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	<title>wiki.climate-thinking.de - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5490</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-06-29T14:13:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Warum wir eine feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakrise bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Ökofeminismus] definiert sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] anhand von Statistiken erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essentialismus ==&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von [[Umweltkatastrophen]] wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der [[Umweltphilosophie]], die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder des [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern zu erklären.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es steht außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie [[Brian Swimme]], [[Kay Salleh]] oder [[Vandana Shiva]] essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderes Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warum wir eine feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich bei Betrachtung von Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen in Hinblick auf Umweltkatastrophen. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: So ist die Wahrscheinlichkeit, in einer Umweltkatastrophe zu sterben, für Frauen und Kinder 14 mal höher als für Männer.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie [[Greta Gaard]] stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit nicht angeboren, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der ''gendered vulnerability'' als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im Bezug auf den Klimawandel.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein Beispiel für die partizipatorische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] in der Debatte um die Klimakrise findet sich im Fall der Überbevölkerung:&lt;br /&gt;
Überbevölkerung im globalen Süden wird seit Ende der Sechziger Jahre als einer der Gründe für die Klimaerwärmung gesehen und ist dadurch in den Fokus von Umweltschutzbestrebungen des globalen Nordens geraten.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das WorldWatch Institute spricht sich für Bevölkerungsreduktion aus, welche durch verbesserte Bildung, Angebote zur Familienplanung und Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern erreicht werden soll. Dieser Ansatz richtet sich, trotz seiner globalen Relevanz, allerdings an Menschen im globalen Süden, die nicht in den Prozess der Maßnahmenfindung einbezogen wurden, sodass unklar ist, ob dies gewünschte oder für sie umsetzbare Ansätze sind.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=15| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem partizipatorischen Ausschluss findet sich ein weiteres Problem im [[Epistemologie|epistemologischen]] Umgang mit der Klimakrise: Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven unsichtbar gemacht. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. [[Michèle Le Deouff]] definiert den Begriff des Maskulinistischen als &amp;quot;'work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.'&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=4 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Vollständigkeit entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=4 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=7 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “''situated knowledge''”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Anna Kaijser]] und [[Annica Kronsell]] sehen ''situated knowledge'' allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das Invalidieren des ''situated knowledge'' geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass ein solcher perspektivloser, absolut neutraler Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse ([[gender data gap]]), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC resultiert dabei in einer verzerrten Vorstellung davon, wie mit der Klimakrise umgegangen werden soll:&lt;br /&gt;
Der globale Norden, der für 80% des globalen Treibhausgasaustoßes verantwortlich ist, setzt technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise im globalen Süden durch (beispielsweise sieht das Kyoto Protokoll u.A. den Einsatz von genetisch veränderte Nutzpflanzen vor&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), anstelle das Problem des Überkonsums im globalen Norden zu behandeln, einen ideologischen Wandel der Mensch-Umwelt-Beziehung bei den Konsumenten voranzutreiben &amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12f.| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder die vom globalen Süden selbst entwickelten Strategien ernst zu nehmen. Hier wird deutlich, wie durch Wissen Dominanz ausgeübt werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da sich durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft betrieben wird, mitunter fehlgeleitete politische Strategien ergeben. So basiert beispielsweise die Formulierung des 2-Grad-Ziels als Richtwert für ein vertretbares Maß an Klimaerwärmung auf der Vorstellung, dass sich die Klimaerwärmung an einem bestimmten Punkt stoppen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In ihrer Analyse führt Joni Seager dies zurück auf die maskulinistische Vorstellung von Kontrolle und Dominanz der Umwelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Fokus auf technologische Lösungsansätze ignoriert außerdem das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und setzt somit nicht an der Wurzel des Problems an. Statt alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwickeln, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] [C]limate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist somit die Tatsache, dass aktuelle Ansätze durch die unausgewogene Betrachtung unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen, und somit epistemologisch eingeschränkten, Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von [[Michel Foucault|Macht]], dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals werden die Kategorisierungen als natürliche Unterschiede dargestellt, denen wiederum implizite Machtmuster zu Grunde gelegt werden und die nicht konkret genannt werden müssen. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um Kategorien, deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als Ziel einer intersektionalen Analalyse, die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Denn Wissen ist historisch geschaffen und auch das betroffene Subjekt ist situiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klimakrise und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien, die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen, oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und [[Catriona Sandilands]] beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;Änderung des Slogan vom  Gender &amp;amp; Climate Change Network (genderCC) durch die Autor*in{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich, um ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und Geschlechterdiversität auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+&amp;lt;ref&amp;gt;Gaard betont in ihren Veröffentlichungen anhaltend queer-pespectives und queer sexualities, um dies einzufangen wird hier zusätzlich auch von LGBTQIA+ gesprochen, obwohl sie im Originaltext diese nicht explizit nennt.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen, ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen hinterfragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
=== Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage, wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen, ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht, wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. darüber, wie die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels, die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheidend für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf diese Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Marginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung, wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt. Oder anderenfalls nur einzelne Individuen, da die jeweiligen Erfahrungen von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind. Zusammengefasst werden Diskurse rund um dieses Thema unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin als offen und ambig kritisiert. Einige Forscher*innen wie [[Mieke Verloo]] und [[Leslie McCall]] sprechen sich für klare, universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie, im common sense, gemacht werden. Dennoch als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen, die Bedenken äußern, trotzdem.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, dass Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte [[Janet Biehl]] in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position der [[soziale Ökologie|sozialen Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk am Ökofeminismuss ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Essentialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind, soll im Anschluss auf die kritische Beschäftigung mit dem Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Peter Staudenmaier]] nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise [[Asmae Ourkia]] in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt.&amp;lt;ref&amp;gt; Riley benutzt in ihrem Artikel, welcher im Jahre 1993 publiziert wurde, die Worte „Black“ und „People of Color“. Die konzeptuelle Verwendung des Begriffs „BIPoC“ setzte erst im Zuge der Entstehung der Black-Lives-Matter-Bewegung ein. Im hier vorliegenden Artikelabschnitt wird die Begriffsverwendung aufgrund der Auswirkungen des Kolonialismus auf Indigene als sinnvolle Ergänzung erachtet und trotz der Abweichung vom Originaltext eingeführt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Shamara Shantu Rileys]] Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der [[Natur-Kultur Dualismus]] entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin [[Marimba Ani]] wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen, seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem [[157. Verhältnis Mensch – Kunst – Natur|‏‎Verhältnis zur Natur]] als von ihr gespalten an und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin [[Ynestra King]] macht darauf aufmerksam, wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie [[bell hooks]], [[Esther Iverem]] und [[Robert Bullard]] die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung, denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu  |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern, bringt Riley treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu  |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlicher Natur anerkannt, respektiert und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anderes Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend lässt sich festhalten, dass der afrozentrische Ökowomanismus Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus adressiert. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offen bleibt hierbei, nach welchen Kriterien über die Bezugnahme oder den Ausschluss verschiedener oder gar entgegengesetzter spiritueller Konzepte entschieden wird und inwiefern die Position des afrozentrischen Ökowomanismus auch für queere Belange zugänglich ist und nicht lediglich die Binarität heterosexueller Normen bejaht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5489</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-06-29T14:11:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakrise bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Ökofeminismus] definiert sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] anhand von Statistiken erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essentialismus ==&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von [[Umweltkatastrophen]] wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der [[Umweltphilosophie]], die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder des [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern zu erklären.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es steht außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie [[Brian Swimme]], [[Kay Salleh]] oder [[Vandana Shiva]] essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderes Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Warum wir eine feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich bei Betrachtung von Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen in Hinblick auf Umweltkatastrophen. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: So ist die Wahrscheinlichkeit, in einer Umweltkatastrophe zu sterben, für Frauen und Kinder 14 mal höher als für Männer.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie [[Greta Gaard]] stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit nicht angeboren, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der ''gendered vulnerability'' als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im Bezug auf den Klimawandel.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein Beispiel für die partizipatorische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] in der Debatte um die Klimakrise findet sich im Fall der Überbevölkerung:&lt;br /&gt;
Überbevölkerung im globalen Süden wird seit Ende der Sechziger Jahre als einer der Gründe für die Klimaerwärmung gesehen und ist dadurch in den Fokus von Umweltschutzbestrebungen des globalen Nordens geraten.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das WorldWatch Institute spricht sich für Bevölkerungsreduktion aus, welche durch verbesserte Bildung, Angebote zur Familienplanung und Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern erreicht werden soll. Dieser Ansatz richtet sich, trotz seiner globalen Relevanz, allerdings an Menschen im globalen Süden, die nicht in den Prozess der Maßnahmenfindung einbezogen wurden, sodass unklar ist, ob dies gewünschte oder für sie umsetzbare Ansätze sind.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=15| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem partizipatorischen Ausschluss findet sich ein weiteres Problem im [[Epistemologie|epistemologischen]] Umgang mit der Klimakrise: Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven unsichtbar gemacht. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. [[Michèle Le Deouff]] definiert den Begriff des Maskulinistischen als &amp;quot;'work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.'&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=4 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Vollständigkeit entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=4 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=7 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “''situated knowledge''”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Anna Kaijser]] und [[Annica Kronsell]] sehen ''situated knowledge'' allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das Invalidieren des ''situated knowledge'' geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass ein solcher perspektivloser, absolut neutraler Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse ([[gender data gap]]), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC resultiert dabei in einer verzerrten Vorstellung davon, wie mit der Klimakrise umgegangen werden soll:&lt;br /&gt;
Der globale Norden, der für 80% des globalen Treibhausgasaustoßes verantwortlich ist, setzt technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise im globalen Süden durch (beispielsweise sieht das Kyoto Protokoll u.A. den Einsatz von genetisch veränderte Nutzpflanzen vor&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), anstelle das Problem des Überkonsums im globalen Norden zu behandeln, einen ideologischen Wandel der Mensch-Umwelt-Beziehung bei den Konsumenten voranzutreiben &amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12f.| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder die vom globalen Süden selbst entwickelten Strategien ernst zu nehmen. Hier wird deutlich, wie durch Wissen Dominanz ausgeübt werden kann.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da sich durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft betrieben wird, mitunter fehlgeleitete politische Strategien ergeben. So basiert beispielsweise die Formulierung des 2-Grad-Ziels als Richtwert für ein vertretbares Maß an Klimaerwärmung auf der Vorstellung, dass sich die Klimaerwärmung an einem bestimmten Punkt stoppen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In ihrer Analyse führt Joni Seager dies zurück auf die maskulinistische Vorstellung von Kontrolle und Dominanz der Umwelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Fokus auf technologische Lösungsansätze ignoriert außerdem das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und setzt somit nicht an der Wurzel des Problems an. Statt alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwickeln, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] [C]limate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist somit die Tatsache, dass aktuelle Ansätze durch die unausgewogene Betrachtung unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen, und somit epistemologisch eingeschränkten, Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von [[Michel Foucault|Macht]], dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Oftmals werden die Kategorisierungen als natürliche Unterschiede dargestellt, denen wiederum implizite Machtmuster zu Grunde gelegt werden und die nicht konkret genannt werden müssen. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um Kategorien, deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als Ziel einer intersektionalen Analalyse, die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Denn Wissen ist historisch geschaffen und auch das betroffene Subjekt ist situiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klimakrise und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien, die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen, oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und [[Catriona Sandilands]] beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;Änderung des Slogan vom  Gender &amp;amp; Climate Change Network (genderCC) durch die Autor*in{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich, um ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und Geschlechterdiversität auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+&amp;lt;ref&amp;gt;Gaard betont in ihren Veröffentlichungen anhaltend queer-pespectives und queer sexualities, um dies einzufangen wird hier zusätzlich auch von LGBTQIA+ gesprochen, obwohl sie im Originaltext diese nicht explizit nennt.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen, ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen hinterfragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
=== Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage, wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen, ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht, wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. darüber, wie die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels, die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheidend für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf diese Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Marginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung, wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt. Oder anderenfalls nur einzelne Individuen, da die jeweiligen Erfahrungen von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind. Zusammengefasst werden Diskurse rund um dieses Thema unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin als offen und ambig kritisiert. Einige Forscher*innen wie [[Mieke Verloo]] und [[Leslie McCall]] sprechen sich für klare, universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie, im common sense, gemacht werden. Dennoch als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen, die Bedenken äußern, trotzdem.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, dass Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte [[Janet Biehl]] in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position der [[soziale Ökologie|sozialen Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk am Ökofeminismuss ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Essentialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind, soll im Anschluss auf die kritische Beschäftigung mit dem Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Peter Staudenmaier]] nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise [[Asmae Ourkia]] in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt.&amp;lt;ref&amp;gt; Riley benutzt in ihrem Artikel, welcher im Jahre 1993 publiziert wurde, die Worte „Black“ und „People of Color“. Die konzeptuelle Verwendung des Begriffs „BIPoC“ setzte erst im Zuge der Entstehung der Black-Lives-Matter-Bewegung ein. Im hier vorliegenden Artikelabschnitt wird die Begriffsverwendung aufgrund der Auswirkungen des Kolonialismus auf Indigene als sinnvolle Ergänzung erachtet und trotz der Abweichung vom Originaltext eingeführt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Shamara Shantu Rileys]] Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der [[Natur-Kultur Dualismus]] entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin [[Marimba Ani]] wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen, seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem [[157. Verhältnis Mensch – Kunst – Natur|‏‎Verhältnis zur Natur]] als von ihr gespalten an und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin [[Ynestra King]] macht darauf aufmerksam, wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie [[bell hooks]], [[Esther Iverem]] und [[Robert Bullard]] die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung, denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu  |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern, bringt Riley treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu  |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlicher Natur anerkannt, respektiert und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anderes Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend lässt sich festhalten, dass der afrozentrische Ökowomanismus Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus adressiert. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Offen bleibt hierbei, nach welchen Kriterien über die Bezugnahme oder den Ausschluss verschiedener oder gar entgegengesetzter spiritueller Konzepte entschieden wird und inwiefern die Position des afrozentrischen Ökowomanismus auch für queere Belange zugänglich ist und nicht lediglich die Binarität heterosexueller Normen bejaht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5347</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5347"/>
		<updated>2022-05-04T18:19:28Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakrise bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essentialismus ==&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von [[Umweltkatastrophen]] wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der [[Umweltphilosophie]], die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder des [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern zu erklären.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es steht außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie [[Brian Swimme]], [[Kay Salleh]] oder [[Vandana Shiva]] essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderes Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich bei Betrachtung von Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei Umweltkatastrophen. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: So ist die Wahrscheinlichkeit, in einer Umweltkatastrophe zu sterben, für Frauen und Kinder 14 mal höher als für Männer.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie [[Greta Gaard]] stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit nicht angeboren, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der ''gendered vulnerability'' als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im Bezug auf den Klimawandel.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein Beispiel für die partizipatorische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] in der Debatte um die Klimakrise findet sich im Fall der Überbevölkerung:&lt;br /&gt;
Überbevölkerung im globalen Süden wird seit Ende der Sechziger Jahre als einer der Gründe für die Klimaerwärmung gesehen und ist dadurch in den Fokus von Umweltschutzbestrebungen des globalen Nordens geraten.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das WorldWatch Institute spricht sich für Bevölkerungsreduktion aus, welche durch verbesserte Bildung, Angebote zur Familienplanung und Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern erreicht werden soll. Dieser Ansatz richtet sich, trotz seiner globalen Relevanz, allerdings an Menschen im globalen Süden, die nicht in den Prozess der Maßnahmenfindung einbezogen wurden, sodass unklar ist, ob dies gewünschte oder für sie umsetzbare Ansätze sind.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=15| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem partizipatorischen Ausschluss findet sich ein weiteres Problem im [[Epistemologie|epistemologischen]] Umgang mit der Klimakrise: Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als &amp;quot;'work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.'&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=4 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Vollständigkeit entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=4 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=7 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “''situated knowledge''”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Anna Kaijser]] und [[Annica Kronsell]] sehen ''situated knowledge'' allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das Invalidieren des situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass ein solcher perspektivloser, absolut neutraler Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse ([[gender data gap]]), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC resultiert dabei in einer verzerrten Vorstellung davon, wie mit der Klimakrise umgegangen werden soll:&lt;br /&gt;
Der globale Norden, der für 80% des globalen Treibhausgasaustoßes verantwortlich ist, setzt technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise im globalen Süden durch (beispielsweise sieht das Kyoto Protokoll u.A. den Einsatz von genetisch veränderte Nutzpflanzen vor&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), anstelle das Problem des Überkonsums im globalen Norden zu behandeln, einen ideologischen Wandel der Mensch-Umwelt-Beziehung bei den Konsumenten voranzutreiben &amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12f.| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder den globalen Süden selbst Strategien entwickeln zu lassen. Hier wird deutlich, wie Wissen Dominanz ausüben kann.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da sich durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft betrieben wird, mitunter fehlgeleitete politische Strategien ergeben. So basiert beispielsweise die Formulierung des 2-Grad-Ziels als Richtwert für ein vertretbares Maß an Klimaerwärmung auf der Vorstellung, dass sich die Klimaerwärmung an einem bestimmten Punkt stoppen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In ihrer Analyse führt Joni Seager dies zurück auf die maskulinistische Vorstellung von Kontrolle und Dominanz der Umwelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Fokus auf technologische Lösungsansätze ignoriert außerdem das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und setzt somit nicht an der Wurzel des Problems an. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] [C]limate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist somit die Tatsache, dass aktuelle Ansätze durch die unausgewogene Betrachtung unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von [[Michel Foucault|Macht]], dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Oftmals werden die Kategorisierungen als natürliche Unterschiede dargestellt. Denen wiederum implizite Machtmuster zu Grunde gelegt werden und nicht konkret genannt werden müssen. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um Kategorien, deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als Ziel einer intersektionalen Analalyse, die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Denn Wissen ist historisch geschaffen und auch das betroffene Subjekt ist situiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klimakrise und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien, die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen, oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und [[Catriona Sandilands]] beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich, um ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und Geschlechterdiversität auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+&amp;lt;ref&amp;gt;Gaard betont in ihren Veröffentlichungen anhaltend queer-pespectives und queer sexualities, um dies einzufangen wird hier zusätzlich auch von LGBTQIA+ gesprochen, obwohl sie im Originaltext diese nicht explizit nennt.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen, ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
=== Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen, ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht, wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. darüber, wie die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels, die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheidend für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Marginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung, wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt. Oder anderenfalls nur einzelne Individuen, da die jeweiligen Erfahrungen von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind. Zusammengefasst werden Diskurse rund um dieses Thema unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für ihre Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie [[Mieke Verloo]] und [[Leslie McCall]] sprechen sich für klare, universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie gemacht werden. Dennoch als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen, die Bedenken äußern, trotzdem.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte [[Janet Biehl]] in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie|sozialen Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Essentialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf die kritische Beschäftigung mit dem Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Peter Staudenmaier]] nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise [[Asmae Ourkia]] in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt.&amp;lt;ref&amp;gt; Riley benutzt in ihrem Artikel, welcher im Jahre 1993 publiziert wurde, die Worte „Black“ und „People of Color“. Die konzeptuelle Verwendung des Begriffs „BIPoC“ setzte erst im Zuge der Entstehung der Black-Lives-Matter-Bewegung ein. Im hier vorliegenden Artikelabschnitt wird die Begriffsverwendung aufgrund der Auswirkungen des Kolonialismus auf Indigene als sinnvolle Ergänzung erachtet und trotz der Abweichung vom Originaltext eingeführt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Shamara Shantu Rileys]] Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der [[Natur-Kultur Dualismus]] entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin [[Marimba Ani]] wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen, seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem [[157. Verhältnis Mensch – Kunst – Natur|‏‎Verhältnis zur Natur]] als von ihr gespalten an und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin [[Ynestra King]] macht darauf aufmerksam, wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie [[bell hooks]], [[Esther Iverem]] und [[Robert Bullard]] die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung, denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu  |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern, bringt Riley treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu  |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlicher Natur anerkannt, respektiert und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anderes Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5346</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-05-04T17:43:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakrise bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essentialismus ==&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von [[Umweltkatastrophen]] wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der [[Umweltphilosophie]], die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder des [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern zu erklären.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es steht außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie [[Brian Swimme]], [[Kay Salleh]] oder [[Vandana Shiva]] essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderes Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich bei Betrachtung von Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei Umweltkatastrophen. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: So ist die Wahrscheinlichkeit, in einer Umweltkatastrophe zu sterben, für Frauen und Kinder 14 mal höher als für Männer.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie [[Greta Gaard]] stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit nicht angeboren, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der ''gendered vulnerability'' als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im Bezug auf den Klimawandel.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein Beispiel für die partizipatorische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] in der Debatte um die Klimakrise findet sich im Fall der Überbevölkerung:&lt;br /&gt;
Überbevölkerung im globalen Süden wird seit Ende der Sechziger Jahre als einer der Gründe für die Klimaerwärmung gesehen und ist dadurch in den Fokus von Umweltschutzbestrebungen des globalen Nordens geraten.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das WorldWatch Institute spricht sich für Bevölkerungsreduktion aus, welche durch verbesserte Bildung, Angebote zur Familienplanung und Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern erreicht werden soll. Dieser Ansatz richtet sich, trotz seiner globalen Relevanz, allerdings an Menschen im globalen Süden, die nicht in den Prozess der Maßnahmenfindung einbezogen wurden, sodass unklar ist, ob dies gewünschte oder für sie umsetzbare Ansätze sind.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=15| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem partizipatorischen Ausschluss findet sich ein weiteres Problem im [[Epistemologie|epistemologischen]] Umgang mit der Klimakrise: Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als &amp;quot;'work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.'&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=4 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Vollständigkeit entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=4 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=7 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “''situated knowledge''”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Anna Kaijser]] und [[Annica Kronsell]] sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das Invalidieren des situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass ein solcher perspektivloser, absolut neutraler Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse ([[gender data gap]]), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC resultiert dabei in einer verzerrten Vorstellung davon, wie mit der Klimakrise umgegangen werden soll:&lt;br /&gt;
Der globale Norden, der für 80% des globalen Treibhausgasaustoßes verantwortlich ist, setzt technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise im globalen Süden durch (beispielsweise sieht das Kyoto Protokoll u.A. den Einsatz von genetisch veränderte Nutzpflanzen vor&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), anstelle das Problem des Überkonsums im globalen Norden zu behandeln, einen ideologischen Wandel der Mensch-Umwelt-Beziehung bei den Konsumenten voranzutreiben &amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12f.| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder den globalen Süden selbst Strategien entwickeln zu lassen. Hier wird deutlich, wie Wissen Dominanz ausüben kann.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da sich durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft betrieben wird, mitunter fehlgeleitete politische Strategien ergeben. So basiert beispielsweise die Formulierung des 2-Grad-Ziels als Richtwert für ein vertretbares Maß an Klimaerwärmung auf der Vorstellung, dass sich die Klimaerwärmung an einem bestimmten Punkt stoppen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In ihrer Analyse führt Joni Seager dies zurück auf die maskulinistische Vorstellung von Kontrolle und Dominanz der Umwelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Fokus auf technologische Lösungsansätze ignoriert außerdem das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und setzt somit nicht an der Wurzel des Problems an. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] [C]limate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist somit die Tatsache, dass aktuelle Ansätze durch die unausgewogene Betrachtung unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von [[Michel Foucault|Macht]], dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Oftmals werden die Kategorisierungen als natürliche Unterschiede dargestellt. Denen wiederum implizite Machtmuster zu Grunde gelegt werden und nicht konkret genannt werden müssen. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um Kategorien, deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als Ziel einer intersektionalen Analalyse, die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Denn Wissen ist historisch geschaffen und auch das betroffene Subjekt ist situiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klimakrise und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien, die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen, oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und [[Catriona Sandilands]] beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich, um ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und Geschlechterdiversität auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+&amp;lt;ref&amp;gt;Gaard betont in ihren Veröffentlichungen anhaltend queer-pespectives und queer sexualities, um dies einzufangen wird hier zusätzlich auch von LGBTQIA+ gesprochen, obwohl sie im Originaltext diese nicht explizit nennt.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen, ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
=== Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen, ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht, wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. darüber, wie die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels, die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheidend für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Marginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung, wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt. Oder anderenfalls nur einzelne Individuen, da die jeweiligen Erfahrungen von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind. Zusammengefasst werden Diskurse rund um dieses Thema unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für ihre Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie [[Mieke Verloo]] und [[Leslie McCall]] sprechen sich für klare, universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie gemacht werden. Dennoch als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen, die Bedenken äußern, trotzdem.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte [[Janet Biehl]] in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie|sozialen Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Essentialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf die kritische Beschäftigung mit dem Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Peter Staudenmaier]] nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise [[Asmae Ourkia]] in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt.&amp;lt;ref&amp;gt; Riley benutzt in ihrem Artikel, welcher im Jahre 1993 publiziert wurde, die Worte „Black“ und „People of Color“. Die konzeptuelle Verwendung des Begriffs „BIPoC“ setzte erst im Zuge der Entstehung der Black-Lives-Matter-Bewegung ein. Im hier vorliegenden Artikelabschnitt wird die Begriffsverwendung aufgrund der Auswirkungen des Kolonialismus auf Indigene als sinnvolle Ergänzung erachtet und trotz der Abweichung vom Originaltext eingeführt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Shamara Shantu Rileys]] Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der [[Natur-Kultur Dualismus]] entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin [[Marimba Ani]] wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen, seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem [[157. Verhältnis Mensch – Kunst – Natur|‏‎Verhältnis zur Natur]] als von ihr gespalten an und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin [[Ynestra King]] macht darauf aufmerksam, wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie [[bell hooks]], [[Esther Iverem]] und [[Robert Bullard]] die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung, denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu  |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern, bringt Riley treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu  |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlicher Natur anerkannt, respektiert und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anderes Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5270</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5270"/>
		<updated>2022-04-12T10:00:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[WEITERE KORREKTUREN FOLGEN IN KW 14]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakrise bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essentialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von [[Umweltkatastrophen]] wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der [[Umweltphilosophie]], die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder des [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern zu erklären.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es steht außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie [[Brian Swimme]], [[Kay Salleh]] oder [[Vandana Shiva]] essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderes Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Nele''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich bei Betrachtung von Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei Umweltkatastrophen. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: So ist die Wahrscheinlichkeit, in einer Umweltkatastrophe zu sterben, für Frauen und Kinder 14 mal höher als für Männer.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie [[Greta Gaard]] stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit nicht angeboren, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der ''gendered vulnerability'' als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im Bezug auf den Klimawandel.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein Beispiel für die partizipatorische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] in der Debatte um die Klimakrise findet sich im Fall der Überbevölkerung:&lt;br /&gt;
Überbevölkerung im globalen Süden wird seit Ende der Sechziger Jahre als einer der Gründe für die Klimaerwärmung gesehen und ist dadurch in den Fokus von Umweltschutzbestrebungen des globalen Nordens geraten.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das WorldWatch Institute spricht sich für Bevölkerungsreduktion aus, welche durch verbesserte Bildung, Angebote zur Familienplanung und Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern erreicht werden soll. Dieser Ansatz richtet sich, trotz seiner globalen Relevanz, allerdings an Menschen im globalen Süden, die nicht in den Prozess der Maßnahmenfindung einbezogen wurden, sodass unklar ist, ob dies gewünschte oder für sie umsetzbare Ansätze sind.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=15| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem partizipatorischen Ausschluss findet sich ein weiteres Problem im [[Epistemologie|epistemologischen]] Umgang mit der Klimakrise: Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als &amp;quot;'work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.'&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=4 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=4 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=7 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “situated knowledge”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Anna Kaijser]] und [[Annica Kronsell]] sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das Aufgeben des situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass ein solcher perspektivloser, absolut neutraler Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse ([[gender data gap]]), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC resultiert dabei in einer verzerrten Vorstellung davon, wie mit der Klimakrise umgegangen werden soll:&lt;br /&gt;
Der globale Norden, der für 80% des globalen Treibhausgasaustoßes verantwortlich ist, setzt technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise im globalen Süden durch (beispielsweise sieht das Kyoto Protokoll u.A. den Einsatz von genetisch veränderte Nutzpflanzen vor&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), anstelle das Problem des Überkonsums im globalen Norden zu behandeln, einen ideologischen Wandel der Mensch-Umwelt-Beziehung bei den Konsumenten voranzutreiben &amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12f.| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder den globalen Süden selbst Strategien entwickeln zu lassen. Hier wird deutlich, wie Wissen Dominanz ausüben kann.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da sich durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft betrieben wird, mitunter fehlgeleitete politische Strategien ergeben. So basiert beispielsweise die Formulierung des 2-Grad-Ziels als Richtwert für ein vertretbares Maß an Klimaerwärmung auf der Vorstellung, dass sich die Klimaerwärmung an einem bestimmten Punkt stoppen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In ihrer Analyse führt Joni Seager dies zurück auf die maskulinistische Vorstellung von Kontrolle und Dominanz der Umwelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Fokus auf technologische Lösungsansätze ignoriert außerdem das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und setzt somit nicht an der Wurzel des Problems an. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] climate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist somit die Tatsache, dass aktuelle Ansätze durch die unausgewogene Betrachtung unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Oftmals werden die Kategorisierungen als natürliche Unterschiede dargestellt. Denen wiederum implizite Machtmuster zu Grunde gelegt werden und nicht konkret genannt werden müssen. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um Kategorien, deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als Ziel einer intersektionalen Analalyse, die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Denn Wissen ist historisch geschaffen und auch das betroffene Subjekt ist situiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klimakrise und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien, die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen, oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich, um ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und Geschlechterdiversität auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+&amp;lt;ref&amp;gt;Gaard betont in ihren Veröffentlichungen anhaltend queer-pespectives und queer sexualities, um dies einzufangen wird hier zusätzlich auch von LGBTQIA+ gesprochen, obwohl sie im Originaltext diese nicht explizit nennt.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen, ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen, ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht, wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. darüber, wie die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels, die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheidend für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Marginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung, wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt. Oder anderenfalls nur einzelne Individuen, da die jeweiligen Erfahrungen von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind. Zusammengefasst werden Diskurse rund um dieses Thema unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für ihre Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare, universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie gemacht werden. Dennoch als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen, die Bedenken äußern, trotzdem.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [GRAMMATIKALISCH RICHTIG WÄRE POSITION DER SOZIALEN ÖKOLOGIE; ABER...][[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Essentialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf die kritische Beschäftigung mit dem Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt.&amp;lt;ref&amp;gt; Riley benutzt in ihrem Artikel, welcher im Jahre 1993 publiziert wurde, die Worte „Black“ und „People of Color“. Die konzeptuelle Verwendung des Begriffs „BIPoC“ setzte erst im Zuge der Entstehung der Black-Lives-Matter-Bewegung ein. Im hier vorliegenden Artikelabschnitt wird die Begriffsverwendung aufgrund der Auswirkungen des Kolonialismus auf Indigene als sinnvolle Ergänzung erachtet und trotz der Abweichung vom Originaltext eingeführt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Shamara Shantu Rileys]] Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der [[Natur-Kultur Dualismus]] entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin [[Marimba Ani]] wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen, seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem [[157. Verhältnis Mensch – Kunst – Natur|‏‎Verhältnis zur Natur]] als von ihr gespalten an und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin [[Ynestra King]] macht darauf aufmerksam, wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie [[bell hooks]], [[Esther Iverem]] und [[Robert Bullard]] die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung, denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu  |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern, bringt Riley treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu  |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlicher Natur anerkannt, respektiert und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anderes Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5269</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-04-12T09:59:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[WEITERE KORREKTUREN FOLGEN IN KW 14]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakrise bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essentialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von [[Umweltkatastrophen]] wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der [[Umweltphilosophie]], die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder des [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern zu erklären.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es steht außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie [[Brian Swimme]], [[Kay Salleh]] oder [[Vandana Shiva]] essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderes Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Nele''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich bei Betrachtung von Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei Umweltkatastrophen. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: So ist die Wahrscheinlichkeit, in einer Umweltkatastrophe zu sterben, für Frauen und Kinder 14 mal höher als für Männer.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie [[Greta Gaard]] stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit nicht angeboren, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der ''gendered vulnerability'' als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im Bezug auf den Klimawandel.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein Beispiel für die partizipatorische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] in der Debatte um die Klimakrise findet sich im Fall der Überbevölkerung:&lt;br /&gt;
Überbevölkerung im globalen Süden wird seit Ende der Sechziger Jahre als einer der Gründe für die Klimaerwärmung gesehen und ist dadurch in den Fokus von Umweltschutzbestrebungen des globalen Nordens geraten.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das WorldWatch Institute spricht sich für Bevölkerungsreduktion aus, welche durch verbesserte Bildung, Angebote zur Familienplanung und Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern erreicht werden soll. Dieser Ansatz richtet sich, trotz seiner globalen Relevanz, allerdings an Menschen im globalen Süden, die nicht in den Prozess der Maßnahmenfindung einbezogen wurden, sodass unklar ist, ob dies gewünschte oder für sie umsetzbare Ansätze sind.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=15| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem partizipatorischen Ausschluss findet sich ein weiteres Problem im [[Epistemologie|epistemologischen Umgang]] mit der Klimakrise: Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als &amp;quot;'work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.'&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=4 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=4 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=7 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “situated knowledge”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Anna Kaijser]] und [[Annica Kronsell]] sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das Aufgeben des situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass ein solcher perspektivloser, absolut neutraler Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse ([[gender data gap]]), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC resultiert dabei in einer verzerrten Vorstellung davon, wie mit der Klimakrise umgegangen werden soll:&lt;br /&gt;
Der globale Norden, der für 80% des globalen Treibhausgasaustoßes verantwortlich ist, setzt technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise im globalen Süden durch (beispielsweise sieht das Kyoto Protokoll u.A. den Einsatz von genetisch veränderte Nutzpflanzen vor&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), anstelle das Problem des Überkonsums im globalen Norden zu behandeln, einen ideologischen Wandel der Mensch-Umwelt-Beziehung bei den Konsumenten voranzutreiben &amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12f.| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder den globalen Süden selbst Strategien entwickeln zu lassen. Hier wird deutlich, wie Wissen Dominanz ausüben kann.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da sich durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft betrieben wird, mitunter fehlgeleitete politische Strategien ergeben. So basiert beispielsweise die Formulierung des 2-Grad-Ziels als Richtwert für ein vertretbares Maß an Klimaerwärmung auf der Vorstellung, dass sich die Klimaerwärmung an einem bestimmten Punkt stoppen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In ihrer Analyse führt Joni Seager dies zurück auf die maskulinistische Vorstellung von Kontrolle und Dominanz der Umwelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Fokus auf technologische Lösungsansätze ignoriert außerdem das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und setzt somit nicht an der Wurzel des Problems an. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] climate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist somit die Tatsache, dass aktuelle Ansätze durch die unausgewogene Betrachtung unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Oftmals werden die Kategorisierungen als natürliche Unterschiede dargestellt. Denen wiederum implizite Machtmuster zu Grunde gelegt werden und nicht konkret genannt werden müssen. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um Kategorien, deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als Ziel einer intersektionalen Analalyse, die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Denn Wissen ist historisch geschaffen und auch das betroffene Subjekt ist situiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klimakrise und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien, die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen, oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich, um ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und Geschlechterdiversität auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+&amp;lt;ref&amp;gt;Gaard betont in ihren Veröffentlichungen anhaltend queer-pespectives und queer sexualities, um dies einzufangen wird hier zusätzlich auch von LGBTQIA+ gesprochen, obwohl sie im Originaltext diese nicht explizit nennt.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen, ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen, ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht, wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. darüber, wie die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels, die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheidend für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Marginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung, wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt. Oder anderenfalls nur einzelne Individuen, da die jeweiligen Erfahrungen von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind. Zusammengefasst werden Diskurse rund um dieses Thema unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für ihre Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare, universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie gemacht werden. Dennoch als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen, die Bedenken äußern, trotzdem.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [GRAMMATIKALISCH RICHTIG WÄRE POSITION DER SOZIALEN ÖKOLOGIE; ABER...][[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Essentialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf die kritische Beschäftigung mit dem Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt.&amp;lt;ref&amp;gt; Riley benutzt in ihrem Artikel, welcher im Jahre 1993 publiziert wurde, die Worte „Black“ und „People of Color“. Die konzeptuelle Verwendung des Begriffs „BIPoC“ setzte erst im Zuge der Entstehung der Black-Lives-Matter-Bewegung ein. Im hier vorliegenden Artikelabschnitt wird die Begriffsverwendung aufgrund der Auswirkungen des Kolonialismus auf Indigene als sinnvolle Ergänzung erachtet und trotz der Abweichung vom Originaltext eingeführt.&amp;lt;/ref&amp;gt; Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In [[Shamara Shantu Rileys]] Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der [[Natur-Kultur Dualismus]] entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin [[Marimba Ani]] wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen, seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem [[157. Verhältnis Mensch – Kunst – Natur|‏‎Verhältnis zur Natur]] als von ihr gespalten an und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin [[Ynestra King]] macht darauf aufmerksam, wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie [[bell hooks]], [[Esther Iverem]] und [[Robert Bullard]] die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung, denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu  |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern, bringt Riley treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu  |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlicher Natur anerkannt, respektiert und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anderes Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5253</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-04-10T20:15:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[WEITERE KORREKTUREN FOLGEN IN KW 14]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakrise bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essentialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von [[Umweltkatastrophen]] wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der [[Umweltphilosophie]], die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder des [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern zu erklären.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es steht außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderes Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Nele''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei Umweltkatastrophen betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: So ist die Wahrscheinlichkeit, in einer Umweltkatastrophe zu sterben, für Frauen und Kinder 14 mal höher als für Männer.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Greta Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit nicht angeboren, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der ''gendered vulnerability'' als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im Bezug auf den Klimawandel.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein Beispiel für die partizipatorische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] in der Debatte um die Klimakrise findet sich im Fall der Überbevölkerung:&lt;br /&gt;
Überbevölkerung im globalen Süden wird seit Ende der Sechziger Jahre als einer der Gründe für die Klimaerwärmung gesehen und ist dadurch in den Fokus von Umweltschutzbestrebungen des globalen Nordens geraten.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das WorldWatch Institute spricht sich für Bevölkerungsreduktion aus, welche durch verbesserte Bildung, Angebote zur Familienplanung und Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern erreicht werden soll. '''Dieser Ansatz richtet sich, trotz seiner globalen Relevanz, allerdings an Menschen im globalen Süden, mit denen keine Rücksprache darüber gehalten wurde, ob dies gewünschte oder für sie umsetzbare Ansätze sind.'''&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=15| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem partizipatorischen Ausschluss findet sich ein weiteres Problem im epistemologischen Umgang mit der Klimakrise: Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als &amp;quot;'work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.'&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=4 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=4 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=7 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “situated knowledge”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Anna Kaijser und Annica Kronsell sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das Aufgeben des situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass dieser perspektivlose, absolut neutrale Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort [[gender data gap]]), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC resultiert dabei in einer verzerrten Vorstellung davon, wie mit der Klimakrise umgegangen werden soll:&lt;br /&gt;
Der globale Norden, der für 80% des globalen Treibhausgasaustoßes verantwortlich ist, setzt technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise im globalen Süden durch (beispielsweise sieht das Kyoto Protokoll u.A. den Einsatz von genetisch veränderte Nutzpflanzen vor&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), anstelle das Problem des Überkonsums im globalen Norden zu behandeln, einen ideologischen Wandel der Mensch-Umwelt-Beziehung bei den Konsumenten voranzutreiben &amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12f.| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder den globalen Süden selbst Strategien entwickeln zu lassen. Hier wird deutlich, wie Wissen Dominanz ausüben kann.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da sich durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft betrieben wird, mitunter fehlgeleitete politische Strategien ergeben. So basiert beispielsweise die Formulierung des 2-Grad-Ziels als Richtwert für ein vertretbares Maß an Klimaerwärmung auf der Vorstellung, dass sich die Klimaerwärmung an einem bestimmten Punkt stoppen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In ihrer Analyse führt Joni Seager dies zurück auf die maskulinistische Vorstellung von Kontrolle und Dominanz der Umwelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Fokus auf technologische Lösungsansätze ignoriert außerdem das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und setzt somit nicht an der Wurzel des Problems an. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] climate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist also die Tatsache, dass aktuelle Ansätze durch die unausgewogene Betrachtung unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Oftmals werden die Kategorisierungen als natürliche Unterschiede dargestellt. Denen wiederum implizite Machtmuster zu Grunde gelegt werden und nicht konkret genannt werden müssen. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um Kategorien, deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als Ziel einer intersektionalen Analalyse, die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Denn Wissen ist historisch geschaffen und auch das betroffene Subjekt ist situiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Klimakrise und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien, die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen, oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich, um ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und Geschlechterdiversität auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+&amp;lt;ref&amp;gt;Gaard betont in ihren Veröffentlichungen anhaltend queer-pespectives und queer sexualities, um dies einzufangen wird hier zusätzlich auch von LGBTQIA+ gesprochen, obwohl sie im Originaltext diese nicht explizit nennt.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen, ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen, ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht, wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. darüber, wie die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels, die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheidend für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Marginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung, wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt. Oder anderenfalls nur einzelne Individuen, da die jeweiligen Erfahrungen von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind. Zusammengefasst werden Diskurse rund um dieses Thema unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für ihre Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare, universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie gemacht werden. Dennoch als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen, die Bedenken äußern, trotzdem.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [GRAMMATIKALISCH RICHTIG WÄRE POSITION DER SOZIALEN ÖKOLOGIE; ABER...][[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Essentialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf die kritische Beschäftigung mit dem Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt.&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Riley benutzt in ihrem Artikel, welcher im Jahre 1993 publiziert wurde, die Worte „Black“ und „People of Color“. Die konzeptuelle Verwendung des Begriffs „BIPoC“ setzte erst im Zuge der Entstehung der Black-Lives-Matter-Bewegung ein. Im hier vorliegenden Artikelabschnitt wird die Begriffsverwendung aufgrund der Auswirkungen des Kolonialismus auf Indigene als sinnvolle Ergänzung erachtet und trotz der Abweichung vom Originaltext eingeführt.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der [[Natur-Kultur Dualismus]] entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen, seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur als von ihr gespalten an und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam, wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung, denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu  |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern, bringt Riley treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu  |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlicher Natur anerkannt, respektiert und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anderes Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Rileys, Shamara Shantu |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5155</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-04-01T12:38:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essentialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Nele''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: So ist die Wahrscheinlichkeit, in einer Umweltkatastrophe zu sterben, für Frauen und Kinder 14 mal höher als für Männer.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der ''gendered vulnerability'' als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im Bezug auf den Klimawandel.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein Beispiel für die partizipatorische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] in der Debatte um die Klimakrise findet sich im Fall der Überbevölkerung:&lt;br /&gt;
Überbevölkerung im globalen Süden wird seit Ende der Sechziger Jahre als einer der Gründe für die Klimaerwärmung gesehen und ist dadurch in den Fokus von Umweltschutzbestrebungen des globalen Nordens geraten.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das WorldWatch Institute spricht sich für Bevölkerungsreduktion aus, welche durch verbesserte Bildung, Angebote zur Familienplanung und Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern erreicht werden soll. Dieser Ansatz richtet sich, trotz seiner globalen Relevanz, allerdings an Menschen im globalen Süden, mit denen keine Rücksprache darüber gehalten wurde, ob dies gewünschte oder für sie umsetzbare Ansätze sind.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=15| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem partizipatorischen Ausschluss findet sich ein weiteres Problem im epistemologischen Umgang mit der Klimakrise: Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als &amp;quot;'work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.'&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=4 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=4 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 |Seite=7 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “situated knowledge”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Kaijser und Kronsell sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das ‘Opfern’ der situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass dieser perspektivlose, absolut neutrale Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC resultiert dabei in einer verzerrten Vorstellung davon, wie mit der Klimakrise umgegangen werden soll:&lt;br /&gt;
Der globale Norden, der für 80% des globalen Treibhausgasaustoßes verantwortlich ist, setzt technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise im globalen Süden durch (beispielsweise sieht das Kyoto Protokoll u.A. den Einsatz von genetisch veränderte Nutzpflanzen vor&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), anstelle das Problem des Überkonsums im globalen Norden zu behandeln, einen ideologischen Wandel der Mensch-Umwelt-Beziehung bei den Konsumenten voranzutreiben &amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12f.| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder den globalen Süden selbst Strategien entwickeln zu lassen. Hier wird deutlich, wie Wissen eine Dominanzfunktion ausüben kann.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da sich durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, mitunter fehlgeleitete politische Strategien ergeben. So basiert beispielsweise die Formulierung des 2-Grad-Ziels als Richtwert für ein vertretbares Maß an Klimaerwärmung auf der Vorstellung, dass sich die Klimaerwärmung an einem bestimmten Punkt stoppen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In ihrer Analyse führt Joni Seager dies zurück auf die maskulinistische Vorstellung von Kontrolle und Dominanz der Umwelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Fokus auf technologische Lösungsansätze ignoriert außerdem das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und setzt somit nicht an der Wurzel des Problems an. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] climate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist also die Tatsache, dass aktuelle Ansätze durch die unausgewogene Betrachtung unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Denn Wissen ist historisch geschaffen und auch das betroffene Subjekt ist situiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und Geschlechterdiversität auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+&amp;lt;ref&amp;gt;Gaard betont in ihren Veröffentlichungen anhaltend queer-pespectives und queer sexualities, um dies einzufangen wird hier zusätzlich auch von LGBTQIA+ gesprochen, obwohl sie im Originaltext an dieser Stelle diese nicht explizit nennt.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Marginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie [im common sense] gemacht werden. Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Essentialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf das Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5153</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-04-01T12:18:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essentialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Nele''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: So ist die Wahrscheinlichkeit, in einer Umweltkatastrophe zu sterben, für Frauen und Kinder 14 mal höher als für Männer.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der ''gendered vulnerability'' als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im Bezug auf den Klimawandel.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein Beispiel für die partizipatorische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] in der Debatte um die Klimakrise findet sich im Fall der Überbevölkerung:&lt;br /&gt;
Überbevölkerung im globalen Süden wird seit Ende der Sechziger Jahre als einer der Gründe für die Klimaerwärmung gesehen und ist dadurch in den Fokus von Umweltschutzbestrebungen des globalen Nordens geraten.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das WorldWatch Institute spricht sich für Bevölkerungsreduktion aus, welche durch verbesserte Bildung, Angebote zur Familienplanung und Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern erreicht werden soll. Dieser Ansatz richtet sich, trotz seiner globalen Relevanz, allerdings an Menschen im globalen Süden, mit denen keine Rücksprache darüber gehalten wurde, ob dies gewünschte oder für sie umsetzbare Ansätze sind.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=15| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem partizipatorischen Ausschluss findet sich ein weiteres Problem im epistemologischen Umgang mit der Klimakrise: Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als &amp;quot;'work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.'&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion. Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “situated knowledge”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Kaijser und Kronsell sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das ‘Opfern’ der situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass dieser perspektivlose, absolut neutrale Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC resultiert dabei in einer verzerrten Vorstellung davon, wie mit der Klimakrise umgegangen werden soll:&lt;br /&gt;
Der globale Norden, der für 80% des globalen Treibhausgasaustoßes verantwortlich ist, setzt technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise im globalen Süden durch (beispielsweise sieht das Kyoto Protokoll u.A. den Einsatz von genetisch veränderte Nutzpflanzen vor&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), anstelle das Problem des Überkonsums im globalen Norden zu behandeln, einen ideologischen Wandel der Mensch-Umwelt-Beziehung bei den Konsumenten voranzutreiben &amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12f.| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder den globalen Süden selbst Strategien entwickeln zu lassen. Hier wird deutlich, wie Wissen eine Dominanzfunktion ausüben kann.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da sich durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, mitunter fehlgeleitete politische Strategien ergeben. So basiert beispielsweise die Formulierung des 2-Grad-Ziels als Richtwert für ein vertretbares Maß an Klimaerwärmung auf der Vorstellung, dass sich die Klimaerwärmung an einem bestimmten Punkt stoppen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In ihrer Analyse führt Joni Seager dies zurück auf die maskulinistische Vorstellung von Kontrolle und Dominanz der Umwelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Fokus auf technologische Lösungsansätze ignoriert außerdem das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und setzt somit nicht an der Wurzel des Problems an. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] climate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist also die Tatsache, dass aktuelle Ansätze durch die unausgewogene Betrachtung unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Denn Wissen ist historisch geschaffen und auch das betroffene Subjekt ist situiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und Geschlechterdiversität auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+&amp;lt;ref&amp;gt;Gaard betont in ihren Veröffentlichungen anhaltend queer-pespectives und queer sexualities, um dies einzufangen wird hier zusätzlich auch von LGBTQIA+ gesprochen, obwohl sie im Originaltext an dieser Stelle diese nicht explizit nennt.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Marginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie [im common sense] gemacht werden. Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essentialismus Essentialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf das Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5127</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-30T10:28:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''Nele''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der ''gendered vulnerability'' als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im Bezug auf den Klimawandel.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein Beispiel für die partizipatorische Marginalisierung von Frauen und BIPoC in der Debatte um die Klimakrise findet sich im Fall der Überbevölkerung:&lt;br /&gt;
Überbevölkerung im globalen Süden wird seit Ende der Sechziger Jahre als einer der Gründe für die Klimaerwärmung gesehen und ist dadurch in den Fokus des Umweltschutzes des globalen Nordens geraten.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das WorldWatch Institute spricht sich für Bevölkerungsreduktion aus, welche durch verbesserte Bildung, Angebote zur Familienplanung und Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern erreicht werden soll. Dieser Ansatz richtet sich, trotz seiner globalen Relevanz, allerdings an Menschen im globalen Süden, mit denen keine Rücksprache darüber gehalten wurde, ob dies gewünschte oder für sie umsetzbare Ansätze sind.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=15| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem partizipatorischen Ausschluss findet sich ein weiteres Problem im epistemologischen Umgang mit der Klimakrise: Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion. Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “situated knowledge”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Kaijser und Kronsell sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das ‘Opfern’ der situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass dieser perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC resultiert dabei in einer verzerrten Vorstellung davon, wie mit der Klimakrise umgegangen werden soll:&lt;br /&gt;
Der globale Norden, der für 80% des globalen Treibhausgasaustoßes verantwortlich ist, setzt technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise im globalen Süden durch (beispielsweise sieht das Kyoto Protokoll u.A. den Einsatz von genetisch veränderte Nutzpflanzen vor&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), anstelle das Problem des Überkonsums im globalen Norden zu behandeln, einen ideologischen Wandel der Mensch-Umwelt-Beziehung bei den Konsumenten voranzutreiben &amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12f.| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder den globalen Süden selbst Strategien entwickeln zu lassen. Hier wird deutlich, wie Wissen eine Dominanzfunktion ausüben kann.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da sich durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, mitunter fehlgeleitete politische Strategien ergeben. So basiert beispielsweise die Formulierung des 2-Grad-Ziels als Richtwert für ein vertretbares Maß an Klimaerwärmung auf der Vorstellung, dass sich die Klimaerwärmung an einem bestimmten Punkt stoppen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In ihrer Analyse führt Joni Seager dies zurück auf die maskulinistische Vorstellung von Kontrolle und Dominanz der Umwelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Fokus auf technologische Lösungsansätze ignoriert außerdem das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und setzt somit nicht an der Wurzel des Problems an. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] climate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist also die Tatsache, dass aktuelle Ansätze durch die unausgewogene Betrachtung unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie [im common sense] gemacht werden. Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf das Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5054</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-29T08:05:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der ''gendered vulnerability'' als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im Bezug auf den Klimawandel.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein Beispiel für die partizipatorische Marginalisierung von Frauen und BIPoC in der Debatte um die Klimakrise findet sich im Fall der Überbevölkerung:&lt;br /&gt;
Überbevölkerung im globalen Süden wird seit Ende der Sechziger Jahre als einer der Gründe für die Klimaerwärmung gesehen und ist dadurch in den Fokus des Umweltschutzes des globalen Nordens geraten.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das WorldWatch Institute spricht sich für Bevölkerungsreduktion aus, welche durch verbesserte Bildung, Angebote zur Familienplanung und Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern erreicht werden soll. Dieser Ansatz richtet sich, trotz seiner globalen Relevanz, allerdings an Menschen im globalen Süden, mit denen keine Rücksprache darüber gehalten wurde, ob dies gewünschte oder für sie umsetzbare Ansätze sind.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=15| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem partizipatorischen Ausschluss findet sich ein weiteres Problem im epistemologischen Umgang mit der Klimakrise: Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion. Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “situated knowledge”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Kaijser und Kronsell sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das ‘Opfern’ der situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass dieser perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC resultiert dabei in einer verzerrten Vorstellung davon, wie mit der Klimakrise umgegangen werden soll:&lt;br /&gt;
Der globale Norden, der für 80% des globalen Treibhausgasaustoßes verantwortlich ist, setzt technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise im globalen Süden durch (beispielsweise sieht das Kyoto Protokoll u.A. den Einsatz von genetisch veränderte Nutzpflanzen vor&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), anstelle das Problem des Überkonsums im globalen Norden zu behandeln, einen ideologischen Wandel der Mensch-Umwelt-Beziehung bei den Konsumenten voranzutreiben &amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12f.| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder den globalen Süden selbst Strategien entwickeln zu lassen. Hier wird deutlich, wie Wissen eine Dominanzfunktion ausüben kann.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da sich durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, mitunter fehlgeleitete politische Strategien ergeben. So basiert beispielsweise die Formulierung des 2-Grad-Ziels als Richtwert für ein vertretbares Maß an Klimaerwärmung auf der Vorstellung, dass sich die Klimaerwärmung an einem bestimmten Punkt stoppen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In ihrer Analyse führt Joni Seager dies zurück auf die maskulinistische Vorstellung von Kontrolle und Dominanz der Umwelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Fokus auf technologische Lösungsansätze ignoriert außerdem das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und setzt somit nicht an der Wurzel des Problems an. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] climate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist also die Tatsache, dass aktuelle Ansätze durch die unausgewogene Betrachtung unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie [im common sense] gemacht werden. Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf das Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-29T08:03:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der ''gendered vulnerability'' als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im Bezug auf den Klimawandel.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein Beispiel für die partizipatorische Marginalisierung von Frauen und BIPoC in der Debatte um die Klimakrise findet sich im Fall der Überbevölkerung:&lt;br /&gt;
Überbevölkerung im globalen Süden wird seit Ende der Sechziger Jahre als einer der Gründe für die Klimaerwärmung gesehen und ist dadurch in den Fokus des Umweltschutzes des globalen Nordens geraten.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das WorldWatch Institute spricht sich für Bevölkerungsreduktion aus, welche durch verbesserte Bildung, Angebote zur Familienplanung und Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern erreicht werden soll. Dieser Ansatz richtet sich, trotz seiner globalen Relevanz, allerdings an Menschen im globalen Süden, mit denen keine Rücksprache darüber gehalten wurde, ob dies gewünschte oder für sie umsetzbare Ansätze sind.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=15| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem partizipatorischen Ausschluss findet sich ein weiteres Problem im epistemologischen Umgang mit der Klimakrise: Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion. Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “situated knowledge”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Kaijser und Kronsell sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das ‘Opfern’ der situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass dieser perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC resultiert dabei in einer verzerrten Vorstellung davon, wie mit der Klimakrise umgegangen werden soll:&lt;br /&gt;
Der globale Norden, der für 80% des globalen Treibhausgasaustoßes verantwortlich ist, setzt technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise im globalen Süden durch (beispielsweise sieht das Kyoto Protokoll u.A. den Einsatz von genetisch veränderte Nutzpflanzen vor&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), anstelle das Problem des Überkonsums im globalen Norden zu behandeln, einen ideologischen Wandel der Mensch-Umwelt-Beziehung bei den Konsumenten voranzutreiben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12f.| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder den globalen Süden selbst Strategien entwickeln zu lassen. Hier wird deutlich, wie Wissen eine Dominanzfunktion ausüben kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da sich durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, mitunter fehlgeleitete politische Strategien ergeben. So basiert beispielsweise die Formulierung des 2-Grad-Ziels als Richtwert für ein vertretbares Maß an Klimaerwärmung auf der Vorstellung, dass sich die Klimaerwärmung an einem bestimmten Punkt stoppen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In ihrer Analyse führt Joni Seager dies zurück auf die maskulinistische Vorstellung von Kontrolle und Dominanz der Umwelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Fokus auf technologische Lösungsansätze ignoriert außerdem das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und setzt somit nicht an der Wurzel des Problems an. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] climate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist also die Tatsache, dass aktuelle Ansätze durch die unausgewogene Betrachtung unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie [im common sense] gemacht werden. Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf das Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5052</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-29T08:00:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der ''gendered vulnerability'' als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im Bezug auf den Klimawandel.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein Beispiel für die partizipatorische Marginalisierung von Frauen und BIPoC in der Debatte um die Klimakrise findet sich im Fall der Überbevölkerung:&lt;br /&gt;
Überbevölkerung im globalen Süden wird seit Ende der Sechziger Jahre als einer der Gründe für die Klimaerwärmung gesehen und ist dadurch in den Fokus des Umweltschutzes des globalen Nordens geraten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das WorldWatch Institute spricht sich für Bevölkerungsreduktion aus, welche durch verbesserte Bildung, Angebote zur Familienplanung und Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern erreicht werden soll. Dieser Ansatz richtet sich, trotz seiner globalen Relevanz, allerdings an Menschen im globalen Süden, mit denen keine Rücksprache darüber gehalten wurde, ob dies gewünschte oder für sie umsetzbare Ansätze sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=15| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem partizipatorischen Ausschluss findet sich ein weiteres Problem im epistemologischen Umgang mit der Klimakrise: Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion. Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “situated knowledge”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Kaijser und Kronsell sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das ‘Opfern’ der situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass dieser perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC resultiert dabei in einer verzerrten Vorstellung davon, wie mit der Klimakrise umgegangen werden soll:&lt;br /&gt;
Der globale Norden, der für 80% des globalen Treibhausgasaustoßes verantwortlich ist, setzt technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise im globalen Süden durch (beispielsweise sieht das Kyoto Protokoll u.A. den Einsatz von genetisch veränderte Nutzpflanzen vor&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), anstelle das Problem des Überkonsums im globalen Norden zu behandeln, einen ideologischen Wandel der Mensch-Umwelt-Beziehung bei den Konsumenten voranzutreiben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12f.| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder den globalen Süden selbst Strategien entwickeln zu lassen. Hier wird deutlich, wie Wissen eine Dominanzfunktion ausüben kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da sich durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, mitunter fehlgeleitete politische Strategien ergeben. So basiert beispielsweise die Formulierung des 2-Grad-Ziels als Richtwert für ein vertretbares Maß an Klimaerwärmung auf der Vorstellung, dass sich die Klimaerwärmung an einem bestimmten Punkt stoppen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In ihrer Analyse führt Joni Seager dies zurück auf die maskulinistische Vorstellung von Kontrolle und Dominanz der Umwelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Fokus auf technologische Lösungsansätze ignoriert außerdem das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und setzt somit nicht an der Wurzel des Problems an. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] climate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist also die Tatsache, dass aktuelle Ansätze durch die unausgewogene Betrachtung unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie [im common sense] gemacht werden. Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf das Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-29T07:59:23Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der ''gendered vulnerability'' als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im Bezug auf den Klimawandel.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein Beispiel für die partizipatorische Marginalisierung von Frauen und BIPoC in der Debatte um die Klimakrise findet sich im Fall der Überbevölkerung:&lt;br /&gt;
Überbevölkerung im globalen Süden wird seit Ende der Sechziger Jahre als einer der Gründe für die Klimaerwärmung gesehen und ist dadurch in den Fokus des Umweltschutzes des globalen Nordens geraten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das WorldWatch Institute spricht sich für Bevölkerungsreduktion aus, welche durch verbesserte Bildung, Angebote zur Familienplanung und Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern erreicht werden soll. Dieser Ansatz richtet sich, trotz seiner globalen Relevanz, allerdings an Menschen im globalen Süden, mit denen keine Rücksprache darüber gehalten wurde, ob dies gewünschte oder für sie umsetzbare Ansätze sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=15| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem partizipatorischen Ausschluss findet sich ein weiteres Problem im epistemologischen Umgang mit der Klimakrise: Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion. Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “situated knowledge”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Kajiser und Kronsell sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das ‘Opfern’ der situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass dieser perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC resultiert dabei in einer verzerrten Vorstellung davon, wie mit der Klimakrise umgegangen werden soll:&lt;br /&gt;
Der globale Norden, der für 80% des globalen Treibhausgasaustoßes verantwortlich ist, setzt technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise im globalen Süden durch (beispielsweise sieht das Kyoto Protokoll u.A. den Einsatz von genetisch veränderte Nutzpflanzen vor&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), anstelle das Problem des Überkonsums im globalen Norden zu behandeln, einen ideologischen Wandel der Mensch-Umwelt-Beziehung bei den Konsumenten voranzutreiben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12f.| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder den globalen Süden selbst Strategien entwickeln zu lassen. Hier wird deutlich, wie Wissen eine Dominanzfunktion ausüben kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da sich durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, mitunter fehlgeleitete politische Strategien ergeben. So basiert beispielsweise die Formulierung des 2-Grad-Ziels als Richtwert für ein vertretbares Maß an Klimaerwärmung auf der Vorstellung, dass sich die Klimaerwärmung an einem bestimmten Punkt stoppen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In ihrer Analyse führt Joni Seager dies zurück auf die maskulinistische Vorstellung von Kontrolle und Dominanz der Umwelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Fokus auf technologische Lösungsansätze ignoriert außerdem das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und setzt somit nicht an der Wurzel des Problems an. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] climate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist also die Tatsache, dass aktuelle Ansätze durch die unausgewogene Betrachtung unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie [im common sense] gemacht werden. Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf das Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5050</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-29T07:58:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der ''gendered vulnerability'' als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung im Bezug auf den Klimawandel.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein Beispiel für die partizipatorische Marginalisierung von Frauen und BIPoC in der Debatte um die Klimakrise findet sich im Fall der Überbevölkerung:&lt;br /&gt;
Überbevölkerung im globalen Süden wird seit Ende der Sechziger Jahre als einer der Gründe für die Klimaerwärmung gesehen und ist dadurch in den Fokus des Umweltschutzes des globalen Nordens geraten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das WorldWatch Institute spricht sich für Bevölkerungsreduktion aus, welche durch verbesserte Bildung, Angebote zur Familienplanung und Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern erreicht werden soll. Dieser Ansatz richtet sich, trotz seiner globalen Relevanz, allerdings an Menschen im globalen Süden, mit denen keine Rücksprache darüber gehalten wurde, ob dies gewünschte oder für sie umsetzbare Ansätze sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=15| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem partizipatorischen Ausschluss findet sich ein weiteres Problem im epistemologischen Umgang mit der Klimakrise: Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion. Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “situated knowledge”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Kajiser und Kronsell sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das ‘Opfern’ der situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass dieser perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC resultiert dabei in einer verzerrten Vorstellung davon, wie mit der Klimakrise umgegangen werden soll:&lt;br /&gt;
Der globale Norden, der für 80% des globalen Treibhausgasaustoßes verantwortlich ist, setzt technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise im globalen Süden durch (beispielsweise sieht das Kyoto Protokoll u.A. den Einsatz von genetisch veränderte Nutzpflanzen vor&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), anstelle das Problem des Überkonsums im globalen Norden zu behandeln, einen ideologischen Wandel der Mensch-Umwelt-Beziehung bei den Konsumenten voranzutreiben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12f.| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder den globalen Süden selbst Strategien entwickeln zu lassen. Hier wird deutlich, wie Wissen eine Dominanzfunktion ausüben kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da sich durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, mitunter fehlgeleitete politische Strategien ergeben. So basiert beispielsweise die Formulierung des 2-Grad-Ziels als Richtwert für ein vertretbares Maß an Klimaerwärmung auf der Vorstellung, dass sich die Klimaerwärmung an einem bestimmten Punkt stoppen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In ihrer Analyse führt Joni Seager dies zurück auf die maskulinistische Vorstellung von Kontrolle und Dominanz der Umwelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Fokus auf technologische Lösungsansätze ignoriert außerdem das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und setzt somit nicht an der Wurzel des Problems an. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] climate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist also die Tatsache, dass aktuelle Ansätze durch die unausgewogene Betrachtung unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie [im common sense] gemacht werden. Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf das Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5049</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5049"/>
		<updated>2022-03-29T07:55:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]''Nele'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein Beispiel für die partizipatorische Marginalisierung von Frauen und BIPoC in der Debatte um die Klimakrise findet sich im Fall der Überbevölkerung:&lt;br /&gt;
Überbevölkerung im globalen Süden wird seit Ende der Sechziger Jahre als einer der Gründe für die Klimaerwärmung gesehen und ist dadurch in den Fokus des Umweltschutzes des globalen Nordens geraten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das WorldWatch Institute spricht sich für Bevölkerungsreduktion aus, welche durch verbesserte Bildung, Angebote zur Familienplanung und Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern erreicht werden soll. Dieser Ansatz richtet sich, trotz seiner globalen Relevanz, allerdings an Menschen im globalen Süden, mit denen keine Rücksprache darüber gehalten wurde, ob dies gewünschte oder für sie umsetzbare Ansätze sind.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=15| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem partizipatorischen Ausschluss findet sich ein weiteres Problem im epistemologischen Umgang mit der Klimakrise: Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion. Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “situated knowledge”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Kajiser und Kronsell sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das ‘Opfern’ der situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass dieser perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC resultiert dabei in einer verzerrten Vorstellung davon, wie mit der Klimakrise umgegangen werden soll:&lt;br /&gt;
Der globale Norden, der für 80% des globalen Treibhausgasaustoßes verantwortlich ist, setzt technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise im globalen Süden durch (beispielsweise sieht das Kyoto Protokoll u.A. den Einsatz von genetisch veränderte Nutzpflanzen vor&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), anstelle das Problem des Überkonsums im globalen Norden zu behandeln, einen ideologischen Wandel der Mensch-Umwelt-Beziehung bei den Konsumenten voranzutreiben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12f.| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder den globalen Süden selbst Strategien entwickeln zu lassen. Hier wird deutlich, wie Wissen eine Dominanzfunktion ausüben kann.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da sich durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, mitunter fehlgeleitete politische Strategien ergeben. So basiert beispielsweise die Formulierung des 2-Grad-Ziels als Richtwert für ein vertretbares Maß an Klimaerwärmung auf der Vorstellung, dass sich die Klimaerwärmung an einem bestimmten Punkt stoppen lasse.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In ihrer Analyse führt Joni Seager dies zurück auf die maskulinistische Vorstellung von Kontrolle und Dominanz der Umwelt.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Der Fokus auf technologische Lösungsansätze ignoriert außerdem das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und setzt somit nicht an der Wurzel des Problems an. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] climate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist also die Tatsache, dass aktuelle Ansätze durch die unausgewogene Betrachtung unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie [im common sense] gemacht werden. Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf das Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5048</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-29T07:52:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]''Nele'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Ein Beispiel für die partizipatorische Marginalisierung von Frauen und BIPoC in der Debatte um die Klimakrise findet sich im Fall der Überbevölkerung:&lt;br /&gt;
Überbevölkerung im globalen Süden wird seit Ende der Sechziger Jahre als einer der Gründe für die Klimaerwärmung gesehen und ist dadurch in den Fokus des Umweltschutzes des globalen Nordens geraten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das WorldWatch Institute spricht sich für Bevölkerungsreduktion aus, welche durch verbesserte Bildung, Angebote zur Familienplanung und Förderung der Gleichheit von Frauen und Männern erreicht werden soll. Dieser Ansatz richtet sich, trotz seiner globalen Relevanz, allerdings an Menschen im globalen Süden, mit denen keine Rücksprache darüber gehalten wurde, ob dies gewünschte oder für sie umsetzbare Ansätze sind&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=15| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Neben dem partizipatorischen Ausschluss findet sich ein weiteres Problem im epistemologischen Umgang mit der Klimakrise: Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion. Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “situated knowledge”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Kajiser und Kronsell sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das ‘Opfern’ der situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass dieser perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC resultiert dabei in einer verzerrten Vorstellung davon, wie mit der Klimakrise umgegangen werden soll:&lt;br /&gt;
Der globale Norden, der für 80% des globalen Treibhausgasaustoßes verantwortlich ist, setzt technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise im globalen Süden durch (beispielsweise sieht das Kyoto Protokoll u.A. den Einsatz von genetisch veränderte Nutzpflanzen vor&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;), anstelle das Problem des Überkonsums im globalen Norden zu behandeln, einen ideologischen Wandel der Mensch-Umwelt-Beziehung bei den Konsumenten voranzutreiben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12f.| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder den globalen Süden selbst Strategien entwickeln zu lassen. Hier wird deutlich, wie Wissen eine Dominanzfunktion ausüben kann&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da sich durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, mitunter fehlgeleitete politische Strategien ergeben. So basiert beispielsweise die Formulierung des 2-Grad-Ziels als Richtwert für ein vertretbares Maß an Klimaerwärmung auf der Vorstellung, dass sich die Klimaerwärmung an einem bestimmten Punkt stoppen lasse&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. In ihrer Analyse führt Joni Seager dies zurück auf die maskulinistische Vorstellung von Kontrolle und Dominanz der Umwelt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der Fokus auf technologische Lösungsansätze ignoriert außerdem das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=12| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, und setzt somit nicht an der Wurzel des Problems an. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] climate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist also die Tatsache, dass aktuelle Ansätze durch die unausgewogene Betrachtung unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie [im common sense] gemacht werden. Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf das Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5045</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5045"/>
		<updated>2022-03-28T12:15:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]''Nele'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ Beispiel?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ Überleitung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion. Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “situated knowledge”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bee, Beth A.; Rice, Jennifer; Trauger, Amy|Titel=A Feminist Approach to Climate Change Governance: Everyday and Intimate Politics|Zeitschrift=Geograpyh Compass|Band=9|Nummer=6|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.semanticscholar.org/paper/A-Feminist-Approach-to-Climate-Change-Governance%3A-Bee-Rice/c38a57d2dc12a4f42bd963691606f1f951a977b9|Abruf=28.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Kajiser und Kronsell sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das ‘Opfern’ der situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass dieser perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] climate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
______________ Ende Überarbeitung ____________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. BELEG! Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=13| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=25| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die historische Privilegiertheit des Standpunkts weißer Männer in der Wissensproduktion (&amp;quot;master subject&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu sollte im Rahmen dieser intersektionalen Betrachtung ergänzt werden, dass auch Menschen, die vom eurozentrischen Bild des weißen, heterosexuellen Cis-Mannes abweichen, von der Wissensproduktion ausgeschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] macht sich in der Debatte um die Klimakrise bemerkbar, wenn der globale Norden beispielsweise technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise für den globalen Süden fordert, ohne spezifische Kenntnisse von der Situation vor Ort zu haben oder anstelle diese eigene Konzepte entwickeln zu lassen. Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, ''mitunter partiell gültige Forschungsergebnisse gewonnen werden''. Es wird des Weiteren kritisiert, dass technologische Lösungsversuche das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur, ignorieren und somit nicht an der Wurzel des Problems ansetzen. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie [im common sense] gemacht werden. Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf das Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5044</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-28T12:05:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]''Nele'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ Beispiel?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ Überleitung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion. Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “situated knowledge”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde (Bee Rice Trauger p. 4). Kajiser und Kronsell sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das ‘Opfern’ der situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass dieser perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...] climate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
______________ Ende Überarbeitung ____________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. BELEG! Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=13| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=25| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die historische Privilegiertheit des Standpunkts weißer Männer in der Wissensproduktion (&amp;quot;master subject&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu sollte im Rahmen dieser intersektionalen Betrachtung ergänzt werden, dass auch Menschen, die vom eurozentrischen Bild des weißen, heterosexuellen Cis-Mannes abweichen, von der Wissensproduktion ausgeschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] macht sich in der Debatte um die Klimakrise bemerkbar, wenn der globale Norden beispielsweise technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise für den globalen Süden fordert, ohne spezifische Kenntnisse von der Situation vor Ort zu haben oder anstelle diese eigene Konzepte entwickeln zu lassen. Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, ''mitunter partiell gültige Forschungsergebnisse gewonnen werden''. Es wird des Weiteren kritisiert, dass technologische Lösungsversuche das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur, ignorieren und somit nicht an der Wurzel des Problems ansetzen. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie [im common sense] gemacht werden. Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf das Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5043</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-28T12:04:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]''Nele'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ Beispiel?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ Überleitung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion. Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “situated knowledge”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde (Bee Rice Trauger p. 4). Kajiser und Kronsell sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das ‘Opfern’ der situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass dieser perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; &amp;quot;[...]climate change and first world overconsumption are produced by masculinist ideology, and will not be solved by masculinist techno-science approaches &lt;br /&gt;
.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=4| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
______________ Ende Überarbeitung ____________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. BELEG! Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=13| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=25| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die historische Privilegiertheit des Standpunkts weißer Männer in der Wissensproduktion (&amp;quot;master subject&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu sollte im Rahmen dieser intersektionalen Betrachtung ergänzt werden, dass auch Menschen, die vom eurozentrischen Bild des weißen, heterosexuellen Cis-Mannes abweichen, von der Wissensproduktion ausgeschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] macht sich in der Debatte um die Klimakrise bemerkbar, wenn der globale Norden beispielsweise technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise für den globalen Süden fordert, ohne spezifische Kenntnisse von der Situation vor Ort zu haben oder anstelle diese eigene Konzepte entwickeln zu lassen. Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, ''mitunter partiell gültige Forschungsergebnisse gewonnen werden''. Es wird des Weiteren kritisiert, dass technologische Lösungsversuche das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur, ignorieren und somit nicht an der Wurzel des Problems ansetzen. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie [im common sense] gemacht werden. Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf das Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5042</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-28T12:02:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]''Nele'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ Beispiel?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
+ Überleitung&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt.&lt;br /&gt;
Durch den Bezug auf ein maskulines Subjekt werden nicht-männliche Perspektiven ausradiert. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion. Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts und schließt auch nicht-wissenschaftbasiertes Wissen und Perspektiven aus, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können. Nicht-wissenschaftsbasiertes Wissen (auch “situated knowledge”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;) wird von Menschen durch ihre Lebensweise in einem bestimmten Gebiet generiert. Es wird allerdings nicht als gültig anerkannt, da es nicht durch objektive und wertfreie Forschung gewonnen wurde (Bee Rice Trauger p. 4). Kajiser und Kronsell sehen situated knowledge allerdings als “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; an. &lt;br /&gt;
Das ‘Opfern’ der situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass dieser perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt existiert, von dem aus Wissenschaft betrieben werden kann. Feministische Epistemolog*innen lehnen dies allerdings ab, da weiße, reiche Männer historisch durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt auch zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
______________ Ende Überarbeitung ____________________&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. BELEG! Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=13| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=25| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die historische Privilegiertheit des Standpunkts weißer Männer in der Wissensproduktion (&amp;quot;master subject&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu sollte im Rahmen dieser intersektionalen Betrachtung ergänzt werden, dass auch Menschen, die vom eurozentrischen Bild des weißen, heterosexuellen Cis-Mannes abweichen, von der Wissensproduktion ausgeschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] macht sich in der Debatte um die Klimakrise bemerkbar, wenn der globale Norden beispielsweise technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise für den globalen Süden fordert, ohne spezifische Kenntnisse von der Situation vor Ort zu haben oder anstelle diese eigene Konzepte entwickeln zu lassen. Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, ''mitunter partiell gültige Forschungsergebnisse gewonnen werden''. Es wird des Weiteren kritisiert, dass technologische Lösungsversuche das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur, ignorieren und somit nicht an der Wurzel des Problems ansetzen. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie [im common sense] gemacht werden. Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf das Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5041</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-28T10:32:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]''Nele'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Dieses Phänomen der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. BELEG! Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=13| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=25| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die historische Privilegiertheit des Standpunkts weißer Männer in der Wissensproduktion (&amp;quot;master subject&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. &lt;br /&gt;
Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt. Dadurch werden weibliche Perspektiven ausradiert und Forschungsergebnisse, beispielsweise aus der Medizin, stammen meist aus der Forschung an Männern. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.  Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. &lt;br /&gt;
Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu sollte im Rahmen dieser intersektionalen Betrachtung ergänzt werden, dass auch Menschen, die vom eurozentrischen Bild des weißen, heterosexuellen Cis-Mannes abweichen, von der Wissensproduktion ausgeschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei hat die Klimakrise Auswirkungen auf das Leben einer jeden Person. Trotzdem werden die Effekte auf die private Sphäre (Allison, p.153) und die verschiedenartigen, lokalen Ausprägungen des Klimawandels vernachlässigt. Es gibt in der Debatte um die Klimakrise wenig bis keine Aufmerksamkeit für die Art und Weise, wie der Klimawandel (eig. “climate governance”) erlebt und “enacted” wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrnehmung der Klimakrise als größtenteils wissenschaftlich-politisches Problem ermöglicht es, die konkreten Erfahrungen der Betroffenen auszublenden. Dies ist problematisch, da die Menschen, die in einem bestimmten Gebiet leben, über spezifisches Wissen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (“situated knowledge”, Kajiser and Kronsell p. 423) verfügen, das ihre Lebensweise generiert und welches “highly valuable for addressing climate change issues” &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sein kann. Dieses ‘Opfern’ von situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass es einen perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt gibt, von dem aus man Wissenschaft betreiben kann. Feministische Epistemolog*Innen lehnen dies allerdings ab, da historisch weiße, reiche Männer durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt allerdings zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] macht sich in der Debatte um die Klimakrise bemerkbar, wenn der globale Norden beispielsweise technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise für den globalen Süden fordert, ohne spezifische Kenntnisse von der Situation vor Ort zu haben oder anstelle diese eigene Konzepte entwickeln zu lassen. Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, ''mitunter partiell gültige Forschungsergebnisse gewonnen werden''. Es wird des Weiteren kritisiert, dass technologische Lösungsversuche das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur, ignorieren und somit nicht an der Wurzel des Problems ansetzen. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie [im common sense] gemacht werden. Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf das Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5040</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=5040"/>
		<updated>2022-03-28T10:28:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung von Diskriminierungsformen auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Betroffenheit feststellen, die je nach Kategorien wie Geschlecht, Klasse, Herkunft oder Hautfarbe spezifische Ausprägungen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Um die eurozentrischen  Perspektive im Ökofeminismus zu hinterfragen, wird des Weiteren auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]''Nele'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Weitere Faktoren der Gefährdung von Frauen sind &amp;quot;residence on marginal land susceptible to subsidence, erosion, or flooding; precarious or informal employment; increasing exposure to waterborne and vector-borne disease&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=152| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Phänomen der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. BELEG! Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=13| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=25| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die historische Privilegiertheit des Standpunkts weißer Männer in der Wissensproduktion (&amp;quot;master subject&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. &lt;br /&gt;
Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt. Dadurch werden weibliche Perspektiven ausradiert und Forschungsergebnisse, beispielsweise aus der Medizin, stammen meist aus der Forschung an Männern. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.  Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. &lt;br /&gt;
Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu sollte im Rahmen dieser intersektionalen Betrachtung ergänzt werden, dass auch Menschen, die vom eurozentrischen Bild des weißen, heterosexuellen Cis-Mannes abweichen, von der Wissensproduktion ausgeschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei hat die Klimakrise Auswirkungen auf das Leben einer jeden Person. Trotzdem werden die Effekte auf die private Sphäre (Allison, p.153) und die verschiedenartigen, lokalen Ausprägungen des Klimawandels vernachlässigt. Es gibt in der Debatte um die Klimakrise wenig bis keine Aufmerksamkeit für die Art und Weise, wie der Klimawandel (eig. “climate governance”) erlebt und “enacted” wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrnehmung der Klimakrise als größtenteils wissenschaftlich-politisches Problem ermöglicht es, die konkreten Erfahrungen der Betroffenen auszublenden. Dies ist problematisch, da die Menschen, die in einem bestimmten Gebiet leben, über spezifisches Wissen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (“situated knowledge”, Kajiser and Kronsell p. 423) verfügen, das ihre Lebensweise generiert und welches “highly valuable for addressing climate change issues” &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sein kann. Dieses ‘Opfern’ von situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass es einen perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt gibt, von dem aus man Wissenschaft betreiben kann. Feministische Epistemolog*Innen lehnen dies allerdings ab, da historisch weiße, reiche Männer durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt allerdings zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] macht sich in der Debatte um die Klimakrise bemerkbar, wenn der globale Norden beispielsweise technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise für den globalen Süden fordert, ohne spezifische Kenntnisse von der Situation vor Ort zu haben oder anstelle diese eigene Konzepte entwickeln zu lassen. Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, ''mitunter partiell gültige Forschungsergebnisse gewonnen werden''. Es wird des Weiteren kritisiert, dass technologische Lösungsversuche das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur, ignorieren und somit nicht an der Wurzel des Problems ansetzen. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser, Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkiya, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
=== Kritik an Intersektionalität ===&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]]&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie [im common sense] gemacht werden. Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
=== Kritik am Ökofeminismus ===&lt;br /&gt;
In der Anfangszeit des Ökofeminismus wurden die Natur und Frauen in Bezug auf ihre Ausbeutung gleichgesetzt. Infolgedessen kritisierte Janet Biehl in den 1990er Jahren diese ihr zufolge mystifizierte Verbindung von Frauen und Natur und prägte die Position [[soziale Ökologie]].&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Biehl, Janet |Titel=The Politics of Social Ecology|Jahr=1998|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-the-politics-of-social-ecology |Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ein weiterer zu nennender Kritikpunk ist der bereits zu Beginn kritisch betrachtete [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen. Zugunsten der Themenbereiche, welche im Ökofeminismus auszuweiten sind soll im Anschluss auf das Risiko zur Verknüpfung von essentialistischen Positionen mit faschistoidem oder faschistischem Gedankengut eingegangen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Peter Staudenmaier nennt in ''Fascist Ecology '' exemplarisch für eine solche Verknüpfung die 1989 stattfindende Lernwerkstatt von Rudolf Bahro. In dieser wurden Veranstaltungen zu verschiedenen Themen, wie Ökofeminismus, Zen-Buddhismus und ganzheitlicher Ernährung, aber auch zur 'deutsche Wesenheit' angeboten. Diese Verbindung von Ökologie und Faschismus findet sich in neuzeitlichen esoterischen Milieus, aber auch in historischen Beispielen wie der [[Völkische Bewegung]] und [[Heimatbewegung]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Staudenmaier, Peter|Titel=Fascist Ecology: The “Green Wing” of the Nazi Party and its Historical Antecedents|Herausgeber*in=Biehl, Janet; Staudenmaier, Peter|Sammelband=Ecofascism: Lessons from the German Experience|Verlag=AK Press|Jahr=1996|Seite=34ff|Online=https://theanarchistlibrary.org/library/janet-biehl-and-peter-staudenmaier-ecofascism-lessons-from-the-german-experience|Abruf=15.03.2022}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen. Das Ökofeminist*innen davon profitieren könnten, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen, betont beispielsweise Asmae Ourkia in ''Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism''.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter:{{Quellen-Literatur|Autor*in=Ourkia, Asmae|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=Network in Canadian History &amp;amp; Environment|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=23.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Dieser Artikel ist Teil einer Serie, welche vom Network in Canadian History &amp;amp; Environment veröffentlicht wird und für gewöhnlich unterrepräsentierte Queer-Perspektiven hervorhebt. Auch im Ökofeminismus ist weiter Forschung zur Betroffenheit von LGBTQIA+ und das Einbeziehen der Ergebnisse notwendig.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=4771</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-21T15:36:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung Diskriminierung auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Vulnerabilität von maginalisierten Gruppen feststellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie auf die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Des weiteren wird Kritik an Ökofeminsmus und Intersektionalität angeführt und auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]''Nele'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel Hurrikane Katrina. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Weitere Faktoren der Gefährdung von Frauen sind &amp;quot;residence on marginal land susceptible to subsidence, erosion, or flooding; precarious or informal employment; increasing exposure to waterborne and vector-borne disease&amp;quot;.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=152| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Phänomen der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. BELEG! Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=13| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=25| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die historische Privilegiertheit des Standpunkts weißer Männer in der Wissensproduktion (&amp;quot;master subject&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. &lt;br /&gt;
Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt. Dadurch werden weibliche Perspektiven ausradiert und Forschungsergebnisse, beispielsweise aus der Medizin, stammen meist aus der Forschung an Männern. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.  Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. &lt;br /&gt;
Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu sollte im Rahmen dieser intersektionalen Betrachtung ergänzt werden, dass auch Menschen, die vom eurozentrischen Bild des weißen, heterosexuellen Cis-Mannes abweichen, von der Wissensproduktion ausgeschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei hat die Klimakrise Auswirkungen auf das Leben einer jeden Person. Trotzdem werden die Effekte auf die private Sphäre (Allison, p.153) und die verschiedenartigen, lokalen Ausprägungen des Klimawandels vernachlässigt. Es gibt in der Debatte um die Klimakrise wenig bis keine Aufmerksamkeit für die Art und Weise, wie der Klimawandel (eig. “climate governance”) erlebt und “enacted” wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrnehmung der Klimakrise als größtenteils wissenschaftlich-politisches Problem ermöglicht es, die konkreten Erfahrungen der Betroffenen auszublenden. Dies ist problematisch, da die Menschen, die in einem bestimmten Gebiet leben, über spezifisches Wissen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (“situated knowledge”, Kajiser and Kronsell p. 423) verfügen, das ihre Lebensweise generiert und welches “highly valuable for addressing climate change issues” &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sein kann. Dieses ‘Opfern’ von situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass es einen perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt gibt, von dem aus man Wissenschaft betreiben kann. Feministische Epistemolog*Innen lehnen dies allerdings ab, da historisch weiße, reiche Männer durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt allerdings zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] macht sich in der Debatte um die Klimakrise bemerkbar, wenn der globale Norden beispielsweise technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise für den globalen Süden fordert, ohne spezifische Kenntnisse von der Situation vor Ort zu haben oder anstelle diese eigene Konzepte entwickeln zu lassen. Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, ''mitunter partiell gültige Forschungsergebnisse gewonnen werden''. Es wird des Weiteren kritisiert, dass technologische Lösungsversuche das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur, ignorieren und somit nicht an der Wurzel des Problems ansetzen. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter{{Quellen-Literatur|Autor*in=Asmae Ourkiya|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]] Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie, im common sense, gemacht werden. [DIESE COMMON SENSE STELLE IST IRGENDWIE UNSCHÖN; ABER HALT GENAU DAS WORUM ES DA WOHL GEHT] Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kathy Davis|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[DER FOLGENDE ABSCHNITT IST NOCH ZIEMLICH ROH]&lt;br /&gt;
Über den bereits zu Beginn kritisch betrachteten [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen hinweg ist der Ökofeminismus in einigen Bereichen auszubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen.&lt;br /&gt;
https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/ -&amp;gt; Ökofeminist*innen könnten davon profitieren, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=4770</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-21T15:34:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung Diskriminierung auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Vulnerabilität von maginalisierten Gruppen feststellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie auf die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Des weiteren wird Kritik an Ökofeminsmus und Intersektionalität angeführt und auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]''Nele'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel Hurrikane Katrina. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Weitere Faktoren der Gefährdung von Frauen sind &amp;quot;residence on marginal land susceptible to subsidence, erosion, or flooding; precarious or informal employment; increasing exposure to waterborne and vector-borne disease&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=152| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Phänomen der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change”. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. BELEG! Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können &amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=13| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=25| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die historische Privilegiertheit des Standpunkts weißer Männer in der Wissensproduktion (&amp;quot;master subject&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. &lt;br /&gt;
Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt. Dadurch werden weibliche Perspektiven ausradiert und Forschungsergebnisse, beispielsweise aus der Medizin, stammen meist aus der Forschung an Männern. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.  Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. &lt;br /&gt;
Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu sollte im Rahmen dieser intersektionalen Betrachtung ergänzt werden, dass auch Menschen, die vom eurozentrischen Bild des weißen, heterosexuellen Cis-Mannes abweichen, von der Wissensproduktion ausgeschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei hat die Klimakrise Auswirkungen auf das Leben einer jeden Person. Trotzdem werden die Effekte auf die private Sphäre (Allison, p.153) und die verschiedenartigen, lokalen Ausprägungen des Klimawandels vernachlässigt. Es gibt in der Debatte um die Klimakrise wenig bis keine Aufmerksamkeit für die Art und Weise, wie der Klimawandel (eig. “climate governance”) erlebt und “enacted” wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrnehmung der Klimakrise als größtenteils wissenschaftlich-politisches Problem ermöglicht es, die konkreten Erfahrungen der Betroffenen auszublenden. Dies ist problematisch, da die Menschen, die in einem bestimmten Gebiet leben, über spezifisches Wissen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (“situated knowledge”, Kajiser and Kronsell p. 423) verfügen, das ihre Lebensweise generiert und welches “highly valuable for addressing climate change issues” &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sein kann. Dieses ‘Opfern’ von situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass es einen perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt gibt, von dem aus man Wissenschaft betreiben kann. Feministische Epistemolog*Innen lehnen dies allerdings ab, da historisch weiße, reiche Männer durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt allerdings zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] macht sich in der Debatte um die Klimakrise bemerkbar, wenn der globale Norden beispielsweise technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise für den globalen Süden fordert, ohne spezifische Kenntnisse von der Situation vor Ort zu haben oder anstelle diese eigene Konzepte entwickeln zu lassen. Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, ''mitunter partiell gültige Forschungsergebnisse gewonnen werden''. Es wird des Weiteren kritisiert, dass technologische Lösungsversuche das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur, ignorieren und somit nicht an der Wurzel des Problems ansetzen. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter{{Quellen-Literatur|Autor*in=Asmae Ourkiya|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]] Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie, im common sense, gemacht werden. [DIESE COMMON SENSE STELLE IST IRGENDWIE UNSCHÖN; ABER HALT GENAU DAS WORUM ES DA WOHL GEHT] Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kathy Davis|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[DER FOLGENDE ABSCHNITT IST NOCH ZIEMLICH ROH]&lt;br /&gt;
Über den bereits zu Beginn kritisch betrachteten [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen hinweg ist der Ökofeminismus in einigen Bereichen auszubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen.&lt;br /&gt;
https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/ -&amp;gt; Ökofeminist*innen könnten davon profitieren, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=4768</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-21T15:32:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung Diskriminierung auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Vulnerabilität von maginalisierten Gruppen feststellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie auf die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Des weiteren wird Kritik an Ökofeminsmus und Intersektionalität angeführt und auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]''Nele'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel Hurrikane Katrina. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Weitere Faktoren der Gefährdung von Frauen sind &amp;quot;residence on marginal land susceptible to subsidence, erosion, or flooding; precarious or informal employment; increasing exposure to waterborne and vector-borne disease&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=152| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Phänomen der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change”. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. BELEG! Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können &amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=13| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=25| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die historische Privilegiertheit des Standpunkts weißer Männer in der Wissensproduktion (&amp;quot;master subject&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. &lt;br /&gt;
Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt. Dadurch werden weibliche Perspektiven ausradiert und Forschungsergebnisse, beispielsweise aus der Medizin, stammen meist aus der Forschung an Männern. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.  Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. &lt;br /&gt;
Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu sollte im Rahmen dieser intersektionalen Betrachtung ergänzt werden, dass auch Menschen, die vom eurozentrischen Bild des weißen, heterosexuellen Cis-Mannes abweichen, von der Wissensproduktion ausgeschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei hat die Klimakrise Auswirkungen auf das Leben einer jeden Person. Trotzdem werden die Effekte auf die private Sphäre (Allison, p.153) und die verschiedenartigen, lokalen Ausprägungen des Klimawandels vernachlässigt. Es gibt in der Debatte um die Klimakrise wenig bis keine Aufmerksamkeit für die Art und Weise, wie der Klimawandel (eig. “climate governance”) erlebt und “enacted” wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrnehmung der Klimakrise als größtenteils wissenschaftlich-politisches Problem ermöglicht es, die konkreten Erfahrungen der Betroffenen auszublenden. Dies ist problematisch, da die Menschen, die in einem bestimmten Gebiet leben, über spezifisches Wissen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 (“situated knowledge”, Kajiser and Kronsell p. 423) verfügen, das ihre Lebensweise generiert und welches “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sein kann. Dieses ‘Opfern’ von situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass es einen perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt gibt, von dem aus man Wissenschaft betreiben kann. Feministische Epistemolog*Innen lehnen dies allerdings ab, da historisch weiße, reiche Männer durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt allerdings zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] macht sich in der Debatte um die Klimakrise bemerkbar, wenn der globale Norden beispielsweise technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise für den globalen Süden fordert, ohne spezifische Kenntnisse von der Situation vor Ort zu haben oder anstelle diese eigene Konzepte entwickeln zu lassen. Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, ''mitunter partiell gültige Forschungsergebnisse gewonnen werden''. Es wird des Weiteren kritisiert, dass technologische Lösungsversuche das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur, ignorieren und somit nicht an der Wurzel des Problems ansetzen. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter{{Quellen-Literatur|Autor*in=Asmae Ourkiya|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]] Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie, im common sense, gemacht werden. [DIESE COMMON SENSE STELLE IST IRGENDWIE UNSCHÖN; ABER HALT GENAU DAS WORUM ES DA WOHL GEHT] Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kathy Davis|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[DER FOLGENDE ABSCHNITT IST NOCH ZIEMLICH ROH]&lt;br /&gt;
Über den bereits zu Beginn kritisch betrachteten [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen hinweg ist der Ökofeminismus in einigen Bereichen auszubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen.&lt;br /&gt;
https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/ -&amp;gt; Ökofeminist*innen könnten davon profitieren, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=4766</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-21T15:32:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung Diskriminierung auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Vulnerabilität von maginalisierten Gruppen feststellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie auf die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Des weiteren wird Kritik an Ökofeminsmus und Intersektionalität angeführt und auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]''Nele'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel Hurrikane Katrina. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Weitere Faktoren der Gefährdung von Frauen sind &amp;quot;residence on marginal land susceptible to subsidence, erosion, or flooding; precarious or informal employment; increasing exposure to waterborne and vector-borne disease&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=152| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Phänomen der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change”. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. BELEG! Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können &amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=13| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=14| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=25| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die historische Privilegiertheit des Standpunkts weißer Männer in der Wissensproduktion (&amp;quot;master subject&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. &lt;br /&gt;
Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt. Dadurch werden weibliche Perspektiven ausradiert und Forschungsergebnisse, beispielsweise aus der Medizin, stammen meist aus der Forschung an Männern. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gillian, Rose|Titel=Feminism and Geography: The Limits of Geographical Knowledge|Ort=Cambridge |Verlag=Polity Press |Jahr=1993 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.  Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. &lt;br /&gt;
Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu sollte im Rahmen dieser intersektionalen Betrachtung ergänzt werden, dass auch Menschen, die vom eurozentrischen Bild des weißen, heterosexuellen Cis-Mannes abweichen, von der Wissensproduktion ausgeschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei hat die Klimakrise Auswirkungen auf das Leben einer jeden Person. Trotzdem werden die Effekte auf die private Sphäre (Allison, p.153) und die verschiedenartigen, lokalen Ausprägungen des Klimawandels vernachlässigt. Es gibt in der Debatte um die Klimakrise wenig bis keine Aufmerksamkeit für die Art und Weise, wie der Klimawandel (eig. “climate governance”) erlebt und “enacted” wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrnehmung der Klimakrise als größtenteils wissenschaftlich-politisches Problem ermöglicht es, die konkreten Erfahrungen der Betroffenen auszublenden. Dies ist problematisch, da die Menschen, die in einem bestimmten Gebiet leben, über spezifisches Wissen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 (“situated knowledge”, Kajiser and Kronsell p. 423) verfügen, das ihre Lebensweise generiert und welches “highly valuable for addressing climate change issues”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser; Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=423| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
 sein kann. Dieses ‘Opfern’ von situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint”. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison, Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=153| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
 Der westliche Denkstil operiert unter der Annahme, dass es einen perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt gibt, von dem aus man Wissenschaft betreiben kann. Feministische Epistemolog*Innen lehnen dies allerdings ab, da historisch weiße, reiche Männer durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt allerdings zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] macht sich in der Debatte um die Klimakrise bemerkbar, wenn der globale Norden beispielsweise technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise für den globalen Süden fordert, ohne spezifische Kenntnisse von der Situation vor Ort zu haben oder anstelle diese eigene Konzepte entwickeln zu lassen. Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, ''mitunter partiell gültige Forschungsergebnisse gewonnen werden''. Es wird des Weiteren kritisiert, dass technologische Lösungsversuche das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur, ignorieren und somit nicht an der Wurzel des Problems ansetzen. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter{{Quellen-Literatur|Autor*in=Asmae Ourkiya|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]] Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie, im common sense, gemacht werden. [DIESE COMMON SENSE STELLE IST IRGENDWIE UNSCHÖN; ABER HALT GENAU DAS WORUM ES DA WOHL GEHT] Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kathy Davis|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[DER FOLGENDE ABSCHNITT IST NOCH ZIEMLICH ROH]&lt;br /&gt;
Über den bereits zu Beginn kritisch betrachteten [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen hinweg ist der Ökofeminismus in einigen Bereichen auszubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen.&lt;br /&gt;
https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/ -&amp;gt; Ökofeminist*innen könnten davon profitieren, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=4761</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=4761"/>
		<updated>2022-03-21T15:19:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung Diskriminierung auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Vulnerabilität von maginalisierten Gruppen feststellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie auf die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Des weiteren wird Kritik an Ökofeminsmus und Intersektionalität angeführt und auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]''Nele'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel Hurrikane Katrina. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Weitere Faktoren der Gefährdung von Frauen sind &amp;quot;residence on marginal land susceptible to subsidence, erosion, or flooding; precarious or informal employment; increasing exposure to waterborne and vector-borne disease&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=152| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Phänomen der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change”. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=418| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können (Gaard, S.13), während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird (Gaard, S.14). Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise (&amp;quot;masculinist character of climate change analyses&amp;quot;, Gaard, S.25) lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die historische Privilegiertheit des Standpunkts weißer Männer in der Wissensproduktion (&amp;quot;master subject&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. &lt;br /&gt;
Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt. Dadurch werden weibliche Perspektiven ausradiert und Forschungsergebnisse, beispielsweise aus der Medizin, stammen meist aus der Forschung an Männern. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.  Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. &lt;br /&gt;
Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu sollte im Rahmen dieser intersektionalen Betrachtung ergänzt werden, dass auch Menschen, die vom eurozentrischen Bild des weißen, heterosexuellen Cis-Mannes abweichen, von der Wissensproduktion ausgeschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei hat die Klimakrise Auswirkungen auf das Leben einer jeden Person. Trotzdem werden die Effekte auf die private Sphäre (Allison, p.153) und die verschiedenartigen, lokalen Ausprägungen des Klimawandels vernachlässigt. Es gibt in der Debatte um die Klimakrise wenig bis keine Aufmerksamkeit für die Art und Weise, wie der Klimawandel (eig. “climate governance”) erlebt und “enacted” wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrnehmung der Klimakrise als größtenteils wissenschaftlich-politisches Problem ermöglicht es, die konkreten Erfahrungen der Betroffenen auszublenden. Dies ist problematisch, da die Menschen, die in einem bestimmten Gebiet leben, über spezifisches Wissen (“situated knowledge”, Kajiser and Kronsell p. 423) verfügen, das ihre Lebensweise generiert und welches “highly valuable for addressing climate change issues” (ebd.) sein kann. Dieses ‘Opfern’ von situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint” (Allison, p.153). Der westliche Denkstil operiert unter dieser Annahme, dass es einen perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt gibt, von dem aus man Wissenschaft betreiben kann. Feministische Epistemolog*Innen lehnen dies allerdings ab, da historisch weiße, reiche Männer durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt allerdings zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] macht sich in der Debatte um die Klimakrise bemerkbar, wenn der globale Norden beispielsweise technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise für den globalen Süden fordert, ohne spezifische Kenntnisse von der Situation vor Ort zu haben oder anstelle diese eigene Konzepte entwickeln zu lassen. Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, ''mitunter partiell gültige Forschungsergebnisse gewonnen werden''. Es wird des Weiteren kritisiert, dass technologische Lösungsversuche das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur, ignorieren und somit nicht an der Wurzel des Problems ansetzen. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter{{Quellen-Literatur|Autor*in=Asmae Ourkiya|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]] Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie, im common sense, gemacht werden. [DIESE COMMON SENSE STELLE IST IRGENDWIE UNSCHÖN; ABER HALT GENAU DAS WORUM ES DA WOHL GEHT] Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kathy Davis|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[DER FOLGENDE ABSCHNITT IST NOCH ZIEMLICH ROH]&lt;br /&gt;
Über den bereits zu Beginn kritisch betrachteten [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen hinweg ist der Ökofeminismus in einigen Bereichen auszubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen.&lt;br /&gt;
https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/ -&amp;gt; Ökofeminist*innen könnten davon profitieren, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=4760</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-21T15:16:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung Diskriminierung auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Vulnerabilität von maginalisierten Gruppen feststellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie auf die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Des weiteren wird Kritik an Ökofeminsmus und Intersektionalität angeführt und auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]''Nele'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beispiel Hurrikane Katrina. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=9| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; entsteht. Weitere Faktoren der Gefährdung von Frauen sind &amp;quot;residence on marginal land susceptible to subsidence, erosion, or flooding; precarious or informal employment; increasing exposure to waterborne and vector-borne disease&amp;quot;. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Allison Elizabeth|Titel=Toward a Feminist Care Ethic for Climate Change|Zeitschrift=Journal of Feminist Studies in Religion|Band=33|Nummer=2|Jahr=2017|Seite=152| Online=https://www.jstor.org/stable/10.2979/jfemistudreli.33.2.15|Abruf=21.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieses Phänomen der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change” (Kaijser &amp;amp; Kronsel, p.418). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''(Die folgenden drei Paragraphen habe ich alle zu unterschiedlichen Bearbeitungs-Zeitpunkten geschrieben, weshalb sie inhaltlich alle sehr ähnlich sind, aber nicht wirklich ineinander überleiten.  In jedem steckt noch mal ein neuer Kritikpunkt, weshalb ich sie noch so ausformuliert lasse, aber bei Gelegenheit muss ich das mal ein bisschen umsortieren und komprimieren.)'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können (Gaard, S.13), während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird (Gaard, S.14). Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise (&amp;quot;masculinist character of climate change analyses&amp;quot;, Gaard, S.25) lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die historische Privilegiertheit des Standpunkts weißer Männer in der Wissensproduktion (&amp;quot;master subject&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. &lt;br /&gt;
Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt. Dadurch werden weibliche Perspektiven ausradiert und Forschungsergebnisse, beispielsweise aus der Medizin, stammen meist aus der Forschung an Männern. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.  Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. &lt;br /&gt;
Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu sollte im Rahmen dieser intersektionalen Betrachtung ergänzt werden, dass auch Menschen, die vom eurozentrischen Bild des weißen, heterosexuellen Cis-Mannes abweichen, von der Wissensproduktion ausgeschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei hat die Klimakrise Auswirkungen auf das Leben einer jeden Person. Trotzdem werden die Effekte auf die private Sphäre (Allison, p.153) und die verschiedenartigen, lokalen Ausprägungen des Klimawandels vernachlässigt. Es gibt in der Debatte um die Klimakrise wenig bis keine Aufmerksamkeit für die Art und Weise, wie der Klimawandel (eig. “climate governance”) erlebt und “enacted” wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrnehmung der Klimakrise als größtenteils wissenschaftlich-politisches Problem ermöglicht es, die konkreten Erfahrungen der Betroffenen auszublenden. Dies ist problematisch, da die Menschen, die in einem bestimmten Gebiet leben, über spezifisches Wissen (“situated knowledge”, Kajiser and Kronsell p. 423) verfügen, das ihre Lebensweise generiert und welches “highly valuable for addressing climate change issues” (ebd.) sein kann. Dieses ‘Opfern’ von situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint” (Allison, p.153). Der westliche Denkstil operiert unter dieser Annahme, dass es einen perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt gibt, von dem aus man Wissenschaft betreiben kann. Feministische Epistemolog*Innen lehnen dies allerdings ab, da historisch weiße, reiche Männer durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt allerdings zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] macht sich in der Debatte um die Klimakrise bemerkbar, wenn der globale Norden beispielsweise technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise für den globalen Süden fordert, ohne spezifische Kenntnisse von der Situation vor Ort zu haben oder anstelle diese eigene Konzepte entwickeln zu lassen. Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, ''mitunter partiell gültige Forschungsergebnisse gewonnen werden''. Es wird des Weiteren kritisiert, dass technologische Lösungsversuche das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur, ignorieren und somit nicht an der Wurzel des Problems ansetzen. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter{{Quellen-Literatur|Autor*in=Asmae Ourkiya|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]] Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie, im common sense, gemacht werden. [DIESE COMMON SENSE STELLE IST IRGENDWIE UNSCHÖN; ABER HALT GENAU DAS WORUM ES DA WOHL GEHT] Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kathy Davis|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[DER FOLGENDE ABSCHNITT IST NOCH ZIEMLICH ROH]&lt;br /&gt;
Über den bereits zu Beginn kritisch betrachteten [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen hinweg ist der Ökofeminismus in einigen Bereichen auszubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen.&lt;br /&gt;
https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/ -&amp;gt; Ökofeminist*innen könnten davon profitieren, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=4757</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-21T15:11:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung Diskriminierung auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Vulnerabilität von maginalisierten Gruppen feststellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie auf die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Des weiteren wird Kritik an Ökofeminsmus und Intersektionalität angeführt und auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]''Nele'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=10| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 + Beispiel Hurrikane Katrina. Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut (&amp;quot;inequities produced through gendered social roles, discrimination, and poverty&amp;quot; Gaard, S.9) entsteht. Weitere Faktoren der Gefährdung von Frauen sind &amp;quot;residence on marginal land susceptible to subsidence, erosion, or flooding; precarious or informal employment; increasing exposure to waterborne and vector-borne disease&amp;quot; (Allison, p.152)&lt;br /&gt;
Dieses Phänomen der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change” (Kaijser &amp;amp; Kronsel, p.418). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''(Die folgenden drei Paragraphen habe ich alle zu unterschiedlichen Bearbeitungs-Zeitpunkten geschrieben, weshalb sie inhaltlich alle sehr ähnlich sind, aber nicht wirklich ineinander überleiten.  In jedem steckt noch mal ein neuer Kritikpunkt, weshalb ich sie noch so ausformuliert lasse, aber bei Gelegenheit muss ich das mal ein bisschen umsortieren und komprimieren.)'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können (Gaard, S.13), während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird (Gaard, S.14). Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise (&amp;quot;masculinist character of climate change analyses&amp;quot;, Gaard, S.25) lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die historische Privilegiertheit des Standpunkts weißer Männer in der Wissensproduktion (&amp;quot;master subject&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. &lt;br /&gt;
Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt. Dadurch werden weibliche Perspektiven ausradiert und Forschungsergebnisse, beispielsweise aus der Medizin, stammen meist aus der Forschung an Männern. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.  Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. &lt;br /&gt;
Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu sollte im Rahmen dieser intersektionalen Betrachtung ergänzt werden, dass auch Menschen, die vom eurozentrischen Bild des weißen, heterosexuellen Cis-Mannes abweichen, von der Wissensproduktion ausgeschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei hat die Klimakrise Auswirkungen auf das Leben einer jeden Person. Trotzdem werden die Effekte auf die private Sphäre (Allison, p.153) und die verschiedenartigen, lokalen Ausprägungen des Klimawandels vernachlässigt. Es gibt in der Debatte um die Klimakrise wenig bis keine Aufmerksamkeit für die Art und Weise, wie der Klimawandel (eig. “climate governance”) erlebt und “enacted” wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrnehmung der Klimakrise als größtenteils wissenschaftlich-politisches Problem ermöglicht es, die konkreten Erfahrungen der Betroffenen auszublenden. Dies ist problematisch, da die Menschen, die in einem bestimmten Gebiet leben, über spezifisches Wissen (“situated knowledge”, Kajiser and Kronsell p. 423) verfügen, das ihre Lebensweise generiert und welches “highly valuable for addressing climate change issues” (ebd.) sein kann. Dieses ‘Opfern’ von situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint” (Allison, p.153). Der westliche Denkstil operiert unter dieser Annahme, dass es einen perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt gibt, von dem aus man Wissenschaft betreiben kann. Feministische Epistemolog*Innen lehnen dies allerdings ab, da historisch weiße, reiche Männer durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt allerdings zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] macht sich in der Debatte um die Klimakrise bemerkbar, wenn der globale Norden beispielsweise technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise für den globalen Süden fordert, ohne spezifische Kenntnisse von der Situation vor Ort zu haben oder anstelle diese eigene Konzepte entwickeln zu lassen. Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, ''mitunter partiell gültige Forschungsergebnisse gewonnen werden''. Es wird des Weiteren kritisiert, dass technologische Lösungsversuche das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur, ignorieren und somit nicht an der Wurzel des Problems ansetzen. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter{{Quellen-Literatur|Autor*in=Asmae Ourkiya|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]] Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie, im common sense, gemacht werden. [DIESE COMMON SENSE STELLE IST IRGENDWIE UNSCHÖN; ABER HALT GENAU DAS WORUM ES DA WOHL GEHT] Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kathy Davis|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[DER FOLGENDE ABSCHNITT IST NOCH ZIEMLICH ROH]&lt;br /&gt;
Über den bereits zu Beginn kritisch betrachteten [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen hinweg ist der Ökofeminismus in einigen Bereichen auszubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen.&lt;br /&gt;
https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/ -&amp;gt; Ökofeminist*innen könnten davon profitieren, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=4755</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-21T14:55:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung Diskriminierung auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Vulnerabilität von maginalisierten Gruppen feststellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie auf die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Des weiteren wird Kritik an Ökofeminsmus und Intersektionalität angeführt und auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]''Nele'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot; (Gaard, S.10) + Beispiel Hurrikane Katrina. Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut (&amp;quot;inequities produced through gendered social roles, discrimination, and poverty&amp;quot; Gaard, S.9) entsteht. Weitere Faktoren der Gefährdung von Frauen sind &amp;quot;residence on marginal land susceptible to subsidence, erosion, or flooding; precarious or informal employment; increasing exposure to waterborne and vector-borne disease&amp;quot; (Allison, p.152)&lt;br /&gt;
Dieses Phänomen der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change” (Kaijser &amp;amp; Kronsel, p.418). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''(Die folgenden drei Paragraphen habe ich alle zu unterschiedlichen Bearbeitungs-Zeitpunkten geschrieben, weshalb sie inhaltlich alle sehr ähnlich sind, aber nicht wirklich ineinander überleiten.  In jedem steckt noch mal ein neuer Kritikpunkt, weshalb ich sie noch so ausformuliert lasse, aber bei Gelegenheit muss ich das mal ein bisschen umsortieren und komprimieren.)'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können (Gaard, S.13), während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird (Gaard, S.14). Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise (&amp;quot;masculinist character of climate change analyses&amp;quot;, Gaard, S.25) lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die historische Privilegiertheit des Standpunkts weißer Männer in der Wissensproduktion (&amp;quot;master subject&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. &lt;br /&gt;
Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt. Dadurch werden weibliche Perspektiven ausradiert und Forschungsergebnisse, beispielsweise aus der Medizin, stammen meist aus der Forschung an Männern. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.  Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. &lt;br /&gt;
Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu sollte im Rahmen dieser intersektionalen Betrachtung ergänzt werden, dass auch Menschen, die vom eurozentrischen Bild des weißen, heterosexuellen Cis-Mannes abweichen, von der Wissensproduktion ausgeschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei hat die Klimakrise Auswirkungen auf das Leben einer jeden Person. Trotzdem werden die Effekte auf die private Sphäre (Allison, p.153) und die verschiedenartigen, lokalen Ausprägungen des Klimawandels vernachlässigt. Es gibt in der Debatte um die Klimakrise wenig bis keine Aufmerksamkeit für die Art und Weise, wie der Klimawandel (eig. “climate governance”) erlebt und “enacted” wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Wahrnehmung der Klimakrise als größtenteils wissenschaftlich-politisches Problem ermöglicht es, die konkreten Erfahrungen der Betroffenen auszublenden. Dies ist problematisch, da die Menschen, die in einem bestimmten Gebiet leben, über spezifisches Wissen (“situated knowledge”, Kajiser and Kronsell p. 423) verfügen, das ihre Lebensweise generiert und welches “highly valuable for addressing climate change issues” (ebd.) sein kann. Dieses ‘Opfern’ von situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint” (Allison, p.153). Der westliche Denkstil operiert unter dieser Annahme, dass es einen perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt gibt, von dem aus man Wissenschaft betreiben kann. Feministische Epistemolog*Innen lehnen dies allerdings ab, da historisch weiße, reiche Männer durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt allerdings zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] macht sich in der Debatte um die Klimakrise bemerkbar, wenn der globale Norden beispielsweise technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise für den globalen Süden fordert, ohne spezifische Kenntnisse von der Situation vor Ort zu haben oder anstelle diese eigene Konzepte entwickeln zu lassen. Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, ''mitunter partiell gültige Forschungsergebnisse gewonnen werden''. Es wird des Weiteren kritisiert, dass technologische Lösungsversuche das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur, ignorieren und somit nicht an der Wurzel des Problems ansetzen. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter{{Quellen-Literatur|Autor*in=Asmae Ourkiya|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]] Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie, im common sense, gemacht werden. [DIESE COMMON SENSE STELLE IST IRGENDWIE UNSCHÖN; ABER HALT GENAU DAS WORUM ES DA WOHL GEHT] Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kathy Davis|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[DER FOLGENDE ABSCHNITT IST NOCH ZIEMLICH ROH]&lt;br /&gt;
Über den bereits zu Beginn kritisch betrachteten [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen hinweg ist der Ökofeminismus in einigen Bereichen auszubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen.&lt;br /&gt;
https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/ -&amp;gt; Ökofeminist*innen könnten davon profitieren, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=4754</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-21T14:54:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus''' beschäftigt sich mit der Überschneidung Diskriminierung auf Basis von Machtverhältnissen, welche Individuuen in Anbetracht der Klimakriese bereits erfahren und erfahren werden. Dabei lassen sich Unterschiede in der Vulnerabilität von maginalisierten Gruppen feststellen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In diesem Artikel werden die beiden Begriffe [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Intersektionalit.C3.A4t_und_Geschlechtergerechtigkeit Intersektionalität]und [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Ökofeminismus] definiert, sowie auf die Notwenigkeit einer [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Statistiken.2C_Warum_wir_eine_Feministische_Perspektive_auf_die_Klimakrise_brauchen  Feminstischen Perspektive auf die Klimakriese] erläutert. Des weiteren wird Kritik an Ökofeminsmus und Intersektionalität angeführt und auf den [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Was_kann_der_.C3.96kofeminismus_vom_afrozentrischen_.C3.96kowomanismus_lernen.3F afrozentrischen Ökowomanismus] eingegangen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einführung in die Begriffe Ökofeminismus und Essenzialismus ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der [[Tierethik]] oder dem [[Postkolonialismus]] aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Essentialistische Positionen setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es ist außer Zweifel, dass zahlreiche Vertreter*innen des Ökofeminismus wie Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang aufweisen und ihre Theorien entsprechend der Kritik bedürfen. Der vorliegende Artikel legt jedoch besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Hurricane_Charley_Damage.jpg|thumb|Luftaufnahme von zerstörten Wohnmobilen in Punta Gorda, Florida, nach dem Hurrikan Charley.]]''Nele'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die [[Klimakrise]] ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei [[Umweltkatastrophen]] betrachtet. Frauen und andere marginalisierte Gruppen sind am meisten von den Auswirkungen der Klimakrise betroffen: &amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot; (Gaard, S.10) + Beispiel Hurrikane Katrina. Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut (&amp;quot;inequities produced through gendered social roles, discrimination, and poverty&amp;quot; Gaard, S.9) entsteht. Weitere Faktoren der Gefährdung von Frauen sind &amp;quot;residence on marginal land susceptible to subsidence, erosion, or flooding; precarious or informal employment; increasing exposure to waterborne and vector-borne disease&amp;quot; (Allison, p.152)&lt;br /&gt;
Dieses Phänomen der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; als Konstrukt zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change” (Kaijser &amp;amp; Kronsel, p.418). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''(Die folgenden drei Paragraphen habe ich alle zu unterschiedlichen Bearbeitungs-Zeitpunkten geschrieben, weshalb sie inhaltlich alle sehr ähnlich sind, aber nicht wirklich ineinander überleiten.  In jedem steckt noch mal ein neuer Kritikpunkt, weshalb ich sie noch so ausformuliert lasse, aber bei Gelegenheit muss ich das mal ein bisschen umsortieren und komprimieren.)'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer geschlechtersensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet. Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können (Gaard, S.13), während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird (Gaard, S.14). Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise (&amp;quot;masculinist character of climate change analyses&amp;quot;, Gaard, S.25) lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die historische Privilegiertheit des Standpunkts weißer Männer in der Wissensproduktion (&amp;quot;master subject&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. &lt;br /&gt;
Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt. Dadurch werden weibliche Perspektiven ausradiert und Forschungsergebnisse, beispielsweise aus der Medizin, stammen meist aus der Forschung an Männern. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als „‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.  Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. &lt;br /&gt;
Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu sollte im Rahmen dieser intersektionalen Betrachtung ergänzt werden, dass auch Menschen, die vom eurozentrischen Bild des weißen, heterosexuellen Cis-Mannes abweichen, von der Wissensproduktion ausgeschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dabei hat die Klimakrise Auswirkungen auf das Leben einer jeden Person. Trotzdem werden die Effekte auf die private Sphäre (Allison, p.153) und die verschiedenartigen, lokalen Ausprägungen des Klimawandels vernachlässigt. Es gibt in der Debatte um die Klimakrise wenig bis keine Aufmerksamkeit für die Art und Weise, wie der Klimawandel (eig. “climate governance”) erlebt und “enacted” wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
 '''Die Wahrnehmung der Klimakrise als größtenteils wissenschaftlich-politisches Problem ermöglicht es, die konkreten Erfahrungen der Betroffenen auszublenden. Dies ist problematisch, da die Menschen, die in einem bestimmten Gebiet leben, über spezifisches Wissen (“situated knowledge”, Kajiser and Kronsell p. 423) verfügen, das ihre Lebensweise generiert und welches “highly valuable for addressing climate change issues” (ebd.) sein kann. Dieses ‘Opfern’ von situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint” (Allison, p.153). Der westliche Denkstil operiert unter dieser Annahme, dass es einen perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt gibt, von dem aus man Wissenschaft betreiben kann. Feministische Epistemolog*Innen lehnen dies allerdings ab, da historisch weiße, reiche Männer durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt allerdings zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden. &lt;br /&gt;
'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und [[BIPoC]] macht sich in der Debatte um die Klimakrise bemerkbar, wenn der globale Norden beispielsweise technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise für den globalen Süden fordert, ohne spezifische Kenntnisse von der Situation vor Ort zu haben oder anstelle diese eigene Konzepte entwickeln zu lassen. Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, ''mitunter partiell gültige Forschungsergebnisse gewonnen werden''. Es wird des Weiteren kritisiert, dass technologische Lösungsversuche das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur, ignorieren und somit nicht an der Wurzel des Problems ansetzen. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. Im Fall vom Diskriminierung auf Basis von Geschlecht, Klasse, Herkunft, Hautfarbe, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien deren Strukturen mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Kimberlé_Crenshaw.jpg|thumb|Kimberlé Crenshaw.]] Als Begründerin intersektionaler Theorie wird oftmals [[Kimberlé Crenshaw]] angeführt, welche für ihren Aufsatz ''Demarginalizing the Intersection of Race and Sex: A Black Feminist Critique of Antidiscrimination Doctrine, Feminist Theory and Antiracist Politics'' bekannt ist. Die Soziologin Kathy Davis definiert Intersektionalität wie folgt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„‘Intersectionality’ refers to the interaction between gender, race, and other categories of difference in individual lives, social practices, institutional arrangements, and cultural ideologies and the outcomes of these interactions in terms of power.“&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Autor*in=Davis, Kathy|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=68| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Anna Kaijser und Annica Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kaijser,Anna; Kronsell, Annica|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus Diskriminierung oder z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse, Herkunft und Hautfarbe einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das betroffene Subjekt ist situiert, auch das Wissen ist historisch geschaffen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Oftmals, weil entsprechende Daten nicht in Studien erfasst werden. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und [[LGBTQIA+]] Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Greta Gaard und Catriona Sandilands beschäftigten sich in ihren Beiträgen ''Toward a Queer Ecofeminism'' und ''The Importance of Reading Queerly: Jewetts 'Deephaven' as Feminist Ecology'' mit einer queeren Lesart des Ökofeminismus.&amp;lt;ref&amp;gt;mehr zu diesem Thema unter{{Quellen-Literatur|Autor*in=Asmae Ourkiya|Titel=Queering Ecofeminism: Towards an Anti-Far-Right Environmentalism|Jahr=2020|Website=NiCHE Canada|Online=https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/|Abruf=18.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „There will be no climate justice without [queer] gender justice.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard Greta|Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Geschlechterdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Die Anwesenheit von Frauen und LGBTQIA+ in den Entscheidungsebenen ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen die verschiedenen Klimaschutzstrategien, in Bezug auf ihre Maskulitität und Geschlechterrollen, hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gaard, Greta |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Kritik an Intersektionalität und Ökofeminismus ==&lt;br /&gt;
''Johanna''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Mikkola, Mari|Titel=Feminist Perspectives on Sex and Gender|Jahr=2022|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Entscheident für diese Kritik an den Identitätskategorien ist, dass ein übermäßiger Fokus auf die Kategorien potenziell zur Homogenisierung von Gruppen führt. Umgekehrt kann bei starker Gewichtung der Erfahrung von Subjekten die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. [[Datei:Demonstration_gegen_steigende_Armut_durch_den_Klimawandels.jpeg|thumb|Eisbären demonstrieren gegen steigende Armut durch den Klimawandel.]] Es gäbe im Extremfall beispielsweise nur eine Erfahrung wie es ist eine Frau zu sein, welche für alle Frauen gilt oder durch die unterschiedlichen Erfahrungen, welche von niemandem als der Person selbst nachvollziehbar sind, nur einzelne Individuen. Zusammengefasst werden solche Entgegnungen unter dem Begriff der [[Identitätspolitik]].&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Intersektionalität wird weiterhin für seine Offenheit und Ambiguität kritisiert. Einige Forscher*innen wie Mieke Verloo und Leslie McCall sprechen sich für klare universal anwendbare Definitionen oder strenge methodische Leitlinien aus. So soll Intersektionalität ergänzt und zu einer 'guten' Theorie, im common sense, gemacht werden. [DIESE COMMON SENSE STELLE IST IRGENDWIE UNSCHÖN; ABER HALT GENAU DAS WORUM ES DA WOHL GEHT] Als wichtig erachtet wird sie von vielen Autor*innen die Bedenken äußern dennoch.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kathy Davis|Titel=Intersectionality as Buzzword: A Sociology of Science Perspective on What Makes a Feminist Theory Successful|Zeitschrift=Feminist Theory|Band=9|Nummer=1|Jahr=2008|Seite=78| Online=https://www.researchgate.net/publication/240712458_Intersectionality_as_Buzzword_A_Sociology_of_Science_Perspective_on_What_Makes_a_Feminist_Theory_Successful|Abruf=12.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In Bezug auf die Grundannahme, das Kategorien soziale Konstrukte sind, wird beispielsweise entgegnet, dass es sich nicht um einen Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik handelt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Heyes, Cressida|Titel=Identity Politics|Jahr=2020|Website=Stanford Encyclopedia of Philosophy|Online=https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden|Abruf=07.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[DER FOLGENDE ABSCHNITT IST NOCH ZIEMLICH ROH]&lt;br /&gt;
Über den bereits zu Beginn kritisch betrachteten [https://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Johanna_Schreiner/_Werkstatt#Einf.C3.BChrung_in_die_Begriffe_.C3.96kofeminismus_und_Essenzialismus Essenzialismus] einiger Vertreter*innen hinweg ist der Ökofeminismus in einigen Bereichen auszubauen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Anbetracht dieser in anderen Bereichen bereits erkannten Verbindung gilt es auch im Ökofeminismus antifaschistische Positionen auszubauen.&lt;br /&gt;
https://niche-canada.org/2020/06/23/queering-ecofeminism-towards-an-anti-far-right-environmentalism/ -&amp;gt; Ökofeminist*innen könnten davon profitieren, sich ein Beispiel an der der antifaschistischen Bewegung zu nehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
''Andra''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf der pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC&amp;lt;ref&amp;gt; {{Quellen-Literatur|Online=https://www.migrationsrat.de/glossar/bipoc/ |Abruf=11.03.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; (Black, Indigenous and People of Color) afrikanischer Herkunft, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt. Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel ''Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism'' beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=349 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.“ (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund nimmt die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre für Aktivisti*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities vorweg.  Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=352f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt;„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles.“&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=348 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Shamara Shantu Rileys |Titel=Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism |Herausgeber*in=Roger S. Gottlieb |Sammelband=This sacred earth: religion,nature, environment |Ort=New York |Verlag=Routledge |Jahr=1996 |Seite=357f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schumann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Ökofeminismus]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminist*innen]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:LGBTQAI+]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Kimberlé Crenshaw]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=4529</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-11T13:42:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Nele - Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
Einleitungstext hier einfügen &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Andra'' - Einführung in die Begriffe Ökofeminismus, Essenzialismus und Intersektionalität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der Tierethik oder dem Postkolonialismus aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Sie setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Janet Biehl geht so weit, dass sie der gesamten ökofeministischen Strömung vorwirft, die Begriffe Frau und Natur ahistorisch im Sinne einer ihnen innewohnenden Essenz zu gebrauchen. Tatsächlich weisen einige Positionen wie die von Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang auf und bedürfen entsprechend der Kritik. Zu behaupten, dies würde auf die gesamte Strömung zutreffen, ist jedoch nicht minder eine vereinfachende und generalisierende Auffassung.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Artikel legt besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Nele'' - Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei Umweltkatastrophen betrachtet. So sind Frauen und andere marginalisiert Gruppen am meisten von Klimaveränderungen betroffen / Dies zeigt, dass Frauen und andere marginalisierte Gruppen disproportional gefährdet sind durch die Auswirkungen der Klimakrise {&amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot; Gaard, S.10 + Beispiel Hurrikane Katrina). Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut (&amp;quot;inequities produced through gendered social roles, discrimination, and poverty&amp;quot; Gaard, S.9) entsteht. Weitere Faktoren der Gefährdung von Frauen sind &amp;quot;residence on marginal land susceptible to subsidence, erosion, or flooding; precarious or informal employment; increasing exposure to waterborne and vector-borne disease&amp;quot; (Allison, p.152)&lt;br /&gt;
[Die Konstruktion dieses Phänomens der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Verletzlichkeit/Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change” (Kaijser &amp;amp; Kronsel, p.418). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''(Die folgenden drei Paragraphen habe ich alle zu unterschiedlichen Bearbeitungs-Zeitpunkten geschrieben, weshalb sie inhaltlich alle sehr ähnlich sind, aber nicht wirklich ineinander überleiten.  In jedem steckt noch mal ein neuer Kritikpunkt, weshalb ich sie noch so ausformuliert lasse, aber bei Gelegenheit muss ich das mal ein bisschen umsortieren und komprimieren.)'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer ''gender''-sensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet (-&amp;gt; inwiefern ermöglicht eine feministische Perspektive ein ideologisches Umdenken?). Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können (Gaard, S.13), während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird (Gaard, S.14). Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise (&amp;quot;masculinist character of climate change analyses&amp;quot;, Gaard, S.25) lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die historische Privilegiertheit des Standpunkts weißer Männer in der Wissensproduktion (&amp;quot;master subject&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''//''' Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Dabei hat die Klimakrise Auswirkungen auf das Leben einer jeden Person. Trotzdem werden die Effekte auf die private Sphäre (Allison, p.153) und die verschiedenartigen, lokalen Ausprägungen des Klimawandels vernachlässigt. Es gibt in der Debatte um die Klimakrise wenig bis keine Aufmerksamkeit für die Art und Weise, wie der Klimawandel (eig. “climate governance”) erlebt und “enacted” wird. Die Wahrnehmung der Klimakrise als größtenteils wissenschaftlich-politisches Problem ermöglicht es, die konkreten Erfahrungen der Betroffenen auszublenden. Dies ist problematisch, da die Menschen, die in einem bestimmten Gebiet leben, über spezifisches Wissen (“situated knowledge”, Kajiser and Kronsell p. 423) verfügen, das ihre Lebensweise generiert und welches “highly valuable for addressing climate change issues” (ebd.) sein kann. Dieses ‘Opfern’ von situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint” (Allison, p.153). Der westliche Denkstil operiert unter dieser Annahme, dass es einen perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt gibt, von dem aus man Wissenschaft betreiben kann. Feministische Epistemolog*Innen lehnen dies allerdings ab, da historisch weiße, reiche Männer durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt allerdings zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden. '''//'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt. Dadurch werden weibliche Perspektiven ausradiert und Forschungsergebnisse, beispielsweise aus der Medizin, stammen meist aus der Forschung an Männern. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als “‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.  Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. &lt;br /&gt;
Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Standpunkts. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu sollte im Rahmen dieser intersektionalen Betrachtung ergänzt werden, dass auch Menschen, die vom eurozentrischen Bild des weißen, heterosexuellen Cis-Mannes abweichen, von der Wissensproduktion ausgeschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC macht sich in der Debatte um die Klimakrise bemerkbar, wenn der globale Norden beispielsweise technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise für den globalen Süden fordert, ohne spezifische Kenntnisse von der Situation vor Ort zu haben oder anstelle diese eigene Konzepte entwickeln zu lassen. Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, mitunter partiell gültige Forschungsergebnisse gewonnen werden. Es wird des Weiteren kritisiert, dass technologische Lösungsversuche das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur, ignorieren und somit nicht an der Wurzel des Problems ansetzen. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Johanna'' - Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Überschneidungen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. &lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Anna Kaijser, Annica Kronsell|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Fall vom Geschlecht, Klasse, Race/Rasse, Sexualität, ethnischer Zugehörigkeit, Alter, Behinderungen und anderen Formen menschlicher Unterschiede handelt es sich um solche Kategorien mit impliziten Machtstrukturen, welche mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaijser&amp;amp;Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Anna Kaijser, Annica Kronsell|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Insofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. Mit ihr lassen sich besonders vulnerable Gruppen identifizieren und Überschneidungen wie die von Geschlecht, Klasse und Race/Rasse einordnen. Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie solche soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das Subjekt ist situiert, sondern auch das Wissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „These explorations of queer feminist ecology can augment the slogan of the Gender &amp;amp; Climate Change Network (genderCC): There will be no climate justice without [queer] gender justice.”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Greta Gaard |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und LGBTQIA+ Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Greta Gaard |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Genderdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Dies ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen, die bereit sind ihre Geschlechterrollen in Frage zu stellen, die verschiedenen Klimaschutzstrategien hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Greta Gaard |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Johanna'' - Kritik an Intersektionalität ==&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll. (https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden) Innerhalb der jeweiligen Bereiche gibt es anhaltende Diskurse z. B. Wie ist die Kategorie der Frauen, angesichts des Ziels die Unterdrückung von Frauen als Gruppe zu beenden, zu verstehen ist?( mehr in https://plato.stanford.edu/entries/feminism-gender/#WomGro)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[ODER] Da diesen Zugehörigkeiten genutzt werden um Diskriminierung zu identifizieren treffen einige der Vorwürfe von dem was allgemein als Identitätspolitik bezeichnet wird auch intersektionale Ansätze. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[ Entscheidend für Identität ist die Erfahrung des Subjekts, insbesondere die Erfahrung innerhalb sozialer Strukturen, die Ungerechtigkeit erzeugen. Des Weiteren spiel die Möglichkeit einer gemeinsamen und authentischeren oder selbstbestimmten Alternative eine große Rolle. Dieses Identitätsverständnis wird für seine Intransparenz der Erfahrungen kritisiert. Des weiteren ist Erfahrung nie vor Interpretation und immer schon mit einen bedeutungsschaffendem Rahmen wie z.B. den ungleichen Herrschaftsverhältnissen. ]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein starker Fokus auf die Kategorien in der intersektionalen Analyse kann zu Essenzialismus und Homogenisierung von Gruppen (z. B. nur eine Erfahrung wie es ist Frau zu sein) führen. Umgekehrt kann bei einem Primat der Erfahrung von Subjekten (z. B. immer kleiner werdende Gruppen bis zu dem Punkt, dass Gruppen nur noch Individuen sind) die gemeinsame Gruppenzugehörigkeit und so auch die Möglichkeit zum Zusammenschluss im Kampf gegen die Maginalisierung verloren gehen. Dies gefährdet die kritische Haltung der Analyse, weil so Identitäten als feststehend und unveränderlich betrachtet werden. [FINDET IHR DASS DIESE KRITIK INTERSEKTIONALITÄT ÜBERHAUPT DIREKT TRIFFT?] Dabei sind diese historisch gewachsen, veränderlich und beispielsweise bei der Begriffsgeschichte von Race/Rasse durch Kolonialismus, Gewalt und Sklaverei geprägt. Diese Hintergründe gilt es für alle Identitätskategorien zu beachten und bewusst zu halten. Wird die intersektionale Methode kritisch genutzt, kann dies mitreflektiert werden und die Kritik zurückgewiesen werden. Denn die Grundannahme: &amp;gt;Race/Rasse ist sozial konstruiert&amp;lt; , ist noch kein Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik.(https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Andra'' - Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf die pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt.Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel „Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism“ beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen (vgl. S. 349):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.« (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen. (vgl. S. 348ff.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC. (vgl. S. 352) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund impliziert für Aktivist*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities. Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können. (vgl. S. 352f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles. (S. 348)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt. (vgl. 357f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Autor*innen==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schuhmann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=4515</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-03-10T19:34:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Nele - Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
Einleitungstext hier einfügen &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Andra'' - Einführung in die Begriffe Ökofeminismus, Essenzialismus und Intersektionalität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen und zur Lösung umweltbezogener Problematiken für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der Tierethik oder dem Postkolonialismus aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Positionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Innerhalb feministischer Theorien bedeutet Essentialismus, dass von einer Essenz des Weiblichen bzw. Männlichen ausgegangen wird. Diese wird den Geschlechtern insbesondere anhand von biologischen Merkmalen in antagonistischer Manier zugeschrieben. Sie setzen damit die Subjekte Mann und Frau fest und haben erhebliche Schwierigkeiten, Abweichungen und Überlappungen zwischen den Geschlechtern erklären zu können.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Janet Biehl geht so weit, dass sie der gesamten ökofeministischen Strömung vorwirft, die Begriffe Frau und Natur ahistorisch im Sinne einer ihnen innewohnenden Essenz zu gebrauchen. Tatsächlich weisen einige Positionen wie die von Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang auf und bedürfen entsprechend der Kritik. Zu behaupten, dies würde auf die gesamte Strömung zutreffen, ist jedoch nicht minder eine vereinfachende und generalisierende Auffassung.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Artikel legt besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die den Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Nele'' - Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise ergibt sich, wenn man beispielsweise Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei Umweltkatastrophen betrachtet. So sind Frauen und andere marginalisiert Gruppen am meisten von Klimaveränderungen betroffen / Dies zeigt, dass Frauen und andere marginalisierte Gruppen disproportional gefährdet sind durch die Auswirkungen der Klimakrise {&amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot; Gaard, S.10 + Beispiel Hurrikane Katrina). Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch vergeschlechtlichte soziale Normen, Diskriminierung und Armut (&amp;quot;inequities produced through gendered social roles, discrimination, and poverty&amp;quot; Gaard, S.9) entsteht. Weitere Faktoren der Gefährdung von Frauen sind &amp;quot;residence on marginal land susceptible to subsidence, erosion, or flooding; precarious or informal employment; increasing exposure to waterborne and vector-borne disease&amp;quot; (Allison, p.152)&lt;br /&gt;
[Die Konstruktion dieses Phänomens der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Verletzlichkeit/Betroffenheit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change” (Kaijser &amp;amp; Kronsel, p.418). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
''(Die folgenden drei Paragraphen habe ich alle zu unterschiedlichen Bearbeitungs-Zeitpunkten geschrieben, weshalb sie inhaltlich alle sehr ähnlich sind, aber nicht wirklich ineinander überleiten.  In jedem steckt noch mal ein neuer Kritikpunkt, weshalb ich sie noch so ausformuliert lasse, aber bei Gelegenheit muss ich das mal ein bisschen umsortieren und komprimieren.)'' &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer ''gender''-sensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet (-&amp;gt; inwiefern ermöglicht eine feministische Perspektive ein ideologisches Umdenken?). Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können (Gaard, S.13), während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird (Gaard, S.14). Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise (&amp;quot;masculinist character of climate change analyses&amp;quot;, Gaard, S.25) lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die historische Privilegiertheit des Standpunkts weißer Männer in der Wissensproduktion (&amp;quot;master subject&amp;quot;). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
'''//''' Der Klimawandel wird meist als ein hauptsächlich wissenschaftliches Problem verstanden, welches es mithilfe neuer technologischer Innovationen zu lösen gilt. Dabei hat die Klimakrise Auswirkungen auf das Leben einer jeden Person. Trotzdem werden die Effekte auf die private Sphäre (Allison, p.153) und die verschiedenartigen, lokalen Ausprägungen des Klimawandels vernachlässigt. Es gibt in der Debatte um die Klimakrise wenig bis keine Aufmerksamkeit für die Art und Weise, wie der Klimawandel (eig. “climate governance”) erlebt und “enacted” wird. Die Wahrnehmung der Klimakrise als größtenteils wissenschaftlich-politisches Problem ermöglicht es, die konkreten Erfahrungen der Betroffenen auszublenden. Dies ist problematisch, da die Menschen, die in einem bestimmten Gebiet leben, über spezifisches Wissen (“situated knowledge”, Kajiser and Kronsell p. 423) verfügen, das ihre Lebensweise generiert und welches “highly valuable for addressing climate change issues” (ebd.) sein kann. Dieses ‘Opfern’ von situated knowledge geschieht zugunsten der Aufrechterhaltung der “objective view”: “a romantic belief in the possibility of connection-free knowledge from an outside-of-nature, perspective-free viewpoint” (Allison, p.153). Der westliche Denkstil operiert unter dieser Annahme, dass es einen perspektivlosen, absolut neutralen Standpunkt gibt, von dem aus man Wissenschaft betreiben kann. Feministische Epistemolog*Innen lehnen dies allerdings ab, da historisch weiße, reiche Männer durch ihren sozialen Status in der Wissensproduktion privilegiert sind. Das Betreiben von Wissenschaft von diesem Standpunkt aus führt allerdings zu einer Verzerrung vieler Forschungsergebnisse (Stichwort gender data gap), welche allerdings unter dem Deckmantel der Neutralität fälschlicherweise oft als universell verstanden werden. '''//'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eine wissenschaftliche Betrachtung erfolgt allerdings historisch aus der Position eines maskulinen Subjekts, welches kulturell die Norm darstellt. Dadurch werden weibliche Perspektiven ausradiert und Forschungsergebnisse, beispielsweise aus der Medizin, stammen meist aus der Forschung an Männern. Feministische Epistemolog*innen sprechen daher von einer maskulinistischen Beschaffenheit der Wissenschaft. Michèle Le Deouff definiert den Begriff des Maskulinistischen als “‘work which, while claiming to be exhaustive, forgets about women’s existence and concerns itself only with the position of men.’” Aufgrund dieses Anspruchs auf Exhaustivität entsteht ein Ausschluss nicht-männlicher Menschen von der Wissensproduktion.  Der Geltungsanspruch des so gewonnenen Wissens bezieht sich auf ein männliches Subjekt, wird allerdings auf alle anderen Personen generalisiert und als für alle gültig befunden, weshalb davon ausgegangen wird, dass es das einzig mögliche Wissen sei. &lt;br /&gt;
Diese postulierte Universalität der wissenschaftlichen Betrachtung verdeckt allerdings die Voreingenommenheit des Betrachters. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dazu sollte im Rahmen dieser intersektionalen Betrachtung ergänzt werden, dass auch Menschen, die vom eurozentrischen Bild des weißen, heterosexuellen Cis-Mannes abweichen, von der Wissensproduktion ausgeschlossen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die unter anderem epistemologische Marginalisierung von Frauen und BIPoC macht sich in der Debatte um die Klimakrise bemerkbar, wenn der globale Norden beispielsweise technologische Innovationen zum Bekämpfen der Klimakrise für den globalen Süden fordert, ohne spezifische Kenntnisse von der Situation vor Ort zu haben oder anstelle diese eigene Konzepte entwickeln zu lassen. Das Bestehen auf technologische Lösungsansätze zur Klimakrise wird des Weiteren von vielen Ökofeminist*innen als kritisch gesehen, da durch den privilegierten eurozentrischen Standpunkt, von dem aus Wissenschaft “gemacht&amp;quot; wird, mitunter partiell gültige Forschungsergebnisse gewonnen werden. Es wird des Weiteren kritisiert, dass technologische Lösungsversuche das eigentliche Problem, und zwar die Systeme der Ausbeutung und Unterdrückung der Natur, ignorieren und somit nicht an der Wurzel des Problems ansetzen. Anstelle alternative Konzepte zur Nutzung von Ressourcen zu entwicklen, verharren technologische Ansätze meist in der Dominanzlogik und rechtfertigen den Verbrauch weiterer Ressourcen (beispielsweise des Lithium-Abbaus zum Bau von Akkus für Elektro-Autos) im Namen des Umweltschutzes.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Johanna'' - Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Ebenen finden sich Überschneidungen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal Geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionellen Praxis vorgefunden. [HIER NOCH MEHR ZU INTERSEKTIONALITÄT - BEISPIEL FÜR ÜBERLAPPEN VON VULNERABILTITÄT]&lt;br /&gt;
Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl. {{Quellen-Literatur|Autor*in=Anna Kaijser, Annica Kronsell|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=419| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch im Fall vom Geschlecht als System handelt es sich um solche implizten Machtstrukturen, welche mithilfe von Intersektionalität hinterfragt werden können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaijser&amp;amp;Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Anna Kaijser, Annica Kronsell|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In sofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. &lt;br /&gt;
Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das Subjekt ist situiert, sondern auch das Wissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „These explorations of queer feminist ecology can augment the slogan of the Gender &amp;amp; Climate Change Network (genderCC): There will be no climate justice without [queer] gender justice.”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Greta Gaard |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klimakriese und Geschlecht sind miteinander verwoben, jedoch gibt es bisher wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie können die Standpunkte von Frauen und LGBTQIA+ Individuen zum Klimawandel verglichen werden.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Greta Gaard |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel erforderlich um Genderdiversität und ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Dies ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Um die Machtverhältnisse in der Klimapolitik in Bezug auf Geschlecht sichtbar zu machen ist es notwendig, dass Menschen, die bereit sind ihre Geschlechterrollen in Frage zu stellen, die verschiedenen Klimaschutzstrategien hinterfragen.&amp;lt;ref&amp;gt;vgl.{{Quellen-Literatur|Autor*in=Greta Gaard |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=26| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Johanna'' - Kritik an Intersektionalität ==&lt;br /&gt;
Kritik an Intersektionalität richtet sich oftmals gegen die Identitätskategorien, welche die Intersektionale Analyse als Werkzeug nutzt. Die Frage wie Gruppenidentitäten verstanden werden sollen ist also auch für Intersektionalität relevant, insofern es darum geht wie mit ihnen verfahren werden soll. (https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[ODER] Da diesen Zugehörigkeiten genutzt werden um Diskriminierung zu identifizieren treffen einige der Vorwürfe von dem was allgemein als Identitätspolitik bezeichnet wird auch intersektionale Ansätze. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[ Entscheidend für Identität ist die Erfahrung des Subjekts, insbesondere die Erfahrung innerhalb sozialer Strukturen, die Ungerechtigkeit erzeugen. Des Weiteren spiel die Möglichkeit einer gemeinsamen und authentischeren oder selbstbestimmten Alternative eine große Rolle. Dieses Identitätsverständnis wird für seine Intransparenz der Erfahrungen kritisiert. Des weiteren ist Erfahrung nie vor Interpretation und immer schon mit einen bedeutungsschaffendem Rahmen wie z.B. den ungleichen Herrschaftsverhältnissen. ]  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein starker Fokus auf die Erfahrung von Subjekten in der intersektionalen Analyse kann zu Essenzialismus und Homogenisierung von Gruppen (z. B. nur eine Erfahrung wie es ist Frau zu sein) führen. Dieser gefährdet die kritische Haltung der Analyse, weil so Identitäten als feststehend und unveränderlich betrachtet werden. [KEINE AHNUNG MEHR VOHER ICH DIESE ERSTEN BEIDEN SÄTZE HABE - NEUSCHREIBEN FINDE DIE QUELLE NICHT!] Dabei sind diese historisch gewachsen, veränderlich und beispielsweise bei der Begriffsgeschichte von &amp;gt;Rasse&amp;lt;  durch Kolonialismus, Gewalt und Sklaverei geprägt. Diese Hintergründe gilt es für alle Identitätskategorien zu beachten und bewusst zu halten. [JA IM SINNE VON DEM WIE WIR DAS IM VORTRAG VON JONATHAN MCKINNEY GEHÖRT HABEN]&lt;br /&gt;
Wird die intersektionale Methode kritisch genutzt, kann dies mitreflektiert werden und die Kritik zurückgewiesen werden. Denn die Grundannahme: &amp;gt;Rasse ist sozial konstruiert&amp;lt; , ist noch kein Hinweis auf eine bestimmte Identitätspolitik.(https://plato.stanford.edu/entries/identity-politics/#PhilIden)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Andra'' - Was kann der Ökofeminismus vom afrozentrischen Ökowomanismus lernen? ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie andere afrozentrische Perspektiven auch, kann der afrozentrische Ökowomanismus als ein der eurozentristischen Perspektive entgegengesetzter Standpunkt betrachtet werden. Afrozentrische Ansätze können demnach als Selbstermächtigung in einem europäisch dominierten Diskurs um Deutungshoheit verstanden werden. Der Fokus afrozentrischer Ansätze liegt auf die pan-afrikanische Kultur, Philosophie und Geschichte. Der Womanismus legt großen Wert auf die Perspektive von BIPoC, die im Feminismus oftmals zu kurz kommt.Der afrozentrische Ökowomanismus sollte demnach nicht unter dem Begriff Ökofeminismus subsumiert werden, sondern vielmehr als eine Denkweise verstanden werden, von der der Ökofeminismus lernen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Shamara Shantu Rileys Artikel „Ecology Is A Sistah´s Issue Too: The Politics Of Emergent Afrocentric Ecowomanism“ beschreibt die Autorin den afrozentrischen Ökowomanismus als klare Position gegen die eurozentrisch maskulinistische Ideologie der Dominanz, aus der sich der Natur-Kultur Dualismus entwickelt hat. Bezugnehmend auf die Anthropologin und Afrikawissenschaftlerin Marimba Ani wird der Dualismus als Erbe des Juden- und Christentums angesehen (vgl. S. 349):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
»Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht.« (Genesis 1,28)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So heißt es im ersten Buch Mose. Diese Weltsicht erlaubt dem Menschen seine Herrschaft über die nicht-menschliche Natur auszuüben. Der Mensch sieht sich in seinem Verhältnis zur Natur, als von ihr gespalten und in einer Hierarchie stehend, die ihn als überlegen kennzeichnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Ökofeministin Ynestra King macht darauf aufmerksam wie die Kategorie des Natürlichen bzw. der Natur als Projektionsfläche zur Kontrolle von Frauen genutzt wird. Dasselbe Prinzip greift jedoch ebenfalls für BIPoC, deren Nähe zur Natur betont wird, um sie als Andere zu kennzeichnen. Dabei werden ihnen u.a. Attribute wie Wildheit, Unberührtheit, Reinheit oder Instinkthaftigkeit attestiert. Die Konstruktion der Anderen legitimiert insbesondere die Herrschaft von weißen Männern gegenüber Frauen und BIPoC, die nach dieser Logik der Kontrolle bedürfen und kultiviert werden müssen. Dieser Ideologie folgend ist auch die rassistische Praxis der Kolonisierung und Versklavung zu verstehen. (vgl. S. 348ff.) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Afrozentrische Positionen des Ökowomanismus kritisieren am Ökofeminismus, die Behandlung der Kategorie Frau als homogene Masse. Denn Hierarchien bestehen nicht lediglich zwischen Mann und Frau, sondern auch zwischen Frauen untereinander, beispielsweise aufgrund ihrer Klasse, Herkunft oder Hautfarbe, aber auch zwischen weißen Frauen und BIPoC. (vgl. S. 352) &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird die exorbitante Betroffenheit von BIPoC, wobei weibliche BIPoC eine besonders vulnerable Gruppe darstellen, mitbedacht, so geht es hier radikal ausgedrückt um das pure Überleben. Aus diesem Grund impliziert für Aktivist*innen, Philosoph*innen und Schriftsteller*innen wie bell hooks, Esther Iverem und Robert Bullard die Bürgerrechtsbewegung in Amerika der 60er Jahre die in den 80er Jahren einsetzende Umweltbewegung der schwarzen Communities. Dies ist eine logische Schlussfolgerung: denn für Bürgerrechte zu kämpfen, heißt auch für den Rahmen zu kämpfen, in dem diese zum Tragen kommen können. (vgl. S. 352f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Was Vertreter*innen des afrozentrischen Ökofeminismus fordern bringt Rileys treffend auf den Punkt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„However, what we need is not a total disassociation of people from nature, but rather a reformulation of everyone´s relationship to nature by socially reconstructing gender, class, and ethnic roles. (S. 348)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Überwindung des Natur-Kultur Dualismus wird eine Rückbesinnung auf bestimmte vorkoloniale spirituelle Konzepte wie beispielsweise das aus der westafrikanischen Tradition stammende Nyam vorgeschlagen.  Wird die Interdependenz zwischen Menschen untereinander und nicht-menschlichen Natur anerkannt, respektier und wertgeschätzt, so ergibt sich ein grundlegend anders Verständnis von Machtverhältnissen. Macht wird nicht über, sondern mit anderen Kreationsformen ausgeübt. (vgl. 357f.)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der afrozentrische Ökowomanismus adressiert Problematiken der Klimakrise sowie damit einhergehende sozioökonomische Ungleichheiten aus einer konkreten Position heraus. Diese Position weist eine spezifische Betroffenheit auf, die nicht subsumiert werden kann und daher für die eigenen Interessen eintreten muss.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Autor*innen==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schuhmann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=3508</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2022-01-13T19:46:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Nele - Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
Einleitungstext hier einfügen &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Andra'' - Einführung in die Begriffe Ökofeminismus, Essenzialismus und Intersektionalität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der Tierethik oder dem Postkolonialismus aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Position.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Janet Biehl geht so weit, dass sie der gesamten ökofeministischen Strömung vorwirft, die Begriffe Frau und Natur ahistorisch im Sinne einer ihnen innewohnenden Essenz zu gebrauchen. Tatsächlich weisen einige Positionen wie die von Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang auf und bedürfen entsprechend der Kritik. Zu behaupten, dies würde auf die gesamte Strömung zutreffen, ist jedoch nicht minder eine vereinfachende und generalisierende Auffassung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Artikel legt besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Nele'' - Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise wird deutlich durch Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei Umweltdesastern. So sind Frauen und andere marginalisiert Gruppen am meisten von Klimaveränderungen betroffen {&amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot; Gaard, S.10 + Beispiel Hurrikane Katrina). Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von Ungleichheit ist, die durch gegenderte soziale Normen, Diskriminierung und Armut (&amp;quot;inequities produced through gendered social roles, discrimination, and poverty&amp;quot; Gaard, S.9) entsteht. Weitere Faktoren der Gefährdung von Frauen sind &amp;quot;residence on marginal land susceptible to subsidence, erosion, or flooding; precarious or informal employment; increasing exposure to waterborne and vector-borne disease&amp;quot; (Allison, p.152)&lt;br /&gt;
[Die Konstruktion dieses Phänomens der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; zu entlarven und aufzulösen fällt in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus.] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Trotz ihrer Verletzlichkeit sind Frauen und andere marginalisierte Gruppen unterrepräsentiert “at all levels of decision making regarding climate change” (Kaijser &amp;amp; Kronsel, p.418). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer ''gender''-sensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet (-&amp;gt; inwiefern ermöglicht eine feministische Perspektive ein ideologisches Umdenken?). Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können (Gaard, S.13), während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird (Gaard, S.14). Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise (&amp;quot;masculinist character of climate change analyses&amp;quot;, Gaard, S.25) lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die dualistische Trennung von Natur und Verstand (-&amp;gt; warum ist technisches Wissen männlich kodiert?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Johanna'' - Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Eben finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionelle Praxis vorgefunden. Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. (S.416 Kaijser) Auch im Fall vom Geschlecht als System handelt es sich um solche implizten Machtstrukturen, welche mithilfe Intersektionalität hinterfragt werden können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kaijser&amp;amp;Kronsell formulieren als das Ziel einer intersektionalen Analalyse die Perspektive zu erweitern und darüber nachzudenken, welche Faktoren in einem bestimmten Umfeld relevant sein könnten und das ohne dabei das Gesamtbild aus den Augen zu verlieren.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Anna Kaijser, Annica Kronsell|Titel=Climate change through the lens of&lt;br /&gt;
intersectionality|Zeitschrift=Environmental Politics|Band=23|Nummer=3|Jahr=2014|Seite=417-433| Online=https://www.tandfonline.com/doi/citedby/10.1080/09644016.2013.835203?scroll=top&amp;amp;needAccess=true|Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; In sofern geht die intersektionelle Analyse darüber hinaus z. B. die hier besprochenen Geschlechterverhältnisse zu kritisieren. &lt;br /&gt;
Entscheidend ist es, zu berücksichtigen, wie soziale Kategorien ausgehandelt und konstruiert werden und auf welche Weise sie sich unterscheiden. Nicht nur das Subjekt ist situiert, sondern auch das Wissen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;blockquote&amp;gt; „These explorations of queer feminist ecology can augment the slogan of the Gender &amp;amp; Climate Change Network (genderCC): There will be no climate justice without [queer] gender justice.”&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Greta Gaard |Titel=Ecofeminism and climate change|Zeitschrift=Women's Studies International Forum |Band=49|Nummer=1|Jahr=2015|Seite=27| Online=https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0277539515000321 |Abruf=06.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;/blockquote&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es lassen sich nicht nur Verbindungen von Geschlecht und Klimakrise finden, sondern darüber hinaus weiter Vermutungen aufstellen. Bisher gibt es jedoch wenige Studien die eine ökologische Queer-Perspektive berücksichtigen. (S.27 Gaard, sie zitiert Somera 2009 am ende vom der Quelle auf die ich hier Bezug nehme) Angesichts der Korrelation und gegenseitigen Verstärkung von Sexismus und Homophobie (S.27 Gaard bezieht sich hier auf Pharr 1988) können die Standpunkte von Frauen und LGBTQIA+ Individuen zum Klimawandel verglichen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Fall der Klimakrise ist ein umfangreicher Wandel ist erforderlich um ein ausgewogenes Verhältnis der Geschlechter auf allen Ebenen der Entscheidungsfindung zu erreichen. Dies ist jedoch keine automatische Garantie für eine geschlechtergerechte Klimapolitik. Es ist notwendig ... &amp;quot;&amp;quot;progressive Männer [und genderqueere Personen] einbezieht, die bereit sind, ihre Männlichkeit und ihre Geschlechterrollen zu hinterfragen&amp;quot; und zusammenzuarbeiten, um &amp;quot;die eingebetteten geschlechtlichen [Sexualitäts-] und Machtverhältnisse in der Klimapolitik und den Klimaschutzstrategien&amp;quot; aufzudecken&amp;quot; (S.26 Gaard bezieht sich hier auf in beiden Zitaten auf Rohr 2012)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Johanna'' - Kritik an Intersektionalität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Andra'' - Afrocentric Womanism ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Autor*innen==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schuhmann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
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		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Nele_Fuchs&amp;diff=3118</id>
		<title>Benutzer:Nele Fuchs</title>
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		<updated>2021-11-20T16:01:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: Die Seite wurde neu angelegt: „Nele Fuchs studiert seit 2019 Philosophie und Germanistik an der Universität Kassel.“&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Nele Fuchs studiert seit 2019 Philosophie und Germanistik an der Universität Kassel.&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
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		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2021-11-20T15:59:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Nele - Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
Einleitungstext hier einfügen &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Andra'' - Einführung in die Begriffe Ökofeminismus, Essenzialismus und Intersektionalität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der Tierethik oder dem Postkolonialismus aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Position.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Janet Biehl geht so weit, dass sie der gesamten ökofeministischen Strömung vorwirft, die Begriffe Frau und Natur ahistorisch im Sinne einer ihnen innewohnenden Essenz zu gebrauchen. Tatsächlich weisen einige Positionen wie die von Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang auf und bedürfen entsprechend der Kritik. Zu behaupten, dies würde auf die gesamte Strömung zutreffen, ist jedoch nicht minder eine vereinfachende und generalisierende Auffassung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Artikel legt besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Nele'' - Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise wird deutlich durch Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei Umweltdesastern. So sind Frauen und andere Minderheiten am meisten von Klimaveränderungen betroffen {&amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot; Gaard, S.10). Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von &amp;quot;inequities produced through gendered social roles, discrimination, and poverty&amp;quot; (Gaard, S.9) ist. Die Konstruktion dieses Phänomens der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; zu entlarven und aufzulösen fällt somit in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer ''gender''-sensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet (-&amp;gt; inwiefern ermöglicht eine feministische Perspektive ein ideologisches Umdenken?). Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können (Gaard, S.13), während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird (Gaard, S.14). Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise (&amp;quot;masculinist character of climate change analyses&amp;quot;, Gaard, S.25) lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die dualistische Trennung von Natur und Verstand (-&amp;gt; warum ist technisches Wissen männlich kodiert?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Johanna'' - Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Internationale Diskussionen stellen den Klimawandel als eine menschliche Krise dar, welche keinen Unterschied zwischen Geschlechtern macht und jeden trifft. Die queer-feministischen Beiträge in diesem Feld bewegen sich zwischen der liberalen und kulturfeministischen Perspektive. Bei Erstere werden Frauen in die Diskussionen über Anpassung, Verwundbarkeit und Risiken miteinbezogen. Letztere beruft sich auf besonderes Wissen und einzigartige Fähigkeiten von Frauen. Beide dieser Strategien beschränken Geschlecht [Gender] auf die Untersuchung von Frauen. Ausgelassen werden die Analysen der strukturellen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern, die den Status von Männern, Frauen und GLBTQ-Personen vergleichen. Darüber hinaus wird Geschlecht [Gender] binär verstanden, also als zwei entgegengesetzte und unterschiedliche Geschlechter. Weibliche und männliche Merkmale überlappen sich hier nicht. Dem gegenüber steht der Ansatz Geschlecht als Spektrum zu erfassen. Es gibt weiter Geschlechter, die sich auf einem Kontinuum bewegen. Diese Geschlechtsidentitäten, wie auch die sexuelle Orientierung, sind sozial konstituiert und werden als LGBTQAI+[GLBTQ]-Themen in der Klimadebatte ausgelassen. (S.13 Gaard) Dabei werden ... &lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Eben finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionelle Praxis vorgefunden. Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. &lt;br /&gt;
&amp;quot;climate change may be described as white industrial-capitalist heteromale supremacy on steroids, boosted by widespread injustices of gender and race, sexuality and species&amp;quot; (Gaard S.26) &lt;br /&gt;
== ''Johanna'' - Kritik an Intersektionalität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Andra'' - Afrocentric Womanism ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Autor*innen==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schuhmann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Über Klimawandel nachdenken‏‎]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Intersektionalit%C3%A4t_im_%C3%96kofeminismus&amp;diff=3116</id>
		<title>Intersektionalität im Ökofeminismus</title>
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		<updated>2021-11-20T15:57:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Nele Fuchs: /* Nele - Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
= Intersektionalität im Ökofeminismus = &lt;br /&gt;
Einleitungstext hier einfügen &lt;br /&gt;
'''Intersektionalität im Ökofeminismus'''&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Andra'' - Einführung in die Begriffe Ökofeminismus, Essenzialismus und Intersektionalität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ökofeminismus entstand Mitte der 1970er Jahre. Angesichts der Zunahme von Umweltkatastrophen wurde in ökofeministischen Theorien die Frage nach der Verbindung zwischen der Dominanz und Ausbeutung von Natur sowie der Dominanz und Ausbeutung von Frauen adressiert. Der Ökofeminismus ist somit eine Strömung innerhalb der Umweltphilosophie, die feministische Perspektiven zur Analyse von Machtverhältnissen für unerlässlich hält. Je nach Ausprägung kann der Ökofeminismus Schwerpunkte anderer Strömungen wie beispielsweise der Tierethik oder dem Postkolonialismus aufgreifen und behandeln. Nicht alle Positionen innerhalb des Ökofeminismus sind miteinander vereinbar. Zum Beispiel besteht eine Diskrepanz zwischen essentialistischen und intersektionalen Position.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Janet Biehl geht so weit, dass sie der gesamten ökofeministischen Strömung vorwirft, die Begriffe Frau und Natur ahistorisch im Sinne einer ihnen innewohnenden Essenz zu gebrauchen. Tatsächlich weisen einige Positionen wie die von Brian Swimme, Kay Salleh oder Vandana Shiva essentialistische und/oder generalisierende Charakteristika in ihrem Argumentationsgang auf und bedürfen entsprechend der Kritik. Zu behaupten, dies würde auf die gesamte Strömung zutreffen, ist jedoch nicht minder eine vereinfachende und generalisierende Auffassung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der folgende Artikel legt besonderen Augenmerk auf diejenigen Positionen, die Essentialismus zugunsten einer intersektionalen Perspektive ablehnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Nele'' - Statistiken, Warum wir eine Feministische Perspektive auf die Klimakrise brauchen ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise wird deutlich durch Statistiken zur Gefährdung verschiedener Personengruppen bei Umweltdesastern. So sind Frauen und andere Minderheiten am meisten von Klimaveränderungen betroffen {&amp;quot;women and children are 14 times more likely to die in ecological disasters than men&amp;quot; Guard, S.10). Intersektionale Ökofeminist*innen wie Gaard stellen dabei heraus, dass diese Verletzlichkeit von Frauen nicht angeboren ist, sondern ein Resultat von &amp;quot;inequities produced through gendered social roles, discrimination, and poverty&amp;quot; (Gaard, S.9) ist. Die Konstruktion dieses Phänomens der &amp;quot;gendered vulnerability&amp;quot; zu entlarven und aufzulösen fällt somit in das Aufgabenfeld des intersektionalen Ökofeminismus. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, der die Notwendigkeit einer feministischen Perspektive auf die Klimakrise verdeutlicht, ist die Tatsache, dass aktuelle Ansätze unzureichend sind. Der Mangel einer ''gender''-sensitiven Betrachtung und Diskussion der Klimakrise führt dazu, dass diese hauptsächlich aus einer rein wissenschaftlichen Perspektive analysiert wird, welche technologische und wissenschaftliche Lösungen befürwortet (-&amp;gt; inwiefern ermöglicht eine feministische Perspektive ein ideologisches Umdenken?). Dieses Primat technischer Lösungsansätze verzerrt die eigentlichen Ursachen der Klimakrise, welche in Ausbeutungs- und Unterdrückungsstrukturen liegen. Gleichzeitig werden so Daten und Perspektiven ausgeschlossen, die zum Abwenden der Klimakrise beitragen können (Gaard, S.13), während stattdessen antifeministischen Lösungsansätzen wie Populationskontrolle, Militarisierung und Anti-Immigrationsmaßnahmen Tür und Tor geöffnet wird (Gaard, S.14). Der maskulinistische Charakter der Analyse der Klimakrise (&amp;quot;masculinist character of climate change analyses&amp;quot;, Gaard, S.25) lässt sich einerseits durch die hauptsächliche Teilnahme von Männern in politischen Entscheidungsprozessen ('''Statistik noch einsetzen''') zurückführen, andererseits steckt dahinter auch die dualistische Trennung von Natur und Verstand (-&amp;gt; warum ist technisches Wissen männlich kodiert?).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Johanna'' - Intersektionalität und Geschlechtergerechtigkeit ==&lt;br /&gt;
Internationale Diskussionen stellen den Klimawandel als eine menschliche Krise dar, welche keinen Unterschied zwischen Geschlechtern macht und jeden trifft. Die queer-feministischen Beiträge in diesem Feld bewegen sich zwischen der liberalen und kulturfeministischen Perspektive. Bei Erstere werden Frauen in die Diskussionen über Anpassung, Verwundbarkeit und Risiken miteinbezogen. Letztere beruft sich auf besonderes Wissen und einzigartige Fähigkeiten von Frauen. Beide dieser Strategien beschränken Geschlecht [Gender] auf die Untersuchung von Frauen. Ausgelassen werden die Analysen der strukturellen Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern, die den Status von Männern, Frauen und GLBTQ-Personen vergleichen. Darüber hinaus wird Geschlecht [Gender] binär verstanden, also als zwei entgegengesetzte und unterschiedliche Geschlechter. Weibliche und männliche Merkmale überlappen sich hier nicht. Dem gegenüber steht der Ansatz Geschlecht als Spektrum zu erfassen. Es gibt weiter Geschlechter, die sich auf einem Kontinuum bewegen. Diese Geschlechtsidentitäten, wie auch die sexuelle Orientierung, sind sozial konstituiert und werden als LGBTQAI+[GLBTQ]-Themen in der Klimadebatte ausgelassen. (S.13 Gaard) Dabei werden ... &lt;br /&gt;
In Beziehungen auf allen Eben finden sich Intersektionen von Macht, dabei bilden soziale Kategorisierungen bzw. ihre Kombination die Basis zur Ein- und Ausgrenzung. So wird z. B. Erstrebenswertes, Attraktives, Abweichendes und als normal geltendes definiert und in Individuelle Handlungen und der institutionelle Praxis vorgefunden. Zu Grunde gelegt werden dafür implizite Machtmuster. Dargestellt werden diese Machtstrukturen häufig als natürliche Unterschiede und müssen nicht konkret genannt werden. &lt;br /&gt;
&amp;quot;climate change may be described as white industrial-capitalist heteromale supremacy on steroids, boosted by widespread injustices of gender and race, sexuality and species&amp;quot; (Gaard S.26) &lt;br /&gt;
== ''Johanna'' - Kritik an Intersektionalität ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== ''Andra'' - Afrocentric Womanism ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
==Autor*innen==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft-Gruppe|Vorname=Nele |Nachname=Fuchs |Vorname2=Johanna |Nachname2=Schreiner |Vorname3=Andra |Nachname3=Schuhmann |Tag=09 |Monat=09 |Jahr=2021 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
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[[Kategorie:Wissen in der Klimakrise]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Intersektionalität]]&lt;br /&gt;
[[Kategorie:Feminismus]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Nele Fuchs</name></author>
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