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		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Julia Schaberich studiert an der Universität Kassel Gymnasiallehramt für die Fächer Germanistik und Sport.&lt;br /&gt;
Sie schrieb im Rahmen des Seminars &amp;quot;Dies ist die Geschichte unseres Planeten im Wandel. Die Sprache des Dokumentarfilms (Lehrschwerpunkt Climate Thinking)&amp;quot; einen Beitrag.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Julia Schaberich im Living Handbook ==&lt;br /&gt;
* Liste aller [[Spezial:Beiträge/Julia Schaberich|Bearbeitungen von Julia Schaberich]]&lt;br /&gt;
* Artikel von Julia Schaberich:&lt;br /&gt;
** [[Die gegenseitige Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm]]&lt;br /&gt;
** [[Das Verhältnis von Mensch und Eisbär im Dokumentarfilm]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
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		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-10-14T07:59:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung des Mensch-Eisbär-Verhältnisses in [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]].&lt;br /&gt;
Dem Eisbären wird in der heutigen Gesellschaft ein besonderer Stellenwert zugesprochen: Als exponiertes Symboltier steht er im Zentrum des Klimawandel-Diskurses. Dort macht er nicht allein eine Aussage über die Eisschmelze, sondern auch über die Mensch-Tier-Beziehung im Allgemeinen. Der folgende Artikel soll hierzu einen Überblick über die allgemeine Tier-Mensch-Beziehung geben, um darauf aufbauend das Mensch-Eisbär-Verhältnis und seine mediale Darstellung zu skizzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überblick zur Tier-Mensch-Beziehung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterschiedliche Inszenierungen von Tieren in Dokumentarfilmen sind das Ergebnis einer komplexen Wechselbeziehung zwischen der Natur, Kultur, Tieren und Menschen. Bereits bei der Betrachtung eines einzelnen dieser Begriffe wird deutlich, wie kontrastreich die menschliche Wahrnehmung sein kann: Die ‚Natur‘ als grundlegender Mengenbegriff für Lebewesen aller Art wird „im Alltag häufig sowohl als das Ursprüngliche oder Gute, aber auch als das Wilde und Bedrohliche beschrieben.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Sinne traten in der Vernetzung kultureller, religiöser oder sozialer Entwicklungen des Menschen unterschiedlichste Rollenzuweisungen an Tiere hervor: die des sorgebedürftigen Haustiers, die des Schauobjekts im Zoo und im Zirkus oder die des möglichst effizienten Fleischlieferanten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rollenzuweisungen gehen dabei immer vom Standpunkt des Menschen aus und sind nach seinen Bedürfnissen ausgerichtet. Dies ist das Resultat „[...] der höhergestellten Machtposition, die Menschen genießen, indem sie entscheiden, wann und wie sie ein Tier behandeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tier-Mensch-Beziehung ist demnach ein Abbild gesellschaftlicher Veränderungen und befindet sich schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend im Wandel: einerseits intensivieren sich die emotionale Verbindung zum Tier sowie Tierschutzbestrebungen, andererseits dehnen sich die Ausbeutung von Tieren und die Zerstörung ihrer Habitate aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mit der wachsenden Sichtbarkeit menschlichen Handelns, vollzieht sich eine vermehrt kritische Auseinandersetzung mit dem Mensch-Tier-Verhältnis. Verhandelt wird diese Kontroverse nicht nur realweltlich, sondern auch in der Kunst, Literatur und im Film.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis von Mensch und Eisbär verändert sich auf Grundlage der Entwicklung des Klimawandels zunehmend. Bereits Kinder werden in Bilderbüchern, wie beispielsweise Christina Hagens &amp;quot;Vom kleinen Eisbären dem es zu warm geworden ist&amp;quot;, mit Darstellungen von Mensch-Tier-Verhältnissen konfrontiert. Diese Darstellungen gehen jedoch in der Regel mit einer Vermenschlichung der Eisbären einher, sodass eine sogenannte Anthropomorphisierung stattfindet und damit eine Verharmlosung oder eine Verniedlichung der Tiere&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Buchner-Fuhs, J. |Titel=Tiere im Bilderbuch: Mediale Sozialisierung&lt;br /&gt;
und das Mensch-Tier-Verhältnis |Herausgeber*in= Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Sammelband=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer |Jahr=2015 |Seite=305 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch im Fernsehen nehmen Kinder bereits den Klimawandel wahr. So sehen sie schmelzende Pole, Eisbären auf Schollen und Visualisierung dieser Umstände im Fernsehen, auf Plakaten oder in Büchern. Ebenso erstellen Kinder ihr eigenes Wissen über Eisbären durch unterschiedliche Zoosendungen, welche durch eine weite Bildkultur die Genregrenzen verschwimmen lässt. Beispiele für diese Vermenschlichung sind Knut, der Eisbär&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Buchner-Fuhs, J. |Titel=Tiere im Bilderbuch: Mediale Sozialisierung und das Mensch-Tier-Verhältnis |Herausgeber*in= Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Sammelband=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer |Jahr=2015 |Seite=301 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder die Bilderbuchreihe von Lars de Beer &amp;quot;Lars, der kleine Eisbär&amp;quot;. In der Darstellung des Eisbären vereinen sich komplexe Widersprüchlichkeiten, die vom Kuschelbären Knut bis hin zum Eisbären als das „größte Landraubtier der Welt“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; reichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So entwickelt sich das Eisbär-Mensch-Verhältnis bereits von Kleinkindalter an und verändert sich im Laufe des Lebens, durch Filme, Bücher, Zoobesuche oder den Schulunterricht. Geprägt wird das Verhältnis von Mensch und Eisbär auch durch die Darstellung von Eisbären im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Eisbär im Dokumentarfilm===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär wird in Dokumentarfilmen auf unterschiedliche Weise und nach verschiedenen Schwerpunkten inszeniert. Je nach Dokumentarfilm steht die Untersuchung der Eisbärenpopulation  &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder das Leben der Bären bei schwindendem Eis im Zentrum der Betrachtung. Auch das Verhältnis von Mensch und Eisbär wird in Dokumentarfilmen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.  &lt;br /&gt;
In den folgenden drei Artikeln wird genauer aufgearbeitet, wie dieses Verhältnis in unterschiedlichen Dokumentarfilmen dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Eisbär-Forscher*innen-Verhältnis, dem [[Die Verschleierung der Gewaltbeziehung zwischen Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm|Eisbär-Inuit-Verhältnis]] und der [[Die gegenseitige Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm|gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch]]. In diesen Artikeln wird die Darstellung des Eisbär-Mensch-Verhältnisses mit Hilfe einer '''[[Multimodalität|multimodalen Filmanalyse]]''' untersucht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung des Mensch-Eisbär-Verhältnisses in [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]].&lt;br /&gt;
Dem Eisbären wird in der heutigen Gesellschaft ein besonderer Stellenwert zugesprochen: Als exponiertes Symboltier steht er im Zentrum des Klimawandel-Diskurses. Dort macht er nicht allein eine Aussage über die Eisschmelze, sondern auch über die Mensch-Tier-Beziehung im Allgemeinen. Der folgende Artikel soll hierzu einen Überblick über die allgemeine Tier-Mensch-Beziehung geben, um darauf aufbauend das Mensch-Eisbär-Verhältnis und seine mediale Darstellung zu skizzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überblick zur Tier-Mensch-Beziehung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterschiedliche Inszenierungen von Tieren in Dokumentarfilmen sind das Ergebnis einer komplexen Wechselbeziehung zwischen der Natur, Kultur, Tieren und Menschen. Bereits bei der Betrachtung eines einzelnen dieser Begriffe wird deutlich, wie kontrastreich die menschliche Wahrnehmung sein kann: Die ‚Natur‘ als grundlegender Mengenbegriff für Lebewesen aller Art wird „im Alltag häufig sowohl als das Ursprüngliche oder Gute, aber auch als das Wilde und Bedrohliche beschrieben.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Sinne traten in der Vernetzung kultureller, religiöser oder sozialer Entwicklungen des Menschen unterschiedlichste Rollenzuweisungen an Tiere hervor: die des sorgebedürftigen Haustiers, die des Schauobjekts im Zoo und im Zirkus oder die des möglichst effizienten Fleischlieferanten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rollenzuweisungen gehen dabei immer vom Standpunkt des Menschen aus und sind nach seinen Bedürfnissen ausgerichtet. Dies ist das Resultat „[...] der höhergestellten Machtposition, die Menschen genießen, indem sie entscheiden, wann und wie sie ein Tier behandeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tier-Mensch-Beziehung ist demnach ein Abbild gesellschaftlicher Veränderungen und befindet sich schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend im Wandel: einerseits intensivieren sich die emotionale Verbindung zum Tier sowie Tierschutzbestrebungen, andererseits dehnen sich die Ausbeutung von Tieren und die Zerstörung ihrer Habitate aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mit der wachsenden Sichtbarkeit menschlichen Handelns, vollzieht sich eine vermehrt kritische Auseinandersetzung mit dem Mensch-Tier-Verhältnis. Verhandelt wird diese Kontroverse nicht nur realweltlich, sondern auch in der Kunst, Literatur und im Film.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis von Mensch und Eisbär verändert sich auf Grundlage der Entwicklung des Klimawandels zunehmend. Bereits Kinder werden in Bilderbüchern, wie beispielsweise Christina Hagens &amp;quot;Vom kleinen Eisbären dem es zu warm geworden ist&amp;quot;, mit Darstellungen von Mensch-Tier-Verhältnissen konfrontiert. Diese Darstellungen gehen jedoch in der Regel mit einer Vermenschlichung der Eisbären einher, sodass eine sogenannte Anthropomorphisierung stattfindet und damit eine Verharmlosung oder eine Verniedlichung der Tiere&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch im Fernsehen nehmen Kinder bereits den Klimawandel wahr. So sehen sie schmelzende Pole, Eisbären auf Schollen und Visualisierung dieser Umstände im Fernsehen, auf Plakaten oder in Büchern. Ebenso erstellen Kinder ihr eigenes Wissen über Eisbären durch unterschiedliche Zoosendungen, welche durch eine weite Bildkultur die Genregrenzen verschwimmen lässt. Beispiele für diese Vermenschlichung sind Knut, der Eisbär &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder die Bilderbuchreihe von Lars de Beer &amp;quot;Lars, der kleine Eisbär&amp;quot;. In der Darstellung des Eisbären vereinen sich komplexe Widersprüchlichkeiten, die vom Kuschelbären Knut bis hin zum Eisbären als das „größte Landraubtier der Welt“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; reichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So entwickelt sich das Eisbär-Mensch-Verhältnis bereits von Kleinkindalter an und verändert sich im Laufe des Lebens, durch Filme, Bücher, Zoobesuche oder den Schulunterricht. Geprägt wird das Verhältnis von Mensch und Eisbär auch durch die Darstellung von Eisbären im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Eisbär im Dokumentarfilm===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär wird in Dokumentarfilmen auf unterschiedliche Weise und nach verschiedenen Schwerpunkten inszeniert. Je nach Dokumentarfilm steht die Untersuchung der Eisbärenpopulation  &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder das Leben der Bären bei schwindendem Eis im Zentrum der Betrachtung. Auch das Verhältnis von Mensch und Eisbär wird in Dokumentarfilmen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.  &lt;br /&gt;
In den folgenden drei Artikeln wird genauer aufgearbeitet, wie dieses Verhältnis in unterschiedlichen Dokumentarfilmen dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Eisbär-Forscher*innen-Verhältnis, dem [[Die Verschleierung der Gewaltbeziehung zwischen Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm|Eisbär-Inuit-Verhältnis]] und der [[Die gegenseitige Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm|gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch]]. In diesen Artikeln wird die Darstellung des Eisbär-Mensch-Verhältnisses mit Hilfe einer '''[[Multimodalität|multimodalen Filmanalyse]]''' untersucht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
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		<updated>2021-09-25T12:47:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung des Mensch-Eisbär-Verhältnisses in [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]].&lt;br /&gt;
Dem Eisbären wird in der heutigen Gesellschaft ein besonderer Stellenwert zugesprochen: Als exponiertes Symboltier steht er im Zentrum des Klimawandel-Diskurses. Dort macht er nicht allein eine Aussage über die Eisschmelze, sondern auch über die Mensch-Tier-Beziehung im Allgemeinen. In diesem Diskurs stellt sich die Frage ob der Eisbär tatsächlich vom Aussterben bedroht ist und inwiefern der Mensch dazu seinen Beitrag leistet. Der folgende Artikel soll hierzu einen Überblick über die allgemeine Tier-Mensch-Beziehung geben, um darauf aufbauend das Mensch-Eisbär-Verhältnis und seine mediale Darstellung zu skizzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überblick zur Tier-Mensch-Beziehung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterschiedliche Inszenierungen von Tieren in Dokumentarfilmen sind das Ergebnis einer ganzheitlich komplexen Wechselbeziehung zwischen der Natur, Kultur, Tier und Mensch. Bereits bei der Betrachtung eines herausgelösten Begriffs verdeutlicht sich, wie kontrastreich die menschliche Wahrnehmung sein kann: Die ›Natur‹ als grundlegender Mengenbegriff für Lebewesen aller Art wird „[…] im Alltag häufig sowohl als das Ursprüngliche oder Gute, aber auch als das Wilde und Bedrohliche beschrieben.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Sinne traten in der Vernetzung kultureller, religiöser oder sozialer Entwicklungen des Menschen unterschiedlichste Rollenzuweisungen des Tiers hervor: die des sorgebedürftigen Haustiers, die des Schauobjekts im Zoo und im Zirkus oder die des möglichst effizienten Fleischlieferanten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Rollenzuweisungen des Tiers gehen dabei immer vom Standpunkt des Menschen aus und sind nach seinen Bedürfnissen ausgerichtet. Dies ist das Resultat „[...] der höhergestellten Machtposition, die Menschen genießen, indem sie entscheiden, wann und wie sie ein Tier behandeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tier-Mensch-Beziehung ist demnach ein Abbild gesellschaftlicher Veränderungen und scherte schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend aus: einerseits intensivieren sich die emotionale Verbindung zum Tier sowie Tierschutzbestrebungen, andererseits dehnen sich die Ausbeutung von Tieren und die Zerstörung ihrer Habitate aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mit der wachsenden Sichtbarkeit menschlichen Handelns, vollzieht sich eine vermehrt kritische Auseinandersetzung mit dem Mensch-Tier-Verhältnis. Verhandelt wird diese Kontroverse nicht nur realweltlich, sondern auch in der Kunst, Literatur und im Film.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis von Mensch und Eisbär wandelt sich auf Grundlage der Entwicklung des Klimawandels zunehmend. Bereits Kinder werden in Bilderbüchern mit Darstellungen von Mensch-Tier-Verhältnissen konfrontiert. Diese Darstellungen gehen jedoch in der Regel mit einer Vermenschlichung der Eisbären einher, sodass eine sogenannte Anthropomorphisierung stattfindet und damit eine Verharmlosung oder eine Verniedlichung der Tiere&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch im Fernsehen nehmen Kinder bereits den Klimawandel wahr. So sehen sie schmelzende Pole, Eisbären auf Schollen und Visualisierung dieser Umstände im Fernsehen, auf Plakaten oder in Büchern. Ebenso erstellen Kinder ihr eigenes Wissen über Eisbären durch unterschiedliche Zoosendungen, welche durch eine weite Bildkultur die Genregrenzen verschwimmen lässt. Als Beispiel dieser Vermenschlichung durch das Fernsehen sind Knut, der Eisbär &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;quot;Lars, der kleine Eisbär&amp;quot;. In der Darstellung des Eisbären vereinen sich komplexe Widersprüchlichkeiten, die vom Kuschelbären Knut bis hin zum Eisbären als das „größte Landraubtier der Welt“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; reichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So entwickelt sich das Eisbär-Mensch-Verhältnis bereits von Kleinkindalter an und verändert sich im Laufe des Lebens, durch Filme, Bücher, Zoobesuche oder Schulunterricht. Geprägt wird das Verhältnis von Mensch und Eisbär auch durch die Darstellung von Eisbären im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Eisbär im Dokumentarfilm===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär wird in [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]] auf unterschiedliche Weise und verschiedenen Schwerpunkten inszeniert. In unterschiedlichen Dokumentarfilmen wird die Population der Eisbären untersucht &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder das Leben der Bären bei schwindendem Eis beobachtet. Doch auch das Verhältnis von Mensch und Eisbär wird in Dokumentarfilmen aus unterschiedlichen Perspektiven inszeniert.  &lt;br /&gt;
In drei spezifizierten Artikeln soll aufgearbeitet werden, wie das Eisbär-Mensch-Verhältnis in unterschiedlichen Dokumentarfilmen dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Eisbär-Forscher*innen-Verhältnis, dem Eisbär-Inuit-Verhältnis und der [[Die gegenseitige Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm|gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch]]. In diesen Artikeln wird die Darstellung des Eisbär-Mensch-Verhältnisses in verschiedenen [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]] mit Hilfe einer '''[[Multimodalität|multimodalen Filmanalyse]]''' beschrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
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		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-09-25T12:41:40Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung des Mensch-Eisbär-Verhältnisses in [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]].&lt;br /&gt;
Dem Eisbären wird in der heutigen Gesellschaft ein besonderer Stellenwert zugesprochen: Als exponiertes Symboltier steht er im Zentrum des Klimawandel-Diskurses. Dort macht er nicht allein eine Aussage über die Eisschmelze, sondern auch über die Mensch-Tier-Beziehung im Allgemeinen. In diesem Diskurs stellt sich die Frage ob der Eisbär tatsächlich vom Aussterben bedroht ist und inwiefern der Mensch dazu seinen Beitrag leistet. Der folgende Artikel soll hierzu einen Überblick über die allgemeine Tier-Mensch-Beziehung geben, um darauf aufbauend das Mensch-Eisbär-Verhältnis und seine mediale Darstellung zu skizzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überblick zur Tier-Mensch-Beziehung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterschiedliche Inszenierungen von Tieren in Dokumentarfilmen sind das Ergebnis einer ganzheitlich komplexen Wechselbeziehung zwischen der Natur, Kultur, Tier und Mensch. Bereits bei der Betrachtung eines herausgelösten Begriffs verdeutlicht sich, wie kontrastreich die menschliche Wahrnehmung sein kann: Die ›Natur‹ als grundlegender Mengenbegriff für Lebewesen aller Art wird „[…] im Alltag häufig sowohl als das Ursprüngliche oder Gute, aber auch als das Wilde und Bedrohliche beschrieben.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Sinne traten in der Vernetzung kultureller, religiöser oder sozialer Entwicklungen des Menschen unterschiedlichste Rollenzuweisungen des Tiers hervor: die des sorgebedürftigen Haustiers, die des Schauobjekts im Zoo und im Zirkus oder die des möglichst effizienten Fleischlieferanten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Rollenzuweisungen des Tiers gehen dabei immer vom Standpunkt des Menschen aus und sind nach seinen Bedürfnissen ausgerichtet. Dies ist das Resultat „[...] der höhergestellten Machtposition, die Menschen genießen, indem sie entscheiden, wann und wie sie ein Tier behandeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tier-Mensch-Beziehung ist demnach ein Abbild gesellschaftlicher Veränderungen und scherte schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend aus: einerseits intensivieren sich die emotionale Verbindung zum Tier sowie Tierschutzbestrebungen, andererseits dehnen sich die Ausbeutung von Tieren und die Zerstörung ihrer Habitate aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mit der wachsenden Sichtbarkeit menschlichen Handelns, vollzieht sich eine vermehrt kritische Auseinandersetzung mit dem Mensch-Tier-Verhältnis. Verhandelt wird diese Kontroverse nicht nur realweltlich, sondern auch in der Kunst, Literatur und im Film.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis von Mensch und Eisbär wandelt sich auf Grundlage der Entwicklung des Klimawandels zunehmend. Bereits Kinder werden in Bilderbüchern mit Darstellungen von Mensch-Tier-Verhältnissen konfrontiert. Diese Darstellungen gehen jedoch in der Regel mit einer Vermenschlichung der Eisbären einher, sodass eine sogenannte Anthropomorphisierung stattfindet und damit eine Verharmlosung oder eine Verniedlichung der Tiere&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch im Fernsehen nehmen Kinder bereits den Klimawandel wahr. So sehen sie schmelzende Pole, Eisbären auf Schollen und Visualisierung dieser Umstände im Fernsehen, auf Plakaten oder in Büchern. Ebenso erstellen Kinder ihr eigenes Wissen über Eisbären durch unterschiedliche Zoosendungen, welche durch eine weite Bildkultur die Genregrenzen verschwimmen lässt. Als Beispiel dieser Vermenschlichung durch das Fernsehen sind Knut, der Eisbär &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;quot;Lars, der kleine Eisbär&amp;quot;. In der Darstellung des Eisbären vereinen sich komplexe Widersprüchlichkeiten, die vom Kuschelbären Knut bis hin zum Eisbären als das „größte Landraubtier der Welt“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; reichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So entwickelt sich das Eisbär-Mensch-Verhältnis bereits von Kleinkindalter an und verändert sich im Laufe des Lebens, durch Filme, Bücher, Zoobesuche oder Schulunterricht. Geprägt wird das Verhältnis von Mensch und Eisbär auch durch die Darstellung von Eisbären im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Eisbär im Dokumentarfilm===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär wird in [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]] auf unterschiedliche Weise und verschiedenen Schwerpunkten inszeniert. In unterschiedlichen Dokumentarfilmen werden die Eisbären auf ihrer Reise   &lt;br /&gt;
In drei spezifizierten Artikeln soll aufgearbeitet werden, wie das Eisbär-Mensch-Verhältnis in unterschiedlichen Dokumentarfilmen dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Eisbär-Forscher*innen-Verhältnis, dem Eisbär-Inuit-Verhältnis und der [[Die gegenseitige Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm|gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch]]. In diesen Artikeln wird die Darstellung des Eisbär-Mensch-Verhältnisses in verschiedenen [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]] mit Hilfe einer '''[[Multimodalität|multimodalen Filmanalyse]]''' beschrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
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		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2606</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung des Mensch-Eisbär-Verhältnisses in [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]].&lt;br /&gt;
Dem Eisbären wird in der heutigen Gesellschaft ein besonderer Stellenwert zugesprochen: Als exponiertes Symboltier steht er im Zentrum des Klimawandel-Diskurses. Dort macht er nicht allein eine Aussage über die Eisschmelze, sondern auch über die Mensch-Tier-Beziehung im Allgemeinen. In diesem Diskurs stellt sich die Frage ob der Eisbär tatsächlich vom Aussterben bedroht ist und inwiefern der Mensch dazu seinen Beitrag leistet. Der folgende Artikel soll hierzu einen Überblick über die allgemeine Tier-Mensch-Beziehung geben, um darauf aufbauend das Mensch-Eisbär-Verhältnis und seine mediale Darstellung zu skizzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überblick zur Tier-Mensch-Beziehung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterschiedliche Inszenierungen von Tieren in Dokumentarfilmen sind das Ergebnis einer ganzheitlich komplexen Wechselbeziehung zwischen der Natur, Kultur, Tier und Mensch. Bereits bei der Betrachtung eines herausgelösten Begriffs verdeutlicht sich, wie kontrastreich die menschliche Wahrnehmung sein kann: Die ›Natur‹ als grundlegender Mengenbegriff für Lebewesen aller Art wird „[…] im Alltag häufig sowohl als das Ursprüngliche oder Gute, aber auch als das Wilde und Bedrohliche beschrieben.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Sinne traten in der Vernetzung kultureller, religiöser oder sozialer Entwicklungen des Menschen unterschiedlichste Rollenzuweisungen des Tiers hervor: die des sorgebedürftigen Haustiers, die des Schauobjekts im Zoo und im Zirkus oder die des möglichst effizienten Fleischlieferanten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Rollenzuweisungen des Tiers gehen dabei immer vom Standpunkt des Menschen aus und sind nach seinen Bedürfnissen ausgerichtet. Dies ist das Resultat „[...] der höhergestellten Machtposition, die Menschen genießen, indem sie entscheiden, wann und wie sie ein Tier behandeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tier-Mensch-Beziehung ist demnach ein Abbild gesellschaftlicher Veränderungen und scherte schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend aus: einerseits intensivieren sich die emotionale Verbindung zum Tier sowie Tierschutzbestrebungen, andererseits dehnen sich die Ausbeutung von Tieren und die Zerstörung ihrer Habitate aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mit der wachsenden Sichtbarkeit menschlichen Handelns, vollzieht sich eine vermehrt kritische Auseinandersetzung mit dem Mensch-Tier-Verhältnis. Verhandelt wird diese Kontroverse nicht nur realweltlich, sondern auch in der Kunst, Literatur und im Film.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis von Mensch und Eisbär wandelt sich auf Grundlage der Entwicklung des Klimawandels zunehmend. Bereits Kinder werden in Bilderbüchern mit Darstellungen von Mensch-Tier-Verhältnissen konfrontiert. Diese Darstellungen gehen jedoch in der Regel mit einer Vermenschlichung der Eisbären einher, sodass eine sogenannte Anthropomorphisierung stattfindet und damit eine Verharmlosung oder eine Verniedlichung der Tiere&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch im Fernsehen nehmen Kinder bereits den Klimawandel wahr. So sehen sie schmelzende Pole, Eisbären auf Schollen und Visualisierung dieser Umstände im Fernsehen, auf Plakaten oder in Büchern. Ebenso erstellen Kinder ihr eigenes Wissen über Eisbären durch unterschiedliche Zoosendungen, welche durch eine weite Bildkultur die Genregrenzen verschwimmen lässt. Als Beispiel dieser Vermenschlichung durch das Fernsehen sind Knut, der Eisbär &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;quot;Lars, der kleine Eisbär&amp;quot;. In der Darstellung des Eisbären vereinen sich komplexe Widersprüchlichkeiten, die vom Kuschelbären Knut bis hin zum Eisbären als das „größte Landraubtier der Welt“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; reichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So entwickelt sich das Eisbär-Mensch-Verhältnis bereits von Kleinkindalter an und verändert sich im Laufe des Lebens, durch Filme, Bücher, Zoobesuche oder Schulunterricht. Geprägt wird das Verhältnis von Mensch und Eisbär auch durch die Darstellung von Eisbären im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Eisbär im Dokumentarfilm===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär wird in [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]] auf unterschiedliche Weise inszeniert.  &lt;br /&gt;
In drei spezifizierten Artikeln soll aufgearbeitet werden, wie das Eisbär-Mensch-Verhältnis in unterschiedlichen Dokumentarfilmen dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Eisbär-Forscher*innen-Verhältnis, dem Eisbär-Inuit-Verhältnis und der [[Die gegenseitige Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm|gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch]]. In diesen Artikeln wird die Darstellung des Eisbär-Mensch-Verhältnisses in verschiedenen [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]] mit Hilfe einer '''[[Multimodalität|multimodalen Filmanalyse]]''' beschrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
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		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2605</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-09-25T12:37:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung des Mensch-Eisbär-Verhältnisses in [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]].&lt;br /&gt;
Dem Eisbären wird in der heutigen Gesellschaft ein besonderer Stellenwert zugesprochen: Als exponiertes Symboltier steht er im Zentrum des Klimawandel-Diskurses. Dort macht er nicht allein eine Aussage über die Eisschmelze, sondern auch über die Mensch-Tier-Beziehung im Allgemeinen. In diesem Diskurs stellt sich die Frage ob der Eisbär tatsächlich vom Aussterben bedroht ist und inwiefern der Mensch dazu seinen Beitrag leistet. Der folgende Artikel soll hierzu einen Überblick über die allgemeine Tier-Mensch-Beziehung geben, um darauf aufbauend das Mensch-Eisbär-Verhältnis und seine mediale Darstellung zu skizzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überblick zur Tier-Mensch-Beziehung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterschiedliche Inszenierungen von Tieren in Dokumentarfilmen sind das Ergebnis einer ganzheitlich komplexen Wechselbeziehung zwischen der Natur, Kultur, Tier und Mensch. Bereits bei der Betrachtung eines herausgelösten Begriffs verdeutlicht sich, wie kontrastreich die menschliche Wahrnehmung sein kann: Die ›Natur‹ als grundlegender Mengenbegriff für Lebewesen aller Art wird „[…] im Alltag häufig sowohl als das Ursprüngliche oder Gute, aber auch als das Wilde und Bedrohliche beschrieben.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Sinne traten in der Vernetzung kultureller, religiöser oder sozialer Entwicklungen des Menschen unterschiedlichste Rollenzuweisungen des Tiers hervor: die des sorgebedürftigen Haustiers, die des Schauobjekts im Zoo und im Zirkus oder die des möglichst effizienten Fleischlieferanten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Rollenzuweisungen des Tiers gehen dabei immer vom Standpunkt des Menschen aus und sind nach seinen Bedürfnissen ausgerichtet. Dies ist das Resultat „[...] der höhergestellten Machtposition, die Menschen genießen, indem sie entscheiden, wann und wie sie ein Tier behandeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tier-Mensch-Beziehung ist demnach ein Abbild gesellschaftlicher Veränderungen und scherte schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend aus: einerseits intensivieren sich die emotionale Verbindung zum Tier sowie Tierschutzbestrebungen, andererseits dehnen sich die Ausbeutung von Tieren und die Zerstörung ihrer Habitate aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mit der wachsenden Sichtbarkeit menschlichen Handelns, vollzieht sich eine vermehrt kritische Auseinandersetzung mit dem Mensch-Tier-Verhältnis. Verhandelt wird diese Kontroverse nicht nur realweltlich, sondern auch in der Kunst, Literatur und im Film.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis von Mensch und Eisbär wandelt sich auf Grundlage der Entwicklung des Klimawandels zunehmend. Bereits Kinder werden in Bilderbüchern mit Darstellungen von Mensch-Tier-Verhältnissen konfrontiert. Diese Darstellungen gehen jedoch in der Regel mit einer Vermenschlichung der Eisbären einher, sodass eine sogenannte Anthropomorphisierung stattfindet und damit eine Verharmlosung oder eine Verniedlichung der Tiere&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch im Fernsehen nehmen Kinder bereits den Klimawandel wahr. So sehen sie schmelzende Pole, Eisbären auf Schollen und Visualisierung dieser Umstände im Fernsehen, auf Plakaten oder in Büchern. Ebenso erstellen Kinder ihr eigenes Wissen über Eisbären durch unterschiedliche Zoosendungen, welche durch eine weite Bildkultur die Genregrenzen verschwimmen lässt. Als Beispiel dieser Vermenschlichung durch das Fernsehen sind Knut, der Eisbär &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;quot;Lars, der kleine Eisbär&amp;quot;. In der Darstellung des Eisbären vereinen sich komplexe Widersprüchlichkeiten, die vom Kuschelbären Knut bis hin zum Eisbären als das „größte Landraubtier der Welt“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; reichen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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=== Der Eisbär im Dokumentarfilm===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär wird in [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]] auf unterschiedliche Weise inszeniert.  &lt;br /&gt;
In drei spezifizierten Artikeln soll aufgearbeitet werden, wie das Eisbär-Mensch-Verhältnis in unterschiedlichen Dokumentarfilmen dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Eisbär-Forscher*innen-Verhältnis, dem Eisbär-Inuit-Verhältnis und der [[Die gegenseitige Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm|gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch]]. In diesen Artikeln wird die Darstellung des Eisbär-Mensch-Verhältnisses in verschiedenen [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]] mit Hilfe einer '''[[Multimodalität|multimodalen Filmanalyse]]''' beschrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2604</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-09-25T12:18:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung des Mensch-Eisbär-Verhältnisses in [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]].&lt;br /&gt;
Dem Eisbären wird in der heutigen Gesellschaft ein besonderer Stellenwert zugesprochen: Als exponiertes Symboltier steht er im Zentrum des Klimawandel-Diskurses. Dort macht er nicht allein eine Aussage über die Eisschmelze, sondern auch über die Mensch-Tier-Beziehung im Allgemeinen. In diesem Diskurs stellt sich die Frage ob der Eisbär tatsächlich vom Aussterben bedroht ist und inwiefern der Mensch dazu seinen Beitrag leistet. Der folgende Artikel soll hierzu einen Überblick über die allgemeine Tier-Mensch-Beziehung geben, um darauf aufbauend das Mensch-Eisbär-Verhältnis und seine mediale Darstellung zu skizzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überblick zur Tier-Mensch-Beziehung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Darstellung des Eisbären vereinen sich komplexe Widersprüchlichkeiten, die vom Kuschelbären Knut bis hin zum Eisbären als das „größte Landraubtier der Welt“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; reichen. So werden bereits in Filmen, wie &amp;quot;Lars der kleine Eisbär&amp;quot;, Kinder mit dem Eisbären vertraut gemacht, während im Dokumentarfilmen das weiße Säugetier an sich im Mittelpunkt steht.  Diese so unterschiedlichen Inszenierungen des Eisbären sind das Ergebnis einer ganzheitlich komplexen Wechselbeziehung zwischen der Natur, Kultur, Tier und Mensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits bei der Betrachtung eines herausgelösten Begriffs verdeutlicht sich, wie kontrastreich die menschliche Wahrnehmung sein kann: Die ›Natur‹ als grundlegender Mengenbegriff für Lebewesen aller Art wird „[…] im Alltag häufig sowohl als das Ursprüngliche oder Gute, aber auch als das Wilde und Bedrohliche beschrieben.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Sinne traten in der Vernetzung kultureller, religiöser oder sozialer Entwicklungen des Menschen unterschiedlichste Rollenzuweisungen des Tiers hervor: die des sorgebedürftigen Haustiers, die des Schauobjekts im Zoo und im Zirkus oder die des möglichst effizienten Fleischlieferanten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Rollenzuweisungen des Tiers gehen dabei immer vom Standpunkt des Menschen aus und sind nach seinen Bedürfnissen ausgerichtet. Dies ist das Resultat „[...] der höhergestellten Machtposition, die Menschen genießen, indem sie entscheiden, wann und wie sie ein Tier behandeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tier-Mensch-Beziehung ist demnach ein Abbild gesellschaftlicher Veränderungen und scherte schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend aus: einerseits intensivieren sich die emotionale Verbindung zum Tier sowie Tierschutzbestrebungen, andererseits dehnen sich die Ausbeutung von Tieren und die Zerstörung ihrer Habitate aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mit der wachsenden Sichtbarkeit menschlichen Handelns, vollzieht sich eine vermehrt kritische Auseinandersetzung mit dem Mensch-Tier-Verhältnis. Verhandelt wird diese Kontroverse nicht nur realweltlich, sondern auch in der Kunst, Literatur und im Film.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Eisbär im Dokumentarfilm===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis von Mensch und Eisbär wandelt sich auf Grundlage der Entwicklung des Klimawandels zunehmend. Bereits Kinder werden in Bilderbüchern mit Darstellungen von Mensch-Tier-Verhältnissen konfrontiert. Diese Darstellungen gehen jedoch in der Regel mit einer Vermenschlichung der Eisbären einher, sodass eine sogenannte Anthropomorphisierung stattfindet und damit eine Verharmlosung oder eine Verniedlichung der Tiere&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch im Fernsehen nehmen Kinder bereits den Klimawandel wahr. So sehen sie schmelzende Pole, Eisbären auf Schollen und Visualisierung dieser Umstände im Fernsehen, auf Plakaten oder in Büchern. Ebenso erstellen Kinder ihr eigenes Wissen über Eisbären durch unterschiedliche Zoosendungen, welche durch eine weite Bildkultur die Genregrenzen verschwimmen lässt. Als Beispiel dieser Vermenschlichung durch das Fernsehen ist Knuth, der Eisbär &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In drei spezifizierten Artikeln soll aufgearbeitet werden, wie dieses Verhältnis in unterschiedlichen Dokumentarfilmen dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Eisbär-Forscher*innen-Verhältnis, dem Eisbär-Inuit-Verhältnis und der [[Die gegenseitige Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm|gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch]]. In diesen Artikeln wird die Darstellung des Eisbär-Mensch-Verhältnisses in verschiedenen [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]] mit Hilfe einer '''[[Multimodalität|multimodalen Filmanalyse]]''' beschrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
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		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2603</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-09-25T12:17:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung des Mensch-Eisbär-Verhältnisses in [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]].&lt;br /&gt;
Dem Eisbären wird in der heutigen Gesellschaft ein besonderer Stellenwert zugesprochen: Als exponiertes Symboltier steht er im Zentrum des Klimawandel-Diskurses. Dort macht er nicht allein eine Aussage über die Eisschmelze, sondern auch über die Mensch-Tier-Beziehung im Allgemeinen. In diesem Diskurs stellt sich die Frage ob der Eisbär tatsächlich vom Aussterben bedroht ist und inwiefern der Mensch dazu seinen Beitrag leistet. Der folgende Artikel soll hierzu einen Überblick über die allgemeine Tier-Mensch-Beziehung geben, um darauf aufbauend das Mensch-Eisbär-Verhältnis und seine mediale Darstellung zu skizzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überblick zur Tier-Mensch-Beziehung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der Darstellung des Eisbären vereinen sich komplexe Widersprüchlichkeiten, die vom Kuschelbären Knut bis hin zum Eisbären als das „größte Landraubtier der Welt“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; reichen. So werden bereits in Filmen, wie &amp;quot;Lars der kleine Eisbär&amp;quot;, Kinder mit dem Eisbären vertraut gemacht, während im Dokumentarfilmen das weiße Säugetier an sich im Mittelpunkt steht.  Diese so unterschiedlichen Inszenierungen des Eisbären sind das Ergebnis einer ganzheitlich komplexen Wechselbeziehung zwischen der Natur, Kultur, Tier und Mensch.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits bei der Betrachtung eines herausgelösten Begriffs verdeutlicht sich, wie kontrastreich die menschliche Wahrnehmung sein kann: Die ›Natur‹ als grundlegender Mengenbegriff für Lebewesen aller Art wird „[…] im Alltag häufig sowohl als das Ursprüngliche oder Gute, aber auch als das Wilde und Bedrohliche beschrieben.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Sinne traten in der Vernetzung kultureller, religiöser oder sozialer Entwicklungen des Menschen unterschiedlichste Rollenzuweisungen des Tiers hervor: die des sorgebedürftigen Haustiers, die des Schauobjekts im Zoo und im Zirkus oder die des möglichst effizienten Fleischlieferanten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Rollenzuweisungen des Tiers gehen dabei immer vom Standpunkt des Menschen aus und sind nach seinen Bedürfnissen ausgerichtet. Dies ist das Resultat „[...] der höhergestellten Machtposition, die Menschen genießen, indem sie entscheiden, wann und wie sie ein Tier behandeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tier-Mensch-Beziehung ist demnach ein Abbild gesellschaftlicher Veränderungen und scherte schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend aus: einerseits intensivieren sich die emotionale Verbindung zum Tier sowie Tierschutzbestrebungen, andererseits dehnen sich die Ausbeutung von Tieren und die Zerstörung ihrer Habitate aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mit der wachsenden Sichtbarkeit menschlichen Handelns, vollzieht sich eine vermehrt kritische Auseinandersetzung mit dem Mensch-Tier-Verhältnis. Verhandelt wird diese Kontroverse nicht nur realweltlich, sondern auch in der Kunst, Literatur und im Film.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis von Mensch und Eisbär wandelt sich auf Grundlage der Entwicklung des Klimawandels zunehmend. Bereits Kinder werden in Bilderbüchern mit Darstellungen von Mensch-Tier-Verhältnissen konfrontiert. Diese Darstellungen gehen jedoch in der Regel mit einer Vermenschlichung der Eisbären einher, sodass eine sogenannte Anthropomorphisierung stattfindet und damit eine Verharmlosung oder eine Verniedlichung der Tiere&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch im Fernsehen nehmen Kinder bereits den Klimawandel wahr. So sehen sie schmelzende Pole, Eisbären auf Schollen und Visualisierung dieser Umstände im Fernsehen, auf Plakaten oder in Büchern. Ebenso erstellen Kinder ihr eigenes Wissen über Eisbären durch unterschiedliche Zoosendungen, welche durch eine weite Bildkultur die Genregrenzen verschwimmen lässt. Als Beispiel dieser Vermenschlichung durch das Fernsehen ist Knuth, der Eisbär &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In drei spezifizierten Artikeln soll aufgearbeitet werden, wie dieses Verhältnis in unterschiedlichen Dokumentarfilmen dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Eisbär-Forscher*innen-Verhältnis, dem Eisbär-Inuit-Verhältnis und der [[Die gegenseitige Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm|gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch]]. In diesen Artikeln wird die Darstellung des Eisbär-Mensch-Verhältnisses in verschiedenen [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]] mit Hilfe einer '''[[Multimodalität|multimodalen Filmanalyse]]''' beschrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
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		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2393</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-26T09:20:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung des Mensch-Eisbär-Verhältnisses in [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]].&lt;br /&gt;
Dem Eisbären wird in der heutigen Gesellschaft ein besonderer Stellenwert zugesprochen: Als exponiertes Symboltier steht er im Zentrum des Klimawandel-Diskurses. Dort macht er nicht allein eine Aussage über die Eisschmelze, sondern auch über die Mensch-Tier-Beziehung im Allgemeinen. In diesem Diskurs stellt sich die Frage ob der Eisbär tatsächlich vom Aussterben bedroht ist und inwiefern der Mensch dazu seinen Beitrag leistet. Der folgende Artikel soll hierzu einen Überblick über die allgemeine Tier-Mensch-Beziehung geben, um darauf aufbauend das Mensch-Eisbär-Verhältnis und seine mediale Darstellung zu skizzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überblick zur Tier-Mensch-Beziehung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Darstellung des Eisbären vereinen sich komplexe Widersprüchlichkeiten, die vom Kuschelbären Knuth bis hin zum Eisbären als das „größte Landraubtier der Welt“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; reichen. Sie sind Symptom einer intrikaten Beziehung zwischen der Natur, Kultur, Tier und Mensch selbst. &lt;br /&gt;
Die ›Natur‹ als grundlegender Mengenbegriff für Lebewesen aller Art wird „[…] im Alltag häufig sowohl als das Ursprüngliche oder Gute, aber auch als das Wilde und Bedrohliche beschrieben“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und legt damit gleichfalls die Divergenz menschlicher Wahrnehmung bloß. Aus der Sphäre kultureller, religiöser oder sozialer Entwicklungen des Menschen traten unterschiedlichste Rollenzuweisungen des Tiers hervor wie etwa die des sorgebedürftigen Haustiers, die des Schauobjekts im Zoo sowie im Zirkus, oder die des möglichst effizienten Fleischlieferanten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;,&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Standpunkt geht vom Mensch aus und manifestiert sich in Rollenzuweisungen des Tiers, die auf die Bedürfnisse des Menschen ausgerichtet sind, was „[] aus der höhergestellten Machtposition, die Menschen genießen, [resultiert], indem sie entscheiden, wann und wie sie ein Tier behandeln.“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Tier-Mensch-Beziehung ist demnach ein Abbild gesellschaftlicher Veränderungen und scherte schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend aus: auf der einen Seite werden die emotionale Verbindung zum Tier sowie Tierschutzbestrebungen intensiver, auf der anderen die Ausbeutung von Tieren sowie ihrer Habitate extensiver &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.  Mit der wachsenden Sichtbarkeit menschlichen Handelns, vollzieht sich eine vermehrt kritische Auseinandersetzung mit dem Mensch-Tier-Verhältnis, was nicht nur realweltlich verhandelt wird, sondern auch in der Kunst, Literatur und im Film&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis von Mensch und Eisbär wandelt sich auf Grundlage der Entwicklung des Klimawandels zunehmend. Bereits Kinder werden in Bilderbüchern mit Darstellungen von Mensch-Tier-Verhältnissen konfrontiert. Diese Darstellungen gehen jedoch in der Regel mit einer Vermenschlichung der Eisbären einher, sodass eine sogenannte Anthropomorphisierung stattfindet und damit eine Verharmlosung oder eine Verniedlichung der Tiere&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch im Fernsehen nehmen Kinder bereits den Klimawandel wahr. So sehen sie schmelzende Pole, Eisbären auf Schollen und Visualisierung dieser Umstände im Fernsehen, auf Plakaten oder in Büchern. Ebenso erstellen Kinder ihr eigenes Wissen über Eisbären durch unterschiedliche Zoosendungen, welche durch eine weite Bildkultur die Genregrenzen verschwimmen lässt. Als Beispiel dieser Vermenschlichung durch das Fernsehen ist Knuth, der Eisbär &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In drei spezifizierten Artikeln soll aufgearbeitet werden, wie dieses Verhältnis in unterschiedlichen Dokumentarfilmen dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Eisbär-Forscher*innen-Verhältnis, dem Eisbär-Inuit-Verhältnis und der [[Die gegenseitige Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm|gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch]]. In diesen Artikeln wird die Darstellung des Eisbär-Mensch-Verhältnisses in verschiedenen [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]] mit Hilfe einer '''[[Multimodalität|multimodalen Filmanalyse]]''' beschrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
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		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2392</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-26T09:09:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung des Mensch-Eisbär-Verhältnisses in Dokumentarfilmen.&lt;br /&gt;
Dem Eisbären wird in der heutigen Gesellschaft ein besonderer Stellenwert zugesprochen: Als exponiertes Symboltier steht er im Zentrum des Klimawandel-Diskurses. Dort macht er nicht allein eine Aussage über die Eisschmelze, sondern auch über die Mensch-Tier-Beziehung im Allgemeinen. In diesem Diskurs stellt sich die Frage ob der Eisbär tatsächlich vom Aussterben bedroht ist und inwiefern der Mensch dazu seinen Beitrag leistet. Der folgende Artikel soll hierzu einen Überblick über die allgemeine Tier-Mensch-Beziehung geben, um darauf aufbauend das Mensch-Eisbär-Verhältnis und seine mediale Darstellung zu skizzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überblick zur Tier-Mensch-Beziehung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Darstellung des Eisbären vereinen sich komplexe Widersprüchlichkeiten, die vom Kuschelbären Knuth bis hin zum Eisbären als das „größte Landraubtier der Welt“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; reichen. Sie sind Symptom einer intrikaten Beziehung zwischen der Natur, Kultur, Tier und Mensch selbst. &lt;br /&gt;
Die ›Natur‹ als grundlegender Mengenbegriff für Lebewesen aller Art wird „[…] im Alltag häufig sowohl als das Ursprüngliche oder Gute, aber auch als das Wilde und Bedrohliche beschrieben“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und legt damit gleichfalls die Divergenz menschlicher Wahrnehmung bloß. Aus der Sphäre kultureller, religiöser oder sozialer Entwicklungen des Menschen traten unterschiedlichste Rollenzuweisungen des Tiers hervor wie etwa die des sorgebedürftigen Haustiers, die des Schauobjekts im Zoo sowie im Zirkus, oder die des möglichst effizienten Fleischlieferanten&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Standpunkt geht vom Mensch aus und manifestiert sich in Rollenzuweisungen des Tiers, die auf die Bedürfnisse des Menschen ausgerichtet sind, was „[] aus der höhergestellten Machtposition, die Menschen genießen, [resultiert], indem sie entscheiden, wann und wie sie ein Tier behandeln.“  Die Tier-Mensch-Beziehung ist demnach ein Abbild gesellschaftlicher Veränderungen und scherte schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend aus: auf der einen Seite werden die emotionale Verbindung zum Tier sowie Tierschutzbestrebungen intensiver, auf der anderen die Ausbeutung von Tieren sowie ihrer Habitate extensiver.  Mit der wachsenden Sichtbarkeit menschlichen Handelns, vollzieht sich eine vermehrt kritische Auseinandersetzung mit dem Mensch-Tier-Verhältnis, was nicht nur realweltlich verhandelt wird, sondern auch in der Kunst, Literatur und im Film.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis von Mensch und Eisbär wandelt sich auf Grundlage der Entwicklung des Klimawandels zunehmend. Bereits Kinder werden in Bilderbüchern mit Darstellungen von Mensch-Tier-Verhältnissen konfrontiert. Diese Darstellungen gehen jedoch in der Regel mit einer Vermenschlichung der Eisbären einher. Eine so genannte Anthropomorphisierung findet satt und damit eine Verharmlosung oder eine Verniedlichung der Tiere. Auch im Fernsehen nehmen Kinder bereits den Klimawandel wahr. So sehen sie schmelzende Pole, Eisbären auf Schollen und Visualisierung dieser Umstände im Fernsehen, auf Plakaten oder in Büchern. Ebenso erstellen Kinder ihr eigenes Wissen über Eisbären durch unterschiedliche Zoosendungen, welche durch eine weite Bildkultur die Genregrenzen verschwimmen lässt. Als Beispiel dieser Vermenschlichung durch das Fernsehen ist Knuth, der Eisbär (Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. (2015). Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung . In R. Brucker, M. Bujok, B. Mütherich, M. Seeliger &amp;amp; F. Thieme (ed.)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In drei spezifizierten Artikeln soll aufgearbeitet werden, wie dieses Verhältnis in unterschiedlichen Dokumentarfilmen dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Eisbär-Forscher*innen-Verhältnis, dem Eisbär-Inuit-Verhältnis und der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch. In diesen Artikeln wird die Darstellung des Eisbär-Mensch-Verhältnisses in verschiedenen Dokumentarfilmen mit Hilfe einer multimodalen Filmanalyse beschrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ (2014)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und „[[Der Eisbär]]“ (2012)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme „Eisbär in Not?“ und „Der Eisbär“ mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) – Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ behandelt in verschiedenen Sequenzen das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55–08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner*innen nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06–08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56–12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00–38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37–47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. &lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse1.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55–08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende Musik erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven [[Multimodalität|Modes]] verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06–08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck dadurch, dass während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird insbesondere in der Kombination verschiedener [[Multimodalität|Modes]] deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56–12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden [...]“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideos ebenso zurückgegriffen wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere [...]“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen [...]“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse von &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er vielmehr als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) – Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot; analysiert werden. Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35–46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise sich der Mensch in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse2.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35–42:42 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35–42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich [...]“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43–43:06 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43–43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07–43:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07–43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Tourist*innen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde [...]“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer [...]“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz wird also ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35–44:10 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35–44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison länger dauert als in den Jahren zuvor – ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Tourist*innen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11–44:27 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11–44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Die Situation der Eisbären wird vor allem sprachlich charakterisiert und dabei wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht insbesondere die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost, statt diesen Umstand explizit zu problematisieren. Auch die Folgen des Klimawandels werden lediglich angedeutet, und indem keine konkreten Aussagen getroffen werden, lässt die Dokumentation einen Interpretationsspielraum in Bezug auf dessen einzelne Auswirkungen. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht. Aber selbst wenn sich der Mensch dem Eisbären in den Weg stellt, wird nicht er als die Gefahr inszeniert, sondern das Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die untersuchten Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar: Während „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „[[Der Eisbär]]“ der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Dokumentationen stellen dabei aber den Menschen als dem Tier überlegen und vom Eisbären bedroht dar. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und gesprochenem Off-Kommentar deutlich, so konnte für die zweite Dokumentation ein Kontrast zwischen Musik, Gesagtem und dem visuell Gezeigten herausgearbeitet werden. Auffallend ist, dass beide Filme den Klimawandel in auffallender Weise verschweigen oder allenfalls andeuten, selbst dann, wenn es für ein tiefergehendes Verständnisses der gezeigten Situationen und des situativ inszenierten Tier-Mensch-Verhältnisses relevant wäre. So zeigt der „[[Der Eisbär]]“ zwar die Konsequenzen, die der immer längere Sommer auf den Eisbären hat, nennt jedoch nicht explizit den Klimawandel als Ursache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2391</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2391"/>
		<updated>2021-07-26T09:05:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung des Mensch-Eisbär-Verhältnisses in Dokumentarfilmen.&lt;br /&gt;
Dem Eisbären wird in der heutigen Gesellschaft ein besonderer Stellenwert zugesprochen: Als exponiertes Symboltier steht er im Zentrum des Klimawandel-Diskurses. Dort macht er nicht allein eine Aussage über die Eisschmelze, sondern auch über die Mensch-Tier-Beziehung im Allgemeinen. In diesem Diskurs stellt sich die Frage ob der Eisbär tatsächlich vom Aussterben bedroht ist und inwiefern der Mensch dazu seinen Beitrag leistet. Der folgende Artikel soll hierzu einen Überblick über die allgemeine Tier-Mensch-Beziehung geben, um darauf aufbauend das Mensch-Eisbär-Verhältnis und seine mediale Darstellung zu skizzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überblick zur Tier-Mensch-Beziehung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Darstellung des Eisbären vereinen sich komplexe Widersprüchlichkeiten, die vom Kuschelbären Knuth bis hin zum Eisbären als das „größte Landraubtier der Welt“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; reichen. Sie sind Symptom einer intrikaten Beziehung zwischen der Natur, Kultur, Tier und Mensch selbst. &lt;br /&gt;
Die ›Natur‹ als grundlegender Mengenbegriff für Lebewesen aller Art wird „[…] im Alltag häufig sowohl als das Ursprüngliche oder Gute, aber auch als das Wilde und Bedrohliche beschrieben“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und legt damit gleichfalls die Divergenz menschlicher Wahrnehmung bloß. Aus der Sphäre kultureller, religiöser oder sozialer Entwicklungen des Menschen traten unterschiedlichste Rollenzuweisungen des Tiers hervor wie etwa die des sorgebedürftigen Haustiers, die des Schauobjekts im Zoo sowie im Zirkus, oder die des möglichst effizienten Fleischlieferanten . Der Standpunkt geht vom Mensch aus und manifestiert sich in Rollenzuweisungen des Tiers, die auf die Bedürfnisse des Menschen ausgerichtet sind, was „[] aus der höhergestellten Machtposition, die Menschen genießen, [resultiert], indem sie entscheiden, wann und wie sie ein Tier behandeln.“  Die Tier-Mensch-Beziehung ist demnach ein Abbild gesellschaftlicher Veränderungen und scherte schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend aus: auf der einen Seite werden die emotionale Verbindung zum Tier sowie Tierschutzbestrebungen intensiver, auf der anderen die Ausbeutung von Tieren sowie ihrer Habitate extensiver.  Mit der wachsenden Sichtbarkeit menschlichen Handelns, vollzieht sich eine vermehrt kritische Auseinandersetzung mit dem Mensch-Tier-Verhältnis, was nicht nur realweltlich verhandelt wird, sondern auch in der Kunst, Literatur und im Film.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis von Mensch und Eisbär wandelt sich auf Grundlage der Entwicklung des Klimawandels zunehmend. Bereits Kinder werden in Bilderbüchern mit Darstellungen von Mensch-Tier-Verhältnissen konfrontiert. Diese Darstellungen gehen jedoch in der Regel mit einer Vermenschlichung der Eisbären einher. Eine so genannte Anthropomorphisierung findet satt und damit eine Verharmlosung oder eine Verniedlichung der Tiere. Auch im Fernsehen nehmen Kinder bereits den Klimawandel wahr. So sehen sie schmelzende Pole, Eisbären auf Schollen und Visualisierung dieser Umstände im Fernsehen, auf Plakaten oder in Büchern. Ebenso erstellen Kinder ihr eigenes Wissen über Eisbären durch unterschiedliche Zoosendungen, welche durch eine weite Bildkultur die Genregrenzen verschwimmen lässt. Als Beispiel dieser Vermenschlichung durch das Fernsehen ist Knuth, der Eisbär (Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. (2015). Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung . In R. Brucker, M. Bujok, B. Mütherich, M. Seeliger &amp;amp; F. Thieme (ed.)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In drei spezifizierten Artikeln soll aufgearbeitet werden, wie dieses Verhältnis in unterschiedlichen Dokumentarfilmen dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Eisbär-Forscher*innen-Verhältnis, dem Eisbär-Inuit-Verhältnis und der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch. In diesen Artikeln wird die Darstellung des Eisbär-Mensch-Verhältnisses in verschiedenen Dokumentarfilmen mit Hilfe einer multimodalen Filmanalyse beschrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ (2014)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und „[[Der Eisbär]]“ (2012)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme „Eisbär in Not?“ und „Der Eisbär“ mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) – Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ behandelt in verschiedenen Sequenzen das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55–08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner*innen nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06–08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56–12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00–38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37–47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. &lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse1.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55–08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende Musik erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven [[Multimodalität|Modes]] verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06–08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck dadurch, dass während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird insbesondere in der Kombination verschiedener [[Multimodalität|Modes]] deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56–12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden [...]“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideos ebenso zurückgegriffen wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere [...]“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen [...]“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse von &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er vielmehr als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) – Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot; analysiert werden. Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35–46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise sich der Mensch in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse2.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35–42:42 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35–42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich [...]“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43–43:06 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43–43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07–43:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07–43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Tourist*innen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde [...]“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer [...]“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz wird also ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35–44:10 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35–44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison länger dauert als in den Jahren zuvor – ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Tourist*innen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11–44:27 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11–44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Die Situation der Eisbären wird vor allem sprachlich charakterisiert und dabei wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht insbesondere die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost, statt diesen Umstand explizit zu problematisieren. Auch die Folgen des Klimawandels werden lediglich angedeutet, und indem keine konkreten Aussagen getroffen werden, lässt die Dokumentation einen Interpretationsspielraum in Bezug auf dessen einzelne Auswirkungen. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht. Aber selbst wenn sich der Mensch dem Eisbären in den Weg stellt, wird nicht er als die Gefahr inszeniert, sondern das Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die untersuchten Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar: Während „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „[[Der Eisbär]]“ der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Dokumentationen stellen dabei aber den Menschen als dem Tier überlegen und vom Eisbären bedroht dar. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und gesprochenem Off-Kommentar deutlich, so konnte für die zweite Dokumentation ein Kontrast zwischen Musik, Gesagtem und dem visuell Gezeigten herausgearbeitet werden. Auffallend ist, dass beide Filme den Klimawandel in auffallender Weise verschweigen oder allenfalls andeuten, selbst dann, wenn es für ein tiefergehendes Verständnisses der gezeigten Situationen und des situativ inszenierten Tier-Mensch-Verhältnisses relevant wäre. So zeigt der „[[Der Eisbär]]“ zwar die Konsequenzen, die der immer längere Sommer auf den Eisbären hat, nennt jedoch nicht explizit den Klimawandel als Ursache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2390</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2390"/>
		<updated>2021-07-26T09:05:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung des Mensch-Eisbär-Verhältnisses in Dokumentarfilmen.&lt;br /&gt;
Dem Eisbären wird in der heutigen Gesellschaft ein besonderer Stellenwert zugesprochen: Als exponiertes Symboltier steht er im Zentrum des Klimawandel-Diskurses. Dort macht er nicht allein eine Aussage über die Eisschmelze, sondern auch über die Mensch-Tier-Beziehung im Allgemeinen. In diesem Diskurs stellt sich die Frage ob der Eisbär tatsächlich vom Aussterben bedroht ist und inwiefern der Mensch dazu seinen Beitrag leistet. Der folgende Artikel soll hierzu einen Überblick über die allgemeine Tier-Mensch-Beziehung geben, um darauf aufbauend das Mensch-Eisbär-Verhältnis und seine mediale Darstellung zu skizzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überblick zur Tier-Mensch-Beziehung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Darstellung des Eisbären vereinen sich komplexe Widersprüchlichkeiten, die vom Kuschelbären Knuth bis hin zum Eisbären als das „größte Landraubtier der Welt“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref reichen. Sie sind Symptom einer intrikaten Beziehung zwischen der Natur, Kultur, Tier und Mensch selbst. &lt;br /&gt;
Die ›Natur‹ als grundlegender Mengenbegriff für Lebewesen aller Art wird „[…] im Alltag häufig sowohl als das Ursprüngliche oder Gute, aber auch als das Wilde und Bedrohliche beschrieben“ &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; und legt damit gleichfalls die Divergenz menschlicher Wahrnehmung bloß. Aus der Sphäre kultureller, religiöser oder sozialer Entwicklungen des Menschen traten unterschiedlichste Rollenzuweisungen des Tiers hervor wie etwa die des sorgebedürftigen Haustiers, die des Schauobjekts im Zoo sowie im Zirkus, oder die des möglichst effizienten Fleischlieferanten . Der Standpunkt geht vom Mensch aus und manifestiert sich in Rollenzuweisungen des Tiers, die auf die Bedürfnisse des Menschen ausgerichtet sind, was „[] aus der höhergestellten Machtposition, die Menschen genießen, [resultiert], indem sie entscheiden, wann und wie sie ein Tier behandeln.“  Die Tier-Mensch-Beziehung ist demnach ein Abbild gesellschaftlicher Veränderungen und scherte schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend aus: auf der einen Seite werden die emotionale Verbindung zum Tier sowie Tierschutzbestrebungen intensiver, auf der anderen die Ausbeutung von Tieren sowie ihrer Habitate extensiver.  Mit der wachsenden Sichtbarkeit menschlichen Handelns, vollzieht sich eine vermehrt kritische Auseinandersetzung mit dem Mensch-Tier-Verhältnis, was nicht nur realweltlich verhandelt wird, sondern auch in der Kunst, Literatur und im Film.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis von Mensch und Eisbär wandelt sich auf Grundlage der Entwicklung des Klimawandels zunehmend. Bereits Kinder werden in Bilderbüchern mit Darstellungen von Mensch-Tier-Verhältnissen konfrontiert. Diese Darstellungen gehen jedoch in der Regel mit einer Vermenschlichung der Eisbären einher. Eine so genannte Anthropomorphisierung findet satt und damit eine Verharmlosung oder eine Verniedlichung der Tiere. Auch im Fernsehen nehmen Kinder bereits den Klimawandel wahr. So sehen sie schmelzende Pole, Eisbären auf Schollen und Visualisierung dieser Umstände im Fernsehen, auf Plakaten oder in Büchern. Ebenso erstellen Kinder ihr eigenes Wissen über Eisbären durch unterschiedliche Zoosendungen, welche durch eine weite Bildkultur die Genregrenzen verschwimmen lässt. Als Beispiel dieser Vermenschlichung durch das Fernsehen ist Knuth, der Eisbär (Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. (2015). Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung . In R. Brucker, M. Bujok, B. Mütherich, M. Seeliger &amp;amp; F. Thieme (ed.)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In drei spezifizierten Artikeln soll aufgearbeitet werden, wie dieses Verhältnis in unterschiedlichen Dokumentarfilmen dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Eisbär-Forscher*innen-Verhältnis, dem Eisbär-Inuit-Verhältnis und der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch. In diesen Artikeln wird die Darstellung des Eisbär-Mensch-Verhältnisses in verschiedenen Dokumentarfilmen mit Hilfe einer multimodalen Filmanalyse beschrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ (2014)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und „[[Der Eisbär]]“ (2012)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme „Eisbär in Not?“ und „Der Eisbär“ mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) – Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ behandelt in verschiedenen Sequenzen das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55–08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner*innen nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06–08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56–12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00–38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37–47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. &lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse1.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55–08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende Musik erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven [[Multimodalität|Modes]] verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06–08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck dadurch, dass während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird insbesondere in der Kombination verschiedener [[Multimodalität|Modes]] deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56–12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden [...]“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideos ebenso zurückgegriffen wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere [...]“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen [...]“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse von &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er vielmehr als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) – Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot; analysiert werden. Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35–46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise sich der Mensch in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse2.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35–42:42 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35–42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich [...]“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43–43:06 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43–43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07–43:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07–43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Tourist*innen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde [...]“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer [...]“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz wird also ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35–44:10 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35–44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison länger dauert als in den Jahren zuvor – ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Tourist*innen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11–44:27 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11–44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Die Situation der Eisbären wird vor allem sprachlich charakterisiert und dabei wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht insbesondere die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost, statt diesen Umstand explizit zu problematisieren. Auch die Folgen des Klimawandels werden lediglich angedeutet, und indem keine konkreten Aussagen getroffen werden, lässt die Dokumentation einen Interpretationsspielraum in Bezug auf dessen einzelne Auswirkungen. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht. Aber selbst wenn sich der Mensch dem Eisbären in den Weg stellt, wird nicht er als die Gefahr inszeniert, sondern das Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die untersuchten Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar: Während „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „[[Der Eisbär]]“ der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Dokumentationen stellen dabei aber den Menschen als dem Tier überlegen und vom Eisbären bedroht dar. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und gesprochenem Off-Kommentar deutlich, so konnte für die zweite Dokumentation ein Kontrast zwischen Musik, Gesagtem und dem visuell Gezeigten herausgearbeitet werden. Auffallend ist, dass beide Filme den Klimawandel in auffallender Weise verschweigen oder allenfalls andeuten, selbst dann, wenn es für ein tiefergehendes Verständnisses der gezeigten Situationen und des situativ inszenierten Tier-Mensch-Verhältnisses relevant wäre. So zeigt der „[[Der Eisbär]]“ zwar die Konsequenzen, die der immer längere Sommer auf den Eisbären hat, nennt jedoch nicht explizit den Klimawandel als Ursache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2389</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2389"/>
		<updated>2021-07-26T08:58:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung des Mensch-Eisbär-Verhältnisses in Dokumentarfilmen.&lt;br /&gt;
Dem Eisbären wird in der heutigen Gesellschaft ein besonderer Stellenwert zugesprochen: Als exponiertes Symboltier steht er im Zentrum des Klimawandel-Diskurses. Dort macht er nicht allein eine Aussage über die Eisschmelze, sondern auch über die Mensch-Tier-Beziehung im Allgemeinen. In diesem Diskurs stellt sich die Frage ob der Eisbär tatsächlich vom Aussterben bedroht ist und inwiefern der Mensch dazu seinen Beitrag leistet. Der folgende Artikel soll hierzu einen Überblick über die allgemeine Tier-Mensch-Beziehung geben, um darauf aufbauend das Mensch-Eisbär-Verhältnis und seine mediale Darstellung zu skizzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überblick zur Tier-Mensch-Beziehung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bei der Darstellung des Eisbären vereinen sich komplexe Widersprüchlichkeiten, die vom Kuschelbären Knuth bis hin zum Eisbären als das „größte Landraubtier der Welt“  reichen. Sie sind Symptom einer intrikaten Beziehung zwischen der Natur, Kultur, Tier und Mensch selbst. Die ›Natur‹ als grundlegender Mengenbegriff für Lebewesen aller Art wird „[…] im Alltag häufig sowohl als das Ursprüngliche oder Gute, aber auch als das Wilde und Bedrohliche beschrieben“  und legt damit gleichfalls die Divergenz menschlicher Wahrnehmung bloß. Aus der Sphäre kultureller, religiöser oder sozialer Entwicklungen des Menschen traten unterschiedlichste Rollenzuweisungen des Tiers hervor wie etwa die des sorgebedürftigen Haustiers, die des Schauobjekts im Zoo sowie im Zirkus, oder die des möglichst effizienten Fleischlieferanten . Der Standpunkt geht vom Mensch aus und manifestiert sich in Rollenzuweisungen des Tiers, die auf die Bedürfnisse des Menschen ausgerichtet sind, was „[] aus der höhergestellten Machtposition, die Menschen genießen, [resultiert], indem sie entscheiden, wann und wie sie ein Tier behandeln.“  Die Tier-Mensch-Beziehung ist demnach ein Abbild gesellschaftlicher Veränderungen und scherte schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend aus: auf der einen Seite werden die emotionale Verbindung zum Tier sowie Tierschutzbestrebungen intensiver, auf der anderen die Ausbeutung von Tieren sowie ihrer Habitate extensiver.  Mit der wachsenden Sichtbarkeit menschlichen Handelns, vollzieht sich eine vermehrt kritische Auseinandersetzung mit dem Mensch-Tier-Verhältnis, was nicht nur realweltlich verhandelt wird, sondern auch in der Kunst, Literatur und im Film.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis von Mensch und Eisbär wandelt sich auf Grundlage der Entwicklung des Klimawandels zunehmend. Bereits Kinder werden in Bilderbüchern mit Darstellungen von Mensch-Tier-Verhältnissen konfrontiert. Diese Darstellungen gehen jedoch in der Regel mit einer Vermenschlichung der Eisbären einher. Eine so genannte Anthropomorphisierung findet satt und damit eine Verharmlosung oder eine Verniedlichung der Tiere. Auch im Fernsehen nehmen Kinder bereits den Klimawandel wahr. So sehen sie schmelzende Pole, Eisbären auf Schollen und Visualisierung dieser Umstände im Fernsehen, auf Plakaten oder in Büchern. Ebenso erstellen Kinder ihr eigenes Wissen über Eisbären durch unterschiedliche Zoosendungen, welche durch eine weite Bildkultur die Genregrenzen verschwimmen lässt. Als Beispiel dieser Vermenschlichung durch das Fernsehen ist Knuth, der Eisbär (Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. (2015). Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung . In R. Brucker, M. Bujok, B. Mütherich, M. Seeliger &amp;amp; F. Thieme (ed.)).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In drei spezifizierten Artikeln soll aufgearbeitet werden, wie dieses Verhältnis in unterschiedlichen Dokumentarfilmen dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Eisbär-Forscher*innen-Verhältnis, dem Eisbär-Inuit-Verhältnis und der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch. In diesen Artikeln wird die Darstellung des Eisbär-Mensch-Verhältnisses in verschiedenen Dokumentarfilmen mit Hilfe einer multimodalen Filmanalyse beschrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ (2014)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und „[[Der Eisbär]]“ (2012)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme „Eisbär in Not?“ und „Der Eisbär“ mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) – Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ behandelt in verschiedenen Sequenzen das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55–08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner*innen nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06–08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56–12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00–38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37–47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. &lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse1.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55–08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende Musik erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven [[Multimodalität|Modes]] verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06–08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck dadurch, dass während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird insbesondere in der Kombination verschiedener [[Multimodalität|Modes]] deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56–12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden [...]“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideos ebenso zurückgegriffen wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere [...]“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen [...]“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse von &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er vielmehr als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) – Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot; analysiert werden. Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35–46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise sich der Mensch in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse2.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35–42:42 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35–42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich [...]“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43–43:06 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43–43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07–43:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07–43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Tourist*innen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde [...]“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer [...]“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz wird also ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35–44:10 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35–44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison länger dauert als in den Jahren zuvor – ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Tourist*innen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11–44:27 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11–44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Die Situation der Eisbären wird vor allem sprachlich charakterisiert und dabei wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht insbesondere die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost, statt diesen Umstand explizit zu problematisieren. Auch die Folgen des Klimawandels werden lediglich angedeutet, und indem keine konkreten Aussagen getroffen werden, lässt die Dokumentation einen Interpretationsspielraum in Bezug auf dessen einzelne Auswirkungen. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht. Aber selbst wenn sich der Mensch dem Eisbären in den Weg stellt, wird nicht er als die Gefahr inszeniert, sondern das Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die untersuchten Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar: Während „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „[[Der Eisbär]]“ der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Dokumentationen stellen dabei aber den Menschen als dem Tier überlegen und vom Eisbären bedroht dar. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und gesprochenem Off-Kommentar deutlich, so konnte für die zweite Dokumentation ein Kontrast zwischen Musik, Gesagtem und dem visuell Gezeigten herausgearbeitet werden. Auffallend ist, dass beide Filme den Klimawandel in auffallender Weise verschweigen oder allenfalls andeuten, selbst dann, wenn es für ein tiefergehendes Verständnisses der gezeigten Situationen und des situativ inszenierten Tier-Mensch-Verhältnisses relevant wäre. So zeigt der „[[Der Eisbär]]“ zwar die Konsequenzen, die der immer längere Sommer auf den Eisbären hat, nennt jedoch nicht explizit den Klimawandel als Ursache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2358</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2358"/>
		<updated>2021-07-21T15:41:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die gegenseitige Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ (2014)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und „[[Der Eisbär]]“ (2012)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme „Eisbär in Not?“ und „Der Eisbär“ mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) – Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ behandelt in verschiedenen Sequenzen das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55–08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner*innen nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06–08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56–12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00–38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37–47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. &lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse1.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55–08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende Musik erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven [[Multimodalität|Modes]] verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06–08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck dadurch, dass während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird insbesondere in der Kombination verschiedener [[Multimodalität|Modes]] deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56–12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden [...]“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideos ebenso zurückgegriffen wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere [...]“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen [...]“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse von &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er vielmehr als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) – Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot; analysiert werden. Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35–46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise sich der Mensch in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse2.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35–42:42 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35–42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich [...]“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43–43:06 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43–43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07–43:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07–43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Tourist*innen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde [...]“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer [...]“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz wird also ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35–44:10 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35–44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison länger dauert als in den Jahren zuvor – ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Tourist*innen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11–44:27 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11–44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Die Situation der Eisbären wird vor allem sprachlich charakterisiert und dabei wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht insbesondere die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost, statt diesen Umstand explizit zu problematisieren. Auch die Folgen des Klimawandels werden lediglich angedeutet, und indem keine konkreten Aussagen getroffen werden, lässt die Dokumentation einen Interpretationsspielraum in Bezug auf dessen einzelne Auswirkungen. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht. Aber selbst wenn sich der Mensch dem Eisbären in den Weg stellt, wird nicht er als die Gefahr inszeniert, sondern das Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die untersuchten Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar: Während „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „[[Der Eisbär]]“ der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Dokumentationen stellen dabei aber den Menschen als dem Tier überlegen und vom Eisbären bedroht dar. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und gesprochenem Off-Kommentar deutlich, so konnte für die zweite Dokumentation ein Kontrast zwischen Musik, Gesagtem und dem visuell Gezeigten herausgearbeitet werden. Auffallend ist, dass beide Filme den Klimawandel in auffallender Weise verschweigen oder allenfalls andeuten, selbst dann, wenn es für ein tiefergehendes Verständnisses der gezeigten Situationen und des situativ inszenierten Tier-Mensch-Verhältnisses relevant wäre. So zeigt der „[[Der Eisbär]]“ zwar die Konsequenzen, die der immer längere Sommer auf den Eisbären hat, nennt jedoch nicht explizit den Klimawandel als Ursache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2355</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2355"/>
		<updated>2021-07-21T15:35:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die gegenseitige Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ (2014)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und „[[Der Eisbär]]“ (2012)&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme „Eisbär in Not?“ und „Der Eisbär“ mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) – Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ behandelt in verschiedenen Sequenzen das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55–08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner*innen nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06–08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56–12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00–38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37–47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. &lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse1.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55–08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende Musik erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06–08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck dadurch, dass während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56–12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden [...]“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideos ebenso zurückgegriffen wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere [...]“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen [...]“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse von &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er vielmehr als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) – Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot; analysiert werden. Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35–46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise sich der Mensch in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse2.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35–42:42 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35–42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich [...]“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43–43:06 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43–43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07–43:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07–43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Tourist*innen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde [...]“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer [...]“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz wird also ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35–44:10 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35–44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison länger dauert als in den Jahren zuvor – ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Tourist*innen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11–44:27 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11–44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Die Situation der Eisbären wird vor allem sprachlich charakterisiert und dabei wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht insbesondere die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost, statt diesen Umstand explizit zu problematisieren. Auch die Folgen des Klimawandels werden lediglich angedeutet, und indem keine konkreten Aussagen getroffen werden, lässt die Dokumentation einen Interpretationsspielraum in Bezug auf dessen einzelne Auswirkungen. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht. Aber selbst wenn sich der Mensch dem Eisbären in den Weg stellt, wird nicht er als die Gefahr inszeniert, sondern das Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die untersuchten Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar: Während „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „[[Der Eisbär]]“ der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Dokumentationen stellen dabei aber den Menschen als dem Tier überlegen und vom Eisbären bedroht dar. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und gesprochenem Off-Kommentar deutlich, so konnte für die zweite Dokumentation ein Kontrast zwischen Musik, Gesagtem und dem visuell Gezeigten herausgearbeitet werden. Auffallend ist, dass beide Filme den Klimawandel in auffallender Weise verschweigen oder allenfalls andeuten, selbst dann, wenn es für ein tiefergehendes Verständnisses der gezeigten Situationen und des situativ inszenierten Tier-Mensch-Verhältnisses relevant wäre. So zeigt der „[[Der Eisbär]]“ zwar die Konsequenzen, die der immer längere Sommer auf den Eisbären hat, nennt jedoch nicht explizit den Klimawandel als Ursache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2318</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2318"/>
		<updated>2021-07-14T14:49:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und „[[Der Eisbär]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme „Eisbär in Not?“(2014) und „Der Eisbär“(2012) mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) – Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ behandelt in verschiedenen Sequenzen das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55–08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner*innen nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06–08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56–12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00–38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37–47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. &lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse1.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55–08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende Musik erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06–08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck dadurch, dass während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56–12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden [...]“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideos ebenso zurückgegriffen wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere [...]“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen [...]“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse von &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er vielmehr als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) – Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot; analysiert werden. Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35–46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise sich der Mensch in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse2.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35–42:42 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35–42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich [...]“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43–43:06 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43–43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07–43:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07–43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Tourist*innen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde [...]“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer [...]“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz wird also ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35–44:10 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35–44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison länger dauert als in den Jahren zuvor – ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Tourist*innen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11–44:27 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11–44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Die Situation der Eisbären wird vor allem sprachlich charakterisiert und dabei wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht insbesondere die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost, statt diesen Umstand explizit zu problematisieren. Auch die Folgen des Klimawandels werden lediglich angedeutet, und indem keine konkreten Aussagen getroffen werden, lässt die Dokumentation einen Interpretationsspielraum in Bezug auf dessen einzelne Auswirkungen. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht. Aber selbst wenn sich der Mensch dem Eisbären in den Weg stellt, wird nicht er als die Gefahr inszeniert, sondern das Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die untersuchten Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar: Während „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „[[Der Eisbär]]“ der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Dokumentationen stellen dabei aber den Menschen als dem Tier überlegen und vom Eisbären bedroht dar. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und gesprochenem Off-Kommentar deutlich, so konnte für die zweite Dokumentation ein Kontrast zwischen Musik, Gesagtem und dem visuell Gezeigten herausgearbeitet werden. Auffallend ist, dass beide Filme den Klimawandel in auffallender Weise verschweigen oder allenfalls andeuten, selbst dann, wenn es für ein tiefergehendes Verständnisses der gezeigten Situationen und des situativ inszenierten Tier-Mensch-Verhältnisses relevant wäre. So zeigt der „[[Der Eisbär]]“ zwar die Konsequenzen, die der immer längere Sommer auf den Eisbären hat, nennt jedoch nicht explizit den Klimawandel als Ursache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2316</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-14T14:40:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und „[[Der Eisbär]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme „Eisbär in Not?“(2014) und „Der Eisbär“(2012) mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) – Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ behandelt in verschiedenen Sequenzen das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55–08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06–08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56–12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00–38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37–47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. &lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse1.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55–08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende Musik erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06–08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck dadurch, dass während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56–12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideos ebenso zurückgegriffen wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse von &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er vielmehr als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) – Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot; analysiert werden. Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35–46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise sich der Mensch in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse2.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35–42:42 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35–42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich [...]“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43–43:06 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43–43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07–43:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07–43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde [...]“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer [...]“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz wird also ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35–44:10 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35–44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison länger dauert als in den Jahren zuvor – ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11–44:27 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11–44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Die Situation der Eisbären wird vor allem sprachlich charakterisiert und dabei wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht insbesondere die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost, statt diesen Umstand explizit zu problematisieren. Auch die Folgen des Klimawandels werden lediglich angedeutet, und indem keine konkreten Aussagen getroffen werden, lässt die Dokumentation einen Interpretationsspielraum in Bezug auf dessen einzelne Auswirkungen. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht. Aber selbst wenn sich der Mensch dem Eisbären in den Weg stellt, wird nicht er als die Gefahr inszeniert, sondern das Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die untersuchten Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar: Während „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „[[Der Eisbär]]“ der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Dokumentationen stellen dabei aber den Menschen als dem Tier überlegen und vom Eisbären bedroht dar. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und gesprochenem Off-Kommentar deutlich, so konnte für die zweite Dokumentation ein Kontrast zwischen Musik, Gesagtem und dem visuell Gezeigten herausgearbeitet werden. Auffallend ist, dass beide Filme den Klimawandel in auffallender Weise verschweigen oder allenfalls andeuten, selbst dann, wenn es für ein tiefergehendes Verständnisses der gezeigten Situationen und des situativ inszenierten Tier-Mensch-Verhältnisses relevant wäre. So zeigt der „[[Der Eisbär]]“ zwar die Konsequenzen, die der immer längere Sommer auf den Eisbären hat, nennt jedoch nicht explizit den Klimawandel als Ursache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2315</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2315"/>
		<updated>2021-07-14T14:39:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und „[[Der Eisbär]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme „Eisbär in Not?“(2014) und „Der Eisbär“(2012) mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) – Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ behandelt in verschiedenen Sequenzen das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55–08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06–08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56–12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00–38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37–47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. &lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse1.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55–08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende Musik erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06–08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck dadurch, dass während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56–12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideos ebenso zurückgegriffen wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse von &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er vielmehr als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) – Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot; analysiert werden. Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35–46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise sich der Mensch in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse2.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35–42:42 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35–42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich [...]“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43–43:06 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43–43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07–43:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07–43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde [...]“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer [...]“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz wird also ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35–44:10 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35–44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison länger dauert als in den Jahren zuvor – ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11–44:27 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11–44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Die Situation der Eisbären wird vor allem sprachlich charakterisiert und dabei wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht insbesondere die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost, statt diesen Umstand explizit zu problematisieren. Auch die Folgen des Klimawandels werden lediglich angedeutet, und indem keine konkreten Aussagen getroffen werden, lässt die Dokumentation einen Interpretationsspielraum in Bezug auf dessen einzelne Auswirkungen. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht. Aber selbst wenn sich der Mensch dem Eisbären in den Weg stellt, wird nicht er als die Gefahr inszeniert, sondern das Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die untersuchten Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar: Während „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „[[Der Eisbär]]“ der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Dokumentationen stellen dabei aber den Menschen als dem Tier überlegen und vom Eisbären bedroht dar. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und gesprochenem Off-Kommentar deutlich, so konnte für die zweite Dokumentation ein Kontrast zwischen Musik, Gesagtem und dem visuell Gezeigten herausgearbeitet werden. Auffallend ist, dass beide Filme den Klimawandel in auffallender Weise verschweigen oder allenfalls andeuten, selbst dann, wenn es für ein tiefergehendes Verständnisses der gezeigten Situationen und des situativ inszenierten Tier-Mensch-Verhältnisses relevant wäre. So zeigt der „[[Der Eisbär]]“ zwar die Konsequenzen, die der immer längere Sommer auf den Eisbären hat, nennt jedoch nicht explizit den Klimawandel als Ursache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2314</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2314"/>
		<updated>2021-07-14T14:36:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und „[[Der Eisbär]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme „Eisbär in Not?“(2014) und „Der Eisbär“(2012) mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) – Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ behandelt in verschiedenen Sequenzen das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55–08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06–08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56–12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00–38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37–47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. &lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse1.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55–08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende Musik erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06–08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck dadurch, dass während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56–12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideos ebenso zurückgegriffen wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse von &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er vielmehr als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) – Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot; analysiert werden. Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35–46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise sich der Mensch in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse2.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35–42:42 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35–42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich [...]“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43–43:06 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43–43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07–43:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07–43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde [...]“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer [...]“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz wird also ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35–44:10 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35–44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison länger dauert als in den Jahren zuvor – ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11–44:27 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11–44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Die Situation der Eisbären wird vor allem sprachlich charakterisiert und dabei wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht insbesondere die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost, statt diesen Umstand explizit zu problematisieren. Auch die Folgen des Klimawandels werden lediglich angedeutet, und indem keine konkreten Aussagen getroffen werden, lässt die Dokumentation einen Interpretationsspielraum in Bezug auf dessen einzelne Auswirkungen. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht. Aber selbst wenn sich der Mensch dem Eisbären in den Weg stellt, wird nicht er als die Gefahr inszeniert, sondern das Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die untersuchten Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar: Während „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „[[Der Eisbär]]“ der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Dokumentationen stellen dabei aber den Menschen als dem Tier überlegen und vom Eisbären bedroht dar. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und gesprochenem Off-Kommentar deutlich, so konnte für die zweite Dokumentation ein Kontrast zwischen Musik, Gesagtem und dem visuell Gezeigten herausgearbeitet werden. Auffallend ist, dass beide Filme den Klimawandel in auffallender Weise verschweigen oder allenfalls andeuten, selbst dann, wenn es für ein tiefergehendes Verständnisses der gezeigten Situationen und des situativ inszenierten Tier-Mensch-Verhältnisses relevant wäre. So zeigt der „[[Der Eisbär]]“ zwar die Konsequenzen, die der immer längere Sommer auf den Eisbären hat, nennt jedoch nicht explizit den Klimawandel als Ursache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2313</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2313"/>
		<updated>2021-07-14T14:34:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und „[[Der Eisbär]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme „Eisbär in Not?“(2014) und „Der Eisbär“(2012) mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) – Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ behandelt in verschiedenen Sequenzen das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55–08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06–08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56–12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00–38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37–47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. &lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse1.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55–08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende Musik erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe.|Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06–08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck dadurch, dass während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56–12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideos ebenso zurückgegriffen wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse von &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er vielmehr als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) – Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot; analysiert werden. Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35–46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise sich der Mensch in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse2.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35–42:42 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35–42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich [...]“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43–43:06 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43–43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07–43:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07–43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde [...]“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer [...]“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz wird also ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35–44:10 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35–44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison länger dauert als in den Jahren zuvor – ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11–44:27 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11–44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Die Situation der Eisbären wird vor allem sprachlich charakterisiert und dabei wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht insbesondere die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost, statt diesen Umstand explizit zu problematisieren. Auch die Folgen des Klimawandels werden lediglich angedeutet, und indem keine konkreten Aussagen getroffen werden, lässt die Dokumentation einen Interpretationsspielraum in Bezug auf dessen einzelne Auswirkungen. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht. Aber selbst wenn sich der Mensch dem Eisbären in den Weg stellt, wird nicht er als die Gefahr inszeniert, sondern das Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die untersuchten Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar: Während „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „[[Der Eisbär]]“ der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Dokumentationen stellen dabei aber den Menschen als dem Tier überlegen und vom Eisbären bedroht dar. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und gesprochenem Off-Kommentar deutlich, so konnte für die zweite Dokumentation ein Kontrast zwischen Musik, Gesagtem und dem visuell Gezeigten herausgearbeitet werden. Auffallend ist, dass beide Filme den Klimawandel in auffallender Weise verschweigen oder allenfalls andeuten, selbst dann, wenn es für ein tiefergehendes Verständnisses der gezeigten Situationen und des situativ inszenierten Tier-Mensch-Verhältnisses relevant wäre. So zeigt der „[[Der Eisbär]]“ zwar die Konsequenzen, die der immer längere Sommer auf den Eisbären hat, nennt jedoch nicht explizit den Klimawandel als Ursache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2312</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-14T14:29:02Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und „[[Der Eisbär]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme „Eisbär in Not?“(2014) und „Der Eisbär“(2012) mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) – Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ behandelt in verschiedenen Sequenzen das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55–08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06–08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56–12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00–38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37–47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. &lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse1.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55–08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende Musik erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06–08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck dadurch, dass während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56–12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideos ebenso zurückgegriffen wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse von &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er vielmehr als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) – Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot; analysiert werden. Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35–46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise sich der Mensch in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse2.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35–42:42 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35–42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich [...]“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43–43:06 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43–43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07–43:35 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07–43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde [...]“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer [...]“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz wird also ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35–44:10 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35–44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison länger dauert als in den Jahren zuvor – ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11–44:27 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11–44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Die Situation der Eisbären wird vor allem sprachlich charakterisiert und dabei wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht insbesondere die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost, statt diesen Umstand explizit zu problematisieren. Auch die Folgen des Klimawandels werden lediglich angedeutet, und indem keine konkreten Aussagen getroffen werden, lässt die Dokumentation einen Interpretationsspielraum in Bezug auf dessen einzelne Auswirkungen. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht. Aber selbst wenn sich der Mensch dem Eisbären in den Weg stellt, wird nicht er als die Gefahr inszeniert, sondern das Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die untersuchten Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar: Während „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „[[Der Eisbär]]“ der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Dokumentationen stellen dabei aber den Menschen als dem Tier überlegen und vom Eisbären bedroht dar. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und gesprochenem Off-Kommentar deutlich, so konnte für die zweite Dokumentation ein Kontrast zwischen Musik, Gesagtem und dem visuell Gezeigten herausgearbeitet werden. Auffallend ist, dass beide Filme den Klimawandel in auffallender Weise verschweigen oder allenfalls andeuten, selbst dann, wenn es für ein tiefergehendes Verständnisses der gezeigten Situationen und des situativ inszenierten Tier-Mensch-Verhältnisses relevant wäre. So zeigt der „[[Der Eisbär]]“ zwar die Konsequenzen, die der immer längere Sommer auf den Eisbären hat, nennt jedoch nicht explizit den Klimawandel als Ursache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2311</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-14T14:26:46Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und „[[Der Eisbär]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme „Eisbär in Not?“(2014) und „Der Eisbär“(2012) mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) – Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ behandelt in verschiedenen Sequenzen das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55–08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06–08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56–12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00–38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37–47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. &lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse1.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55–08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende Musik erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06–08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck dadurch, dass während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56–12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideos ebenso zurückgegriffen wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse von &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er vielmehr als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) – Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot; analysiert werden. Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35–46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise sich der Mensch in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse2.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35–42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35–42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich [...]“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43–43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43–43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07–43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07–43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde [...]“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer [...]“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz wird also ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35–44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35–44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison länger dauert als in den Jahren zuvor – ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11–44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11–44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Die Situation der Eisbären wird vor allem sprachlich charakterisiert und dabei wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht insbesondere die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost, statt diesen Umstand explizit zu problematisieren. Auch die Folgen des Klimawandels werden lediglich angedeutet, und indem keine konkreten Aussagen getroffen werden, lässt die Dokumentation einen Interpretationsspielraum in Bezug auf dessen einzelne Auswirkungen. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht. Aber selbst wenn sich der Mensch dem Eisbären in den Weg stellt, wird nicht er als die Gefahr inszeniert, sondern das Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
Die untersuchten Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar: Während „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „[[Der Eisbär]]“ der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Dokumentationen stellen dabei aber den Menschen als dem Tier überlegen und vom Eisbären bedroht dar. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und gesprochenem Off-Kommentar deutlich, so konnte für die zweite Dokumentation ein Kontrast zwischen Musik, Gesagtem und dem visuell Gezeigten herausgearbeitet werden. Auffallend ist, dass beide Filme den Klimawandel in auffallender Weise verschweigen oder allenfalls andeuten, selbst dann, wenn es für ein tiefergehendes Verständnisses der gezeigten Situationen und des situativ inszenierten Tier-Mensch-Verhältnisses relevant wäre. So zeigt der „[[Der Eisbär]]“ zwar die Konsequenzen, die der immer längere Sommer auf den Eisbären hat, nennt jedoch nicht explizit den Klimawandel als Ursache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2310</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2310"/>
		<updated>2021-07-14T14:24:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und „[[Der Eisbär]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme „Eisbär in Not?“(2014) und „Der Eisbär“(2012) mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) – Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ behandelt in verschiedenen Sequenzen das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55–08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06–08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56–12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00–38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37–47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. &lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse1.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55–08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende Musik erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06–08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck dadurch, dass während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56–12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideos ebenso zurückgegriffen wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse von &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er vielmehr als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) – Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot; analysiert werden. Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35–46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise sich der Mensch in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_schaberich_analyse2.pdf hier heruntergeladen] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35–42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35–42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich [...]“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43–43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43–43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07–43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07–43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde [...]“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz wird also ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35–44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35–44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison länger dauert als in den Jahren zuvor – ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11–44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11–44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Die Situation der Eisbären wird vor allem sprachlich charakterisiert und dabei wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht insbesondere die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost, statt diesen Umstand explizit zu problematisieren. Auch die Folgen des Klimawandels werden lediglich angedeutet, und indem keine konkreten Aussagen getroffen werden, lässt die Dokumentation einen Interpretationsspielraum in Bezug auf dessen einzelne Auswirkungen. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht. Aber selbst wenn sich der Mensch dem Eisbären in den Weg stellt, wird nicht er als die Gefahr inszeniert, sondern das Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die untersuchten Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar: Während „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?]]“ sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „[[Der Eisbär]]“ der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Dokumentationen stellen dabei aber den Menschen als dem Tier überlegen und vom Eisbären bedroht dar. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und gesprochenem Off-Kommentar deutlich, so konnte für die zweite Dokumentation ein Kontrast zwischen Musik, Gesagtem und dem visuell Gezeigten herausgearbeitet werden. Auffallend ist, dass beide Filme den Klimawandel in auffallender Weise verschweigen oder allenfalls andeuten, selbst dann, wenn es für ein tiefergehendes Verständnisses der gezeigten Situationen und des situativ inszenierten Tier-Mensch-Verhältnisses relevant wäre. So zeigt der „[[Der Eisbär]]“ zwar die Konsequenzen, die der immer längere Sommer auf den Eisbären hat, nennt jedoch nicht explizit den Klimawandel als Ursache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2271</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2271"/>
		<updated>2021-07-13T14:08:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not]]&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;[[Der Eisbär]]&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot; (2014)  und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014)-Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not]]“ behandelt in verschiedenen Sequenzen, das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55-08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06-08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56-12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00 bis 38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37-47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann hier heruntergeladen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06-08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, indem während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird  insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56 – 12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrgenommen. Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not]]“ stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er hingegen der Eisbär als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012)-Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35 bis 46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35-42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder aber als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43-43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07-43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35-44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison  länger dauert als in den Jahren zuvor, ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel ist. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich  an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11-44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11-44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Die Situation der Eisbären wird vor allem sprachlich charakterisiert und dabei wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht insbesondere die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost, statt diesen Umstand explizit zu problematisieren. Auch die Folgen des Klimawandels werden lediglich angedeutet und indem keine konkreten Aussagen getroffen werden, lässt die Dokumentation einen Interpretationsspielraum in Bezug auf dessen einzelne Auswirkungen. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht. Aber selbst wenn sich der Mensch dem Eisbären in den Weg stellt, wird nicht er als die Gefahr inszeniert, sondern das Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die untersuchten Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar: Während „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not]]?“ sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „[[Der Eisbär]]“ der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Dokumentationen stellen dabei aber den Menschen als dem Tier überlegen und vom Eisbären bedroht dar. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und gesprochenem Off-Kommentar deutlich, so konnte für die zweite Dokumentation ein Kontrast zwischen Musik, Gesagtem und dem visuell Gezeigten herausgearbeitet werden. Auffallend ist, dass beide Filme den Klimawandel in auffallender Weise verschweigen oder allenfalls andeuten, selbst dann, wenn es für ein tiefergehendes Verständnisses der gezeigten Situationen und des situativ inszenierten Tier-Mensch-Verhältnisses relevant wäre. So zeigt der „[[Der Eisbär]]“ zwar die Konsequenzen, die der immer längere Sommer auf den Eisbären hat, nennt jedoch nicht explizit den Klimawandel als Ursache. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2270</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-13T14:04:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not]]&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;[[Der Eisbär]]&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot; (2014) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014)-Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt in verschiedenen Sequenzen, das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55-08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06-08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56-12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00 bis 38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37-47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann hier heruntergeladen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06-08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, indem während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird  insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56 – 12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrgenommen. Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er hingegen der Eisbär als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012)-Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35 bis 46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergleidert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35-42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder aber als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43-43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07-43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35-44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison  länger dauert als in den Jahren zuvor, ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel ist. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich  an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11-44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11-44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Die Situation der Eisbären wird vor allem sprachlich charakterisiert und dabei wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht insbesondere die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost, statt diesen Umstand explizit zu problematisieren. Auch die Folgen des Klimawandels werden lediglich angedeutet und indem keine konkreten Aussagen getroffen werden, lässt die Dokumentation einen Interpretationsspielraum in Bezug auf dessen einzelne Auswirkungen. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht. Aber selbst wenn sich der Mensch dem Eisbären in den Weg stellt, wird nicht er als die Gefahr inszeniert, sondern das Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die untersuchten Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar: Während „ Eisbär in Not?“ sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“ der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Dokumentationen stellen dabei aber den Menschen als dem Tier überlegen und vom Eisbären bedroht dar. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und gesprochenem Off-Kommentar deutlich, so konnte für die zweite Dokumentation ein Kontrast zwischen Musik, Gesagtem und dem visuell Gezeigten herausgearbeitet werden. Auffallend ist, dass beide Filme den Klimawandel in auffallender Weise verschweigen oder allenfalls andeuten, selbst dann, wenn es für ein tiefergehendes Verständnisses der gezeigten Situationen und des situativ inszenierten Tier-Mensch-Verhältnisses relevant wäre. So zeigt der „Der Eisbär“ zwar die Konsequenzen, die der immer längere Sommer auf den Eisbären hat, nennt jedoch nicht explizit den Klimawandel als Ursache. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2269</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-13T13:56:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot; (2014) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014)-Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt in verschiedenen Sequenzen, das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55-08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06-08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56-12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00 bis 38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37-47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann hier heruntergeladen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06-08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, indem während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird  insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56 – 12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrgenommen. Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er hingegen der Eisbär als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012)-Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35 bis 46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergleidert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35-42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder aber als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43-43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07-43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35-44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison  länger dauert als in den Jahren zuvor, ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel ist. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich  an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11-44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11-44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Die Situation der Eisbären wird vor allem sprachlich charakterisiert und dabei wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht insbesondere die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost, statt diesen Umstand explizit zu problematisieren. Auch die Folgen des Klimawandels werden lediglich angedeutet und indem keine konkreten Aussagen getroffen werden, lässt die Dokumentation einen Interpretationsspielraum in Bezug auf dessen einzelne Auswirkungen. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht. Aber selbst wenn sich der Mensch dem Eisbären in den Weg stellt, wird nicht er als die Gefahr inszeniert, sondern das Tier.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die untersuchten Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar: Während „ Eisbär in Not?“ sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“ der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Dokumentationen stellen dabei aber den Menschen als dem Tier überlegen und vom Eisbären bedroht dar. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und gesprochenem Off-Kommentar deutlich, so konnte für die zweite Dokumentation ein Kontrast zwischen Musik, Gesagtem und dem visuell Gezeigten herausgearbeitet werden. Auffallend ist, dass beide Filme den Klimawandel in auffallender Weise verschweigen oder allenfalls andeuten, selbst dann, wenn es für ein tiefergehendes Verständnisses der gezeigten Situationen und des situativ inszenierten Tier-Mensch-Verhältnisses relevant wäre. So zeigt der „Der Eisbär“ zwar die Konsequenzen, die der immer längere Sommer auf den Eisbären hat, nennt jedoch nicht explizit den Klimawandel als Ursache. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
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		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-13T13:46:10Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot; (2014) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014)-Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt in verschiedenen Sequenzen, das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55-08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06-08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56-12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00 bis 38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37-47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann hier heruntergeladen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55–08:05 sowie 08:06–08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06-08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, indem während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird  insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56–12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56 – 12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrgenommen. Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00–38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37–47:35 ===&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er hingegen der Eisbär als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012)-Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35 bis 46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergleidert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35-42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder aber als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43-43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und aus ihr heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird stattdessen durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein gewalttätiges Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch das Flugzeuges, seinen Lärm und die Verfolgung des Eisbären verkörpert wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07-43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst sind zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund zu sehen, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken: „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“. In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual für den Bären. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Tourist*innen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es wird ein Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten deutlich. Die Tourist*innen stehen auf der traditionellen Route des Bären, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine zufällige Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und erst im Anschluss spannungsaufbauende Musik. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35-44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der traditionellen Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währenddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison  länger dauert als in den Jahren zuvor, ein impliziter Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel ist. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers einen Monat zusätzlich  an diesem Ort fest. Das Wort „feststecken“ weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des menschengemachten Klimawandels nicht über das Eis kann und die anwesenden Menschen daraus Kapital schlagen, wird also nicht problematisiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11-44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11-44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären mit dem Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Besonders wird durch die Sprache und die Ausdrucksweise die Situation der Eisbären verdeutlicht. Es wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht besonders die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost. Die Folgen des Klimawandels werden angedeutet und die Dokumentation lässt einen Interpretationsspielraum in Bezug auf die einzelnen Auswirkungen, indem keine konkreten Aussagen getroffen werden. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse). Auch wenn sich der Mensch auf die Route des Eisbären stellt, wird er als in Gefahr schwebend dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben| Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2267</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2267"/>
		<updated>2021-07-13T13:33:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot; (2014) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014)-Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt in verschiedenen Sequenzen, das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55-08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06-08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56-12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00 bis 38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37-47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann hier heruntergeladen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06-08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, indem während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird  insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56 – 12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrgenommen. Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er hingegen der Eisbär als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012)-Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz (42:35 bis 46:41) ausgesucht und in fünf thematische Abschnitte untergleidert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35 - 42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprecher aus dem Off stellt die gezeigten Bilder aber als dramatisch dar: „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine neutrale Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43 - 43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird primär durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07 - 43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließlich die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual auf die Rezipienten und Rezipientinnen. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Touristen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35 - 44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währeddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison  länger dauert, als in den Jahren zuvor. Dies kann ein Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel sein. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11 - 44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11-44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Besonders wird durch die Sprache und die Ausdrucksweise die Situation der Eisbären verdeutlicht. Es wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht besonders die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost. Die Folgen des Klimawandels werden angedeutet und die Dokumentation lässt einen Interpretationsspielraum in Bezug auf die einzelnen Auswirkungen, indem keine konkreten Aussagen getroffen werden. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse). Auch wenn sich der Mensch auf die Route des Eisbären stellt, wird er als in Gefahr schwebend dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben| Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2266</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2266"/>
		<updated>2021-07-13T13:25:57Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot; (2014) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014)-Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt in verschiedenen Sequenzen, das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55-08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06-08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56-12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00 bis 38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37-47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann hier heruntergeladen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06-08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, indem während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird  insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56 – 12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrgenommen. Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Erst diese Sequenz, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Zudem verstärkt der Ton diesen Eindruck des Eindringens. So erklärt der Off-Sprecher, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstelle. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Hinweisen auf Ereignisse aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Auch die dramatische, traurige und tragische Filmmusik lässt den Menschen als umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären insgesamt als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuelle Darstellung alleine zeigt den Bären allerdings nur in einer Sequenz als bedrohlich. In den anderen Sequenzen wird er hingegen der Eisbär als vom Menschen bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der dem Menschen und seiner Lebenswelt feindlich gegenübersteht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) - Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz ausgesucht. Die Sequenz 42:35 bis 46:41 wurde ich unterschiedliche thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35 - 42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43 - 43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird primär durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07 - 43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließlich die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual auf die Rezipienten und Rezipientinnen. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Touristen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35 - 44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währeddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison  länger dauert, als in den Jahren zuvor. Dies kann ein Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel sein. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11 - 44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11-44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Besonders wird durch die Sprache und die Ausdrucksweise die Situation der Eisbären verdeutlicht. Es wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht besonders die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost. Die Folgen des Klimawandels werden angedeutet und die Dokumentation lässt einen Interpretationsspielraum in Bezug auf die einzelnen Auswirkungen, indem keine konkreten Aussagen getroffen werden. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse). Auch wenn sich der Mensch auf die Route des Eisbären stellt, wird er als in Gefahr schwebend dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben| Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2265</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2265"/>
		<updated>2021-07-13T13:17:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot; (2014) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014)-Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt in verschiedenen Sequenzen, das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55-08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06-08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56-12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00 bis 38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37-47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann hier heruntergeladen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipierenden somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06-08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, indem während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird  insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56 – 12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrgenommen. Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis. Dabei werden in einem Interview  mit einem Wissenschaftler die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert. Hierbei wird erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese trägt eine Warnweste und sticht deshalb optisch deutlich aus der weißen Umgebung heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe erkennbar wird. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Auch hier ist somit die Waffe als Symbol der Bedrohung erkennbar und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht. Die Rezipierenden erfahren, dass der Forscher eine Eisbärenwache darstellt. Sie dient dem Schutz der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die Eisbärenwache inszenatorisch in unmittelbarer Gefahr schweben. Dies führt unweigerlich zu einem Unbehagen auf Seiten der Rezipierenden. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird aber erneut deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Stattdessen wird rein visuell der Mensch beim Eindringen in die Natur gezeigt. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Diese Szene, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Wird auch der Ton mit einbezogen, so wird dieser Eindruck des Eindringens verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Insbesondere der Off-Sprecher untermauert, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstellt. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Der Mode ''Musik'' welche als eine dramatische, traurige und tragische Filmmusik wahrgenommen wird, lässt den Menschen umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sequenz beinhaltet somit keinen Kontrast zwischen Bild und Ton. Hingegen unterstützt der Ton das Gezeigte und verstärkt den Effekt der Bedrohung des Menschen durch den Eisbären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Hingegen wird durch die alleinige Betrachtung sogar der Eisbär als bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der den Menschen und seine Lebenswelt bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) - Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz ausgesucht. Die Sequenz 42:35 bis 46:41 wurde ich unterschiedliche thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35 - 42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43 - 43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird primär durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07 - 43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließlich die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual auf die Rezipienten und Rezipientinnen. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Touristen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35 - 44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währeddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison  länger dauert, als in den Jahren zuvor. Dies kann ein Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel sein. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11 - 44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11-44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Besonders wird durch die Sprache und die Ausdrucksweise die Situation der Eisbären verdeutlicht. Es wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht besonders die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost. Die Folgen des Klimawandels werden angedeutet und die Dokumentation lässt einen Interpretationsspielraum in Bezug auf die einzelnen Auswirkungen, indem keine konkreten Aussagen getroffen werden. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse). Auch wenn sich der Mensch auf die Route des Eisbären stellt, wird er als in Gefahr schwebend dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben| Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2264</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2264"/>
		<updated>2021-07-13T13:06:32Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot; (2014) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014)-Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt in verschiedenen Sequenzen, das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55-08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06-08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56-12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00 bis 38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37-47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann hier heruntergeladen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06-08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, indem während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird  insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität deuten und der Off-Sprecher stellt klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet (11:56 – 12:08), was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Durch die ausschließliche Betrachtung der bildlichen Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrgenommen. Der Off-Kommentar weist jedoch in eine entgegengesetzte Richtung. Er weist auf das besondere Risiko hin, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Der eigentliche Jäger wird durch das Sprichwort „Vom Jäger zum Gejagten werden“ selbst als bedroht dargestellt und die Bedrohung geht laut dem Off-Kommentar von den eigentlich davonlaufenden Eisbären aus. Es ist also eine Bild-Text-Schere deutlich zu erkennen. Unterstützt wird die Deutung des gefährlichen Eisbären oder des gefährlichen Jägers durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen auslöst und bedrohlich wirkt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis, wobei durch ein Interview eines Wissenschaftlers die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert werden. Es wird zudem erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe hervorsticht. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Symbol der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Sie dient dem &amp;quot;Schutz&amp;quot; der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Dieser strake Mode führt unweigerlich zu einem Unbehagen im Zuschauer oder der Zuschauerin. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Es wird rein optisch der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle wird durch die Kombination aus Musik, Sprechertext und Bild der Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt, ohne dass er zu sehen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Diese Szene, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Wird auch der Ton mit einbezogen, so wird dieser Eindruck des Eindringens verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Insbesondere der Off-Sprecher untermauert, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstellt. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Der Mode ''Musik'' welche als eine dramatische, traurige und tragische Filmmusik wahrgenommen wird, lässt den Menschen umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sequenz beinhaltet somit keinen Kontrast zwischen Bild und Ton. Hingegen unterstützt der Ton das Gezeigte und verstärkt den Effekt der Bedrohung des Menschen durch den Eisbären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Hingegen wird durch die alleinige Betrachtung sogar der Eisbär als bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der den Menschen und seine Lebenswelt bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) - Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz ausgesucht. Die Sequenz 42:35 bis 46:41 wurde ich unterschiedliche thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35 - 42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43 - 43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird primär durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07 - 43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließlich die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual auf die Rezipienten und Rezipientinnen. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Touristen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35 - 44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währeddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison  länger dauert, als in den Jahren zuvor. Dies kann ein Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel sein. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11 - 44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11-44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Besonders wird durch die Sprache und die Ausdrucksweise die Situation der Eisbären verdeutlicht. Es wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht besonders die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost. Die Folgen des Klimawandels werden angedeutet und die Dokumentation lässt einen Interpretationsspielraum in Bezug auf die einzelnen Auswirkungen, indem keine konkreten Aussagen getroffen werden. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse). Auch wenn sich der Mensch auf die Route des Eisbären stellt, wird er als in Gefahr schwebend dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben| Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2263</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-13T12:51:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot; (2014) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014)-Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt in verschiedenen Sequenzen, das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55-08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06-08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56-12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00 bis 38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37-47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann hier heruntergeladen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Sequenz (08:06-08:52) wird die Zweckhaftigkeit des Zaunes erneut aufgegriffen, indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches lässt den Inuit als Bedrohung erscheinen. Erst durch die Erklärung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die den Inuit ins Zentrum stellen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen, sowie eine spannungsaufbauende Musik hinzu. Bild und Ton stellen somit erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, indem während der Erklärung des Inuit die Huskies jaulend Alarm schlagen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Dies wird  insbesondere in der Kombination verschiedener Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie sticht hervor und lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität einordnen. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet, während der Inuit seine Waffe lädt (11:56 – 12:08). Durch den Off-Sprecher wird klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Die weglaufenden Eisbären, werden nur kurz eingeblendet, was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Die Darstellung von Tierbabys lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen Mitleid und Fürsorge empfinden. Durch die bildliche Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als wiederkehrendes Symbol bezeichnet werden, welches sich wiederholt und in unterschiedlichen Sequenzen auftritt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrnehmen. Im Gegensatz dazu lässt die Stimme aus dem Off die visuelle Wahrnehmung verblassen (vgl. Sequenzanalyse). Hier wird auf das besondere Risiko hingewiesen, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Er wird durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“ als bedroht dargestellt. Die Bedrohung geht hier von den davonlaufenden Eisbären aus, was den Kontrast der Modes&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ton und Bild verdeutlicht. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen in den Rezipienten und Rezipientinnen auslöst und bedrohlich wirkt. Das Bild des bedrohlichen Eisbären wird an dieser Stelle unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Mensch die Intention verfolgt, die Eisbären zu jagen, so wird doch der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis, wobei durch ein Interview eines Wissenschaftlers die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert werden. Es wird zudem erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe hervorsticht. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Symbol der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Sie dient dem &amp;quot;Schutz&amp;quot; der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Dieser strake Mode führt unweigerlich zu einem Unbehagen im Zuschauer oder der Zuschauerin. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Es wird rein optisch der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle wird durch die Kombination aus Musik, Sprechertext und Bild der Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt, ohne dass er zu sehen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Diese Szene, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Wird auch der Ton mit einbezogen, so wird dieser Eindruck des Eindringens verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Insbesondere der Off-Sprecher untermauert, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstellt. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Der Mode ''Musik'' welche als eine dramatische, traurige und tragische Filmmusik wahrgenommen wird, lässt den Menschen umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sequenz beinhaltet somit keinen Kontrast zwischen Bild und Ton. Hingegen unterstützt der Ton das Gezeigte und verstärkt den Effekt der Bedrohung des Menschen durch den Eisbären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Hingegen wird durch die alleinige Betrachtung sogar der Eisbär als bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der den Menschen und seine Lebenswelt bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) - Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz ausgesucht. Die Sequenz 42:35 bis 46:41 wurde ich unterschiedliche thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35 - 42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43 - 43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird primär durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07 - 43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließlich die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual auf die Rezipienten und Rezipientinnen. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Touristen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35 - 44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währeddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison  länger dauert, als in den Jahren zuvor. Dies kann ein Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel sein. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11 - 44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11-44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Besonders wird durch die Sprache und die Ausdrucksweise die Situation der Eisbären verdeutlicht. Es wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht besonders die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost. Die Folgen des Klimawandels werden angedeutet und die Dokumentation lässt einen Interpretationsspielraum in Bezug auf die einzelnen Auswirkungen, indem keine konkreten Aussagen getroffen werden. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse). Auch wenn sich der Mensch auf die Route des Eisbären stellt, wird er als in Gefahr schwebend dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben| Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2262</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-13T12:43:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot; (2014) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014)-Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt in verschiedenen Sequenzen, das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55-08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06-08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56-12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00 bis 38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37-47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann hier heruntergeladen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. Dies trifft beispielsweise auf die erste ausgewählte Szene zu. Zu sehen ist stattdessen ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wirkt er unscheinbar und wie ein Teil einer friedlichen Szenerie. Die unruhige und treibende ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Stimme aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlicht. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten somit Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die auditiven Modes &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Szene wird die Legitimation des Zaunes erneut aufgegriffen (08:06-08:52), indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches bewirkt, dass bei Zuschauern der Inuit als Bedrohung wahrgenommen wird. Erst durch die sprachliche Berichterstattung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die vom Inuit ausgehen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt hinzu, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen. Die Modes Bild und Ton, im Zusammenhang mit einer spannungsaufbauenden Musik, welche eine Bedrohung impliziert, stellen erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, da während der Erzählung des Inuit die Huskies anfangen Alarm zu schlagen, indem sie jaulen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Doch erst durch die Kombination verschiedener Modes wird dies deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Sequenzen sind durch die Abwesenheit der Eisbären verbunden. Dennoch werden sie als Bedrohung des Menschen dargestellt. Hierzu trägt vorrangig die Kombination aus Ton und Bild bei. Das Ausschließen des Tons und der Geräusche wirkt hingegen der Mensch als bedrohlich. Erst durch akustische Aspekte wird der Eisbär als Bedrohung dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie sticht hervor und lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität einordnen. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet, während der Inuit seine Waffe lädt (11:56 – 12:08). Durch den Off-Sprecher wird klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Die weglaufenden Eisbären, werden nur kurz eingeblendet, was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Die Darstellung von Tierbabys lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen Mitleid und Fürsorge empfinden. Durch die bildliche Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als wiederkehrendes Symbol bezeichnet werden, welches sich wiederholt und in unterschiedlichen Sequenzen auftritt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrnehmen. Im Gegensatz dazu lässt die Stimme aus dem Off die visuelle Wahrnehmung verblassen (vgl. Sequenzanalyse). Hier wird auf das besondere Risiko hingewiesen, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Er wird durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“ als bedroht dargestellt. Die Bedrohung geht hier von den davonlaufenden Eisbären aus, was den Kontrast der Modes&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ton und Bild verdeutlicht. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen in den Rezipienten und Rezipientinnen auslöst und bedrohlich wirkt. Das Bild des bedrohlichen Eisbären wird an dieser Stelle unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Mensch die Intention verfolgt, die Eisbären zu jagen, so wird doch der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis, wobei durch ein Interview eines Wissenschaftlers die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert werden. Es wird zudem erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe hervorsticht. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Symbol der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Sie dient dem &amp;quot;Schutz&amp;quot; der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Dieser strake Mode führt unweigerlich zu einem Unbehagen im Zuschauer oder der Zuschauerin. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Es wird rein optisch der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle wird durch die Kombination aus Musik, Sprechertext und Bild der Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt, ohne dass er zu sehen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Diese Szene, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Wird auch der Ton mit einbezogen, so wird dieser Eindruck des Eindringens verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Insbesondere der Off-Sprecher untermauert, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstellt. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Der Mode ''Musik'' welche als eine dramatische, traurige und tragische Filmmusik wahrgenommen wird, lässt den Menschen umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sequenz beinhaltet somit keinen Kontrast zwischen Bild und Ton. Hingegen unterstützt der Ton das Gezeigte und verstärkt den Effekt der Bedrohung des Menschen durch den Eisbären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Hingegen wird durch die alleinige Betrachtung sogar der Eisbär als bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der den Menschen und seine Lebenswelt bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) - Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz ausgesucht. Die Sequenz 42:35 bis 46:41 wurde ich unterschiedliche thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35 - 42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43 - 43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird primär durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07 - 43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließlich die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual auf die Rezipienten und Rezipientinnen. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Touristen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35 - 44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währeddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison  länger dauert, als in den Jahren zuvor. Dies kann ein Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel sein. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11 - 44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11-44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Besonders wird durch die Sprache und die Ausdrucksweise die Situation der Eisbären verdeutlicht. Es wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht besonders die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost. Die Folgen des Klimawandels werden angedeutet und die Dokumentation lässt einen Interpretationsspielraum in Bezug auf die einzelnen Auswirkungen, indem keine konkreten Aussagen getroffen werden. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse). Auch wenn sich der Mensch auf die Route des Eisbären stellt, wird er als in Gefahr schwebend dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben| Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2261</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-13T12:36:25Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot; (2014) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014)-Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; behandelt in verschiedenen Sequenzen, das Verhältnis von Mensch und Eisbär und stellt dabei die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt. Dies soll im Folgenden an fünf Sequenzen verdeutlicht werden. Die Szene 1 (07:55-08:05) zeigt die Methode, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Darauf aufbauend wird die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welcher in der Szene 2 (08:06-08:52) seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hierbei werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen deutlich. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 3 (11:56-12:08) fokussiert. Hier geht der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd. Dass der Eisbär eine Bedrohung des Menschen darstellt, soll auch im Zusammenhang mit der Erforschung des Tieres erläutert werden. Dies veranschaulicht Szene 4 (38:00 bis 38:58). Zuletzt wird die Sequenz 5 (46:37-47:35) im Hinblick auf die Leitthese analysiert. Diese zeigt das Eindringen des Eisbären in die arktischen Dörfer. Die multimodale Transkription, welche die Basis für die die folgende Sequenzanalyse bildet, kann hier heruntergeladen werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. So wird in der ersten Szene der Eisbär an sich nicht visuell gezeigt. Zu sehen ist ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Bei der alleinigen Betrachtung des Bildes, wirkt der Zaun zunächst unscheinbar. Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wird eine harmlose Atmosphäre erzeugt (vgl. Sequenzanalyse). Der Mode &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung, da sie unruhig und treibend wirkt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Beschreibungen aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlichen. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten und Rezipientinnen die Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die Geräusche, sowie die Musik verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Szene wird die Legitimation des Zaunes erneut aufgegriffen (08:06-08:52), indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches bewirkt, dass bei Zuschauern der Inuit als Bedrohung wahrgenommen wird. Erst durch die sprachliche Berichterstattung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die vom Inuit ausgehen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt hinzu, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen. Die Modes Bild und Ton, im Zusammenhang mit einer spannungsaufbauenden Musik, welche eine Bedrohung impliziert, stellen erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, da während der Erzählung des Inuit die Huskies anfangen Alarm zu schlagen, indem sie jaulen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Doch erst durch die Kombination verschiedener Modes wird dies deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Sequenzen sind durch die Abwesenheit der Eisbären verbunden. Dennoch werden sie als Bedrohung des Menschen dargestellt. Hierzu trägt vorrangig die Kombination aus Ton und Bild bei. Das Ausschließen des Tons und der Geräusche wirkt hingegen der Mensch als bedrohlich. Erst durch akustische Aspekte wird der Eisbär als Bedrohung dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie sticht hervor und lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität einordnen. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet, während der Inuit seine Waffe lädt (11:56 – 12:08). Durch den Off-Sprecher wird klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Die weglaufenden Eisbären, werden nur kurz eingeblendet, was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Die Darstellung von Tierbabys lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen Mitleid und Fürsorge empfinden. Durch die bildliche Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als wiederkehrendes Symbol bezeichnet werden, welches sich wiederholt und in unterschiedlichen Sequenzen auftritt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrnehmen. Im Gegensatz dazu lässt die Stimme aus dem Off die visuelle Wahrnehmung verblassen (vgl. Sequenzanalyse). Hier wird auf das besondere Risiko hingewiesen, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Er wird durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“ als bedroht dargestellt. Die Bedrohung geht hier von den davonlaufenden Eisbären aus, was den Kontrast der Modes&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ton und Bild verdeutlicht. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen in den Rezipienten und Rezipientinnen auslöst und bedrohlich wirkt. Das Bild des bedrohlichen Eisbären wird an dieser Stelle unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Mensch die Intention verfolgt, die Eisbären zu jagen, so wird doch der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis, wobei durch ein Interview eines Wissenschaftlers die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert werden. Es wird zudem erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe hervorsticht. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Symbol der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Sie dient dem &amp;quot;Schutz&amp;quot; der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Dieser strake Mode führt unweigerlich zu einem Unbehagen im Zuschauer oder der Zuschauerin. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Es wird rein optisch der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle wird durch die Kombination aus Musik, Sprechertext und Bild der Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt, ohne dass er zu sehen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Diese Szene, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Wird auch der Ton mit einbezogen, so wird dieser Eindruck des Eindringens verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Insbesondere der Off-Sprecher untermauert, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstellt. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Der Mode ''Musik'' welche als eine dramatische, traurige und tragische Filmmusik wahrgenommen wird, lässt den Menschen umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sequenz beinhaltet somit keinen Kontrast zwischen Bild und Ton. Hingegen unterstützt der Ton das Gezeigte und verstärkt den Effekt der Bedrohung des Menschen durch den Eisbären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Hingegen wird durch die alleinige Betrachtung sogar der Eisbär als bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der den Menschen und seine Lebenswelt bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) - Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz ausgesucht. Die Sequenz 42:35 bis 46:41 wurde ich unterschiedliche thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35 - 42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43 - 43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird primär durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07 - 43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließlich die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual auf die Rezipienten und Rezipientinnen. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Touristen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35 - 44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währeddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison  länger dauert, als in den Jahren zuvor. Dies kann ein Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel sein. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11 - 44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11-44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Besonders wird durch die Sprache und die Ausdrucksweise die Situation der Eisbären verdeutlicht. Es wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht besonders die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost. Die Folgen des Klimawandels werden angedeutet und die Dokumentation lässt einen Interpretationsspielraum in Bezug auf die einzelnen Auswirkungen, indem keine konkreten Aussagen getroffen werden. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse). Auch wenn sich der Mensch auf die Route des Eisbären stellt, wird er als in Gefahr schwebend dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben| Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2260</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-13T12:23:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot; (2014) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle Aspekte (Stills, Bildbeschreibung des Gezeigten), sprachliche Aspekte (Text im Bild, Sprechtext), Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten sowie Analysekommentare.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse erfolgt auf Basis dieser multimodalen Transkription der unterschiedlichen Sequenzen. Sie folgt der Leitfrage, wie die beiden Dokumentarfilme das Verhältnis von Mensch und Eisbär als gegenseitige Bedrohung inszenieren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) - Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; betrachtet, so wird deutlich, dass in bestimmten Sequenzen eine Darstellung des Mensch-Tier-Verhältnisses erfolgt und diese die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt stellen. Um dies zu verdeutlichen, wird zum einen die Szene 07:55-08:05 verwendet. Diese beschreibt die Methoden, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Des Weiteren wird darauf aufbauen die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welche in der Szene 08:06-08:52 seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hier werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen erläutert. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 11:56-12:08 beschrieben, da hier der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd geht. Der Eisbär als Bedrohung des Menschen soll auch im Zusammenhang mit der Forschung erläutert werden, was in Minute 38:00 bis 38:58 umgesetzt wird. Zuletzt wird die Sequenz 46:37-47:35 im Hinblick auf die Leitthese analysiert, in welcher das Eindringen des Eisbären in die Dörfer der Einwohner und Einwohnerinnern veranschaulicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. So wird in der ersten Szene der Eisbär an sich nicht visuell gezeigt. Zu sehen ist ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Bei der alleinigen Betrachtung des Bildes, wirkt der Zaun zunächst unscheinbar. Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wird eine harmlose Atmosphäre erzeugt (vgl. Sequenzanalyse). Der Mode &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung, da sie unruhig und treibend wirkt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Beschreibungen aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlichen. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten und Rezipientinnen die Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die Geräusche, sowie die Musik verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Szene wird die Legitimation des Zaunes erneut aufgegriffen (08:06-08:52), indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches bewirkt, dass bei Zuschauern der Inuit als Bedrohung wahrgenommen wird. Erst durch die sprachliche Berichterstattung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die vom Inuit ausgehen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt hinzu, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen. Die Modes Bild und Ton, im Zusammenhang mit einer spannungsaufbauenden Musik, welche eine Bedrohung impliziert, stellen erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, da während der Erzählung des Inuit die Huskies anfangen Alarm zu schlagen, indem sie jaulen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Doch erst durch die Kombination verschiedener Modes wird dies deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Sequenzen sind durch die Abwesenheit der Eisbären verbunden. Dennoch werden sie als Bedrohung des Menschen dargestellt. Hierzu trägt vorrangig die Kombination aus Ton und Bild bei. Das Ausschließen des Tons und der Geräusche wirkt hingegen der Mensch als bedrohlich. Erst durch akustische Aspekte wird der Eisbär als Bedrohung dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie sticht hervor und lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität einordnen. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet, während der Inuit seine Waffe lädt (11:56 – 12:08). Durch den Off-Sprecher wird klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Die weglaufenden Eisbären, werden nur kurz eingeblendet, was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Die Darstellung von Tierbabys lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen Mitleid und Fürsorge empfinden. Durch die bildliche Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als wiederkehrendes Symbol bezeichnet werden, welches sich wiederholt und in unterschiedlichen Sequenzen auftritt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrnehmen. Im Gegensatz dazu lässt die Stimme aus dem Off die visuelle Wahrnehmung verblassen (vgl. Sequenzanalyse). Hier wird auf das besondere Risiko hingewiesen, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Er wird durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“ als bedroht dargestellt. Die Bedrohung geht hier von den davonlaufenden Eisbären aus, was den Kontrast der Modes&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ton und Bild verdeutlicht. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen in den Rezipienten und Rezipientinnen auslöst und bedrohlich wirkt. Das Bild des bedrohlichen Eisbären wird an dieser Stelle unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Mensch die Intention verfolgt, die Eisbären zu jagen, so wird doch der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis, wobei durch ein Interview eines Wissenschaftlers die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert werden. Es wird zudem erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe hervorsticht. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Symbol der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Sie dient dem &amp;quot;Schutz&amp;quot; der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Dieser strake Mode führt unweigerlich zu einem Unbehagen im Zuschauer oder der Zuschauerin. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Es wird rein optisch der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle wird durch die Kombination aus Musik, Sprechertext und Bild der Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt, ohne dass er zu sehen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Diese Szene, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Wird auch der Ton mit einbezogen, so wird dieser Eindruck des Eindringens verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Insbesondere der Off-Sprecher untermauert, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstellt. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Der Mode ''Musik'' welche als eine dramatische, traurige und tragische Filmmusik wahrgenommen wird, lässt den Menschen umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sequenz beinhaltet somit keinen Kontrast zwischen Bild und Ton. Hingegen unterstützt der Ton das Gezeigte und verstärkt den Effekt der Bedrohung des Menschen durch den Eisbären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Hingegen wird durch die alleinige Betrachtung sogar der Eisbär als bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der den Menschen und seine Lebenswelt bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) - Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz ausgesucht. Die Sequenz 42:35 bis 46:41 wurde ich unterschiedliche thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35 - 42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43 - 43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird primär durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07 - 43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließlich die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual auf die Rezipienten und Rezipientinnen. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Touristen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35 - 44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währeddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison  länger dauert, als in den Jahren zuvor. Dies kann ein Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel sein. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11 - 44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11-44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Besonders wird durch die Sprache und die Ausdrucksweise die Situation der Eisbären verdeutlicht. Es wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht besonders die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost. Die Folgen des Klimawandels werden angedeutet und die Dokumentation lässt einen Interpretationsspielraum in Bezug auf die einzelnen Auswirkungen, indem keine konkreten Aussagen getroffen werden. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse). Auch wenn sich der Mensch auf die Route des Eisbären stellt, wird er als in Gefahr schwebend dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben| Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2259</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-13T12:13:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Eisbär in Not&amp;quot; (2014) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, identifiziert, sodass eine multimodale Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. Diese Transkriptionen berücksichtigen die zeitliche Gliederung der Sequenzen, visuelle, sprachliche Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse beschäftigt sich anschließend mit den unterschiedlichen Sequenzen, welche in der Sequenzanalyse transkribiert wurden (vgl. Sequenzanalyse). Auf Grundlage dieser Erkenntnisse, ist die Analyse unter den Aspekten der Leitfrage vorgenommen worden. Hierzu werden zunächst die Time-Codes der Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Aspekte vorzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) - Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; betrachtet, so wird deutlich, dass in bestimmten Sequenzen eine Darstellung des Mensch-Tier-Verhältnisses erfolgt und diese die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt stellen. Um dies zu verdeutlichen, wird zum einen die Szene 07:55-08:05 verwendet. Diese beschreibt die Methoden, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Des Weiteren wird darauf aufbauen die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welche in der Szene 08:06-08:52 seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hier werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen erläutert. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 11:56-12:08 beschrieben, da hier der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd geht. Der Eisbär als Bedrohung des Menschen soll auch im Zusammenhang mit der Forschung erläutert werden, was in Minute 38:00 bis 38:58 umgesetzt wird. Zuletzt wird die Sequenz 46:37-47:35 im Hinblick auf die Leitthese analysiert, in welcher das Eindringen des Eisbären in die Dörfer der Einwohner und Einwohnerinnern veranschaulicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. So wird in der ersten Szene der Eisbär an sich nicht visuell gezeigt. Zu sehen ist ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Bei der alleinigen Betrachtung des Bildes, wirkt der Zaun zunächst unscheinbar. Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wird eine harmlose Atmosphäre erzeugt (vgl. Sequenzanalyse). Der Mode &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung, da sie unruhig und treibend wirkt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Beschreibungen aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlichen. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten und Rezipientinnen die Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die Geräusche, sowie die Musik verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Szene wird die Legitimation des Zaunes erneut aufgegriffen (08:06-08:52), indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches bewirkt, dass bei Zuschauern der Inuit als Bedrohung wahrgenommen wird. Erst durch die sprachliche Berichterstattung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die vom Inuit ausgehen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt hinzu, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen. Die Modes Bild und Ton, im Zusammenhang mit einer spannungsaufbauenden Musik, welche eine Bedrohung impliziert, stellen erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, da während der Erzählung des Inuit die Huskies anfangen Alarm zu schlagen, indem sie jaulen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Doch erst durch die Kombination verschiedener Modes wird dies deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Sequenzen sind durch die Abwesenheit der Eisbären verbunden. Dennoch werden sie als Bedrohung des Menschen dargestellt. Hierzu trägt vorrangig die Kombination aus Ton und Bild bei. Das Ausschließen des Tons und der Geräusche wirkt hingegen der Mensch als bedrohlich. Erst durch akustische Aspekte wird der Eisbär als Bedrohung dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie sticht hervor und lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität einordnen. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet, während der Inuit seine Waffe lädt (11:56 – 12:08). Durch den Off-Sprecher wird klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Die weglaufenden Eisbären, werden nur kurz eingeblendet, was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Die Darstellung von Tierbabys lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen Mitleid und Fürsorge empfinden. Durch die bildliche Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als wiederkehrendes Symbol bezeichnet werden, welches sich wiederholt und in unterschiedlichen Sequenzen auftritt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrnehmen. Im Gegensatz dazu lässt die Stimme aus dem Off die visuelle Wahrnehmung verblassen (vgl. Sequenzanalyse). Hier wird auf das besondere Risiko hingewiesen, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Er wird durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“ als bedroht dargestellt. Die Bedrohung geht hier von den davonlaufenden Eisbären aus, was den Kontrast der Modes&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ton und Bild verdeutlicht. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen in den Rezipienten und Rezipientinnen auslöst und bedrohlich wirkt. Das Bild des bedrohlichen Eisbären wird an dieser Stelle unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Mensch die Intention verfolgt, die Eisbären zu jagen, so wird doch der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis, wobei durch ein Interview eines Wissenschaftlers die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert werden. Es wird zudem erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe hervorsticht. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Symbol der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Sie dient dem &amp;quot;Schutz&amp;quot; der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Dieser strake Mode führt unweigerlich zu einem Unbehagen im Zuschauer oder der Zuschauerin. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Es wird rein optisch der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle wird durch die Kombination aus Musik, Sprechertext und Bild der Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt, ohne dass er zu sehen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Diese Szene, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Wird auch der Ton mit einbezogen, so wird dieser Eindruck des Eindringens verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Insbesondere der Off-Sprecher untermauert, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstellt. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Der Mode ''Musik'' welche als eine dramatische, traurige und tragische Filmmusik wahrgenommen wird, lässt den Menschen umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sequenz beinhaltet somit keinen Kontrast zwischen Bild und Ton. Hingegen unterstützt der Ton das Gezeigte und verstärkt den Effekt der Bedrohung des Menschen durch den Eisbären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Hingegen wird durch die alleinige Betrachtung sogar der Eisbär als bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der den Menschen und seine Lebenswelt bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) - Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz ausgesucht. Die Sequenz 42:35 bis 46:41 wurde ich unterschiedliche thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35 - 42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43 - 43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird primär durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07 - 43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließlich die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual auf die Rezipienten und Rezipientinnen. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Touristen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35 - 44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währeddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison  länger dauert, als in den Jahren zuvor. Dies kann ein Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel sein. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11 - 44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11-44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Besonders wird durch die Sprache und die Ausdrucksweise die Situation der Eisbären verdeutlicht. Es wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht besonders die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost. Die Folgen des Klimawandels werden angedeutet und die Dokumentation lässt einen Interpretationsspielraum in Bezug auf die einzelnen Auswirkungen, indem keine konkreten Aussagen getroffen werden. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse). Auch wenn sich der Mensch auf die Route des Eisbären stellt, wird er als in Gefahr schwebend dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben| Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2258</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-13T12:08:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zur Vorbereitung der Analysen wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, selektiert und herausgesucht, sodass eine Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. In dieser wurden Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse beschäftigt sich anschließend mit den unterschiedlichen Sequenzen, welche in der Sequenzanalyse transkribiert wurden (vgl. Sequenzanalyse). Auf Grundlage dieser Erkenntnisse, ist die Analyse unter den Aspekten der Leitfrage vorgenommen worden. Hierzu werden zunächst die Time-Codes der Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Aspekte vorzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) - Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; betrachtet, so wird deutlich, dass in bestimmten Sequenzen eine Darstellung des Mensch-Tier-Verhältnisses erfolgt und diese die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt stellen. Um dies zu verdeutlichen, wird zum einen die Szene 07:55-08:05 verwendet. Diese beschreibt die Methoden, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Des Weiteren wird darauf aufbauen die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welche in der Szene 08:06-08:52 seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hier werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen erläutert. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 11:56-12:08 beschrieben, da hier der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd geht. Der Eisbär als Bedrohung des Menschen soll auch im Zusammenhang mit der Forschung erläutert werden, was in Minute 38:00 bis 38:58 umgesetzt wird. Zuletzt wird die Sequenz 46:37-47:35 im Hinblick auf die Leitthese analysiert, in welcher das Eindringen des Eisbären in die Dörfer der Einwohner und Einwohnerinnern veranschaulicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. So wird in der ersten Szene der Eisbär an sich nicht visuell gezeigt. Zu sehen ist ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Bei der alleinigen Betrachtung des Bildes, wirkt der Zaun zunächst unscheinbar. Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wird eine harmlose Atmosphäre erzeugt (vgl. Sequenzanalyse). Der Mode &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung, da sie unruhig und treibend wirkt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Beschreibungen aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlichen. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten und Rezipientinnen die Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die Geräusche, sowie die Musik verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Szene wird die Legitimation des Zaunes erneut aufgegriffen (08:06-08:52), indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches bewirkt, dass bei Zuschauern der Inuit als Bedrohung wahrgenommen wird. Erst durch die sprachliche Berichterstattung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die vom Inuit ausgehen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt hinzu, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen. Die Modes Bild und Ton, im Zusammenhang mit einer spannungsaufbauenden Musik, welche eine Bedrohung impliziert, stellen erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, da während der Erzählung des Inuit die Huskies anfangen Alarm zu schlagen, indem sie jaulen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Doch erst durch die Kombination verschiedener Modes wird dies deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Sequenzen sind durch die Abwesenheit der Eisbären verbunden. Dennoch werden sie als Bedrohung des Menschen dargestellt. Hierzu trägt vorrangig die Kombination aus Ton und Bild bei. Das Ausschließen des Tons und der Geräusche wirkt hingegen der Mensch als bedrohlich. Erst durch akustische Aspekte wird der Eisbär als Bedrohung dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie sticht hervor und lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität einordnen. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet, während der Inuit seine Waffe lädt (11:56 – 12:08). Durch den Off-Sprecher wird klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Die weglaufenden Eisbären, werden nur kurz eingeblendet, was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Die Darstellung von Tierbabys lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen Mitleid und Fürsorge empfinden. Durch die bildliche Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als wiederkehrendes Symbol bezeichnet werden, welches sich wiederholt und in unterschiedlichen Sequenzen auftritt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrnehmen. Im Gegensatz dazu lässt die Stimme aus dem Off die visuelle Wahrnehmung verblassen (vgl. Sequenzanalyse). Hier wird auf das besondere Risiko hingewiesen, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Er wird durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“ als bedroht dargestellt. Die Bedrohung geht hier von den davonlaufenden Eisbären aus, was den Kontrast der Modes&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ton und Bild verdeutlicht. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen in den Rezipienten und Rezipientinnen auslöst und bedrohlich wirkt. Das Bild des bedrohlichen Eisbären wird an dieser Stelle unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Mensch die Intention verfolgt, die Eisbären zu jagen, so wird doch der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis, wobei durch ein Interview eines Wissenschaftlers die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert werden. Es wird zudem erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe hervorsticht. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Symbol der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Sie dient dem &amp;quot;Schutz&amp;quot; der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Dieser strake Mode führt unweigerlich zu einem Unbehagen im Zuschauer oder der Zuschauerin. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Es wird rein optisch der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle wird durch die Kombination aus Musik, Sprechertext und Bild der Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt, ohne dass er zu sehen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Diese Szene, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Wird auch der Ton mit einbezogen, so wird dieser Eindruck des Eindringens verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Insbesondere der Off-Sprecher untermauert, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstellt. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Der Mode ''Musik'' welche als eine dramatische, traurige und tragische Filmmusik wahrgenommen wird, lässt den Menschen umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sequenz beinhaltet somit keinen Kontrast zwischen Bild und Ton. Hingegen unterstützt der Ton das Gezeigte und verstärkt den Effekt der Bedrohung des Menschen durch den Eisbären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Hingegen wird durch die alleinige Betrachtung sogar der Eisbär als bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der den Menschen und seine Lebenswelt bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) - Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz ausgesucht. Die Sequenz 42:35 bis 46:41 wurde ich unterschiedliche thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35 - 42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43 - 43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird primär durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07 - 43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließlich die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual auf die Rezipienten und Rezipientinnen. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Touristen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35 - 44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währeddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison  länger dauert, als in den Jahren zuvor. Dies kann ein Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel sein. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11 - 44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11-44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Besonders wird durch die Sprache und die Ausdrucksweise die Situation der Eisbären verdeutlicht. Es wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht besonders die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost. Die Folgen des Klimawandels werden angedeutet und die Dokumentation lässt einen Interpretationsspielraum in Bezug auf die einzelnen Auswirkungen, indem keine konkreten Aussagen getroffen werden. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse). Auch wenn sich der Mensch auf die Route des Eisbären stellt, wird er als in Gefahr schwebend dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben| Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2227</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-07T13:22:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zunächst wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Sequenzen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, selektiert und herausgesucht, sodass eine Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. In dieser wurden Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse beschäftigt sich anschließend mit den unterschiedlichen Sequenzen, welche in der Sequenzanalyse transkribiert wurden (vgl. Sequenzanalyse). Auf Grundlage dieser Erkenntnisse, ist die Analyse unter den Aspekten der Leitfrage vorgenommen worden. Hierzu werden zunächst die Time-Codes der Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Aspekte vorzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) - Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; betrachtet, so wird deutlich, dass in bestimmten Sequenzen eine Darstellung des Mensch-Tier-Verhältnisses erfolgt und diese die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt stellen. Um dies zu verdeutlichen, wird zum einen die Szene 07:55-08:05 verwendet. Diese beschreibt die Methoden, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Des Weiteren wird darauf aufbauen die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welche in der Szene 08:06-08:52 seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hier werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen erläutert. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 11:56-12:08 beschrieben, da hier der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd geht. Der Eisbär als Bedrohung des Menschen soll auch im Zusammenhang mit der Forschung erläutert werden, was in Minute 38:00 bis 38:58 umgesetzt wird. Zuletzt wird die Sequenz 46:37-47:35 im Hinblick auf die Leitthese analysiert, in welcher das Eindringen des Eisbären in die Dörfer der Einwohner und Einwohnerinnern veranschaulicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. So wird in der ersten Szene der Eisbär an sich nicht visuell gezeigt. Zu sehen ist ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Bei der alleinigen Betrachtung des Bildes, wirkt der Zaun zunächst unscheinbar. Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wird eine harmlose Atmosphäre erzeugt (vgl. Sequenzanalyse). Der Mode &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung, da sie unruhig und treibend wirkt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Beschreibungen aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlichen. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten und Rezipientinnen die Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die Geräusche, sowie die Musik verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Szene wird die Legitimation des Zaunes erneut aufgegriffen (08:06-08:52), indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches bewirkt, dass bei Zuschauern der Inuit als Bedrohung wahrgenommen wird. Erst durch die sprachliche Berichterstattung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die vom Inuit ausgehen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt hinzu, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen. Die Modes Bild und Ton, im Zusammenhang mit einer spannungsaufbauenden Musik, welche eine Bedrohung impliziert, stellen erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, da während der Erzählung des Inuit die Huskies anfangen Alarm zu schlagen, indem sie jaulen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Doch erst durch die Kombination verschiedener Modes wird dies deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Sequenzen sind durch die Abwesenheit der Eisbären verbunden. Dennoch werden sie als Bedrohung des Menschen dargestellt. Hierzu trägt vorrangig die Kombination aus Ton und Bild bei. Das Ausschließen des Tons und der Geräusche wirkt hingegen der Mensch als bedrohlich. Erst durch akustische Aspekte wird der Eisbär als Bedrohung dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie sticht hervor und lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität einordnen. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet, während der Inuit seine Waffe lädt (11:56 – 12:08). Durch den Off-Sprecher wird klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Die weglaufenden Eisbären, werden nur kurz eingeblendet, was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Die Darstellung von Tierbabys lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen Mitleid und Fürsorge empfinden. Durch die bildliche Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als wiederkehrendes Symbol bezeichnet werden, welches sich wiederholt und in unterschiedlichen Sequenzen auftritt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrnehmen. Im Gegensatz dazu lässt die Stimme aus dem Off die visuelle Wahrnehmung verblassen (vgl. Sequenzanalyse). Hier wird auf das besondere Risiko hingewiesen, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Er wird durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“ als bedroht dargestellt. Die Bedrohung geht hier von den davonlaufenden Eisbären aus, was den Kontrast der Modes&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ton und Bild verdeutlicht. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen in den Rezipienten und Rezipientinnen auslöst und bedrohlich wirkt. Das Bild des bedrohlichen Eisbären wird an dieser Stelle unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Mensch die Intention verfolgt, die Eisbären zu jagen, so wird doch der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis, wobei durch ein Interview eines Wissenschaftlers die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert werden. Es wird zudem erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe hervorsticht. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Symbol der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Sie dient dem &amp;quot;Schutz&amp;quot; der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Dieser strake Mode führt unweigerlich zu einem Unbehagen im Zuschauer oder der Zuschauerin. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Es wird rein optisch der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle wird durch die Kombination aus Musik, Sprechertext und Bild der Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt, ohne dass er zu sehen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Diese Szene, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Wird auch der Ton mit einbezogen, so wird dieser Eindruck des Eindringens verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Insbesondere der Off-Sprecher untermauert, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstellt. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Der Mode ''Musik'' welche als eine dramatische, traurige und tragische Filmmusik wahrgenommen wird, lässt den Menschen umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sequenz beinhaltet somit keinen Kontrast zwischen Bild und Ton. Hingegen unterstützt der Ton das Gezeigte und verstärkt den Effekt der Bedrohung des Menschen durch den Eisbären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Hingegen wird durch die alleinige Betrachtung sogar der Eisbär als bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der den Menschen und seine Lebenswelt bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) - Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz ausgesucht. Die Sequenz 42:35 bis 46:41 wurde ich unterschiedliche thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35 - 42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43 - 43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird primär durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07 - 43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließlich die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual auf die Rezipienten und Rezipientinnen. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Touristen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35 - 44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währeddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison  länger dauert, als in den Jahren zuvor. Dies kann ein Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel sein. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11 - 44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11-44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Besonders wird durch die Sprache und die Ausdrucksweise die Situation der Eisbären verdeutlicht. Es wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht besonders die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost. Die Folgen des Klimawandels werden angedeutet und die Dokumentation lässt einen Interpretationsspielraum in Bezug auf die einzelnen Auswirkungen, indem keine konkreten Aussagen getroffen werden. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse). Auch wenn sich der Mensch auf die Route des Eisbären stellt, wird er als in Gefahr schwebend dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben| Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2224</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-06T18:02:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zunächst wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Szenen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, selektiert und herausgesucht, sodass eine Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. In dieser wurden Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse beschäftigt sich anschließend mit den unterschiedlichen Sequenzen, welche in der Sequenzanalyse transkribiert wurden (vgl. Sequenzanalyse). Auf Grundlage dieser Erkenntnisse, ist die Analyse unter den Aspekten der Leitfrage vorgenommen worden. Hierzu werden zunächst die Time-Codes der Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Aspekte vorzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) - Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; betrachtet, so wird deutlich, dass in bestimmten Sequenzen eine Darstellung des Mensch-Tier-Verhältnisses erfolgt und diese die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt stellen. Um dies zu verdeutlichen, wird zum einen die Szene 07:55-08:05 verwendet. Diese beschreibt die Methoden, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Des Weiteren wird darauf aufbauen die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welche in der Szene 08:06-08:52 seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hier werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen erläutert. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 11:56-12:08 beschrieben, da hier der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd geht. Der Eisbär als Bedrohung des Menschen soll auch im Zusammenhang mit der Forschung erläutert werden, was in Minute 38:00 bis 38:58 umgesetzt wird. Zuletzt wird die Sequenz 46:37-47:35 im Hinblick auf die Leitthese analysiert, in welcher das Eindringen des Eisbären in die Dörfer der Einwohner und Einwohnerinnern veranschaulicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. So wird in der ersten Szene der Eisbär an sich nicht visuell gezeigt. Zu sehen ist ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Bei der alleinigen Betrachtung des Bildes, wirkt der Zaun zunächst unscheinbar. Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wird eine harmlose Atmosphäre erzeugt (vgl. Sequenzanalyse). Der Mode &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung, da sie unruhig und treibend wirkt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Beschreibungen aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlichen. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten und Rezipientinnen die Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die Geräusche, sowie die Musik verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Szene wird die Legitimation des Zaunes erneut aufgegriffen (08:06-08:52), indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches bewirkt, dass bei Zuschauern der Inuit als Bedrohung wahrgenommen wird. Erst durch die sprachliche Berichterstattung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die vom Inuit ausgehen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt hinzu, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen. Die Modes Bild und Ton, im Zusammenhang mit einer spannungsaufbauenden Musik, welche eine Bedrohung impliziert, stellen erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, da während der Erzählung des Inuit die Huskies anfangen Alarm zu schlagen, indem sie jaulen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Doch erst durch die Kombination verschiedener Modes wird dies deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Sequenzen sind durch die Abwesenheit der Eisbären verbunden. Dennoch werden sie als Bedrohung des Menschen dargestellt. Hierzu trägt vorrangig die Kombination aus Ton und Bild bei. Das Ausschließen des Tons und der Geräusche wirkt hingegen der Mensch als bedrohlich. Erst durch akustische Aspekte wird der Eisbär als Bedrohung dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie sticht hervor und lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität einordnen. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet, während der Inuit seine Waffe lädt (11:56 – 12:08). Durch den Off-Sprecher wird klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Die weglaufenden Eisbären, werden nur kurz eingeblendet, was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Die Darstellung von Tierbabys lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen Mitleid und Fürsorge empfinden. Durch die bildliche Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als wiederkehrendes Symbol bezeichnet werden, welches sich wiederholt und in unterschiedlichen Sequenzen auftritt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrnehmen. Im Gegensatz dazu lässt die Stimme aus dem Off die visuelle Wahrnehmung verblassen (vgl. Sequenzanalyse). Hier wird auf das besondere Risiko hingewiesen, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Er wird durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“ als bedroht dargestellt. Die Bedrohung geht hier von den davonlaufenden Eisbären aus, was den Kontrast der Modes&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ton und Bild verdeutlicht. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen in den Rezipienten und Rezipientinnen auslöst und bedrohlich wirkt. Das Bild des bedrohlichen Eisbären wird an dieser Stelle unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Mensch die Intention verfolgt, die Eisbären zu jagen, so wird doch der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis, wobei durch ein Interview eines Wissenschaftlers die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert werden. Es wird zudem erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe hervorsticht. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Symbol der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Sie dient dem &amp;quot;Schutz&amp;quot; der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Dieser strake Mode führt unweigerlich zu einem Unbehagen im Zuschauer oder der Zuschauerin. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Es wird rein optisch der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle wird durch die Kombination aus Musik, Sprechertext und Bild der Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt, ohne dass er zu sehen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Diese Szene, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Wird auch der Ton mit einbezogen, so wird dieser Eindruck des Eindringens verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Insbesondere der Off-Sprecher untermauert, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstellt. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Der Mode ''Musik'' welche als eine dramatische, traurige und tragische Filmmusik wahrgenommen wird, lässt den Menschen umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sequenz beinhaltet somit keinen Kontrast zwischen Bild und Ton. Hingegen unterstützt der Ton das Gezeigte und verstärkt den Effekt der Bedrohung des Menschen durch den Eisbären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Hingegen wird durch die alleinige Betrachtung sogar der Eisbär als bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der den Menschen und seine Lebenswelt bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) - Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz ausgesucht. Die Sequenz 42:35 bis 46:41 wurde ich unterschiedliche thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35 - 42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43 - 43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird primär durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07 - 43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließlich die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual auf die Rezipienten und Rezipientinnen. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Touristen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35 - 44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währeddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison  länger dauert, als in den Jahren zuvor. Dies kann ein Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel sein. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11 - 44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11-44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation veranschaulicht das Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Eisbären. Besonders wird durch die Sprache und die Ausdrucksweise die Situation der Eisbären verdeutlicht. Es wird dargelegt, dass der Eisbär in seiner Lebenswelt beeinflusst wird, indem seine Routinen gestört werden. Hierbei steht besonders die Musik im Kontrast zu dem Gezeigten und Gesagten. Diese wirkt im Gegensatz zu der ernsten Situation des Bären fröhlich und aufmunternd. Auf diese Weise wird das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären mit seinen Konsequenzen verharmlost. Die Folgen des Klimawandels werden angedeutet und die Dokumentation lässt einen Interpretationsspielraum in Bezug auf die einzelnen Auswirkungen, indem keine konkreten Aussagen getroffen werden. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse). Auch wenn sich der Mensch auf die Route des Eisbären stellt, wird er als in Gefahr schwebend dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben| Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2223</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-06T17:54:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zunächst wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Szenen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, selektiert und herausgesucht, sodass eine Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. In dieser wurden Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse beschäftigt sich anschließend mit den unterschiedlichen Sequenzen, welche in der Sequenzanalyse transkribiert wurden (vgl. Sequenzanalyse). Auf Grundlage dieser Erkenntnisse, ist die Analyse unter den Aspekten der Leitfrage vorgenommen worden. Hierzu werden zunächst die Time-Codes der Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Aspekte vorzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Eisbär in Not? (2014) - Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; betrachtet, so wird deutlich, dass in bestimmten Sequenzen eine Darstellung des Mensch-Tier-Verhältnisses erfolgt und diese die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt stellen. Um dies zu verdeutlichen, wird zum einen die Szene 07:55-08:05 verwendet. Diese beschreibt die Methoden, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Des Weiteren wird darauf aufbauen die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welche in der Szene 08:06-08:52 seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hier werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen erläutert. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 11:56-12:08 beschrieben, da hier der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd geht. Der Eisbär als Bedrohung des Menschen soll auch im Zusammenhang mit der Forschung erläutert werden, was in Minute 38:00 bis 38:58 umgesetzt wird. Zuletzt wird die Sequenz 46:37-47:35 im Hinblick auf die Leitthese analysiert, in welcher das Eindringen des Eisbären in die Dörfer der Einwohner und Einwohnerinnern veranschaulicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. So wird in der ersten Szene der Eisbär an sich nicht visuell gezeigt. Zu sehen ist ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Bei der alleinigen Betrachtung des Bildes, wirkt der Zaun zunächst unscheinbar. Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wird eine harmlose Atmosphäre erzeugt (vgl. Sequenzanalyse). Der Mode &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung, da sie unruhig und treibend wirkt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Beschreibungen aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlichen. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten und Rezipientinnen die Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die Geräusche, sowie die Musik verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Szene wird die Legitimation des Zaunes erneut aufgegriffen (08:06-08:52), indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches bewirkt, dass bei Zuschauern der Inuit als Bedrohung wahrgenommen wird. Erst durch die sprachliche Berichterstattung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die vom Inuit ausgehen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt hinzu, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen. Die Modes Bild und Ton, im Zusammenhang mit einer spannungsaufbauenden Musik, welche eine Bedrohung impliziert, stellen erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, da während der Erzählung des Inuit die Huskies anfangen Alarm zu schlagen, indem sie jaulen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Doch erst durch die Kombination verschiedener Modes wird dies deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Sequenzen sind durch die Abwesenheit der Eisbären verbunden. Dennoch werden sie als Bedrohung des Menschen dargestellt. Hierzu trägt vorrangig die Kombination aus Ton und Bild bei. Das Ausschließen des Tons und der Geräusche wirkt hingegen der Mensch als bedrohlich. Erst durch akustische Aspekte wird der Eisbär als Bedrohung dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie sticht hervor und lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität einordnen. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet, während der Inuit seine Waffe lädt (11:56 – 12:08). Durch den Off-Sprecher wird klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Die weglaufenden Eisbären, werden nur kurz eingeblendet, was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Die Darstellung von Tierbabys lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen Mitleid und Fürsorge empfinden. Durch die bildliche Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als wiederkehrendes Symbol bezeichnet werden, welches sich wiederholt und in unterschiedlichen Sequenzen auftritt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrnehmen. Im Gegensatz dazu lässt die Stimme aus dem Off die visuelle Wahrnehmung verblassen (vgl. Sequenzanalyse). Hier wird auf das besondere Risiko hingewiesen, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Er wird durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“ als bedroht dargestellt. Die Bedrohung geht hier von den davonlaufenden Eisbären aus, was den Kontrast der Modes&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ton und Bild verdeutlicht. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen in den Rezipienten und Rezipientinnen auslöst und bedrohlich wirkt. Das Bild des bedrohlichen Eisbären wird an dieser Stelle unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Mensch die Intention verfolgt, die Eisbären zu jagen, so wird doch der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis, wobei durch ein Interview eines Wissenschaftlers die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert werden. Es wird zudem erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe hervorsticht. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Symbol der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Sie dient dem &amp;quot;Schutz&amp;quot; der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Dieser strake Mode führt unweigerlich zu einem Unbehagen im Zuschauer oder der Zuschauerin. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Es wird rein optisch der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle wird durch die Kombination aus Musik, Sprechertext und Bild der Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt, ohne dass er zu sehen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Diese Szene, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Wird auch der Ton mit einbezogen, so wird dieser Eindruck des Eindringens verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Insbesondere der Off-Sprecher untermauert, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstellt. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Der Mode ''Musik'' welche als eine dramatische, traurige und tragische Filmmusik wahrgenommen wird, lässt den Menschen umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sequenz beinhaltet somit keinen Kontrast zwischen Bild und Ton. Hingegen unterstützt der Ton das Gezeigte und verstärkt den Effekt der Bedrohung des Menschen durch den Eisbären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Hingegen wird durch die alleinige Betrachtung sogar der Eisbär als bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der den Menschen und seine Lebenswelt bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) - Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz ausgesucht. Die Sequenz 42:35 bis 46:41 wurde ich unterschiedliche thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35 - 42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43 - 43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird primär durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07 - 43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließlich die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual auf die Rezipienten und Rezipientinnen. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Touristen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35 - 44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Währeddessen weist der Off-Sprecher erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison  länger dauert, als in den Jahren zuvor. Dies kann ein Hinweis auf den menschengemachten Klimawandel sein. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 44:11 - 44:27 ===&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11-44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Off-Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; (2012) ===&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation stellt somit den Menschen beim Eindringen in den Lebensraum des Eisbären dar. Dennoch wird immer wieder durch eine fröhliche Musik sowohl der Tourismus als auch der Klimawandel relativiert und als weniger schlimm beleuchtet. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Analyseergebnisse ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben| Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2222</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-06T17:48:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zunächst wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Szenen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, selektiert und herausgesucht, sodass eine Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. In dieser wurden Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse beschäftigt sich anschließend mit den unterschiedlichen Sequenzen, welche in der Sequenzanalyse transkribiert wurden (vgl. Sequenzanalyse). Auf Grundlage dieser Erkenntnisse, ist die Analyse unter den Aspekten der Leitfrage vorgenommen worden. Hierzu werden zunächst die Time-Codes der Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Aspekte vorzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär in Not? (2014) - Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; betrachtet, so wird deutlich, dass in bestimmten Sequenzen eine Darstellung des Mensch-Tier-Verhältnisses erfolgt und diese die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt stellen. Um dies zu verdeutlichen, wird zum einen die Szene 07:55-08:05 verwendet. Diese beschreibt die Methoden, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Des Weiteren wird darauf aufbauen die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welche in der Szene 08:06-08:52 seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hier werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen erläutert. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 11:56-12:08 beschrieben, da hier der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd geht. Der Eisbär als Bedrohung des Menschen soll auch im Zusammenhang mit der Forschung erläutert werden, was in Minute 38:00 bis 38:58 umgesetzt wird. Zuletzt wird die Sequenz 46:37-47:35 im Hinblick auf die Leitthese analysiert, in welcher das Eindringen des Eisbären in die Dörfer der Einwohner und Einwohnerinnern veranschaulicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. So wird in der ersten Szene der Eisbär an sich nicht visuell gezeigt. Zu sehen ist ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Bei der alleinigen Betrachtung des Bildes, wirkt der Zaun zunächst unscheinbar. Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wird eine harmlose Atmosphäre erzeugt (vgl. Sequenzanalyse). Der Mode &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung, da sie unruhig und treibend wirkt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Beschreibungen aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlichen. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten und Rezipientinnen die Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die Geräusche, sowie die Musik verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Szene wird die Legitimation des Zaunes erneut aufgegriffen (08:06-08:52), indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches bewirkt, dass bei Zuschauern der Inuit als Bedrohung wahrgenommen wird. Erst durch die sprachliche Berichterstattung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die vom Inuit ausgehen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt hinzu, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen. Die Modes Bild und Ton, im Zusammenhang mit einer spannungsaufbauenden Musik, welche eine Bedrohung impliziert, stellen erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, da während der Erzählung des Inuit die Huskies anfangen Alarm zu schlagen, indem sie jaulen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Doch erst durch die Kombination verschiedener Modes wird dies deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Sequenzen sind durch die Abwesenheit der Eisbären verbunden. Dennoch werden sie als Bedrohung des Menschen dargestellt. Hierzu trägt vorrangig die Kombination aus Ton und Bild bei. Das Ausschließen des Tons und der Geräusche wirkt hingegen der Mensch als bedrohlich. Erst durch akustische Aspekte wird der Eisbär als Bedrohung dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie sticht hervor und lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität einordnen. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet, während der Inuit seine Waffe lädt (11:56 – 12:08). Durch den Off-Sprecher wird klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Die weglaufenden Eisbären, werden nur kurz eingeblendet, was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Die Darstellung von Tierbabys lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen Mitleid und Fürsorge empfinden. Durch die bildliche Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als wiederkehrendes Symbol bezeichnet werden, welches sich wiederholt und in unterschiedlichen Sequenzen auftritt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrnehmen. Im Gegensatz dazu lässt die Stimme aus dem Off die visuelle Wahrnehmung verblassen (vgl. Sequenzanalyse). Hier wird auf das besondere Risiko hingewiesen, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Er wird durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“ als bedroht dargestellt. Die Bedrohung geht hier von den davonlaufenden Eisbären aus, was den Kontrast der Modes&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ton und Bild verdeutlicht. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen in den Rezipienten und Rezipientinnen auslöst und bedrohlich wirkt. Das Bild des bedrohlichen Eisbären wird an dieser Stelle unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Mensch die Intention verfolgt, die Eisbären zu jagen, so wird doch der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis, wobei durch ein Interview eines Wissenschaftlers die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert werden. Es wird zudem erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe hervorsticht. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Symbol der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Sie dient dem &amp;quot;Schutz&amp;quot; der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Dieser strake Mode führt unweigerlich zu einem Unbehagen im Zuschauer oder der Zuschauerin. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Es wird rein optisch der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle wird durch die Kombination aus Musik, Sprechertext und Bild der Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt, ohne dass er zu sehen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Diese Szene, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Wird auch der Ton mit einbezogen, so wird dieser Eindruck des Eindringens verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Insbesondere der Off-Sprecher untermauert, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstellt. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Der Mode ''Musik'' welche als eine dramatische, traurige und tragische Filmmusik wahrgenommen wird, lässt den Menschen umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sequenz beinhaltet somit keinen Kontrast zwischen Bild und Ton. Hingegen unterstützt der Ton das Gezeigte und verstärkt den Effekt der Bedrohung des Menschen durch den Eisbären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Hingegen wird durch die alleinige Betrachtung sogar der Eisbär als bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der den Menschen und seine Lebenswelt bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) - Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz ausgesucht. Die Sequenz 42:35 bis 46:41 wurde ich unterschiedliche thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35 - 42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:43 - 43:06 ===&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der sich anschließenden Sequenz (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Sequenz wird das Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde und wirkt in Bezug auf den Bären bedrohlich. Dieser flieht vor dem Flugzeug und läuft entlang der Handlungsachse mit dem Rücken zur Kamera davon. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung ausmacht. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. &lt;br /&gt;
Die Musik begleitet diese Bilder zurückhaltend. Die Geräuschkulisse wird primär durch die immer lauter werdenden Motoren des Flugzeuges bestimmt, die selbst das Brüllen des Bären übertönen. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:07-43:35 ===&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der dritten Sequenz (43:07-43:35) deutlich. Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus steht hierbei der Hintergrund. Zu Beginn zeigt er reine Natur. Je weiter der Bär aber läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, die mit ihren roten Jacken hervorstechen. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Auch zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließlich die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Töne und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ welcher für den Bären eine Umstellungen seiner Gewohnheiten mit sich bringt, wirkt durch die Wortwahl wie eine Qual auf die Rezipienten und Rezipientinnen. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend. Der Bär erscheint zunehmend als eine Bedrohung für die Touristen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Widerspruch zwischen der Musik und dem Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 43:35 - 44:10 ===&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Besonders der Off-Sprecher weist erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison aufgrund des Klimawandels nun länger dauert. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11- 44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation stellt somit den Menschen beim Eindringen in den Lebensraum des Eisbären dar. Dennoch wird immer wieder durch eine fröhliche Musik sowohl der Tourismus als auch der Klimawandel relativiert und als weniger schlimm beleuchtet. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2221</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-06T17:25:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zunächst wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Szenen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, selektiert und herausgesucht, sodass eine Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. In dieser wurden Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse beschäftigt sich anschließend mit den unterschiedlichen Sequenzen, welche in der Sequenzanalyse transkribiert wurden (vgl. Sequenzanalyse). Auf Grundlage dieser Erkenntnisse, ist die Analyse unter den Aspekten der Leitfrage vorgenommen worden. Hierzu werden zunächst die Time-Codes der Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Aspekte vorzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär in Not? (2014) - Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; betrachtet, so wird deutlich, dass in bestimmten Sequenzen eine Darstellung des Mensch-Tier-Verhältnisses erfolgt und diese die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt stellen. Um dies zu verdeutlichen, wird zum einen die Szene 07:55-08:05 verwendet. Diese beschreibt die Methoden, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Des Weiteren wird darauf aufbauen die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welche in der Szene 08:06-08:52 seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hier werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen erläutert. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 11:56-12:08 beschrieben, da hier der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd geht. Der Eisbär als Bedrohung des Menschen soll auch im Zusammenhang mit der Forschung erläutert werden, was in Minute 38:00 bis 38:58 umgesetzt wird. Zuletzt wird die Sequenz 46:37-47:35 im Hinblick auf die Leitthese analysiert, in welcher das Eindringen des Eisbären in die Dörfer der Einwohner und Einwohnerinnern veranschaulicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. So wird in der ersten Szene der Eisbär an sich nicht visuell gezeigt. Zu sehen ist ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Bei der alleinigen Betrachtung des Bildes, wirkt der Zaun zunächst unscheinbar. Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wird eine harmlose Atmosphäre erzeugt (vgl. Sequenzanalyse). Der Mode &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung, da sie unruhig und treibend wirkt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Beschreibungen aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlichen. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten und Rezipientinnen die Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die Geräusche, sowie die Musik verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Szene wird die Legitimation des Zaunes erneut aufgegriffen (08:06-08:52), indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches bewirkt, dass bei Zuschauern der Inuit als Bedrohung wahrgenommen wird. Erst durch die sprachliche Berichterstattung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die vom Inuit ausgehen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt hinzu, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen. Die Modes Bild und Ton, im Zusammenhang mit einer spannungsaufbauenden Musik, welche eine Bedrohung impliziert, stellen erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, da während der Erzählung des Inuit die Huskies anfangen Alarm zu schlagen, indem sie jaulen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Doch erst durch die Kombination verschiedener Modes wird dies deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Sequenzen sind durch die Abwesenheit der Eisbären verbunden. Dennoch werden sie als Bedrohung des Menschen dargestellt. Hierzu trägt vorrangig die Kombination aus Ton und Bild bei. Das Ausschließen des Tons und der Geräusche wirkt hingegen der Mensch als bedrohlich. Erst durch akustische Aspekte wird der Eisbär als Bedrohung dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie sticht hervor und lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität einordnen. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet, während der Inuit seine Waffe lädt (11:56 – 12:08). Durch den Off-Sprecher wird klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Die weglaufenden Eisbären, werden nur kurz eingeblendet, was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Die Darstellung von Tierbabys lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen Mitleid und Fürsorge empfinden. Durch die bildliche Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als wiederkehrendes Symbol bezeichnet werden, welches sich wiederholt und in unterschiedlichen Sequenzen auftritt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrnehmen. Im Gegensatz dazu lässt die Stimme aus dem Off die visuelle Wahrnehmung verblassen (vgl. Sequenzanalyse). Hier wird auf das besondere Risiko hingewiesen, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Er wird durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“ als bedroht dargestellt. Die Bedrohung geht hier von den davonlaufenden Eisbären aus, was den Kontrast der Modes&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ton und Bild verdeutlicht. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen in den Rezipienten und Rezipientinnen auslöst und bedrohlich wirkt. Das Bild des bedrohlichen Eisbären wird an dieser Stelle unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Mensch die Intention verfolgt, die Eisbären zu jagen, so wird doch der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis, wobei durch ein Interview eines Wissenschaftlers die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert werden. Es wird zudem erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe hervorsticht. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Symbol der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Sie dient dem &amp;quot;Schutz&amp;quot; der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Dieser strake Mode führt unweigerlich zu einem Unbehagen im Zuschauer oder der Zuschauerin. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Es wird rein optisch der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle wird durch die Kombination aus Musik, Sprechertext und Bild der Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt, ohne dass er zu sehen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Diese Szene, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Wird auch der Ton mit einbezogen, so wird dieser Eindruck des Eindringens verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Insbesondere der Off-Sprecher untermauert, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstellt. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Der Mode ''Musik'' welche als eine dramatische, traurige und tragische Filmmusik wahrgenommen wird, lässt den Menschen umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sequenz beinhaltet somit keinen Kontrast zwischen Bild und Ton. Hingegen unterstützt der Ton das Gezeigte und verstärkt den Effekt der Bedrohung des Menschen durch den Eisbären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Hingegen wird durch die alleinige Betrachtung sogar der Eisbär als bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der den Menschen und seine Lebenswelt bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär (2012) - Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden (vgl. Sequenzanalyse). Um die gewählte Perspektive zu verdeutlichen, wurde eine prägnante Sequenz ausgesucht. Die Sequenz 42:35 bis 46:41 wurde ich unterschiedliche thematische Abschnitte untergliedert. Besonders deutlich wird in der ausgewählten Sequenz, auf welcher Art und Weise der Mensch sich in die Lebenswelt des Eisbären begibt und den Bären beeinflusst.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 42:35 - 42:42 ===&lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den Menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der folgenden Szene (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Szene wird der Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde, wirkt bedrohlich im Bezug auf den Bären. Dieser läuft von der Kamera weg. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung definiert. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. Dies zeugt von einer [[Multimodalität]], da Bild und Ton aufeinander abgestimmt werden und sich der ''Rythm'' wiederfinden lässt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Musik begleitet diese Bilder unterschwellig. Die Geräuschkulisse wird durch die Motoren des Flugzeuges bestimmt. Das Brüllen des Bären wird durch das immer lauter werdende Flugzeug übertönt. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der folgenden Sequenz (43:07-43:35). Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus ist hier die Darstellung des Hintergrundes. Dieser ist zu Beginn von der Natur geprägt. Je weiter der Bär läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, was auch in diesem Dokumentarfilm den Mode der Waffe erzeugt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie stechen mit ihren roten Jacken aus dem Hintergrund heraus. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließliche die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Tone und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ als Zeichen des Menschengemachten Klimawandels wird durch die fröhliche Musik übertönt. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend, was den Bären zu einer Bedrohung für die Touristen werden lässt. Dieser Widerspruch der Musik und des Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Besonders der Off-Sprecher weist erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison aufgrund des Klimawandels nun länger dauert. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11- 44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation stellt somit den Menschen beim Eindringen in den Lebensraum des Eisbären dar. Dennoch wird immer wieder durch eine fröhliche Musik sowohl der Tourismus als auch der Klimawandel relativiert und als weniger schlimm beleuchtet. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2220</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-06T17:17:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zunächst wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Szenen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, selektiert und herausgesucht, sodass eine Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. In dieser wurden Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse beschäftigt sich anschließend mit den unterschiedlichen Sequenzen, welche in der Sequenzanalyse transkribiert wurden (vgl. Sequenzanalyse). Auf Grundlage dieser Erkenntnisse, ist die Analyse unter den Aspekten der Leitfrage vorgenommen worden. Hierzu werden zunächst die Time-Codes der Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Aspekte vorzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär in Not? (2014) - Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; betrachtet, so wird deutlich, dass in bestimmten Sequenzen eine Darstellung des Mensch-Tier-Verhältnisses erfolgt und diese die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt stellen. Um dies zu verdeutlichen, wird zum einen die Szene 07:55-08:05 verwendet. Diese beschreibt die Methoden, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Des Weiteren wird darauf aufbauen die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welche in der Szene 08:06-08:52 seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hier werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen erläutert. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 11:56-12:08 beschrieben, da hier der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd geht. Der Eisbär als Bedrohung des Menschen soll auch im Zusammenhang mit der Forschung erläutert werden, was in Minute 38:00 bis 38:58 umgesetzt wird. Zuletzt wird die Sequenz 46:37-47:35 im Hinblick auf die Leitthese analysiert, in welcher das Eindringen des Eisbären in die Dörfer der Einwohner und Einwohnerinnern veranschaulicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. So wird in der ersten Szene der Eisbär an sich nicht visuell gezeigt. Zu sehen ist ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Bei der alleinigen Betrachtung des Bildes, wirkt der Zaun zunächst unscheinbar. Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wird eine harmlose Atmosphäre erzeugt (vgl. Sequenzanalyse). Der Mode &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung, da sie unruhig und treibend wirkt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Beschreibungen aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlichen. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten und Rezipientinnen die Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die Geräusche, sowie die Musik verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Szene wird die Legitimation des Zaunes erneut aufgegriffen (08:06-08:52), indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches bewirkt, dass bei Zuschauern der Inuit als Bedrohung wahrgenommen wird. Erst durch die sprachliche Berichterstattung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die vom Inuit ausgehen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt hinzu, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen. Die Modes Bild und Ton, im Zusammenhang mit einer spannungsaufbauenden Musik, welche eine Bedrohung impliziert, stellen erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, da während der Erzählung des Inuit die Huskies anfangen Alarm zu schlagen, indem sie jaulen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Doch erst durch die Kombination verschiedener Modes wird dies deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Sequenzen sind durch die Abwesenheit der Eisbären verbunden. Dennoch werden sie als Bedrohung des Menschen dargestellt. Hierzu trägt vorrangig die Kombination aus Ton und Bild bei. Das Ausschließen des Tons und der Geräusche wirkt hingegen der Mensch als bedrohlich. Erst durch akustische Aspekte wird der Eisbär als Bedrohung dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie sticht hervor und lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität einordnen. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet, während der Inuit seine Waffe lädt (11:56 – 12:08). Durch den Off-Sprecher wird klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Die weglaufenden Eisbären, werden nur kurz eingeblendet, was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Die Darstellung von Tierbabys lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen Mitleid und Fürsorge empfinden. Durch die bildliche Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als wiederkehrendes Symbol bezeichnet werden, welches sich wiederholt und in unterschiedlichen Sequenzen auftritt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrnehmen. Im Gegensatz dazu lässt die Stimme aus dem Off die visuelle Wahrnehmung verblassen (vgl. Sequenzanalyse). Hier wird auf das besondere Risiko hingewiesen, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Er wird durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“ als bedroht dargestellt. Die Bedrohung geht hier von den davonlaufenden Eisbären aus, was den Kontrast der Modes&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ton und Bild verdeutlicht. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen in den Rezipienten und Rezipientinnen auslöst und bedrohlich wirkt. Das Bild des bedrohlichen Eisbären wird an dieser Stelle unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Mensch die Intention verfolgt, die Eisbären zu jagen, so wird doch der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis, wobei durch ein Interview eines Wissenschaftlers die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert werden. Es wird zudem erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe hervorsticht. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Symbol der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Sie dient dem &amp;quot;Schutz&amp;quot; der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Dieser strake Mode führt unweigerlich zu einem Unbehagen im Zuschauer oder der Zuschauerin. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Es wird rein optisch der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle wird durch die Kombination aus Musik, Sprechertext und Bild der Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt, ohne dass er zu sehen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Diese Szene, zeigt Eisbären, die in die Dörfer der Menschen eindringen. Sie laufen an den Häusern vorbei, zerstören Autos und begeben sich in die unmittelbare Nähe der Bewohner und Bewohnerinnen. Hierbei wird auf die Aufnahmen von Amateurvideo ebenso zurückgegriffen, wie auf die professionellen Aufnahmen des Filmteams. Der Eisbär dringt hier deutlich in die Lebenswelt des Menschen ein. Besonders der Kontrast der farbigen bunten Häuser zu dem weißen Fell des Eisbären, lässt ihn fehl am Platz wirken. Wird auch der Ton mit einbezogen, so wird dieser Eindruck des Eindringens verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Insbesondere der Off-Sprecher untermauert, dass der Eisbär eine Gefährdung des Menschen darstellt. Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Der Mode ''Musik'' welche als eine dramatische, traurige und tragische Filmmusik wahrgenommen wird, lässt den Menschen umso bedrohter wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Sequenz beinhaltet somit keinen Kontrast zwischen Bild und Ton. Hingegen unterstützt der Ton das Gezeigte und verstärkt den Effekt der Bedrohung des Menschen durch den Eisbären. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Hingegen wird durch die alleinige Betrachtung sogar der Eisbär als bedroht dargestellt. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen und gewalttätigen Darstellung des Eisbären, der den Menschen und seine Lebenswelt bedroht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den Menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der folgenden Szene (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Szene wird der Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde, wirkt bedrohlich im Bezug auf den Bären. Dieser läuft von der Kamera weg. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung definiert. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. Dies zeugt von einer [[Multimodalität]], da Bild und Ton aufeinander abgestimmt werden und sich der ''Rythm'' wiederfinden lässt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Musik begleitet diese Bilder unterschwellig. Die Geräuschkulisse wird durch die Motoren des Flugzeuges bestimmt. Das Brüllen des Bären wird durch das immer lauter werdende Flugzeug übertönt. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der folgenden Sequenz (43:07-43:35). Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus ist hier die Darstellung des Hintergrundes. Dieser ist zu Beginn von der Natur geprägt. Je weiter der Bär läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, was auch in diesem Dokumentarfilm den Mode der Waffe erzeugt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie stechen mit ihren roten Jacken aus dem Hintergrund heraus. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließliche die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Tone und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ als Zeichen des Menschengemachten Klimawandels wird durch die fröhliche Musik übertönt. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend, was den Bären zu einer Bedrohung für die Touristen werden lässt. Dieser Widerspruch der Musik und des Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Besonders der Off-Sprecher weist erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison aufgrund des Klimawandels nun länger dauert. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11- 44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation stellt somit den Menschen beim Eindringen in den Lebensraum des Eisbären dar. Dennoch wird immer wieder durch eine fröhliche Musik sowohl der Tourismus als auch der Klimawandel relativiert und als weniger schlimm beleuchtet. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
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		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2219</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-06T16:55:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zunächst wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Szenen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, selektiert und herausgesucht, sodass eine Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. In dieser wurden Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse beschäftigt sich anschließend mit den unterschiedlichen Sequenzen, welche in der Sequenzanalyse transkribiert wurden (vgl. Sequenzanalyse). Auf Grundlage dieser Erkenntnisse, ist die Analyse unter den Aspekten der Leitfrage vorgenommen worden. Hierzu werden zunächst die Time-Codes der Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Aspekte vorzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär in Not? (2014) - Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; betrachtet, so wird deutlich, dass in bestimmten Sequenzen eine Darstellung des Mensch-Tier-Verhältnisses erfolgt und diese die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt stellen. Um dies zu verdeutlichen, wird zum einen die Szene 07:55-08:05 verwendet. Diese beschreibt die Methoden, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Des Weiteren wird darauf aufbauen die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welche in der Szene 08:06-08:52 seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hier werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen erläutert. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 11:56-12:08 beschrieben, da hier der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd geht. Der Eisbär als Bedrohung des Menschen soll auch im Zusammenhang mit der Forschung erläutert werden, was in Minute 38:00 bis 38:58 umgesetzt wird. Zuletzt wird die Sequenz 46:37-47:35 im Hinblick auf die Leitthese analysiert, in welcher das Eindringen des Eisbären in die Dörfer der Einwohner und Einwohnerinnern veranschaulicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. So wird in der ersten Szene der Eisbär an sich nicht visuell gezeigt. Zu sehen ist ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Bei der alleinigen Betrachtung des Bildes, wirkt der Zaun zunächst unscheinbar. Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wird eine harmlose Atmosphäre erzeugt (vgl. Sequenzanalyse). Der Mode &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung, da sie unruhig und treibend wirkt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Beschreibungen aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlichen. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten und Rezipientinnen die Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die Geräusche, sowie die Musik verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Szene wird die Legitimation des Zaunes erneut aufgegriffen (08:06-08:52), indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches bewirkt, dass bei Zuschauern der Inuit als Bedrohung wahrgenommen wird. Erst durch die sprachliche Berichterstattung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die vom Inuit ausgehen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt hinzu, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen. Die Modes Bild und Ton, im Zusammenhang mit einer spannungsaufbauenden Musik, welche eine Bedrohung impliziert, stellen erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, da während der Erzählung des Inuit die Huskies anfangen Alarm zu schlagen, indem sie jaulen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Doch erst durch die Kombination verschiedener Modes wird dies deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Sequenzen sind durch die Abwesenheit der Eisbären verbunden. Dennoch werden sie als Bedrohung des Menschen dargestellt. Hierzu trägt vorrangig die Kombination aus Ton und Bild bei. Das Ausschließen des Tons und der Geräusche wirkt hingegen der Mensch als bedrohlich. Erst durch akustische Aspekte wird der Eisbär als Bedrohung dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie sticht hervor und lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität einordnen. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet, während der Inuit seine Waffe lädt (11:56 – 12:08). Durch den Off-Sprecher wird klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Die weglaufenden Eisbären, werden nur kurz eingeblendet, was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Die Darstellung von Tierbabys lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen Mitleid und Fürsorge empfinden. Durch die bildliche Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als wiederkehrendes Symbol bezeichnet werden, welches sich wiederholt und in unterschiedlichen Sequenzen auftritt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrnehmen. Im Gegensatz dazu lässt die Stimme aus dem Off die visuelle Wahrnehmung verblassen (vgl. Sequenzanalyse). Hier wird auf das besondere Risiko hingewiesen, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Er wird durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“ als bedroht dargestellt. Die Bedrohung geht hier von den davonlaufenden Eisbären aus, was den Kontrast der Modes&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ton und Bild verdeutlicht. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen in den Rezipienten und Rezipientinnen auslöst und bedrohlich wirkt. Das Bild des bedrohlichen Eisbären wird an dieser Stelle unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Mensch die Intention verfolgt, die Eisbären zu jagen, so wird doch der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis, wobei durch ein Interview eines Wissenschaftlers die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert werden. Es wird zudem erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe hervorsticht. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Symbol der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Sie dient dem &amp;quot;Schutz&amp;quot; der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Dieser strake Mode führt unweigerlich zu einem Unbehagen im Zuschauer oder der Zuschauerin. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Es wird rein optisch der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle wird durch die Kombination aus Musik, Sprechertext und Bild der Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt, ohne dass er zu sehen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Die letzte Szene, welche den Eisbär als Bedrohung des Menschen darstellt, ist als filmischer Beweis der Dokumentation zu betrachten. Es werden Eisbären gezeigt, die in die Dörfer der Menschen eindringen und Gegenstände zerstören. Es wird deutlich, dass der Eisbär hier in die Lebenswelt des Menschen einzudringen scheint. Zieht man den Ton hinzu, so wird dieser Eindruck verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Ergänzt durch dramatische, traurige und tragische Filmmusik, welche in Kombination als ''Rythm'' &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet werden können, wird der Eindruck des bedrohlichen Eisbären abgerundet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Fazit der Analyse &amp;quot;Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ===&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen, gewalttätigen Darstellung des Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den Menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der folgenden Szene (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Szene wird der Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde, wirkt bedrohlich im Bezug auf den Bären. Dieser läuft von der Kamera weg. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung definiert. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. Dies zeugt von einer [[Multimodalität]], da Bild und Ton aufeinander abgestimmt werden und sich der ''Rythm'' wiederfinden lässt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Musik begleitet diese Bilder unterschwellig. Die Geräuschkulisse wird durch die Motoren des Flugzeuges bestimmt. Das Brüllen des Bären wird durch das immer lauter werdende Flugzeug übertönt. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der folgenden Sequenz (43:07-43:35). Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus ist hier die Darstellung des Hintergrundes. Dieser ist zu Beginn von der Natur geprägt. Je weiter der Bär läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, was auch in diesem Dokumentarfilm den Mode der Waffe erzeugt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie stechen mit ihren roten Jacken aus dem Hintergrund heraus. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließliche die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Tone und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ als Zeichen des Menschengemachten Klimawandels wird durch die fröhliche Musik übertönt. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend, was den Bären zu einer Bedrohung für die Touristen werden lässt. Dieser Widerspruch der Musik und des Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Besonders der Off-Sprecher weist erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison aufgrund des Klimawandels nun länger dauert. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11- 44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation stellt somit den Menschen beim Eindringen in den Lebensraum des Eisbären dar. Dennoch wird immer wieder durch eine fröhliche Musik sowohl der Tourismus als auch der Klimawandel relativiert und als weniger schlimm beleuchtet. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2218</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-06T16:48:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zunächst wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Szenen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, selektiert und herausgesucht, sodass eine Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. In dieser wurden Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse beschäftigt sich anschließend mit den unterschiedlichen Sequenzen, welche in der Sequenzanalyse transkribiert wurden (vgl. Sequenzanalyse). Auf Grundlage dieser Erkenntnisse, ist die Analyse unter den Aspekten der Leitfrage vorgenommen worden. Hierzu werden zunächst die Time-Codes der Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Aspekte vorzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär in Not? (2014) - Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; betrachtet, so wird deutlich, dass in bestimmten Sequenzen eine Darstellung des Mensch-Tier-Verhältnisses erfolgt und diese die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt stellen. Um dies zu verdeutlichen, wird zum einen die Szene 07:55-08:05 verwendet. Diese beschreibt die Methoden, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Des Weiteren wird darauf aufbauen die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welche in der Szene 08:06-08:52 seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hier werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen erläutert. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 11:56-12:08 beschrieben, da hier der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd geht. Der Eisbär als Bedrohung des Menschen soll auch im Zusammenhang mit der Forschung erläutert werden, was in Minute 38:00 bis 38:58 umgesetzt wird. Zuletzt wird die Sequenz 46:37-47:35 im Hinblick auf die Leitthese analysiert, in welcher das Eindringen des Eisbären in die Dörfer der Einwohner und Einwohnerinnern veranschaulicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. So wird in der ersten Szene der Eisbär an sich nicht visuell gezeigt. Zu sehen ist ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Bei der alleinigen Betrachtung des Bildes, wirkt der Zaun zunächst unscheinbar. Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wird eine harmlose Atmosphäre erzeugt (vgl. Sequenzanalyse). Der Mode &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung, da sie unruhig und treibend wirkt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Beschreibungen aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlichen. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten und Rezipientinnen die Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die Geräusche, sowie die Musik verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Szene wird die Legitimation des Zaunes erneut aufgegriffen (08:06-08:52), indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches bewirkt, dass bei Zuschauern der Inuit als Bedrohung wahrgenommen wird. Erst durch die sprachliche Berichterstattung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die vom Inuit ausgehen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt hinzu, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen. Die Modes Bild und Ton, im Zusammenhang mit einer spannungsaufbauenden Musik, welche eine Bedrohung impliziert, stellen erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, da während der Erzählung des Inuit die Huskies anfangen Alarm zu schlagen, indem sie jaulen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Doch erst durch die Kombination verschiedener Modes wird dies deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Sequenzen sind durch die Abwesenheit der Eisbären verbunden. Dennoch werden sie als Bedrohung des Menschen dargestellt. Hierzu trägt vorrangig die Kombination aus Ton und Bild bei. Das Ausschließen des Tons und der Geräusche wirkt hingegen der Mensch als bedrohlich. Erst durch akustische Aspekte wird der Eisbär als Bedrohung dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie sticht hervor und lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität einordnen. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet, während der Inuit seine Waffe lädt (11:56 – 12:08). Durch den Off-Sprecher wird klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Die weglaufenden Eisbären, werden nur kurz eingeblendet, was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Die Darstellung von Tierbabys lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen Mitleid und Fürsorge empfinden. Durch die bildliche Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als wiederkehrendes Symbol bezeichnet werden, welches sich wiederholt und in unterschiedlichen Sequenzen auftritt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrnehmen. Im Gegensatz dazu lässt die Stimme aus dem Off die visuelle Wahrnehmung verblassen (vgl. Sequenzanalyse). Hier wird auf das besondere Risiko hingewiesen, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Er wird durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“ als bedroht dargestellt. Die Bedrohung geht hier von den davonlaufenden Eisbären aus, was den Kontrast der Modes&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ton und Bild verdeutlicht. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen in den Rezipienten und Rezipientinnen auslöst und bedrohlich wirkt. Das Bild des bedrohlichen Eisbären wird an dieser Stelle unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Mensch die Intention verfolgt, die Eisbären zu jagen, so wird doch der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz untersucht ein Forscherteam das Eis, wobei durch ein Interview eines Wissenschaftlers die Ziele und Funktionen der Forschungsmission erläutert werden. Es wird zudem erklärt, warum eine Person des Teams als Wachposten abgestellt werden muss. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus, obwohl sie weit entfernt mit einem großen Abstand zum Schiff positioniert ist. Die Kamera zoomt an diese Wache heran, sodass auf dem Boden neben der Person eine Waffe hervorsticht. Zudem besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Symbol der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne den Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Erst durch den Einbezug des Forscherinterviews wird klar, dass von den Eisbären eine Bedrohung ausgeht (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Sie dient dem &amp;quot;Schutz&amp;quot; der Menschen und stellt somit laut Forscher keine Bedrohung der Eisbären dar. Dies unterstreicht das Bild des bedrohlichen Eisbären und des gefährdeten Menschen. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Dieser strake Mode führt unweigerlich zu einem Unbehagen im Zuschauer oder der Zuschauerin. Werden Bild und Ton aufeinander bezogen, so wird deutlich, dass das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt. Es wird rein optisch der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Gefährdung des Menschen erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An dieser Stelle wird durch die Kombination aus Musik, Sprechertext und Bild der Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt, ohne dass er zu sehen ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 46:37 – 47:35 ===&lt;br /&gt;
Die letzte Szene, welche den Eisbär als Bedrohung des Menschen darstellt, ist als filmischer Beweis der Dokumentation zu betrachten. Es werden Eisbären gezeigt, die in die Dörfer der Menschen eindringen und Gegenstände zerstören. Es wird deutlich, dass der Eisbär hier in die Lebenswelt des Menschen einzudringen scheint. Zieht man den Ton hinzu, so wird dieser Eindruck verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Ergänzt durch dramatische, traurige und tragische Filmmusik, welche in Kombination als ''Rythm'' &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet werden können, wird der Eindruck des bedrohlichen Eisbären abgerundet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen, gewalttätigen Darstellung des Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den Menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der folgenden Szene (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Szene wird der Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde, wirkt bedrohlich im Bezug auf den Bären. Dieser läuft von der Kamera weg. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung definiert. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. Dies zeugt von einer [[Multimodalität]], da Bild und Ton aufeinander abgestimmt werden und sich der ''Rythm'' wiederfinden lässt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Musik begleitet diese Bilder unterschwellig. Die Geräuschkulisse wird durch die Motoren des Flugzeuges bestimmt. Das Brüllen des Bären wird durch das immer lauter werdende Flugzeug übertönt. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der folgenden Sequenz (43:07-43:35). Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus ist hier die Darstellung des Hintergrundes. Dieser ist zu Beginn von der Natur geprägt. Je weiter der Bär läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, was auch in diesem Dokumentarfilm den Mode der Waffe erzeugt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie stechen mit ihren roten Jacken aus dem Hintergrund heraus. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließliche die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Tone und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ als Zeichen des Menschengemachten Klimawandels wird durch die fröhliche Musik übertönt. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend, was den Bären zu einer Bedrohung für die Touristen werden lässt. Dieser Widerspruch der Musik und des Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Besonders der Off-Sprecher weist erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison aufgrund des Klimawandels nun länger dauert. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11- 44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation stellt somit den Menschen beim Eindringen in den Lebensraum des Eisbären dar. Dennoch wird immer wieder durch eine fröhliche Musik sowohl der Tourismus als auch der Klimawandel relativiert und als weniger schlimm beleuchtet. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
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		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2217</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-06T16:24:51Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zunächst wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Szenen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, selektiert und herausgesucht, sodass eine Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. In dieser wurden Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse beschäftigt sich anschließend mit den unterschiedlichen Sequenzen, welche in der Sequenzanalyse transkribiert wurden (vgl. Sequenzanalyse). Auf Grundlage dieser Erkenntnisse, ist die Analyse unter den Aspekten der Leitfrage vorgenommen worden. Hierzu werden zunächst die Time-Codes der Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Aspekte vorzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär in Not? (2014) - Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; betrachtet, so wird deutlich, dass in bestimmten Sequenzen eine Darstellung des Mensch-Tier-Verhältnisses erfolgt und diese die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt stellen. Um dies zu verdeutlichen, wird zum einen die Szene 07:55-08:05 verwendet. Diese beschreibt die Methoden, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Des Weiteren wird darauf aufbauen die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welche in der Szene 08:06-08:52 seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hier werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen erläutert. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 11:56-12:08 beschrieben, da hier der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd geht. Der Eisbär als Bedrohung des Menschen soll auch im Zusammenhang mit der Forschung erläutert werden, was in Minute 38:00 bis 38:58 umgesetzt wird. Zuletzt wird die Sequenz 46:37-47:35 im Hinblick auf die Leitthese analysiert, in welcher das Eindringen des Eisbären in die Dörfer der Einwohner und Einwohnerinnern veranschaulicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. So wird in der ersten Szene der Eisbär an sich nicht visuell gezeigt. Zu sehen ist ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Bei der alleinigen Betrachtung des Bildes, wirkt der Zaun zunächst unscheinbar. Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wird eine harmlose Atmosphäre erzeugt (vgl. Sequenzanalyse). Der Mode &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung, da sie unruhig und treibend wirkt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Beschreibungen aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlichen. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten und Rezipientinnen die Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die Geräusche, sowie die Musik verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Szene wird die Legitimation des Zaunes erneut aufgegriffen (08:06-08:52), indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches bewirkt, dass bei Zuschauern der Inuit als Bedrohung wahrgenommen wird. Erst durch die sprachliche Berichterstattung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die vom Inuit ausgehen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt hinzu, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen. Die Modes Bild und Ton, im Zusammenhang mit einer spannungsaufbauenden Musik, welche eine Bedrohung impliziert, stellen erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, da während der Erzählung des Inuit die Huskies anfangen Alarm zu schlagen, indem sie jaulen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Doch erst durch die Kombination verschiedener Modes wird dies deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Sequenzen sind durch die Abwesenheit der Eisbären verbunden. Dennoch werden sie als Bedrohung des Menschen dargestellt. Hierzu trägt vorrangig die Kombination aus Ton und Bild bei. Das Ausschließen des Tons und der Geräusche wirkt hingegen der Mensch als bedrohlich. Erst durch akustische Aspekte wird der Eisbär als Bedrohung dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie sticht hervor und lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität einordnen. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet, während der Inuit seine Waffe lädt (11:56 – 12:08). Durch den Off-Sprecher wird klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Die weglaufenden Eisbären, werden nur kurz eingeblendet, was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisierend]] wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Die Darstellung von Tierbabys lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen Mitleid und Fürsorge empfinden. Durch die bildliche Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als wiederkehrendes Symbol bezeichnet werden, welches sich wiederholt und in unterschiedlichen Sequenzen auftritt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrnehmen. Im Gegensatz dazu lässt die Stimme aus dem Off die visuelle Wahrnehmung verblassen (vgl. Sequenzanalyse). Hier wird auf das besondere Risiko hingewiesen, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Er wird durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“ als bedroht dargestellt. Die Bedrohung geht hier von den davonlaufenden Eisbären aus, was den Kontrast der Modes&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Ton und Bild verdeutlicht. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen in den Rezipienten und Rezipientinnen auslöst und bedrohlich wirkt. Das Bild des bedrohlichen Eisbären wird an dieser Stelle unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Mensch die Intention verfolgt, die Eisbären zu jagen, so wird doch der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
Die nächste Szene bleibt ebenfalls ohne eine visuelle Darstellung des Eisbären an sich. Ein Forscherteam untersucht das Eis und stellt eine Person als Wachposten ab. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus. Auf dem Boden neben der Person liegt eine Waffe, ergänzend besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Mode der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. Die Bedrohung, welche in dieser Situation von den Eisbären ausgeht, wird erst durch den Einbezug des Berichtes eines Forschers deutlich (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Bezieht man beide Darstellungsformen aufeinander, so wird deutlich, das das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt, sondern der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet wird. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Bedrohung erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. An dieser Stelle wird durch die Multimodalität ''Rythm'' &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die Bedrohung besonders deutlich, da die Kombination aus Musik, Text und Bild den Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die letzte Szene, welche den Eisbär als Bedrohung des Menschen darstellt, ist als filmischer Beweis der Dokumentation zu betrachten. Es werden Eisbären gezeigt, die in die Dörfer der Menschen eindringen und Gegenstände zerstören. Es wird deutlich, dass der Eisbär hier in die Lebenswelt des Menschen einzudringen scheint. Zieht man den Ton hinzu, so wird dieser Eindruck verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Ergänzt durch dramatische, traurige und tragische Filmmusik, welche in Kombination als ''Rythm'' &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet werden können, wird der Eindruck des bedrohlichen Eisbären abgerundet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen, gewalttätigen Darstellung des Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den Menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der folgenden Szene (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Szene wird der Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde, wirkt bedrohlich im Bezug auf den Bären. Dieser läuft von der Kamera weg. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung definiert. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. Dies zeugt von einer [[Multimodalität]], da Bild und Ton aufeinander abgestimmt werden und sich der ''Rythm'' wiederfinden lässt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Musik begleitet diese Bilder unterschwellig. Die Geräuschkulisse wird durch die Motoren des Flugzeuges bestimmt. Das Brüllen des Bären wird durch das immer lauter werdende Flugzeug übertönt. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der folgenden Sequenz (43:07-43:35). Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus ist hier die Darstellung des Hintergrundes. Dieser ist zu Beginn von der Natur geprägt. Je weiter der Bär läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, was auch in diesem Dokumentarfilm den Mode der Waffe erzeugt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie stechen mit ihren roten Jacken aus dem Hintergrund heraus. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließliche die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Tone und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ als Zeichen des Menschengemachten Klimawandels wird durch die fröhliche Musik übertönt. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend, was den Bären zu einer Bedrohung für die Touristen werden lässt. Dieser Widerspruch der Musik und des Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Besonders der Off-Sprecher weist erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison aufgrund des Klimawandels nun länger dauert. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11- 44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation stellt somit den Menschen beim Eindringen in den Lebensraum des Eisbären dar. Dennoch wird immer wieder durch eine fröhliche Musik sowohl der Tourismus als auch der Klimawandel relativiert und als weniger schlimm beleuchtet. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2216</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-06T16:22:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zunächst wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Szenen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, selektiert und herausgesucht, sodass eine Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. In dieser wurden Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse beschäftigt sich anschließend mit den unterschiedlichen Sequenzen, welche in der Sequenzanalyse transkribiert wurden (vgl. Sequenzanalyse). Auf Grundlage dieser Erkenntnisse, ist die Analyse unter den Aspekten der Leitfrage vorgenommen worden. Hierzu werden zunächst die Time-Codes der Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Aspekte vorzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär in Not? (2014) - Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; betrachtet, so wird deutlich, dass in bestimmten Sequenzen eine Darstellung des Mensch-Tier-Verhältnisses erfolgt und diese die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt stellen. Um dies zu verdeutlichen, wird zum einen die Szene 07:55-08:05 verwendet. Diese beschreibt die Methoden, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Des Weiteren wird darauf aufbauen die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welche in der Szene 08:06-08:52 seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hier werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen erläutert. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 11:56-12:08 beschrieben, da hier der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd geht. Der Eisbär als Bedrohung des Menschen soll auch im Zusammenhang mit der Forschung erläutert werden, was in Minute 38:00 bis 38:58 umgesetzt wird. Zuletzt wird die Sequenz 46:37-47:35 im Hinblick auf die Leitthese analysiert, in welcher das Eindringen des Eisbären in die Dörfer der Einwohner und Einwohnerinnern veranschaulicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. So wird in der ersten Szene der Eisbär an sich nicht visuell gezeigt. Zu sehen ist ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Bei der alleinigen Betrachtung des Bildes, wirkt der Zaun zunächst unscheinbar. Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wird eine harmlose Atmosphäre erzeugt (vgl. Sequenzanalyse). Der Mode &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung, da sie unruhig und treibend wirkt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Beschreibungen aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlichen. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten und Rezipientinnen die Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die Geräusche, sowie die Musik verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Szene wird die Legitimation des Zaunes erneut aufgegriffen (08:06-08:52), indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches bewirkt, dass bei Zuschauern der Inuit als Bedrohung wahrgenommen wird. Erst durch die sprachliche Berichterstattung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die vom Inuit ausgehen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt hinzu, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen. Die Modes Bild und Ton, im Zusammenhang mit einer spannungsaufbauenden Musik, welche eine Bedrohung impliziert, stellen erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, da während der Erzählung des Inuit die Huskies anfangen Alarm zu schlagen, indem sie jaulen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Doch erst durch die Kombination verschiedener Modes wird dies deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Sequenzen sind durch die Abwesenheit der Eisbären verbunden. Dennoch werden sie als Bedrohung des Menschen dargestellt. Hierzu trägt vorrangig die Kombination aus Ton und Bild bei. Das Ausschließen des Tons und der Geräusche wirkt hingegen der Mensch als bedrohlich. Erst durch akustische Aspekte wird der Eisbär als Bedrohung dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
In dieser Sequenz steht ein Jäger der Inuit im Fokus. Auf einem Stein sitzend, lädt er eine Schusswaffe, welche auf die Zuschauer bedrohlich wirkt. Sie sticht hervor und lässt sich als Symbol der Gewalt und Brutalität einordnen. Ergänzend werden kurze Bildsequenzen weglaufender Eisbären eingeblendet, während der Inuit seine Waffe lädt (11:56 – 12:08). Durch den Off-Sprecher wird klar, dass der Inuit sich auf Eisbärenjagd begibt. Die weglaufenden Eisbären, werden nur kurz eingeblendet, was Hektik erzeugt und das Gefühl von Angst vermittelt. Besonders emotionalisierend wirkt diese Sequenz, da es sich um eine Eisbärenmutter und ihr Junges handelt. Die Darstellung von Tierbabys lässt die Zuschauer und Zuschauerinnen Mitleid und Fürsorge empfinden. Durch die bildliche Darstellung wirken die Eisbären bedroht und gefährdet, da der Inuit als Jäger der Bären die Bedrohung darstellt. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als wiederkehrendes Symbol bezeichnet werden, welches sich wiederholt und in unterschiedlichen Sequenzen auftritt. So wird durch die visuelle Analyse der Sequenz der Mensch als Bedrohung des Eisbären wahrnehmen. Im Gegensatz dazu lässt die Stimme aus dem Off die visuelle Wahrnehmung verblassen (vgl. Sequenzanalyse). Hier wird auf das besondere Risiko hingewiesen, welches der Inuit mit seiner Handlung eingeht. Er wird durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“ als bedroht dargestellt. Die Bedrohung geht hier von den davonlaufenden Eisbären aus, was den Kontrast der Modes Ton und Bild verdeutlicht. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die ein Unbehagen in den Rezipienten und Rezipientinnen auslöst und bedrohlich wirkt. Das Bild des bedrohlichen Eisbären wird an dieser Stelle unterstützt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch wenn der Mensch die Intention verfolgt, die Eisbären zu jagen, so wird doch der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 38:00 – 38:58 ===&lt;br /&gt;
Die nächste Szene bleibt ebenfalls ohne eine visuelle Darstellung des Eisbären an sich. Ein Forscherteam untersucht das Eis und stellt eine Person als Wachposten ab. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus. Auf dem Boden neben der Person liegt eine Waffe, ergänzend besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Mode der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. Die Bedrohung, welche in dieser Situation von den Eisbären ausgeht, wird erst durch den Einbezug des Berichtes eines Forschers deutlich (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Bezieht man beide Darstellungsformen aufeinander, so wird deutlich, das das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt, sondern der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet wird. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Bedrohung erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. An dieser Stelle wird durch die Multimodalität ''Rythm'' &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die Bedrohung besonders deutlich, da die Kombination aus Musik, Text und Bild den Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die letzte Szene, welche den Eisbär als Bedrohung des Menschen darstellt, ist als filmischer Beweis der Dokumentation zu betrachten. Es werden Eisbären gezeigt, die in die Dörfer der Menschen eindringen und Gegenstände zerstören. Es wird deutlich, dass der Eisbär hier in die Lebenswelt des Menschen einzudringen scheint. Zieht man den Ton hinzu, so wird dieser Eindruck verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Ergänzt durch dramatische, traurige und tragische Filmmusik, welche in Kombination als ''Rythm'' &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet werden können, wird der Eindruck des bedrohlichen Eisbären abgerundet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen, gewalttätigen Darstellung des Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den Menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der folgenden Szene (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Szene wird der Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde, wirkt bedrohlich im Bezug auf den Bären. Dieser läuft von der Kamera weg. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung definiert. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. Dies zeugt von einer [[Multimodalität]], da Bild und Ton aufeinander abgestimmt werden und sich der ''Rythm'' wiederfinden lässt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Musik begleitet diese Bilder unterschwellig. Die Geräuschkulisse wird durch die Motoren des Flugzeuges bestimmt. Das Brüllen des Bären wird durch das immer lauter werdende Flugzeug übertönt. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der folgenden Sequenz (43:07-43:35). Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus ist hier die Darstellung des Hintergrundes. Dieser ist zu Beginn von der Natur geprägt. Je weiter der Bär läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, was auch in diesem Dokumentarfilm den Mode der Waffe erzeugt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie stechen mit ihren roten Jacken aus dem Hintergrund heraus. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließliche die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Tone und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ als Zeichen des Menschengemachten Klimawandels wird durch die fröhliche Musik übertönt. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend, was den Bären zu einer Bedrohung für die Touristen werden lässt. Dieser Widerspruch der Musik und des Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Besonders der Off-Sprecher weist erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison aufgrund des Klimawandels nun länger dauert. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11- 44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation stellt somit den Menschen beim Eindringen in den Lebensraum des Eisbären dar. Dennoch wird immer wieder durch eine fröhliche Musik sowohl der Tourismus als auch der Klimawandel relativiert und als weniger schlimm beleuchtet. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2215</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-06T15:58:06Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zunächst wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Szenen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, selektiert und herausgesucht, sodass eine Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. In dieser wurden Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse beschäftigt sich anschließend mit den unterschiedlichen Sequenzen, welche in der Sequenzanalyse transkribiert wurden (vgl. Sequenzanalyse). Auf Grundlage dieser Erkenntnisse, ist die Analyse unter den Aspekten der Leitfrage vorgenommen worden. Hierzu werden zunächst die Time-Codes der Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Aspekte vorzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär in Not? (2014) - Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; betrachtet, so wird deutlich, dass in bestimmten Sequenzen eine Darstellung des Mensch-Tier-Verhältnisses erfolgt und diese die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt stellen. Um dies zu verdeutlichen, wird zum einen die Szene 07:55-08:05 verwendet. Diese beschreibt die Methoden, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Des Weiteren wird darauf aufbauen die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welche in der Szene 08:06-08:52 seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hier werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen erläutert. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 11:56-12:08 beschrieben, da hier der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd geht. Der Eisbär als Bedrohung des Menschen soll auch im Zusammenhang mit der Forschung erläutert werden, was in Minute 38:00 bis 38:58 umgesetzt wird. Zuletzt wird die Sequenz 46:37-47:35 im Hinblick auf die Leitthese analysiert, in welcher das Eindringen des Eisbären in die Dörfer der Einwohner und Einwohnerinnern veranschaulicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. So wird in der ersten Szene der Eisbär an sich nicht visuell gezeigt. Zu sehen ist ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Bei der alleinigen Betrachtung des Bildes, wirkt der Zaun zunächst unscheinbar. Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wird eine harmlose Atmosphäre erzeugt (vgl. Sequenzanalyse). Der Mode &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung, da sie unruhig und treibend wirkt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Beschreibungen aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlichen. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten und Rezipientinnen die Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die Geräusche, sowie die Musik verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Szene wird die Legitimation des Zaunes erneut aufgegriffen (08:06-08:52), indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches bewirkt, dass bei Zuschauern der Inuit als Bedrohung wahrgenommen wird. Erst durch die sprachliche Berichterstattung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die vom Inuit ausgehen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt hinzu, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen. Die Modes Bild und Ton, im Zusammenhang mit einer spannungsaufbauenden Musik, welche eine Bedrohung impliziert, stellen erneut die Eisbären als Bedrohung dar. Untermauert wird dieser Eindruck, da während der Erzählung des Inuit die Huskies anfangen Alarm zu schlagen, indem sie jaulen. Dies schafft eine unruhige bedrohliche Atmosphäre, ausgelöst durch akustische Reize. So werden auch hier die Eisbären in ihrer Abwesenheit als ständige Bedrohung des Menschen betrachtet. Doch erst durch die Kombination verschiedener Modes wird dies deutlich.   &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Sequenzen sind durch die Abwesenheit der Eisbären verbunden. Dennoch werden sie als Bedrohung des Menschen dargestellt. Hierzu trägt vorrangig die Kombination aus Ton und Bild bei. Das Ausschließen des Tons und der Geräusche wirkt hingegen der Mensch als bedrohlich. Erst durch akustische Aspekte wird der Eisbär als Bedrohung dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenz 11:56 – 12:08 ===&lt;br /&gt;
Dieser Gegensatz zwischen Sprache und Gezeigtem setzt sich in der nachfolgend analysierten Szene fort. Inhalt dieser Szene ist ein Jäger der Inuit, welcher sich auf Eisbärenjagd begibt. Davonlaufende Eisbären (11:56 – 12:08) ergänzen die Darstellung. Auch hier wird zunächst ausschließlich das Bild analysiert, welches visuell entsteht. Der Inuit sitzt auf einem Felsen in der Landschaft, sticht mit seiner blauen leuchtenden Jacke aus der natürlichen Umgebung hervor und lädt eine Schusswaffe. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als [[Multimodalität|Mode]] bezeichnet werden&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welcher sich wiederholt und wiederkehrend ein Symbol der Gewalt darstellt. Im Anschluss werden zwei Eisbären gezeigt, eine Mutter mit ihrem Kind. Diese Bilder erregen beim Rezipienten oder der Rezipientin Mitleid gegenüber den Eisbären, welche durch die visuelle Darstellung vom Menschen bedroht werden. Die Stimme aus dem Off in Verbindung mit den Bildern (vgl. Sequenzanalyse), stellen jedoch den Menschen als bedroht und unterlegen dar. Vor allem durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“, wird der Eisbär als bedrohlich und überlegen dargestellt. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die spannungsaufbauend und bedrohlich wirkt. Auch wenn der Mensch den Eisbären jagen will, wird der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächste Szene bleibt ebenfalls ohne eine visuelle Darstellung des Eisbären an sich. Ein Forscherteam untersucht das Eis und stellt eine Person als Wachposten ab. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus. Auf dem Boden neben der Person liegt eine Waffe, ergänzend besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Mode der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. Die Bedrohung, welche in dieser Situation von den Eisbären ausgeht, wird erst durch den Einbezug des Berichtes eines Forschers deutlich (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Bezieht man beide Darstellungsformen aufeinander, so wird deutlich, das das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt, sondern der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet wird. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Bedrohung erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. An dieser Stelle wird durch die Multimodalität ''Rythm'' &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die Bedrohung besonders deutlich, da die Kombination aus Musik, Text und Bild den Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die letzte Szene, welche den Eisbär als Bedrohung des Menschen darstellt, ist als filmischer Beweis der Dokumentation zu betrachten. Es werden Eisbären gezeigt, die in die Dörfer der Menschen eindringen und Gegenstände zerstören. Es wird deutlich, dass der Eisbär hier in die Lebenswelt des Menschen einzudringen scheint. Zieht man den Ton hinzu, so wird dieser Eindruck verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Ergänzt durch dramatische, traurige und tragische Filmmusik, welche in Kombination als ''Rythm'' &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet werden können, wird der Eindruck des bedrohlichen Eisbären abgerundet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen, gewalttätigen Darstellung des Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den Menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der folgenden Szene (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Szene wird der Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde, wirkt bedrohlich im Bezug auf den Bären. Dieser läuft von der Kamera weg. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung definiert. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. Dies zeugt von einer [[Multimodalität]], da Bild und Ton aufeinander abgestimmt werden und sich der ''Rythm'' wiederfinden lässt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Musik begleitet diese Bilder unterschwellig. Die Geräuschkulisse wird durch die Motoren des Flugzeuges bestimmt. Das Brüllen des Bären wird durch das immer lauter werdende Flugzeug übertönt. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der folgenden Sequenz (43:07-43:35). Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus ist hier die Darstellung des Hintergrundes. Dieser ist zu Beginn von der Natur geprägt. Je weiter der Bär läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, was auch in diesem Dokumentarfilm den Mode der Waffe erzeugt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie stechen mit ihren roten Jacken aus dem Hintergrund heraus. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließliche die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Tone und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ als Zeichen des Menschengemachten Klimawandels wird durch die fröhliche Musik übertönt. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend, was den Bären zu einer Bedrohung für die Touristen werden lässt. Dieser Widerspruch der Musik und des Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Besonders der Off-Sprecher weist erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison aufgrund des Klimawandels nun länger dauert. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11- 44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation stellt somit den Menschen beim Eindringen in den Lebensraum des Eisbären dar. Dennoch wird immer wieder durch eine fröhliche Musik sowohl der Tourismus als auch der Klimawandel relativiert und als weniger schlimm beleuchtet. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2214</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-06T15:48:38Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Julia Schaberich: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär in der dokumentarischen Filmdarstellung ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Zentrum dieses Artikels steht '''die Darstellung der gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm'''. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus den Dokumentarfilmen &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert und daran herausgearbeitet, inwiefern der Eisbär als Bedrohung für den Menschen und der Mensch als Bedrohung für den Eisbären dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel ist Teil einer Artikelsammlung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Methodisches Vorgehen ====&lt;br /&gt;
Zunächst wurden die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; und &amp;quot;Der Eisbär&amp;quot; &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; mehrmals vollständig gesehen und auf mögliche Analyseaspekte hin untersucht. Im Anschluss wurden prägnanten Szenen, bezogen auf den ausgewählten Analysegegenstand, selektiert und herausgesucht, sodass eine Transkription der Sequenzen durchgeführt werden konnte. In dieser wurden Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare berücksichtigt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Analyse beschäftigt sich anschließend mit den unterschiedlichen Sequenzen, welche in der Sequenzanalyse transkribiert wurden (vgl. Sequenzanalyse). Auf Grundlage dieser Erkenntnisse, ist die Analyse unter den Aspekten der Leitfrage vorgenommen worden. Hierzu werden zunächst die Time-Codes der Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Aspekte vorzunehmen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Der Eisbär in Not? (2014) - Die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wird der [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilm]] „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; betrachtet, so wird deutlich, dass in bestimmten Sequenzen eine Darstellung des Mensch-Tier-Verhältnisses erfolgt und diese die Bedrohung des Menschen durch den Eisbären in den Mittelpunkt stellen. Um dies zu verdeutlichen, wird zum einen die Szene 07:55-08:05 verwendet. Diese beschreibt die Methoden, welche die Einwohner und Einwohnerinnern nutzen, um sich und die Hunde vor den Bären zu schützen. Des Weiteren wird darauf aufbauen die Erfahrung eines Inuit mit einbezogen, welche in der Szene 08:06-08:52 seine Erlebnisse ausführlich schildert. Hier werden seine Existenzgrundlage und seine Befürchtungen erläutert. Die Sicht der Inuit wird auch in der Sequenz 11:56-12:08 beschrieben, da hier der zuvor vorgestellte Inuit auf die Eisbärenjagd geht. Der Eisbär als Bedrohung des Menschen soll auch im Zusammenhang mit der Forschung erläutert werden, was in Minute 38:00 bis 38:58 umgesetzt wird. Zuletzt wird die Sequenz 46:37-47:35 im Hinblick auf die Leitthese analysiert, in welcher das Eindringen des Eisbären in die Dörfer der Einwohner und Einwohnerinnern veranschaulicht wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyse der Sequenzen 07:55 – 08:05 sowie 08:06 – 08:52 ===&lt;br /&gt;
Der Eisbär ist als Symbol der Gefahr nicht in jeder Sequenz zu sehen, obwohl er als Bedrohung im Fokus steht. So wird in der ersten Szene der Eisbär an sich nicht visuell gezeigt. Zu sehen ist ein Elektrozaun (07:55 – 08:05). Bei der alleinigen Betrachtung des Bildes, wirkt der Zaun zunächst unscheinbar. Durch die Darstellung des weißen Zaunes auf weißem Hintergrund, in welchem die angeketteten Huskies des Inuit schemenhaft zu erkennen sind, wird eine harmlose Atmosphäre erzeugt (vgl. Sequenzanalyse). Der Mode &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; ''Musik'' erzeugt jedoch den Eindruck einer andauernden Bedrohung, da sie unruhig und treibend wirkt. Ergänzt wird dieser Eindruck durch die Beschreibungen aus dem Off, welche den Sinn des Zaunes, den Schutz vor der anhaltenden Bedrohung durch die Eisbären, verdeutlichen. Die Verbindung von Bild und Ton lässt die Rezipienten und Rezipientinnen die Eisbären als Bedrohung der Menschen wahrnehmen, was besonders durch die Geräusche, sowie die Musik verursacht wird. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bereits in der nachfolgenden Szene wird die Legitimation des Zaunes erneut aufgegriffen (08:06-08:52), indem ein Inuit beim Füttern seiner Hunde gezeigt wird. Er hackt rohes gefrorenes Robbenfleisch mit einer Axt. Zur gleichen Zeit erläutert er, dass sich immer mehr Eisbären in den Ort verirren und wiederholt seine Hunde angreifen. Unter ausschließlichem Einbezug der visuellen Aspekte,  wirken die Handlungen des Inuit kalt, brutal und gewalttätig. Besonders die Verwendung der Axt im Zusammenhang mit der roten Farbe des Fleisches bewirkt, dass bei Zuschauern der Inuit als Bedrohung wahrgenommen wird. Erst durch die sprachliche Berichterstattung des Inuit, wird die Aufmerksamkeit von seiner Futterzubereitung auf die Angriffe der Eisbären gelenkt. So verbinden sich die kalten und brutalen Bilder, die vom Inuit ausgehen, mit den Angriffen der Bären, welche in diesem Fall nicht im Bild sind. Ergänzend kommen die Geräusche der Axt hinzu, welche die visuelle Darstellung der Gewalt unterstützen. Die Modes Bild und Ton, im Zusammenhang mit einer spannungsaufbauenden Musik, welche eine Bedrohung impliziert, stellen erneut die Eisbären als Bedrohung dar. aSobald der Inuit das Fleisch hakt und dabei von den Angriffen der Bären berichtet, heulen und jaulen die Hunde auf. Es wird ein akustischer Reiz mit den Erzählungen verbunden, was die Eisbären bedrohlich wirken lässt. Unterlegt ist diese Szene mit einer unruhigen Musik, die den Rezipient*innen ein nervöses und unbehagliches Gefühl vermittelt. Was beide Szenen verbindet ist, dass visuell keine Eisbären zu sehen sind, obwohl die Bedrohung der Menschen und Hunde durch den Sprechakt deutlich ist. Betrachtet man beide Sequenzen ohne Ton, so ist seitens der Eisbären keine Bedrohung dargestellt. Im Gegenteil erscheint auf diese Weise der fleischhackende Inuit als brutal und gewalttätig. Erst durch den Sprechakt in Kombination mit unterschiedlichen visuellen Modes wird der Eisbär als Bedrohung dargestellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Gegensatz zwischen Sprache und Gezeigtem setzt sich in der nachfolgend analysierten Szene fort. Inhalt dieser Szene ist ein Jäger der Inuit, welcher sich auf Eisbärenjagd begibt. Davonlaufende Eisbären (11:56 – 12:08) ergänzen die Darstellung. Auch hier wird zunächst ausschließlich das Bild analysiert, welches visuell entsteht. Der Inuit sitzt auf einem Felsen in der Landschaft, sticht mit seiner blauen leuchtenden Jacke aus der natürlichen Umgebung hervor und lädt eine Schusswaffe. Das Präsentieren der Waffe wirkt brutal, gewalttätig und bedrohlich. Die Waffe kann als [[Multimodalität|Mode]] bezeichnet werden&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;, welcher sich wiederholt und wiederkehrend ein Symbol der Gewalt darstellt. Im Anschluss werden zwei Eisbären gezeigt, eine Mutter mit ihrem Kind. Diese Bilder erregen beim Rezipienten oder der Rezipientin Mitleid gegenüber den Eisbären, welche durch die visuelle Darstellung vom Menschen bedroht werden. Die Stimme aus dem Off in Verbindung mit den Bildern (vgl. Sequenzanalyse), stellen jedoch den Menschen als bedroht und unterlegen dar. Vor allem durch das Verwenden des Sprichwortes „vom Jäger zum Gejagten werden“, wird der Eisbär als bedrohlich und überlegen dargestellt. Unterstützt wird das Bild des gefährlichen Eisbären durch eine begleitende Musik, die spannungsaufbauend und bedrohlich wirkt. Auch wenn der Mensch den Eisbären jagen will, wird der Eisbär als Bedrohung für den Menschen dargestellt. In dieser Szene steht erneut die Differenz zwischen Bild und Ton und die sich verändernde Bedeutung durch die Kombination beider Aspekte im Fokus.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die nächste Szene bleibt ebenfalls ohne eine visuelle Darstellung des Eisbären an sich. Ein Forscherteam untersucht das Eis und stellt eine Person als Wachposten ab. Diese steht in einer weißen Umgebung mit einer Warnweste und sticht optisch deutlich aus der Natur heraus. Auf dem Boden neben der Person liegt eine Waffe, ergänzend besitzt die Person ein Fernglas und eine Schreckschusspistole. Erneut tritt die Waffe als Mode der Bedrohung auf und weckt den Eindruck von Gefahr&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Der Forscher auf dem Wachposten wirkt in der weißen Umgebung verloren und ist, ohne Kontext des Off-Sprechers, scheinbar grundlos bewaffnet. Optisch wirkt diese Szene wie ein Eingriff des Menschen in die Natur. Durch die Warnweste sticht der Forscher hervor und wirkt fehl am Platz. Die Bedrohung, welche in dieser Situation von den Eisbären ausgeht, wird erst durch den Einbezug des Berichtes eines Forschers deutlich (vgl. Sequenzanalyse). Die Rezipient*innen erfahren, dass der Forscher eine ''Eisbärenwache'' darstellt, welche auch sprachlich so betitelt wird. Die unruhige, fordernde und zugleich spannungsaufbauende Musik erweckt ein Gefühl der ständigen Bedrohung und lässt die ''Eisbärenwache'' in unmittelbarer Gefahr schweben. Bezieht man beide Darstellungsformen aufeinander, so wird deutlich, das das Bild alleine den Eisbären nicht als bedrohlich darstellt, sondern der Mensch beim Eindringen in die Natur beobachtet wird. Erst durch den Einbezug des Tons wird ein Gefühl der Bedrohung erzeugt und der Eisbär unter diesem Aspekt als bedrohlich betitelt. An dieser Stelle wird durch die Multimodalität ''Rythm'' &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; die Bedrohung besonders deutlich, da die Kombination aus Musik, Text und Bild den Eisbär als Bedrohung des Menschen in den Fokus stellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die letzte Szene, welche den Eisbär als Bedrohung des Menschen darstellt, ist als filmischer Beweis der Dokumentation zu betrachten. Es werden Eisbären gezeigt, die in die Dörfer der Menschen eindringen und Gegenstände zerstören. Es wird deutlich, dass der Eisbär hier in die Lebenswelt des Menschen einzudringen scheint. Zieht man den Ton hinzu, so wird dieser Eindruck verstärkt (vgl. Sequenzanalyse). Eisbären werden als „geschickte und allesfressende Raubtiere“ bezeichnet, welche auch „einen Menschen töten und fressen“ würden. Belegt werden diese Aussagen mit Ereignissen aus drei verschiedenen Jahren, welche in der Region Kanadas gelistet wurden und Angriffe von Eisbären auf Menschen belegen. Ergänzt durch dramatische, traurige und tragische Filmmusik, welche in Kombination als ''Rythm'' &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; bezeichnet werden können, wird der Eindruck des bedrohlichen Eisbären abgerundet. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Dokumentarfilm „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; stellt den Eisbären zusammenfassend als Bedrohung des Menschen dar. Die Bären greifen die Hunde der Inuit an, dringen in die Dörfer ein, plündern Müllhalden und selbst wenn sie gejagt werden, bedrohen sie die Jäger. Die visuellen Darstellungen alleine stellen den Bären hingegen selten als bedrohlich dar. Erst der Einbezug des Tons führt zu einer brutalen, gewalttätigen Darstellung des Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt der Eisbären ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Gegensatz dazu soll der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären anhand des Dokumentarfilmes „Der Eisbär&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; analysiert werden. &lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Zu Beginn der gewählten Sequenz wird der Eisbär auf seiner Route gezeigt, die er Jahr für Jahr absolviert (42:35-42:42). Es liegt wenig Schnee, sodass der weiße Bär nicht ganz in der Natur verschwindet. Besonders der Sprechertext aus dem Off stellt die gezeigten Bilder dramatisch dar. „Er hat nach Futter gesucht, nach Zuflucht, nach Gesellschaft – vergeblich“. Anhand dieses Textes wird Mitleid für den Bären erregt, was auf eine [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|Emotionalisierung]] der Situation hindeutet&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Gerlach, N. |Titel=Der Tierfilm zwischen Repräsentation und Simulation. |Ort=Marburg|Verlag=Schüren Verlag |Jahr=2009}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Im Kontrast zu diesem Kommentar, der auf den Menschengemachten Klimawandel hindeutet, steht die Musik. Leise Trommeln begleiten das Gezeigte und Gehörte auf eine hinnehmende Art, welche nicht negativ wahrgenommen wird. So steht in dieser Szene besonders die Musik im Kontrast zum Gesagten. Werden ausschließlich die Bilder betrachtet, so wird die Notlage des Eisbären nicht sofort sichtbar. Auffällig ist der fehlende Schnee. Erst durch den Sprechertext wird die Lage des Bären deutlich, welche als aussichtslos dargestellt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Konfrontation von Mensch und Eisbär wird in der folgenden Szene (42:43-43:06) eingeleitet. Aus einer Totalen &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt; wird der Eisbär in einer Eislandschaft gezeigt, wobei im Hintergrund am Himmel ein Flugzeug auf den Bären zugeflogen kommt. Auffällig ist hierbei das Licht des Flugzeuges, welches unnatürlich in der Umgebung wirkt und heraussticht. Im Laufe der Szene wird der Flugzeug in einer Halbnahen gezeigt, im Wechsel mit einer Halbnahen des Bären&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Faulstich, W. |Titel=Grundkurs Filmanalyse. |Ort=Paderborn |Verlag=Wilhelm Fink Verlag |Jahr=2013}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Das Flugzeug fliegt nah über die Erde, wirkt bedrohlich im Bezug auf den Bären. Dieser läuft von der Kamera weg. Die Stimme aus dem Off kommentiert, dass nun die Jahreszeit die größte Belästigung mit sich bringt. Durch eine Leerstelle wird offengelassen, was die Belästigung definiert. Erst in der darauffolgenden Szene wird deutlich, dass die Touristen die Belästigung verkörpern. Dies zeugt von einer [[Multimodalität]], da Bild und Ton aufeinander abgestimmt werden und sich der ''Rythm'' wiederfinden lässt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Die Musik begleitet diese Bilder unterschwellig. Die Geräuschkulisse wird durch die Motoren des Flugzeuges bestimmt. Das Brüllen des Bären wird durch das immer lauter werdende Flugzeug übertönt. Hier kann ein Eingreifen des Menschen in die Lebenswelt des Bären beobachtet werden, welches durch den Mode des Flugzeuges verkörpert wird. Die Sequenz verdeutlicht, wie der Mensch den Bären stört. Wird nun die gleichgültig wirkende Musik mit einbezogen, so wirkt sie fehl am Platz und mindert das Eindringen des Menschen in die Natur. Durch die Musik wird das Weglaufen des Bären verharmlost. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Besonders prägnant wird das Eindringen des Menschen in der folgenden Sequenz (43:07-43:35). Der Bär läuft zunächst, begleitet durch die Kamerafahrt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. |Titel=Filmanalyse. |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien. |Jahr=2014}}&amp;lt;/ref&amp;gt; parallel zur Handlungsachse. Besonders im Fokus ist hier die Darstellung des Hintergrundes. Dieser ist zu Beginn von der Natur geprägt. Je weiter der Bär läuft, desto mehr wird das Eingreifen des Menschen in seine Lebenswelt deutlich. Zunächst stehen zwei Männer mit Gewehren im Hintergrund, was auch in diesem Dokumentarfilm den Mode der Waffe erzeugt&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Sie stechen mit ihren roten Jacken aus dem Hintergrund heraus. Läuft der Bär weiter, so steht eine Gruppe Touristen im Hintergrund. Sie fotografieren den Bären aus nächster Nähe. Zwischen den Touristen stehen Männer mit Waffen, um den Bären im Notfall abzuwehren. Werden ausschließliche die Darstellungen der Bilder betrachtet, so kann es eine zufällige Begegnung zwischen Mensch und Eisbär sein. Erst die Stimme aus dem Off lässt diese Begegnung geplant wirken. „Der Weg, dem er folgt, ist seit tausenden von Jahren im Instinkt der Bären verankert. Lange bevor Touristen mit Kameras kamen und der Sommer so verdammt lang wurde“ (vgl. Sequenzanalyse). In dieser Szene sticht besonders die Musik hervor. Laute Glocken, helle fröhliche Tone und eine positiv stimmende Musik lassen die Ernsthaftigkeit der Lage verschwinden. Ein besonderer Kontrast wird zu dem Gesprochenen Wort deutlich. Der „verdammt lange Sommer“ als Zeichen des Menschengemachten Klimawandels wird durch die fröhliche Musik übertönt. Gegen Ende dieser Sequenz wird die Musik spannungsaufbauend, was den Bären zu einer Bedrohung für die Touristen werden lässt. Dieser Widerspruch der Musik und des Gesagten wird umso deutlicher. Die Touristen stehen auf der Route des Bären, welche seit vielen Jahren im Instinkt der Bären verankert ist, dennoch würden sie den Bären erschießen, wenn er sie angreift. Ohne Ton vermittelt diese Szene eine Begegnung von Mensch und Eisbär, wohingegen mit Ton ein Eindringen des Menschen in den Lebensraum des Bären deutlich wird. Relativiert werden diese Eindrücke durch die gleichgültige und im Anschluss spannungsaufbauende Musik. Besonders auffällig ist hier das Auftreten des ''Rythm'', wobei sich Ton und Bild auf eine spezielle Art und Weise aufeinander abstimmen&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Böhm, F. |Titel=Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. |Ort=Tübingen |Verlag=Stauffenburg |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Passend zu den Bildern wird der Ton ergänzt und so Informationen nach und nach dem Rezipienten oder der Rezipientin mitgeteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Eindringen des Menschen in die Lebenswelt des Bären wird in der anschließenden Szene noch deutlicher (43:35-44:10). So wurde auf der Route des Bären ein Haus errichtet, der ''Menschenzoo'', in welchem Menschen Eisbären beobachten können, ohne in Gefahr zu geraten. Der Bär läuft an diesem Zoo vorbei und begutachtet die Menschen. Besonders der Off-Sprecher weist erneut auf die Lukrativität des Eisbärengeschäftes hin. Vor allem, da die Touristensaison aufgrund des Klimawandels nun länger dauert. Die Bären sitzen aufgrund des längeren Sommers zusätzlich einen Monat dort fest. Die Wortwahl „feststecken“ (vgl. Sequenzanalyse) weist auf die Unausweichlichkeit der Situation hin, welche von den Touristen ausgenutzt wird. Implizit wird hier auf den Klimawandel hingewiesen, welcher jedoch nicht explizit genannt wird. Unterstützt wird die Beschreibung, dass der Bär neugierig ist und den ''Menschenzoo'' „besucht“, durch fröhliche Musik. Dass der Bär aufgrund des Klimawandels nicht über das Eis kann, wird somit relativiert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Bär setzt seinen Weg fort und läuft durch ein von Menschen besiedeltes Gebiet (44:11- 44:27). Wird ausschließlich das Bild betrachtet, so wirkt der Bär friedlich und einsam. Erst durch die Kommentare wird eine Bedrohung des Menschen durch den Bären erzeugt. Der Sprecher aus dem Off kommentiert eine Begegnung des Bären und des Menschen als „hässlich“. Was einen Angriff des Bären auf den Menschen andeutet oder einen Kampf zwischen beiden beschreibt. Begleitet wird dies durch deine spannungsaufbauende Musik und das Heulen von Hunden. Diese Szene weist somit erneut Aspekte eines Mensch-Tier-Verhältnisses auf, welches auf einer Überlegenheit des Menschen beruht und sich durch eine Einmischung des Menschen in den Lebensraum des Eisbären bezieht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Diese Dokumentation stellt somit den Menschen beim Eindringen in den Lebensraum des Eisbären dar. Dennoch wird immer wieder durch eine fröhliche Musik sowohl der Tourismus als auch der Klimawandel relativiert und als weniger schlimm beleuchtet. Zuletzt wird der Eisbär erneut als Bedrohung des Menschen dargestellt, indem er in besiedelte Regionen eindringt und Mensch und Tier bedroht (Vgl. Sequenzanalyse).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Beide Dokumentationen im Vergleich, lässt sich sagen, dass der Mensch als überlegen und vom Eisbären bedroht dargestellt wird. Wird in der ersten Dokumentation eine Differenz zwischen Bild und Gesagtem deutlich, so wird in der zweiten Dokumentation ein Kontrast zwischen der Musik, dem Gesagten und dem Gezeigten hervorgehoben. Besonders das Verschweigen des Klimawandels lässt sich in beiden Filmen wiederfinden. Der letzte Film lässt viele Leerstellen und bezieht das Verharren des Eisbären auf einen langen Sommer, nennt jedoch nicht namentlich den Klimawandel. Beide Dokumentationen stellen das Mensch-Eisbär-Verhältnis auf unterschiedliche Weise dar. Während „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbär in Not]]“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; sich in der Darstellung auf die Bedrohung des Menschen fokussiert, wird in „Der Eisbär“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=O'Brien, T. &amp;amp; Robertson, S. |Titel=Der Eisbär |Jahr=2012  |Produktionsfirma=Longest Summer Productions |Zeitangabe=42:35–46:41 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; der Eingriff des Menschen in die Lebenswelt des Eisbären thematisiert. Beide Darstellungen erfolgen auf unterschiedliche Weise und setzen unterschiedliche Kontraste.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Julia Schaberich</name></author>
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