag=11|Monat=05|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Diskurs_und_Diskursanalyse&amp;diff=1931</id>
		<title>Diskurs und Diskursanalyse</title>
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		<updated>2021-05-11T19:09:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Artikel ausgelagert aus &amp;quot;Analyse von Pressetexten&amp;quot; – Diskursbegriff von Foucault könnte nachgetragen werden, könnte aber auch für Lai*innen zu komplex sein&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;&lt;br /&gt;
Der Begriff '''Diskurs''' wird alltagssprachlich für ein thematisch klar umrissenes Gespräch oder eine verbale Auseinandersetzung genutzt. Fachwissenschaftlich wird der Begriff ab Ende der 1960er Jahre insbesondere durch den französischen Philosophen, Historiker und Soziologen [[Michel Foucault]] geprägt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Foucault, Michel|Titel=Die Ordnung des Diskurses|Ort=Frankfurt am Main|Verlag=Fischer|Jahr=1991}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ausgehend von Foucault geht er in verschiedene geistes- und kulturwissenschaftliche Forschungsfelder ein. Im Bereich [[Über Klimawandel sprechen]] soll es insbesondere um seine sprachwissenschaftliche Weiterentwicklung gehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die sprachwissenschaftliche Ausprägung des Begriffs Diskurs==&lt;br /&gt;
Spätestens durch einen Aufsatz der Sprachwissenschaftler [[Dietrich Busse]] und [[Wolfgang Teubert]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Busse, Dietrich/Teubert, Wolfgang |Titel=Ist Diskurs ein sprachwissenschaftliches Objekt? Zur Methodenfrage der historischen Semantik|Herausgeber*in=Busse, Dietrich/Hermanns, Fritz/Teubert, Wolfgang|Sammelband=Begriffsgeschichte und Diskursgeschichte. Methodenfragen und Forschungsergebnisse der historischen Semantik|Ort=Opladen|Verlag=Westdeutscher|Jahr=1994|Seite=10-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; nimmt eine linguistische Forschung stetig zu, die sich der Analyse gesellschaftlichen Wissens und Handelns hinwendet, das sowohl in Sprache und Kommunikation vorbereitet wird und sich darin wiederum auch niederschlägt. Ausgehend von diesen Diskursanalysen identifiziert und präzisiert der Sprachwissenschaftler [[Andreas Gardt]] den folgenden Diskursbegriff für die Linguistik:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Ein Diskurs ist die Auseinandersetzung mit einem Thema,&lt;br /&gt;
* die sich in Äußerungen und Texten der unterschiedlichsten Art niederschlägt,&lt;br /&gt;
* von mehr oder weniger großen gesellschaftlichen Gruppen getragen wird,&lt;br /&gt;
* das Wissen und die Einstellungen dieser Gruppen zu dem betreffenden Thema sowohl spiegelt&lt;br /&gt;
* als auch aktiv prägt und dadurch handlungsleitend für die zukünftige Gestaltung der gesellschaftlichen Wirklichkeit in Bezug auf dieses Thema wirkt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Diskursanalyse – Aktueller theoretischer Ort und methodische Möglichkeiten|Herausgeber*in=Warnke, Ingo H./Spitzmüller, Jürgen|Sammelband=Diskurslinguistik nach Foucault. Theorie und Gegenstände|Ort=Berlin/New York|Verlag=de Gruyter|Jahr=2007|Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
So könnte man als konkretes Anwendungsbeispiel dieser Definition die Untersuchung des Klimawandeldiskurses heranziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in dem sich die Auseinandersetzung mit dem Problemkomplex des menschengemachten Klimawandels u. a. in Form von Tweets, Protestrufen, Interviews, [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentationen]], populärwissenschaftlichen Texten oder eben nicht zuletzt auch in der [[Analyse von Pressetexten|massenmedialen Berichterstattung]] zeigt. Diese Diskussion wird von Bewegungen wie Fridays for Future, [[Die Zerstörung der CDU|politisch interessierten YouTubern]] oder Parteien wie der CDU etc. getragen und in ihren jeweiligen Äußerungen und Texten zeigen sich ihre Haltungen und ihr Wissen, welche wiederum das Handeln in Bezug auf den Problemkomplex Klimawandel prägen.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Kunstkommunikation&amp;diff=1930</id>
		<title>Kunstkommunikation</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Kunstkommunikation&amp;diff=1930"/>
		<updated>2021-05-11T18:39:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Link zu &amp;quot;umweltaktivistische Kunst&amp;quot; für Launch entfernt, Artikel zu unfertig/Status unklar&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel dient als Übersicht einer [[:Kategorie:Reihen|Reihe]], in der '''Kunstkommunikation''' aus [[:Kategorie:Sprachwissenschaft|sprachwissenschaftlicher]] Perspektive diskutiert wird. &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:15px; text-align:center; width:30%;&amp;quot; | [[Datei:Watercolor-Beuys.png|class=img-responsive]]|| style=&amp;quot;padding:10px&amp;quot; | Unter dem Begriff „Kunstkommunikation“ wird in der sprachwissenschaftlichen Forschung jegliche Kommunikation in der gesellschaftlichen Wissensdomäne Kunst gefasst und untersucht. Darunter fallen konkret zum Beispiel face-to-face-Gespräche vor Kunstobjekten oder Äußerungen von Künstler*innen sowie schriftsprachliche Texte wie feuilletonistische Kritiken oder Kunstkataloge. Eine der zentralen Forscher*innenpersönlichkeiten in diesem Feld ist der Heiko Hausendorf. Wichtige methodische Zugänge sind im engeren Sinne die Gesprächs- und Interaktionsanalyse, im weiteren Sinne jegliche Mittel der Text- und Diskursanalyse.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Präzisierung des Begriffs Kunstkommunikation==&lt;br /&gt;
Die sprachwissenschaftliche Erforschung der Kommunikation im Umfeld von Kunst ist ein noch recht junges Gebiet, dessen intensive Erforschung erst Anfang der 2000er Jahre Fahrt aufnimmt. So können noch 2016 [[Heiko Hausendorf]] und [[Marcus Müller]] festhalten:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Zwar ist das Verhältnis von Sprache und (Bildender) Kunst immer wieder grundsätzlich thematisiert worden. Über den gesellschaftlichen Funktionsbereich der Kunst und seine sprachlichen Anteile wissen wir aber nach wie vor viel weniger als über die anderen Funktionsbereiche der Gesellschaft.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Titel=Sprache in der Kunstkommunikation – Einleitung|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=IX}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Kommunikation über Kunst als gesellschaftlichem Funktionsbereich (neben anderen Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Recht etc.) steht im Fokus der sprachwissenschaftlichen Forschung. Eine zentrale Annahme ist dabei, dass „Kommunikation mit und durch Kunstwerke [...] ohne einen sprachlich konstituierten Kunstdiskurs nicht denkbar [ist], wie (fast) jede Gegenwartsausstellung von Kunst mit ihren vielen und vielfältigen sprachlichen Bezugnahmen am Kunstwerk (in der Nähe des Kunstwerks) belegt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Titel=Sprache in der Kunstkommunikation|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=437}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relevanz von Kunstkommunikation für das Thema Klimawandel==&lt;br /&gt;
Insbesondere Großausstellungen wie die Biennale in Venedig oder die [[documenta]] in Kassel sind im Wesentlichen nicht nur Ausstellungsorte für Kunstobjekte, sondern erheben in ihrer Gesamtkomposition den Anspruch, eine Bestandsaufnahme global und gegenwärtig relevanter Themen zu sein, die sich in Form von Kunstobjekten manifestiert und über andere Zeichenträger (Kataloge, Führungen, Kritiken etc.) diskursiv ausgehandelt und in die Gesellschaft hineingetragen wird. Dass vor diesem Hintergrund zunehmend auch der Klimawandel (zum Beispiel in Form von umweltaktivistischer Kunst) thematisiert wird, ist naheliegend und einer der zentralen Gründe, sich im vorliegenden [[Living Handbook]] mit Kunstkommunikation auseinanderzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warum ist das Kunst? – Kunstwertstiftung als Funktion der Kunstkommunikation==&lt;br /&gt;
Neben den zentralen Funktionen der Kunstkommunikation,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko|Titel=Kunstkommunikation|Herausgeber*in=Habscheid, Stephan|Sammelband=Textsorten, Handlungsmuster, Oberflächen. Linguistische Typologien der Kommunikation|Ort=Berlin, New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2011|Seite=509-535}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ist insbesondere die Unterfunktion der Kunstwertstiftung relevant, wenn es darum geht, dass Kunstobjekte in der Öffentlichkeit wahrgenommen und die von ihnen transportierten Inhalte (beispielsweise Klimapolitik) auch außerhalb eines Kreises von Fachleuten und Eingeweihten diskutiert werden.&lt;br /&gt;
Als Versuch der Kunstwertstiftung wird jegliche kommunikative Handlung verstanden, die Rezipierenden vermitteln soll, dass es sich bei einem Objekt um Kunst handelt. Der Begriff der Kunstwertstiftung ist sehr dicht und damit nicht unbedingt intuitiv erschließbar, insofern ließe sich seine wortwörtliche Bedeutung so herleiten: Der (Mehr-)Wert eines Objekts als Kunst wird erklärt und damit kommunikativ gestiftet – so wie man beispielsweise auch Sinn stiftet etc. Die Sprachwissenschaftlerin [[Rahel Ziethen]] fasst zusammen, dass bevor Kunstkommunikation beginnen könne, „das Gezeigte als ‚Kunst’ überhaupt erst einmal glaubhaft gemacht werden muss“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ziethen, Rahel|Titel=Textsorte Ausstellungskatalog|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=412}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie betont, dass dies insbesondere bei zeitgenössischer Kunst erforderlich sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vier Strategien der Kunstwertstiftung==&lt;br /&gt;
Kommunikative Strategien der Kunstwertstiftung sind von gesellschaftlicher Bedeutung, da die Kunstobjekte einer Kunstgroßausstellung sowie die darin transportierten Inhalte üblicherweise in der Absicht produziert und kommunikativ eingerahmt werden, einem möglichst breiten Publikum zugänglich gemacht zu werden. Darunter fallen auch die Handlungsappelle, die umweltaktivistische Kunst im Rahmen einer Großausstellung an ihr Publikum herantragen will. Kurz gefasst: Kunstwertstiftung ist notwendig, denn wenn ein Kunstobjekt nicht als solches wahrgenommen wird, wird auch die damit zu vermittelnde Botschaft nicht wahrgenommen; ein Zeichenträger, der nicht als solcher verstanden wird, wird auch nicht gelesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lassen sich vier kommunikative Strategien der Kunstwertstiftung unterscheiden, die insbesondere dann eingesetzt werden, wenn Kunstlai*innen vermittelt werden soll, dass es sich bei einem Objekt um Kunst handelt. Diese Strategien wurden anhand von Katalogtexten der [[documenta]]-Ausstellungen 12, 13 und 14 herausgearbeitet:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=581-618}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
I. ''materiell-handwerkliche Ebene'' &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Details und ihrem Bezug zum Ganzen &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Techniken und Arbeitsprozessen (z. B. Material sammeln und anordnen) &lt;br /&gt;
*Nutzung von Material/technikbezogenen Fachtermini &lt;br /&gt;
*Nennen und Zitieren anderer Autoritäten/Fachleute (für [Kunst-]Techniken)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
II. ''ästhetisch-psychologische Ebene'' &lt;br /&gt;
*übliche Wirkung auf die Rezipierenden beschreiben (z. B. „zunächst abschreckend“) &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Emotionen und Urteilen anderer (Fachleute oder Laien) &lt;br /&gt;
*Innovation der Arbeit durch innovative Sprache signalisieren &lt;br /&gt;
*Arbeit als Widerspiegelung eines Zeitgeistes deuten &lt;br /&gt;
*ästhetische Entsprechung von Beschreibung und Beschriebenem, Nutzung poetischer Sprache &lt;br /&gt;
*prozessuale Verben als Signal für Dynamik (z. B. „abarbeiten“) &lt;br /&gt;
*Appellstruktur, Text als Einladung zur quasi-gemeinsamen Betrachtung &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
III. ''(kunst)historische Ebene'' &lt;br /&gt;
*Einbettung in ein Genre&lt;br /&gt;
*Tradition, aber auch Bruch mit der Tradition&lt;br /&gt;
*kuratorische und inszenatorische Einbettung mit Kunstobjekt verknüpfen&lt;br /&gt;
*Intertextualität und Intermedialität (im weiten Sinne) aufzeigen&lt;br /&gt;
*Gegenwartsbezug herstellen&lt;br /&gt;
*Einbettung in die Mediengeschichte&lt;br /&gt;
*Abgrenzung von anderer Kunst &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
IV. ''(werk)biographische Ebene'' &lt;br /&gt;
*Markierung des Status der Kunstschaffenden als Autoritäten oder als Innovatoren &lt;br /&gt;
*Verbindung zu anderen Arbeiten der Kunstschaffenden &lt;br /&gt;
*Idee/Konzept hinter den Arbeiten nacherzählen &lt;br /&gt;
*Anekdoten aus dem Leben der Kunstschaffenden &lt;br /&gt;
*Zitate der Kunstschaffenden&lt;br /&gt;
*sozialpolitische Herkunft der Kunstschaffenden als Produktionsantrieb/-hintergrund deuten&lt;br /&gt;
*Beschreibung des Habitus der Kunstschaffenden/ihres Verhaltens, Schlussfolgerung auf Arbeiten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=611}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus diesen vier Ebenen werden in den untersuchten Katalogtexten jeweils mindestens drei genutzt. Erst durch das Zusammenspiel mindestens dreier dieser Ebenen wird Rezipierenden plausibel gemacht, dass ein Objekt als Kunst gelten kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=613}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das folgende Zitat führt das Zusammenspiel der materiell-handwerklichen sowie der ästhetisch-psychologischen Ebene vor Augen:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Es wird beispielsweise betont, dass [bestimmte Künstler*innen] schon lange oder mit besonderer Charakteristik mit bestimmten Medien, Materialien oder Techniken arbeiten, so wie hier in einem Text des documenta-14-Kurators [[Pierre Bal-Blanc]], in dem er den albanischen Maler [[Edi Hila]] direkt anspricht: ‚Ich frage mich, ob das Gefühl der Entkörperlichung, das Ihre Arbeiten hervorrufen, auch darauf zurückzuführen ist, dass Sie nahezu zwei Jahrzehnte an der Akademie der Künste in Tirana Malerei gelehrt haben.’ (Latimer/Szymczyk 2017, „1. Juli“) &lt;br /&gt;
[…] Das letzte Zitat Bal-Blancs zeigt auch eine übliche Vernetzung zweier Muster zur Kunstwertstiftung auf. Durch instrumentale, finale oder konsekutive Junktoren (so, indem, damit, um...zu etc., im Beispiel syntagmatisch komplexer: „darauf zurückzuführen, dass“) werden Ebene I und II so verknüpft, dass sich aus der Gestaltung des Kunstobjekts eine bestimmte Wirkung ableiten lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=611-612}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Herausarbeiten solcher kommunikativer Muster der Kunstwertstiftung ist ein wichtiger erster Schritt bei der Analyse von Kunst, die in der Gesellschaft Veränderungen bewirken möchte. Erst die Akzeptanz des Kunstwerks als Kunstwerk durch sein Publikum erlaubt es auch, dass dieses Publikum sich auf die zu vermittelnde Botschaft einer solchen Arbeit einlässt. Das im Zitat besprochene Gemälde wird beispielsweise durch die Ausweisung des Künstlers Hila als langjährigen akademischen Kunstlehrer aufgewertet. Vereinfacht ließe sich die hinter dieser Äußerung steckende Argumentation so zusammenfassen: ''Weil Edi Hila seit zwanzig Jahren Malerei lehrt – und somit logischerweise noch länger selbst malt –, verfügt er über besondere Kompetenzen in Hinblick auf diese Kunstform.''&lt;br /&gt;
Wer solche Muster der Kunstwertstiftung in Bezug auf ein künstlerisches Objekt wiederholt in feuilletonistischen oder Katalogtexten etc. wahrnimmt, dem wird zunehmend plausibel gemacht, dass es sich lohnt, sich mit einem Kunstobjekt auseinanderzusetzen – und damit eventuell auch an den thematisierten [[Diskurs und Diskursanalyse|Diskursen]], z. B. über den Klimawandel, teilzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul|Nachname=Reszke|Vorname2= |Nachname2= |Tag=20|Monat=03|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstkommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reihen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
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		<title>Kunstkommunikation</title>
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		<updated>2021-05-11T18:38:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Abschließendes Blockzitat erläutert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Dieser Artikel dient als Übersicht einer [[:Kategorie:Reihen|Reihe]], in der '''Kunstkommunikation''' aus [[:Kategorie:Sprachwissenschaft|sprachwissenschaftlicher]] Perspektive diskutiert wird. &lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:15px; text-align:center; width:30%;&amp;quot; | [[Datei:Watercolor-Beuys.png|class=img-responsive]]|| style=&amp;quot;padding:10px&amp;quot; | Unter dem Begriff „Kunstkommunikation“ wird in der sprachwissenschaftlichen Forschung jegliche Kommunikation in der gesellschaftlichen Wissensdomäne Kunst gefasst und untersucht. Darunter fallen konkret zum Beispiel face-to-face-Gespräche vor Kunstobjekten oder Äußerungen von Künstler*innen sowie schriftsprachliche Texte wie feuilletonistische Kritiken oder Kunstkataloge. Eine der zentralen Forscher*innenpersönlichkeiten in diesem Feld ist der Heiko Hausendorf. Wichtige methodische Zugänge sind im engeren Sinne die Gesprächs- und Interaktionsanalyse, im weiteren Sinne jegliche Mittel der Text- und Diskursanalyse.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Präzisierung des Begriffs Kunstkommunikation==&lt;br /&gt;
Die sprachwissenschaftliche Erforschung der Kommunikation im Umfeld von Kunst ist ein noch recht junges Gebiet, dessen intensive Erforschung erst Anfang der 2000er Jahre Fahrt aufnimmt. So können noch 2016 [[Heiko Hausendorf]] und [[Marcus Müller]] festhalten:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Zwar ist das Verhältnis von Sprache und (Bildender) Kunst immer wieder grundsätzlich thematisiert worden. Über den gesellschaftlichen Funktionsbereich der Kunst und seine sprachlichen Anteile wissen wir aber nach wie vor viel weniger als über die anderen Funktionsbereiche der Gesellschaft.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Titel=Sprache in der Kunstkommunikation – Einleitung|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=IX}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die Kommunikation über Kunst als gesellschaftlichem Funktionsbereich (neben anderen Bereichen wie Politik, Wirtschaft, Recht etc.) steht im Fokus der sprachwissenschaftlichen Forschung. Eine zentrale Annahme ist dabei, dass „Kommunikation mit und durch Kunstwerke [...] ohne einen sprachlich konstituierten Kunstdiskurs nicht denkbar [ist], wie (fast) jede Gegenwartsausstellung von Kunst mit ihren vielen und vielfältigen sprachlichen Bezugnahmen am Kunstwerk (in der Nähe des Kunstwerks) belegt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Titel=Sprache in der Kunstkommunikation|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=437}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relevanz von Kunstkommunikation für das Thema Klimawandel==&lt;br /&gt;
Insbesondere Großausstellungen wie die Biennale in Venedig oder die [[documenta]] in Kassel sind im Wesentlichen nicht nur Ausstellungsorte für Kunstobjekte, sondern erheben in ihrer Gesamtkomposition den Anspruch, eine Bestandsaufnahme global und gegenwärtig relevanter Themen zu sein, die sich in Form von Kunstobjekten manifestiert und über andere Zeichenträger (Kataloge, Führungen, Kritiken etc.) diskursiv ausgehandelt und in die Gesellschaft hineingetragen wird. Dass vor diesem Hintergrund zunehmend auch der Klimawandel (zum Beispiel in Form von [[Umweltaktivistische Kunst|umweltaktivistischer Kunst]]) thematisiert wird, ist naheliegend und einer der zentralen Gründe, sich im vorliegenden [[Living Handbook]] mit Kunstkommunikation auseinanderzusetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warum ist das Kunst? – Kunstwertstiftung als Funktion der Kunstkommunikation==&lt;br /&gt;
Neben den zentralen Funktionen der Kunstkommunikation,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Hausendorf, Heiko|Titel=Kunstkommunikation|Herausgeber*in=Habscheid, Stephan|Sammelband=Textsorten, Handlungsmuster, Oberflächen. Linguistische Typologien der Kommunikation|Ort=Berlin, New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2011|Seite=509-535}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ist insbesondere die Unterfunktion der Kunstwertstiftung relevant, wenn es darum geht, dass Kunstobjekte in der Öffentlichkeit wahrgenommen und die von ihnen transportierten Inhalte (beispielsweise Klimapolitik) auch außerhalb eines Kreises von Fachleuten und Eingeweihten diskutiert werden.&lt;br /&gt;
Als Versuch der Kunstwertstiftung wird jegliche kommunikative Handlung verstanden, die Rezipierenden vermitteln soll, dass es sich bei einem Objekt um Kunst handelt. Der Begriff der Kunstwertstiftung ist sehr dicht und damit nicht unbedingt intuitiv erschließbar, insofern ließe sich seine wortwörtliche Bedeutung so herleiten: Der (Mehr-)Wert eines Objekts als Kunst wird erklärt und damit kommunikativ gestiftet – so wie man beispielsweise auch Sinn stiftet etc. Die Sprachwissenschaftlerin [[Rahel Ziethen]] fasst zusammen, dass bevor Kunstkommunikation beginnen könne, „das Gezeigte als ‚Kunst’ überhaupt erst einmal glaubhaft gemacht werden muss“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ziethen, Rahel|Titel=Textsorte Ausstellungskatalog|Herausgeber*in=Hausendorf, Heiko; Müller, Marcus|Sammelband=Handbuch Sprache in der Kunstkommunikation|Ort=Berlin, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=412}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Sie betont, dass dies insbesondere bei zeitgenössischer Kunst erforderlich sei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Vier Strategien der Kunstwertstiftung==&lt;br /&gt;
Kommunikative Strategien der Kunstwertstiftung sind von gesellschaftlicher Bedeutung, da die Kunstobjekte einer Kunstgroßausstellung sowie die darin transportierten Inhalte üblicherweise in der Absicht produziert und kommunikativ eingerahmt werden, einem möglichst breiten Publikum zugänglich gemacht zu werden. Darunter fallen auch die Handlungsappelle, die umweltaktivistische Kunst im Rahmen einer Großausstellung an ihr Publikum herantragen will. Kurz gefasst: Kunstwertstiftung ist notwendig, denn wenn ein Kunstobjekt nicht als solches wahrgenommen wird, wird auch die damit zu vermittelnde Botschaft nicht wahrgenommen; ein Zeichenträger, der nicht als solcher verstanden wird, wird auch nicht gelesen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lassen sich vier kommunikative Strategien der Kunstwertstiftung unterscheiden, die insbesondere dann eingesetzt werden, wenn Kunstlai*innen vermittelt werden soll, dass es sich bei einem Objekt um Kunst handelt. Diese Strategien wurden anhand von Katalogtexten der [[documenta]]-Ausstellungen 12, 13 und 14 herausgearbeitet:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=581-618}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
I. ''materiell-handwerkliche Ebene'' &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Details und ihrem Bezug zum Ganzen &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Techniken und Arbeitsprozessen (z. B. Material sammeln und anordnen) &lt;br /&gt;
*Nutzung von Material/technikbezogenen Fachtermini &lt;br /&gt;
*Nennen und Zitieren anderer Autoritäten/Fachleute (für [Kunst-]Techniken)&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
II. ''ästhetisch-psychologische Ebene'' &lt;br /&gt;
*übliche Wirkung auf die Rezipierenden beschreiben (z. B. „zunächst abschreckend“) &lt;br /&gt;
*Beschreibung von Emotionen und Urteilen anderer (Fachleute oder Laien) &lt;br /&gt;
*Innovation der Arbeit durch innovative Sprache signalisieren &lt;br /&gt;
*Arbeit als Widerspiegelung eines Zeitgeistes deuten &lt;br /&gt;
*ästhetische Entsprechung von Beschreibung und Beschriebenem, Nutzung poetischer Sprache &lt;br /&gt;
*prozessuale Verben als Signal für Dynamik (z. B. „abarbeiten“) &lt;br /&gt;
*Appellstruktur, Text als Einladung zur quasi-gemeinsamen Betrachtung &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
III. ''(kunst)historische Ebene'' &lt;br /&gt;
*Einbettung in ein Genre&lt;br /&gt;
*Tradition, aber auch Bruch mit der Tradition&lt;br /&gt;
*kuratorische und inszenatorische Einbettung mit Kunstobjekt verknüpfen&lt;br /&gt;
*Intertextualität und Intermedialität (im weiten Sinne) aufzeigen&lt;br /&gt;
*Gegenwartsbezug herstellen&lt;br /&gt;
*Einbettung in die Mediengeschichte&lt;br /&gt;
*Abgrenzung von anderer Kunst &lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
IV. ''(werk)biographische Ebene'' &lt;br /&gt;
*Markierung des Status der Kunstschaffenden als Autoritäten oder als Innovatoren &lt;br /&gt;
*Verbindung zu anderen Arbeiten der Kunstschaffenden &lt;br /&gt;
*Idee/Konzept hinter den Arbeiten nacherzählen &lt;br /&gt;
*Anekdoten aus dem Leben der Kunstschaffenden &lt;br /&gt;
*Zitate der Kunstschaffenden&lt;br /&gt;
*sozialpolitische Herkunft der Kunstschaffenden als Produktionsantrieb/-hintergrund deuten&lt;br /&gt;
*Beschreibung des Habitus der Kunstschaffenden/ihres Verhaltens, Schlussfolgerung auf Arbeiten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=611}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Aus diesen vier Ebenen werden in den untersuchten Katalogtexten jeweils mindestens drei genutzt. Erst durch das Zusammenspiel mindestens dreier dieser Ebenen wird Rezipierenden plausibel gemacht, dass ein Objekt als Kunst gelten kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=613}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das folgende Zitat führt das Zusammenspiel der materiell-handwerklichen sowie der ästhetisch-psychologischen Ebene vor Augen:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Es wird beispielsweise betont, dass [bestimmte Künstler*innen] schon lange oder mit besonderer Charakteristik mit bestimmten Medien, Materialien oder Techniken arbeiten, so wie hier in einem Text des documenta-14-Kurators [[Pierre Bal-Blanc]], in dem er den albanischen Maler [[Edi Hila]] direkt anspricht: ‚Ich frage mich, ob das Gefühl der Entkörperlichung, das Ihre Arbeiten hervorrufen, auch darauf zurückzuführen ist, dass Sie nahezu zwei Jahrzehnte an der Akademie der Künste in Tirana Malerei gelehrt haben.’ (Latimer/Szymczyk 2017, „1. Juli“) &lt;br /&gt;
[…] Das letzte Zitat Bal-Blancs zeigt auch eine übliche Vernetzung zweier Muster zur Kunstwertstiftung auf. Durch instrumentale, finale oder konsekutive Junktoren (so, indem, damit, um...zu etc., im Beispiel syntagmatisch komplexer: „darauf zurückzuführen, dass“) werden Ebene I und II so verknüpft, dass sich aus der Gestaltung des Kunstobjekts eine bestimmte Wirkung ableiten lässt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina; Konerding, Klaus-Peter; Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin, München, Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=611-612}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Herausarbeiten solcher kommunikativer Muster der Kunstwertstiftung ist ein wichtiger erster Schritt bei der Analyse von Kunst, die in der Gesellschaft Veränderungen bewirken möchte. Erst die Akzeptanz des Kunstwerks als Kunstwerk durch sein Publikum erlaubt es auch, dass dieses Publikum sich auf die zu vermittelnde Botschaft einer solchen Arbeit einlässt. Das im Zitat besprochene Gemälde wird beispielsweise durch die Ausweisung des Künstlers Hila als langjährigen akademischen Kunstlehrer aufgewertet. Vereinfacht ließe sich die hinter dieser Äußerung steckende Argumentation so zusammenfassen: ''Weil Edi Hila seit zwanzig Jahren Malerei lehrt – und somit logischerweise noch länger selbst malt –, verfügt er über besondere Kompetenzen in Hinblick auf diese Kunstform.''&lt;br /&gt;
Wer solche Muster der Kunstwertstiftung in Bezug auf ein künstlerisches Objekt wiederholt in feuilletonistischen oder Katalogtexten etc. wahrnimmt, dem wird zunehmend plausibel gemacht, dass es sich lohnt, sich mit einem Kunstobjekt auseinanderzusetzen – und damit eventuell auch an den thematisierten [[Diskurs und Diskursanalyse|Diskursen]], z. B. über den Klimawandel, teilzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul|Nachname=Reszke|Vorname2= |Nachname2= |Tag=20|Monat=03|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstkommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorien]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Reihen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=%C3%9Cber_Klimawandel_sprechen&amp;diff=1928</id>
		<title>Über Klimawandel sprechen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=%C3%9Cber_Klimawandel_sprechen&amp;diff=1928"/>
		<updated>2021-05-11T18:14:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Link zu &amp;quot;umweltaktivistische Kunst&amp;quot; für Launch entfernt, Artikel zu unfertig/Status unklar&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Über Klimawandel sprechen''' ist eine der drei zentralen Perspektiven, aus der im Rahmen des Projekts [[Climate Thinking]] das Thema Klimawandel erforscht wird.&lt;br /&gt;
{|&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;padding:15px; text-align:center; width:30%;&amp;quot; | [[Datei: Watercolor-Test.png|class=img-responsive]]|| style=&amp;quot;padding:10px&amp;quot; | „Ich will ein heißes Date, keinen heißen Planeten“,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Spiegel-Online |Titel=Globaler Klimastreik – &amp;quot;Ich will ein heißes Date, keinen heißen Planeten&amp;quot;  |Jahr=27.09.2019 |Online=https://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/fridays-for-future-ich-will-ein-heisses-date-keinen-heissen-planeten-a-1289054.html |Abruf=24.02.2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; zitiert Spiegel-Online eine Klimaaktivistin. „Je mehr Zeit ins Land zieht, [...] desto radikaler könnte die Bewegung selbst werden“,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bild-Online |Titel= Blockaden nerven Bürger – „Fridays for Future“-Proteste werden radikaler |Jahr=29.09.2019 |Online=https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/blockaden-nerven-buerger-fridays-for-future-proteste-werden-radikaler-65016746.bild.html |Abruf=24.02.2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; befürchtet die Bild-Zeitung und der Youtuber Rezo zerstört unter Bezugnahme auf den Klimawandel die CDU – oder zerstört sie sich selbst?&amp;lt;br&amp;gt;Das Sprechen, Schreiben, Diskutieren über den Klimawandel, Klimaziele und die #fridaysforfuture-Proteste findet nach wie vor in den klassischen Presseorganen statt. Längst prägen aber auch Beiträge auf Youtube, Twitter und Instagram die Debatte. Sie suchen Legitimation in Verschwörungstheorien und Wissenschaft (siehe: [[Über Klimawandel nachdenken]]); sie tragen zu Information, Desinformation und Emotionalisierung bei; sie zitieren apokalyptische Erzählungen und utopische Ideenwelten (siehe: [[Vom Klimawandel erzählen]]). Das Sprechen über Klimawandel ist ein hochgradig komplexes gesellschaftliches Phänomen, dessen Analyse Einblicke in die gegenwärtige politische Kommunikationskultur, Meinungsbildung und die Formierung politischer Gruppen ermöglicht.&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Zentrale Perspektiven und Zugänge ==&lt;br /&gt;
=== Pressetexte ===&lt;br /&gt;
In einer modernen, massenmedial geprägten Gesellschaft ist der Großteil des öffentlich zugänglichen Wissens über gesellschaftlich relevante Themen durch Presseorgane vorstrukturiert. Eine [[Analyse von Pressetexten]] erlaubt damit auch den Zugriff auf das Grundgerüst des gesellschaftlichen Denkens, Redens und Wissens über Klimawandel.&lt;br /&gt;
=== Social Media ===&lt;br /&gt;
Anders als z. B. noch in der Ökobewegung der 1990er Jahre lässt sich mit Blick auf den gegenwärtigen Klimadiskurs nicht mehr konstatieren, dass Aktivist*innen „nicht in ausreichendem Maße Zugang zu den wichtigen Medien“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Haß, Ulrike |Titel=Das Besetze von Begriffen. Kommunikative Strategien und Gegenstrategien in der Umweltdiskussion |Herausgeber*in=Liedtke, Frank/Wengeler, Martin/Böke, Karin |Sammelband=Begriffe besetzen – Strategien des Sprachgebrauchs in der Politik |Ort=Opladen |Verlag=Westdeutscher |Jahr=1991 |Seite=330–337, hier S. 330 |Online= }}&amp;lt;/ref&amp;gt; hätten, denn im Zuge der Digitalisierung und des medialen Wandels findet die Debatte und öffentliche Meinungsbildung maßgeblich auch in Youtube-Videos, Twitter-Tweets, Messenger-Chats etc. statt. Ein populäres Beispiel hierfür ist das Youtube-Video [[Die Zerstörung der CDU]]. des Influencers Rezo.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Kunstkommunikation ===&lt;br /&gt;
Ein wachsender Zweig zeitgenössischer Kunst versucht aktiv in politische und gesellschaftliche Prozesse einzugreifen, insbesondere was Fragen des Umgangs mit Natur und Umwelt angeht. Für die Wirkungskraft ﻿umweltaktivistischer Kunst sind weltbekannte Ausstellungen wie die Kasseler [[documenta]] oftmals ein Multiplikator: Durch [[Kunstkommunikation]] werden auch globale Problemkomplexe in die Öffentlichkeit getragen.&lt;br /&gt;
=== Dokumentarfilme===&lt;br /&gt;
Die populäre Wissensvermittlung über den Klimawandel, dessen Folgen für die Umwelt, Gesellschaft, Wirtschaft etc. findet häufig mittels ﻿[[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]] statt. Die Verbindung von  Naturaufnahmen, Animationen, Schaubildern, Expert*innenkommentaren und O-Tönen ermöglicht eine immersive, anschauungsreiche Auseinandersetzung mit aktuellen Fragen und Entwicklungen. Aktuelle Dokumentarfilme weisen häufig einen emotionalisierenden Zugang zu dem Themenkomplex auf und senden Handlungsappelle an die Zuschauer*innen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Weiterführendes ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*Auken, Sune; Sunesen, Christel (Hrsg.) (2020): ''Genre in the Climate Debate''. Berlin, New York: de Gruyter.&lt;br /&gt;
*Martin, Reisigl (Hrsg.) (2020): ''Klima in der Krise – Kontroversen, Widersprüche und Herausforderungen in Diskursen über Klimawandel. Osnabrücker Beiträge zur Sprachtheorie''/OBST 97. Duisburg: Universitätsverlag Rhein-Ruhr.&lt;br /&gt;
*Mattfeldt, Anna; Schwegler, Carolin; Wanning, Berbeli (Hrsg) (in Vorb., 2021): ''Natur – Kultur – Mensch. Sprachliche Praktiken um ökologische Nachhaltigkeit''. Berlin, New York: de Gruyter.&lt;br /&gt;
*Schwegler, Carolin; Mattfeldt, Anna (Hrsg.) (in Vorb, 2021): ''Deutsche Sprache. Themenheft &amp;quot;Nachhaltigkeit und Linguistik. Sprachwissenschaftliche Innovationen im Kontext einer globalen Thematik&amp;quot;''.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Youtube]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pressetexte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kunstkommunikation]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dokumentarfilme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Social Media]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t&amp;diff=1927</id>
		<title>Multimodalität</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t&amp;diff=1927"/>
		<updated>2021-05-11T18:12:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Link zu &amp;quot;Analyse von Pressetexten&amp;quot; ergänzt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Der vorliegende Beitrag stellt dar, inwiefern sich eine multimodale Perspektivierung von Kommunikaten von der traditionellen Perspektive der Sprachwissenschaft unterscheidet und inwieweit '''Multimodalität''' eine Ausweitung des analytischen Blickes darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Die sprachwissenschaftliche Perspektive==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Sprachwissenschaft (auch: Linguistik) kann definiert werden als die „wissenschaftliche Untersuchung menschlicher Sprache, ihrer Struktur, ihrer Geschichte, ihres Erwerbs und ihres Gebrauchs in der Kommunikation.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=TU Braunschweig |Titel=Was ist Linguistik? |Jahr= |Website= |Online=https://www.tu-braunschweig.de/anglistik/seminar/linguistik/linguistics |Abruf=12.03.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der linguistischen Fachtradition stellt schriftliche oder mündliche Sprache als Abstraktum den primären und zentralen Erkenntnisgegenstand dar. Diese Fachtradition stößt allerdings dann an ihre Grenzen, wenn in den analysierten Kommunikaten (schriftlichen Texte, Aufnahmen mündlicher Sprache, Videoaufnahmen) auch nicht-sprachliche Zeichen zur Bedeutungskonstitution beitragen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Fix, Ulla |Titel=Zugänge zu Stil als semiotisch komplexer Einheit. Thesen, Erläuterungen und Beispiele |Herausgeber*in=Jakobs, Eva-Maria; Rothkegel, Annely |Sammelband=Perspektiven auf Stil |Ort=Tübingen |Verlag=Niemeyer |Jahr=2001 |Seite=113–126, hier: S. 114 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die daraus resultierende Perspektiverweiterung ist vor allem auf zwei zentrale Veränderung in Kommunikation und Forschung zurückzuführen, nämlich einerseits, dass aufgrund von medialem Wandel, technischen Innovationen – insbesondere der Digitalisierung – sowie von Veränderungen in den Bereichen Gestaltung und Design Kommunikate unter zeichentheoretischen Gesichtspunkten komplexer und vielschichtiger geworden sind. Andererseits folgt sie daraus, dass auch die Sprachwissenschaft von technischer Innovation profitiert und heute leichter und kostengünstiger als noch vor wenigen Jahrzehnten Bilder, Audio- und Videoaufnahmen erfassen und analysieren kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Multimodalität als Perspektiverweiterung==&lt;br /&gt;
[[Datei:Aufkleber Climate Justice is Racial Justice.png|mini|Aufkleber an Laterne, fotografiert am 13.03.2021 in der Innenstadt von Göttingen]]&lt;br /&gt;
Multimodalität (hier: im weiteren Sinne) hat sich – terminologisch durchaus verwirrend – als Überbegriff für Multikodalität und Multimodalität (hier: im engeren Sinne) etabliert. Deshalb werden im Folgenden zwar Multikodalität und Multimodalität (im engeren Sinne) getrennt voneinander vorgestellt, im gesamten Living Handbook wird aber, soweit es nicht explizit erforderlich ist, verallgemeinernd und vereinfachend nur „Multimodalität“/“multimodal“ verwendet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Multikodalität===&lt;br /&gt;
Als multikodal werden solche Kommunikate bezeichnet, in denen Bedeutung durch mehr als einen Zeichentyp (Kode) konstituiert ist. Dies ist augenscheinlich dann der Fall, wenn z.B. in [[Analyse von Pressetexten|Pressetexten]] neben Buchstaben ein Bild abgedruckt ist oder wenn eine Sprecherin ihre Stimmlage variiert. In diesen Beispielen erschöpft sich allerdings nicht die Vielzahl der möglichen Zeichentypen. In einer Powerpoint-gestützten Präsentation, um nur ein Beispiel zu nennen, können neben Zeichen der gesprochenen und der geschrieben Sprache „mindestens auch der gattungsspezifische Einsatz von Layout, Bildern, Diagrammen und andere grafische Darstellungen, Proxemik, Gestik, Mimik, Prosodie, Lautstärke, Animation, Film, Tonaufnahmen und Musik“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, Felix |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021  |Seite=91 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; für die Bedeutung und die Analyse der Präsentation relevant sein. „Ein Teil davon, etwa die gesprochene Sprache, stellt ein definitorisches Element der Präsentation dar, ein anderer Teil nur ein fakultatives.“&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, Felix |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021  |Seite=91 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Deshalb und aufgrund der prinzipiellen Vielzahl an möglichen Zeichentypen ist es im Rahmen sprachwissenschaftlicher multimodaler Analysen immer entscheidend, die relevanten Zeichentypen zu identifizieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In einer multimodalen Analyse des Aufklebers (rechts) als politisches Kommunikat ließe sich z.B. fragen, ob und inwiefern die verschiedenen Farben, die Schriftart, die Varianz der Schriftgröße, die Platzierung der Wörter auf der Fläche und die Verbindung von Schrift und Bild die politische Aussage „Climate Justice is Racial Justice“ unterstützen, ergänzen oder stören.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Multimodalität===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als multimodal (im engeren Sinne) werden solche Kommunikate bezeichnet, die in der Rezeption mehr als einen Sinn ansprechen. Dies ist nicht bei gedruckten Büchern, Radiofeatures oder dem gezeigten Aufkleber der Fall, dafür aber bei audiovisuellen Medien wie [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]], Computerspielen oder auch in der Face-to-Face-Interaktion, in der neben gesprochener Sprache (hörbar) auch Mimik, Gestik etc. (sehbar) zusammenkommen. Ein einschlägiges Beispiel hierfür aus dem Diskurs über den Klimawandel is das Youtube-Video „[[Die Zerstörung der CDU]].“ des Influencers [[Rezo]]:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;youtube&amp;gt;https://www.youtube.com/watch?v=4Y1lZQsyuSQ&amp;amp;feature=emb_logo&amp;amp;ab_channel=Rezojaloley&amp;lt;/youtube&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für alle multimodalen (im engeren Sinne) Kommunikate gilt, dass sie auch multikodal sind.  Der Umkehrschluss, dass alle multikodalen Kommunikate auch multimodal (im engeren Sinne) sind, trifft hingegen nicht zu. Ein bebilderter [[Analyse von Pressetexten|Pressetext]] in einer gedruckten Zeitung wird beispielsweise nur mit dem Sehsinn rezipiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Die Orchestrierung der Zeichen===&lt;br /&gt;
Wenn die Grundannahme der multimodal ausgerichteten Sprachwissenschaft darin besteht, dass neben sprachlichen auch nicht-sprachliche Zeichen zur Bedeutungskonstitution von Kommunikaten beitragen, dann stellt sich die Frage, wie die verschiedenen Zeichentypen miteinander in Beziehung stehen. In diesem Zusammenhang spricht man von einer ‚Orchestrierung‘ von Zeichen&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Schnettler, Bernt |Titel=Zur Orchestrierung von Listen. Eine Videoperformanzanalyse |Herausgeber*in=Schnettler, Bernt; Knoblacuh, Hubert |Sammelband=Powerpoint-Präsentationen. Neue Formen der gesellschaftlichen Kommunikation von Wissen |Ort=Konstanz |Verlag=UVK |Jahr=2007 |Seite=139–159 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; – in Anlehnung an ein Orchester, in dem verschiedene Instrumente im aufeinander abgestimmten Zusammenspiel ein komplexes Musikstück hervorbringen. In einer sehr groben Unterscheidung lassen sich  vier Verfahren der Orchestrierung unterscheiden:&amp;lt;ref&amp;gt;Vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Leeuwen, Theo van |Titel=Introducing Social Semiotics |Ort=London |Verlag=Routlegde |Jahr=2005 |Seite=179 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
*'''Rhythm''': Verschiedene Zeichentypen werden im Zeitverlauf rhythmisiert, etwa mittels Pausen oder anderer zeitlicher Gliederungseinheiten. Dies kann in zeitlich organisierten Kommunikaten wie Radiofeatures, Filmen oder auch Theaterstücken der Fall sein.&lt;br /&gt;
*'''Composition''': Verschiedene Zeichentypen werden auf einer flächigen Ebene, zum Beispiel einer Buchseite, oder in einem dreidimensionalen Raum, zum Beispiel einer Ausstellung, in einer bedeutungstragenden Weise zueinander aufgebaut und räumlich arrangiert.&lt;br /&gt;
*'''Information Linking''': 	Zeichentypen werden implizit oder explizit miteinander in Beziehung gesetzt, etwa durch Zeigegesten, Pfeile oder sprachliche Äußerungen wie „oben sieht man“/“gerade war zu hören“.&lt;br /&gt;
*'''Dialogue''': In dialogisch konstituierten Kommunikaten kann Bedeutung in der sequentiell wechselseitigen Interaktion zwischen teilnehmenden Interaktionspartner*innen und den von ihnen verwendeten Zeichen entstehen. Dies kann in Alltagsgesprächen, TV-Debatten oder Jam-Sessions beobachtet werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Weiterführendes==&lt;br /&gt;
*Böhm, Felix (2021): ''Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe''. Tübingen: Stauffenburg.&lt;br /&gt;
*Bucher, Hans-Jürgen (2015): ''Multimodalität in der Wissenschaftskommunikation. Theorien, Methoden, Befunde''. [https://www.youtube.com/watch?v=YVTOmOwgJ9s&amp;amp;ab_channel=Wissenschaft-Medien-Kommunikation Online], zuletzt abgerufen am 12.03.2021.&lt;br /&gt;
*Klug, Nina-Maria; Stöckl, Hartmut (Hrsg.) (2016): ''Handbuch Sprache im multimodalen Kontext. Berlin; Boston'': De Gruyter.&lt;br /&gt;
*Kress, Gunther (2010): ''Multimodality. A Social Semiotic Approach to Contemporary Communication''. London: Routledge.&lt;br /&gt;
*Wildfeuer, Janina; Bateman, John A.; Hiippala, Tuomo (2020): ''Multimodalität. Grundlagen, Forschung und Analyse – eine problemorientierte Einführung''. Berlin; Boston: De Gruyter.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Felix|Nachname=Böhm|Vorname2= |Nachname2= |Tag=23|Monat=03|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Multimodalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Pressetexte]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Dokumentarfilme]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Youtube]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Analyse_von_Pressetexten&amp;diff=1924</id>
		<title>Analyse von Pressetexten</title>
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		<updated>2021-05-11T15:53:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Baustelle}}&lt;br /&gt;
{{Infobox-Pressetextanalyse}}&lt;br /&gt;
Die '''Analyse von Pressetexten''' kristallisiert sich etwa seit dem Jahr 2000 in einer gegenwarts- und kulturbezogenen Sprachwissenschaft als prägende Methode von Untersuchungen heraus, deren Ziel es ist, einen Überblick über gesamtgesellschaftliche Denk-, Sprech- und Handlungsweisen in Bezug auf zentrale Probleme dieser Gesellschaften zu geben. Als primäre theoretische Bezugsgröße gilt dabei der Begriff des Diskurses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Diskurs und Diskursanalyse==&lt;br /&gt;
Der von dem französischen Philosophen, Historiker und Soziologen [[Michel Foucault]] ab Ende der 1960er Jahre geprägte Diskursbegriff&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Foucault, Michel|Titel=Die Ordnung des Diskurses|Ort=Frankfurt am Main|Verlag=Fischer|Jahr=1991}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ging in verschiedene geistes- und kulturwissenschaftliche Forschungsfelder ein. Spätestens durch einen Aufsatz der Sprachwissenschaftler [[Dietrich Busse]] und [[Wolfgang Teubert]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Busse, Dietrich/Teubert, Wolfgang |Titel=Ist Diskurs ein sprachwissenschaftliches Objekt? Zur Methodenfrage der historischen Semantik|Herausgeber*in=Busse, Dietrich/Hermanns, Fritz/Teubert, Wolfgang|Sammelband=Begriffsgeschichte und Diskursgeschichte. Methodenfragen und Forschungsergebnisse der historischen Semantik|Ort=Opladen|Verlag=Westdeutscher|Jahr=1994|Seite=10-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; nimmt eine linguistische Forschung stetig zu, die sich der Analyse gesellschaftlichen Wissens und Handelns hinwendet, das sowohl in Sprache und Kommunikation vorbereitet wird und sich darin wiederum auch niederschlägt. Ausgehend von diesen Diskursanalysen identifiziert und präzisiert der Sprachwissenschaftler [[Andreas Gardt]] den folgenden Diskursbegriff für die Linguistik:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Ein Diskurs ist die Auseinandersetzung mit einem Thema,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– die sich in Äußerungen und Texten der unterschiedlichsten Art niederschlägt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– von mehr oder weniger großen gesellschaftlichen Gruppen getragen wird,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– das Wissen und die Einstellungen dieser Gruppen zu dem betreffenden Thema sowohl spiegelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– als auch aktiv prägt und dadurch handlungsleitend für die zukünftige Gestaltung der gesellschaftlichen Wirklichkeit in Bezug auf dieses Thema wirkt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Diskursanalyse – Aktueller theoretischer Ort und methodische Möglichkeiten|Herausgeber*in=Warnke, Ingo H./Spitzmüller, Jürgen|Sammelband=Diskurslinguistik nach Foucault. Theorie und Gegenstände|Ort=Berlin/New York|Verlag=de Gruyter|Jahr=2007|Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
So könnte man als konkretes Anwendungsbeispiel dieser Definition die Untersuchung des Klimawandeldiskurses heranziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in dem sich die Auseinandersetzung mit dem Problemkomplex des menschengemachten Klimawandels u. a. in Form von Tweets, Protestrufen und -schildern, Interviews, populärwissenschaftlichen Texten oder eben nicht zuletzt auch in der massenmedialen Berichterstattung zeigt. Diese Diskussion wird von Bewegungen wie Fridays for Future oder Parteien wie der CDU etc. getragen und in ihren Äußerungen und Texten zeigen sich ihre Haltungen und ihr Wissen, welche wiederum das Handeln in Bezug auf den Problemkomplex Klimawandel prägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relevanz massenmedialer Berichterstattung in der Gesellschaft und als Analyseobjekt==&lt;br /&gt;
Das Aufkommen neuer Kommunikationsmöglichkeiten durch die Entwicklung des Internets steht zunehmend im Fokus von Fragen der sprachwissenschaftlichen Diskursanalyse. Während sich ältere Arbeiten vornehmlich auf schriftsprachliche Korpora – ein Textkorpus ist eine zu wissenschaftlichen Zwecken  angelegte Zusammenstellung von Texten/Äußerungen – bestimmter Presseorgane beziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kalwa, Nina|Titel=Das Konzept »Islam«. Eine diskurslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Lautenschläger, Sina|Titel=Geschlechtsspezifische Körper- und Rollenbilder. Eine korpuslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
rücken zunehmend auch Social Media und eine [[Multimodalität|multimodale Perspektivierung]] von Massenmedien ins Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung.&lt;br /&gt;
Dennoch ist die Bedeutung der historisch länger etablierten Massenmedien nicht zu unterschätzen. So argumentieren die Kulturwissenschaftlerin [[Clara S. Thompson]] und der Politikwissenschaftler [[Max Goldenbaum]] in Bezug auf die Fridays for Future-Bewegung:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Obwohl ihre Anliegen und Narrative auch durch soziale Medien in die Öffentlichkeit gebracht werden können, versprechen sie nicht die gleiche Reichweite wie Massenmedien. Da die Massenmedien aktive Mitgestalter der Erzählung über die Klimakrise sind, sind soziale Bewegungen davon abhängig, dass ihre Themen in die Medien gebracht werden. Massenmedien bestimmen maßgeblich mit, welche Geschichten sich durchsetzen, und können dadurch die Meinung von Medienrezipient_innen beeinflussen. Diese können dann durch ihre Rolle als Wähler_innen, Konsument_innen oder Unterstützer_innen entsprechende Reaktionen in der Politik und Wirtschaft hervorrufen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Goldenbaum, Max/Thompson, Clara S.|Titel=Fridays for Future im Spiegel der Medienöffentlichkeit|Herausgeber*in=Haunss, Sebastian/Sommer, Moritz|Sammelband=Fridays for Future – Die Jugend gegen den Klimawandel. Konturen der weltweiten Protestbewegung|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2020|Seite=184}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Insofern bleibt eine Analyse zentraler Presseorgane und ihrer Online-Ableger wie beispielsweise des Magazins [[Berichterstattung über die Waldbrände in Kalifornien 2020|Der Spiegel]] oder der [[Süddeutschen Zeitung]] unverzichtbar, möchte man herausarbeiten, inwiefern und inwieweit größere Problemkomplexe wie der Klimawandel durch die Gesellschaft wahrgenommen und angegangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachwissenschaftliche Analyse von Pressetexten ==&lt;br /&gt;
Die Etablierung der Pressetextanalyse als zentralem Zugang zu gesellschaftlichem Wissen durch die Sprachwissenschaft hat eine Vielzahl methodischer Ansätze hervorgebracht, die sich je nach thematischem Schwerpunkt oder ausgewähltem Korpus richten. Um die wachsende Methodenvielfalt zu überblicken, entstehen inzwischen auch wissenschaftliche Übersichtsartikel, die die einzelnen Ansätze zu einem kohärenten methodischen Vorgehen zusammenführen.&lt;br /&gt;
Ein Beispiel dieser Bemühungen stellt die Untersuchung Andreas Gardts dar, der die einzelnen Ansätze den drei folgenden Leitperspektiven auf Textanalysen unterordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Textanalyse als Basis der Diskursanalyse. Theorie und Methoden|Herausgeber*in=Felder, Ekkehard|Sammelband=Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen|Ort=Berlin/New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=29-55}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kommunikativ-pragmatischer Rahmen===&lt;br /&gt;
Eine Analyse beginnt üblicherweise mit einer kurzen Charakterisierung des untersuchten Presseorgans. In einer modernen Mediengesellschaft ist es für die Sprachbenutzer*innen selbstverständlich, zum Beispiel Zeitungen ein bestimmtes Ethos zuordnen zu können, oder alltagssprachlicher ausgedrückt: Ein bestimmtes Image, das im Wechselspiel zwischen dem Presseorgan und ihren Rezipient*innen gewachsen ist. Das heißt, es werden bestimmte Erwartungen an eine Zeitung herangetragen, und sowohl die Bestätigung als auch die Hinterfragung dieser Erwartungen ist aus linguistischer Sicht interessant. In jedem Falle aber rahmt bereits dieses Wissen auf Produzierenden- und Rezipierendenseite die in den Zeitungen verhandelten Inhalte ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Textsemantisches_Analyseraster_nach_Gardt_(2013).png|thumb|Übersicht über die drei Ebenen des textsemantischen Analyserasters nach Gardt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Textanalyse als Basis der Diskursanalyse. Theorie und Methoden|Herausgeber*in=Felder, Ekkehard|Sammelband=Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen|Ort=Berlin/New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=29-55}}&amp;lt;/ref&amp;gt; mit Beispielen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Makrostruktur===&lt;br /&gt;
Makrostrukturelle Beobachtungen bilden vereinfacht ausgedrückt den ersten Eindruck ab, den sich Rezipierende über einen Text verschaffen. Sie basieren auf Beschreibungen von Themenentfaltungen, die sich anhand von Titeln und Untertiteln, Bildern und ihren Bildunterschriften sowie dem Layout ganzer Seiten oder auch ganzer Zeitungen/Websites nachvollziehen lassen – ist ein Text eher darstellend/berichtend oder meinungsbildend/argumentierend? Die zeitliche Abfolge, in der bestimmte Themen in einem Presseorgan auftauchen und sich weiterentwickeln, spielt hierbei ebenfalls eine zentrale Rolle – bis hin zum konkreten Veröffentlichungszeitpunkt bei Online-Publikationen: Ist es für den Text zentral, möglichst zeitnah zum berichteten Ereignis zu erscheinen, oder wird eher später, dafür aber vielschichtiger/reflektierter berichtet?&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Mikrostruktur===&lt;br /&gt;
Auf der Mikroebene der Texte können vielfältigste Sprachmuster auffallen. Für den Klimawandeldiskurs können aufgrund der Komplexität des Themas zum Beispiel Metaphern und ikonisch gewordene (so genannte Schlag-)Bilder im Vordergrund einer Analyse stehen, mit denen dieses Phänomen greifbar gemacht wird – so vermittelt eine Abbildung der Erde als ein trauriges Gesicht mit Thermometer im Mund das Konzept Klimawandel als Krankheit oder ein hungernder Eisbär wird als Verweis auf das problematische Verhältnis des Menschen zu seiner Umwelt genutzt.&lt;br /&gt;
Aber auch mehr oder weniger implizite Argumentationsmuster können sich zeigen, wenn beispielsweise durch die häufige oder bevorzugte Nutzung zentraler Schlagwörter bestimmte Maßnahmen gegenüber anderen als dringlicher perspektiviert werden. Je nach dem, ob der Problemkomplex als ''Klimawandel'', ''Klimakrise'' oder ''Klimakatastrophe'' beschrieben wird, erscheinen bestimmte politische Maßnahmen als angebracht oder übertrieben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul|Nachname=Reszke|Vorname2= |Nachname2= |Tag=11|Monat=05|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Paul_Reszke&amp;diff=1923</id>
		<title>Paul Reszke</title>
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		<updated>2021-05-11T15:44:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Link zu &amp;quot;Analyse von Pressetexten&amp;quot; erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Portrait-Reszke.jpeg|thumb|Paul Reszke.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Paul Reszke''' (* 1983) ist ein an der Universität Kassel lehrender und forschender Sprachwissenschaftler. Reszke forscht aus einer konstruktivistischen und pragmasemiotischen Perspektive zur Entstehung von Wissen in der Gesellschaft, u. a. durch [[Analyse von Pressetexten|journalistische Berichterstattung]], (Populär-)Wissenschaft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhnert, Martin/Reszke, Paul|Titel=Linguistisch-philosophische Untersuchungen zu Plausibilität. Über kommunikative Grundmuster bei der Entstehung von wissenschaftlichen Tatsachen|Herausgeber*in=Maibaum, Arne/Engelschalt, Julia|Sammelband=Auf der Suche nach Tatsachen. Interdisziplinäre Perspektiven auf Materialität, Vielfalt und Flüchtigkeit wissenschaftlichen und technischen Wissens|Ort=Berlin|Verlag=SSOAR|Jahr=2015|Seite=40-67}}&amp;lt;/ref&amp;gt; sowie Populärkultur&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Milevski, Urania/Reszke, Paul/Woitkowski, Felix|Titel=Gender und Genre. Populäre Serialität zwischen kritischer Rezeption und geschlechtertheoretischer Reflexion|Ort=Würzburg|Verlag=Könighausen &amp;amp; Neumann|Jahr=2018}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhnert, Martin/Reszke, Paul|Titel=Vom Binge Watching zum Binge Thinking. Untersuchungen im Wechselspiel zwischen Wissenschaften und Popkultur|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2019}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Von ihm untersuchte Themenfelder sind u. a. der Diskurs über Schulamokläufe&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, der Themenkomplex Klimawandel sowie die Wissensdomäne Kunst/[[Kunstkommunikation]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Empathie in der Wissensdomäne Kunst. Das Beispiel documenta 14|Herausgeber*in=Jacob, Katharina/Konerding, Klaus-Peter/Liebert, Wolf-Andreas|Sammelband=Sprache und Empathie. Linguistische und interdisziplinäre Zugänge|Ort=Berlin/München/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2020|Seite=581-618}}&amp;lt;/ref&amp;gt; (mit verstärktem Fokus auf die Kasseler Kunstgroßausstellungsreihe [[documenta]]).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Paul Reszke im Living Handbook ==&lt;br /&gt;
* Liste aller Beiträge mit [[:Kategorie:Paul Reszke|Bezugnahme auf Reszke]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{SORTIERUNG:Reszke, Paul}}&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Personen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Paul Reszke]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaftler*innen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Berichterstattung_%C3%BCber_die_Waldbr%C3%A4nde_in_Kalifornien_2020&amp;diff=1922</id>
		<title>Berichterstattung über die Waldbrände in Kalifornien 2020</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Berichterstattung_%C3%BCber_die_Waldbr%C3%A4nde_in_Kalifornien_2020&amp;diff=1922"/>
		<updated>2021-05-11T15:35:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Link zu &amp;quot;Analyse von Pressetexten&amp;quot; erstellt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;[[Datei:Waldbrände in Kalifornien.jpeg|thumb|Rauch über San Francisco]]In diesem Artikel wird die '''Berichterstattung über die Waldbrände in Kalifornien 2020''' und ihre Verbindung zur öffentlichen Wahrnehmung des Themenkomplexes Klimawandel behandelt. Aufgrund ihres ungewöhnlich großen Ausmaßes werden sie wiederholt als Symptom des Klimawandels gelesen. Die Waldbrände erreichen große mediale Aufmerksamkeit und werden so zu einem wichtigen Ereignis im Klimawandeldiskurs im Jahr 2020. Unter anderem wurde von den Online-Ablegern der Presseorgane ''Der Spiegel'' und ''die tageszeitung'' (taz) über die Waldbrände berichtet. Die Analyse betrachtet den Zeitraum vom 15.09.2020 bis zum 18.09.2020. Neben den Waldbränden in Kalifornien stand zu dieser Zeit auch das [[Klimaziel der Europäischen Union]] im Fokus der medialen Aufmerksamkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Pressetextanalysen==&lt;br /&gt;
===Methode===&lt;br /&gt;
Für die [[Analyse von Pressetexten|Analyse der Pressetexte]] wurde das Textsemantische Analyseraster (TextSem) von Andreas Gardt herangezogen. Es handelt sich dabei um eine Zusammenführung verschiedener Aspekte, die sich auf die Bedeutungskonstitution von Texten auswirken. Diese lassen sich in drei Bereiche einordnen: den kommunikativ-pragmatischen Rahmen, die textuelle Makrostruktur und die textuelle Mikrostruktur.&amp;lt;ref&amp;gt;Gardt, Andreas (2012): Textsemantik. Methoden der Bedeutungserschließung. In: Jochen A. Bär &amp;amp; Marcus Müller (Hrsg.): Geschichte der Sprache, Sprache der Geschichte: Probleme und Perspektiven der historischen Sprachwissenschaft des Deutschen. Oskar Reichmann zum 75. Geburtstag. Berlin: Akademie, 61-82.&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Theoretische Grundlage===&lt;br /&gt;
Das theoretische Fundament für die Analyse bildet die Position des Sprachphilosophen [[Tatsache (John Searle) | John Searle]]. Diese sieht eine Unterscheidung zwischen rohen und institutionellen Tatsachen vor, mit denen sich eben jene soziale Wirklichkeit beschreiben lässt, in die auch der gesellschaftliche Umgang mit dem Klimawandel und damit die Berichterstattung von Spiegel und taz eingebettet ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textkorpus===&lt;br /&gt;
Für die Analyse der Berichterstattung über den Klimawandel von Spiegel und taz wurden 18 bzw. 14 Artikel analysiert, von denen sich 6 bzw. 3 explizit auf die Waldbrände in Kalifornien beziehen. Die Artikel sind über die jeweiligen Online-Archive frei zugänglich und im Zeitraum vom 15.09.2020 bis 18.09.2020 erschienen. Die Artikel des Spiegels verteilen sich auf fünf verschiedene Ressorts: „Kultur“ (2), „Panorama“ (1), „Politik“ (7), „Wirtschaft“ (1) und „Wissenschaft“ (7). Die Artikel der taz verteilen sich auf die Ressorts “Öko” (10), “Politik” (3) und “Nord” (1).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Analyseergebnisse==&lt;br /&gt;
===spiegel.de===&lt;br /&gt;
Die Berichterstattung des Spiegels zu den Waldbränden in Kalifornien, aber auch zum Klimawandel allgemein, zeichnet sich durch eine Kombination mehrerer Aspekte aus. Zunächst liegt dem Spiegel daran, möglichst zeitnah über ein bestimmtes Ereignis zu berichten, welches mit dem Klimawandel zusammenhängt. Das Ereignis wird im Rahmen einer Informationsverdichtung zunehmend multiperspektiviert und multilokalisiert. So kommen Vertreter*innen unterschiedlicher gesellschaftlicher Bereiche zu Wort, während gleichzeitig auch verschiedene gesellschaftliche Ebenen wie Wirtschaft und Politik berücksichtigt werden. Die Multilokalisierung äußert sich unter anderem auch durch die breite Ressort-Verteilung der Artikel, die für die Analyse herangezogen wurden. &lt;br /&gt;
Die mit einem Ereignis zusammenhängenden institutionellen Gegebenheiten rücken durch die Hervorhebung einzelner Personen meist in den Hintergrund. Beispielsweise wird der damalige US-Präsident Donald Trump in zwei Beiträgen hervorgehoben.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Stukenberg, Kurt |Titel=Die Katastrophe ist da… |Jahr=2020 |Website=Der Spiegel |Online=https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/waldbraende-in-den-usa-und-klimakrise-die-katastrophe-ist-da-a-6fd2a5e2-6de6-49eb-b9d7-a9990aa59eac |Abruf= 26.03.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Pitzke, Marc |Titel=Die Ignoranz |Jahr=2020|Website=Der Spiegel |Online=https://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-leugnet-den-klimawandel-braende-an-der-us-westkueste-immer-dramatischer-a-ddccf3a1-417a-465a-9180-81ecf8064d9c |Abruf= 26.03.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Politische Institutionen werden aus einer induktiven Perspektive dargestellt, sodass einzelne Personen als Handlungsträger*innen hervorgehoben werden. Diese Hervorhebung insbesondere im politischen Kontext lässt das Narrativ entstehen, die Geschicke der Welt in Bezug auf den Klimawandel lägen in den Händen (politisch mächtiger) Einzelner. Die mikroanalytische Betrachtung der Texte des Spiegels legt diesbezüglich wiederum deduktive Perspektivierungen offen, bei denen von einem größeren Kontext ausgehend eine immer kleinere Ebene betrachtet wird. &lt;br /&gt;
Sowohl das induktive als auch das deduktive Vorgehen sind in der Darstellung als „Komplexitätsreduktion“ zusammengefasst. Multiperspektivierung und Multilokalisierung sind unter dem Begriff „Multiplikation” zusammengefasst:&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Das Berichterstattungsprofil des Spiegels.png|class=img-responsive|Das Berichterstattungsprofil von spiegel.de]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zieht man nun Searles Terminologie von rohen und institutionellen Tatsachen heran, so lässt sich beobachten, dass der Spiegel nach und nach ein Argumentationsschema errichtet, welches zunächst von rohen Tatsachen wie den Waldbränden ausgeht. Die Veränderung oder zukünftige Verhinderung dieser rohen Tatsachen erfordert institutionelle Tatsachen wie beispielsweise die politische Anordnung einer Umstellung auf erneuerbare Energien. Diese werden in Form von Zitaten entweder durch eine Handlungsempfehlung von Expert*innen oder anderen Politiker*innen gefordert oder von der verantwortlichen Politik selbst initiiert. Die Handlungsempfehlung ergibt sich dabei aus der zunehmenden Verdichtung durch eine zeitnahe, multiperspektivische, multilokale und komplexitätsreduzierende Berichterstattung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''„Die Mächtigen der Welt müssen nicht in Panik verfallen, nur mit kühlem Kopf das Richtige tun. So zynisch das klingt, vielleicht kann diese Katastrophe dabei helfen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Pitzke, Marc |Titel=Die Ignoranz |Jahr=2020|Website=Der Spiegel |Online=https://www.spiegel.de/politik/ausland/donald-trump-leugnet-den-klimawandel-braende-an-der-us-westkueste-immer-dramatischer-a-ddccf3a1-417a-465a-9180-81ecf8064d9c |Abruf= 26.03.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ob die Handlungsempfehlung jedoch tatsächlich zu neuen oder veränderten rohen Tatsachen führt, bleibt offen. Diese auch teils mit Spekulationen durchzogene Art der Berichterstattung ermöglicht es dem Spiegel immer wieder offene Enden zu kreieren und in anderen Artikeln daran anzuknüpfen. Die Anknüpfbarkeit der Berichterstattung des Spiegels lässt sich folgendermaßen illustrieren:&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
[[Datei:Rekursivität des Berichterstattungsprofils des Spiegels .png|class=img-responsive|Rekursivität der Berichterstattung von spiegel.de]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===taz.de===&lt;br /&gt;
Der Klimawandel und damit auch die Waldbrände in Kalifornien werden in der taz als Thema stark emotionalisiert. Die taz berichtet nicht nur über den Klimawandel, sondern setzt sich auch aktiv in ihrer Rolle als Massenmediumim mit dem Klimawandeldiskurs auseinander. Dabei erkennt sie auch das konstruktivistische Potential dieses Diskurses. In diesem Zusammenhang setzt sie sich für eine sprachlich klimagerechte Berichterstattung ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Schöneberg, Kai; Schäfer Torsten |Titel=Besser übers Klima schreiben |Jahr=2020 |Website=taz |Online=https://taz.de/Neue-Empfehlungen-fuer-die-taz/!5708300/ |Abruf= 26.03.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Daneben bietet sie Klimaaktivist*innen, Klimaforscher*innen und auch Politiker*innen (des links-grünen Parteienspektrums) eine Plattform für ihre Perspektiven zum Klimawandel.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=n/a |Titel=Klimagerechtigkeit |Jahr=2020 |Website=taz |Online=https://taz.de/!t5697158/ |Abruf= 26.03.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Statt in Bezug auf den Klimawandel lediglich zu beschreiben oder auch Handlungsempfehlungen auszusprechen, sieht sich die taz auch selbst in der Pflicht zu handeln. &lt;br /&gt;
Das Wertekonzept der Klimagerechtigkeit stellt damit ein zentrales Anliegen der taz dar. Die abgebildete Darstellung des Berichterstattungsprofils der taz verdeutlicht den Weg zu diesem Ziel:&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Das Berichterstattungsprofil der taz.png|class=img-responsive|Das Berichterstattungsprofil von taz.de]]&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
In Bezug auf Searles Tatsachenunterscheidung zeigt die Analyse, dass die taz in ihrer Berichterstattung zu großen Teilen institutionelle Tatsachen aufgreift bzw. Themen auf einer institutionellen Ebene betrachtet. Das Einbeziehen des Klimaaktivismus dient der taz dabei als vermittelndes Element zwischen der Klimawissenschaft und der Politik und damit auch zwischen der Klimawissenschaft und der Gesellschaft. Die Klimawissenschaft warnt die Gesellschaft, deren Teil Politik und Klimaaktivismus sind. Die Warnung wird vor allem vom Klimaaktivismus aufgenommen, der daraufhin klimapolitische Vorgänge kritisiert, neue klimapolitische Maßnahmen fordert und sich darum bemüht, weitere Teile der Gesellschaft aufzuklären. Besonders ist dies der Fall, wenn es zu einem Ereignis kommt, das mit dem Klimawandel in Zusammenhang steht (wie eben z. B. die Waldbrände in Kalifornien) oder neue Klimaschutzmaßnahmen beschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;''„Da helfen am Ende keine Bilder, da hilft wohl nur beharrliche Aufklärung. ‘United behind the Science’ – höchste Zeit, dass die Fridays-for-Future-Kids wieder aus dem Lockdown kommen und den kindischen Wunderglauben der Alten unter Feuer nehmen.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Werning, Heiko |Titel=Alle mal wegschauen |Jahr=2020 |Website=taz |Online=https://taz.de/Waldbraende-in-den-USA/!5709775/ |Abruf= 26.03.2021 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Idealfall sollen die Aufklärung sowie die neu formulierten Klimaschutzmaßnahmen letztlich zu einer klimagerechten Gesellschaft führen. Werden die Klimaschutzmaßnahmen jedoch in ihrem Status Quo belassen und gelingt die Aufklärung über Klimaereignisse nicht, führt dies zu keiner Veränderung; und es bleibt bei einer Gesellschaft, die die Ursachen des menschengemachten Klimawandels reproduziert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Fazit==&lt;br /&gt;
Die Analysen der Berichterstattung des Spiegels und der taz zeigen, dass sich durchaus unterschiedliche Perspektiven auf den Klimawandel und mit ihm in Verbindung stehende Ereignisse ergeben können. Grundsätzlich festhalten lässt sich dabei allerdings, dass beide Nachrichtenmedien das Problem ‚Klimawandel‘ für lösbar halten – sie präsentieren dafür jedoch unterschiedliche Ansätze. Der Spiegel nimmt vor allem die Politik in den Blick und weist ihr eine zentrale Rolle in Bezug auf den Klimawandel zu. Ihr gegenüber werden Handlungsempfehlungen von verschiedenen gesellschaftlichen Vertreter*innen ausgesprochen. Die taz nimmt hingegen die Gesellschaft als Ganze in den Blick. Sie analysiert den Umgang der Gesellschaft mit dem Klimawandel und hebt dabei besonders den Klimaaktivismus hervor, der die Gesellschaft bezüglich eines klimagerechten Verhaltens aufklären soll.  &lt;br /&gt;
In Bezug auf John Searles Unterscheidung von rohen und institutionellen Tatsachen lassen sich ebenfalls unterschiedliche Schwerpunkte in der Berichterstattung der beiden Nachrichtenmedien feststellen. Der Spiegel bewegt sich bei der Berichterstattung tendenziell zwischen rohen und institutionellen Tatsachen.&lt;br /&gt;
Die taz legt einen starken Fokus auf institutionelle Tatsachen. Zwar geht auch sie auf rohe Tatsachen ein, doch stellen diese nur einen Ausgangspunkt für eine analytische Betrachtung der institutionellen Realität um sie herum dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Tobias |Nachname=Kolle |Vorname2= |Nachname2= |Tag=01 |Monat=04 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Sprachwissenschaft]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Analysen]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Analyse_von_Pressetexten&amp;diff=1921</id>
		<title>Analyse von Pressetexten</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Analyse_von_Pressetexten&amp;diff=1921"/>
		<updated>2021-05-11T15:31:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Erste Fassung zum Launch erstellt; es fehlen noch einige Quellen und das Splash-Zitat&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Baustelle}}&lt;br /&gt;
{{Infobox-Pressetextanalyse}}&lt;br /&gt;
Die '''Analyse von Pressetexten''' kristallisiert sich etwa seit dem Jahr 2000 in einer gegenwarts- und kulturbezogenen Sprachwissenschaft als prägende Methode von Untersuchungen heraus, deren Ziel es ist, einen Überblick über gesamtgesellschaftliche Denk-, Sprech- und Handlungsweisen in Bezug auf zentrale Probleme dieser Gesellschaften zu geben. Als primäre theoretische Bezugsgröße gilt dabei der Begriff des Diskurses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Diskurs und Diskursanalyse==&lt;br /&gt;
Der von dem französischen Philosophen, Historiker und Soziologen [[Michel Foucault]] ab Ende der 1960er Jahre geprägte Diskursbegriff&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Foucault, Michel|Titel=Die Ordnung des Diskurses|Ort=Frankfurt am Main|Verlag=Fischer|Jahr=1991}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ging in verschiedene geistes- und kulturwissenschaftliche Forschungsfelder ein. Spätestens durch einen Aufsatz der Sprachwissenschaftler [[Dietrich Busse]] und [[Wolfgang Teubert]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Busse, Dietrich/Teubert, Wolfgang |Titel=Ist Diskurs ein sprachwissenschaftliches Objekt? Zur Methodenfrage der historischen Semantik|Herausgeber*in=Busse, Dietrich/Hermanns, Fritz/Teubert, Wolfgang|Sammelband=Begriffsgeschichte und Diskursgeschichte. Methodenfragen und Forschungsergebnisse der historischen Semantik|Ort=Opladen|Verlag=Westdeutscher|Jahr=1994|Seite=10-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; nimmt eine linguistische Forschung stetig zu, die sich der Analyse gesellschaftlichen Wissens und Handelns hinwendet, das sowohl in Sprache und Kommunikation vorbereitet wird und sich darin wiederum auch niederschlägt. Ausgehend von diesen Diskursanalysen identifiziert und präzisiert der Sprachwissenschaftler [[Andreas Gardt]] den folgenden Diskursbegriff für die Linguistik:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Ein Diskurs ist die Auseinandersetzung mit einem Thema,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– die sich in Äußerungen und Texten der unterschiedlichsten Art niederschlägt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– von mehr oder weniger großen gesellschaftlichen Gruppen getragen wird,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– das Wissen und die Einstellungen dieser Gruppen zu dem betreffenden Thema sowohl spiegelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– als auch aktiv prägt und dadurch handlungsleitend für die zukünftige Gestaltung der gesellschaftlichen Wirklichkeit in Bezug auf dieses Thema wirkt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Diskursanalyse – Aktueller theoretischer Ort und methodische Möglichkeiten|Herausgeber*in=Warnke, Ingo H./Spitzmüller, Jürgen|Sammelband=Diskurslinguistik nach Foucault. Theorie und Gegenstände|Ort=Berlin/New York|Verlag=de Gruyter|Jahr=2007|Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
So könnte man als konkretes Anwendungsbeispiel dieser Definition die Untersuchung des Klimawandeldiskurses heranziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in dem sich die Auseinandersetzung mit dem Problemkomplex des menschengemachten Klimawandels u. a. in Form von Tweets, Protestrufen und -schildern, Interviews, populärwissenschaftlichen Texten oder eben nicht zuletzt auch in der massenmedialen Berichterstattung zeigt. Diese Diskussion wird von Bewegungen wie Fridays for Future oder Parteien wie der CDU etc. getragen und in ihren Äußerungen und Texten zeigen sich ihre Haltungen und ihr Wissen, welche wiederum das Handeln in Bezug auf den Problemkomplex Klimawandel prägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relevanz massenmedialer Berichterstattung in der Gesellschaft und als Analyseobjekt==&lt;br /&gt;
Das Aufkommen neuer Kommunikationsmöglichkeiten durch die Entwicklung des Internets steht zunehmend im Fokus von Fragen der sprachwissenschaftlichen Diskursanalyse. Während sich ältere Arbeiten vornehmlich auf schriftsprachliche Korpora – ein Textkorpus ist eine zu wissenschaftlichen Zwecken  angelegte Zusammenstellung von Texten/Äußerungen – bestimmter Presseorgane beziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kalwa, Nina|Titel=Das Konzept »Islam«. Eine diskurslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Lautenschläger, Sina|Titel=Geschlechtsspezifische Körper- und Rollenbilder. Eine korpuslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
rücken zunehmend auch Social Media und eine [[Multimodalität|multimodale Perspektivierung]] von Massenmedien ins Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung.&lt;br /&gt;
Dennoch ist die Bedeutung der historisch länger etablierten Massenmedien nicht zu unterschätzen. So argumentieren die Kulturwissenschaftlerin [[Clara S. Thompson]] und der Politikwissenschaftler [[Max Goldenbaum]] in Bezug auf die Fridays for Future-Bewegung:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Obwohl ihre Anliegen und Narrative auch durch soziale Medien in die Öffentlichkeit gebracht werden können, versprechen sie nicht die gleiche Reichweite wie Massenmedien. Da die Massenmedien aktive Mitgestalter der Erzählung über die Klimakrise sind, sind soziale Bewegungen davon abhängig, dass ihre Themen in die Medien gebracht werden. Massenmedien bestimmen maßgeblich mit, welche Geschichten sich durchsetzen, und können dadurch die Meinung von Medienrezipient_innen beeinflussen. Diese können dann durch ihre Rolle als Wähler_innen, Konsument_innen oder Unterstützer_innen entsprechende Reaktionen in der Politik und Wirtschaft hervorrufen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Goldenbaum, Max/Thompson, Clara S.|Titel=Fridays for Future im Spiegel der Medienöffentlichkeit|Herausgeber*in=Haunss, Sebastian/Sommer, Moritz|Sammelband=Fridays for Future – Die Jugend gegen den Klimawandel. Konturen der weltweiten Protestbewegung|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2020|Seite=184}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Insofern bleibt eine Analyse zentraler Presseorgane und ihrer Online-Ableger wie beispielsweise des Magazins [[Berichterstattung über die Waldbrände in Kalifornien 2020|Der Spiegel]] oder der [[Süddeutschen Zeitung]] unverzichtbar, möchte man herausarbeiten, inwiefern und inwieweit größere Problemkomplexe wie der Klimawandel durch die Gesellschaft wahrgenommen und angegangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachwissenschaftliche Analyse von Pressetexten ==&lt;br /&gt;
Die Etablierung der Pressetextanalyse als zentralem Zugang zu gesellschaftlichem Wissen durch die Sprachwissenschaft hat eine Vielzahl methodischer Ansätze hervorgebracht, die sich je nach thematischem Schwerpunkt oder ausgewähltem Korpus richten. Um die wachsende Methodenvielfalt zu überblicken, entstehen inzwischen auch wissenschaftliche Übersichtsartikel, die die einzelnen Ansätze zu einem kohärenten methodischen Vorgehen zusammenführen.&lt;br /&gt;
Ein Beispiel dieser Bemühungen stellt die Untersuchung Andreas Gardts dar, der die einzelnen Ansätze den drei folgenden Leitperspektiven auf Textanalysen unterordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Textanalyse als Basis der Diskursanalyse. Theorie und Methoden|Herausgeber*in=Felder, Ekkehard|Sammelband=Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen|Ort=Berlin/New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=29-55}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kommunikativ-pragmatischer Rahmen===&lt;br /&gt;
Eine Analyse beginnt üblicherweise mit einer kurzen Charakterisierung des untersuchten Presseorgans. In einer modernen Mediengesellschaft ist es für die Sprachbenutzer*innen selbstverständlich, zum Beispiel Zeitungen ein bestimmtes Ethos zuordnen zu können, oder alltagssprachlicher ausgedrückt: Ein bestimmtes Image, das im Wechselspiel zwischen dem Presseorgan und ihren Rezipient*innen gewachsen ist. Das heißt, es werden bestimmte Erwartungen an eine Zeitung herangetragen, und sowohl die Bestätigung als auch die Hinterfragung dieser Erwartungen ist aus linguistischer Sicht interessant. In jedem Falle aber rahmt bereits dieses Wissen auf Produzierenden- und Rezipierendenseite die in den Zeitungen verhandelten Inhalte ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Textsemantisches_Analyseraster_nach_Gardt_(2013).png|thumb|Übersicht über die drei Ebenen des textsemantischen Analyserasters nach Gardt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Textanalyse als Basis der Diskursanalyse. Theorie und Methoden|Herausgeber*in=Felder, Ekkehard|Sammelband=Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen|Ort=Berlin/New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=29-55}}&amp;lt;/ref&amp;gt; mit Beispielen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Makrostruktur===&lt;br /&gt;
Makrostrukturelle Beobachtungen bilden vereinfacht ausgedrückt den ersten Eindruck ab, den sich Rezipierende über einen Text verschaffen. Sie basieren auf Beschreibungen von Themenentfaltungen, die sich anhand von Titeln und Untertiteln, Bildern und ihren Bildunterschriften sowie dem Layout ganzer Seiten oder auch ganzer Zeitungen/Websites nachvollziehen lassen – ist ein Text eher darstellend/berichtend oder meinungsbildend/argumentierend? Die zeitliche Abfolge, in der bestimmte Themen in einem Presseorgan auftauchen und sich weiterentwickeln, spielt hierbei ebenfalls eine zentrale Rolle – bis hin zum konkreten Veröffentlichungszeitpunkt bei Online-Publikationen: Ist es für den Text zentral, möglichst zeitnah zum berichteten Ereignis zu erscheinen, oder wird eher später, dafür aber vielschichtiger/reflektierter berichtet?&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Mikrostruktur===&lt;br /&gt;
Auf der Mikroebene der Texte können vielfältigste Sprachmuster auffallen. Für den Klimawandeldiskurs können aufgrund der Komplexität des Themas zum Beispiel Metaphern und Analogien im Vordergrund einer Analyse stehen, mit denen dieses Phänomen greifbar gemacht wird – so vermittelt eine Abbildung der  Erde als ein trauriges Gesicht mit Thermometer im Mund das Konzept Klimawandel als Krankheit. Aber auch mehr oder weniger implizite Argumentationsmuster können sich zeigen, wenn beispielsweise durch die häufige oder bevorzugte Nutzung zentraler Schlagwörter bestimmte Maßnahmen gegenüber anderen als dringlicher perspektiviert werden – ist es ein ''Klimawandel'', eine ''Klimakrise'' oder eine ''Klimakatastrophe''?&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul|Nachname=Reszke|Vorname2= |Nachname2= |Tag=11|Monat=05|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Paul.Reszke/Werkstatt&amp;diff=1920</id>
		<title>Benutzer:Paul.Reszke/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Paul.Reszke/Werkstatt&amp;diff=1920"/>
		<updated>2021-05-11T15:28:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
{{Infobox-Pressetextanalyse}}&lt;br /&gt;
Die '''Analyse von Pressetexten''' kristallisiert sich etwa seit dem Jahr 2000 in einer gegenwarts- und kulturbezogenen Sprachwissenschaft als prägende Methode von Untersuchungen heraus, deren Ziel es ist, einen Überblick über gesamtgesellschaftliche Denk-, Sprech- und Handlungsweisen in Bezug auf zentrale Probleme dieser Gesellschaften zu geben. Als primäre theoretische Bezugsgröße gilt dabei der Begriff des Diskurses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Diskurs und Diskursanalyse==&lt;br /&gt;
Der von dem französischen Philosophen, Historiker und Soziologen [[Michel Foucault]] ab Ende der 1960er Jahre geprägte Diskursbegriff&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Foucault, Michel|Titel=Die Ordnung des Diskurses|Ort=Frankfurt am Main|Verlag=Fischer|Jahr=1991}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ging in verschiedene geistes- und kulturwissenschaftliche Forschungsfelder ein. Spätestens durch einen Aufsatz der Sprachwissenschaftler [[Dietrich Busse]] und [[Wolfgang Teubert]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Busse, Dietrich/Teubert, Wolfgang |Titel=Ist Diskurs ein sprachwissenschaftliches Objekt? Zur Methodenfrage der historischen Semantik|Herausgeber*in=Busse, Dietrich/Hermanns, Fritz/Teubert, Wolfgang|Sammelband=Begriffsgeschichte und Diskursgeschichte. Methodenfragen und Forschungsergebnisse der historischen Semantik|Ort=Opladen|Verlag=Westdeutscher|Jahr=1994|Seite=10-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; nimmt eine linguistische Forschung stetig zu, die sich der Analyse gesellschaftlichen Wissens und Handelns hinwendet, das sowohl in Sprache und Kommunikation vorbereitet wird und sich darin wiederum auch niederschlägt. Ausgehend von diesen Diskursanalysen identifiziert und präzisiert der Sprachwissenschaftler [[Andreas Gardt]] den folgenden Diskursbegriff für die Linguistik:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Ein Diskurs ist die Auseinandersetzung mit einem Thema,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– die sich in Äußerungen und Texten der unterschiedlichsten Art niederschlägt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– von mehr oder weniger großen gesellschaftlichen Gruppen getragen wird,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– das Wissen und die Einstellungen dieser Gruppen zu dem betreffenden Thema sowohl spiegelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– als auch aktiv prägt und dadurch handlungsleitend für die zukünftige Gestaltung der gesellschaftlichen Wirklichkeit in Bezug auf dieses Thema wirkt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Diskursanalyse – Aktueller theoretischer Ort und methodische Möglichkeiten|Herausgeber*in=Warnke, Ingo H./Spitzmüller, Jürgen|Sammelband=Diskurslinguistik nach Foucault. Theorie und Gegenstände|Ort=Berlin/New York|Verlag=de Gruyter|Jahr=2007|Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
So könnte man als konkretes Anwendungsbeispiel dieser Definition die Untersuchung des Klimawandeldiskurses heranziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in dem sich die Auseinandersetzung mit dem Problemkomplex des menschengemachten Klimawandels u. a. in Form von Tweets, Protestrufen und -schildern, Interviews, populärwissenschaftlichen Texten oder eben nicht zuletzt auch in der massenmedialen Berichterstattung zeigt. Diese Diskussion wird von Bewegungen wie Fridays for Future oder Parteien wie der CDU etc. getragen und in ihren Äußerungen und Texten zeigen sich ihre Haltungen und ihr Wissen, welche wiederum das Handeln in Bezug auf den Problemkomplex Klimawandel prägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relevanz massenmedialer Berichterstattung in der Gesellschaft und als Analyseobjekt==&lt;br /&gt;
Das Aufkommen neuer Kommunikationsmöglichkeiten durch die Entwicklung des Internets steht zunehmend im Fokus von Fragen der sprachwissenschaftlichen Diskursanalyse. Während sich ältere Arbeiten vornehmlich auf schriftsprachliche Korpora – ein Textkorpus ist eine zu wissenschaftlichen Zwecken  angelegte Zusammenstellung von Texten/Äußerungen – bestimmter Presseorgane beziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kalwa, Nina|Titel=Das Konzept »Islam«. Eine diskurslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Lautenschläger, Sina|Titel=Geschlechtsspezifische Körper- und Rollenbilder. Eine korpuslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
rücken zunehmend auch Social Media und eine [[Multimodalität|multimodale Perspektivierung]] von Massenmedien ins Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung.&lt;br /&gt;
Dennoch ist die Bedeutung der historisch länger etablierten Massenmedien nicht zu unterschätzen. So argumentieren die Kulturwissenschaftlerin [[Clara S. Thompson]] und der Politikwissenschaftler [[Max Goldenbaum]] in Bezug auf die Fridays for Future-Bewegung:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Obwohl ihre Anliegen und Narrative auch durch soziale Medien in die Öffentlichkeit gebracht werden können, versprechen sie nicht die gleiche Reichweite wie Massenmedien. Da die Massenmedien aktive Mitgestalter der Erzählung über die Klimakrise sind, sind soziale Bewegungen davon abhängig, dass ihre Themen in die Medien gebracht werden. Massenmedien bestimmen maßgeblich mit, welche Geschichten sich durchsetzen, und können dadurch die Meinung von Medienrezipient_innen beeinflussen. Diese können dann durch ihre Rolle als Wähler_innen, Konsument_innen oder Unterstützer_innen entsprechende Reaktionen in der Politik und Wirtschaft hervorrufen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Goldenbaum, Max/Thompson, Clara S.|Titel=Fridays for Future im Spiegel der Medienöffentlichkeit|Herausgeber*in=Haunss, Sebastian/Sommer, Moritz|Sammelband=Fridays for Future – Die Jugend gegen den Klimawandel. Konturen der weltweiten Protestbewegung|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2020|Seite=184}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Insofern bleibt eine Analyse zentraler Presseorgane und ihrer Online-Ableger wie beispielsweise des Magazins [[Berichterstattung über die Waldbrände in Kalifornien 2020|Der Spiegel]] oder der [[Süddeutschen Zeitung]] unverzichtbar, möchte man herausarbeiten, inwiefern und inwieweit größere Problemkomplexe wie der Klimawandel durch die Gesellschaft wahrgenommen und angegangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachwissenschaftliche Analyse von Pressetexten ==&lt;br /&gt;
Die Etablierung der Pressetextanalyse als zentralem Zugang zu gesellschaftlichem Wissen durch die Sprachwissenschaft hat eine Vielzahl methodischer Ansätze hervorgebracht, die sich je nach thematischem Schwerpunkt oder ausgewähltem Korpus richten. Um die wachsende Methodenvielfalt zu überblicken, entstehen inzwischen auch wissenschaftliche Übersichtsartikel, die die einzelnen Ansätze zu einem kohärenten methodischen Vorgehen zusammenführen.&lt;br /&gt;
Ein Beispiel dieser Bemühungen stellt die Untersuchung Andreas Gardts dar, der die einzelnen Ansätze den drei folgenden Leitperspektiven auf Textanalysen unterordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Textanalyse als Basis der Diskursanalyse. Theorie und Methoden|Herausgeber*in=Felder, Ekkehard|Sammelband=Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen|Ort=Berlin/New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=29-55}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kommunikativ-pragmatischer Rahmen===&lt;br /&gt;
Eine Analyse beginnt üblicherweise mit einer kurzen Charakterisierung des untersuchten Presseorgans. In einer modernen Mediengesellschaft ist es für die Sprachbenutzer*innen selbstverständlich, zum Beispiel Zeitungen ein bestimmtes Ethos zuordnen zu können, oder alltagssprachlicher ausgedrückt: Ein bestimmtes Image, das im Wechselspiel zwischen dem Presseorgan und ihren Rezipient*innen gewachsen ist. Das heißt, es werden bestimmte Erwartungen an eine Zeitung herangetragen, und sowohl die Bestätigung als auch die Hinterfragung dieser Erwartungen ist aus linguistischer Sicht interessant. In jedem Falle aber rahmt bereits dieses Wissen auf Produzierenden- und Rezipierendenseite die in den Zeitungen verhandelten Inhalte ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Textsemantisches_Analyseraster_nach_Gardt_(2013).png|thumb|Übersicht über die drei Ebenen des textsemantischen Analyserasters nach Gardt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Textanalyse als Basis der Diskursanalyse. Theorie und Methoden|Herausgeber*in=Felder, Ekkehard|Sammelband=Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen|Ort=Berlin/New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=29-55}}&amp;lt;/ref&amp;gt; mit Beispielen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Makrostruktur===&lt;br /&gt;
Makrostrukturelle Beobachtungen bilden vereinfacht ausgedrückt den ersten Eindruck ab, den sich Rezipierende über einen Text verschaffen. Sie basieren auf Beschreibungen von Themenentfaltungen, die sich anhand von Titeln und Untertiteln, Bildern und ihren Bildunterschriften sowie dem Layout ganzer Seiten oder auch ganzer Zeitungen/Websites nachvollziehen lassen – ist ein Text eher darstellend/berichtend oder meinungsbildend/argumentierend? Die zeitliche Abfolge, in der bestimmte Themen in einem Presseorgan auftauchen und sich weiterentwickeln, spielt hierbei ebenfalls eine zentrale Rolle – bis hin zum konkreten Veröffentlichungszeitpunkt bei Online-Publikationen: Ist es für den Text zentral, möglichst zeitnah zum berichteten Ereignis zu erscheinen, oder wird eher später, dafür aber vielschichtiger/reflektierter berichtet?&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Mikrostruktur===&lt;br /&gt;
Auf der Mikroebene der Texte können vielfältigste Sprachmuster auffallen. Für den Klimawandeldiskurs können aufgrund der Komplexität des Themas zum Beispiel Metaphern und Analogien im Vordergrund einer Analyse stehen, mit denen dieses Phänomen greifbar gemacht wird – so vermittelt eine Abbildung der  Erde als ein trauriges Gesicht mit Thermometer im Mund das Konzept Klimawandel als Krankheit. Aber auch mehr oder weniger implizite Argumentationsmuster können sich zeigen, wenn beispielsweise durch die häufige oder bevorzugte Nutzung zentraler Schlagwörter bestimmte Maßnahmen gegenüber anderen als dringlicher perspektiviert werden – ist es ein ''Klimawandel'', eine ''Klimakrise'' oder eine ''Klimakatastrophe''?&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul|Nachname=Reszke|Vorname2= |Nachname2= |Tag=11|Monat=05|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Paul.Reszke/Werkstatt&amp;diff=1918</id>
		<title>Benutzer:Paul.Reszke/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-05-11T15:28:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
{{Infobox-Pressetextanalyse}}&lt;br /&gt;
Die '''Analyse von Pressetexten''' kristallisiert sich etwa seit dem Jahr 2000 in einer gegenwarts- und kulturbezogenen Sprachwissenschaft als prägende Methode von Untersuchungen heraus, deren Ziel es ist, einen Überblick über gesamtgesellschaftliche Denk-, Sprech- und Handlungsweisen in Bezug auf zentrale Probleme dieser Gesellschaften zu geben. Als primäre theoretische Bezugsgröße gilt dabei der Begriff des Diskurses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Diskurs und Diskursanalyse==&lt;br /&gt;
Der von dem französischen Philosophen, Historiker und Soziologen [[Michel Foucault]] ab Ende der 1960er Jahre geprägte Diskursbegriff&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Foucault, Michel|Titel=Die Ordnung des Diskurses|Ort=Frankfurt am Main|Verlag=Fischer|Jahr=1991}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ging in verschiedene geistes- und kulturwissenschaftliche Forschungsfelder ein. Spätestens durch einen Aufsatz der Sprachwissenschaftler [[Dietrich Busse]] und [[Wolfgang Teubert]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Busse, Dietrich/Teubert, Wolfgang |Titel=Ist Diskurs ein sprachwissenschaftliches Objekt? Zur Methodenfrage der historischen Semantik|Herausgeber*in=Busse, Dietrich/Hermanns, Fritz/Teubert, Wolfgang|Sammelband=Begriffsgeschichte und Diskursgeschichte. Methodenfragen und Forschungsergebnisse der historischen Semantik|Ort=Opladen|Verlag=Westdeutscher|Jahr=1994|Seite=10-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; nimmt eine linguistische Forschung stetig zu, die sich der Analyse gesellschaftlichen Wissens und Handelns hinwendet, das sowohl in Sprache und Kommunikation vorbereitet wird und sich darin wiederum auch niederschlägt. Ausgehend von diesen Diskursanalysen identifiziert und präzisiert der Sprachwissenschaftler [[Andreas Gardt]] den folgenden Diskursbegriff für die Linguistik:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Ein Diskurs ist die Auseinandersetzung mit einem Thema,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– die sich in Äußerungen und Texten der unterschiedlichsten Art niederschlägt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– von mehr oder weniger großen gesellschaftlichen Gruppen getragen wird,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– das Wissen und die Einstellungen dieser Gruppen zu dem betreffenden Thema sowohl spiegelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– als auch aktiv prägt und dadurch handlungsleitend für die zukünftige Gestaltung der gesellschaftlichen Wirklichkeit in Bezug auf dieses Thema wirkt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Diskursanalyse – Aktueller theoretischer Ort und methodische Möglichkeiten|Herausgeber*in=Warnke, Ingo H./Spitzmüller, Jürgen|Sammelband=Diskurslinguistik nach Foucault. Theorie und Gegenstände|Ort=Berlin/New York|Verlag=de Gruyter|Jahr=2007|Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
So könnte man als konkretes Anwendungsbeispiel dieser Definition die Untersuchung des Klimawandeldiskurses heranziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in dem sich die Auseinandersetzung mit dem Problemkomplex des menschengemachten Klimawandels u. a. in Form von Tweets, Protestrufen und -schildern, Interviews, populärwissenschaftlichen Texten oder eben nicht zuletzt auch in der massenmedialen Berichterstattung zeigt. Diese Diskussion wird von Bewegungen wie Fridays for Future oder Parteien wie der CDU etc. getragen und in ihren Äußerungen und Texten zeigen sich ihre Haltungen und ihr Wissen, welche wiederum das Handeln in Bezug auf den Problemkomplex Klimawandel prägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relevanz massenmedialer Berichterstattung in der Gesellschaft und als Analyseobjekt==&lt;br /&gt;
Das Aufkommen neuer Kommunikationsmöglichkeiten durch die Entwicklung des Internets steht zunehmend im Fokus von Fragen der sprachwissenschaftlichen Diskursanalyse. Während sich ältere Arbeiten vornehmlich auf schriftsprachliche Korpora – ein Textkorpus ist eine zu wissenschaftlichen Zwecken  angelegte Zusammenstellung von Texten/Äußerungen – bestimmter Presseorgane beziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kalwa, Nina|Titel=Das Konzept »Islam«. Eine diskurslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Lautenschläger, Sina|Titel=Geschlechtsspezifische Körper- und Rollenbilder. Eine korpuslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
rücken zunehmend auch Social Media und eine [[Multimodalität|multimodale Perspektivierung]] von Massenmedien ins Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung.&lt;br /&gt;
Dennoch ist die Bedeutung der historisch länger etablierten Massenmedien nicht zu unterschätzen. So argumentieren die Kulturwissenschaftlerin [[Clara S. Thompson]] und der Politikwissenschaftler [[Max Goldenbaum]] in Bezug auf die Fridays for Future-Bewegung:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Obwohl ihre Anliegen und Narrative auch durch soziale Medien in die Öffentlichkeit gebracht werden können, versprechen sie nicht die gleiche Reichweite wie Massenmedien. Da die Massenmedien aktive Mitgestalter der Erzählung über die Klimakrise sind, sind soziale Bewegungen davon abhängig, dass ihre Themen in die Medien gebracht werden. Massenmedien bestimmen maßgeblich mit, welche Geschichten sich durchsetzen, und können dadurch die Meinung von Medienrezipient_innen beeinflussen. Diese können dann durch ihre Rolle als Wähler_innen, Konsument_innen oder Unterstützer_innen entsprechende Reaktionen in der Politik und Wirtschaft hervorrufen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Goldenbaum, Max/Thompson, Clara S.|Titel=Fridays for Future im Spiegel der Medienöffentlichkeit|Herausgeber*in=Haunss, Sebastian/Sommer, Moritz|Sammelband=Fridays for Future – Die Jugend gegen den Klimawandel. Konturen der weltweiten Protestbewegung|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2020|Seite=184}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Insofern bleibt eine Analyse zentraler Presseorgane und ihrer Online-Ableger wie beispielsweise des Magazins [[Berichterstattung über die Waldbrände in Kalifornien 2020|Der Spiegel]] oder der [[Süddeutschen Zeitung]] unverzichtbar, möchte man herausarbeiten, inwiefern und inwieweit größere Problemkomplexe wie der Klimawandel durch die Gesellschaft wahrgenommen und angegangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachwissenschaftliche Analyse von Pressetexten ==&lt;br /&gt;
Die Etablierung der Pressetextanalyse als zentralem Zugang zu gesellschaftlichem Wissen durch die Sprachwissenschaft hat eine Vielzahl methodischer Ansätze hervorgebracht, die sich je nach thematischem Schwerpunkt oder ausgewähltem Korpus richten. Um die wachsende Methodenvielfalt zu überblicken, entstehen inzwischen auch wissenschaftliche Übersichtsartikel, die die einzelnen Ansätze zu einem kohärenten methodischen Vorgehen zusammenführen.&lt;br /&gt;
Ein Beispiel dieser Bemühungen stellt die Untersuchung Andreas Gardts dar, der die einzelnen Ansätze den drei folgenden Leitperspektiven auf Textanalysen unterordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Textanalyse als Basis der Diskursanalyse. Theorie und Methoden|Herausgeber*in=Felder, Ekkehard|Sammelband=Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen|Ort=Berlin/New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=29-55}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kommunikativ-pragmatischer Rahmen===&lt;br /&gt;
Eine Analyse beginnt üblicherweise mit einer kurzen Charakterisierung des untersuchten Presseorgans. In einer modernen Mediengesellschaft ist es für die Sprachbenutzer*innen selbstverständlich, zum Beispiel Zeitungen ein bestimmtes Ethos zuordnen zu können, oder alltagssprachlicher ausgedrückt: Ein bestimmtes Image, das im Wechselspiel zwischen dem Presseorgan und ihren Rezipient*innen gewachsen ist. Das heißt, es werden bestimmte Erwartungen an eine Zeitung herangetragen, und sowohl die Bestätigung als auch die Hinterfragung dieser Erwartungen ist aus linguistischer Sicht interessant. In jedem Falle aber rahmt bereits dieses Wissen auf Produzierenden- und Rezipierendenseite die in den Zeitungen verhandelten Inhalte ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Makrostruktur===&lt;br /&gt;
Makrostrukturelle Beobachtungen bilden vereinfacht ausgedrückt den ersten Eindruck ab, den sich Rezipierende über einen Text verschaffen. Sie basieren auf Beschreibungen von Themenentfaltungen, die sich anhand von Titeln und Untertiteln, Bildern und ihren Bildunterschriften sowie dem Layout ganzer Seiten oder auch ganzer Zeitungen/Websites nachvollziehen lassen – ist ein Text eher darstellend/berichtend oder meinungsbildend/argumentierend? Die zeitliche Abfolge, in der bestimmte Themen in einem Presseorgan auftauchen und sich weiterentwickeln, spielt hierbei ebenfalls eine zentrale Rolle – bis hin zum konkreten Veröffentlichungszeitpunkt bei Online-Publikationen: Ist es für den Text zentral, möglichst zeitnah zum berichteten Ereignis zu erscheinen, oder wird eher später, dafür aber vielschichtiger/reflektierter berichtet?&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Mikrostruktur===&lt;br /&gt;
Auf der Mikroebene der Texte können vielfältigste Sprachmuster auffallen. Für den Klimawandeldiskurs können aufgrund der Komplexität des Themas zum Beispiel Metaphern und Analogien im Vordergrund einer Analyse stehen, mit denen dieses Phänomen greifbar gemacht wird – so vermittelt eine Abbildung der  Erde als ein trauriges Gesicht mit Thermometer im Mund das Konzept Klimawandel als Krankheit. Aber auch mehr oder weniger implizite Argumentationsmuster können sich zeigen, wenn beispielsweise durch die häufige oder bevorzugte Nutzung zentraler Schlagwörter bestimmte Maßnahmen gegenüber anderen als dringlicher perspektiviert werden – ist es ein ''Klimawandel'', eine ''Klimakrise'' oder eine ''Klimakatastrophe''?&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Textsemantisches_Analyseraster_nach_Gardt_(2013).png|thumb|Übersicht über die drei Ebenen des textsemantischen Analyserasters nach Gardt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Textanalyse als Basis der Diskursanalyse. Theorie und Methoden|Herausgeber*in=Felder, Ekkehard|Sammelband=Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen|Ort=Berlin/New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=29-55}}&amp;lt;/ref&amp;gt; mit Beispielen]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul|Nachname=Reszke|Vorname2= |Nachname2= |Tag=11|Monat=05|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Datei:Textsemantisches_Analyseraster_nach_Gardt_(2013).png&amp;diff=1917</id>
		<title>Datei:Textsemantisches Analyseraster nach Gardt (2013).png</title>
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		<updated>2021-05-11T15:25:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Lizenz: CC BY-ND 4.0
Urheber*in: Paul Reszke&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;== Beschreibung ==&lt;br /&gt;
Lizenz: CC BY-ND 4.0&lt;br /&gt;
Urheber*in: Paul Reszke&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Hilfe:Medien_einf%C3%BCgen&amp;diff=1916</id>
		<title>Hilfe:Medien einfügen</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Hilfe:Medien_einf%C3%BCgen&amp;diff=1916"/>
		<updated>2021-05-11T15:17:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: Tippfehler korrigiert&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Hilfe-Seite}}&lt;br /&gt;
Auf dieser Seite erfahren Sie, wie Sie '''Medien in Artikel einfügen''' können und was Sie hierbei zu beachten haben. Das Einfügen von Bildern bzw. Grafiken trägt dazu bei, einen Artikel visuell ansprechend und abwechslungsreich zu gestalten, da dies eine einfach Methode ist, Textwände aufzubrechen – beachten Sie aber auch, dabei nicht im Gegenzug Bilderwände zu erzeugen. Das Einbetten von Bildern gestaltet sich sehr leicht, doch sollten Sie hierbei unbedingt sowohl rechtliche als auch formale Aspekte beachten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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Überlegen Sie sich vorab gut, ob und welche Bilder Sie in welcher Qualität brauchen. Bitte achten Sie dabei unbedingt auf die Dateigrößen, denn kleinere (Bild-)Dateien erhöhen die Geschwindigkeit, mit der das [[Living Handbook]] genutzt werden kann. Außerdem verfügt das Living Handbook nicht unbegrenzt über Websapce. Vermeiden Sie daher Dateien hochzuladen, die eine Größe von 300 KB überschreiten. Sollte dies dennoch notwendig erscheinen, müssen Sie dies deshalb vor dem Upload mit ihren Lehrenden oder den Leiter*innen des Projekts absprechen.&lt;br /&gt;
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==Rechtliches zur Nutzung von Bildern==&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
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|-&lt;br /&gt;
| DE ||Formulierung der Lizenz an das deutsche Rechtssystem angepasst&lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hieraus ergeben sich verschiedene Kombinationsmöglichkeiten, wobei die für das Living Handbook sichersten CC-Lizenzen folgende sind:&lt;br /&gt;
* Nutzung und Bearbeitung bei Namensnennung: [https://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/ CC BY 3.0 DE] und [https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/ CC BY 4.0] &lt;br /&gt;
* Nutzung und Bearbeitung bei Namensnennung, Bearbeitung erneut unter derselben Lizenz: [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/de/ CC BY-SA 3.0 DE] und [https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/ CC BY-SA-4.0] )&lt;br /&gt;
* Nutzung ohne Bearbeitung bei Namensnennung [https://creativecommons.org/licenses/by-nd/3.0/de/ CC BY-ND 3.0 DE] und [https://creativecommons.org/licenses/by-nd/4.0/ CC BY-ND 4.0]&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Gerade ältere Bilder sind meist nur unter der Version 2.0 lizenziert, können aber ebenfalls genutzt werden, wenn sie als CC BY 2.0, CC BY-SA 2.0 oder CC BY-ND 2.0 deklariert sind. Insgesamt sind de-Lizenzen nach Möglichkeit vorzuziehen. Klar ausgeschlossen sind hingegen Bilder, die mit dem Verweis „Alle Rechte vorbehalten“ bzw. „All rights reserved“ versehen sind oder gar keine Lizenzangaben führen.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Als Faustregel gilt: Sind Sie im Zweifel, nutzen Sie das Bild nicht. Websites, auf denen man Bilder mit ausgewiesenen Lizenzangaben findet, sind bspw. [https://commons.wikimedia.org/wiki/Main_Page?uselang=de WikiMedia Commons], [https://www.flickr.com/ Flickr] und die Suchfunktion von [https://search.creativecommons.org/ Creative Commons]. Dies bedeutet nicht, dass die dortigen Bilder frei genutzt werden können, sondern, dass man dort die entsprechende Lizenz angezeigt bekommt und dann informiert über die Nutzungsmöglichkeit entscheiden kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Bilder eigener Quelle===&lt;br /&gt;
Selbstverständlich können Sie Ihre eigenen Bilder nutzen, an denen Sie die entsprechenden Rechte haben. Eingeschränkt wird dieses Nutzungsrecht eigener Bilder jedoch durch die Rechte anderer an dem Abgebildeten. Beispielsweise können Sie nicht einen urheberrechtlich geschützten Text abfotografieren und diesen dann einstellen. Auch eigene Bilder, auf denen andere Personen zu sehen sind, dürfen nicht hochgeladen werden, bevor die Personen unkenntlich gemacht wurden – es sei denn, es handelt sich um Personen des öffentlichen Lebens.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Hochladen und Beschriften eines Bildes==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hilfe-Bild-hochladen.png|thumb|„Datei hochladen“ im Drop Down-Menü.]]Um ein Bild in einen Artikel einzufügen, muss das Bild zunächst hochgeladen werden. Hierzu nutzen Sie die Funktion „Datei hochladen“, die Sie in dem Drop Down-Menü am oberen Bildrand finden.&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auf der folgenden Seite können Sie die Datei von Ihrem Gerät hochladen, indem Sie auf „Durchsuchen“ klicken und dann die Datei aus einem entsprechenden Ordner auswählen. Achten Sie bitte darauf, der Datei einen möglichst eindeutigen Namen zu geben, so dass man sie später gut wiederfinden kann („Lorraine-Daston.jpg“ anstelle von „img017353.jpg“).&lt;br /&gt;
[[Datei:Hilfe-Bild-Lizenz.png|thumb|Angaben zur Lizenz beim Hochladen der Datei.]]&lt;br /&gt;
''Wichtig'': In dem Feld „Beschreibung/Quelle“ beschreiben Sie bitte nicht, was auf dem Bild zu sehen ist – das sollte aus dem Dateinamen hervorgehen und kann später beim Einbetten ergänzt werden –, sondern machen Angaben zu der Lizenzierung des Bildes. Hierzu gehören soweit bekannt:&lt;br /&gt;
*Lizenz: Beispielsweise in Form einer CC-Lizenzierung (Bsp.: CC-BY-DE-3.0)&lt;br /&gt;
*Link: Ein Link zur Website, auf der das Bild gefunden werden kann&lt;br /&gt;
*Urheber*in: Falls bekannt, der Name der Urheber*in&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nutzen Sie ein eigenes Bild, geben Sie als Urheber*in bitte Ihren Namen an und vergeben Sie (nach Möglichkeit) eine Lizenz für Ihr Bild, etwa anhand des CC-Lizenzierungssystems.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Einbetten eines Bildes in einen Artikel==&lt;br /&gt;
Um ein bereits hochgeladenes Bild in einen Artikel einzubetten, verwenden Sie bitte folgenden Befehl:&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;code&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Dateiname.jpg|thumb|Kurze Erläuterung, was auf dem Bild zu sehen ist.]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/code&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&amp;lt;br /&amp;gt;&lt;br /&gt;
Im Beispiel des rechts angezeigten Bildes findet sich folgende Zeile im Quelltext des Artikels: &amp;lt;nowiki&amp;gt;[[Datei:Hilfe-Bild-Lizenz.png|thumb|Angaben zur Lizenz beim Hochladen der Datei.]]&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bild wird dann entsprechend der Formatierungen des Living Handbook rechtsbündig als verkleinerte Vorschau mit Bildunterschrift angezeigt. Durch Klicken auf das Bild, wird eine vergrößerte Version sichtbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Videos einfügen ==&lt;br /&gt;
Zurzeit besteht lediglich die Möglichkeit, Videos der Plattform Youtube in Artikeln einzubinden. Hierzu kopieren Sie bitte die vollständige URL des einzubindenden Videos an die entsprechende Stelle Ihres Artikels und rahmen diese durch die beiden Befehle &amp;lt;code&amp;gt;&amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;youtube&amp;gt; und &amp;lt;/youtube&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt;&amp;lt;/code&amp;gt;.&amp;lt;br /&amp;gt;Beispiel: Die Zeile &amp;lt;nowiki&amp;gt;&amp;lt;youtube&amp;gt;https://www.youtube.com/watch?v=4Y1lZQsyuSQ&amp;lt;/youtube&amp;gt;&amp;lt;/nowiki&amp;gt; würde das Video [[Die Zerstörung der CDU]] in Ihren Artikel einbetten.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Paul.Reszke/Werkstatt&amp;diff=1915</id>
		<title>Benutzer:Paul.Reszke/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Paul.Reszke/Werkstatt&amp;diff=1915"/>
		<updated>2021-05-11T14:59:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
{{Infobox-Pressetextanalyse}}&lt;br /&gt;
Die '''Analyse von Pressetexten''' kristallisiert sich etwa seit dem Jahr 2000 in einer gegenwarts- und kulturbezogenen Sprachwissenschaft als prägende Methode von Untersuchungen heraus, deren Ziel es ist, einen Überblick über gesamtgesellschaftliche Denk-, Sprech- und Handlungsweisen in Bezug auf zentrale Probleme dieser Gesellschaften zu geben. Als primäre theoretische Bezugsgröße gilt dabei der Begriff des Diskurses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Diskurs und Diskursanalyse==&lt;br /&gt;
Der von dem französischen Philosophen, Historiker und Soziologen [[Michel Foucault]] ab Ende der 1960er Jahre geprägte Diskursbegriff&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Foucault, Michel|Titel=Die Ordnung des Diskurses|Ort=Frankfurt am Main|Verlag=Fischer|Jahr=1991}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ging in verschiedene geistes- und kulturwissenschaftliche Forschungsfelder ein. Spätestens durch einen Aufsatz der Sprachwissenschaftler [[Dietrich Busse]] und [[Wolfgang Teubert]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Busse, Dietrich/Teubert, Wolfgang |Titel=Ist Diskurs ein sprachwissenschaftliches Objekt? Zur Methodenfrage der historischen Semantik|Herausgeber*in=Busse, Dietrich/Hermanns, Fritz/Teubert, Wolfgang|Sammelband=Begriffsgeschichte und Diskursgeschichte. Methodenfragen und Forschungsergebnisse der historischen Semantik|Ort=Opladen|Verlag=Westdeutscher|Jahr=1994|Seite=10-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; nimmt eine linguistische Forschung stetig zu, die sich der Analyse gesellschaftlichen Wissens und Handelns hinwendet, das sowohl in Sprache und Kommunikation vorbereitet wird und sich darin wiederum auch niederschlägt. Ausgehend von diesen Diskursanalysen identifiziert und präzisiert der Sprachwissenschaftler [[Andreas Gardt]] den folgenden Diskursbegriff für die Linguistik:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Ein Diskurs ist die Auseinandersetzung mit einem Thema,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– die sich in Äußerungen und Texten der unterschiedlichsten Art niederschlägt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– von mehr oder weniger großen gesellschaftlichen Gruppen getragen wird,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– das Wissen und die Einstellungen dieser Gruppen zu dem betreffenden Thema sowohl spiegelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– als auch aktiv prägt und dadurch handlungsleitend für die zukünftige Gestaltung der gesellschaftlichen Wirklichkeit in Bezug auf dieses Thema wirkt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Diskursanalyse – Aktueller theoretischer Ort und methodische Möglichkeiten|Herausgeber*in=Warnke, Ingo H./Spitzmüller, Jürgen|Sammelband=Diskurslinguistik nach Foucault. Theorie und Gegenstände|Ort=Berlin/New York|Verlag=de Gruyter|Jahr=2007|Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
So könnte man als konkretes Anwendungsbeispiel dieser Definition die Untersuchung des Klimawandeldiskurses heranziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in dem sich die Auseinandersetzung mit dem Problemkomplex des menschengemachten Klimawandels u. a. in Form von Tweets, Protestrufen und -schildern, Interviews, populärwissenschaftlichen Texten oder eben nicht zuletzt auch in der massenmedialen Berichterstattung zeigt. Diese Diskussion wird von Bewegungen wie Fridays for Future oder Parteien wie der CDU etc. getragen und in ihren Äußerungen und Texten zeigen sich ihre Haltungen und ihr Wissen, welche wiederum das Handeln in Bezug auf den Problemkomplex Klimawandel prägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relevanz massenmedialer Berichterstattung in der Gesellschaft und als Analyseobjekt==&lt;br /&gt;
Das Aufkommen neuer Kommunikationsmöglichkeiten durch die Entwicklung des Internets steht zunehmend im Fokus von Fragen der sprachwissenschaftlichen Diskursanalyse. Während sich ältere Arbeiten vornehmlich auf schriftsprachliche Korpora – ein Textkorpus ist eine zu wissenschaftlichen Zwecken  angelegte Zusammenstellung von Texten/Äußerungen – bestimmter Presseorgane beziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kalwa, Nina|Titel=Das Konzept »Islam«. Eine diskurslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Lautenschläger, Sina|Titel=Geschlechtsspezifische Körper- und Rollenbilder. Eine korpuslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
rücken zunehmend auch Social Media und eine [[Multimodalität|multimodale Perspektivierung]] von Massenmedien ins Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung.&lt;br /&gt;
Dennoch ist die Bedeutung der historisch länger etablierten Massenmedien nicht zu unterschätzen. So argumentieren die Kulturwissenschaftlerin [[Clara S. Thompson]] und der Politikwissenschaftler [[Max Goldenbaum]] in Bezug auf die Fridays for Future-Bewegung:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Obwohl ihre Anliegen und Narrative auch durch soziale Medien in die Öffentlichkeit gebracht werden können, versprechen sie nicht die gleiche Reichweite wie Massenmedien. Da die Massenmedien aktive Mitgestalter der Erzählung über die Klimakrise sind, sind soziale Bewegungen davon abhängig, dass ihre Themen in die Medien gebracht werden. Massenmedien bestimmen maßgeblich mit, welche Geschichten sich durchsetzen, und können dadurch die Meinung von Medienrezipient_innen beeinflussen. Diese können dann durch ihre Rolle als Wähler_innen, Konsument_innen oder Unterstützer_innen entsprechende Reaktionen in der Politik und Wirtschaft hervorrufen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Goldenbaum, Max/Thompson, Clara S.|Titel=Fridays for Future im Spiegel der Medienöffentlichkeit|Herausgeber*in=Haunss, Sebastian/Sommer, Moritz|Sammelband=Fridays for Future – Die Jugend gegen den Klimawandel. Konturen der weltweiten Protestbewegung|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2020|Seite=184}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Insofern bleibt eine Analyse zentraler Presseorgane und ihrer Online-Ableger wie beispielsweise des Magazins [[Berichterstattung über die Waldbrände in Kalifornien 2020|Der Spiegel]] oder der [[Süddeutschen Zeitung]] unverzichtbar, möchte man herausarbeiten, inwiefern und inwieweit größere Problemkomplexe wie der Klimawandel durch die Gesellschaft wahrgenommen und angegangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachwissenschaftliche Analyse von Pressetexten ==&lt;br /&gt;
Die Etablierung der Pressetextanalyse als zentralem Zugang zu gesellschaftlichem Wissen durch die Sprachwissenschaft hat eine Vielzahl methodischer Ansätze hervorgebracht, die sich je nach thematischem Schwerpunkt oder ausgewähltem Korpus richten. Um die wachsende Methodenvielfalt zu überblicken, entstehen inzwischen auch wissenschaftliche Übersichtsartikel, die die einzelnen Ansätze zu einem kohärenten methodischen Vorgehen zusammenführen.&lt;br /&gt;
Ein Beispiel dieser Bemühungen stellt die Untersuchung Andreas Gardts dar, der die einzelnen Ansätze den drei folgenden Leitperspektiven auf Textanalysen unterordnet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Textanalyse als Basis der Diskursanalyse. Theorie und Methoden|Herausgeber*in=Felder, Ekkehard|Sammelband=Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen|Ort=Berlin/New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=29-55}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kommunikativ-pragmatischer Rahmen===&lt;br /&gt;
Eine Analyse beginnt üblicherweise mit einer kurzen Charakterisierung des untersuchten Presseorgans. In einer modernen Mediengesellschaft ist es für die Sprachbenutzer*innen selbstverständlich, zum Beispiel Zeitungen ein bestimmtes Ethos zuordnen zu können, oder alltagssprachlicher ausgedrückt: Ein bestimmtes Image, das im Wechselspiel zwischen dem Presseorgan und ihren Rezipient*innen gewachsen ist. Das heißt, es werden bestimmte Erwartungen an eine Zeitung herangetragen, und sowohl die Bestätigung als auch die Hinterfragung dieser Erwartungen ist aus linguistischer Sicht interessant. In jedem Falle aber rahmt bereits dieses Wissen auf Produzierenden- und Rezipierendenseite die in den Zeitungen verhandelten Inhalte ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Makrostruktur===&lt;br /&gt;
Makrostrukturelle Beobachtungen bilden vereinfacht ausgedrückt den ersten Eindruck ab, den sich Rezipierende über einen Text verschaffen. Sie basieren auf Beschreibungen von Themenentfaltungen, die sich anhand von Titeln und Untertiteln, Bildern und ihren Bildunterschriften sowie dem Layout ganzer Seiten oder auch ganzer Zeitungen/Websites nachvollziehen lassen – ist ein Text eher darstellend/berichtend oder meinungsbildend/argumentierend? Die zeitliche Abfolge, in der bestimmte Themen in einem Presseorgan auftauchen und sich weiterentwickeln, spielt hierbei ebenfalls eine zentrale Rolle – bis hin zum konkreten Veröffentlichungszeitpunkt bei Online-Publikationen: Ist es für den Text zentral, möglichst zeitnah zum berichteten Ereignis zu erscheinen, oder wird eher später, dafür aber vielschichtiger/reflektierter berichtet?&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Mikrostruktur===&lt;br /&gt;
Auf der Mikroebene der Texte können vielfältigste Sprachmuster auffallen. Für den Klimawandeldiskurs können aufgrund der Komplexität des Themas zum Beispiel Metaphern und Analogien im Vordergrund einer Analyse stehen, mit denen dieses Phänomen greifbar gemacht wird – so vermittelt eine Abbildung der  Erde als ein trauriges Gesicht mit Thermometer im Mund das Konzept Klimawandel als Krankheit. Aber auch mehr oder weniger implizite Argumentationsmuster können sich zeigen, wenn beispielsweise durch die häufige oder bevorzugte Nutzung zentraler Schlagwörter bestimmte Maßnahmen gegenüber anderen als dringlicher perspektiviert werden – ist es ein ''Klimawandel'', eine ''Klimakrise'' oder eine ''Klimakatastrophe''?&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul|Nachname=Reszke|Vorname2= |Nachname2= |Tag=11|Monat=05|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Paul.Reszke/Werkstatt&amp;diff=1914</id>
		<title>Benutzer:Paul.Reszke/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Paul.Reszke/Werkstatt&amp;diff=1914"/>
		<updated>2021-05-11T14:58:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
{{Infobox-Pressetextanalyse}}&lt;br /&gt;
Die '''Analyse von Pressetexten''' kristallisiert sich etwa seit dem Jahr 2000 in einer gegenwarts- und kulturbezogenen Sprachwissenschaft als prägende Methode von Untersuchungen heraus, deren Ziel es ist, einen Überblick über gesamtgesellschaftliche Denk-, Sprech- und Handlungsweisen in Bezug auf zentrale Probleme dieser Gesellschaften zu geben. Als primäre theoretische Bezugsgröße gilt dabei der Begriff des Diskurses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Diskurs und Diskursanalyse==&lt;br /&gt;
Der von dem französischen Philosophen, Historiker und Soziologen [[Michel Foucault]] ab Ende der 1960er Jahre geprägte Diskursbegriff&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Foucault, Michel|Titel=Die Ordnung des Diskurses|Ort=Frankfurt am Main|Verlag=Fischer|Jahr=1991}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ging in verschiedene geistes- und kulturwissenschaftliche Forschungsfelder ein. Spätestens durch einen Aufsatz der Sprachwissenschaftler [[Dietrich Busse]] und [[Wolfgang Teubert]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Busse, Dietrich/Teubert, Wolfgang |Titel=Ist Diskurs ein sprachwissenschaftliches Objekt? Zur Methodenfrage der historischen Semantik|Herausgeber*in=Busse, Dietrich/Hermanns, Fritz/Teubert, Wolfgang|Sammelband=Begriffsgeschichte und Diskursgeschichte. Methodenfragen und Forschungsergebnisse der historischen Semantik|Ort=Opladen|Verlag=Westdeutscher|Jahr=1994|Seite=10-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; nimmt eine linguistische Forschung stetig zu, die sich der Analyse gesellschaftlichen Wissens und Handelns hinwendet, das sowohl in Sprache und Kommunikation vorbereitet wird und sich darin wiederum auch niederschlägt. Ausgehend von diesen Diskursanalysen identifiziert und präzisiert der Sprachwissenschaftler [[Andreas Gardt]] den folgenden Diskursbegriff für die Linguistik:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Ein Diskurs ist die Auseinandersetzung mit einem Thema,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– die sich in Äußerungen und Texten der unterschiedlichsten Art niederschlägt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– von mehr oder weniger großen gesellschaftlichen Gruppen getragen wird,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– das Wissen und die Einstellungen dieser Gruppen zu dem betreffenden Thema sowohl spiegelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– als auch aktiv prägt und dadurch handlungsleitend für die zukünftige Gestaltung der gesellschaftlichen Wirklichkeit in Bezug auf dieses Thema wirkt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Diskursanalyse – Aktueller theoretischer Ort und methodische Möglichkeiten|Herausgeber*in=Warnke, Ingo H./Spitzmüller, Jürgen|Sammelband=Diskurslinguistik nach Foucault. Theorie und Gegenstände|Ort=Berlin/New York|Verlag=de Gruyter|Jahr=2007|Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
So könnte man als konkretes Anwendungsbeispiel dieser Definition die Untersuchung des Klimawandeldiskurses heranziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in dem sich die Auseinandersetzung mit dem Problemkomplex des menschengemachten Klimawandels u. a. in Form von Tweets, Protestrufen und -schildern, Interviews, populärwissenschaftlichen Texten oder eben nicht zuletzt auch in der massenmedialen Berichterstattung zeigt. Diese Diskussion wird von Bewegungen wie Fridays for Future oder Parteien wie der CDU etc. getragen und in ihren Äußerungen und Texten zeigen sich ihre Haltungen und ihr Wissen, welche wiederum das Handeln in Bezug auf den Problemkomplex Klimawandel prägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relevanz massenmedialer Berichterstattung in der Gesellschaft und als Analyseobjekt==&lt;br /&gt;
Das Aufkommen neuer Kommunikationsmöglichkeiten durch die Entwicklung des Internets steht zunehmend im Fokus von Fragen der sprachwissenschaftlichen Diskursanalyse. Während sich ältere Arbeiten vornehmlich auf schriftsprachliche Korpora – ein Textkorpus ist eine zu wissenschaftlichen Zwecken  angelegte Zusammenstellung von Texten/Äußerungen – bestimmter Presseorgane beziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kalwa, Nina|Titel=Das Konzept »Islam«. Eine diskurslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Lautenschläger, Sina|Titel=Geschlechtsspezifische Körper- und Rollenbilder. Eine korpuslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
rücken zunehmend auch Social Media und eine [[Multimodalität|multimodale Perspektivierung]] von Massenmedien ins Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung.&lt;br /&gt;
Dennoch ist die Bedeutung der historisch länger etablierten Massenmedien nicht zu unterschätzen. So argumentieren die Kulturwissenschaftlerin [[Clara S. Thompson]] und der Politikwissenschaftler [[Max Goldenbaum]] in Bezug auf die Fridays for Future-Bewegung:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Obwohl ihre Anliegen und Narrative auch durch soziale Medien in die Öffentlichkeit gebracht werden können, versprechen sie nicht die gleiche Reichweite wie Massenmedien. Da die Massenmedien aktive Mitgestalter der Erzählung über die Klimakrise sind, sind soziale Bewegungen davon abhängig, dass ihre Themen in die Medien gebracht werden. Massenmedien bestimmen maßgeblich mit, welche Geschichten sich durchsetzen, und können dadurch die Meinung von Medienrezipient_innen beeinflussen. Diese können dann durch ihre Rolle als Wähler_innen, Konsument_innen oder Unterstützer_innen entsprechende Reaktionen in der Politik und Wirtschaft hervorrufen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Goldenbaum, Max/Thompson, Clara S.|Titel=Fridays for Future im Spiegel der Medienöffentlichkeit|Herausgeber*in=Haunss, Sebastian/Sommer, Moritz|Sammelband=Fridays for Future – Die Jugend gegen den Klimawandel. Konturen der weltweiten Protestbewegung|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2020|Seite=184}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Insofern bleibt eine Analyse zentraler Presseorgane und ihrer Online-Ableger wie beispielsweise des Magazins [[Berichterstattung über die Waldbrände in Kalifornien 2020|Der Spiegel]] oder der [[Süddeutschen Zeitung]] unverzichtbar, möchte man herausarbeiten, inwiefern und inwieweit größere Problemkomplexe wie der Klimawandel durch die Gesellschaft wahrgenommen und angegangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachwissenschaftliche Analyse von Pressetexten ==&lt;br /&gt;
Die Etablierung der Pressetextanalyse als zentralem Zugang zu gesellschaftlichem Wissen durch die Sprachwissenschaft hat eine Vielzahl methodischer Ansätze hervorgebracht, die sich je nach thematischem Schwerpunkt oder ausgewähltem Korpus richten. Um die wachsende Methodenvielfalt zu überblicken, entstehen inzwischen auch wissenschaftliche Übersichtsartikel, die die einzelnen Ansätze zu einem kohärenten methodischen Vorgehen zusammenführen.&lt;br /&gt;
Ein Beispiel dieser Bemühungen stellt die Untersuchung Andreas Gardts dar, der die einzelnen Ansätze drei Leitperspektiven auf Textanalysen unterordnet:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Textanalyse als Basis der Diskursanalyse. Theorie und Methoden|Herausgeber*in=Felder, Ekkehard|Sammelband=Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen|Ort=Berlin/New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=29-55}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kommunikativ-pragmatischer Rahmen===&lt;br /&gt;
Eine Analyse beginnt üblicherweise mit einer kurzen Charakterisierung des untersuchten Presseorgans. In einer modernen Mediengesellschaft ist es für die Sprachbenutzer*innen selbstverständlich, zum Beispiel Zeitungen ein bestimmtes Ethos zuordnen zu können, oder alltagssprachlicher ausgedrückt: Ein bestimmtes Image, das im Wechselspiel zwischen dem Presseorgan und ihren Rezipient*innen gewachsen ist. Das heißt, es werden bestimmte Erwartungen an eine Zeitung herangetragen, und sowohl die Bestätigung als auch die Hinterfragung dieser Erwartungen ist aus linguistischer Sicht interessant. In jedem Falle aber rahmt bereits dieses Wissen auf Produzierenden- und Rezipierendenseite die in den Zeitungen verhandelten Inhalte ein.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Makrostruktur===&lt;br /&gt;
Makrostrukturelle Beobachtungen bilden vereinfacht ausgedrückt den ersten Eindruck ab, den sich Rezipierende über einen Text verschaffen. Sie basieren auf Beschreibungen von Themenentfaltungen, die sich anhand von Titeln und Untertiteln, Bildern und ihren Bildunterschriften sowie dem Layout ganzer Seiten oder auch ganzer Zeitungen/Websites nachvollziehen lassen – ist ein Text eher darstellend/berichtend oder meinungsbildend/argumentierend? Die zeitliche Abfolge, in der bestimmte Themen in einem Presseorgan auftauchen und sich weiterentwickeln, spielt hierbei ebenfalls eine zentrale Rolle – bis hin zum konkreten Veröffentlichungszeitpunkt bei Online-Publikationen: Ist es für den Text zentral, möglichst zeitnah zum berichteten Ereignis zu erscheinen, oder wird eher später, dafür aber vielschichtiger/reflektierter berichtet?&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Mikrostruktur===&lt;br /&gt;
Auf der Mikroebene der Texte können vielfältigste Sprachmuster auffallen. Für den Klimawandeldiskurs können aufgrund der Komplexität des Themas zum Beispiel Metaphern und Analogien im Vordergrund einer Analyse stehen, mit denen dieses Phänomen greifbar gemacht wird – so vermittelt eine Abbildung der  Erde als ein trauriges Gesicht mit Thermometer im Mund das Konzept Klimawandel als Krankheit. Aber auch mehr oder weniger implizite Argumentationsmuster können sich zeigen, wenn beispielsweise durch die häufige oder bevorzugte Nutzung zentraler Schlagwörter bestimmte Maßnahmen gegenüber anderen als dringlicher perspektiviert werden – ist es ein ''Klimawandel'', eine ''Klimakrise'' oder eine ''Klimakatastrophe''?&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul|Nachname=Reszke|Vorname2= |Nachname2= |Tag=11|Monat=05|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Paul.Reszke/Werkstatt&amp;diff=1913</id>
		<title>Benutzer:Paul.Reszke/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-05-11T14:57:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Paul.Reszke: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
{{Infobox-Pressetextanalyse}}&lt;br /&gt;
Die '''Analyse von Pressetexten''' kristallisiert sich etwa seit dem Jahr 2000 in einer gegenwarts- und kulturbezogenen Sprachwissenschaft als prägende Methode von Untersuchungen heraus, deren Ziel es ist, einen Überblick über gesamtgesellschaftliche Denk-, Sprech- und Handlungsweisen in Bezug auf zentrale Probleme dieser Gesellschaften zu geben. Als primäre theoretische Bezugsgröße gilt dabei der Begriff des Diskurses.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Diskurs und Diskursanalyse==&lt;br /&gt;
Der von dem französischen Philosophen, Historiker und Soziologen [[Michel Foucault]] ab Ende der 1960er Jahre geprägte Diskursbegriff&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Foucault, Michel|Titel=Die Ordnung des Diskurses|Ort=Frankfurt am Main|Verlag=Fischer|Jahr=1991}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ging in verschiedene geistes- und kulturwissenschaftliche Forschungsfelder ein. Spätestens durch einen Aufsatz der Sprachwissenschaftler [[Dietrich Busse]] und [[Wolfgang Teubert]]&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Busse, Dietrich/Teubert, Wolfgang |Titel=Ist Diskurs ein sprachwissenschaftliches Objekt? Zur Methodenfrage der historischen Semantik|Herausgeber*in=Busse, Dietrich/Hermanns, Fritz/Teubert, Wolfgang|Sammelband=Begriffsgeschichte und Diskursgeschichte. Methodenfragen und Forschungsergebnisse der historischen Semantik|Ort=Opladen|Verlag=Westdeutscher|Jahr=1994|Seite=10-28}}&amp;lt;/ref&amp;gt; nimmt eine linguistische Forschung stetig zu, die sich der Analyse gesellschaftlichen Wissens und Handelns hinwendet, das sowohl in Sprache und Kommunikation vorbereitet wird und sich darin wiederum auch niederschlägt. Ausgehend von diesen Diskursanalysen identifiziert und präzisiert der Sprachwissenschaftler [[Andreas Gardt]] den folgenden Diskursbegriff für die Linguistik:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„Ein Diskurs ist die Auseinandersetzung mit einem Thema,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– die sich in Äußerungen und Texten der unterschiedlichsten Art niederschlägt,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– von mehr oder weniger großen gesellschaftlichen Gruppen getragen wird,&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– das Wissen und die Einstellungen dieser Gruppen zu dem betreffenden Thema sowohl spiegelt&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
– als auch aktiv prägt und dadurch handlungsleitend für die zukünftige Gestaltung der gesellschaftlichen Wirklichkeit in Bezug auf dieses Thema wirkt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Diskursanalyse – Aktueller theoretischer Ort und methodische Möglichkeiten|Herausgeber*in=Warnke, Ingo H./Spitzmüller, Jürgen|Sammelband=Diskurslinguistik nach Foucault. Theorie und Gegenstände|Ort=Berlin/New York|Verlag=de Gruyter|Jahr=2007|Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
So könnte man als konkretes Anwendungsbeispiel dieser Definition die Untersuchung des Klimawandeldiskurses heranziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016}}&amp;lt;/ref&amp;gt; in dem sich die Auseinandersetzung mit dem Problemkomplex des menschengemachten Klimawandels u. a. in Form von Tweets, Protestrufen und -schildern, Interviews, populärwissenschaftlichen Texten oder eben nicht zuletzt auch in der massenmedialen Berichterstattung zeigt. Diese Diskussion wird von Bewegungen wie Fridays for Future oder Parteien wie der CDU etc. getragen und in ihren Äußerungen und Texten zeigen sich ihre Haltungen und ihr Wissen, welche wiederum das Handeln in Bezug auf den Problemkomplex Klimawandel prägen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Relevanz massenmedialer Berichterstattung in der Gesellschaft und als Analyseobjekt==&lt;br /&gt;
Das Aufkommen neuer Kommunikationsmöglichkeiten durch die Entwicklung des Internets steht zunehmend im Fokus von Fragen der sprachwissenschaftlichen Diskursanalyse. Während sich ältere Arbeiten vornehmlich auf schriftsprachliche Korpora – ein Textkorpus ist eine zu wissenschaftlichen Zwecken  angelegte Zusammenstellung von Texten/Äußerungen – bestimmter Presseorgane beziehen,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kalwa, Nina|Titel=Das Konzept »Islam«. Eine diskurslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Lautenschläger, Sina|Titel=Geschlechtsspezifische Körper- und Rollenbilder. Eine korpuslinguistische Untersuchung|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
rücken zunehmend auch Social Media und eine [[Multimodalität|multimodale Perspektivierung]] von Massenmedien ins Zentrum der wissenschaftlichen Auseinandersetzung.&lt;br /&gt;
Dennoch ist die Bedeutung der historisch länger etablierten Massenmedien nicht zu unterschätzen. So argumentieren die Kulturwissenschaftlerin [[Clara S. Thompson]] und der Politikwissenschaftler [[Max Goldenbaum]] in Bezug auf die Fridays for Future-Bewegung:&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Obwohl ihre Anliegen und Narrative auch durch soziale Medien in die Öffentlichkeit gebracht werden können, versprechen sie nicht die gleiche Reichweite wie Massenmedien. Da die Massenmedien aktive Mitgestalter der Erzählung über die Klimakrise sind, sind soziale Bewegungen davon abhängig, dass ihre Themen in die Medien gebracht werden. Massenmedien bestimmen maßgeblich mit, welche Geschichten sich durchsetzen, und können dadurch die Meinung von Medienrezipient_innen beeinflussen. Diese können dann durch ihre Rolle als Wähler_innen, Konsument_innen oder Unterstützer_innen entsprechende Reaktionen in der Politik und Wirtschaft hervorrufen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Goldenbaum, Max/Thompson, Clara S.|Titel=Fridays for Future im Spiegel der Medienöffentlichkeit|Herausgeber*in=Haunss, Sebastian/Sommer, Moritz|Sammelband=Fridays for Future – Die Jugend gegen den Klimawandel. Konturen der weltweiten Protestbewegung|Ort=Bielefeld|Verlag=transcript|Jahr=2020|Seite=184}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;/blockquote&amp;gt;&lt;br /&gt;
Insofern bleibt eine Analyse zentraler Presseorgane und ihrer Online-Ableger wie beispielsweise des Magazins [[Berichterstattung über die Waldbrände in Kalifornien 2020|Der Spiegel]] oder der [[Süddeutschen Zeitung]] unverzichtbar, möchte man herausarbeiten, inwiefern und inwieweit größere Problemkomplexe wie der Klimawandel durch die Gesellschaft wahrgenommen und angegangen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Sprachwissenschaftliche Analyse von Pressetexten ==&lt;br /&gt;
Die Etablierung der Pressetextanalyse als zentralem Zugang zu gesellschaftlichem Wissen durch die Sprachwissenschaft hat eine Vielzahl methodischer Ansätze hervorgebracht, die sich je nach thematischem Schwerpunkt oder ausgewähltem Korpus richten. Um die wachsende Methodenvielfalt zu überblicken, entstehen inzwischen auch wissenschaftliche Übersichtsartikel, die die einzelnen Ansätze zu einem kohärenten methodischen Vorgehen zusammenführen.&lt;br /&gt;
Ein Beispiel dieser Bemühungen stellt die Untersuchung Andreas Gardts dar, der die einzelnen Ansätze drei Leitperspektiven auf Textanalysen unterordnet:&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gardt, Andreas|Titel=Textanalyse als Basis der Diskursanalyse. Theorie und Methoden|Herausgeber*in=Felder, Ekkehard|Sammelband=Faktizitätsherstellung in Diskursen. Die Macht des Deklarativen|Ort=Berlin/New York|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=29-55}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Kommunikativ-pragmatischer Rahmen===&lt;br /&gt;
Eine Analyse beginnt üblicherweise mit einer kurzen Charakterisierung des untersuchten Presseorgans. In einer modernen Mediengesellschaft ist es für die Sprachbenutzer*innen selbstverständlich, zum Beispiel Zeitungen ein bestimmtes Ethos zuordnen zu können, oder alltagssprachlicher ausgedrückt: Ein bestimmtes Image, das im Wechselspiel zwischen dem Presseorgan und ihren Rezipient*innen gewachsen ist. Das heißt, es werden bestimmte Erwartungen an eine Zeitung herangetragen, und sowohl die Bestätigung als auch die Hinterfragung dieser Erwartungen ist aus linguistischer Sicht interessant. In jedem Falle aber rahmt bereits dieses Wissen auf Produzierenden- und Rezipierendenseite die in den Zeitungen verhandelten Inhalte ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Makrostruktur===&lt;br /&gt;
Makrostrukturelle Beobachtungen bilden vereinfacht ausgedrückt den ersten Eindruck ab, den sich Rezipierende über einen Text verschaffen. Sie basieren auf Beschreibungen von Themenentfaltungen, die sich anhand von Titeln und Untertiteln, Bildern und ihren Bildunterschriften sowie dem Layout ganzer Seiten oder auch ganzer Zeitungen/Websites nachvollziehen lassen – ist ein Text eher darstellend/berichtend oder meinungsbildend/argumentierend? Die zeitliche Abfolge, in der bestimmte Themen in einem Presseorgan auftauchen und sich weiterentwickeln, spielt hierbei ebenfalls eine zentrale Rolle – bis hin zum konkreten Veröffentlichungszeitpunkt bei Online-Publikationen: Ist es für den Text zentral, möglichst zeitnah zum berichteten Ereignis zu erscheinen, oder wird eher später, dafür aber vielschichtiger/reflektierter berichtet?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Textuelle Mikrostruktur===&lt;br /&gt;
Auf der Mikroebene der Texte können vielfältigste Sprachmuster auffallen. Für den Klimawandeldiskurs können aufgrund der Komplexität des Themas zum Beispiel Metaphern und Analogien im Vordergrund einer Analyse stehen, mit denen dieses Phänomen greifbar gemacht wird – so vermittelt eine Abbildung der  Erde als ein trauriges Gesicht mit Thermometer im Mund das Konzept Klimawandel als Krankheit. Aber auch mehr oder weniger implizite Argumentationsmuster können sich zeigen, wenn beispielsweise durch die häufige oder bevorzugte Nutzung zentraler Schlagwörter bestimmte Maßnahmen gegenüber anderen als dringlicher perspektiviert werden – ist es ein ''Klimawandel'', eine ''Klimakrise'' oder eine ''Klimakatastrophe''?&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Reszke, Paul|Titel=Wissensdynamik in der Mediengesellschaft. Der Diskurs über Schulamokläufe|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2013|Seite=68-70}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Tereick, Jana|Titel=Klimawandel im Diskurs. Multimodale Diskursanalyse crossmedialer Korpora|Ort=Berlin/Boston|Verlag=De Gruyter|Jahr=2016|Seite=109-128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Paul|Nachname=Reszke|Vorname2= |Nachname2= |Tag=11|Monat=05|Jahr=2021|Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel sprechen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Theorien]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Paul.Reszke</name></author>
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