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		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=4120</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-02-01T12:42:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht der folgende Artikel nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich mit den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] beschäftigt und deren Repräsentation, abschließend, in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in Milchzähne spielt, wirkt trocken und karg. Wiesen, brachliegende Felsen, gelbbraunes Gras und fast blattlose Bäume dominieren die Landschaft nach Skaldes Beschreibungen und erinnern diese an eine Savanne &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch ist es durch das Verschwinden vieler Tierarten still geworden und selbst der Wald wirkt leer von Leben. Doch scheint die Landschaft, welche von den Bewohnern lediglich als die Gegend tituliert wird, nicht immer so gewesen zu sein, sondern veränderte sich zusammen mit dem Wandel des Klimas. Len und Gösta haben diese Veränderungen mitverfolgt und beschreiben die Landschaft von früher als kühl, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Weit über die Landschaft verteilt, haben die Bewohner der Gegend, Höfe, auf denen sie seit jeher gelebt haben.  Hier halten sie die verbliebenden Tierarten und bauen Obst und Gemüse an. Die Gegend wird durch einen sehr breiten Fluss von der Außenwelt abgetrennt. Die ehemalig einzige Überquerung, eine Brücke, wurde gesprengt, um sich von der restlichen Welt abzuschirmen. Weiter hinter dem Fluss scheint es in Richtung des Meeres zu gehen, da von dort die Möwen kommen und ehemals Edith gekommen ist. Im Hinterland, welches von Skalde nur als die „toten Gebiete“ bezeichnet wird, herrscht eine so große Hitze, dass alles verbrannt ist &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=94 und 195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Geschwister Meisis und Metta flohen früh, als scheinbar einzige, aus diesen Gebieten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Tierwelt wird im Roman als Teil vieler Veränderungen, neben dem Wetter und den Pflanzen beschrieben. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele der Nutztiere, wie Pferde, Schweine und Kühe, starben zu Beginn der Klimaveränderung ohne erkennbaren Grund, wie wir von Gösta erfahren. Insekten dagegen gab es immer mehr.&lt;br /&gt;
Jene Tiere die überlebten, durchgingen Veränderungen. Sie wurden mit jeder Generation weniger widerstandsfähig, verloren ihre Fellfarbe und bekamen rote Augen. &amp;quot;Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie wurden alle zu Albinotieren, wie Edith feststellt &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Edith steht dem negativ gegenüber und weigert sich, die weißen Felle der eigenen Kaninchen weiter zu verwerten. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Während sich manche Tierarten veränderten, verschwanden viele der heimischen Tiere und Vögel, sodass die Nistkästen leer blieben und kein Vogelgesang mehr vernommen werden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27 und 99 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Wir fanden sie verrenkt im Gras. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Zustand der Vögel zeigt Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch sind diese Möwen eine Verbindung zum Meer, welches ein wiederkehrendes Motiv im Roman darstellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Büsche und Bäume der Gegend fingen mit den zunehmenden Klimaveränderungen an, trotz der andauernden Hitze oft zu blühen, jedoch oft keine Früchte mehr zu tragen. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eine Ausnahme hiervon schienen die Quittenbäume der Gegend zu sein, aus dessen Früchten die Bewohner weiterhin einen Quittenschnaps herstellen konnten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, sowie die Obstbäume von Pesolt, einem Obstbauern der Gegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde stellt dieses Phänomenfest und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Und in der Nacht wurde es so kalt, dass die oberste Wasserschicht in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtet sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen ändern sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis lernen sich die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=41 f. f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, gehen die beiden Mädchen wieder in den Garten hinaus, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an ihre Mutter erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit sind das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln anzuzweifeln und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkel, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus; in jeder Etage findet sich Dreck und Dunkelheit.Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei ihr auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich auch hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und vermittelt ihr, das gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER. VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN, DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Zunächst betrachten wir dafür die Welt, in welcher die Geschichte von Milchzähne spielt. Diese spielt wahrscheinlich in der nahen Zukunft oder einer alternativen Gegenwart. Dies lässt sich daran erkennen, dass gegenwärtige Technologien wie Autos und Windkraftanlagen und Strom in Welt durchaus bekannt sind. Die großen Windräder im Meer, welche Skalde jedoch zu Beginn im Bericht erwähnt, sind jedoch nur eine Vermutung von ihr und Infrastrukturen wie diese scheinbar längst nicht mehr üblich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Auch die restliche Welt, welche wir als Leser*in kennenlernen, ist in dystopischen Zustand. Der größte Teil dieser Dystopie stammt von den drastischen Klima- und Naturveränderungen, welche sich vermutlich unaufhaltsam ausbreiten. Durch diese Ausbreitung lässt sich auch vermuten, dass es sich bei den im Buch beschriebenen Zuständen nicht nur um eine lokale Klimakatastrophe handelt, sondern diese einen globalen Umfang besitzt &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. All dies sind auch Merkmale, welche zu der Einordnung zu der Klimaliteratur nahelegen. &lt;br /&gt;
Kommen wir nun zu den Figuren in Milchzähne. Diese sind einem ständigen Überlebenskampf ausgesetzt, in welchem der Zugang zu genug Essen erschwert ist, durch das Sterben vieler Tierarten und unregelmäßigen Erträgen aus der Landwirtschaft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dazu kommt die Not der Figuren, aber auch der verbliebenen Tiere, zu fliehen, wenn sich die große Hitze weiter ausbreitet und nur verbrannte Landschaften zurücklässt. Diese Zustände belasten manche der Figuren psychologisch und emotional mehr als andere. So fällt es Skalde lange schwer, die Gegend, in der sie aufgewachsen ist, zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=170 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Edith zeigt jedoch schon früh psychologische Belastungen, indem sie Skalde als Kind vernachlässigt und sich aus Heimweh immerzu in die Badewanne legt oder tagelang nicht aus ihrem Zimmer kommt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Klimaliteraturaspekt, dass es sich bei den Figuren um Wissenschaftler oder Umweltschützer handelt, findet keinen Platz in Milchzähne. Keine der Figuren verrät uns den Ursprung oder die genaue Art der Klimakatastrophe oder scheint darüber Bescheid zu wissen. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen, diese Unbestimmtheiten bezüglich der Katastrophe zu füllen.  Da es sich bei den bekannten Figuren nicht um wissende Personen handelt, gibt es auch keinen uns bekannten Versuch etwas gegen die Klimaveränderungen zu unternehmen, diese zu bekämpfen oder umzukehren. Die einzige aufgezeigte Lösung scheint die Flucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
Betrachtet man all diese Merkmale der Klimaliteratur in Milchzähne, kommt man dennoch zu dem Schluss, dass es sich durchaus um einen Roman handelt, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann. Die dystopischen Umstände der Welt und der Überlebenskampf der Figuren sprechen stark dafür. Jedoch wird auch offensichtlich, dass die Thematik des Klimawandels zwar ein wichtiger Bestandteil und Antrieb der Geschichte des Romans ist, allerdings nicht den Hauptteil der Handlung ausmacht und eher eine immer präsente bedrohliche Hintergrunderscheinung bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=4119</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-02-01T12:41:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht der folgende Artikel nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich mit den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] beschäftigt und deren Repräsentation, abschließend, in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in Milchzähne spielt, wirkt trocken und karg. Wiesen, brachliegende Felsen, gelbbraunes Gras und fast blattlose Bäume dominieren die Landschaft nach Skaldes Beschreibungen und erinnern diese an eine Savanne &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch ist es durch das Verschwinden vieler Tierarten still geworden und selbst der Wald wirkt leer von Leben. Doch scheint die Landschaft, welche von den Bewohnern lediglich als die Gegend tituliert wird, nicht immer so gewesen zu sein, sondern veränderte sich zusammen mit dem Wandel des Klimas. Len und Gösta haben diese Veränderungen mitverfolgt und beschreiben die Landschaft von früher als kühl, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Weit über die Landschaft verteilt, haben die Bewohner der Gegend, Höfe, auf denen sie seit jeher gelebt haben.  Hier halten sie die verbliebenden Tierarten und bauen Obst und Gemüse an. Die Gegend wird durch einen sehr breiten Fluss von der Außenwelt abgetrennt. Die ehemalig einzige Überquerung, eine Brücke, wurde gesprengt, um sich von der restlichen Welt abzuschirmen. Weiter hinter dem Fluss scheint es in Richtung des Meeres zu gehen, da von dort die Möwen kommen und ehemals Edith gekommen ist. Im Hinterland, welches von Skalde nur als die „toten Gebiete“ bezeichnet wird, herrscht eine so große Hitze, dass alles verbrannt ist &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=94 und 195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Geschwister Meisis und Metta flohen früh, als scheinbar einzige, aus diesen Gebieten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Tierwelt wird im Roman als Teil vieler Veränderungen, neben dem Wetter und den Pflanzen beschrieben. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele der Nutztiere, wie Pferde, Schweine und Kühe, starben zu Beginn der Klimaveränderung ohne erkennbaren Grund, wie wir von Gösta erfahren. Insekten dagegen gab es immer mehr.&lt;br /&gt;
Jene Tiere die überlebten, durchgingen Veränderungen. Sie wurden mit jeder Generation weniger widerstandsfähig, verloren ihre Fellfarbe und bekamen rote Augen. &amp;quot;Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie wurden alle zu Albinotieren, wie Edith feststellt &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Edith steht dem negativ gegenüber und weigert sich, die weißen Felle der eigenen Kaninchen weiter zu verwerten. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Während sich manche Tierarten veränderten, verschwanden viele der heimischen Tiere und Vögel, sodass die Nistkästen leer blieben und kein Vogelgesang mehr vernommen werden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27 und 99 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Wir fanden sie verrenkt im Gras. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Zustand der Vögel zeigt Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch sind diese Möwen eine Verbindung zum Meer, welches ein wiederkehrendes Motiv im Roman darstellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Büsche und Bäume der Gegend fingen mit den zunehmenden Klimaveränderungen an, trotz der andauernden Hitze oft zu blühen, jedoch oft keine Früchte mehr zu tragen. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eine Ausnahme hiervon schienen die Qittenbäume der Gegend zu sein, aus dessen Früchten die Bewohner weiterhin einen Qittenschnaps herstellen konnten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, sowie die Obstbäume von Pesolt, einem Obstbauern der Gegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde stellt dieses Phänomenfest und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Und in der Nacht wurde es so kalt, dass die oberste Wasserschicht in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtet sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen ändern sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis lernen sich die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=41 f. f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, gehen die beiden Mädchen wieder in den Garten hinaus, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an ihre Mutter erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit sind das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln anzuzweifeln und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkel, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus; in jeder Etage findet sich Dreck und Dunkelheit.Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei ihr auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich auch hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und vermittelt ihr, das gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER. VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN, DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Zunächst betrachten wir dafür die Welt, in welcher die Geschichte von Milchzähne spielt. Diese spielt wahrscheinlich in der nahen Zukunft oder einer alternativen Gegenwart. Dies lässt sich daran erkennen, dass gegenwärtige Technologien wie Autos und Windkraftanlagen und Strom in Welt durchaus bekannt sind. Die großen Windräder im Meer, welche Skalde jedoch zu Beginn im Bericht erwähnt, sind jedoch nur eine Vermutung von ihr und Infrastrukturen wie diese scheinbar längst nicht mehr üblich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Auch die restliche Welt, welche wir als Leser*in kennenlernen, ist in dystopischen Zustand. Der größte Teil dieser Dystopie stammt von den drastischen Klima- und Naturveränderungen, welche sich vermutlich unaufhaltsam ausbreiten. Durch diese Ausbreitung lässt sich auch vermuten, dass es sich bei den im Buch beschriebenen Zuständen nicht nur um eine lokale Klimakatastrophe handelt, sondern diese einen globalen Umfang besitzt &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. All dies sind auch Merkmale, welche zu der Einordnung zu der Klimaliteratur nahelegen. &lt;br /&gt;
Kommen wir nun zu den Figuren in Milchzähne. Diese sind einem ständigen Überlebenskampf ausgesetzt, in welchem der Zugang zu genug Essen erschwert ist, durch das Sterben vieler Tierarten und unregelmäßigen Erträgen aus der Landwirtschaft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dazu kommt die Not der Figuren, aber auch der verbliebenen Tiere, zu fliehen, wenn sich die große Hitze weiter ausbreitet und nur verbrannte Landschaften zurücklässt. Diese Zustände belasten manche der Figuren psychologisch und emotional mehr als andere. So fällt es Skalde lange schwer, die Gegend, in der sie aufgewachsen ist, zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=170 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Edith zeigt jedoch schon früh psychologische Belastungen, indem sie Skalde als Kind vernachlässigt und sich aus Heimweh immerzu in die Badewanne legt oder tagelang nicht aus ihrem Zimmer kommt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Klimaliteraturaspekt, dass es sich bei den Figuren um Wissenschaftler oder Umweltschützer handelt, findet keinen Platz in Milchzähne. Keine der Figuren verrät uns den Ursprung oder die genaue Art der Klimakatastrophe oder scheint darüber Bescheid zu wissen. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen, diese Unbestimmtheiten bezüglich der Katastrophe zu füllen.  Da es sich bei den bekannten Figuren nicht um wissende Personen handelt, gibt es auch keinen uns bekannten Versuch etwas gegen die Klimaveränderungen zu unternehmen, diese zu bekämpfen oder umzukehren. Die einzige aufgezeigte Lösung scheint die Flucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
Betrachtet man all diese Merkmale der Klimaliteratur in Milchzähne, kommt man dennoch zu dem Schluss, dass es sich durchaus um einen Roman handelt, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann. Die dystopischen Umstände der Welt und der Überlebenskampf der Figuren sprechen stark dafür. Jedoch wird auch offensichtlich, dass die Thematik des Klimawandels zwar ein wichtiger Bestandteil und Antrieb der Geschichte des Romans ist, allerdings nicht den Hauptteil der Handlung ausmacht und eher eine immer präsente bedrohliche Hintergrunderscheinung bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=4118</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-02-01T12:38:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht der folgende Artikel nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich mit den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] beschäftigt und deren Repräsentation, abschließend, in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in Milchzähne spielt, wirkt trocken und karg. Wiesen, brachliegende Felsen, gelbbraunes Gras und fast blattlose Bäume dominieren die Landschaft nach Skaldes Beschreibungen und erinnern diese an eine Savanne &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch ist es durch das Verschwinden vieler Tierarten still geworden und selbst der Wald wirkt leer von Leben. Doch scheint die Landschaft, welche von den Bewohnern lediglich als die Gegend tituliert wird, nicht immer so gewesen zu sein, sondern veränderte sich zusammen mit dem Wandel des Klimas. Len und Gösta haben diese Veränderungen mitverfolgt und beschreiben die Landschaft von früher als kühl, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Weit über die Landschaft verteilt, haben die Bewohner der Gegend, Höfe, auf denen sie seit jeher gelebt haben.  Hier halten sie die verbliebenden Tierarten und bauen Obst und Gemüse an. Die Gegend wird durch einen sehr breiten Fluss von der Außenwelt abgetrennt. Die ehemalig einzige Überquerung, eine Brücke, wurde gesprengt, um sich von der restlichen Welt abzuschirmen. Weiter hinter dem Fluss scheint es in Richtung des Meeres zu gehen, da von dort die Möwen kommen und ehemals Edith gekommen ist. Im Hinterland, welches von Skalde nur als die „toten Gebiete“ bezeichnet wird, herrscht eine so große Hitze, dass alles verbrannt ist &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=94 und 195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Geschwister Meisis und Metta flohen früh, als scheinbar einzige, aus diesen Gebieten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Tierwelt wird im Roman als Teil vieler Veränderungen, neben dem Wetter und den Pflanzen beschrieben. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele der Nutztiere wie Pferde, Schweine und Kühe, starben zu Beginn der Klimaveränderung ohne erkennbaren Grund, wie wir von Gösta erfahren. Insekten dagegen gab es immer mehr.&lt;br /&gt;
Jene Tiere die Überlebten, durchgingen Veränderungen. Sie wurden mit jeder Generation weniger widerstandsfähig, verloren ihre Fellfarbe und bekamen rote Augen. &amp;quot;Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie wurden alle zu Albinotieren, wie Edith feststellt &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Edith steht dem negativ gegenüber und weigert sich, die weißen Felle der eigenen Kaninchen weiter zu verwerten. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Während sich manche Tierarten veränderten, verschwanden viele der heimischen Tiere und Vögel, so dass die Nistkästen leer blieben und kein Vogelgesang mehr vernommen werden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27 und 99 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Wir fanden sie verrenkt im Gras. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Zustand der Vögel zeigt Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch sind diese Möwen eine Verbindung zum Meer, welches ein wiederkehrendes Motiv im Roman darstellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Büsche und Bäume der Gegend fingen mit den zunehmenden Klimaveränderungen an, trotz der andauernden Hitze oft zu blühen, jedoch oft keine Früchte mehr zu tragen. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eine Ausnahme hiervon schienen die Qittenbäume der Gegend zu sein, aus dessen Früchten die Bewohner weiterhin einen Qittenschnaps herstellen konnten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, sowie die Obstbäume von Pesolt, einem Obstbauern der Gegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde stellt dieses Phänomenfest und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Und in der Nacht wurde es so kalt, dass die oberste Wasserschicht in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtet sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen ändern sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis lernen sich die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=41 f. f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, gehen die beiden Mädchen wieder in den Garten hinaus, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an ihre Mutter erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit sind das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln anzuzweifeln und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkel, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus; in jeder Etage findet sich Dreck und Dunkelheit.Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei ihr auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich auch hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und vermittelt ihr, das gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER. VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN, DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Zunächst betrachten wir dafür die Welt, in welcher die Geschichte von Milchzähne spielt. Diese spielt wahrscheinlich in der nahen Zukunft oder einer alternativen Gegenwart. Dies lässt sich daran erkennen, dass gegenwärtige Technologien wie Autos und Windkraftanlagen und Strom in Welt durchaus bekannt sind. Die großen Windräder im Meer, welche Skalde jedoch zu Beginn im Bericht erwähnt, sind jedoch nur eine Vermutung von ihr und Infrastrukturen wie diese scheinbar längst nicht mehr üblich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Auch die restliche Welt, welche wir als Leser*in kennenlernen, ist in dystopischen Zustand. Der größte Teil dieser Dystopie stammt von den drastischen Klima- und Naturveränderungen, welche sich vermutlich unaufhaltsam ausbreiten. Durch diese Ausbreitung lässt sich auch vermuten, dass es sich bei den im Buch beschriebenen Zuständen nicht nur um eine lokale Klimakatastrophe handelt, sondern diese einen globalen Umfang besitzt &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. All dies sind auch Merkmale, welche zu der Einordnung zu der Klimaliteratur nahelegen. &lt;br /&gt;
Kommen wir nun zu den Figuren in Milchzähne. Diese sind einem ständigen Überlebenskampf ausgesetzt, in welchem der Zugang zu genug Essen erschwert ist, durch das Sterben vieler Tierarten und unregelmäßigen Erträgen aus der Landwirtschaft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dazu kommt die Not der Figuren, aber auch der verbliebenen Tiere, zu fliehen, wenn sich die große Hitze weiter ausbreitet und nur verbrannte Landschaften zurücklässt. Diese Zustände belasten manche der Figuren psychologisch und emotional mehr als andere. So fällt es Skalde lange schwer, die Gegend, in der sie aufgewachsen ist, zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=170 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Edith zeigt jedoch schon früh psychologische Belastungen, indem sie Skalde als Kind vernachlässigt und sich aus Heimweh immerzu in die Badewanne legt oder tagelang nicht aus ihrem Zimmer kommt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Klimaliteraturaspekt, dass es sich bei den Figuren um Wissenschaftler oder Umweltschützer handelt, findet keinen Platz in Milchzähne. Keine der Figuren verrät uns den Ursprung oder die genaue Art der Klimakatastrophe oder scheint darüber Bescheid zu wissen. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen, diese Unbestimmtheiten bezüglich der Katastrophe zu füllen.  Da es sich bei den bekannten Figuren nicht um wissende Personen handelt, gibt es auch keinen uns bekannten Versuch etwas gegen die Klimaveränderungen zu unternehmen, diese zu bekämpfen oder umzukehren. Die einzige aufgezeigte Lösung scheint die Flucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
Betrachtet man all diese Merkmale der Klimaliteratur in Milchzähne, kommt man dennoch zu dem Schluss, dass es sich durchaus um einen Roman handelt, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann. Die dystopischen Umstände der Welt und der Überlebenskampf der Figuren sprechen stark dafür. Jedoch wird auch offensichtlich, dass die Thematik des Klimawandels zwar ein wichtiger Bestandteil und Antrieb der Geschichte des Romans ist, allerdings nicht den Hauptteil der Handlung ausmacht und eher eine immer präsente bedrohliche Hintergrunderscheinung bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=4117</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=4117"/>
		<updated>2022-02-01T12:31:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete gewesen war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich das erste Mal sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=105 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, das kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosefarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug hindurch. Bei sich hatte sie einen silbernen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phasen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, wo Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt sind. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir könnten hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass sich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet?2, fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du dich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [,erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=173 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde sie bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis über die Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“, fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wird, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen, etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren so rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=187}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen. […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend gewohnt hatte, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und selbst erlegtes Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer noch so gut, dass es für die Herstellung des Schanpses reichte, den sie hier und jetzt destilierten. &amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=4116</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-02-01T12:26:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht der folgende Artikel nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich mit den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] beschäftigt und deren Repräsentation, abschließend, in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in Milchzähne spielt, wirkt trocken und karg. Wiesen, brachliegende Felsen, gelbbraunes Gras und fast blattlose Bäume dominieren die Landschaft nach Skaldes Beschreibungen und erinnern diese an eine Savanne &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch ist es durch das Verschwinden vieler Tierarten still geworden und selbst der Wald wirkt leer von Leben. Doch scheint die Landschaft, welche von den Bewohnern lediglich als die Gegend tituliert wird, nicht immer so gewesen zu sein, sondern veränderte sich zusammen mit dem Wandel des Klimas. Len und Gösta haben diese Veränderungen mitverfolgt und beschreiben die Landschaft von früher als kühl, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Weit über die Landschaft verteilt, haben die Bewohner der Gegend, Höfe, auf denen sie seit je her gelebt haben.  Hier halten sie die verbliebenden Tierarten und bauen Obst und Gemüse an. Die Gegend wird durch einen sehr breiten Fluss von der Außenwelt abgetrennt. Die ehemalig einzige Überquerung, eine Brücke, wurde gesprengt, um sich von der restlichen Welt abzuschirmen. Weiter hinter dem Fluss scheint es in Richtung des Meeres zu gehen, da von dort die Möwen kommen und ehemals Edith gekommen ist. Im Hinterland welches von Skalde nur als die „toten Gebiete“ bezeichnet wird herrscht eine so große Hitze, dass alles verbrannt ist &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=94 und 195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Geschwister Meisis und Metta flohen früh, als scheinbar einzige, aus diesen Gebieten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Tierwelt wird im Roman als Teil vieler Veränderungen, neben dem Wetter und den Pflanzen beschrieben. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele der Nutztiere wie Pferde, Schweine und Kühe, starben zu Beginn der Klimaveränderung ohne erkennbaren Grund, wie wir von Gösta erfahren. Insekten dagegen gab es immer mehr.&lt;br /&gt;
Jene Tiere die Überlebten, durchgingen Veränderungen. Sie wurden mit jeder Generation weniger widerstandsfähig, verloren ihre Fellfarbe und bekamen rote Augen. &amp;quot;Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie wurden alle zu Albinotieren, wie Edith feststellt &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Edith steht dem negativ gegenüber und weigert sich, die weißen Felle der eigenen Kaninchen weiter zu verwerten. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Während sich manche Tierarten veränderten, verschwanden viele der heimischen Tiere und Vögel, so dass die Nistkästen leer blieben und kein Vogelgesang mehr vernommen werden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27 und 99 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Wir fanden sie verrenkt im Gras. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Zustand der Vögel zeigt Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch sind diese Möwen eine Verbindung zum Meer, welches ein wiederkehrendes Motiv im Roman darstellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Büsche und Bäume der Gegend fingen mit den zunehmenden Klimaveränderungen an, trotz der andauernden Hitze oft zu blühen, jedoch oft keine Früchte mehr zu tragen. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eine Ausnahme hiervon schienen die Qittenbäume der Gegend zu sein, aus dessen Früchten die Bewohner weiterhin einen Qittenschnaps herstellen konnten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, sowie die Obstbäume von Pesolt, einem Obstbauern der Gegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde stellt dieses Phänomenfest und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Und in der Nacht wurde es so kalt, dass die oberste Wasserschicht in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtet sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen ändern sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis lernen sich die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=41 f. f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, gehen die beiden Mädchen wieder in den Garten hinaus, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an ihre Mutter erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit sind das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln anzuzweifeln und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkel, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus; in jeder Etage findet sich Dreck und Dunkelheit.Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei ihr auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich auch hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und vermittelt ihr, das gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER. VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN, DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Zunächst betrachten wir dafür die Welt, in welcher die Geschichte von Milchzähne spielt. Diese spielt wahrscheinlich in der nahen Zukunft oder einer alternativen Gegenwart. Dies lässt sich daran erkennen, dass gegenwärtige Technologien wie Autos und Windkraftanlagen und Strom in Welt durchaus bekannt sind. Die großen Windräder im Meer, welche Skalde jedoch zu Beginn im Bericht erwähnt, sind jedoch nur eine Vermutung von ihr und Infrastrukturen wie diese scheinbar längst nicht mehr üblich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Auch die restliche Welt, welche wir als Leser*in kennenlernen, ist in dystopischen Zustand. Der größte Teil dieser Dystopie stammt von den drastischen Klima- und Naturveränderungen, welche sich vermutlich unaufhaltsam ausbreiten. Durch diese Ausbreitung lässt sich auch vermuten, dass es sich bei den im Buch beschriebenen Zuständen nicht nur um eine lokale Klimakatastrophe handelt, sondern diese einen globalen Umfang besitzt &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. All dies sind auch Merkmale, welche zu der Einordnung zu der Klimaliteratur nahelegen. &lt;br /&gt;
Kommen wir nun zu den Figuren in Milchzähne. Diese sind einem ständigen Überlebenskampf ausgesetzt, in welchem der Zugang zu genug Essen erschwert ist, durch das Sterben vieler Tierarten und unregelmäßigen Erträgen aus der Landwirtschaft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dazu kommt die Not der Figuren, aber auch der verbliebenen Tiere, zu fliehen, wenn sich die große Hitze weiter ausbreitet und nur verbrannte Landschaften zurücklässt. Diese Zustände belasten manche der Figuren psychologisch und emotional mehr als andere. So fällt es Skalde lange schwer, die Gegend, in der sie aufgewachsen ist, zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=170 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Edith zeigt jedoch schon früh psychologische Belastungen, indem sie Skalde als Kind vernachlässigt und sich aus Heimweh immerzu in die Badewanne legt oder tagelang nicht aus ihrem Zimmer kommt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Klimaliteraturaspekt, dass es sich bei den Figuren um Wissenschaftler oder Umweltschützer handelt, findet keinen Platz in Milchzähne. Keine der Figuren verrät uns den Ursprung oder die genaue Art der Klimakatastrophe oder scheint darüber Bescheid zu wissen. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen, diese Unbestimmtheiten bezüglich der Katastrophe zu füllen.  Da es sich bei den bekannten Figuren nicht um wissende Personen handelt, gibt es auch keinen uns bekannten Versuch etwas gegen die Klimaveränderungen zu unternehmen, diese zu bekämpfen oder umzukehren. Die einzige aufgezeigte Lösung scheint die Flucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
Betrachtet man all diese Merkmale der Klimaliteratur in Milchzähne, kommt man dennoch zu dem Schluss, dass es sich durchaus um einen Roman handelt, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann. Die dystopischen Umstände der Welt und der Überlebenskampf der Figuren sprechen stark dafür. Jedoch wird auch offensichtlich, dass die Thematik des Klimawandels zwar ein wichtiger Bestandteil und Antrieb der Geschichte des Romans ist, allerdings nicht den Hauptteil der Handlung ausmacht und eher eine immer präsente bedrohliche Hintergrunderscheinung bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3896</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-27T16:47:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete gewesen war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich das erste Mal sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=105 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, das kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosefarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug hindurch. Bei sich hatte sie einen silbernen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phasen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, wo Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt sind. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir könnten hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass sich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet?2, fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du dich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [,erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=173 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde sie bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis über die Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“, fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wird, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen, etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren so rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=187}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen. […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend gewohnt hatte, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und selbst erlegtes Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer noch so gut, dass es für die Herstellung des Schanpses reichte, den sie hier und jetzt destilierten. &amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=3886</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-26T23:52:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht der folgende Artikel nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich mit den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] beschäftigt und deren Repräsentation, abschließend, in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in Milchzähne spielt, wirkt trocken und karg. Wiesen, brachliegende Felsen, gelbbraunes Gras und fast blattlose Bäume dominieren die Landschaft nach Skaldes Beschreibungen und erinnern diese an eine Savanne &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch ist es durch das Verschwinden vieler Tierarten still geworden und selbst der Wald wirkt leer von Leben. Doch scheint die Landschaft, welche von den Bewohnern lediglich als die Gegend tituliert wird, nicht immer so gewesen zu sein, sondern veränderte sich zusammen mit dem Wandel des Klimas. Len und Gösta haben diese Veränderungen mitverfolgt und beschreiben die Landschaft von früher als kühl, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Weit über die Landschaft verteilt, haben die Bewohner der Gegend, Höfe, auf denen sie seit je her gelebt haben.  Hier halten sie die verbliebenden Tierarten und bauen Obst und Gemüse an. Die Gegend wird durch einen sehr breiten Fluss von der Außenwelt abgetrennt. Die ehemalig einzige Überquerung, eine Brücke, wurde gesprengt, um sich von der restlichen Welt abzuschirmen. Weiter hinter dem Fluss scheint es in Richtung des Meeres zu gehen, da von dort die Möwen kommen und ehemals Edith gekommen ist. Im Hinterland welches von Skalde nur als die „toten Gebiete“ bezeichnet wird herrscht eine so große Hitze, dass alles verbrannt ist &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=94 und 195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Geschwister Meisis und Metta flohen früh, als scheinbar einzige, aus diesen Gebieten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Tierwelt wird im Roman als Teil vieler Veränderungen, neben dem Wetter und den Pflanzen beschrieben. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Viele der Nutztiere wie Pferde, Schweine und Kühe, starben zu Beginn der Klimaveränderung ohne erkennbaren Grund, wie wir von Gösta erfahren. Insekten dagegen gab es immer mehr.&lt;br /&gt;
Jene Tiere die Überlebten, durchgingen Veränderungen. Sie wurden mit jeder Generation weniger widerstandsfähig, verloren ihre Fellfarbe und bekamen rote Augen. &amp;quot;Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Sie wurden alle zu Albinotieren, wie Edith feststellt &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Edith steht dem negativ gegenüber und weigert sich, die weißen Felle der eigenen Kaninchen weiter zu verwerten. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Während sich manche Tierarten veränderten, verschwanden viele der heimischen Tiere und Vögel, so dass die Nistkästen leer blieben und kein Vogelgesang mehr vernommen werden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27 und 99 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Wir fanden sie verrenkt im Gras. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Zustand der Vögel zeigt Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch sind diese Möwen eine Verbindung zum Meer, welches ein wiederkehrendes Motiv im Roman darstellt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Büsche und Bäume der Gegend fingen mit den zunehmenden Klimaveränderungen an, trotz der andauernden Hitze oft zu blühen, jedoch oft keine Früchte mehr zu tragen. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eine Ausnahme hiervon schienen die Qittenbäume der Gegend zu sein, aus dessen Früchten die Bewohner weiterhin einen Qittenschnaps herstellen konnten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, sowie die Obstbäume von Pesolt, einem Obstbauern der Gegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde stellt dieses Phänomenfest und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Und in der Nacht wurde es so kalt, dass die oberste Wasserschicht in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtet sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen ändern sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis lernen sich die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=41 f. f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, gehen die beiden Mädchen wieder in den Garten hinaus, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an ihre Mutter erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit sind das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln anzuzweifeln und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkel, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus; in jeder Etage findet sich Dreck und Dunkelheit.Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei ihr auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich auch hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und vermittelt ihr, das gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER. VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN, DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Zunächst betrachten wir dafür die Welt, in welcher die Geschichte von Milchzähne spielt. Diese spielt wahrscheinlich in der nahen Zukunft oder einer alternativen Gegenwart. Dies lässt sich daran erkennen, dass gegenwärtige Technologien wie Autos und Windkraftanlagen und Strom in Welt durchaus bekannt sind. Die großen Windräder im Meer, welche Skalde jedoch zu Beginn im Bericht erwähnt, sind jedoch nur eine Vermutung von ihr und Infrastrukturen wie diese scheinbar längst nicht mehr üblich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Auch die restliche Welt, welche wir als Leser*in kennenlernen ist in dystopischen Zustand. Der größte Teil dieser Dystopie stammt von den drastischen Klima- und Naturveränderungen, welche sich vermutlich unaufhaltsam ausbreiten. Durch diese Ausbreitung lässt sich auch vermuten, dass es sich bei den im Buch beschriebenen Zuständen nicht nur um eine lokale Klimakatastrophe handelt, sondern diese einen globalen Umfang besitzt &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. All dies sind auch Merkmale, welche zu der Einordnung zu der Klimaliteratur nahelegen. &lt;br /&gt;
Kommen wir nun zu den Figuren in Milchzähne. Diese sind einem ständigen Überlebenskampf ausgesetzt, in welchem der Zugang zu genug Essen erschwert ist, durch das Sterben vieler Tierarten und unregelmäßigen Erträgen aus der Landwirtschaft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dazu kommt die Not der Figuren aber auch der verbliebenen Tiere, zu fliehen, wenn sich die große Hitze weiter ausbreitet und nur verbrannte Landschaften zurücklässt. Diese Zustände belasten manche der Figuren psychologisch und emotional mehr als andere. So fällt es Skalde lange schwer, die Gegend, in der sie aufgewachsen ist, zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=170 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Edith zeigt jedoch schon früh psychologische Belastungen, indem sie Skalde als Kind vernachlässigt und sich aus Heimweh immerzu in die Badewanne legt oder tagelang nicht aus ihrem Zimmer kommt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Klimaliteraturaspekt, dass es sich bei den Figuren um Wissenschaftler oder Umweltschützer handelt, findet keinen Platz in Milchzähne. Keine der Figuren verrät uns den Ursprung oder die genaue Art der Klima Katastrophe oder scheint darüber Bescheid zu wissen. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen diese Unbestimmtheiten bezüglich der Katastrophe zu füllen.  Da es sich bei den bekannten Figuren nicht um wissende Personen handelt, gibt es auch keinen uns bekannten Versuch etwas gegen die Klimaveränderungen zu unternehmen, diese zu bekämpfen oder umzukehren. Die einzige aufgezeigte Lösung scheint die Flucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
Betrachtet man all diese Merkmale der Klimaliteratur in Milchzähne, kommt man dennoch zu dem Schluss, dass es sich durchaus um einen Roman handelt, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann. Die dystopischen Umstände der Welt und der Überlebenskampf der Figuren sprechen stark dafür. Jedoch wird auch offensichtlich, dass die Thematik des Klimawandels zwar ein wichtiger Bestandteil und Antrieb der Geschichte des Romans ist, allerdings nicht den Hauptteil der Handlung ausmacht und eher eine immer präsente bedrohliche Hintergrunderscheinung bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=3885</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-26T23:18:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht der folgende Artikel nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich mit den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] beschäftigt und deren Repräsentation, abschließend, in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in Milchzähne spielt, wird als wirkt meist trocken und karg. Wiesen, brachliegende Felsen, gelbbraunes Gras und fast blattlose Bäume dominieren die Landschaft nach Skaldes Beschreibungen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch ist es durch das Verschwinden vieler Tierarten still geworden. Doch scheint die Landschaft, welche von den Bewohnern lediglich als die Gegend tituliert wird, nicht immer so gewesen zu sein, sondern veränderte sich zusammen mit dem Wandel des Klimas. Len und Gösta haben diese Veränderungen mitverfolgt und beschreiben die Landschaft von früher als kühl, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Weit über die Landschaft verteilt, haben die Bewohner der Gegend, Höfe, auf denen sie seit je her gelebt haben.  Hier halten sie die verbliebenden Tierarten und bauen Obst und Gemüse an. Die Gegend wird durch einen sehr breiten Fluss von der Außenwelt abgetrennt. Die ehemalig einzige Überquerung, eine Brücke, wurde gesprengt, um sich von der restlichen Welt abzuschirmen. Weiter hinter dem Fluss scheint es in Richtung des Meeres zu gehen, da von dort die Möwen kommen und ehemals Edith gekommen ist. Im Hinterland welches von Skalde nur als die „toten Gebiete“ bezeichnet wird herrscht eine so große Hitze, dass alles verbrannt ist &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=94 und 195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Geschwister Meisis und Metta flohen früh, als scheinbar einzige, aus diesen Gebieten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Roman beschreibt die Veränderungen der Lebensrhythmen der Tier- und Pflanzenwelt. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] Tiere müssen lernen in der neuen Umgebung zu überleben und sich anzupassen. Die Lösung ist Evolution; der Klimawandel verändert das Aussehen der Tiere. Skalde und Edith beobachten dieses Phänomen bei ihrer eigenen Kaninchenzucht im Garten. Die Protagonistin beschreibt die Veränderungen der Tiere wie folgt: „Seit es immer wärmer wurde, begann sich die Fellfarbe der Kaninchen zu verändern. Jeder neue Wurf war heller als der vorige, bis sie alle weiß waren, wie Schnee. Sie hatten rote Augen und waren weniger widerstandsfähig. ALBINOTIERE, nannte Edith sie.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weiße Fellfarbe reflektiert das Sonnenlicht, sodass sich der Körper nicht übermäßig aufheizen kann. Edith hat große Angst gegenüber dieser Veränderung und tötet am Ende jedes eigen gezüchtete Kaninchen. Selbst der Pelz der Tiere wird nicht wiederverwertet. „Nie vergessen werde ich, wie das Fell auf dem Kompost verrottet ist, die Fliegen und den Geruch, denn Edith weigerte sich, die weißen Felle zu verwenden. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Auch andere Tierarten verloren ihre Farben. Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf. Zeitgleich verschwanden die heimischen Tiere. Mehrere Jahre hintereinander baute ich Nistkästchen und hängte sie auf, doch sie blieben jedes Mal leer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Wir fanden sie verrenkt im Gras. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Der Zustand der Vögel zeigt Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Büsche und Bäume der Gegend fingen mit den zunehmenden Klimaveränderungen an, trotz der andauernden Hitze oft zu blühen, jedoch oft keine Früchte mehr zu tragen. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eine Ausnahme hiervon schienen die Qittenbäume der Gegend zu sein, aus dessen Früchten die Bewohner weiterhin einen Qittenschnaps herstellen konnten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, sowie die Obstbäume von Pesolt, einem Obstbauern der Gegend.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde stellt dieses Phänomenfest und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Und in der Nacht wurde es so kalt, dass die oberste Wasserschicht in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtet sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen ändern sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis lernen sich die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=41 f. f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, gehen die beiden Mädchen wieder in den Garten hinaus, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an ihre Mutter erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit sind das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln anzuzweifeln und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkel, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus; in jeder Etage findet sich Dreck und Dunkelheit.Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei ihr auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich auch hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und vermittelt ihr, das gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER. VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN, DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Zunächst betrachten wir dafür die Welt, in welcher die Geschichte von Milchzähne spielt. Diese spielt wahrscheinlich in der nahen Zukunft oder einer alternativen Gegenwart. Dies lässt sich daran erkennen, dass gegenwärtige Technologien wie Autos und Windkraftanlagen und Strom in Welt durchaus bekannt sind. Die großen Windräder im Meer, welche Skalde jedoch zu Beginn im Bericht erwähnt, sind jedoch nur eine Vermutung von ihr und Infrastrukturen wie diese scheinbar längst nicht mehr üblich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Auch die restliche Welt, welche wir als Leser*in kennenlernen ist in dystopischen Zustand. Der größte Teil dieser Dystopie stammt von den drastischen Klima- und Naturveränderungen, welche sich vermutlich unaufhaltsam ausbreiten. Durch diese Ausbreitung lässt sich auch vermuten, dass es sich bei den im Buch beschriebenen Zuständen nicht nur um eine lokale Klimakatastrophe handelt, sondern diese einen globalen Umfang besitzt &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. All dies sind auch Merkmale, welche zu der Einordnung zu der Klimaliteratur nahelegen. &lt;br /&gt;
Kommen wir nun zu den Figuren in Milchzähne. Diese sind einem ständigen Überlebenskampf ausgesetzt, in welchem der Zugang zu genug Essen erschwert ist, durch das Sterben vieler Tierarten und unregelmäßigen Erträgen aus der Landwirtschaft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dazu kommt die Not der Figuren aber auch der verbliebenen Tiere, zu fliehen, wenn sich die große Hitze weiter ausbreitet und nur verbrannte Landschaften zurücklässt. Diese Zustände belasten manche der Figuren psychologisch und emotional mehr als andere. So fällt es Skalde lange schwer, die Gegend, in der sie aufgewachsen ist, zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=170 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Edith zeigt jedoch schon früh psychologische Belastungen, indem sie Skalde als Kind vernachlässigt und sich aus Heimweh immerzu in die Badewanne legt oder tagelang nicht aus ihrem Zimmer kommt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Klimaliteraturaspekt, dass es sich bei den Figuren um Wissenschaftler oder Umweltschützer handelt, findet keinen Platz in Milchzähne. Keine der Figuren verrät uns den Ursprung oder die genaue Art der Klima Katastrophe oder scheint darüber Bescheid zu wissen. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen diese Unbestimmtheiten bezüglich der Katastrophe zu füllen.  Da es sich bei den bekannten Figuren nicht um wissende Personen handelt, gibt es auch keinen uns bekannten Versuch etwas gegen die Klimaveränderungen zu unternehmen, diese zu bekämpfen oder umzukehren. Die einzige aufgezeigte Lösung scheint die Flucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
Betrachtet man all diese Merkmale der Klimaliteratur in Milchzähne, kommt man dennoch zu dem Schluss, dass es sich durchaus um einen Roman handelt, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann. Die dystopischen Umstände der Welt und der Überlebenskampf der Figuren sprechen stark dafür. Jedoch wird auch offensichtlich, dass die Thematik des Klimawandels zwar ein wichtiger Bestandteil und Antrieb der Geschichte des Romans ist, allerdings nicht den Hauptteil der Handlung ausmacht und eher eine immer präsente bedrohliche Hintergrunderscheinung bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=3884</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-26T22:58:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht der folgende Artikel nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich mit den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] beschäftigt und deren Repräsentation, abschließend, in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in Milchzähne spielt, wird als wirkt meist trocken und karg. Wiesen, brachliegende Felsen, gelbbraunes Gras und fast blattlose Bäume dominieren die Landschaft nach Skaldes Beschreibungen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch ist es durch das Verschwinden vieler Tierarten still geworden. Doch scheint die Landschaft, welche von den Bewohnern lediglich als die Gegend tituliert wird, nicht immer so gewesen zu sein, sondern veränderte sich zusammen mit dem Wandel des Klimas. Len und Gösta haben diese Veränderungen mitverfolgt und beschreiben die Landschaft von früher als kühl, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Weit über die Landschaft verteilt, haben die Bewohner der Gegend, Höfe, auf denen sie seit je her gelebt haben.  Hier halten sie die verbliebenden Tierarten und bauen Obst und Gemüse an. Die Gegend wird durch einen sehr breiten Fluss von der Außenwelt abgetrennt. Die ehemalig einzige Überquerung, eine Brücke, wurde gesprengt, um sich von der restlichen Welt abzuschirmen. Weiter hinter dem Fluss scheint es in Richtung des Meeres zu gehen, da von dort die Möwen kommen und ehemals Edith gekommen ist. Im Hinterland welches von Skalde nur als die „toten Gebiete“ bezeichnet wird herrscht eine so große Hitze, dass alles verbrannt ist &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=94 und 195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Geschwister Meisis und Metta flohen früh, als scheinbar einzige, aus diesen Gebieten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Roman beschreibt die Veränderungen der Lebensrhythmen der Tier- und Pflanzenwelt. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] Tiere müssen lernen in der neuen Umgebung zu überleben und sich anzupassen. Die Lösung ist Evolution; der Klimawandel verändert das Aussehen der Tiere. Skalde und Edith beobachten dieses Phänomen bei ihrer eigenen Kaninchenzucht im Garten. Die Protagonistin beschreibt die Veränderungen der Tiere wie folgt: „Seit es immer wärmer wurde, begann sich die Fellfarbe der Kaninchen zu verändern. Jeder neue Wurf war heller als der vorige, bis sie alle weiß waren, wie Schnee. Sie hatten rote Augen und waren weniger widerstandsfähig. ALBINOTIERE, nannte Edith sie.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weiße Fellfarbe reflektiert das Sonnenlicht, sodass sich der Körper nicht übermäßig aufheizen kann. Edith hat große Angst gegenüber dieser Veränderung und tötet am Ende jedes eigen gezüchtete Kaninchen. Selbst der Pelz der Tiere wird nicht wiederverwertet. „Nie vergessen werde ich, wie das Fell auf dem Kompost verrottet ist, die Fliegen und den Geruch, denn Edith weigerte sich, die weißen Felle zu verwenden. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Auch andere Tierarten verloren ihre Farben. Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf. Zeitgleich verschwanden die heimischen Tiere. Mehrere Jahre hintereinander baute ich Nistkästchen und hängte sie auf, doch sie blieben jedes Mal leer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Wir fanden sie verrenkt im Gras. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Der Zustand der Vögel zeigt Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde beobachtet, während ihrer Sapziergängee oder Autofahrten, die Veränderung der Landschaft. „Während unserer Streifzüge fiel mir auf, dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und brachliegenden Felder erinnerten mich an die Beschreibungen von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von Weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales. Der Geruch drückte sich gegen meine Stirn und ließ mich schwindeln. Auch kam mir die Landschaft stiller vor. Die Luft stand unbewegt. Das vibrierende Zirpen der Insekten schien in die Wiesen gesickert zu sein.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde stellt dieses Phänomenfest und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Und in der Nacht wurde es so kalt, dass die oberste Wasserschicht in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtet sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen ändern sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis lernen sich die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=41 f. f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, gehen die beiden Mädchen wieder in den Garten hinaus, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an ihre Mutter erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit sind das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln anzuzweifeln und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkel, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus; in jeder Etage findet sich Dreck und Dunkelheit.Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei ihr auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich auch hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und vermittelt ihr, das gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER. VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN, DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Zunächst betrachten wir dafür die Welt, in welcher die Geschichte von Milchzähne spielt. Diese spielt wahrscheinlich in der nahen Zukunft oder einer alternativen Gegenwart. Dies lässt sich daran erkennen, dass gegenwärtige Technologien wie Autos und Windkraftanlagen und Strom in Welt durchaus bekannt sind. Die großen Windräder im Meer, welche Skalde jedoch zu Beginn im Bericht erwähnt, sind jedoch nur eine Vermutung von ihr und Infrastrukturen wie diese scheinbar längst nicht mehr üblich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Auch die restliche Welt, welche wir als Leser*in kennenlernen ist in dystopischen Zustand. Der größte Teil dieser Dystopie stammt von den drastischen Klima- und Naturveränderungen, welche sich vermutlich unaufhaltsam ausbreiten. Durch diese Ausbreitung lässt sich auch vermuten, dass es sich bei den im Buch beschriebenen Zuständen nicht nur um eine lokale Klimakatastrophe handelt, sondern diese einen globalen Umfang besitzt &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. All dies sind auch Merkmale, welche zu der Einordnung zu der Klimaliteratur nahelegen. &lt;br /&gt;
Kommen wir nun zu den Figuren in Milchzähne. Diese sind einem ständigen Überlebenskampf ausgesetzt, in welchem der Zugang zu genug Essen erschwert ist, durch das Sterben vieler Tierarten und unregelmäßigen Erträgen aus der Landwirtschaft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dazu kommt die Not der Figuren aber auch der verbliebenen Tiere, zu fliehen, wenn sich die große Hitze weiter ausbreitet und nur verbrannte Landschaften zurücklässt. Diese Zustände belasten manche der Figuren psychologisch und emotional mehr als andere. So fällt es Skalde lange schwer, die Gegend, in der sie aufgewachsen ist, zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=170 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Edith zeigt jedoch schon früh psychologische Belastungen, indem sie Skalde als Kind vernachlässigt und sich aus Heimweh immerzu in die Badewanne legt oder tagelang nicht aus ihrem Zimmer kommt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Klimaliteraturaspekt, dass es sich bei den Figuren um Wissenschaftler oder Umweltschützer handelt, findet keinen Platz in Milchzähne. Keine der Figuren verrät uns den Ursprung oder die genaue Art der Klima Katastrophe oder scheint darüber Bescheid zu wissen. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen diese Unbestimmtheiten bezüglich der Katastrophe zu füllen.  Da es sich bei den bekannten Figuren nicht um wissende Personen handelt, gibt es auch keinen uns bekannten Versuch etwas gegen die Klimaveränderungen zu unternehmen, diese zu bekämpfen oder umzukehren. Die einzige aufgezeigte Lösung scheint die Flucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
Betrachtet man all diese Merkmale der Klimaliteratur in Milchzähne, kommt man dennoch zu dem Schluss, dass es sich durchaus um einen Roman handelt, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann. Die dystopischen Umstände der Welt und der Überlebenskampf der Figuren sprechen stark dafür. Jedoch wird auch offensichtlich, dass die Thematik des Klimawandels zwar ein wichtiger Bestandteil und Antrieb der Geschichte des Romans ist, allerdings nicht den Hauptteil der Handlung ausmacht und eher eine immer präsente bedrohliche Hintergrunderscheinung bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=3883</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-26T22:15:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht der folgende Artikel nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich mit den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] beschäftigt und deren Repräsentation, abschließend, in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in der Skalde und ihre Mutter leben, wirkt dürr, ertragsarm, trocken und karg. Sie wird lediglich als die Gegend tituliert. Früher sah die Landschaft jedoch anders aus. Len und Gösta haben die Veränderung durch die Klimaerwärmung mitverfolgen können. Damals war die Landschaft immer kalt, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern. Wir hatten uns eingerichtet in diesem Leben, hatten Häuser und Höfe. Schon damals versorgten wir uns selbst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch dann kamen kranke Tiere über eine Brücke in die Gegend weswegen diese gesprengt wurde, sodass heute niemand die Gegend verlassen kann. Nachdem sich das Wetter und das Pflanzen- und Tierverhalten verändert hat, mussten sich die Bewohner*innen der Gegend anpassen.„Die ganze Landschaft begann, in der Hitze zu flimmern.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  „Wir legten Vorräte an, pumpten den Tankstellen das Benzin ab, statteten uns mit Fliegenklatschen aus, hängten gelb schimmernde Klebestreifen an unsere Lampen, auf denen die Insekten nach und nach verendeten, in ihrem Sterben vollkommen ausgestellt. Aus dem ständig blühenden Holunder kochten wir Sirup. Literweise. Bald hatten alle Häuser einen schier endlosen Vorrat. Wasser tranken wir nur noch gesüßt. Schließlich hatten wir uns, soweit es eben ging, in der neuen Situation eingerichtet. Wir haben noch Glück gehabt. Die Böden werfen noch immer einen kleinen Ertrag ab. Die Kaninchen und Hühner haben das große Sterben der Tiere überlebt. Auch mit der Hitze können wir uns arrangieren. Wir sind genügsam, so können wir ein einfaches Leben führen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Klimaerwärmung flohen oder starben sämtliche Tiere, weswegen die Landschaft als still beschrieben wird&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Roman beschreibt die Veränderungen der Lebensrhythmen der Tier- und Pflanzenwelt. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] Tiere müssen lernen in der neuen Umgebung zu überleben und sich anzupassen. Die Lösung ist Evolution; der Klimawandel verändert das Aussehen der Tiere. Skalde und Edith beobachten dieses Phänomen bei ihrer eigenen Kaninchenzucht im Garten. Die Protagonistin beschreibt die Veränderungen der Tiere wie folgt: „Seit es immer wärmer wurde, begann sich die Fellfarbe der Kaninchen zu verändern. Jeder neue Wurf war heller als der vorige, bis sie alle weiß waren, wie Schnee. Sie hatten rote Augen und waren weniger widerstandsfähig. ALBINOTIERE, nannte Edith sie.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weiße Fellfarbe reflektiert das Sonnenlicht, sodass sich der Körper nicht übermäßig aufheizen kann. Edith hat große Angst gegenüber dieser Veränderung und tötet am Ende jedes eigen gezüchtete Kaninchen. Selbst der Pelz der Tiere wird nicht wiederverwertet. „Nie vergessen werde ich, wie das Fell auf dem Kompost verrottet ist, die Fliegen und den Geruch, denn Edith weigerte sich, die weißen Felle zu verwenden. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Auch andere Tierarten verloren ihre Farben. Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf. Zeitgleich verschwanden die heimischen Tiere. Mehrere Jahre hintereinander baute ich Nistkästchen und hängte sie auf, doch sie blieben jedes Mal leer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Wir fanden sie verrenkt im Gras. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Der Zustand der Vögel zeigt Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde beobachtet, während ihrer Sapziergängee oder Autofahrten, die Veränderung der Landschaft. „Während unserer Streifzüge fiel mir auf, dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und brachliegenden Felder erinnerten mich an die Beschreibungen von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von Weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales. Der Geruch drückte sich gegen meine Stirn und ließ mich schwindeln. Auch kam mir die Landschaft stiller vor. Die Luft stand unbewegt. Das vibrierende Zirpen der Insekten schien in die Wiesen gesickert zu sein.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde stellt dieses Phänomenfest und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Und in der Nacht wurde es so kalt, dass die oberste Wasserschicht in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtet sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen ändern sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis lernen sich die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=41 f. f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, gehen die beiden Mädchen wieder in den Garten hinaus, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an ihre Mutter erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit sind das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln anzuzweifeln und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkel, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus; in jeder Etage findet sich Dreck und Dunkelheit.Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei ihr auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich auch hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und vermittelt ihr, das gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER. VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN, DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Zunächst betrachten wir dafür die Welt, in welcher die Geschichte von Milchzähne spielt. Diese spielt wahrscheinlich in der nahen Zukunft oder einer alternativen Gegenwart. Dies lässt sich daran erkennen, dass gegenwärtige Technologien wie Autos und Windkraftanlagen und Strom in Welt durchaus bekannt sind. Die großen Windräder im Meer, welche Skalde jedoch zu Beginn im Bericht erwähnt, sind jedoch nur eine Vermutung von ihr und Infrastrukturen wie diese scheinbar längst nicht mehr üblich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Auch die restliche Welt, welche wir als Leser*in kennenlernen ist in dystopischen Zustand. Der größte Teil dieser Dystopie stammt von den drastischen Klima- und Naturveränderungen, welche sich vermutlich unaufhaltsam ausbreiten. Durch diese Ausbreitung lässt sich auch vermuten, dass es sich bei den im Buch beschriebenen Zuständen nicht nur um eine lokale Klimakatastrophe handelt, sondern diese einen globalen Umfang besitzt &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. All dies sind auch Merkmale, welche zu der Einordnung zu der Klimaliteratur nahelegen. &lt;br /&gt;
Kommen wir nun zu den Figuren in Milchzähne. Diese sind einem ständigen Überlebenskampf ausgesetzt, in welchem der Zugang zu genug Essen erschwert ist, durch das Sterben vieler Tierarten und unregelmäßigen Erträgen aus der Landwirtschaft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dazu kommt die Not der Figuren aber auch der verbliebenen Tiere, zu fliehen, wenn sich die große Hitze weiter ausbreitet und nur verbrannte Landschaften zurücklässt. Diese Zustände belasten manche der Figuren psychologisch und emotional mehr als andere. So fällt es Skalde lange schwer, die Gegend, in der sie aufgewachsen ist, zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=170 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Edith zeigt jedoch schon früh psychologische Belastungen, indem sie Skalde als Kind vernachlässigt und sich aus Heimweh immerzu in die Badewanne legt oder tagelang nicht aus ihrem Zimmer kommt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Klimaliteraturaspekt, dass es sich bei den Figuren um Wissenschaftler oder Umweltschützer handelt, findet keinen Platz in Milchzähne. Keine der Figuren verrät uns den Ursprung oder die genaue Art der Klima Katastrophe oder scheint darüber Bescheid zu wissen. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen diese Unbestimmtheiten bezüglich der Katastrophe zu füllen.  Da es sich bei den bekannten Figuren nicht um wissende Personen handelt, gibt es auch keinen uns bekannten Versuch etwas gegen die Klimaveränderungen zu unternehmen, diese zu bekämpfen oder umzukehren. Die einzige aufgezeigte Lösung scheint die Flucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
Betrachtet man all diese Merkmale der Klimaliteratur in Milchzähne, kommt man dennoch zu dem Schluss, dass es sich durchaus um einen Roman handelt, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann. Die dystopischen Umstände der Welt und der Überlebenskampf der Figuren sprechen stark dafür. Jedoch wird auch offensichtlich, dass die Thematik des Klimawandels zwar ein wichtiger Bestandteil und Antrieb der Geschichte des Romans ist, allerdings nicht den Hauptteil der Handlung ausmacht und eher eine immer präsente bedrohliche Hintergrunderscheinung bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=3881</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-25T19:03:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht die folgende Analyse nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] angenommen und auch diese abschließend in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in der Skalde und ihre Mutter leben, wirkt dürr, ertragsarm, trocken und karg. Sie wird lediglich als die Gegend tituliert. Früher sah die Landschaft jedoch anders aus. Len und Gösta haben die Veränderung durch die Klimaerwärmung mitverfolgen können. Damals war die Landschaft immer kalt, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern. Wir hatten uns eingerichtet in diesem Leben, hatten Häuser und Höfe. Schon damals versorgten wir uns selbst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch dann kamen kranke Tiere über eine Brücke in die Gegend weswegen diese gesprengt wurde, sodass heute niemand die Gegend verlassen kann. Nachdem sich das Wetter und das Pflanzen- und Tierverhalten verändert hat, mussten sich die Bewohner*innen der Gegend anpassen.„Die ganze Landschaft begann, in der Hitze zu flimmern.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  „Wir legten Vorräte an, pumpten den Tankstellen das Benzin ab, statteten uns mit Fliegenklatschen aus, hängten gelb schimmernde Klebestreifen an unsere Lampen, auf denen die Insekten nach und nach verendeten, in ihrem Sterben vollkommen ausgestellt. Aus dem ständig blühenden Holunder kochten wir Sirup. Literweise. Bald hatten alle Häuser einen schier endlosen Vorrat. Wasser tranken wir nur noch gesüßt. Schließlich hatten wir uns, soweit es eben ging, in der neuen Situation eingerichtet. Wir haben noch Glück gehabt. Die Böden werfen noch immer einen kleinen Ertrag ab. Die Kaninchen und Hühner haben das große Sterben der Tiere überlebt. Auch mit der Hitze können wir uns arrangieren. Wir sind genügsam, so können wir ein einfaches Leben führen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Klimaerwärmung flohen oder starben sämtliche Tiere, weswegen die Landschaft als still beschrieben wird&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Roman beschreibt die Veränderungen der Lebensrhythmen der Tier- und Pflanzenwelt. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] Tiere müssen lernen in der neuen Umgebung zu überleben und sich anzupassen. Die Lösung ist Evolution; der Klimawandel verändert das Aussehen der Tiere. Skalde und Edith beobachten dieses Phänomen bei ihrer eigenen Kaninchenzucht im Garten. Die Protagonistin beschreibt die Veränderungen der Tiere wie folgt: „Seit es immer wärmer wurde, begann sich die Fellfarbe der Kaninchen zu verändern. Jeder neue Wurf war heller als der vorige, bis sie alle weiß waren, wie Schnee. Sie hatten rote Augen und waren weniger widerstandsfähig. ALBINOTIERE, nannte Edith sie.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weiße Fellfarbe reflektiert das Sonnenlicht, sodass sich der Körper nicht übermäßig aufheizen kann. Edith hat große Angst gegenüber dieser Veränderung und tötet am Ende jedes eigen gezüchtete Kaninchen. Selbst der Pelz der Tiere wird nicht wiederverwertet. „Nie vergessen werde ich, wie das Fell auf dem Kompost verrottet ist, die Fliegen und den Geruch, denn Edith weigerte sich, die weißen Felle zu verwenden. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Auch andere Tierarten verloren ihre Farben. Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf. Zeitgleich verschwanden die heimischen Tiere. Mehrere Jahre hintereinander baute ich Nistkästchen und hängte sie auf, doch sie blieben jedes Mal leer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Wir fanden sie verrenkt im Gras. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Der Zustand der Vögel zeigt Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde beobachtet, während ihrer Sapziergängee oder Autofahrten, die Veränderung der Landschaft. „Während unserer Streifzüge fiel mir auf, dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und brachliegenden Felder erinnerten mich an die Beschreibungen von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von Weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales. Der Geruch drückte sich gegen meine Stirn und ließ mich schwindeln. Auch kam mir die Landschaft stiller vor. Die Luft stand unbewegt. Das vibrierende Zirpen der Insekten schien in die Wiesen gesickert zu sein.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde stellt dieses Phänomenfest und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Und in der Nacht wurde es so kalt, dass die oberste Wasserschicht in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtet sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen ändern sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis lernen sich die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=41 f. f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, gehen die beiden Mädchen wieder in den Garten hinaus, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an ihre Mutter erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit sind das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln anzuzweifeln und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkel, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus; in jeder Etage findet sich Dreck und Dunkelheit.Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei ihr auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich auch hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und vermittelt ihr, das gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER. VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN, DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Zunächst betrachten wir dafür die Welt, in welcher die Geschichte von Milchzähne spielt. Diese spielt wahrscheinlich in der nahen Zukunft oder einer alternativen Gegenwart. Dies lässt sich daran erkennen, dass gegenwärtige Technologien wie Autos und Windkraftanlagen und Strom in Welt durchaus bekannt sind. Die großen Windräder im Meer, welche Skalde jedoch zu Beginn im Bericht erwähnt, sind jedoch nur eine Vermutung von ihr und Infrastrukturen wie diese scheinbar längst nicht mehr üblich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Auch die restliche Welt, welche wir als Leser*in kennenlernen ist in dystopischen Zustand. Der größte Teil dieser Dystopie stammt von den drastischen Klima- und Naturveränderungen, welche sich vermutlich unaufhaltsam ausbreiten. Durch diese Ausbreitung lässt sich auch vermuten, dass es sich bei den im Buch beschriebenen Zuständen nicht nur um eine lokale Klimakatastrophe handelt, sondern diese einen globalen Umfang besitzt &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. All dies sind auch Merkmale, welche zu der Einordnung zu der Klimaliteratur nahelegen. &lt;br /&gt;
Kommen wir nun zu den Figuren in Milchzähne. Diese sind einem ständigen Überlebenskampf ausgesetzt, in welchem der Zugang zu genug Essen erschwert ist, durch das Sterben vieler Tierarten und unregelmäßigen Erträgen aus der Landwirtschaft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dazu kommt die Not der Figuren aber auch der verbliebenen Tiere, zu fliehen, wenn sich die große Hitze weiter ausbreitet und nur verbrannte Landschaften zurücklässt. Diese Zustände belasten manche der Figuren psychologisch und emotional mehr als andere. So fällt es Skalde lange schwer, die Gegend, in der sie aufgewachsen ist, zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=170 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Edith zeigt jedoch schon früh psychologische Belastungen, indem sie Skalde als Kind vernachlässigt und sich aus Heimweh immerzu in die Badewanne legt oder tagelang nicht aus ihrem Zimmer kommt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Klimaliteraturaspekt, dass es sich bei den Figuren um Wissenschaftler oder Umweltschützer handelt, findet keinen Platz in Milchzähne. Keine der Figuren verrät uns den Ursprung oder die genaue Art der Klima Katastrophe oder scheint darüber Bescheid zu wissen. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen diese Unbestimmtheiten bezüglich der Katastrophe zu füllen.  Da es sich bei den bekannten Figuren nicht um wissende Personen handelt, gibt es auch keinen uns bekannten Versuch etwas gegen die Klimaveränderungen zu unternehmen, diese zu bekämpfen oder umzukehren. Die einzige aufgezeigte Lösung scheint die Flucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Fazit ====&lt;br /&gt;
Betrachtet man all diese Merkmale der Klimaliteratur in Milchzähne, kommt man dennoch zu dem Schluss, dass es sich durchaus um einen Roman handelt, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann. Die dystopischen Umstände der Welt und der Überlebenskampf der Figuren sprechen stark dafür. Jedoch wird auch offensichtlich, dass die Thematik des Klimawandels zwar ein wichtiger Bestandteil und Antrieb der Geschichte des Romans ist, allerdings nicht den Hauptteil der Handlung ausmacht und eher eine immer präsente bedrohliche Hintergrunderscheinung bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=3880</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-25T19:02:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht die folgende Analyse nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] angenommen und auch diese abschließend in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in der Skalde und ihre Mutter leben, wirkt dürr, ertragsarm, trocken und karg. Sie wird lediglich als die Gegend tituliert. Früher sah die Landschaft jedoch anders aus. Len und Gösta haben die Veränderung durch die Klimaerwärmung mitverfolgen können. Damals war die Landschaft immer kalt, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern. Wir hatten uns eingerichtet in diesem Leben, hatten Häuser und Höfe. Schon damals versorgten wir uns selbst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch dann kamen kranke Tiere über eine Brücke in die Gegend weswegen diese gesprengt wurde, sodass heute niemand die Gegend verlassen kann. Nachdem sich das Wetter und das Pflanzen- und Tierverhalten verändert hat, mussten sich die Bewohner*innen der Gegend anpassen.„Die ganze Landschaft begann, in der Hitze zu flimmern.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  „Wir legten Vorräte an, pumpten den Tankstellen das Benzin ab, statteten uns mit Fliegenklatschen aus, hängten gelb schimmernde Klebestreifen an unsere Lampen, auf denen die Insekten nach und nach verendeten, in ihrem Sterben vollkommen ausgestellt. Aus dem ständig blühenden Holunder kochten wir Sirup. Literweise. Bald hatten alle Häuser einen schier endlosen Vorrat. Wasser tranken wir nur noch gesüßt. Schließlich hatten wir uns, soweit es eben ging, in der neuen Situation eingerichtet. Wir haben noch Glück gehabt. Die Böden werfen noch immer einen kleinen Ertrag ab. Die Kaninchen und Hühner haben das große Sterben der Tiere überlebt. Auch mit der Hitze können wir uns arrangieren. Wir sind genügsam, so können wir ein einfaches Leben führen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Klimaerwärmung flohen oder starben sämtliche Tiere, weswegen die Landschaft als still beschrieben wird&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Roman beschreibt die Veränderungen der Lebensrhythmen der Tier- und Pflanzenwelt. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] Tiere müssen lernen in der neuen Umgebung zu überleben und sich anzupassen. Die Lösung ist Evolution; der Klimawandel verändert das Aussehen der Tiere. Skalde und Edith beobachten dieses Phänomen bei ihrer eigenen Kaninchenzucht im Garten. Die Protagonistin beschreibt die Veränderungen der Tiere wie folgt: „Seit es immer wärmer wurde, begann sich die Fellfarbe der Kaninchen zu verändern. Jeder neue Wurf war heller als der vorige, bis sie alle weiß waren, wie Schnee. Sie hatten rote Augen und waren weniger widerstandsfähig. ALBINOTIERE, nannte Edith sie.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weiße Fellfarbe reflektiert das Sonnenlicht, sodass sich der Körper nicht übermäßig aufheizen kann. Edith hat große Angst gegenüber dieser Veränderung und tötet am Ende jedes eigen gezüchtete Kaninchen. Selbst der Pelz der Tiere wird nicht wiederverwertet. „Nie vergessen werde ich, wie das Fell auf dem Kompost verrottet ist, die Fliegen und den Geruch, denn Edith weigerte sich, die weißen Felle zu verwenden. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Auch andere Tierarten verloren ihre Farben. Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf. Zeitgleich verschwanden die heimischen Tiere. Mehrere Jahre hintereinander baute ich Nistkästchen und hängte sie auf, doch sie blieben jedes Mal leer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Wir fanden sie verrenkt im Gras. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Der Zustand der Vögel zeigt Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde beobachtet, während ihrer Sapziergängee oder Autofahrten, die Veränderung der Landschaft. „Während unserer Streifzüge fiel mir auf, dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und brachliegenden Felder erinnerten mich an die Beschreibungen von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von Weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales. Der Geruch drückte sich gegen meine Stirn und ließ mich schwindeln. Auch kam mir die Landschaft stiller vor. Die Luft stand unbewegt. Das vibrierende Zirpen der Insekten schien in die Wiesen gesickert zu sein.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde stellt dieses Phänomenfest und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Und in der Nacht wurde es so kalt, dass die oberste Wasserschicht in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtet sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen ändern sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis lernen sich die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=41 f. f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, gehen die beiden Mädchen wieder in den Garten hinaus, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an ihre Mutter erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit sind das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln anzuzweifeln und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkel, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus; in jeder Etage findet sich Dreck und Dunkelheit.Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei ihr auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich auch hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und vermittelt ihr, das gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER. VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN, DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Zunächst betrachten wir dafür die Welt, in welcher die Geschichte von Milchzähne spielt. Diese spielt wahrscheinlich in der nahen Zukunft oder einer alternativen Gegenwart. Dies lässt sich daran erkennen, dass gegenwärtige Technologien wie Autos und Windkraftanlagen und Strom in Welt durchaus bekannt sind. Die großen Windräder im Meer, welche Skalde jedoch zu Beginn im Bericht erwähnt, sind jedoch nur eine Vermutung von ihr und Infrastrukturen wie diese scheinbar längst nicht mehr üblich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Auch die restliche Welt, welche wir als Leser*in kennenlernen ist in dystopischen Zustand. Der größte Teil dieser Dystopie stammt von den drastischen Klima- und Naturveränderungen, welche sich vermutlich unaufhaltsam ausbreiten. Durch diese Ausbreitung lässt sich auch vermuten, dass es sich bei den im Buch beschriebenen Zuständen nicht nur um eine lokale Klimakatastrophe handelt, sondern diese einen globalen Umfang besitzt &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. All dies sind auch Merkmale, welche zu der Einordnung zu der Klimaliteratur nahelegen. &lt;br /&gt;
Kommen wir nun zu den Figuren in Milchzähne. Diese sind einem ständigen Überlebenskampf ausgesetzt, in welchem der Zugang zu genug Essen erschwert ist, durch das Sterben vieler Tierarten und unregelmäßigen Erträgen aus der Landwirtschaft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dazu kommt die Not der Figuren aber auch der verbliebenen Tiere, zu fliehen, wenn sich die große Hitze weiter ausbreitet und nur verbrannte Landschaften zurücklässt. Diese Zustände belasten manche der Figuren psychologisch und emotional mehr als andere. So fällt es Skalde lange schwer, die Gegend, in der sie aufgewachsen ist, zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=170 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Edith zeigt jedoch schon früh psychologische Belastungen, indem sie Skalde als Kind vernachlässigt und sich aus Heimweh immerzu in die Badewanne legt oder tagelang nicht aus ihrem Zimmer kommt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Klimaliteraturaspekt, dass es sich bei den Figuren um Wissenschaftler oder Umweltschützer handelt, findet keinen Platz in Milchzähne. Keine der Figuren verrät uns den Ursprung oder die genaue Art der Klima Katastrophe oder scheint darüber Bescheid zu wissen. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen diese Unbestimmtheiten bezüglich der Katastrophe zu füllen.  Da es sich bei den bekannten Figuren nicht um wissende Personen handelt, gibt es auch keinen uns bekannten Versuch etwas gegen die Klimaveränderungen zu unternehmen, diese zu bekämpfen oder umzukehren. Die einzige aufgezeigte Lösung scheint die Flucht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit  ===&lt;br /&gt;
Betrachtet man all diese Merkmale der Klimaliteratur in Milchzähne, kommt man dennoch zu dem Schluss, dass es sich durchaus um einen Roman handelt, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann. Die dystopischen Umstände der Welt und der Überlebenskampf der Figuren sprechen stark dafür. Jedoch wird auch offensichtlich, dass die Thematik des Klimawandels zwar ein wichtiger Bestandteil und Antrieb der Geschichte des Romans ist, allerdings nicht den Hauptteil der Handlung ausmacht und eher eine immer präsente bedrohliche Hintergrunderscheinung bleibt.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3849</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-25T10:31:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete gewesen war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich das erste Mal sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=105 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, das kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosefarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug hindurch. Bei sich hatte sie einen silbernen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phasen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, wo Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt sind. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir könnten hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass sich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet?2, fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du dich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [,erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde sie bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis über die Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“, fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wird, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen, etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren so rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=187}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen. […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend gewohnt hatte, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und selbst erlegtes Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer noch so gut, dass es für die Herstellung des Schanpses reichte, den sie hier und jetzt destilierten. &amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3848</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-25T10:24:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete gewesen war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich das erste Mal sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=105 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, das kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosefarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug hindurch. Bei sich hatte sie einen silbernen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phasen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, wo Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt sind. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir könnten hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass sich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet?2, fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du dich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [,erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde sie bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis über die Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“, fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wird, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen, etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren so rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=187}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen. […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend gewohnt hatte, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und selbst erlegtes Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer noch so gut, dass es für die Herstellung des Schanpses reichte, den sie hier und jetzt destilierten. &amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3846</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-25T09:46:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete gewesen war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich das erste Mal sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=105 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, das kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosefarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug hindurch. Bei sich hatte sie einen silbernen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phasen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, wo Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt sind. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir könnten hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass sich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet?2, fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du dich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [,erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde sie bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wird, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend gewohnt hatte, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und selbst erlegtes Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer noch so gut, dass es für die Herstellung des Schanpses reichte, den sie hier und jetzt destilierten. &amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3843</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-24T19:20:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete gewesen war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich das erste Mal sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=105 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, das kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phasen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, wo Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt sind. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass sich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du dich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [,erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde sie bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wird, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend gewohnt hatte, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und selbst erlegtes Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer noch so gut, dass es für die Herstellung des Schanpses reichte, den sie hier und jetzt destilierten. &amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3842</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-24T19:18:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete gewesen war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich das erste Mal sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=105 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phasen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, wo Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt sind. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass sich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du dich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [,erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde sie bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wird, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend gewohnt hatte, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und selbst erlegtes Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer noch so gut, dass es für die Herstellung des Schanpses reichte, den sie hier und jetzt destilierten. &amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=3841</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-24T18:30:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht die folgende Analyse nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] angenommen und auch diese abschließend in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in der Skalde und ihre Mutter leben, wirkt dürr, ertragsarm, trocken und karg. Sie wird lediglich als die Gegend tituliert. Früher sah die Landschaft jedoch anders aus. Len und Gösta haben die Veränderung durch die Klimaerwärmung mitverfolgen können. Damals war die Landschaft immer kalt, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern. Wir hatten uns eingerichtet in diesem Leben, hatten Häuser und Höfe. Schon damals versorgten wir uns selbst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch dann kamen kranke Tiere über eine Brücke in die Gegend weswegen diese gesprengt wurde, sodass heute niemand die Gegend verlassen kann. Nachdem sich das Wetter und das Pflanzen- und Tierverhalten verändert hat, mussten sich die Bewohner*innen der Gegend anpassen.„Die ganze Landschaft begann, in der Hitze zu flimmern.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  „Wir legten Vorräte an, pumpten den Tankstellen das Benzin ab, statteten uns mit Fliegenklatschen aus, hängten gelb schimmernde Klebestreifen an unsere Lampen, auf denen die Insekten nach und nach verendeten, in ihrem Sterben vollkommen ausgestellt. Aus dem ständig blühenden Holunder kochten wir Sirup. Literweise. Bald hatten alle Häuser einen schier endlosen Vorrat. Wasser tranken wir nur noch gesüßt. Schließlich hatten wir uns, soweit es eben ging, in der neuen Situation eingerichtet. Wir haben noch Glück gehabt. Die Böden werfen noch immer einen kleinen Ertrag ab. Die Kaninchen und Hühner haben das große Sterben der Tiere überlebt. Auch mit der Hitze können wir uns arrangieren. Wir sind genügsam, so können wir ein einfaches Leben führen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Klimaerwärmung flohen oder starben sämtliche Tiere, weswegen die Landschaft als still beschrieben wird&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Roman beschreibt die Veränderungen der Lebensrhythmen der Tier- und Pflanzenwelt. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] Tiere müssen lernen in der neuen Umgebung zu überleben und sich anzupassen. Die Lösung ist Evolution; der Klimawandel verändert das Aussehen der Tiere. Skalde und Edith beobachten dieses Phänomen bei ihrer eigenen Kaninchenzucht im Garten. Die Protagonistin beschreibt die Veränderungen der Tiere wie folgt: „Seit es immer wärmer wurde, begann sich die Fellfarbe der Kaninchen zu verändern. Jeder neue Wurf war heller als der vorige, bis sie alle weiß waren, wie Schnee. Sie hatten rote Augen und waren weniger widerstandsfähig. ALBINOTIERE, nannte Edith sie.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weiße Fellfarbe reflektiert das Sonnenlicht, sodass sich der Körper nicht übermäßig aufheizen kann. Edith hat große Angst gegenüber dieser Veränderung und tötet am Ende jedes eigen gezüchtete Kaninchen. Selbst der Pelz der Tiere wird nicht wiederverwertet. „Nie vergessen werde ich, wie das Fell auf dem Kompost verrottet ist, die Fliegen und den Geruch, denn Edith weigerte sich, die weißen Felle zu verwenden. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Auch andere Tierarten verloren ihre Farben. Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf. Zeitgleich verschwanden die heimischen Tiere. Mehrere Jahre hintereinander baute ich Nistkästchen und hängte sie auf, doch sie blieben jedes Mal leer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Wir fanden sie verrenkt im Gras. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Der Zustand der Vögel zeigt Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde beobachtet, während ihrer Sapziergängee oder Autofahrten, die Veränderung der Landschaft. „Während unserer Streifzüge fiel mir auf, dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und brachliegenden Felder erinnerten mich an die Beschreibungen von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von Weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales. Der Geruch drückte sich gegen meine Stirn und ließ mich schwindeln. Auch kam mir die Landschaft stiller vor. Die Luft stand unbewegt. Das vibrierende Zirpen der Insekten schien in die Wiesen gesickert zu sein.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde stellt dieses Phänomenfest und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Und in der Nacht wurde es so kalt, dass die oberste Wasserschicht in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtet sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen ändern sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis lernen sich die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=41 f. f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, gehen die beiden Mädchen wieder in den Garten hinaus, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an ihre Mutter erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit sind das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln anzuzweifeln und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkel, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus; in jeder Etage findet sich Dreck und Dunkelheit.Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei ihr auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich auch hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und vermittelt ihr, das gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER. VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN, DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Die Erzählung spielt in einer wahrscheinlich nahen Zukunft und die Welt, welche dort behandelt wird, ist in einem dystopischen Zustand&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch scheint die Klimakatastrophe nicht nur lokal beschränkt zu sein, sondern breitet sich global und unaufhaltsam aus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiterer Aspekt, welcher einen Bezug zu Klimaliteratur nahelegt, ist, dass Skalde und auch die Bewohner der Gegend in einem dauerhaften Überlebenskampf sind, genug Essen zu bekommen, was erschwert wird, durch das Verschwinden und Sterben vieler Tiere und der Veränderung in der Tier- und Pflanzenwelt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Was jedoch nicht behandelt wird, ist eine faktische Untermalung der Klimakatastrophe durch Figuren. Das Wissen über den Ursprung oder eine Mission für die Bekämpfung der Umweltveränderungen spielen keine Rolle. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen diese Unbestimmtheiten zu füllen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=3840</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-24T18:20:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht die folgende Analyse nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] angenommen und auch diese abschließend in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in der Skalde und ihre Mutter leben, wirkt dürr, ertragsarm, trocken und karg. Sie wird lediglich als die Gegend tituliert. Früher sah die Landschaft jedoch anders aus. Len und Gösta haben die Veränderung durch die Klimaerwärmung mitverfolgen können. Damals war die Landschaft immer kalt, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern. Wir hatten uns eingerichtet in diesem Leben, hatten Häuser und Höfe. Schon damals versorgten wir uns selbst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch dann kamen kranke Tiere über eine Brücke in die Gegend weswegen diese gesprengt wurde, sodass heute niemand die Gegend verlassen kann. Nachdem sich das Wetter und das Pflanzen- und Tierverhalten verändert hat, mussten sich die Bewohner*innen der Gegend anpassen.„Die ganze Landschaft begann, in der Hitze zu flimmern.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  „Wir legten Vorräte an, pumpten den Tankstellen das Benzin ab, statteten uns mit Fliegenklatschen aus, hängten gelb schimmernde Klebestreifen an unsere Lampen, auf denen die Insekten nach und nach verendeten, in ihrem Sterben vollkommen ausgestellt. Aus dem ständig blühenden Holunder kochten wir Sirup. Literweise. Bald hatten alle Häuser einen schier endlosen Vorrat. Wasser tranken wir nur noch gesüßt. Schließlich hatten wir uns, soweit es eben ging, in der neuen Situation eingerichtet. Wir haben noch Glück gehabt. Die Böden werfen noch immer einen kleinen Ertrag ab. Die Kaninchen und Hühner haben das große Sterben der Tiere überlebt. Auch mit der Hitze können wir uns arrangieren. Wir sind genügsam, so können wir ein einfaches Leben führen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Klimaerwärmung flohen oder starben sämtliche Tiere, weswegen die Landschaft als still beschrieben wird&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Roman beschreibt die Veränderungen der Lebensrhythmen der Tier- und Pflanzenwelt. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] Tiere müssen lernen in der neuen Umgebung zu überleben und sich anzupassen. Die Lösung ist Evolution; der Klimawandel verändert das Aussehen der Tiere. Skalde und Edith beobachten dieses Phänomen bei ihrer eigenen Kaninchenzucht im Garten. Die Protagonistin beschreibt die Veränderungen der Tiere wie folgt: „Seit es immer wärmer wurde, begann sich die Fellfarbe der Kaninchen zu verändern. Jeder neue Wurf war heller als der vorige, bis sie alle weiß waren, wie Schnee. Sie hatten rote Augen und waren weniger widerstandsfähig. ALBINOTIERE, nannte Edith sie.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weiße Fellfarbe reflektiert das Sonnenlicht, sodass sich der Körper nicht übermäßig aufheizen kann. Edith hat große Angst gegenüber dieser Veränderung und tötet am Ende jedes eigen gezüchtete Kaninchen. Selbst der Pelz der Tiere wird nicht wiederverwertet. „Nie vergessen werde ich, wie das Fell auf dem Kompost verrottet ist, die Fliegen und den Geruch, denn Edith weigerte sich, die weißen Felle zu verwenden. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Auch andere Tierarten verloren ihre Farben. Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf. Zeitgleich verschwanden die heimischen Tiere. Mehrere Jahre hintereinander baute ich Nistkästchen und hängte sie auf, doch sie blieben jedes Mal leer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Wir fanden sie verrenkt im Gras. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Der Zustand der Vögel zeigt Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde beobachtet, während ihrer Sapziergängee oder Autofahrten, die Veränderung der Landschaft. „Während unserer Streifzüge fiel mir auf, dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und brachliegenden Felder erinnerten mich an die Beschreibungen von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von Weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales. Der Geruch drückte sich gegen meine Stirn und ließ mich schwindeln. Auch kam mir die Landschaft stiller vor. Die Luft stand unbewegt. Das vibrierende Zirpen der Insekten schien in die Wiesen gesickert zu sein.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde stellt dieses Phänomenfest und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Und in der Nacht wurde es so kalt, dass die oberste Wasserschicht in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtet sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen ändern sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis lernen sich die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=41 f. f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, gehen die beiden Mädchen wieder in den Garten hinaus, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an ihre Mutter erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit sind das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln anzuzweifeln und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkel, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus; in jeder Etage findet sich Dreck und Dunkelheit.Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei Skalde auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und übermittelt ihr, ihr gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken könnten und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER: VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN; DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Die Erzählung spielt in einer wahrscheinlich nahen Zukunft und die Welt, welche dort behandelt wird, ist in einem dystopischen Zustand&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch scheint die Klimakatastrophe nicht nur lokal beschränkt zu sein, sondern breitet sich global und unaufhaltsam aus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiterer Aspekt, welcher einen Bezug zu Klimaliteratur nahelegt, ist, dass Skalde und auch die Bewohner der Gegend in einem dauerhaften Überlebenskampf sind, genug Essen zu bekommen, was erschwert wird, durch das Verschwinden und Sterben vieler Tiere und der Veränderung in der Tier- und Pflanzenwelt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Was jedoch nicht behandelt wird, ist eine faktische Untermalung der Klimakatastrophe durch Figuren. Das Wissen über den Ursprung oder eine Mission für die Bekämpfung der Umweltveränderungen spielen keine Rolle. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen diese Unbestimmtheiten zu füllen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=3839</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=3839"/>
		<updated>2022-01-24T18:14:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht die folgende Analyse nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] angenommen und auch diese abschließend in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in der Skalde und ihre Mutter leben, wirkt dürr, ertragsarm, trocken und karg. Sie wird lediglich als die Gegend tituliert. Früher sah die Landschaft jedoch anders aus. Len und Gösta haben die Veränderung durch die Klimaerwärmung mitverfolgen können. Damals war die Landschaft immer kalt, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern. Wir hatten uns eingerichtet in diesem Leben, hatten Häuser und Höfe. Schon damals versorgten wir uns selbst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch dann kamen kranke Tiere über eine Brücke in die Gegend weswegen diese gesprengt wurde, sodass heute niemand die Gegend verlassen kann. Nachdem sich das Wetter und das Pflanzen- und Tierverhalten verändert hat, mussten sich die Bewohner*innen der Gegend anpassen.„Die ganze Landschaft begann, in der Hitze zu flimmern.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  „Wir legten Vorräte an, pumpten den Tankstellen das Benzin ab, statteten uns mit Fliegenklatschen aus, hängten gelb schimmernde Klebestreifen an unsere Lampen, auf denen die Insekten nach und nach verendeten, in ihrem Sterben vollkommen ausgestellt. Aus dem ständig blühenden Holunder kochten wir Sirup. Literweise. Bald hatten alle Häuser einen schier endlosen Vorrat. Wasser tranken wir nur noch gesüßt. Schließlich hatten wir uns, soweit es eben ging, in der neuen Situation eingerichtet. Wir haben noch Glück gehabt. Die Böden werfen noch immer einen kleinen Ertrag ab. Die Kaninchen und Hühner haben das große Sterben der Tiere überlebt. Auch mit der Hitze können wir uns arrangieren. Wir sind genügsam, so können wir ein einfaches Leben führen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Klimaerwärmung flohen oder starben sämtliche Tiere, weswegen die Landschaft als still beschrieben wird&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Roman beschreibt die Veränderungen der Lebensrhythmen der Tier- und Pflanzenwelt. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] Tiere müssen lernen in der neuen Umgebung zu überleben und sich anzupassen. Die Lösung ist Evolution; der Klimawandel verändert das Aussehen der Tiere. Skalde und Edith beobachten dieses Phänomen bei ihrer eigenen Kaninchenzucht im Garten. Die Protagonistin beschreibt die Veränderungen der Tiere wie folgt: „Seit es immer wärmer wurde, begann sich die Fellfarbe der Kaninchen zu verändern. Jeder neue Wurf war heller als der vorige, bis sie alle weiß waren, wie Schnee. Sie hatten rote Augen und waren weniger widerstandsfähig. ALBINOTIERE, nannte Edith sie.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weiße Fellfarbe reflektiert das Sonnenlicht, sodass sich der Körper nicht übermäßig aufheizen kann. Edith hat große Angst gegenüber dieser Veränderung und tötet am Ende jedes eigen gezüchtete Kaninchen. Selbst der Pelz der Tiere wird nicht wiederverwertet. „Nie vergessen werde ich, wie das Fell auf dem Kompost verrottet ist, die Fliegen und den Geruch, denn Edith weigerte sich, die weißen Felle zu verwenden. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Auch andere Tierarten verloren ihre Farben. Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf. Zeitgleich verschwanden die heimischen Tiere. Mehrere Jahre hintereinander baute ich Nistkästchen und hängte sie auf, doch sie blieben jedes Mal leer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Wir fanden sie verrenkt im Gras. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Der Zustand der Vögel zeigt Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde beobachtet, während ihrer Sapziergängee oder Autofahrten, die Veränderung der Landschaft. „Während unserer Streifzüge fiel mir auf, dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und brachliegenden Felder erinnerten mich an die Beschreibungen von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von Weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales. Der Geruch drückte sich gegen meine Stirn und ließ mich schwindeln. Auch kam mir die Landschaft stiller vor. Die Luft stand unbewegt. Das vibrierende Zirpen der Insekten schien in die Wiesen gesickert zu sein.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde stellt dieses Phänomenfest und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Und in der Nacht wurde es so kalt, dass die oberste Wasserschicht in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtet sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen ändern sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis lernen sich die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=41 f. f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, gehen die beiden Mädchen wieder in den Garten hinaus, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an ihre Mutter erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit ist das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln zu hinterfragen und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkler, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus. Jede Etage des Hauses ist unordentlich, dreckig und dunkel. Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung im Haus herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei Skalde auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und übermittelt ihr, ihr gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken könnten und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER: VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN; DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Die Erzählung spielt in einer wahrscheinlich nahen Zukunft und die Welt, welche dort behandelt wird, ist in einem dystopischen Zustand&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch scheint die Klimakatastrophe nicht nur lokal beschränkt zu sein, sondern breitet sich global und unaufhaltsam aus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiterer Aspekt, welcher einen Bezug zu Klimaliteratur nahelegt, ist, dass Skalde und auch die Bewohner der Gegend in einem dauerhaften Überlebenskampf sind, genug Essen zu bekommen, was erschwert wird, durch das Verschwinden und Sterben vieler Tiere und der Veränderung in der Tier- und Pflanzenwelt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Was jedoch nicht behandelt wird, ist eine faktische Untermalung der Klimakatastrophe durch Figuren. Das Wissen über den Ursprung oder eine Mission für die Bekämpfung der Umweltveränderungen spielen keine Rolle. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen diese Unbestimmtheiten zu füllen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=3838</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-24T18:11:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht die folgende Analyse nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] angenommen und auch diese abschließend in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in der Skalde und ihre Mutter leben, wirkt dürr, ertragsarm, trocken und karg. Sie wird lediglich als die Gegend tituliert. Früher sah die Landschaft jedoch anders aus. Len und Gösta haben die Veränderung durch die Klimaerwärmung mitverfolgen können. Damals war die Landschaft immer kalt, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern. Wir hatten uns eingerichtet in diesem Leben, hatten Häuser und Höfe. Schon damals versorgten wir uns selbst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch dann kamen kranke Tiere über eine Brücke in die Gegend weswegen diese gesprengt wurde, sodass heute niemand die Gegend verlassen kann. Nachdem sich das Wetter und das Pflanzen- und Tierverhalten verändert hat, mussten sich die Bewohner*innen der Gegend anpassen.„Die ganze Landschaft begann, in der Hitze zu flimmern.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  „Wir legten Vorräte an, pumpten den Tankstellen das Benzin ab, statteten uns mit Fliegenklatschen aus, hängten gelb schimmernde Klebestreifen an unsere Lampen, auf denen die Insekten nach und nach verendeten, in ihrem Sterben vollkommen ausgestellt. Aus dem ständig blühenden Holunder kochten wir Sirup. Literweise. Bald hatten alle Häuser einen schier endlosen Vorrat. Wasser tranken wir nur noch gesüßt. Schließlich hatten wir uns, soweit es eben ging, in der neuen Situation eingerichtet. Wir haben noch Glück gehabt. Die Böden werfen noch immer einen kleinen Ertrag ab. Die Kaninchen und Hühner haben das große Sterben der Tiere überlebt. Auch mit der Hitze können wir uns arrangieren. Wir sind genügsam, so können wir ein einfaches Leben führen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Klimaerwärmung flohen oder starben sämtliche Tiere, weswegen die Landschaft als still beschrieben wird&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Roman beschreibt die Veränderungen der Lebensrhythmen der Tier- und Pflanzenwelt. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] Tiere müssen lernen in der neuen Umgebung zu überleben und sich anzupassen. Die Lösung ist Evolution; der Klimawandel verändert das Aussehen der Tiere. Skalde und Edith beobachten dieses Phänomen bei ihrer eigenen Kaninchenzucht im Garten. Die Protagonistin beschreibt die Veränderungen der Tiere wie folgt: „Seit es immer wärmer wurde, begann sich die Fellfarbe der Kaninchen zu verändern. Jeder neue Wurf war heller als der vorige, bis sie alle weiß waren, wie Schnee. Sie hatten rote Augen und waren weniger widerstandsfähig. ALBINOTIERE, nannte Edith sie.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weiße Fellfarbe reflektiert das Sonnenlicht, sodass sich der Körper nicht übermäßig aufheizen kann. Edith hat große Angst gegenüber dieser Veränderung und tötet am Ende jedes eigen gezüchtete Kaninchen. Selbst der Pelz der Tiere wird nicht wiederverwertet. „Nie vergessen werde ich, wie das Fell auf dem Kompost verrottet ist, die Fliegen und den Geruch, denn Edith weigerte sich, die weißen Felle zu verwenden. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Auch andere Tierarten verloren ihre Farben. Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf. Zeitgleich verschwanden die heimischen Tiere. Mehrere Jahre hintereinander baute ich Nistkästchen und hängte sie auf, doch sie blieben jedes Mal leer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Wir fanden sie verrenkt im Gras. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Der Zustand der Vögel zeigt Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde beobachtet, während ihrer Sapziergängee oder Autofahrten, die Veränderung der Landschaft. „Während unserer Streifzüge fiel mir auf, dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und brachliegenden Felder erinnerten mich an die Beschreibungen von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von Weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales. Der Geruch drückte sich gegen meine Stirn und ließ mich schwindeln. Auch kam mir die Landschaft stiller vor. Die Luft stand unbewegt. Das vibrierende Zirpen der Insekten schien in die Wiesen gesickert zu sein.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde stellt dieses Phänomenfest und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Und in der Nacht wurde es so kalt, dass die oberste Wasserschicht in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtet sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen ändern sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis lernen sich die neuen klimatischen Bedingungen anzupassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=41 f. f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, gehen die beiden Mädchen wieder in den Garten hinaus, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an Edith erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit ist das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln zu hinterfragen und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkler, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus. Jede Etage des Hauses ist unordentlich, dreckig und dunkel. Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung im Haus herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei Skalde auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und übermittelt ihr, ihr gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken könnten und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER: VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN; DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Die Erzählung spielt in einer wahrscheinlich nahen Zukunft und die Welt, welche dort behandelt wird, ist in einem dystopischen Zustand&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch scheint die Klimakatastrophe nicht nur lokal beschränkt zu sein, sondern breitet sich global und unaufhaltsam aus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiterer Aspekt, welcher einen Bezug zu Klimaliteratur nahelegt, ist, dass Skalde und auch die Bewohner der Gegend in einem dauerhaften Überlebenskampf sind, genug Essen zu bekommen, was erschwert wird, durch das Verschwinden und Sterben vieler Tiere und der Veränderung in der Tier- und Pflanzenwelt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Was jedoch nicht behandelt wird, ist eine faktische Untermalung der Klimakatastrophe durch Figuren. Das Wissen über den Ursprung oder eine Mission für die Bekämpfung der Umweltveränderungen spielen keine Rolle. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen diese Unbestimmtheiten zu füllen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=3831</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-24T17:36:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht die folgende Analyse nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] angenommen und auch diese abschließend in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in der Skalde und ihre Mutter leben, wirkt dürr, ertragsarm, trocken und karg. Sie wird lediglich als die Gegend tituliert. Früher sah die Landschaft jedoch anders aus. Len und Gösta haben die Veränderung durch die Klimaerwärmung mitverfolgen können. Damals war die Landschaft immer kalt, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern. Wir hatten uns eingerichtet in diesem Leben, hatten Häuser und Höfe. Schon damals versorgten wir uns selbst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch dann kamen kranke Tiere über eine Brücke in die Gegend weswegen diese gesprengt wurde, sodass heute niemand die Gegend verlassen kann. Nachdem sich das Wetter und das Pflanzen- und Tierverhalten verändert hat, mussten sich die Bewohner*innen der Gegend anpassen.„Die ganze Landschaft begann, in der Hitze zu flimmern.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  „Wir legten Vorräte an, pumpten den Tankstellen das Benzin ab, statteten uns mit Fliegenklatschen aus, hängten gelb schimmernde Klebestreifen an unsere Lampen, auf denen die Insekten nach und nach verendeten, in ihrem Sterben vollkommen ausgestellt. Aus dem ständig blühenden Holunder kochten wir Sirup. Literweise. Bald hatten alle Häuser einen schier endlosen Vorrat. Wasser tranken wir nur noch gesüßt. Schließlich hatten wir uns, soweit es eben ging, in der neuen Situation eingerichtet. Wir haben noch Glück gehabt. Die Böden werfen noch immer einen kleinen Ertrag ab. Die Kaninchen und Hühner haben das große Sterben der Tiere überlebt. Auch mit der Hitze können wir uns arrangieren. Wir sind genügsam, so können wir ein einfaches Leben führen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Klimaerwärmung flohen oder starben sämtliche Tiere, weswegen die Landschaft als still beschrieben wird&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Roman beschreibt die Veränderungen der Lebensrhythmen der Tier- und Pflanzenwelt. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] Tiere müssen lernen in der neuen Umgebung zu überleben und sich anzupassen. Die Lösung ist Evolution; der Klimawandel verändert das Aussehen der Tiere. Skalde und Edith beobachten dieses Phänomen bei ihrer eigenen Kaninchenzucht im Garten. Die Protagonistin beschreibt die Veränderungen der Tiere wie folgt: „Seit es immer wärmer wurde, begann sich die Fellfarbe der Kaninchen zu verändern. Jeder neue Wurf war heller als der vorige, bis sie alle weiß waren, wie Schnee. Sie hatten rote Augen und waren weniger widerstandsfähig. ALBINOTIERE, nannte Edith sie.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weiße Fellfarbe reflektiert das Sonnenlicht, sodass sich der Körper nicht übermäßig aufheizen kann. Edith hat große Angst gegenüber dieser Veränderung und tötet am Ende jedes eigen gezüchtete Kaninchen. Selbst der Pelz der Tiere wird nicht wiederverwertet. „Nie vergessen werde ich, wie das Fell auf dem Kompost verrottet ist, die Fliegen und den Geruch, denn Edith weigerte sich, die weißen Felle zu verwenden. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Auch andere Tierarten verloren ihre Farben. Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf. Zeitgleich verschwanden die heimischen Tiere. Mehrere Jahre hintereinander baute ich Nistkästchen und hängte sie auf, doch sie blieben jedes Mal leer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Wir fanden sie verrenkt im Gras. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Der Zustand der Vögel zeigt Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde beobachtet, während ihrer Sapziergängee oder Autofahrten, die Veränderung der Landschaft. „Während unserer Streifzüge fiel mir auf, dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und brachliegenden Felder erinnerten mich an die Beschreibungen von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von Weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales. Der Geruch drückte sich gegen meine Stirn und ließ mich schwindeln. Auch kam mir die Landschaft stiller vor. Die Luft stand unbewegt. Das vibrierende Zirpen der Insekten schien in die Wiesen gesickert zu sein.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde beobachtet dieses Phänomen und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Nachts wurde es so kalt, dass das Wasser in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtete sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen änderten sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis mussten sich den neuen klimatischen Bedingungen anpassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, konnten die beiden Mädchen wieder in den Garten hinausgehen, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an Edith erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit ist das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln zu hinterfragen und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkler, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus. Jede Etage des Hauses ist unordentlich, dreckig und dunkel. Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung im Haus herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei Skalde auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und übermittelt ihr, ihr gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken könnten und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER: VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN; DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Die Erzählung spielt in einer wahrscheinlich nahen Zukunft und die Welt, welche dort behandelt wird, ist in einem dystopischen Zustand&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch scheint die Klimakatastrophe nicht nur lokal beschränkt zu sein, sondern breitet sich global und unaufhaltsam aus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiterer Aspekt, welcher einen Bezug zu Klimaliteratur nahelegt, ist, dass Skalde und auch die Bewohner der Gegend in einem dauerhaften Überlebenskampf sind, genug Essen zu bekommen, was erschwert wird, durch das Verschwinden und Sterben vieler Tiere und der Veränderung in der Tier- und Pflanzenwelt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Was jedoch nicht behandelt wird, ist eine faktische Untermalung der Klimakatastrophe durch Figuren. Das Wissen über den Ursprung oder eine Mission für die Bekämpfung der Umweltveränderungen spielen keine Rolle. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen diese Unbestimmtheiten zu füllen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=3825</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-24T17:08:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht die folgende Analyse nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] angenommen und auch diese abschließend in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in der Skalde und ihre Mutter leben, wirkt dürr, ertragsarm, trocken und karg. Sie wird lediglich als die Gegend tituliert. Früher sah die Landschaft jedoch anders aus. Len und Gösta haben die Veränderung durch die Klimaerwärmung mitverfolgen können. Damals war die Landschaft immer kalt, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern. Wir hatten uns eingerichtet in diesem Leben, hatten Häuser und Höfe. Schon damals versorgten wir uns selbst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch dann kamen kranke Tiere über eine Brücke in die Gegend weswegen diese gesprengt wurde, sodass heute niemand die Gegend verlassen kann. Nachdem sich das Wetter und das Pflanzen- und Tierverhalten verändert hat, mussten sich die Bewohner*innen der Gegend anpassen.„Die ganze Landschaft begann, in der Hitze zu flimmern.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  „Wir legten Vorräte an, pumpten den Tankstellen das Benzin ab, statteten uns mit Fliegenklatschen aus, hängten gelb schimmernde Klebestreifen an unsere Lampen, auf denen die Insekten nach und nach verendeten, in ihrem Sterben vollkommen ausgestellt. Aus dem ständig blühenden Holunder kochten wir Sirup. Literweise. Bald hatten alle Häuser einen schier endlosen Vorrat. Wasser tranken wir nur noch gesüßt. Schließlich hatten wir uns, soweit es eben ging, in der neuen Situation eingerichtet. Wir haben noch Glück gehabt. Die Böden werfen noch immer einen kleinen Ertrag ab. Die Kaninchen und Hühner haben das große Sterben der Tiere überlebt. Auch mit der Hitze können wir uns arrangieren. Wir sind genügsam, so können wir ein einfaches Leben führen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Klimaerwärmung flohen oder starben sämtliche Tiere, weswegen die Landschaft als still beschrieben wird&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Roman beschreibt die Veränderungen der Lebensrhythmen der Tier- und Pflanzenwelt. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] Tiere müssen lernen in der neuen Umgebung zu überleben und sich anzupassen. Die Lösung ist Evolution; der Klimawandel verändert das Aussehen der Tiere. Skalde und Edith beobachten dieses Phänomen bei ihrer eigenen Kaninchenzucht im Garten. Die Protagonistin beschreibt die Veränderungen der Tiere wie folgt: „Seit es immer wärmer wurde, begann sich die Fellfarbe der Kaninchen zu verändern. Jeder neue Wurf war heller als der vorige, bis sie alle weiß waren, wie Schnee. Sie hatten rote Augen und waren weniger widerstandsfähig. ALBINOTIERE, nannte Edith sie.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weiße Fellfarbe reflektiert das Sonnenlicht, sodass sich der Körper nicht übermäßig aufheizen kann. Edith hat große Angst gegenüber dieser Veränderung und tötet am Ende jedes eigen gezüchtete Kaninchen. Selbst der Pelz der Tiere wird nicht wiederverwertet. „Nie vergessen werde ich, wie das Fell auf dem Kompost verrottet ist, die Fliegen und den Geruch, denn Edith weigerte sich, die weißen Felle zu verwenden. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Auch andere Tierarten verloren ihre Farben. Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf. Zeitgleich verschwanden die heimischen Tiere. Mehrere Jahre hintereinander baute ich Nistkästchen und hängte sie auf, doch sie blieben jedes Mal leer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Wir fanden sie verrenkt im Gras. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Der Zustand der Vögel zeigt Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde beobachtet die Veränderung der Landschaft. „Während unserer Streifzüge fiel mir auf, dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und brachliegenden Felder erinnerten mich an die Beschreibungen von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales. Der Geruch drückte sich gegen meine Stirn und ließ mich schwindeln. Auch kam mir die Landschaft stiller vor. Die Luft stand unbewegt. Das vibrierende Zirpen der Insekten schien in die Wiesen gesickert zu sein.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde beobachtet dieses Phänomen und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Nachts wurde es so kalt, dass das Wasser in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtete sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen änderten sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis mussten sich den neuen klimatischen Bedingungen anpassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, konnten die beiden Mädchen wieder in den Garten hinausgehen, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an Edith erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit ist das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln zu hinterfragen und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkler, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus. Jede Etage des Hauses ist unordentlich, dreckig und dunkel. Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung im Haus herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei Skalde auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und übermittelt ihr, ihr gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken könnten und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER: VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN; DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Die Erzählung spielt in einer wahrscheinlich nahen Zukunft und die Welt, welche dort behandelt wird, ist in einem dystopischen Zustand&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch scheint die Klimakatastrophe nicht nur lokal beschränkt zu sein, sondern breitet sich global und unaufhaltsam aus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiterer Aspekt, welcher einen Bezug zu Klimaliteratur nahelegt, ist, dass Skalde und auch die Bewohner der Gegend in einem dauerhaften Überlebenskampf sind, genug Essen zu bekommen, was erschwert wird, durch das Verschwinden und Sterben vieler Tiere und der Veränderung in der Tier- und Pflanzenwelt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Was jedoch nicht behandelt wird, ist eine faktische Untermalung der Klimakatastrophe durch Figuren. Das Wissen über den Ursprung oder eine Mission für die Bekämpfung der Umweltveränderungen spielen keine Rolle. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen diese Unbestimmtheiten zu füllen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=3824</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-24T17:01:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht die folgende Analyse nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] angenommen und auch diese abschließend in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in der Skalde und ihre Mutter leben, wirkt dürr, ertragsarm, trocken und karg. Sie wird lediglich als die Gegend tituliert. Früher sah die Landschaft jedoch anders aus. Len und Gösta haben die Veränderung durch die Klimaerwärmung mitverfolgen können. Damals war die Landschaft immer kalt, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern. Wir hatten uns eingerichtet in diesem Leben, hatten Häuser und Höfe. Schon damals versorgten wir uns selbst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch dann kamen kranke Tiere über eine Brücke in die Gegend weswegen diese gesprengt wurde, sodass heute niemand die Gegend verlassen kann. Nachdem sich das Wetter und das Pflanzen- und Tierverhalten verändert hat, mussten sich die Bewohner*innen der Gegend anpassen.„Die ganze Landschaft begann, in der Hitze zu flimmern.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  „Wir legten Vorräte an, pumpten den Tankstellen das Benzin ab, statteten uns mit Fliegenklatschen aus, hängten gelb schimmernde Klebestreifen an unsere Lampen, auf denen die Insekten nach und nach verendeten, in ihrem Sterben vollkommen ausgestellt. Aus dem ständig blühenden Holunder kochten wir Sirup. Literweise. Bald hatten alle Häuser einen schier endlosen Vorrat. Wasser tranken wir nur noch gesüßt. Schließlich hatten wir uns, soweit es eben ging, in der neuen Situation eingerichtet. Wir haben noch Glück gehabt. Die Böden werfen noch immer einen kleinen Ertrag ab. Die Kaninchen und Hühner haben das große Sterben der Tiere überlebt. Auch mit der Hitze können wir uns arrangieren. Wir sind genügsam, so können wir ein einfaches Leben führen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Klimaerwärmung flohen oder starben sämtliche Tiere, weswegen die Landschaft als still beschrieben wird&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Roman beschreibt die Veränderungen der Lebensrhythmen der Tier- und Pflanzenwelt. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] Tiere müssen lernen in der neuen Umgebung zu überleben und sich anzupassen. Die Lösung ist Evolution; der Klimawandel verändert das Aussehen der Tiere. Skalde und Edith beobachten dieses Phänomen bei ihrer eigenen Kaninchenzucht im Garten. Die Protagonistin beschreibt die Veränderungen der Tiere wie folgt: „Seit es immer wärmer wurde, begann sich die Fellfarbe der Kaninchen zu verändern. Jeder neue Wurf war heller als der vorige, bis sie alle weiß waren, wie Schnee. Sie hatten rote Augen und waren weniger widerstandsfähig. ALBINOTIERE, nannte Edith sie.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weiße Farbe reflektiert das Sonnenlicht, sodass sich der Körper nicht übermäßig aufheizen kann. Edith weist große Angst gegenüber dieser Veränderung auf und tötet am Ende jedes eigen gezüchtete Kaninchen. Selbst der Pelz der Tiere wird nicht wiederverwertet. „Nie vergessen werde ich, wie das Fell auf dem Kompost verrottet ist, die Fliegen und den Geruch, denn Edith weigerte sich, die weißen Felle zu verwenden. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Auch andere Tierarten verloren ihre Farbe. Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf. Zeitgleich verschwanden die heimischen Tiere. Mehrere Jahre hintereinander baute ich Nistkästchen und hängte sie auf, doch sie blieben jedes Mal leer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es so vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Vögel beweisen Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde beobachtet die Veränderung der Landschaft. „Während unserer Streifzüge fiel mir auf, dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und brachliegenden Felder erinnerten mich an die Beschreibungen von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales. Der Geruch drückte sich gegen meine Stirn und ließ mich schwindeln. Auch kam mir die Landschaft stiller vor. Die Luft stand unbewegt. Das vibrierende Zirpen der Insekten schien in die Wiesen gesickert zu sein.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde beobachtet dieses Phänomen und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Nachts wurde es so kalt, dass das Wasser in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtete sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen änderten sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis mussten sich den neuen klimatischen Bedingungen anpassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, konnten die beiden Mädchen wieder in den Garten hinausgehen, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an Edith erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit ist das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln zu hinterfragen und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkler, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus. Jede Etage des Hauses ist unordentlich, dreckig und dunkel. Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung im Haus herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei Skalde auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und übermittelt ihr, ihr gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken könnten und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER: VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN; DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Die Erzählung spielt in einer wahrscheinlich nahen Zukunft und die Welt, welche dort behandelt wird, ist in einem dystopischen Zustand&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch scheint die Klimakatastrophe nicht nur lokal beschränkt zu sein, sondern breitet sich global und unaufhaltsam aus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiterer Aspekt, welcher einen Bezug zu Klimaliteratur nahelegt, ist, dass Skalde und auch die Bewohner der Gegend in einem dauerhaften Überlebenskampf sind, genug Essen zu bekommen, was erschwert wird, durch das Verschwinden und Sterben vieler Tiere und der Veränderung in der Tier- und Pflanzenwelt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Was jedoch nicht behandelt wird, ist eine faktische Untermalung der Klimakatastrophe durch Figuren. Das Wissen über den Ursprung oder eine Mission für die Bekämpfung der Umweltveränderungen spielen keine Rolle. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen diese Unbestimmtheiten zu füllen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=3819</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-24T12:53:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht die folgende Analyse nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] angenommen und auch diese abschließend in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in der Skalde und ihre Mutter leben, wirkt dürr, ertragsarm, trocken und karg. Sie wird lediglich als die Gegend tituliert. Früher sah die Landschaft jedoch anders aus. Len und Gösta haben die Veränderung durch die Klimaerwärmung mitverfolgen können. Damals war die Landschaft immer kalt, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren auch am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern. Wir hatten uns eingerichtet in diesem Leben, hatten Häuser und Höfe. Schon damals versorgten wir uns selbst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch dann kamen kranke Tiere über eine Brücke in die Gegend weswegen diese gesprengt wurde, sodass heute niemand die Gegend verlassen kann. Nachdem sich das Wetter und das Pflanzen- und Tierverhalten verändert hatte, mussten sich die Bewohner*innen der Gegend anpassen.„Die ganze Landschaft begann in der Hitze zu flimmern.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  „Wir legten Vorräte an, pumpten den Tankstellen das Benzin ab, statteten uns mit Fliegenklatschen aus, hängten gelb schimmernde Klebestreifen an unsere Lampen, auf denen die Insekten nach und nach verendeten, in ihrem Sterben vollkommen ausgestellt. Aus dem ständig blühenden Holunder kochten wir Sirup. Literweise. Bald hatten alle Häuser einen schier endlosen Vorrat. Wasser tranken wir nur noch gesüßt. Schließlich hatten wir uns, soweit es eben ging, in der neuen Situation eingerichtet. Wir haben noch Glück gehabt. Die Böden werfen noch immer einen kleinen Ertrag ab. Die Kaninchen und Hühner haben das große Sterben der Tiere überlebt. Auch mit der Hitze können wir uns arrangieren. Wir sind genügsam, so können wir ein einfaches Leben führen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Klimaerwärmung flohen oder starben sämtliche Tiere, weswegen die Landschaft ebenfalls als still beschrieben wird&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Roman beschreibt die Veränderungen der Lebensrhythmen der Tier- und Pflanzenwelt. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] Tiere müssen lernen in der neuen Umgebung zu überleben und sich anzupassen. Die Lösung ist Evolution; der Klimawandel verändert das Aussehen der Tiere. Skalde und Edith beobachten dieses Phänomen bei ihrer eigenen Kaninchenzucht im Garten. Die Protagonistin beschreibt die Veränderungen der Tiere wie folgt: „Seit es immer wärmer wurde, begann sich die Fellfarbe der Kaninchen zu verändern. Jeder neue Wurf war heller als der vorige, bis sie alle weiß waren, wie Schnee. Sie hatten rote Augen und waren weniger widerstandsfähig. ALBINOTIERE, nannte Edith sie.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weiße Farbe reflektiert das Sonnenlicht, sodass sich der Körper nicht übermäßig aufheizen kann. Edith weist große Angst gegenüber dieser Veränderung auf und tötet am Ende jedes eigen gezüchtete Kaninchen. Selbst der Pelz der Tiere wird nicht wiederverwertet. „Nie vergessen werde ich, wie das Fell auf dem Kompost verrottet ist, die Fliegen und den Geruch, denn Edith weigerte sich, die weißen Felle zu verwenden. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Auch andere Tierarten verloren ihre Farbe. Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf. Zeitgleich verschwanden die heimischen Tiere. Mehrere Jahre hintereinander baute ich Nistkästchen und hängte sie auf, doch sie blieben jedes Mal leer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es so vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Vögel beweisen Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde beobachtet die Veränderung der Landschaft. „Während unserer Streifzüge fiel mir auf, dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und brachliegenden Felder erinnerten mich an die Beschreibungen von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales. Der Geruch drückte sich gegen meine Stirn und ließ mich schwindeln. Auch kam mir die Landschaft stiller vor. Die Luft stand unbewegt. Das vibrierende Zirpen der Insekten schien in die Wiesen gesickert zu sein.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde beobachtet dieses Phänomen und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Nachts wurde es so kalt, dass das Wasser in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtete sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen änderten sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis mussten sich den neuen klimatischen Bedingungen anpassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, konnten die beiden Mädchen wieder in den Garten hinausgehen, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an Edith erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit ist das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln zu hinterfragen und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkler, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus. Jede Etage des Hauses ist unordentlich, dreckig und dunkel. Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung im Haus herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei Skalde auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und übermittelt ihr, ihr gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken könnten und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER: VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN; DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Die Erzählung spielt in einer wahrscheinlich nahen Zukunft und die Welt, welche dort behandelt wird, ist in einem dystopischen Zustand&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch scheint die Klimakatastrophe nicht nur lokal beschränkt zu sein, sondern breitet sich global und unaufhaltsam aus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiterer Aspekt, welcher einen Bezug zu Klimaliteratur nahelegt, ist, dass Skalde und auch die Bewohner der Gegend in einem dauerhaften Überlebenskampf sind, genug Essen zu bekommen, was erschwert wird, durch das Verschwinden und Sterben vieler Tiere und der Veränderung in der Tier- und Pflanzenwelt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Was jedoch nicht behandelt wird, ist eine faktische Untermalung der Klimakatastrophe durch Figuren. Das Wissen über den Ursprung oder eine Mission für die Bekämpfung der Umweltveränderungen spielen keine Rolle. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen diese Unbestimmtheiten zu füllen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3818</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3818"/>
		<updated>2022-01-24T12:10:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete gewesen war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phasen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, wo Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt sind. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass sich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du dich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [,erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde sie bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wird, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend gewohnt hatte, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und selbst erlegtes Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer noch so gut, dass es für die Herstellung des Schanpses reichte, den sie hier und jetzt destilierten. &amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3811</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3811"/>
		<updated>2022-01-23T20:03:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phasen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, wo Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt sind. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass sich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du dich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [,erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde sie bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wird, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend gewohnt hatte, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und selbst erlegtes Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer noch so gut, dass es für die Herstellung des Schanpses reichte, den sie hier und jetzt destilierten. &amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3810</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-23T19:58:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phasen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, wo Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt sind. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass sich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du dich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [,erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde sie bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wird, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend gewohnt hatte, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und selbst erlegtes Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3809</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3809"/>
		<updated>2022-01-23T19:56:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phasen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, wo Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt sind. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass sich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du dich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [,erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde sie bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wird, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend gewohnt hatte, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und gefangene Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3808</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-23T19:52:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phasen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, wo Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt sind. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass sich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du dich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [,erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde sie bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wird, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und gefangene Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3807</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-23T19:49:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phasen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, wo Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt sind. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass sich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du dich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [,erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde sie bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und gefangene Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3806</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-23T19:49:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phasen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, wo Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt sind. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass sich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du dich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [,erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde sie bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und gefangene Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3805</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-23T19:48:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phasen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, wo Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt sind. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass sich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du dich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [,erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde ihnen bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und gefangene Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3804</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-23T19:45:53Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phasen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, wo Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt sind. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass sich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du dich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [, erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]&lt;br /&gt;
Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde ihnen bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und gefangene Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3803</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-23T19:43:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phasen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, wo Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt sind. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass ich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du sich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [, erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]&lt;br /&gt;
Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde ihnen bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und gefangene Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3802</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3802"/>
		<updated>2022-01-23T19:41:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. In Phsen ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, der Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt hat. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass ich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du sich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [, erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]&lt;br /&gt;
Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde ihnen bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und gefangene Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3801</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-23T19:40:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. Während ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und liegt stundenlang in der Badewanne oder hockt in ihrem Wandschrank, der Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt hat. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass ich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du sich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [, erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]&lt;br /&gt;
Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde ihnen bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und gefangene Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3800</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-23T19:37:33Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe derer näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. Während ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und befindet sich stundenlang in der Badewanne oder in ihrem Wandschrank, der Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt hat. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass ich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du sich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [, erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]&lt;br /&gt;
Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde ihnen bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und gefangene Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3799</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-23T19:36:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe von diesen näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. Während ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und befindet sich stundenlang in der Badewanne oder in ihrem Wandschrank, der Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt hat. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass ich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du sich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [, erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]&lt;br /&gt;
Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde ihnen bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und gefangene Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3798</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-23T19:36:09Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle Vorbereitungen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta hilft ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. (Vergleich S.10 [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe von diesen näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. Während ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und befindet sich stundenlang in der Badewanne oder in ihrem Wandschrank, der Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt hat. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass ich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du sich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [, erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]&lt;br /&gt;
Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde ihnen bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und gefangene Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3797</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-23T19:33:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändern sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle wichtigen Anordnungen zu treffen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta half ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. (Vergleich S.10 [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe von diesen näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. Während ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und befindet sich stundenlang in der Badewanne oder in ihrem Wandschrank, der Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt hat. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass ich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du sich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [, erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]&lt;br /&gt;
Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde ihnen bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und gefangene Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3796</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-23T19:32:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich nicht überzeugt und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändert sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle wichtigen Anordnungen zu treffen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta half ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. (Vergleich S.10 [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe von diesen näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. Während ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und befindet sich stundenlang in der Badewanne oder in ihrem Wandschrank, der Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt hat. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass ich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du sich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [, erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]&lt;br /&gt;
Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde ihnen bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und gefangene Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3795</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-23T19:26:59Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird insbesondere daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich abgetan und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändert sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle wichtigen Anordnungen zu treffen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta half ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. (Vergleich S.10 [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe von diesen näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. Während ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und befindet sich stundenlang in der Badewanne oder in ihrem Wandschrank, der Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt hat. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass ich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du sich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [, erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]&lt;br /&gt;
Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde ihnen bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und gefangene Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3794</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-23T19:25:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird zum einen daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich abgetan und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändert sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle wichtigen Anordnungen zu treffen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta half ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. (Vergleich S.10 [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe von diesen näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. Während ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und befindet sich stundenlang in der Badewanne oder in ihrem Wandschrank, der Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt hat. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass ich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du sich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [, erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]&lt;br /&gt;
Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde ihnen bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und gefangene Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3793</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-23T16:56:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit einem Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird zum einen daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich abgetan und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändert sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle wichtigen Anordnungen zu treffen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta half ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. (Vergleich S.10 [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe von diesen näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. Während ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und befindet sich stundenlang in der Badewanne oder in ihrem Wandschrank, der Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt hat. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass ich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du sich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [, erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]&lt;br /&gt;
Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde ihnen bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagt nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis kann die Gründe nicht nachvollziehen, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren und erleidet eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisis ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und gefangene Wild aus dem Wald wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3792</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3792"/>
		<updated>2022-01-23T16:48:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit einem Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird zum einen daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich abgetan und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändert sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle wichtigen Anordnungen zu treffen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta half ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. (Vergleich S.10 [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe von diesen näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. Während ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und befindet sich stundenlang in der Badewanne oder in ihrem Wandschrank, der Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt hat. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass ich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du sich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [, erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]&lt;br /&gt;
Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter zurück und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar im Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde ihnen bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug Meisis zu vertreidigen, als die Bewohner*innen diese aus der Gegend vertreiben wollen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde ihre Mutter zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterlassen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält so ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagte nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis versteht nicht, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren. Sie erlitt eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden und gerade einmal toleriert. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisi ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Wird Wild im Wald erblickt, was eine Seltenheit ist, nachdem die Brücke gesprengt worden war, wird dieses gejagt. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und das gefangene Wild wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3791</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3791"/>
		<updated>2022-01-23T16:36:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit einem Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird zum einen daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich abgetan und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändert sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle wichtigen Anordnungen zu treffen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta half ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. (Vergleich S.10 [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe von diesen näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. Während ihrer depressiven Verstimmungen erinnert sich Edith an die glücklichen Zeiten am Meer zurück und befindet sich stundenlang in der Badewanne oder in ihrem Wandschrank, der Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt hat. Skalde ist von der Lebensweise ihrer Mutter nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass ich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die die Familie vor den Angriffen der Bewohner*innen beschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du sich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist, und zwingt ihre Tochter indirekt mit zu flüchten &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [, erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]&lt;br /&gt;
Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde ihnen bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug, als die Bewohner*innen Meisis aus der Gegend vertreiben wollen, diese zu verteidigen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde diese zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterließen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält so ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagte nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis versteht nicht, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren. Sie erlitt eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden und gerade einmal toleriert. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisi ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Wird Wild im Wald erblickt, was eine Seltenheit ist, nachdem die Brücke gesprengt worden war, wird dieses gejagt. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und das gefangene Wild wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3790</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3790"/>
		<updated>2022-01-23T16:29:30Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit einem Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird zum einen daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schließlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich abgetan und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatzt. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändert sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Metta und Meisis treffen alle wichtigen Anordnungen zu treffen und flüchten schlussendlich zum Meer. Der Tod von Len und Gösta half ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. (Vergleich S.10 [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe von diesen näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. Erfährt Edith eine depressive Verstimmung, befindet sie sich stundenlang in der Badewanne oder in ihrem Wandschrank, der Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt hat. Skalde ist von ihrer Lebensweise nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass ich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die diese vor den Angriffen der Bewohner*innen geschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du sich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant von für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [, erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]&lt;br /&gt;
Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde ihnen bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug, als die Bewohner*innen Meisis aus der Gegend vertreiben wollen, diese zu verteidigen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde diese zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterließen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält so ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagte nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis versteht nicht, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren. Sie erlitt eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden und gerade einmal toleriert. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisi ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Wird Wild im Wald erblickt, was eine Seltenheit ist, nachdem die Brücke gesprengt worden war, wird dieses gejagt. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und das gefangene Wild wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3789</id>
		<title>Benutzer:Isabel John/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabel_John/Werkstatt&amp;diff=3789"/>
		<updated>2022-01-23T16:19:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
[[Datei:Helene_Bukowski_2019.jpg|thumb|Die Schriftstellerin Helene Bukowski stellt auf dem Erlanger Poetenfest 2019 ihren Roman &amp;quot;Milchzähne&amp;quot; vor.]]&lt;br /&gt;
Der Roman „'''Milchzähne'''“ von der deutschsprachigen Autorin [[Helene Bukowski]] wurde im Jahr 2019 verfasst und umfasst 222 Seiten. Es handelt sich hierbei um den  Debütroman der Autorin. Die Orginalausgabe erschien bei Blumenbar, einer Marke des Aufbau Verlages.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag|Jahr=2019 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Struktur und Handlung==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zusammenfassung der Handlung ===&lt;br /&gt;
Das Buch Milchzähne handelt von der Protagonistin Skalde und ihrer Mutter Edith und spielt in einer [[dystopischen]], vermutlich nahen Zukunft. Skalde und Edith wohnen in einer von [[Angst]] geprägten Gemeinschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =76 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; in einer sich von der [[Umwelt]] her immer weiter verändernden Gegend &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Eines Tages begegnet Skalde durch Zufall einem unbekannten rothaarigen Kind im Wald. Wohl wissend, dass ein Großteil der Gemeinschaft dies verurteilen wird, nimmt Skalde das Kind bei sich auf und kümmert sich um dieses, als wäre es ihr eigenes.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =31 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Es dauert jedoch nicht lange, bis die Gemeinschaft davon erfährt und Skalde konfrontiert &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag= Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =70 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nach einiger Zeit und kleineren Konflikten, eskaliert die Lage so weit, dass Skalde vor ein Ultimatum gestellt wird. Sollten dem Kind in den nächsten drei Monaten seine Milchzähne ausfallen, so würde es in der Gegend akzeptiert, da dies ein Zeichen sei, dass es von dort stamme. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =121 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sollte dies jedoch nicht geschehen, müssten Skalde, Edith und das Kind aus der Gegend verschwinden.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite =122 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Romanstruktur und Sprache ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Roman ist in drei Teile aufteilbar, welche verschiedene Zeitpunkte in der Erzählung schildern. Zwischen diesen Teilen befinden sich jeweils Zeitsprünge.  &lt;br /&gt;
Der erste Teil findet sich auf den ersten Seiten des Romans und ist in Form eines, von der Protagonistin Skalde zurückgelassenen, Berichtes. In diesem berichtet sie zunächst über ihre aktuellen Lebensverhältnisse und führt den/die Leser*in in die Welt der Geschichte ein. Hier lässt sich bereits erahnen, dass es sich bei Milchzähne um einen dystopischen Roman handelt, wo die Natur und das Wetter der Welt aus den Fugen geraten zu sein scheint. Die Form des Berichtes bietet dann einen Übergang zum zweiten strukturellen Teil des Romans, indem Skalde ihre Erlebnisse erzählen will.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Der zweite Teil greift auf einen weit zurückliegenden Zeitpunkt zurück und handelt von der Kindheit von Skalde&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9-29 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Hier lernen wir auch ihre Mutter Edith kennen und bekommen einen Einblick in die Leidenschaften und die Charakterzüge von Skalde und Edith. Wichtig für die weitere Struktur des Buches ist hierbei, dass Skalde aufgrund der Entwicklung einer Leidenschaft fürs Lesen und Schreiben, aber auch traumatischer Erlebnisse, wie rapiden Wetteränderungen, fortan kleine Zettel schreibt, auf welchem sie Dinge, die sie bewegen und auch Schuldgefühle notiert.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese kleinen Texte und Sätze finden sich zwischen fast jedem Kapitel im Buch wieder und sind erkennbar durch eine Schriftauszeichnungsart in Großschrift. &lt;br /&gt;
Der dritte Teil des Buches, findet einige Jahre nach Skaldes Kindheit und Jugend statt und macht den deutlich größten Teil der Geschichte aus. Beginnen tut dieser mit dem Auffinden des rothaarige Mädchen Meisis im Wald und dauert den restlichen Roman an.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aufgrund seines Formates als Bericht ist die Geschichte aus der Perspektive von Skalde, im Ich-Erzähler verfasst. Dieser schreibt im ersten Teil noch im Präsenz, bedient sich wegen der Erzählung vergangener Ereignisse im restlichen Roman des Präteritums. Die insgesamt 77 Kapitel des Buches tragen keine eigenen Überschriften. Stattdessen ist ein Kapitelumbruch nur durch einen kleinen Text in Großschrift, also einer Notiz von Skalde, am Ende des voherigen Kapitels, sowie der Kapitelnummer erkennbar.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Charakterisierung der Figuren ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Skalde ===&lt;br /&gt;
Skalde ist die Protagonisten des Romans Milchzähne. Sie lebt zusammen mit ihrer Mutter Edith in einem Haus mit einem Garten in der Gegend. Ihr Vater verstarb vor Beginn des Romans. Edith und Skalde haben keine normalisierte Mutter-Tochter Beziehung. Dieses wird zum einen daran erkenntlich, dass Skalde ihre Mutter lediglich mit ihrem Vornamen anspricht.&lt;br /&gt;
Skalde ist ein wissbegieriges Mädchen und hat die Fähigkeit schnell neue Kompetenzen zu erlernen. Edith bringt ihr das Lesen und das Schreiben bei. „Damals war ich für sie noch eine Verbündete. Nachmittag für Nachmittag saßen wir auf der fleckigen Matratze in ihrem Zimmer und stapelten Bücher um uns herum.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=9 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Neben dem gemeinsamen Lernen verbringen Skalde und Edith viel Zeit im eigenen Garten, pflanzen dort Gemüse an, züchten Kaninchen und stellen Dünger aus Unkraut her, den sie als Tauschware gegen andere Lebensmittel mit den Bewohnern*innen der Gegend verwenden. &lt;br /&gt;
[[Datei:Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.jpeg|thumb|Skalde mit einem Tannenzapfen und einer Zigarette.]] Im Verlauf der Handlung leben sich Skalde und Edith immer mehr auseinander. Skalde übernimmt sämtliche Aufgaben, die Edith wegen ihrer psychischen Erkrankung nicht mehr absolvieren kann. Schlussendlich führt die Protagonistin ein selbständiges Leben und hält sich nicht mehr an die Regeln ihrer Mutter. Skalde verliert stolz ihren ersten Milchzahn, was Edith bewusst ignoriert, weswegen die Protagonistin aus Trotz das erste Mal verbotenerweise das Haus und den Garten verlässt, um den dahinterliegenden Wald zu erforschen. Dieser wird für sie zu einem wichtigen Zufluchtsort. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=16 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;In dem Wald trifft sie auf Meisis, integriert diese in ihre Familie und sorgt sich um sie.&lt;br /&gt;
Skalde ist eifersüchtig auf die Beziehung von Meisis und Edith, weil Edith ihr mehr mütterliche Fürsorge entgegenbringt als ihr. So borgt Edith Meisis Kleidung: „Selbst als ich für Edith noch eine Verbündete war, durfte ich nie ihre Kleidung anziehen. Stattdessen hat sie mir aus Laken und Bettzeug einfache Hosen und Oberteile genäht. Ich trug sie, bis sie auseinanderfielen. Wurden sie mir zu kurz, verlängerte Edith sie mit Stoffresten. Als die anderen Kinder mich sahen, lachten sie mich aus und riefen mich Vogelscheuche.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Ein friedvolles und dauerhaftes Leben in der Gegend ist für die Familie nicht möglich, da sie zum einen von den Bewohner*innen nicht akzeptieren und ausgeschlossen werden, und zum anderen sich die klimatischen Bedingungen täglich erschreckend verändern. Edith, Meisis und Metta möchten deswegen zum Meer flüchten, jedoch ist Skalde von dieser Idee ziemlich abgetan und führt Konfliktgespräche mit Edith: „Und du verstehst nicht, warum ich der Gegend mehr vertraue als dir? Du hast von der Realität wirklich keine Ahnung, und deswegen werde ich mich auf keinen Fall auf so eine Schnapsidee von dir einlassen, von hier zu verschwinden. Ich weiß, du kannst es nicht nachvollziehen, aber die Gegend ist mein Zuhause.“ Im gleichen Gespräch wirft sie Edith vor, dass sie Schuld am Tod ihres Vaters habe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Skalde kommt mit den Konflikten innerhalb ihrer Familie und mit den Bewohner*innen nicht mehr zurecht. Um ihre Gefühle zu kompensieren, schlägt sie eines Tages auf dem Dachboden mit der Faust gegen die Wand, bis ihr die Haut aufplatze &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=178}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Um Abstand von Edith, Meisis und dem Haus zu gewinnen fährt Skalde mit dem Auto in der Gegend umher und raucht Zigaretten. „Das schnelle Fahren und das Zigarettenrauchen halfen mir dabei, meine Wut auf Edith im Zaun zu halten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=183 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Nach dem Tod von Edith verändert sich Skaldes Ansichten und Verhaltensweisen „Die Tage, die folgten, erscheinen mir jetzt, rückblickend, seltsam verzerrt. Ich kann mich nicht daran erinnern, ob ich überhaupt schlief, nur einzelne Szenen stehen mir klar vor Augen, was zwischen ihnen passiert ist, hat sich aufgelöst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 212 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Ihr fällt es schwer Traum von Realität zu unterscheiden. Sie überlässt Metta das Kommando und flüchtet schlussendlich mit den Beiden. Der Tod von Len und Gösta half ihr bei der Entscheidung, weil sie nun keinen Grund mehr hat, die Gegend als ihre Heimat anzusehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Edith ===&lt;br /&gt;
Edith ist Skaldes Mutter. Beide unterscheiden sich in ihren Ansichten grundsätzlich voneinander. Edith ist unordentlich und sieht keinen Sinn darin Bücher oder Kleidung zu sortieren. (Vergleich S.10 [[Datei:Edith.jpeg|thumb|Edith mit ihrem silbernen Koffer, ihrem Perlenschmuck und ihrer Haarbürste.]] Eine Gemeinsamkeit, die die beiden miteinander teilen, sind Bücher. Edith möchte Skalde die Welt mithilfe von diesen näherbringen, vor allem ihre Heimat, das Meer&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 11}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. „Edith ist erst in die Gegend gekommen, nachdem die Betonbrücke gesprengt worden war. Am helllichten Tage stand sie plötzlich mitten auf der Straße im Nebel, die zum Fluss führte. Ihr rosafarbenes Seidenkleid war völlig durchnässt. Durch den Stoff schimmerte ein Badeanzug durch. Bei sich hatte sie einen silberfarbenen Rollkoffer. […] Ihr Koffer war gefüllt mit weiteren Kleidern und ihrem Schmuck aus Perlmutt. Außerdem fünf Lippenstifte in unterschiedlichen Rottönen und eine Bürste mit einem Griff aus Treibholz. [Die Bewohner*innen] sagten ihr, dass sie nicht in der Gegend bleiben dürfe, es gebe hier keinen Platz für sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 79}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch ihre Heimat existiert nicht mehr. Ihre wichtigsten Habseligkeiten bewacht sie wie einen Schatz, zu dem selbst Skalde keinen Zugang hat. Erfährt Edith eine depressive Verstimmung, befindet sie sich stundenlang in der Badewanne oder in ihrem Wandschrank, der Poster von dem Meer an der Innenseite befestigt hat. Skalde ist von ihrer Lebensweise nicht angetan und wirft ihr dieses vor. „Aber du hast kein Leben. Sieh dich doch mal an. Du hast seit Jahren das Grundstück nicht verlassen. Willst du einfach immer so weiter machen? Nennst du das ein Leben haben?“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 83}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese harten Worte wecken Edith auf und sie beginnt wieder im Garten mitzuhelfen und bemüht sich sogar zu Meisis eine Beziehung aufzubauen. Edith verlässt wieder das Haus und bereitet die Flucht der Familie durch einen Fluss aus der Gegend vor. Sie bringt sie zuerst Skalde und später Meisis das Schwimmen im eigenen Pool im Garten bei &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 143 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Da Skalde von der Flucht aus der Gegend nicht begeistert ist, versucht Edith diese zu überzeugen. „Wir können hier verschwinden. Du, das Kind und ich“, sagte sie stattdessen. „Wovon sprichst du?“, fragte ich. „Hier ist es nicht mehr sicher.“ „Ich werde nicht von hier weggehen, genauso wenig wie das Kind.“ „Wusstest du, dass ich die andere Seite des Flusses nicht von dieser unterscheidet? fragte sie […]. „Mich interessiert die andere Seite nicht“, sagte ich.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=148 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Nachdem Ediths Doggen, die diese vor den Angriffen der Bewohner*innen geschützt haben, ermordet wurden, wird ihr Entschluss, die Gegend zu verlassen, verfestigt. Edith sagt zu Skalde: „Erinnerst du sich, wie ich dir gesagt habe, dass es hier nicht mehr sicher ist? […] Jetzt kannst du es nicht mehr abstreiten. Wenn die 2 Monate [Schonfrist] um sind, werden sie uns nicht anders behandeln als die Doggen. […] Wir sollten die Gegend verlassen, solange es noch möglich ist.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 163}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Sie schlachtet alle Kaninchen, da dieses die letzte Nahrungsquelle der Familie ist &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 166 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Skalde beobachtet Ediths Verhaltensänderung. „Sie stand auch jeden Morgen noch vor uns auf. Wenn ich nach unten kam, lehnte sie bereits in der Küche an der Spüle. Sie hatte wieder damit begonnen regelmäßig zu essen, trug täglich ein anderes Kleid und schminkte sich. Nach dem Frühstück legte sie Lippenstift auf und puderte sich das Gesicht.&amp;quot; […] Damals schien es mir so, als würde sie sich für etwas wappnen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=181 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Vorbereitung auf die Flucht bedeutete gleichzeitig Ediths Lebensende. Als sie Proviant von für die Flucht von einem Bewohner stehlen wollte, wird Edith erschossen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=203 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Len &amp;amp; Gösta===&lt;br /&gt;
Len und Gösta sind Bewohnerinnen der Gegend. „Die Lachshühner, die in deren Garten wohnen, tragen nicht mehr die namensgebende Gefiederfarbe, sondern sind ebenfalls weiß.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Len sitzt tagsüber neben einem Holunderstrauch in einem Plastikstuhl am Gartenzaun des Hauses. Sie erblindete während einer Sonnenfinsternis, da sie die Augen nicht von diesem Naturwunder wenden konnte &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=55 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Früher besuchte sie Skalde und Edith, doch wegen der Klimaerwärmung fällt ihr die Orientierung zunehmen schwerer, weswegen sie das Haus kaum verlässt. Eines Tages stürzt Len im Haus. „Sie hat sehr geschimpft auf das Wetter [, erzählt Gösta]. &lt;br /&gt;
[[Datei:Len und Gösta.jpeg|thumb|Len (links) mit Blindenbrille und Gösta (rechts) auf Gartenstühlen.]]&lt;br /&gt;
Je wärmer es wird, desto mehr verliert sie ihren Gleichgewichtssinn. Sie hat das Gefühl, die ganze Welt hat sich gegen sie verschworen. Für immer mehr Dinge, die sie früher ganz allein gemacht hat, braucht sie Hilfe. Das nagt natürlich an ihr.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=171 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Gösta wohnt mit Len gemeinsam im Haus. Beide sehnen sich nach dem früheren Wetter und schauen sich gemeinsam mit Skalde alte Videoaufnahmen an, die die Gegend im Nebel, Regen und sogar Schnee zeigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Da das Alter von Len und Gösta schon fortgeschritten ist, unterstützt Skalde ihnen bei der Gartenarbeit. Len und Gösta helfen Skalde im Gegenzug, als die Bewohner*innen Meisis aus der Gegend vertreiben wollen, diese zu verteidigen. „Ich bürge für dieses Kind“, sagte Gösta.“ Nichts wird passieren.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 77}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Gösta wurde von Len zu dieser Geste gezwungen. „Du kannst dich bei Len bedanken. Wäre es nach mir gegangen, hätte ich [den Bewohnern*innen] das Kind einfach ausgeliefert.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=77 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;Trotz dieser Meinungsverschiedenheit sorgen sich Len und Gösta um Skalde. Nach dem Tod von Edith, helfen sie Skalde diese zu beerdigen und umsorgen sie. Zum Ende des Romans entscheiden sich Len und Gösta für den Freitod mit dem giftigen Schöllkraut. Sie liegen eng beieinander auf ihren Liegen im Garten und wirkten friedlich&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite= 216}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie hinterließen Skalde eine Botschaft; eine Videokassette mit der Notiz: „DAS FORTGEHEN HAT NOCH NIEMANDEM GELEGEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=217}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Meisis &amp;amp; Metta ===&lt;br /&gt;
Die Geschwister Meisis und Metta flüchten ebenfalls von ihrer Heimat in die Gegend und schlussendlich zum Meer. Während ihrer Flucht begegnet zuerst Meisis Skalde im Wald, welche sie wie folgt beschreibt. „Als ich mich umdrehte, stand vor dem Eingang ein Kind. Wir schauten uns an. Es trug ein T-Shirt, das ihm bis zum Knie reichte. Die Füße steckten in zu großen Turnschuhen, schmutzverkrustet. Doch am auffälligsten waren die Haare. Rot, wie angezündet. Aus der Gegend hatte niemand eine solche Haarfarbe.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
[[Datei:Meisis und Metta.jpeg|thumb|Die Geschwister Meisis (links) und Metta(rechts) mit roten Haaren]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn misstraut Meisis ihrer neuen Familie und hält die Einzelheiten ihrer Flucht vor Skalde und Edith geheim, doch im weiteren Verlauf der Handlung baut sie eine gute Beziehung zu ihnen auf. Meisis wird von Skalde großgezogen und umsorgt und erhält so ein eigenes Zimmer im Haus. An die neuen Umweltbedingungen der Gegend muss sich das Mädchen gewöhnen. Ihre Haut war die ersten Wochen gerötet und Meisis klagte nachts über Schmerzen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.Meisis versteht nicht, warum sie von den Bewohnern*innen der Gegend ausgeschlossen wird. „„Wieso haben sie Angst vor mir?“ fragte sie. „Weil du nicht so bist wie sie“, antwortete [Skalde].“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=78}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Selbst als Meisis allen Bewohner*innen der Gegend persönlich vorgestellt wurde, erfährt sie von ihnen keine Akzeptanz.&lt;br /&gt;
Metta begegnet Sklade ebenfalls das erste Mal im Wald. „Es war ein Mädchen. Etwas jünger als ich. Sie trug einen Overall, der aussah, als wäre er aus Papier. Aber das Auffälligste waren ihre Haare. Sie waren rot wie die von Meisis.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=189}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch Metta fürchtete sich und lief davon. Kurz darauf wurde Metta von Levke und Wolf mit dem Auto angefahren. Sie erlitt eine Stirnwunde &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=193}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Metta ist gemeinsam mit Meisis in die Gegend geflüchtet, versteckt sich jedoch vor allen Bewohnern*innen bis zu dem Unfall im Wald. Sie besitzt, im Vergleich zu ihrer Schwester, die Fähigkeit ohne Hilfe in der Natur zu überleben. Nach Ediths Tod übernimmt Metta die Verantwortung für ihre neue Familie und trifft mit Meisis eine wichtige Entscheidung: „Wir werden über den Fluss gehen […] Wir können nicht länger warten. […] Ich habe trainiert. Ich kann es schaffen. Auch mit Meisis zusammen. […] Wir können nicht hierbleiben. Wir müssen unser Glück versuchen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=214 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Schließlich können die beiden Geschwister Skalde zur Flucht überreden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Gemeinschaft der Gegend ===&lt;br /&gt;
Das Leben innerhalb der Gemeinschaft ist durch feste Regeln und den gegenseitigen Handel mit Lebensmitteln gesichert. Nur wenige Nahrungsgüter lassen sich wegen der Dürre anpflanzen und diese werden untereinander ausgetauscht. „Stell dir vor, wir alle würden einfach tun, worauf wir gerade Lust haben, ohne auch nur einmal nachzudenken, wie sich das auf die anderen auswirkt, welche Konsequenzen das nach sich zieht. Hier in der Gegend gehört es sich, dass man sich an den anderen orientiert, sich anpasst. &lt;br /&gt;
[[Datei:Die Gemeinschaft der Gegend.jpeg|thumb|Die strukturell einheitliche Gemeinschaft der Gegend]]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ist der Grund, aus dem es uns noch relativ gut geht. Hier denken wir nicht zuerst an uns selbst, wir denken an die Gemeinschaft, an die Gegend.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=91}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Die größte Sorge der Bewohner*innen der Gegend ist die Angst vor dem Unbekannten. So fällt es ihnen schwer, Edith, die aus einem fremden Ort kommt, in die Gesellschaft zu integrieren. Selbst nachdem Edith mehrere Jahre in der Gegend wohnt, wird sie gemieden und gerade einmal toleriert. Ein ähnliches Schicksal erlebt Meisis. Ihre feuerroten Haare und ihr plötzliches Auftauchen in der Gegend, sind den Mitgliedern suspekt, weswegen sie das Mädchen aus der Gegend verbannen wollen. Zudem wird Meisis zum Sündenbock und wird für alle kommenden Katastrophen verantwortlich gemacht. „Es ist nur ein Kind“, sagte [Skalde], „wovor habt ihr Angst?“ „Es ist hier nicht erwünscht“, sagte die mit dem groben Gesicht. „Es wird euch nicht stören, ihr werdet es noch nicht einmal bemerken.“ „Darum geht es nicht. Es gehört nicht hierher. Allein schon diese Haare.“ Der Mann deutete auf Meisis, als zeige er auf ein Tier.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=76}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Skalde schließt einen Kompromiss mit den Bewohnern*innen; wenn Mesisi ihre Milchzähne verliert, darf die Familie bleiben. Das Verlieren der Milchzähne ist somit ein Indiz, dass der Mensch aus der Gegend stammt; das sind die wahren und vertrauensvollen Menschen. Fehlt diese Fähigkeit, wird der Mensch als Feind gesehen und bringt Unheil über die Gegend. Nur die wahren Menschen dürfen an dem gemeinsam organisierten Fest teilnehmen. Wird Wild im Wald erblickt, was eine Seltenheit ist, nachdem die Brücke gesprengt worden war, wird dieses gejagt. Pavillons, Bänke und Tische werden auf der Festwiese drapiert, und das gefangene Wild wird für alle gegrillt. Gemeinsam wird vom selbst gebrannten Quittenschnaps getrunken und freudig gefeiert&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=117}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.„Die Leute bezeichnen es als Glück, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten. Die Ernten waren immer so gut, dass die Quittenbäume nicht unter der Hitze litten&amp;quot; [und es zur Herstellung von Schnaps reichte]. &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=63}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Leon_Gieselmann/Werkstatt&amp;diff=3788</id>
		<title>Benutzer:Leon Gieselmann/Werkstatt</title>
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		<updated>2022-01-23T11:38:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Leon Gieselmann: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Einleitung ==&lt;br /&gt;
Kann '''der Roman Milchzähne, als Umweltliteratur''' gesehen werden? Dieser Frage geht die folgende Analyse nach. Dabei werden zuerst die [[Umweltsymbole]]: Landschaft, Pflanzen und Tiere sowie Wetter, in den Blick genommen, welche in [[Milchzähne]] sehr präsent sind. Anschließend werden die [[Motive und Topoi]] Meer, Haus und Garten als auch Wald, herausgearbeitet und dann die [[Gegensatzpaare]] Global-Lokal, Utopie-Dystopie und Mensch-Natur in den Blick genommen. Zum Schluss wird sich den Merkmalen der [[Klimaliteratur]] angenommen und auch diese abschließend in Milchzähne betrachtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Umweltsymbole ==&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===Landschaft===  &lt;br /&gt;
[[Datei:Sümpfe_der_Traurigkeit.jpg|thumb|Eine ähnliche Landschaft könnte auch in Milchzähne existieren.]]&lt;br /&gt;
Die Landschaft, in der Skalde und ihre Mutter leben, wirkt dürr, ertragsarm, trocken und karg. Sie wird lediglich als die Gegend tituliert. Früher sah die Landschaft jedoch anders aus. Len und Gösta haben die Veränderung durch die Klimaerwärmung mitverfolgen können. Damals war die Landschaft immer kalt, regnerisch und nebelig. „Kein Haus besaß Gardinen, und die Autos fuhren am Tag mit eingeschalteten Scheinwerfern. Wir hatten uns eingerichtet in diesem Leben, hatten Häuser und Höfe. Schon damals versorgten wir uns selbst.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Doch dann kamen kranke Tiere über eine Brücke in die Gegend und deswegen wurde die Brücke gesprengt, sodass auch niemand mehr die Gegend verlassen kann. „Die ganze Landschaft begann in der Hitze zu flimmern.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nachdem sich das Wetter und das Pflanzen- und Tierverhalten verändert hatte, mussten sich die Bewohner*innen der Gegend anpassen. „Wir legten Vorräte an, pumpten den Tankstellen das Benzin ab, statteten uns mit Fliegenklatschen aus, hängten gelb schimmernde Klebestreifen an unsere Lampen, auf denen die Insekten nach und nach verendeten, in ihrem Sterben vollkommen ausgestellt. Aus dem ständig blühenden Holunder kochten wir Sirup. Literweise. Bald hatten alle Häuser einen schier endlosen Vorrat. Wasser tranken wir nur noch gesüßt. Schließlich hatten wir uns, soweit es eben ging, in der neuen Situation eingerichtet. Wir haben noch Glück gehabt. Die Böden werfen noch immer einen kleinen Ertrag ab. Die Kaninchen und Hühner haben das große Sterben der Tiere überlebt. Auch mit der Hitze können wir uns arrangieren. Wir sind genügsam, so können wir ein einfaches Leben führen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Durch die Klimaerwärmung flohen oder starben sämtliche Tiere, weswegen die Landschaft ebenfalls als still beschrieben wird&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=29}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Tiere ===&lt;br /&gt;
Der Roman beschreibt die Veränderungen der Lebensrhythmen der Tier- und Pflanzenwelt. [[Datei:Albino.jpg|thumb|Ein Albino Hirsch.]] Tiere müssen lernen in der neuen Umgebung zu überleben und sich anzupassen. Die Lösung ist Evolution; der Klimawandel verändert das Aussehen der Tiere. Skalde und Edith beobachten dieses Phänomen bei ihrer eigenen Kaninchenzucht im Garten. Die Protagonistin beschreibt die Veränderungen der Tiere wie folgt: „Seit es immer wärmer wurde, begann sich die Fellfarbe der Kaninchen zu verändern. Jeder neue Wurf war heller als der vorige, bis sie alle weiß waren, wie Schnee. Sie hatten rote Augen und waren weniger widerstandsfähig. ALBINOTIERE, nannte Edith sie.&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die weiße Farbe reflektiert das Sonnenlicht, sodass sich der Körper nicht übermäßig aufheizen kann. Edith weist große Angst gegenüber dieser Veränderung auf und tötet am Ende jedes eigen gezüchtete Kaninchen. Selbst der Pelz der Tiere wird nicht wiederverwertet. „Nie vergessen werde ich, wie das Fell auf dem Kompost verrottet ist, die Fliegen und den Geruch, denn Edith weigerte sich, die weißen Felle zu verwenden. „Die Farbe kann nichts Gutes bedeuten“, sagte sie.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Auch andere Tierarten verloren ihre Farbe. Plötzlich gab es nur noch weiße Hühner, weiße Pferde. Auch ein paar Hunde, wie gekalkt. Im Wald tauchte ein weißer Fuchs auf. Zeitgleich verschwanden die heimischen Tiere. Mehrere Jahre hintereinander baute ich Nistkästchen und hängte sie auf, doch sie blieben jedes Mal leer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Möwen spielen eine tragende Rolle in dem Roman. „An manchen Tagen kam es so vor, dass Möwen aus dem Himmel stürzten. Das Gefieder wie angekohlt, oft mit entzündeten Stellen am Bauch oder an den Gelenken der Flügel.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=15}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Die Vögel beweisen Skalde, dass ein Überleben in der Gegend bei den steigenden Temperaturen nicht möglich ist. Wegen dieser Erkenntnis entscheidet sich Skalde, ihre Heimat zu verlassen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=216 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Pflanzen ====&lt;br /&gt;
Die Pflanzen symbolisieren die sich ausbreitende Dürre und somit die unfruchtbare Landschaft. Da das Züchten von Pflanzen das Überleben der Bewohner*innen garantiert, hat das Austrocknen der Böden fatale Folgen. Edith und Skalde stellen Dünger aus Brenneseln (Unkraut) her. „Damit die Pflanzen die anhaltende Hitze vertrugen, düngte ich sie täglich. Der Ertrag war überschaubar. Dreimal im Jahr sammelte ich die Kartoffeln aus dem ausgedörrten Boden und legte sie im Keller in Holzkisten, grub das Feld um und setzte neue Saatkartoffeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=27}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde beobachtet die Veränderung der Landschaft. „Während unserer Streifzüge fiel mir auf, dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und brachliegenden Felder erinnerten mich an die Beschreibungen von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales. Der Geruch drückte sich gegen meine Stirn und ließ mich schwindeln. Auch kam mir die Landschaft stiller vor. Die Luft stand unbewegt. Das vibrierende Zirpen der Insekten schien in die Wiesen gesickert zu sein.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;quot;Ich legte den Kopf in den Nacken und betrachtete die Zweige. Die Blüten waren vertrocknet. In den nächsten Tagen würden sie abfallen. Pflaumen würde es wieder keine geben.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=115}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Links und rechts standen Kastanienbäume, die Blätter braun und trocken. In der Hand würden sie sofort zu Staub zerfallen. Das Sonnenlicht warf ihre Schatten als Muster auf den Asphalt.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=54}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wetter===&lt;br /&gt;
Nicht nur die Bewohner*innen können die Veränderung des Wetters in dem Roman mitverfolgen, sondern auch der*die Leser*in. Len und Gösta, ältere Bewohnerinnen der Gegend, beobachten ihr ganzes Leben die Klimaveränderungen und beschreiben diese wie folgt: Früher lag die Gegend im Nebel, die Temperatur stieg nie über 20°C und jede Nacht konnten die Bewohner*innen dem Regen zuhören. Im Winter waren die Dächer und die Pflanzen mit Raureif bedeckt und aus dem Himmel fiel Schnee. Jetzt fällt nachts das Schlafen zunehmend schwerer, da die drückende Hitze jegliche Bewegungsform einschränkt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=57}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch Skalde beobachtet dieses Phänomen und erkennt, dass die Leute sich nur in der Hitze in Zeitlupe bewegen können&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=108}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
[[Datei:Sonne_am_Morgen.jpg|thumb|Hitze und Sonne, anstatt Nebel.]] Skalde lernt den Frost, den Nebel und den Regen ebenfalls noch kennen: „Ich zog meinen Regenmantel an und ging in den Garten. Durch den Nebel war das Licht milchig. Die Feuchtigkeit legte sich als dünner Film auf meine Haut.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt; „Nachts wurde es so kalt, dass das Wasser in der Regentonne gefror.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Doch das Wetter änderte sich schnell, Skalde fürchtete sich vor dieser Unbekannten. „Am nächsten Morgen füllte eine gleißende Helligkeit mein Zimmer […] Durch das Fenster blickte ich hinaus und erschrak. Blau war der Himmel über der Landschaft. Keine Wolke war zu sehen, nur die Sonne stand über dem Haus. Es war das erste Mal, dass nicht alles vom Nebel verhangen war.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Der Nebel wurde mit der Zeit immer lichter. „Erst gab es ein paar Tage mit einem wolkenlosen Himmel. Dann Wochen, Monate. Der Nebel verlor an Dichte. Er franste aus und hing nur noch am frühen Morgen und Abend in den Wiesen.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Nicht nur die Witterungen änderten sich, sondern auch die Temperatur, welche von Tag zu Tag steigt. Skalde und Meisis mussten sich den neuen klimatischen Bedingungen anpassen. „In […] frühen Stunden war es draußen noch auszuhalten. Wir rasten kaum und waren in ständiger Bewegung. Wenn es am Vormittag so heiß wurde, dass der Teer auf der Straße schmolz, lagen wir nur noch im Schatten.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;quot;Kurz bevor die Sonne am höchsten Punkt stand, gingen wir wieder ins Haus.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=40 f.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Wenn die Dämmerung einbricht, konnten die beiden Mädchen wieder in den Garten hinausgehen, um die Beete zu wässern. „Der Geruch der nassen Erde erinnerte mich an die Zeit des Nebels.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=42}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Alle Bewohner*innen der Gegend kämpfen um das Überleben in der Hitze und wünschen sich die damaligen Bedingungen zurück. Len sagt: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Motive und Topoi== &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Meer===&lt;br /&gt;
Die Erinnerung an das Meer geben Edith während ihrer depressiven Phasen Halt. In dunklen Stunden sehnt sie sich nach ihrem alten Leben am Meer und an die glücklichen Zeiten zurück und liegt tagelang in der Badewanne, bis ihre Haut weiß erscheint &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=28}}&amp;lt;/ref&amp;gt;oder versteckt sich eine Woche in ihrem Kleiderschrank. „Die Innenwände [des Schranks] hatte Edith mit Bildern vom Meer tapeziert: SANDSTRAND; HELLE DÜNEN; ANGESPÜLTE ALGEN; BEMOOSTE WELLENBRECHER; EIN PIER IM NEBEL; EINE AUSGEBOMBTE STRANDPROMENADE“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=24}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ihre einzigen Habseligkeiten, die sie während ihrer Flucht bei sich hatte, erinnern sie ebenfalls an das Meer. Ihr Schmuck besteht aus Perlmutt, ihre Haarbürste aus Treibholz und unter ihren Kleidern trägt sie gelegentlich ihren Badeanzug. Auch ihrer Tochter möchte Edith ihre Liebe zum Meer näherbringen und liest Skalde Gedichte über Dünen und Sachtexte über Meerestiere vor.&lt;br /&gt;
Meisis, Metta und Skalde empfinden ebenfalls Hoffnung, wenn sie an das Meer denken. Ein Leben ist bei den sich verändernden Klimaverhältnissen in der Gegend nicht mehr möglich. Das Meer bietet bessere Lebensbedingungen, was die Möwen, die gelegentlich in die Gegend gelangen, beweisen. So beschließt die Familie zu flüchten. Edith wird jedoch bei den Vorbereitungen auf die Flucht getötet und wird mit ihren Habseligkeiten, die sie an das Meer erinnern, im Garten beerdigt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=109}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Als Grabrede trägt Skalde ein Gedicht über den Bernstein vor, welches sie an Edith erinnert.&lt;br /&gt;
Skalde, Meisis und Metta gelingt die Flucht zum Meer, jedoch ist selbst dort die Klimaveränderung sichtbar. Die Tiere verlieren ihre Farbe, zwischen dem Sand und den Wellen befindet sich Plastikmüll und die Temperatur ist höher als erwartet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Haus und Garten===&lt;br /&gt;
Skalde und Edith wohnen in der Gegend in einem Haus mit einem Garten. Im Garten pflanzen sie selbst ihre Nahrungsmittel an, züchten Kaninchen und Edith bringt ihrer Tochter das Schwimmen im Pool bei. Edith wird von den Bewohnern*innen der Gegend nicht akzeptiert und somit ist das Haus und der Garten ihr persönlicher Schutzraum. Sie verbietet Skalde diesen Raum zu verlassen und stellt die Regel auf, dass die Brombeerhecke, die sich im Garten befindet, von ihr nicht übertreten werden darf. In jüngeren Jahren hinterfragt Skalde diese Regel nicht, als jedoch Edith sich immer mehr zurückzieht, beginnt sie die Regeln zu hinterfragen und ihre Umgebung intensiver wahrzunehmen. Skalde beschreibt das Haus wie folgt: „Bei der grünlackierten Eingangstür platze die Farbe ab, und der Schmutz auf dem darüber liegenden Rundbogenfenster mit den sich auffächernden Holzverstrebungen war so dick, dass kein Licht durchfiel. Die grauen Steinfliesen im Flur klebten. In der Küche war es immer dunkler, nicht zuletzt wegen der Schränke aus Eiche und des Küchenbuffets, das schwarz war, fast als wäre die Oberfläche verkohlt. Noch dunkler wurde es nur in der Speisekammer.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=21}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Unordnung zieht sich durch das gesamte Haus. Jede Etage des Hauses ist unordentlich, dreckig und dunkel. Nur auf dem Dachboden fühlt Skalde sich sicher, weil Edith keinen Zugang zu diesem hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=25}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Dort kann Edith keine Unordnung schaffen und Skalde kann ihren eigenen Bereich nach ihren Vorstellungen gestalten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=26}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der zuvor durch Edith geschaffene Schutzraum wird für Skalde zu einem Gefängnis, weswegen sie unerlaubt den Wald erkundet. „Aus dem Haus zu verschwinden, fühlte sich an, als würde ein schwerer Stein von meinem Brustkorb genommen werden.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=18}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Um ihre negativen Gefühle verarbeiten zu können, schreibt Skalde ihre Gedanken auf und versteckt diese vor Edith im gesamten Haus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=19 ff.}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Nachdem Meisis in das Haus eingezogen ist, versucht Skalde die Unterkunft wohnlich zu gestalten. Sie beginnt ihre eigene Ordnung im Haus herzustellen und schafft sich und Meisis ein Zuhause. „MIT DEM KIND IM HAUS SIND DIE NÄCHTE HELLER GEWORDEN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=43}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Zum Schluss des Buches verstirbt Edith und wird mit samt ihren Habseligkeiten im Garten beerdigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===Wald===&lt;br /&gt;
Der Wald ist für Skalde eine verbotene Zone. Als sie diesen das erste Mal unerlaubt betritt, kommt eine geheimnisvolle und erwartungsvolle Stimmung bei Skalde auf. „Der Wald dahinter kam mir vor wie eine Kulisse. […] [Er] stand, als hätte er all die Jahre auf mich gewartet. Ich untersuchte die Rinde der Kiefern, verschob die Nadeln auf dem Boden, steckte zwei Tannenzapfen in die Tasche meines Regenmantels und lag, bis es dunkel wurde, in einer Kuhle zwischen den Wurzeln, den Blick in den Zweigen über mir. Ich verstand, dass ich hier hingehörte […]“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=17}}&amp;lt;/ref&amp;gt;Skalde befindet sich nun, gegen Ediths Willen, täglich im Wald und versucht jede Stelle kennenzulernen. Zur Orientierung ritzt sie Wegweiser in die Rinde der Bäume. Auf einer Lichtung baute sie aus Ästen eine Hütte. „Es war mein erstes Versteck im Wald gewesen. Weit genug von Edith entfernt, dass ich mir einreden konnte, es gäbe sie nicht.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=30}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In der Hütte befand sich eine Holzkiste, in der Skalde Zigaretten aufbewahrt. Während sie an einer Zigarette zog, begegnet ihr Meisis das erste Mal. Skalde zeigt Meisis, nachdem sie bei Edith und ihr eingezogen ist, den Wald und übermittelt ihr, ihr gesamtes Wissen über die Pflanzen und die Tierwelt. Sie möchte, dass Meisis ebenfalls eine tiefe Verbundenheit mit der Natur empfindet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=128}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch der Wald wird im Verlauf der Handlung für Skalde zu einem unsicheren Ort, da sich die Bewohner*innen der Gegend in diesem verstecken könnten und dadurch die Familie unerwartet angreifen könnten.  „DER WALD IST EIN ANDERER: VIELLEICHT WURDEN ÜBER NACHT DIE BÄUME AUSGETAUSCHT, UND NUN STEHEN DORT STATTDESSEN ATTRAPPEN; DEREN EINZIGE FUNKTION ES IST, VERSTECKE ZU SEIN, UM DAS AUFLAUERN ZU OPTIMIEREN.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=49}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Gegensatzpaare ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Global-lokal ===&lt;br /&gt;
Das [[Gegensatzpaar]] global-lokal lässt sich im Buch anhand der Ausmaße der in der Welt herrschenden Klimakatastrophe erkennen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 | Online=https://hds.hebis.de/ubks/Record/HEB371425972|Abruf=13.01.2022 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. So wird immer wieder deutlich, dass sich die Hitze und die Veränderungen von der Tier- und Pflanzenwelt nicht nur auf Umgebung der Handlung beschränken, sondern weit darüber hinausgehen und voraussichtlich die ganze Welt umfassen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 und 195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Klimakatastrophe ist also nicht nur [[lokal]], sondern auch [[global]]. So berichtet Meisis, dass sie und ihre Schwester Metta vor der großen Hitze aus den „toten Gebieten“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; geflohen seien, bevor sie die Gegend von Skalde und der Gemeinschaft erreichten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=195 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; Auch breiten sich diese Veränderungen scheinbar aus, so wird am Anfang des Buches und am Ende der Handlung davon berichtet, wie die Tiere auch dort, nach der Flucht schon wieder anfingen, ihre Farbe zu verlieren&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Utopie-Dystopie ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dass es sich in Milchzähne um ein dystopisches fiktives Zukunftsszenario handelt, ist wenig verwunderlich. Die Menschen in der Geschichte kämpfen um ihr Überleben in einer sich rasch verändernden Umwelt. Aber auch die Tiere in dieser Welt kämpfen um ihr Überleben. So fallen Möwen mit angekokeltem Gefieder vom Himmel,  andere Tiere fliehen ins Meer auf der Flucht vor verbrannten Landschaften, nur um dort zu sterben und wieder angespült zu werden. Jene Tiere, welche nicht sterben, verlieren ihre Farbe und werden zu Albinos. Doch lange wollen es die Bewohner der Gegend nicht wahrhaben und hoffen noch auf ein Ende des „endlosen Sommers“ und verstehen erst nach und nach: „Vielleicht müssen wir uns damit abfinden, wir haben es nicht mehr in der Hand“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=56 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Selbst solche Orte, welche zunächst als schöne Orte und utopisch dargestellt werden, verlieren dies nach und nach. So wird der Wald, zu Anfang noch ein Ort, der Skalde das Gefühl gibt, als wenn sie dort hingehöre (vgl. S.17) zu einem Ort, der „so leer war, als hätte man ihn umgedreht und alles Lebendige herausgeschüttelt.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=130 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mensch-Natur ===&lt;br /&gt;
Der Mensch und die Natur haben in Milchzähne ein zerrüttetes Verhältnis. So sagt Gösta, als sie von den vergangenen Veränderungen der Natur und dem Sterben der Nutztiere spricht: „Es ist doch verrückt, die Landschaft, die wir gerettet haben, verrät uns.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=62 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
Auch Skalde hat ein besonderes Verhältnis zur Natur und der Landschaft. Sie ist gerne im Wald und in der Natur und so fällt ihr etwa während ihrer Streifzüge mit Meisis auf:, (…)„dass alles noch trockener geworden war. Die Wiesen und dir brachliegenden Felsen erinnerten mich an die Beschreibung von Steppen, die Edith mir früher einmal vorgelesen hatte. Das gelbbraune Gras, die fast blattlosen Büsche und Bäume. Scharfkantig schnitten die ihre Äste in den blauen Himmel. Dann wieder ganze Heckenzüge, die blühten. Schon von weitem rochen wir sie. Die Idylle hatte etwas Brutales.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Trotz dieser andauernden Wetter- und Naturextreme, wollen Skalde, aber auch Gösta, lange nicht war haben, dass dies keine temporären Veränderungen sind und glauben, dass der „endlose Sommer ein Ende finden würde“.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=129 und 56 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Merkmale von Klimaliteratur seit 2000 ==&lt;br /&gt;
Was macht [[Klimaliteratur]] aus? Klimawandelliteratur selbst, lässt sich nicht als eigenes Genre definieren, da sich viele verschiedene Genres, zum Beispiel Science-Fiction oder Thriller, der Thematik des Klimawandels bedienen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Dennoch lassen sich in Literatur mit Klimawandelthematik oft bestimmte Merkmale wiederfinden.  &lt;br /&gt;
So spielen viele Werke der Klimaliteratur in einer (nahen) Zukunft&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welche von (post-)apokalyptischen oder dystopischen Verhältnissen geprägt ist&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiteres Merkmal ist, dass die Klimakatastrophe die Figuren in dieser Welt psychologisch belastet und sie in emotionales oder psychologisches Dilemma bringt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Doch nicht nur psychologisch werden die Figuren belastet, sondern die Klimakatastrophe hat auch Auswirkungen auf die Gesellschaft, die Wirtschaft, die Natur und Vertrauen in die Wissenschaft &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Ein weiterer Aspekt, welcher sich häufig finden lässt, ist der des Überlebens der Menschen verbunden mit einer Verpflichtung gegenüber den folgenden Generationen.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Johns-Putra, Adeline |Titel=Climate change in literature and literary studies: From cli-fi, climate change theater and ecopoetry to ecocriticism and climate change criticism |Ort= |Verlag= |Jahr=2016 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Auch wird in Klimaliteratur oft deutlich, dass die Katastrophe nicht nur lokal begrenzt ist, sondern globale Auswirkungen hat&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verbunden mit einer drohenden oder bereits nicht mehr verhinderbaren Unumkehrbarkeit der Katastrophe &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Stobbe, Urte (Hrsg.)|Titel=Ecocriticism. Eine Einführung - Zum Genre des Ökothrillers (Science-Fiction, Thriller, und DokuFiktion |Ort= Köln Weimar Wien |Verlag= Böhlau Verlag|Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
Bei den Figuren in Klimaliteratur handelt es sich oft um Wissenschaftler, Umweltschützer oder andere Personen mit Fachwissen oder Fachkompetenz, welche der Erzählung mit Fakten eine gewisse Nähe zur Realität geben &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Dürbeck, Gabriele; Nesselhauf, Jonas |Titel=Figuren und narrative Instanzen in umweltbezogener Literatur – eine Einführung |Zeitschrift=Komparatistik online. |Band=2 |Nummer= |Jahr=2015 |Seite=1-2 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Merkmale in Milchzähne ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Aber handelt es sich bei „Milchzähne“ jetzt um einen Roman, welcher der Klimaliteratur zugeordnet werden kann? &lt;br /&gt;
Die Erzählung spielt in einer wahrscheinlich nahen Zukunft und die Welt, welche dort behandelt wird, ist in einem dystopischen Zustand&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch scheint die Klimakatastrophe nicht nur lokal beschränkt zu sein, sondern breitet sich global und unaufhaltsam aus&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=7 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Ein weiterer Aspekt, welcher einen Bezug zu Klimaliteratur nahelegt, ist, dass Skalde und auch die Bewohner der Gegend in einem dauerhaften Überlebenskampf sind, genug Essen zu bekommen, was erschwert wird, durch das Verschwinden und Sterben vieler Tiere und der Veränderung in der Tier- und Pflanzenwelt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Bukowski, Helene |Titel=Milchzähne |Ort=Berlin |Verlag=Aufbau Taschenbuch Verlag |Jahr=2019 |Seite=61 f. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Was jedoch nicht behandelt wird, ist eine faktische Untermalung der Klimakatastrophe durch Figuren. Das Wissen über den Ursprung oder eine Mission für die Bekämpfung der Umweltveränderungen spielen keine Rolle. Stattdessen ist es der/dem Leser*in selbst überlassen diese Unbestimmtheiten zu füllen.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;br /&gt;
{{Autor*innenschaft|Vorname=Leon |Nachname=Gieselmann |Vorname2=Isabel |Nachname2=John |Tag=19 |Monat=01 |Jahr=2022 |Bearbeitung-Vorname= | Bearbeitung-Nachname= |Bearbeitung-Vorname2= | Bearbeitung-Nachname2= |Bearbeitung-Tag= |Bearbeitung-Monat=| Bearbeitung-Jahr= }}&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Leon Gieselmann</name></author>
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