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	<title>wiki.climate-thinking.de - Benutzerbeiträge [de]</title>
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		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller&amp;diff=2990</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller</title>
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		<updated>2021-10-15T10:38:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;'''Isabella Möller''' studiert Sport und Germanistik (L3) an der Universität Kassel.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Isabella Möller im Living Handbook ==&lt;br /&gt;
* Liste aller [[Spezial:Beiträge/Isabella Möller|Bearbeitungen von Isabella Möller]]&lt;br /&gt;
* Artikel von Isabella Möller:&lt;br /&gt;
** [[Die Verschleierung der Gewaltbeziehung zwischen Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm]]&lt;br /&gt;
** [[Das Verhältnis von Mensch und Eisbär im Dokumentarfilm]]&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
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		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2966</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-10-14T09:03:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung des Mensch-Eisbär-Verhältnisses in [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]].&lt;br /&gt;
Dem Eisbären wird in der heutigen Gesellschaft ein besonderer Stellenwert zugesprochen: Als exponiertes Symboltier steht er im Zentrum des Klimawandel-Diskurses. Dort steht er nicht nur in Verbindung mit der Eisschmelze, sondern auch im Zentrum der Mensch-Tier-Beziehung im Allgemeinen. Der folgende Artikel soll hierzu einen Überblick über die allgemeine Tier-Mensch-Beziehung geben, um darauf aufbauend das Mensch-Eisbär-Verhältnis und seine mediale Darstellung zu skizzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überblick zur Tier-Mensch-Beziehung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterschiedliche Inszenierungen von Tieren in Dokumentarfilmen sind das Ergebnis einer komplexen Wechselbeziehung zwischen der Natur, Kultur, Tieren und Menschen. Bereits bei der Betrachtung eines einzelnen dieser Begriffe wird deutlich, wie kontrastreich die menschliche Wahrnehmung sein kann: Die ‚Natur‘ als grundlegender Mengenbegriff für Lebewesen aller Art wird „im Alltag häufig sowohl als das Ursprüngliche oder Gute, aber auch als das Wilde und Bedrohliche beschrieben.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Sinne traten in der Vernetzung kultureller, religiöser oder sozialer Entwicklungen des Menschen unterschiedlichste Rollenzuweisungen an Tiere hervor: die des sorgebedürftigen Haustiers, die des Schauobjekts im Zoo und im Zirkus oder die des möglichst effizienten Fleischlieferanten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Diese Rollenzuweisungen gehen dabei immer vom Standpunkt des Menschen aus und sind nach seinen Bedürfnissen ausgerichtet. Dies ist das Resultat „[...] der höhergestellten Machtposition, die Menschen genießen, indem sie entscheiden, wann und wie sie ein Tier behandeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tier-Mensch-Beziehung ist demnach ein Abbild gesellschaftlicher Veränderungen und befindet sich schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend im Wandel: einerseits intensivieren sich die emotionale Verbindung zum Tier sowie Tierschutzbestrebungen, andererseits dehnen sich die Ausbeutung von Tieren und die Zerstörung ihrer Habitate aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mit der wachsenden Sichtbarkeit menschlichen Handelns, vollzieht sich eine vermehrt kritische Auseinandersetzung mit dem Mensch-Tier-Verhältnis. Verhandelt wird diese Kontroverse nicht nur realweltlich, sondern auch in der Kunst, Literatur und im Film.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis von Mensch und Eisbär verändert sich auf Grundlage der Entwicklung des Klimawandels zunehmend. Bereits Kinder werden in Bilderbüchern, wie beispielsweise Christina Hagens &amp;quot;Vom kleinen Eisbären dem es zu warm geworden ist&amp;quot;, mit Darstellungen von Mensch-Tier-Verhältnissen konfrontiert. Diese Darstellungen gehen jedoch in der Regel mit einer Vermenschlichung der Eisbären einher, sodass eine sogenannte Anthropomorphisierung stattfindet und damit eine Verharmlosung oder eine Verniedlichung der Tiere&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Buchner-Fuhs, J. |Titel=Tiere im Bilderbuch: Mediale Sozialisierung&lt;br /&gt;
und das Mensch-Tier-Verhältnis |Herausgeber*in= Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Sammelband=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer |Jahr=2015 |Seite=305 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch im Fernsehen nehmen Kinder bereits den Klimawandel wahr. So sehen sie schmelzende Pole, Eisbären auf Schollen und Visualisierung dieser Umstände im Fernsehen, auf Plakaten oder in Büchern. Ebenso erstellen Kinder ihr eigenes Wissen über Eisbären durch unterschiedliche Zoosendungen, welche durch eine weite Bildkultur die Genregrenzen verschwimmen lässt. Beispiele für diese Vermenschlichung sind Knut, der Eisbär&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Buchner-Fuhs, J. |Titel=Tiere im Bilderbuch: Mediale Sozialisierung und das Mensch-Tier-Verhältnis |Herausgeber*in= Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Sammelband=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer |Jahr=2015 |Seite=301 ff. }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder die Bilderbuchreihe von Lars de Beer &amp;quot;Lars, der kleine Eisbär&amp;quot;. In der Darstellung des Eisbären vereinen sich komplexe Widersprüchlichkeiten, die vom Kuschelbären Knut bis hin zum Eisbären als das „größte Landraubtier der Welt“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; reichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So entwickelt sich das Eisbär-Mensch-Verhältnis bereits von Kleinkindalter an und verändert sich im Laufe des Lebens, durch Filme, Bücher, Zoobesuche oder den Schulunterricht. Geprägt wird das Verhältnis von Mensch und Eisbär auch durch die Darstellung von Eisbären im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Eisbär im Dokumentarfilm===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär wird in Dokumentarfilmen auf unterschiedliche Weise und nach verschiedenen Schwerpunkten inszeniert. Je nach Dokumentarfilm steht die Untersuchung der Eisbärenpopulation  &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder das Leben der Bären bei schwindendem Eis im Zentrum der Betrachtung. Auch das Verhältnis von Mensch und Eisbär wird in Dokumentarfilmen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.  &lt;br /&gt;
In den folgenden drei Artikeln wird genauer aufgearbeitet, wie dieses Verhältnis in unterschiedlichen Dokumentarfilmen dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Eisbär-Forscher*innen-Verhältnis, dem [[Die Verschleierung der Gewaltbeziehung zwischen Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm|Eisbär-Inuit-Verhältnis]] und der [[Die gegenseitige Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm|gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch]]. In diesen Artikeln wird die Darstellung des Eisbär-Mensch-Verhältnisses mit Hilfe einer '''[[Multimodalität|multimodalen Filmanalyse]]''' untersucht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
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		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt&amp;diff=2610</id>
		<title>Benutzer:Julia Schaberich/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-09-26T15:47:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär im Dokumentarfilm==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Darstellung des Mensch-Eisbär-Verhältnisses in [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilmen]].&lt;br /&gt;
Dem Eisbären wird in der heutigen Gesellschaft ein besonderer Stellenwert zugesprochen: Als exponiertes Symboltier steht er im Zentrum des Klimawandel-Diskurses. Dort macht er nicht allein eine Aussage über die Eisschmelze, sondern auch über die Mensch-Tier-Beziehung im Allgemeinen. In diesem Diskurs stellt sich die Frage ob der Eisbär tatsächlich vom Aussterben bedroht ist und inwiefern der Mensch dazu seinen Beitrag leistet. Der folgende Artikel soll hierzu einen Überblick über die allgemeine Tier-Mensch-Beziehung geben, um darauf aufbauend das Mensch-Eisbär-Verhältnis und seine mediale Darstellung zu skizzieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Überblick zur Tier-Mensch-Beziehung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unterschiedliche Inszenierungen von Tieren in Dokumentarfilmen sind das Ergebnis einer ganzheitlich komplexen Wechselbeziehung zwischen der Natur, Kultur, Tier und Mensch. Bereits bei der Betrachtung eines herausgelösten Begriffs verdeutlicht sich, wie kontrastreich die menschliche Wahrnehmung sein kann: Die ›Natur‹ als grundlegender Mengenbegriff für Lebewesen aller Art wird „[…] im Alltag häufig sowohl als das Ursprüngliche oder Gute, aber auch als das Wilde und Bedrohliche beschrieben.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt; In diesem Sinne traten in der Vernetzung kultureller, religiöser oder sozialer Entwicklungen des Menschen unterschiedlichste Rollenzuweisungen des Tiers hervor: die des sorgebedürftigen Haustiers, die des Schauobjekts im Zoo und im Zirkus oder die des möglichst effizienten Fleischlieferanten.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt; Die Rollenzuweisungen des Tiers gehen dabei immer vom Standpunkt des Menschen aus und sind nach seinen Bedürfnissen ausgerichtet. Dies ist das Resultat „[...] der höhergestellten Machtposition, die Menschen genießen, indem sie entscheiden, wann und wie sie ein Tier behandeln.“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Ameli, K.|Titel= Multispezies-Ethnographie: Zur Methodik einer ganzheitlichen Erforschung von Mensch, Tier, Natur und Kultur|Ort= Bielefeld |Verlag=transcript-Verlag |Jahr=2021}}&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Tier-Mensch-Beziehung ist demnach ein Abbild gesellschaftlicher Veränderungen und scherte schon seit Beginn des 19. Jahrhunderts zunehmend aus: einerseits intensivieren sich die emotionale Verbindung zum Tier sowie Tierschutzbestrebungen, andererseits dehnen sich die Ausbeutung von Tieren und die Zerstörung ihrer Habitate aus.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  Mit der wachsenden Sichtbarkeit menschlichen Handelns, vollzieht sich eine vermehrt kritische Auseinandersetzung mit dem Mensch-Tier-Verhältnis. Verhandelt wird diese Kontroverse nicht nur realweltlich, sondern auch in der Kunst, Literatur und im Film.&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in= Kompatscher-Gufler, G.|Titel= Human-Animal Studies: eine Einführung für Studierende und Lehrende|Ort= Münster, New York| Verlag=Waxmann |Jahr=2017}}&amp;lt;/ref&amp;gt;  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Das Verhältnis von Mensch und Eisbär===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Verhältnis von Mensch und Eisbär wandelt sich auf Grundlage der Entwicklung des Klimawandels zunehmend. Bereits Kinder werden in Bilderbüchern mit Darstellungen von Mensch-Tier-Verhältnissen konfrontiert. Diese Darstellungen gehen jedoch in der Regel mit einer Vermenschlichung der Eisbären einher, sodass eine sogenannte Anthropomorphisierung stattfindet und damit eine Verharmlosung oder eine Verniedlichung der Tiere&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt;. Auch im Fernsehen nehmen Kinder bereits den Klimawandel wahr. So sehen sie schmelzende Pole, Eisbären auf Schollen und Visualisierung dieser Umstände im Fernsehen, auf Plakaten oder in Büchern. Ebenso erstellen Kinder ihr eigenes Wissen über Eisbären durch unterschiedliche Zoosendungen, welche durch eine weite Bildkultur die Genregrenzen verschwimmen lässt. Als Beispiel dieser Vermenschlichung durch das Fernsehen sind Knut, der Eisbär &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Literatur|Autor*in=Brucker, R. Bujik ,M. Mütherich, B. Seeliger, M. &amp;amp; Thieme, F. |Titel=Das Mensch-Tier-Verhältnis: Eine sozialwissenschaftliche Einführung |Ort=Wiesbaden |Verlag=Springer Fachmedien |Jahr=2015 }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder &amp;quot;Lars, der kleine Eisbär&amp;quot;. In der Darstellung des Eisbären vereinen sich komplexe Widersprüchlichkeiten, die vom Kuschelbären Knut bis hin zum Eisbären als das „größte Landraubtier der Welt“&amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; reichen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So entwickelt sich das Eisbär-Mensch-Verhältnis bereits von Kleinkindalter an und verändert sich im Laufe des Lebens, durch Filme, Bücher, Zoobesuche oder Schulunterricht. Geprägt wird das Verhältnis von Mensch und Eisbär auch durch die Darstellung von Eisbären im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Der Eisbär im Dokumentarfilm===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Eisbär wird in Dokumentarfilmen auf unterschiedliche Weise und nach verschiedenen Schwerpunkten inszeniert. Je nach Dokumentarfilm steht die Untersuchung der Eisbärenpopulation  &amp;lt;ref&amp;gt;{{Quellen-Film|Produzent*in=Dammertz, T., Gerisch, C., Kindler, A. |Titel=Der Eisbär in Not? |Jahr=2014 |Produktionsland=Manitoba |Produktionsfirma=Spiegel TV }}&amp;lt;/ref&amp;gt; oder das Leben der Bären bei schwindendem Eis im Zentrum der Betrachtung. Auch das Verhältnis von Mensch und Eisbär wird in Dokumentarfilmen aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.  &lt;br /&gt;
In drei spezifizierenden Artikeln soll aufgearbeitet werden, wie das Eisbär-Mensch-Verhältnis in unterschiedlichen Dokumentarfilmen dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Eisbär-Forscher*innen-Verhältnis, dem [[Die Verschleierung der Gewaltbeziehung zwischen Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm|Eisbär-Inuit-Verhältnis]] und der [[Die gegenseitige Bedrohung von Eisbär und Mensch im Dokumentarfilm|gegenseitigen Bedrohung von Eisbär und Mensch]]. In diesen Artikeln wird die Darstellung des Eisbär-Mensch-Verhältnisses in verschiedenen Dokumentarfilmen mit Hilfe einer '''[[Multimodalität|multimodalen Filmanalyse]]''' beschrieben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==Belege==&lt;br /&gt;
&amp;lt;references responsive /&amp;gt;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in den Dokumentarfilmen  „[[Eisbär in Not?]]“ (2014) und „[[17.000 Kilometer KANADA|17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben]]“ (2015).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) titelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären dem WWF nach gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner*innen (Inuit). Weiterhin weist der WWF darauf hin, dass die Eisbären  in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung suchen und sich so immer mehr Wohnhäusern nähern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner*innen führt. Zugleich sehen diese den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt; So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] „Eisbär in Not?“ (2014) und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) diese Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet laut dem digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache eine Art der Macht und Befugnis, über jemanden oder etwas zu bestimmen. Dies impliziert die Macht, etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die intendierte Gewalt im Dokumentarfilm so zu darzustellen, dass die wahren Intentionen (der Gewalt) nur schwer zu erkennen sind. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Off-Kommentare und/oder im Rahmen visueller bzw. anderer auditiver [[Multimodalität|Modalitäten]] geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen darauf hin untersucht, wie das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten inszeniert ist. Die Analyse erfolgt auf Basis eines multimodalen Transkriptes, das visuelle und auditive Elemente gleichermaßen berücksichtigt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Eisbär in Not?“ (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 06:21 bis 07:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Eisbär in Not?“ (2014) untersucht. Die erste Szene zeigt dabei die Jagd der Inuit als kulturelle Tradition. In der zweiten Szene geht es um die Sicht der Inuit auf die Eisbärenjagd.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Sequenz dafür in drei Szenen unterteilt. Die multimodale Transkription als Basis für die folgende Sequenzanalyse ist unter diesem [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_moeller_analyse1.pdf Hyperlink] verfügbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 06:21–07:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:21–06:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (06:21–06:34) handelt von den Einwohner*innen der Inuit. Es wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme aus dem Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich die Rezipierenden selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte traditionelle Eisbärenjagd durch die auf diese Weise induzierte neutrale Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:35–06:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (06:35–06:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die eingespielte Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Wind-Geräusche und den Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen sowie Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:55–07:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (06:55–07:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit hebt die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ hervor und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Da die Bilder aus der Szene kurz zuvor Bilder von einem erlegten Eisbären mit vier Pfeilen im Körper gezeigt haben, entsteht ein kritischer Eindruck dieser Aussage. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off zwar auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird aber keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig ist weiterhin der Moment, in dem der Jäger die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. Denn parallel zu dessen Äußerungen wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird also visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner*innen, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, wodurch Mitgefühl für die Inuit geweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass in dieser ersten Szene eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären dargestellt ist, die von den Inuit ausgeht und diese dadurch legitimiert wird, dass die Inuit die Eisbärenjagd zum Überleben brauchen und es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen der Folgen des Klimawandels wird dies jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar bleibt allerdings neutral und trägt so zur Plausibilisierung der Position des Inuit bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48–13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48–13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund, welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, die sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier sind das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt: „Trophäenjäger“. Diese ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in die Leere starrenden Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die neutrale Positionierung bricht. Auch durch die Verwendung visueller Mittel entsteht mit Blick auf die Eisbärenjagd ein negativer Eindruck. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche zwar neutral, multimodal finden sich aber mehrere Hinweise darauf, die an den guten Ansichten des Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis in „Eisbär in Not?“ (2014) ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Der Dokumentarfilm stellt den Inuit dabei als eine zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Sequenz (22:26–23:20) geht es um die Einstellung der Einwohner*innen und des Bürgermeisters gegenüber der Eisbärenjagd, welche in der zweiten Szene (23:51–24:33) durch den Bürgermeister noch einmal verdeutlicht wird. Hierbei werden die visuellen und auditiven Modalitäten unterschiedlich gewichtet. Die multimodale Transkription als Basis für die folgende Sequenzanalyse ist unter diesem [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_moeller_analyse2.pdf Hyperlink] verfügbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26–23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26–23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner*innen diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zu „Eisbär in Not?“ nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist […]“; „Ihr glaubt trotzdem […]“; „Ihr Europäer glaubt echt alles“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Stimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung erscheint zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister ins Bild kommt, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der „beste Jäger im Arktischen Norden“ seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarzer zu weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend, da sie ein beunruhigendes und sehr hektisches Bild aufwerfen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Aussagen des Inuit inhaltlich zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51–24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51–24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („[...] und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit, indem er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. In der Analyse beider Filme wurde somit deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragenswert ist. In der ersten Dokumentation „Eisbär in Not?“ (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit durch die multimodale Darstellung in beiden Filmen als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären angesehen werden kann. Somit ist der Eisbär nicht nur durch den Klimawandel bedroht, sondern gerät zusätzlich in Konflikt mit den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2416</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2416"/>
		<updated>2021-07-28T12:30:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in den Dokumentarfilmen  „[[Eisbär in Not?]]“ (2014) und „[[17.000 Kilometer KANADA|17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben]]“ (2015).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) titelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären dem WWF nach gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner*innen (Inuit). Weiterhin weist der WWF darauf hin, dass die Eisbären  in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung suchen und sich so immer mehr Wohnhäusern nähern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner*innen führt. Zugleich sehen diese den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt; So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] „Eisbär in Not?“ (2014) und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) diese Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet laut dem digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache eine Art der Macht und Befugnis, über jemanden oder etwas zu bestimmen. Dies impliziert die Macht, etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die intendierte Gewalt im Dokumentarfilm so zu darzustellen, dass die wahren Intentionen (der Gewalt) nur schwer zu erkennen sind. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Off-Kommentare und/oder im Rahmen visueller bzw. anderer auditiver [[Multimodalität|Modalitäten]] geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen darauf hin untersucht, wie das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten inszeniert ist. Die Analyse erfolgt auf Basis eines multimodalen Transkriptes, das visuelle und auditive Elemente gleichermaßen berücksichtigt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Eisbär in Not?“ (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 06:21 bis 07:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Eisbär in Not?“ (2014) untersucht. Die erste Szene zeigt dabei die Jagd der Inuit als kulturelle Tradition. In der zweiten Szene geht es um die Sicht der Inuit auf die Eisbärenjagd.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Sequenz dafür in drei Szenen unterteilt. Die multimodale Transkription als Basis für die die folgende Sequenzanalyse ist unter diesem [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_moeller_analyse1.pdf Hyperlink] verfügbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 06:21–07:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:21–06:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (06:21–06:34) handelt von den Einwohner*innen der Inuit. Es wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme aus dem Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich die Rezipierenden selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte traditionelle Eisbärenjagd durch die auf diese Weise induzierte neutrale Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:35–06:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (06:35–06:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die eingespielte Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Wind-Geräusche und den Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen sowie Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:55–07:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (06:55–07:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit hebt die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ hervor und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Da die Bilder aus der Szene kurz zuvor Bilder von einem erlegten Eisbären mit vier Pfeilen im Körper gezeigt haben, entsteht ein kritischer Eindruck dieser Aussage. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off zwar auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird aber keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig ist weiterhin der Moment, in dem der Jäger die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. Denn parallel zu dessen Äußerungen wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird also visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner*innen, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, wodurch Mitgefühl für die Inuit geweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass in dieser ersten Szene eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären dargestellt ist, die von den Inuit ausgeht und diese dadurch legitimiert wird, dass die Inuit die Eisbärenjagd zum Überleben brauchen und es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen der Folgen des Klimawandels wird dies jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar bleibt allerdings neutral und trägt so zur Plausibilisierung der Position des Inuit bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48–13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48–13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund, welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, die sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier sind das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt: „Trophäenjäger“. Diese ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in die Leere starrenden Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die neutrale Positionierung bricht. Auch durch die Verwendung visueller Mittel entsteht mit Blick auf die Eisbärenjagd ein negativer Eindruck. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche zwar neutral, multimodal finden sich aber mehrere Hinweise darauf, die an den guten Ansichten des Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis in „Eisbär in Not?“ (2014) ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Der Dokumentarfilm stellt den Inuit dabei als eine zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Sequenz (22:26–23:20) geht es um die Einstellung der Einwohner*innen und des Bürgermeisters gegenüber der Eisbärenjagd, welche in der zweiten Szene (23:51–24:33) durch den Bürgermeister noch einmal verdeutlicht wird. Hierbei werden die visuellen und auditiven Modalitäten unterschiedlich gewichtet. Die multimodale Transkription als Basis für die die folgende Sequenzanalyse ist unter diesem [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_moeller_analyse2.pdf Hyperlink] verfügbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26–23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26–23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner*innen diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zu „Eisbär in Not?“ nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist […]“; „Ihr glaubt trotzdem […]“; „Ihr Europäer glaubt echt alles“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Stimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung erscheint zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister ins Bild kommt, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der „beste Jäger im Arktischen Norden“ seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarzer zu weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend, da sie ein beunruhigendes und sehr hektisches Bild aufwerfen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Aussagen des Inuit inhaltlich zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51–24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51–24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („[...] und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit, indem er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. In der Analyse beider Filme wurde somit deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragenswert ist. In der ersten Dokumentation „Eisbär in Not?“ (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit durch die multimodale Darstellung in beiden Filmen als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären angesehen werden kann. Somit ist der Eisbär nicht nur durch den Klimawandel bedroht, sondern gerät zusätzlich in Konflikt mit den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2415</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-28T12:27:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in den Dokumentarfilmen  „[[Eisbär in Not?]]“ (2014) und „[[17.000 Kilometer KANADA|17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben]]“ (2015).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) titelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären dem WWF nach gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner*innen (Inuit). Weiterhin weist der WWF darauf hin, dass die Eisbären  in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung suchen und sich so immer mehr Wohnhäusern nähern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner*innen führt. Zugleich sehen diese den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] „Eisbär in Not?“ (2014) und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) diese Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet laut dem digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache eine Art der Macht und Befugnis, über jemanden oder etwas zu bestimmen. Dies impliziert die Macht, etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;. Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die intendierte Gewalt im Dokumentarfilm so zu darzustellen, dass die wahren Intentionen (der Gewalt) nur schwer zu erkennen sind. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Off-Kommentare und/oder im Rahmen visueller bzw. anderer auditiver [[Multimodalität|Modalitäten]] geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen darauf hin untersucht, wie das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten inszeniert ist. Die Analyse erfolgt auf Basis eines multimodalen Transkriptes, das visuelle und auditive Elemente gleichermaßen berücksichtigt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Eisbär in Not?“ (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 06:21 bis 07:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Eisbär in Not?“ (2014) untersucht. Die erste Szene zeigt dabei die Jagd der Inuit als kulturelle Tradition. In der zweiten Szene geht es um die Sicht der Inuit auf die Eisbärenjagd.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Sequenz dafür in drei Szenen unterteilt. Die multimodale Transkription als Basis für die die folgende Sequenzanalyse ist unter diesem [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_moeller_analyse1.pdf Hyperlink] verfügbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 06:21–07:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:21–06:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (06:21–06:34) handelt von den Einwohner*innen der Inuit. Es wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme aus dem Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich die Rezipierenden selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte traditionelle Eisbärenjagd durch die auf diese Weise induzierte neutrale Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:35–06:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (06:35–06:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die eingespielte Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Wind-Geräusche und den Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen sowie Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:55–07:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (06:55–07:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit hebt die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ hervor und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Da die Bilder aus der Szene kurz zuvor Bilder von einem erlegten Eisbären mit vier Pfeilen im Körper gezeigt haben, entsteht ein kritischer Eindruck dieser Aussage. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off zwar auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird aber keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig ist weiterhin der Moment, in dem der Jäger die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. Denn parallel zu dessen Äußerungen wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird also visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner*innen, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, wodurch Mitgefühl für die Inuit geweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass in dieser ersten Szene eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären dargestellt ist, die von den Inuit ausgeht und diese dadurch legitimiert wird, dass die Inuit die Eisbärenjagd zum Überleben brauchen und es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen der Folgen des Klimawandels wird dies jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar bleibt allerdings neutral und trägt so zur Plausibilisierung der Position des Inuit bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48–13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48–13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund, welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, die sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier sind das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt: „Trophäenjäger“. Diese ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in die Leere starrenden Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die neutrale Positionierung bricht. Auch durch die Verwendung visueller Mittel entsteht mit Blick auf die Eisbärenjagd ein negativer Eindruck. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche zwar neutral, multimodal finden sich aber mehrere Hinweise darauf, die an den guten Ansichten des Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis in „Eisbär in Not?“ (2014) ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Der Dokumentarfilm stellt den Inuit dabei als eine zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Sequenz (22:26–23:20) geht es um die Einstellung der Einwohner*innen und des Bürgermeisters gegenüber der Eisbärenjagd, welche in der zweiten Szene (23:51–24:33) durch den Bürgermeister noch einmal verdeutlicht wird. Hierbei werden die visuellen und auditiven Modalitäten unterschiedlich gewichtet. Die multimodale Transkription als Basis für die die folgende Sequenzanalyse ist unter diesem [https://felixwoitkowski.files.wordpress.com/2021/07/lhct_moeller_analyse2.pdf Hyperlink] verfügbar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26–23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26–23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner*innen diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zu „Eisbär in Not?“ nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist […]“; „Ihr glaubt trotzdem […]“; „Ihr Europäer glaubt echt alles“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Stimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung erscheint zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister ins Bild kommt, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der „beste Jäger im Arktischen Norden“ seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarzer zu weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend, da sie ein beunruhigendes und sehr hektisches Bild aufwerfen&amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Aussagen des Inuit inhaltlich zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51–24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51–24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („[...] und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit, indem er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. In der Analyse beider Filme wurde somit deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragenswert ist. In der ersten Dokumentation „Eisbär in Not?“ (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit durch die multimodale Darstellung in beiden Filmen als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären angesehen werden kann. Somit ist der Eisbär nicht nur durch den Klimawandel bedroht, sondern gerät zusätzlich in Konflikt mit den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
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		<updated>2021-07-27T14:10:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in den Dokumentarfilmen  „[[Eisbär in Not?]]“ (2014) und „[[17.000 Kilometer KANADA|17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben]]“ (2015).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) titelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären dem WWF nach gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner*innen (Inuit). Weiterhin weist der WWF darauf hin, dass die Eisbären  in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung suchen und sich so immer mehr Wohnhäusern nähern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner*innen führt. Zugleich sehen diese den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) diese Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet laut dem digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache eine Art der Macht und Befugnis, über jemanden oder etwas zu bestimmen. Dies impliziert die Macht, etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die intendierte Gewalt im Dokumentarfilm so zu darzustellen, dass die wahren Intentionen (der Gewalt) nur schwer zu erkennen sind. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Off-Kommentare und/oder im Rahmen visueller bzw. anderer auditiver [[Multimodalität|Modalitäten]] geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen darauf hin untersucht, wie das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten inszeniert ist. Die Analyse erfolgt auf Basis eines multimodalen Transkriptes, das visuelle und auditive Elemente gleichermaßen berücksichtigt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 06:21 bis 07:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) untersucht. Die erste Szene zeigt dabei die Jagd der Inuit als kulturelle Tradition. In der zweiten Szene geht es um die Sicht der Inuit auf die Eisbärenjagd.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Sequenz dafür in drei Szenen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 06:21–07:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:21–06:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (06:21–06:34) handelt von den Einwohner*innen der Inuit. Es wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme aus dem Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich die Rezipierenden selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte traditionelle Eisbärenjagd durch die auf diese Weise induzierte neutrale Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:35–06:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (06:35–06:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die eingespielte Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Wind-Geräusche und den Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:55–07:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (06:55–07:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit hebt die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ hervor und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Da die Bilder aus der Szene kurz zuvor Bilder von einem erlegten Eisbären mit vier Pfeilen im Körper gezeigt haben, entsteht ein kritischer Eindruck dieser Aussage. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off zwar auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird aber keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig ist weiterhin der Moment, in dem der Jäger die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. Denn parallel zu dessen Äußerungen wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird also visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner*innen, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, wodurch Mitgefühl für die Inuit geweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass in dieser ersten Szene eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären dargestellt ist, die von den Inuit ausgeht und diese dadurch legitimiert wird, dass die Inuit die Eisbärenjagd zum Überleben brauchen und es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen der Folgen des Klimawandels wird dies jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar bleibt allerdings neutral und trägt so zur Plausibilisierung der Position des Inuit bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48–13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48–13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund, welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, die sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier sind das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt: „Trophäenjäger“. Diese ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in die Leere starrenden Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die neutrale Positionierung bricht. Auch durch die Verwendung visueller Mittel entsteht mit Blick auf die Eisbärenjagd ein negativer Eindruck. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche zwar neutral, multimodal finden sich aber mehrere Hinweise darauf, die an den guten Ansichten des Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis in „Eisbär in Not?“ (2014) ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Der Dokumentarfilm stellt den Inuit dabei als eine zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Sequenz (22:26–23:20) geht es um die Einstellung der Einwohner*innen und des Bürgermeisters gegenüber der Eisbärenjagd, welche in der zweiten Szene (23:51–24:33) durch den Bürgermeister allein noch einmal verdeutlicht wird. Hierbei werden die visuellen und auditiven Modalitäten unterschiedlich gewichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26–23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26–23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner*innen diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zu „Eisbär in Not?“ nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist […]“; „Ihr glaubt trotzdem […]“; „Ihr Europäer glaubt echt alles“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Stimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung erscheint zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister ins Bild kommt, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der „beste Jäger im Arktischen Norden“ seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarzer zu weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend, da sie ein beunruhigendes hektisches Bild aufwerfen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Aussagen des Inuit inhaltlich zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51–24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51–24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („[...] und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit, indem er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als Gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. In der Analyse beider Filme wurde somit deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragenswert ist. In der ersten Dokumentation „Eisbär in Not?“ (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit durch die multimodale Darstellung in beiden Filmen als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären angesehen werden kann. Somit ist der Eisbär nicht nur durch den Klimawandel bedroht, sondern gerät zusätzlich in Konflikt mit den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2411</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2411"/>
		<updated>2021-07-27T14:09:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in den Dokumentarfilmen  „[[Eisbär in Not?]]“ (2014) und „[[17.000 Kilometer KANADA|17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben]]“ (2015).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) titelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären dem WWF nach gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner*innen (Inuit). Weiterhin weist der WWF darauf hin, dass die Eisbären  in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung suchen und sich so immer mehr Wohnhäusern nähern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner*innen führt. Zugleich sehen diese den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) diese Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet laut dem digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache eine Art der Macht und Befugnis, über jemanden oder etwas zu bestimmen. Dies impliziert die Macht, etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die intendierte Gewalt im Dokumentarfilm so zu darzustellen, dass die wahren Intentionen (der Gewalt) nur schwer zu erkennen sind. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Off-Kommentare und/oder im Rahmen visueller bzw. anderer auditiver [[Multimodalität|Modalitäten]] geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen darauf hin untersucht, wie das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten inszeniert ist. Die Analyse erfolgt auf Basis eines multimodalen Transkriptes, das visuelle und auditive Elemente gleichermaßen berücksichtigt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 06:21 bis 07:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) untersucht. Die erste Szene zeigt dabei die Jagd der Inuit als kulturelle Tradition. In der zweiten Szene geht es um die Sicht der Inuit auf die Eisbärenjagd.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Sequenz dafür in drei Szenen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 06:21–07:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:21–06:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (06:21–06:34) handelt von den Einwohner*innen der Inuit. Es wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme aus dem Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich die Rezipierenden selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte traditionelle Eisbärenjagd durch die auf diese Weise induzierte neutrale Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:35–06:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (06:35–06:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die eingespielte Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Wind-Geräusche und den Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:55–07:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (06:55–07:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit hebt die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ hervor und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Da die Bilder aus der Szene kurz zuvor Bilder von einem erlegten Eisbären mit vier Pfeilen im Körper gezeigt haben, entsteht ein kritischer Eindruck dieser Aussage. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off zwar auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird aber keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig ist weiterhin der Moment, in dem der Jäger die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. Denn parallel zu dessen Äußerungen wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird also visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner*innen, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, wodurch Mitgefühl für die Inuit geweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass in dieser ersten Szene eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären dargestellt ist, die von den Inuit ausgeht und diese dadurch legitimiert wird, dass die Inuit die Eisbärenjagd zum Überleben brauchen und es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen der Folgen des Klimawandels wird dies jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar bleibt allerdings neutral und trägt so zur Plausibilisierung der Position des Inuit bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48–13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48–13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund, welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, die sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier sind das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt: „Trophäenjäger“. Diese ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in die Leere starrenden Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die neutrale Positionierung bricht. Auch durch die Verwendung visueller Mittel entsteht mit Blick auf die Eisbärenjagd ein negativer Eindruck. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche zwar neutral, multimodal finden sich aber mehrere Hinweise darauf, die an den guten Ansichten des Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis in „Eisbär in Not?“ (2014) ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Der Dokumentarfilm stellt den Inuit dabei als eine zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Sequenz (22:26–23:20) geht es um die Einstellung der Einwohner*innen und des Bürgermeisters gegenüber der Eisbärenjagd, welche in der zweiten Szene (23:51–24:33) durch den Bürgermeister allein noch einmal verdeutlicht wird. Hierbei werden die visuellen und auditiven Modalitäten unterschiedlich gewichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26–23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26–23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner*innen diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zu „Eisbär in Not?“ nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist […]“; „Ihr glaubt trotzdem […]“; „Ihr Europäer glaubt echt alles“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Stimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung erscheint zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister ins Bild kommt, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der „beste Jäger im Arktischen Norden“ seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarzer zu weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend, da sie ein beunruhigendes hektisches Bild aufwerfen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Aussagen des Inuit inhaltlich zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51–24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51–24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („[...] und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit, indem er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als Gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. In der Analyse beider Filme wurde somit deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragenswert ist. In der ersten Dokumentation „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit durch die multimodale Darstellung in beiden Filmen als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären angesehen werden kann. Somit ist der Eisbär nicht nur durch den Klimawandel bedroht, sondern gerät zusätzlich in Konfliktlinien mit den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2410</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-27T13:58:36Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in den Dokumentarfilmen  „[[Eisbär in Not?]]“ (2014) und „[[17.000 Kilometer KANADA|17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben]]“ (2015).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären dem WWF nach gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner*innen (Inuit). Weiterhin postuliert der WWF, dass die Eisbären  in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung suchen und sich so immer mehr Wohnhäusern nähern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner*innen führt. Zugleich sehen diese den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) diese Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet laut dem digitalen Wörterbuch der Sprache eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die intendierte Gewalt im Dokumentarfilm so zu darzustellen, dass die wahren Intentionen (der Gewalt) nur schwer zu erkennen sind. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Off-Kommentare und/oder im Rahmen visueller bzw. anderer auditiver [[Multimodalität|Modalitäten]] geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen darauf hin untersucht, wie das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten inszeniert ist. Die Analyse erfolgt auf Basis eines multimodalen Transkriptes, das visuelle und auditive Elemente gleichermaßen berücksichtigt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 06:21 bis 07:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) untersucht. Die erste Szene zeigt dabei die Jagd der Inuit als kulturelle Tradition und in der zweiten Szene geht es um die Sicht der Inuit auf die Eisbärenjagd.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 06:21–07:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:21–06:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (06:21–06:34) handelt von den Einwohner*innen der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme aus dem Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte traditionelle Eisbärenjagd durch die auf diese Weise induzierte neutrale Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor.&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:35–06:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (06:35–06:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die eingespielte Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Wind-Geräusche und den Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:55–07:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (06:55–07:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit hebt die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ hervor und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Da die Bilder aus der Szene kurz zuvor Bilder von einem erlegten Eisbären mit vier Pfeilen im Körper gezeigt haben, entsteht ein kritischer Eindruck dieser Aussage. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off zwar auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird aber keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig ist weiterhin der Moment, in dem der Jäger die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. Denn parallel zu dessen Äußerungen wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird also visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner*innen, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit geweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass in dieser ersten Szene eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären dargestellt ist, die von den Inuit ausgeht und diese dadurch legitimiert wird, dass die Inuit die Eisbärenjagd zum Überleben brauchen und es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen der Folgen des Klimawandels wird dies jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar bleibt allerdings neutral und trägt so zur Plausibilisierung der Position des Inuit bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48–13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48–13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund, welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, die sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt: „Trophäenjäger“. Diese ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in die Leere starrenden Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die neutrale Positionierung bricht. Auch durch die Verwendung visueller Mittel entsteht mit Blick auf die Eisbärenjagd ein negativer Eindruck. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche zwar neutral, multimodal finden sich aber mehrere Hinweise darauf, die an den guten Ansichten des Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis in „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Der Dokumentarfilm stellt den Inuit dabei als eine zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Sequenz (22:26–23:20) geht es um die Einstellung der Einwohner*innen und des Bürgermeisters gegenüber der Eisbärenjagd, welche in der zweiten Szene (23:51–24:33) durch den Bürgermeister allein noch einmal verdeutlicht wird. Hierbei werden die visuellen und auditiven Modalitäten unterschiedlich gewichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26–23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26–23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner*innen diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zu „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist […]“; „Ihr glaubt trotzdem […]“; „Ihr Europäer glaubt echt alles“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Stimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung erscheint zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister ins Bild kommt, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der &amp;quot;beste Jäger im Arktischen Norden&amp;quot; seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarzer zu weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend, da sie ein beunruhigendes hektisches Bild aufwerfen.&amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Aussagen des Inuit inhaltlich zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51–24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51–24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („[...] und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit, indem er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als Gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. In der Analyse beider Filme wurde somit deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragenswert ist. In der ersten Dokumentation „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit durch die multimodale Darstellung in beiden Filmen als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären angesehen werden kann. Somit ist der Eisbär nicht nur durch den Klimawandel bedroht, sondern gerät zusätzlich in Konfliktlinien mit den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
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		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-27T13:56:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in den Dokumentarfilmen  „[[Eisbär in Not?]]“ (2014) und „[[17.000 Kilometer KANADA|17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben]]“ (2015).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären dem WWF nach gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner*innen (Inuit). Weiterhin postuliert der WWF, dass die Eisbären  in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung suchen und sich so immer mehr Wohnhäusern nähern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner*innen führt. Zugleich sehen diese den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) diese Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet laut dem digitalen Wörterbuch der Sprache eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die intendierte Gewalt im Dokumentarfilm so zu darzustellen, dass die wahren Intentionen (der Gewalt) nur schwer zu erkennen sind. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Off-Kommentare und/oder im Rahmen visueller bzw. anderer auditiver [[Multimodalität|Modalitäten]] geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen darauf hin untersucht, wie das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten inszeniert ist. Die Analyse erfolgt auf Basis eines multimodalen Transkriptes, das visuelle und auditive Elemente gleichermaßen berücksichtigt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 06:21 bis 07:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) untersucht. Die erste Szene zeigt dabei die Jagd der Inuit als kulturelle Tradition und in der zweiten Szene geht es um die Sicht der Inuit auf die Eisbärenjagd.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 06:21–07:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:21–06:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (06:21–06:34) handelt von den Einwohner*innen der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme aus dem Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte traditionelle Eisbärenjagd durch die auf diese Weise induzierte neutrale Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor. &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:35–06:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (06:35–06:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die eingespielte Musik &amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Wind-Geräusche und den Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:55–07:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (06:55–07:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit hebt die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ hervor und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Da die Bilder aus der Szene kurz zuvor Bilder von einem erlegten Eisbären mit vier Pfeilen im Körper gezeigt haben, entsteht ein kritischer Eindruck dieser Aussage. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off zwar auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird aber keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig ist weiterhin der Moment, in dem der Jäger die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. Denn parallel zu dessen Äußerungen wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird also visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner*innen, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit geweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass in dieser ersten Szene eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären dargestellt ist, die von den Inuit ausgeht und diese dadurch legitimiert wird, dass die Inuit die Eisbärenjagd zum Überleben brauchen und es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen der Folgen des Klimawandels wird dies jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar bleibt allerdings neutral und trägt so zur Plausibilisierung der Position des Inuit bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48–13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48–13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund, welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, die sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt: „Trophäenjäger“. Diese ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in die Leere starrenden Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die neutrale Positionierung bricht. Auch durch die Verwendung visueller Mittel entsteht mit Blick auf die Eisbärenjagd ein negativer Eindruck. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche zwar neutral, multimodal finden sich aber mehrere Hinweise darauf, die an den guten Ansichten des Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis in „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Der Dokumentarfilm stellt den Inuit dabei als eine zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Sequenz (22:26–23:20) geht es um die Einstellung der Einwohner*innen und des Bürgermeisters gegenüber der Eisbärenjagd, welche in der zweiten Szene (23:51–24:33) durch den Bürgermeister allein noch einmal verdeutlicht wird. Hierbei werden die visuellen und auditiven Modalitäten unterschiedlich gewichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26–23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26–23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner*innen diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zu „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist […]“; „Ihr glaubt trotzdem […]“; „Ihr Europäer glaubt echt alles“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Stimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung erscheint zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister ins Bild kommt, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der &amp;quot;beste Jäger im Arktischen Norden&amp;quot; seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarzer zu weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend, da sie ein beunruhigendes hektisches Bild aufwerfen.  &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Aussagen des Inuit inhaltlich zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51–24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51–24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („[...] und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit, indem er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als Gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. In der Analyse beider Filme wurde somit deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragenswert ist. In der ersten Dokumentation „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit durch die multimodale Darstellung in beiden Filmen als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären angesehen werden kann. Somit ist der Eisbär nicht nur durch den Klimawandel bedroht, sondern gerät zusätzlich in Konfliktlinien mit den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2378</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2378"/>
		<updated>2021-07-23T19:15:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in den Dokumentarfilmen  „[[Eisbär in Not?]]“ (2014) und „[[17.000 Kilometer KANADA|17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben]]“ (2015).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären dem WWF nach gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner*innen (Inuit). Weiterhin postuliert der WWF, dass die Eisbären  in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung suchen und sich so immer mehr Wohnhäusern nähern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner*innen führt. Zugleich sehen diese den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) diese Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet laut dem digitalen Wörterbuch der Sprache eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die intendierte Gewalt im Dokumentarfilm so zu darzustellen, dass die wahren Intentionen (der Gewalt) nur schwer zu erkennen sind. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Off-Kommentare und/oder im Rahmen visueller bzw. anderer auditiver [[Multimodalität|Modalitäten]] geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen darauf hin untersucht, wie das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten inszeniert ist. Die Analyse erfolgt auf Basis eines multimodalen Transkriptes, das visuelle und auditive Elemente gleichermaßen berücksichtigt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 06:21 bis 07:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) untersucht. Die erste Szene zeigt dabei die Jagd der Inuit als kulturelle Tradition und in der zweiten Szene geht es um die Sicht der Inuit auf die Eisbärenjagd.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 06:21–07:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:21–06:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (06:21–06:34) handelt von den Einwohner*innen der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme aus dem Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte traditionelle Eisbärenjagd durch die auf diese Weise induzierte neutrale Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor. &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:35–06:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (06:35–06:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die eingespielte Musik &amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Wind-Geräusche und den Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:55–07:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (06:55–07:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit hebt die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ hervor und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Da die Bilder aus der Szene kurz zuvor Bilder von einem erlegten Eisbären mit vier Pfeilen im Körper gezeigt haben, entsteht ein kritischer Eindruck dieser Aussage. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off zwar auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird aber keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig ist weiterhin der Moment, in dem der Jäger die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. Denn parallel zu dessen Äußerungen wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird also visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner*innen, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit geweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass in dieser ersten Szene eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären dargestellt ist, die von den Inuit ausgeht und diese dadurch legitimiert wird, dass die Inuit die Eisbärenjagd zum Überleben brauchen und es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen der Folgen des Klimawandels wird dies jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar bleibt allerdings neutral und trägt so zur Plausibilisierung der Position des Inuit bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48–13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48–13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund, welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, die sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt: „Trophäenjäger“. Diese ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in die Leere starrenden Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die neutrale Positionierung bricht. Auch durch die Verwendung visueller Mittel entsteht mit Blick auf die Eisbärenjagd ein negativer Eindruck. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche zwar neutral, multimodal finden sich aber mehrere Hinweise darauf, die an den guten Ansichten des Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis in „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Der Dokumentarfilm stellt den Inuit dabei als eine zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Sequenz (22:26–23:20) geht es um die Einstellung der Einwohner*innen und des Bürgermeisters gegenüber der Eisbärenjagd, welche in der zweiten Szene (23:51–24:33) durch den Bürgermeister allein noch einmal verdeutlicht wird. Hierbei werden die visuellen und auditiven Modalitäten unterschiedlich gewichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26–23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26–23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner*innen diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zu „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Stimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung erscheint zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister ins Bild kommt, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der &amp;quot;beste Jäger im Arktischen Norden&amp;quot; seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarzer zu weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend, da sie ein beunruhigendes hektisches Bild aufwerfen.  &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Aussagen des Inuit inhaltlich zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51–24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51–24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit, indem er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als Gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. In der Analyse beider Filme wurde somit deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragenswert ist. In der ersten Dokumentation „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit durch die multimodale Darstellung in beiden Filmen als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären angesehen werden kann. Somit ist der Eisbär nicht nur durch den Klimawandel bedroht, sondern gerät zusätzlich in Konfliktlinien mit den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2374</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-21T17:41:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in den Dokumentarfilmen  „[[Eisbär in Not?]]“ (2014) und „[[17.000 Kilometer KANADA|17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben]]“ (2015).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner*innen (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner*innen führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) diese Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet laut dem digitalen Wörterbuch der Sprache eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die intendierte Gewalt im Dokumentarfilm so zu darzustellen, dass die wahren Intentionen (der Gewalt) nur schwer zu erkennen sind. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Off-Kommentare und/oder im Rahmen visueller bzw. anderer auditiver [[Multimodalität|Modalitäten]] geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen darauf hin untersucht, wie das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten inszeniert ist. Die Analyse erfolgt auf Basis eines multimodalen Transkriptes, das visuelle und auditive Elemente gleichermaßen berücksichtigt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 06:21 bis 07:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) untersucht. Die erste Szene zeigt dabei die Jagd der Inuit als kulturelle Tradition und in der zweiten Szene geht es um die Sicht der Inuit auf die Eisbärenjagd.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 06:21–07:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:21–06:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (06:21–06:34) handelt von den Einwohner*innen der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme aus dem Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte traditionelle Eisbärenjagd durch die auf diese Weise induzierte neutrale Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor. &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:35–06:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (06:35–06:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die eingespielte Musik &amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Wind-Geräusche und den Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:55–07:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (06:55–07:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit hebt die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ hervor und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Da die Bilder aus der Szene kurz zuvor Bilder von einem erlegten Eisbären mit vier Pfeilen im Körper gezeigt haben, entsteht ein kritischer Eindruck dieser Aussage. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off zwar auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird aber keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig ist weiterhin der Moment, in dem der Jäger die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. Denn parallel zu dessen Äußerungen wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird also visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner*innen, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit geweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass in dieser ersten Szene eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären dargestellt ist, die von den Inuit ausgeht und diese dadurch legitimiert wird, dass die Inuit die Eisbärenjagd zum Überleben brauchen und es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen der Folgen des Klimawandels wird dies jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar bleibt allerdings neutral und trägt so zur Plausibilisierung der Position des Inuit bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48–13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48–13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund, welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, die sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt: „Trophäenjäger“. Diese ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in die Leere starrenden Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die neutrale Positionierung bricht. Auch durch die Verwendung visueller Mittel entsteht mit Blick auf die Eisbärenjagd ein negativer Eindruck. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche zwar neutral, multimodal finden sich aber mehrere Hinweise darauf, die an den guten Ansichten des Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis in „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Der Dokumentarfilm stellt den Inuit dabei als eine zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Sequenz (22:26–23:20) geht es um die Einstellung der Einwohner*innen und des Bürgermeisters gegenüber der Eisbärenjagd, welche in der zweiten Szene (23:51–24:33) durch den Bürgermeister allein noch einmal verdeutlicht wird. Hierbei werden die visuellen und auditiven Modalitäten unterschiedlich gewichtet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26–23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26–23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner*innen diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zu „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Stimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung erscheint zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister ins Bild kommt, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der &amp;quot;beste Jäger im Arktischen Norden&amp;quot; seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarzer zu weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend, da sie ein beunruhigendes hektisches Bild aufwerfen.  &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Aussagen des Inuit inhaltlich zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51–24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51–24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit, indem er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als Gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. In der Analyse beider Filme wurde somit deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragenswert ist. In der ersten Dokumentation „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit durch die multimodale Darstellung in beiden Filmen als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären angesehen werden kann. Somit ist der Eisbär nicht nur durch den Klimawandel bedroht, sondern gerät zusätzlich in Konfliktlinien mit den Menschen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2373</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-21T17:21:34Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in den Dokumentarfilmen  „[[Eisbär in Not?]]“ (2014) und „[[17.000 Kilometer KANADA|17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben]]“ (2015).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner*innen (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner*innen führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) diese Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet laut dem digitalen Wörterbuch der Sprache eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die intendierte Gewalt im Dokumentarfilm so zu darzustellen, dass die wahren Intentionen (der Gewalt) nur schwer zu erkennen sind. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Off-Kommentare und/oder im Rahmen visueller bzw. anderer auditiver [[Multimodalität|Modalitäten]] geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen darauf hin untersucht, wie das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten inszeniert ist. Die Analyse erfolgt auf Basis eines multimodalen Transkriptes, das visuelle und auditive Elemente gleichermaßen berücksichtigt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 06:21 bis 07:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) untersucht. Die erste Szene zeigt dabei die Jagd der Inuit als kulturelle Tradition und in der zweiten Szene geht es um die Sicht der Inuit auf die Eisbärenjagd.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 06:21–07:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:21–06:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (06:21–06:34) handelt von den Einwohner*innen der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme aus dem Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte traditionelle Eisbärenjagd durch die auf diese Weise induzierte neutrale Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor. &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:35–06:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (06:35–06:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die eingespielte Musik &amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Wind-Geräusche und den Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:55–07:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (06:55–07:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit hebt die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ hervor und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Da die Bilder aus der Szene kurz zuvor Bilder von einem erlegten Eisbären mit vier Pfeilen im Körper gezeigt haben, entsteht ein kritischer Eindruck dieser Aussage. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off zwar auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird aber keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig ist weiterhin der Moment, in dem der Jäger die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. Denn parallel zu dessen Äußerungen wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird also visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner*innen, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit geweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass in dieser ersten Szene eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären dargestellt ist, die von den Inuit ausgeht und diese dadurch legitimiert wird, dass die Inuit die Eisbärenjagd zum Überleben brauchen und es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen der Folgen des Klimawandels wird dies jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar bleibt allerdings neutral und trägt so zur Plausibilisierung der Position des Inuit bei.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48–13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48–13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund, welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, die sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt: „Trophäenjäger“. Diese ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in die Leere starrenden Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die neutrale Positionierung bricht. Auch durch die Verwendung visueller Mittel entsteht mit Blick auf die Eisbärenjagd ein negativer Eindruck. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche zwar neutral, multimodal finden sich aber mehrere Hinweise darauf, die an den guten Ansichten des Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis in „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Der Dokumentarfilm stellt den Inuit dabei als eine zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26–23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26–23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner*innen diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild. Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Sprechstimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung ist zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister gezeigt wird, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der &amp;quot;beste Jäger im Arktischen Norden&amp;quot; seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarz-weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne den Wortlaut des Inuit zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51–24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51–24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als Gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. Bei beiden Filmen wurde so deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragt werden sollte. In der ersten Dokumentation „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit demnach als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2372</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-21T16:57:43Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in den Dokumentarfilmen  „[[Eisbär in Not?]]“ (2014) und „[[17.000 Kilometer KANADA|17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben]]“ (2015).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner*innen (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner*innen führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) diese Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet laut dem digitalen Wörterbuch der Sprache eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die intendierte Gewalt im Dokumentarfilm so zu darzustellen, dass die wahren Intentionen (der Gewalt) nur schwer zu erkennen sind. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Off-Kommentare und/oder im Rahmen visueller bzw. anderer auditiver [[Multimodalität|Modalitäten]] geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen darauf hin untersucht, wie das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten inszeniert ist. Die Analyse erfolgt auf Basis eines multimodalen Transkriptes, das visuelle und auditive Elemente gleichermaßen berücksichtigt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 06:21 bis 07:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) untersucht. Die erste Szene zeigt dabei die Jagd der Inuit als kulturelle Tradition und in der zweiten Szene geht es um die Sicht der Inuit auf die Eisbärenjagd.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 06:21–07:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:21–06:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (06:21–06:34) handelt von den Einwohner*innen der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme aus dem Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte traditionelle Eisbärenjagd durch die auf diese Weise induzierte neutrale Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor. &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:35–06:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (06:35–06:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Musik wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Wind-Geräusche und den Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:55–07:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (06:55–07:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch die zuvor gezeigten Bilder von brutal erlegten Eisbären wird diese Aussage maßgeblich abgeschwächt, sodass der Inuit einen verwerflichen Eindruck macht. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch die Unterbrechung der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist hingegen, als der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In diesem Moment wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel doch negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner*innen, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären für das tägliche Essen erweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären besteht, die von den Inuit ausgeht uns diese dadurch legitimiert ist, dass es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar hingegen bleibt neutral und macht die Position der Inuit plausibel, indem er die Probleme und die Abhängigkeit der Eisbärenjagd darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48–13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48–13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund. welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist die Sequenz auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in „Leere“ starrenden des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne Sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die Positionierung bricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aspekt der Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit wird durch die Off-Kommentare verdeutlicht, ohne dass der Off-Sprecher direkt Stellung bezieht. Er agiert eher kommentierend und stellt die Sichtweise der Inuit neutral dar. Durch die Verwendung sprachlicher und visueller Mittel entsteht jedoch der Eindruck, dass die Jagd der Inuit auf den Eisbären negativ behaftet ist. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse können einige Modalitäten entdeckt werden, die an den Ansichten der Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Gerechtfertigt wird sie dadurch, dass die Inuit auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) stellt den Inuit somit als zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26–23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26–23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner*innen diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild. Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Sprechstimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung ist zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister gezeigt wird, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der &amp;quot;beste Jäger im Arktischen Norden&amp;quot; seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarz-weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne den Wortlaut des Inuit zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51–24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51–24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als Gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. Bei beiden Filmen wurde so deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragt werden sollte. In der ersten Dokumentation „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit demnach als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2371</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2371"/>
		<updated>2021-07-21T16:52:56Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in den Dokumentarfilmen  „[[Eisbär in Not?]]“ (2014) und „[[17.000 Kilometer KANADA|17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben]]“ (2015).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner*innen (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner*innen führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) diese Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet laut dem digitalen Wörterbuch der Sprache eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die intendierte Gewalt im Dokumentarfilm so zu darzustellen, dass die wahren Intentionen (der Gewalt) nur schwer zu erkennen sind. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Off-Kommentare und/oder im Rahmen visueller bzw. anderer auditiver [[Multimodalität|Modalitäten]] geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen darauf hin untersucht, wie das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten inszeniert ist. Die Analyse erfolgt auf Basis eines multimodalen Transkriptes, das visuelle und auditive Elemente gleichermaßen berücksichtigt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 06:21 bis 07:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) untersucht. Die erste Szene zeigt dabei die Jagd der Inuit als kulturelle Tradition und in der zweiten Szene geht es um die Sicht der Inuit auf die Eisbärenjagd.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 06:21–07:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:21–06:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (06:21–06:34) handelt von den Einwohner*innen der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich spricht und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte der traditionelle Eisbärenjagd durch eine neutrale und unkommentierte Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor. &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35–6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35–6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Musik wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:55–7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55–7:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch die zuvor gezeigten Bilder von brutal erlegten Eisbären wird diese Aussage maßgeblich abgeschwächt, sodass der Inuit einen verwerflichen Eindruck macht. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch die Unterbrechung der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist hingegen, als der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In diesem Moment wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel doch negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner*innen, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären für das tägliche Essen erweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären besteht, die von den Inuit ausgeht uns diese dadurch legitimiert ist, dass es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar hingegen bleibt neutral und macht die Position der Inuit plausibel, indem er die Probleme und die Abhängigkeit der Eisbärenjagd darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48–13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48–13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund. welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist die Sequenz auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in „Leere“ starrenden des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne Sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die Positionierung bricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aspekt der Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit wird durch die Off-Kommentare verdeutlicht, ohne dass der Off-Sprecher direkt Stellung bezieht. Er agiert eher kommentierend und stellt die Sichtweise der Inuit neutral dar. Durch die Verwendung sprachlicher und visueller Mittel entsteht jedoch der Eindruck, dass die Jagd der Inuit auf den Eisbären negativ behaftet ist. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse können einige Modalitäten entdeckt werden, die an den Ansichten der Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Gerechtfertigt wird sie dadurch, dass die Inuit auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) stellt den Inuit somit als zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26–23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26–23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner*innen diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild. Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Sprechstimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung ist zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister gezeigt wird, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der &amp;quot;beste Jäger im Arktischen Norden&amp;quot; seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarz-weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne den Wortlaut des Inuit zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51–24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51–24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als Gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. Bei beiden Filmen wurde so deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragt werden sollte. In der ersten Dokumentation „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit demnach als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2370</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-21T16:50:39Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in den Dokumentarfilmen  „[[Eisbär in Not?]]“ (2014) und „[[17.000 Kilometer KANADA|17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben]]“ (2015).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner*innen (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner*innen führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) diese Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet laut dem digitalen Wörterbuch der Sprache eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die intendierte Gewalt im Dokumentarfilm so zu darzustellen, dass die wahren Intentionen (der Gewalt) nur schwer zu erkennen sind. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Off-Kommentare und/oder im Rahmen visueller bzw. anderer auditiver [[Multimodalität|Modalitäten]] geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen darauf hin untersucht, wie das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten inszeniert ist. Die Analyse erfolgt auf Basis eines multimodalen Transkriptes, das visuelle und auditive Elemente gleichermaßen berücksichtigt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 06:21 bis 07:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) untersucht. Die erste Szene zeigt dabei die Jagd der Inuit als kulturelle Tradition und in der zweiten Szene geht es um die Sicht der Inuit auf die Eisbärenjagd.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 06:21-07:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 06:21-06:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (06:21-06:34) handelt von den Einwohner*innen der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich spricht und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte der traditionelle Eisbärenjagd durch eine neutrale und unkommentierte Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor. &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Musik wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch die zuvor gezeigten Bilder von brutal erlegten Eisbären wird diese Aussage maßgeblich abgeschwächt, sodass der Inuit einen verwerflichen Eindruck macht. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch die Unterbrechung der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist hingegen, als der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In diesem Moment wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel doch negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner*innen, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären für das tägliche Essen erweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären besteht, die von den Inuit ausgeht uns diese dadurch legitimiert ist, dass es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar hingegen bleibt neutral und macht die Position der Inuit plausibel, indem er die Probleme und die Abhängigkeit der Eisbärenjagd darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund. welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist die Sequenz auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in „Leere“ starrenden des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne Sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die Positionierung bricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aspekt der Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit wird durch die Off-Kommentare verdeutlicht, ohne dass der Off-Sprecher direkt Stellung bezieht. Er agiert eher kommentierend und stellt die Sichtweise der Inuit neutral dar. Durch die Verwendung sprachlicher und visueller Mittel entsteht jedoch der Eindruck, dass die Jagd der Inuit auf den Eisbären negativ behaftet ist. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse können einige Modalitäten entdeckt werden, die an den Ansichten der Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Gerechtfertigt wird sie dadurch, dass die Inuit auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) stellt den Inuit somit als zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner*innen diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild. Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Sprechstimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung ist zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister gezeigt wird, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der &amp;quot;beste Jäger im Arktischen Norden&amp;quot; seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarz-weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne den Wortlaut des Inuit zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51-24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als Gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. Bei beiden Filmen wurde so deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragt werden sollte. In der ersten Dokumentation „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit demnach als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
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		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in den Dokumentarfilmen  „[[Eisbär in Not?]]“ (2014) und „[[17.000 Kilometer KANADA|17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben]]“ (2015).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner*innen (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner*innen führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) diese Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet laut dem digitalen Wörterbuch der Sprache eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die intendierte Gewalt im Dokumentarfilm so zu darzustellen, dass die wahren Intentionen (der Gewalt) nur schwer zu erkennen sind. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Off-Kommentare und/oder im Rahmen visueller bzw. anderer auditiver [[Multimodalität|Modalitäten]] geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen darauf hin untersucht, wie das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten inszeniert ist. Die Analyse erfolgt auf Basis eines multimodalen Transkriptes, das visuelle und auditive Elemente gleichermaßen berücksichtigt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute =6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohner*innen der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich spricht und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte der traditionelle Eisbärenjagd durch eine neutrale und unkommentierte Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor. &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Musik wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch die zuvor gezeigten Bilder von brutal erlegten Eisbären wird diese Aussage maßgeblich abgeschwächt, sodass der Inuit einen verwerflichen Eindruck macht. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch die Unterbrechung der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist hingegen, als der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In diesem Moment wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel doch negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner*innen, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären für das tägliche Essen erweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären besteht, die von den Inuit ausgeht uns diese dadurch legitimiert ist, dass es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar hingegen bleibt neutral und macht die Position der Inuit plausibel, indem er die Probleme und die Abhängigkeit der Eisbärenjagd darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund. welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist die Sequenz auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in „Leere“ starrenden des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne Sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die Positionierung bricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aspekt der Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit wird durch die Off-Kommentare verdeutlicht, ohne dass der Off-Sprecher direkt Stellung bezieht. Er agiert eher kommentierend und stellt die Sichtweise der Inuit neutral dar. Durch die Verwendung sprachlicher und visueller Mittel entsteht jedoch der Eindruck, dass die Jagd der Inuit auf den Eisbären negativ behaftet ist. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse können einige Modalitäten entdeckt werden, die an den Ansichten der Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Gerechtfertigt wird sie dadurch, dass die Inuit auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) stellt den Inuit somit als zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner*innen diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild. Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Sprechstimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung ist zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister gezeigt wird, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der &amp;quot;beste Jäger im Arktischen Norden&amp;quot; seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarz-weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne den Wortlaut des Inuit zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51-24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als Gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. Bei beiden Filmen wurde so deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragt werden sollte. In der ersten Dokumentation „Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit demnach als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2368</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2368"/>
		<updated>2021-07-21T16:31:55Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in den Dokumentarfilmen  „[[Eisbär in Not?]]“ (2014) und „[[17.000 Kilometer KANADA|17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben]]“ (2015).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner*innen (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner*innen führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Sequenzen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohner*innen der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich spricht und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte der traditionelle Eisbärenjagd durch eine neutrale und unkommentierte Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor. &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Musik wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch die zuvor gezeigten Bilder von brutal erlegten Eisbären wird diese Aussage maßgeblich abgeschwächt, sodass der Inuit einen verwerflichen Eindruck macht. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch die Unterbrechung der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist hingegen, als der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In diesem Moment wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel doch negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner*innen, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären für das tägliche Essen erweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären besteht, die von den Inuit ausgeht uns diese dadurch legitimiert ist, dass es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar hingegen bleibt neutral und macht die Position der Inuit plausibel, indem er die Probleme und die Abhängigkeit der Eisbärenjagd darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund. welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist die Sequenz auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in „Leere“ starrenden des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne Sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die Positionierung bricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aspekt der Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit wird durch die Off-Kommentare verdeutlicht, ohne dass der Off-Sprecher direkt Stellung bezieht. Er agiert eher kommentierend und stellt die Sichtweise der Inuit neutral dar. Durch die Verwendung sprachlicher und visueller Mittel entsteht jedoch der Eindruck, dass die Jagd der Inuit auf den Eisbären negativ behaftet ist. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse können einige Modalitäten entdeckt werden, die an den Ansichten der Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Gerechtfertigt wird sie dadurch, dass die Inuit auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) stellt den Inuit somit als zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner*innen diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild. Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Sprechstimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung ist zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister gezeigt wird, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der &amp;quot;beste Jäger im Arktischen Norden&amp;quot; seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarz-weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne den Wortlaut des Inuit zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51-24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als Gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. Bei beiden Filmen wurde so deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragt werden sollte. In der ersten Dokumentation „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit demnach als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2339</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-16T09:14:01Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: /* Analyse der Sequenz 6:21-7:50 */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in dem Dokumentarfilm  „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?“ (2014)]] und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] &amp;quot;Der Eisbär in Not? (2014) und &amp;quot;17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Sequenzen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich spricht und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte der traditionelle Eisbärenjagd durch eine neutrale und unkommentierte Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor. &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Musik wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch die zuvor gezeigten Bilder von brutal erlegten Eisbären wird diese Aussage maßgeblich abgeschwächt, sodass der Inuit einen verwerflichen Eindruck macht. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch die Unterbrechung der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist hingegen, als der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In diesem Moment wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel doch negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären für das tägliche Essen erweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären besteht, die von den Inuit ausgeht uns diese dadurch legitimiert ist, dass es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar hingegen bleibt neutral und macht die Position der Inuit plausibel, indem er die Probleme und die Abhängigkeit der Eisbärenjagd darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund. welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist die Sequenz auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in „Leere“ starrenden des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne Sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die Positionierung bricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aspekt der Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit wird durch die Off-Kommentare verdeutlicht, ohne dass der Off-Sprecher direkt Stellung bezieht. Er agiert eher kommentierend und stellt die Sichtweise der Inuit neutral dar. Durch die Verwendung sprachlicher und visueller Mittel entsteht jedoch der Eindruck, dass die Jagd der Inuit auf den Eisbären negativ behaftet ist. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse können einige Modalitäten entdeckt werden, die an den Ansichten der Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Gerechtfertigt wird sie dadurch, dass die Inuit auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) stellt den Inuit somit als zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild. Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Sprechstimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung ist zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister gezeigt wird, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der &amp;quot;beste Jäger im Arktischen Norden&amp;quot; seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarz-weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne den Wortlaut des Inuit zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51-24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als Gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. Bei beiden Filmen wurde so deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragt werden sollte. In der ersten Dokumentation &amp;quot;Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit demnach als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2338</id>
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		<updated>2021-07-16T09:13:37Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: /* Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) */&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in dem Dokumentarfilm  „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?“ (2014)]] und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] &amp;quot;Der Eisbär in Not? (2014) und &amp;quot;17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Sequenzen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich spricht und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte der traditionelle Eisbärenjagd durch eine neutrale und unkommentierte Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Musik wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch die zuvor gezeigten Bilder von brutal erlegten Eisbären wird diese Aussage maßgeblich abgeschwächt, sodass der Inuit einen verwerflichen Eindruck macht. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch die Unterbrechung der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist hingegen, als der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In diesem Moment wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel doch negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären für das tägliche Essen erweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären besteht, die von den Inuit ausgeht uns diese dadurch legitimiert ist, dass es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar hingegen bleibt neutral und macht die Position der Inuit plausibel, indem er die Probleme und die Abhängigkeit der Eisbärenjagd darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund. welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist die Sequenz auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in „Leere“ starrenden des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne Sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die Positionierung bricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aspekt der Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit wird durch die Off-Kommentare verdeutlicht, ohne dass der Off-Sprecher direkt Stellung bezieht. Er agiert eher kommentierend und stellt die Sichtweise der Inuit neutral dar. Durch die Verwendung sprachlicher und visueller Mittel entsteht jedoch der Eindruck, dass die Jagd der Inuit auf den Eisbären negativ behaftet ist. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse können einige Modalitäten entdeckt werden, die an den Ansichten der Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Gerechtfertigt wird sie dadurch, dass die Inuit auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) stellt den Inuit somit als zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild. Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Sprechstimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung ist zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister gezeigt wird, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der &amp;quot;beste Jäger im Arktischen Norden&amp;quot; seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarz-weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne den Wortlaut des Inuit zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51-24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als Gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. Bei beiden Filmen wurde so deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragt werden sollte. In der ersten Dokumentation &amp;quot;Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit demnach als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2337</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2337"/>
		<updated>2021-07-16T09:12:50Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in dem Dokumentarfilm  „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?“ (2014)]] und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] &amp;quot;Der Eisbär in Not? (2014) und &amp;quot;17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Sequenzen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich spricht und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte der traditionelle Eisbärenjagd durch eine neutrale und unkommentierte Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Musik wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch die zuvor gezeigten Bilder von brutal erlegten Eisbären wird diese Aussage maßgeblich abgeschwächt, sodass der Inuit einen verwerflichen Eindruck macht. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch die Unterbrechung der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist hingegen, als der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In diesem Moment wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel doch negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären für das tägliche Essen erweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären besteht, die von den Inuit ausgeht uns diese dadurch legitimiert ist, dass es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar hingegen bleibt neutral und macht die Position der Inuit plausibel, indem er die Probleme und die Abhängigkeit der Eisbärenjagd darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund. welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist die Sequenz auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in „Leere“ starrenden des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne Sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die Positionierung bricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aspekt der Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit wird durch die Off-Kommentare verdeutlicht, ohne dass der Off-Sprecher direkt Stellung bezieht. Er agiert eher kommentierend und stellt die Sichtweise der Inuit neutral dar. Durch die Verwendung sprachlicher und visueller Mittel entsteht jedoch der Eindruck, dass die Jagd der Inuit auf den Eisbären negativ behaftet ist. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse können einige Modalitäten entdeckt werden, die an den Ansichten der Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Gerechtfertigt wird sie dadurch, dass die Inuit auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) stellt den Inuit somit als zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild. Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Sprechstimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung ist zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister gezeigt wird, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der &amp;quot;beste Jäger im Arktischen Norden&amp;quot; seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarz-weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne den Wortlaut des Inuit zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51-24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als Gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. Bei beiden Filmen wurde so deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragt werden sollte. In der ersten Dokumentation &amp;quot;Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) wurde so eine Differenz zwischen den gezeigten Bildern und gesprochenem Off-Kommentar deutlich und für die zweite Dokumentation „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)  konnte ein Kontrast zwischen dem Gesagtem und visuell Gezeigten dargestellt werden. Abschließend ist zu sagen, dass der Inuit demnach als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2336</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-16T09:05:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in dem Dokumentarfilm  „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?“ (2014)]] und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] &amp;quot;Der Eisbär in Not? (2014) und &amp;quot;17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Sequenzen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich spricht und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte der traditionelle Eisbärenjagd durch eine neutrale und unkommentierte Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Musik wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch die zuvor gezeigten Bilder von brutal erlegten Eisbären wird diese Aussage maßgeblich abgeschwächt, sodass der Inuit einen verwerflichen Eindruck macht. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch die Unterbrechung der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist hingegen, als der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In diesem Moment wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel doch negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären für das tägliche Essen erweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären besteht, die von den Inuit ausgeht uns diese dadurch legitimiert ist, dass es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar hingegen bleibt neutral und macht die Position der Inuit plausibel, indem er die Probleme und die Abhängigkeit der Eisbärenjagd darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund. welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist die Sequenz auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in „Leere“ starrenden des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne Sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die Positionierung bricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aspekt der Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit wird durch die Off-Kommentare verdeutlicht, ohne dass der Off-Sprecher direkt Stellung bezieht. Er agiert eher kommentierend und stellt die Sichtweise der Inuit neutral dar. Durch die Verwendung sprachlicher und visueller Mittel entsteht jedoch der Eindruck, dass die Jagd der Inuit auf den Eisbären negativ behaftet ist. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse können einige Modalitäten entdeckt werden, die an den Ansichten der Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Gerechtfertigt wird sie dadurch, dass die Inuit auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) stellt den Inuit somit als zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild. Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Tonlage der Sprechstimme ist im Gegensatz zu der vorherigen um einiges tiefer und wirkt durchdringender. So wird die spezifische Intonation deutlicher und auch die gezielten Sprechpausen des Off-Sprechers zielen auf ein eher negatives Bild des Inuit auf die Eisbärenjagd. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig sind bei der Sequenz die starken Farbkontraste. Zunächst werden Fotos des interviewenden Reporters mit dem Einwohner auf freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Die Stimmung ist zu diesem Zeitpunkt sehr locker und entspannt. Sobald jedoch der Bürgermeister gezeigt wird, wirkt die weite, weiße Schneelandschaft als eine Art Bühne, auf welcher der &amp;quot;beste Jäger im Arktischen Norden&amp;quot; seine Sicht der Eisbärenjagd darstellt. Der schnelle Farbwechsel von schwarz-weißer Landschaft unterstützt die Präsentation des Bürgermeisters. Das anschließende Interview erfolgt dabei im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch dieses Wechselspiel wirken die Fotos des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisierend &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung zwar unkommentiert begleitet, die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die gezeigten Bilder der freigeschmolzenen Landschaft stellen den Bürgermeister und damit auch seine Aussagen in ein schlechtes Licht. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne den Wortlaut des Inuit zu verändern oder seine Aussagen explizit zu kritisieren.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die zweite Sequenz (23:51-24:33) weist große Parallelen zur ersten Sequenz auf. Die Szene zeigt einen Inuit als On-Sprecher, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die negativen Aussagen („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“)  mittels Betonung besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs pointiert. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Doch auch hier greift der Off-Sprecher außerhalb der unmittelbaren Übersetzung auf Passiv- und Konjunktiv-Konstruktionen zurück, sodass der Eindruck aufkommt, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Sequenzen gesagt werden, dass beide Dokumentarfilme das Eisbär-Inuit-Verhältnis als Gewaltsam darstellen. Dabei steht die Perspektive der Inuit bei den Sequenzen im Zentrum. Zudem wird in beiden Dokumentarfilmen gezeigt, dass die Inuit versuchen die Gewaltbeziehung zu legitimieren. Diese Aspekte werden dabei maßgeblich durch die Intonation der Übersetzung, die sprachliche Gestaltung der Off-Kommentare sowie die visuelle Gestaltung konstituiert. Bei beiden Filmen wurde so deutlich, dass die Einstellung der Inuit gegenüber der Eisbärenjagd hinterfragt werden sollte. Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
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		<updated>2021-07-15T19:54:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in dem Dokumentarfilm  „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?“ (2014)]] und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] &amp;quot;Der Eisbär in Not? (2014) und &amp;quot;17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Sequenzen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich spricht und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte der traditionelle Eisbärenjagd durch eine neutrale und unkommentierte Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Musik wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch die zuvor gezeigten Bilder von brutal erlegten Eisbären wird diese Aussage maßgeblich abgeschwächt, sodass der Inuit einen verwerflichen Eindruck macht. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch die Unterbrechung der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist hingegen, als der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In diesem Moment wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel doch negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären für das tägliche Essen erweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären besteht, die von den Inuit ausgeht uns diese dadurch legitimiert ist, dass es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar hingegen bleibt neutral und macht die Position der Inuit plausibel, indem er die Probleme und die Abhängigkeit der Eisbärenjagd darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund. welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.&lt;br /&gt;
  &lt;br /&gt;
Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist die Sequenz auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in „Leere“ starrenden des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne Sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die Positionierung bricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aspekt der Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit wird durch die Off-Kommentare verdeutlicht, ohne dass der Off-Sprecher direkt Stellung bezieht. Er agiert eher kommentierend und stellt die Sichtweise der Inuit neutral dar. Durch die Verwendung sprachlicher und visueller Mittel entsteht jedoch der Eindruck, dass die Jagd der Inuit auf den Eisbären negativ behaftet ist. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse können einige Modalitäten entdeckt werden, die an den Ansichten der Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Gerechtfertigt wird sie dadurch, dass die Inuit auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) stellt den Inuit somit als zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild. Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde unterstützt. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2334</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2334"/>
		<updated>2021-07-15T19:49:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in dem Dokumentarfilm  „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?“ (2014)]] und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] &amp;quot;Der Eisbär in Not? (2014) und &amp;quot;17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Sequenzen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich spricht und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte der traditionelle Eisbärenjagd durch eine neutrale und unkommentierte Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Musik wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch die zuvor gezeigten Bilder von brutal erlegten Eisbären wird diese Aussage maßgeblich abgeschwächt, sodass der Inuit einen verwerflichen Eindruck macht. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch die Unterbrechung der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist hingegen, als der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In diesem Moment wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel doch negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären für das tägliche Essen erweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären besteht, die von den Inuit ausgeht uns diese dadurch legitimiert ist, dass es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar hingegen bleibt neutral und macht die Position der Inuit plausibel, indem er die Probleme und die Abhängigkeit der Eisbärenjagd darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund. welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist die Sequenz auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in „Leere“ starrenden des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne Sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die Positionierung bricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aspekt der Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit wird durch die Off-Kommentare verdeutlicht, ohne dass der Off-Sprecher direkt Stellung bezieht. Er agiert eher kommentierend und stellt die Sichtweise der Inuit neutral dar. Durch die Verwendung sprachlicher und visueller Mittel entsteht jedoch der Eindruck, dass die Jagd der Inuit auf den Eisbären negativ behaftet ist. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse können einige Modalitäten entdeckt werden, die an den Ansichten der Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Gerechtfertigt wird sie dadurch, dass die Inuit auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) stellt den Inuit somit als zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Durch diese Abschwächung entsteht der Eindruck, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild. Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird von einem Off-Sprecher übersetzt, der nicht mit dem eigentlichen Off-Sprecher identisch ist. Dessen Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) nicht monoton, sondern unterstützt durch eine spezifische Intonation die abschätzigen Aussagen des Bürgermeisters („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2328</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-15T16:57:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in dem Dokumentarfilm  „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?“ (2014)]] und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] &amp;quot;Der Eisbär in Not? (2014) und &amp;quot;17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Sequenzen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich spricht und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte der traditionelle Eisbärenjagd durch eine neutrale und unkommentierte Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Musik wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch die zuvor gezeigten Bilder von brutal erlegten Eisbären wird diese Aussage maßgeblich abgeschwächt, sodass der Inuit einen verwerflichen Eindruck macht. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch die Unterbrechung der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist hingegen, als der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In diesem Moment wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel doch negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären für das tägliche Essen erweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären besteht, die von den Inuit ausgeht uns diese dadurch legitimiert ist, dass es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar hingegen bleibt neutral und macht die Position der Inuit plausibel, indem er die Probleme und die Abhängigkeit der Eisbärenjagd darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund. welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist die Sequenz auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in „Leere“ starrenden des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne Sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die Positionierung bricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aspekt der Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit wird durch die Off-Kommentare verdeutlicht, ohne dass der Off-Sprecher direkt Stellung bezieht. Er agiert eher kommentierend und stellt die Sichtweise der Inuit neutral dar. Durch die Verwendung sprachlicher und visueller Mittel entsteht jedoch der Eindruck, dass die Jagd der Inuit auf den Eisbären negativ behaftet ist. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse können einige Modalitäten entdeckt werden, die an den Ansichten der Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Gerechtfertigt wird sie dadurch, dass die Inuit auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) stellt den Inuit somit als zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ (2015) wird das Inuit-Eisbär-Verhältnis multimodal inszeniert. Der Gewaltaspekt erfährt dabei eine Art Verschleierung. Insbesondere ein On-Sprecher und dessen synchrone Übersetzung aus dem Off tragen dabei maßgeblich zu einer negativen Perspektivierung der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Sequenz (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt. Der interviewte Einwohner rät dazu, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Das Modalverb ''sollten'' deutet darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt, wieso er nicht mit dem Reporter über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des kommentierenden Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ weist in dieselbe Richtung, ohne zur Klärung beizutragen, warum es so ist.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Person des Bürgermeisters wird anschließend zwar vom Off-Sprecher als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ bezeichnet, allerdings nur im Konjunktiv („Es heißt er sei der beste Jäger“ [...] Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“). Auch durch die Äußerung „Er legt gleich los“ (seine Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd darzulegen) zeichnet der Off-Sprecher ein eher negatives Bild. Der On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not? (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2327</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-15T16:45:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in dem Dokumentarfilm  „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?“ (2014)]] und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] &amp;quot;Der Eisbär in Not? (2014) und &amp;quot;17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Sequenzen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich spricht und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte der traditionelle Eisbärenjagd durch eine neutrale und unkommentierte Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Musik wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch die zuvor gezeigten Bilder von brutal erlegten Eisbären wird diese Aussage maßgeblich abgeschwächt, sodass der Inuit einen verwerflichen Eindruck macht. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch die Unterbrechung der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist hingegen, als der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In diesem Moment wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel doch negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären für das tägliche Essen erweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären besteht, die von den Inuit ausgeht uns diese dadurch legitimiert ist, dass es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar hingegen bleibt neutral und macht die Position der Inuit plausibel, indem er die Probleme und die Abhängigkeit der Eisbärenjagd darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund. welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist die Sequenz auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in „Leere“ starrenden des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne Sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die Positionierung bricht. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Aspekt der Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit wird durch die Off-Kommentare verdeutlicht, ohne dass der Off-Sprecher direkt Stellung bezieht. Er agiert eher kommentierend und stellt die Sichtweise der Inuit neutral dar. Durch die Verwendung sprachlicher und visueller Mittel entsteht jedoch der Eindruck, dass die Jagd der Inuit auf den Eisbären negativ behaftet ist. So wirkt der Off-Sprecher an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse können einige Modalitäten entdeckt werden, die an den Ansichten der Inuit zweifeln lassen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer Gewalt geprägt, die von den Inuit ausgeht. Gerechtfertigt wird sie dadurch, dass die Inuit auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) stellt den Inuit somit als zusätzliche [http://%5Bhttps://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt%20Bedrohung%20des%20Eisbären%20im%20Klimawandel%5D Bedrohung] des bereits durch den Klimawandel bedrohten Eisbären dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not? (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2326</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-15T14:35:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in dem Dokumentarfilm  „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?“ (2014)]] und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] &amp;quot;Der Eisbär in Not? (2014) und &amp;quot;17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Sequenzen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich spricht und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte der traditionelle Eisbärenjagd durch eine neutrale und unkommentierte Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Musik wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch die zuvor gezeigten Bilder von brutal erlegten Eisbären wird diese Aussage maßgeblich abgeschwächt, sodass der Inuit einen verwerflichen Eindruck macht. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch die Unterbrechung der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist hingegen, als der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In diesem Moment wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel doch negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären für das tägliche Essen erweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären besteht, die von den Inuit ausgeht uns diese dadurch legitimiert ist, dass es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar hingegen bleibt neutral und macht die Position der Inuit plausibel, indem er die Probleme und die Abhängigkeit der Eisbärenjagd darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo auf freigeschmolzenem Untergrund. Der Jäger postuliert in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund. welche die Einspielung des fliehenden Eisbären begleitet, wirkt diese Aussage jedoch in einen bestimmten Kontext gerückt: Der Jäger will mehr Eisbären sehen um sie zu erschießen. Gesund sollen sie sein, damit sie ihm mehr einbringen. Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Sequenz wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off-Kommentar untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er erklärt, dass mit einem geschossenen Eisbären die Versorgung einer Gemeinde sichergestellt ist. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend. Auf der anderen Seite ist die Sequenz auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist negativ konnotiert und kritisiert dadurch den jagenden Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftet. Die Windgeräusche und die Nahaufgabe des in „Leere“ starrenden des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst berichtet der Off-Sprecher immer aus Sicht der Inuit und legitimiert damit implizit die Jagd auf die Eisbären. Allerdings finden sich auch einzelne Sprachliche Mittel (z.B. negativ konnotierte Metaphern und Begriffe), durch welche die Positionierung bricht. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ stellt den Inuit somit als  [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not? (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2325</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2325"/>
		<updated>2021-07-15T14:21:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in dem Dokumentarfilm  „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?“ (2014)]] und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] &amp;quot;Der Eisbär in Not? (2014) und &amp;quot;17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Sequenzen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Während diese Fotos zu sehen sind, klingt der Off-Sprecher auffallend sachlich spricht und verwendet eine neutrale und nicht wertende Sprache. Er legitimiert die in den Fotos dargestellte der traditionelle Eisbärenjagd durch eine neutrale und unkommentierte Sichtweise, wobei die gezeigten Bilder deutlich brutaler wirken als das Gesprochene. Es liegt also eine Text-Bild Schere vor &amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Musik wirkt bedrohlich und beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum aus dem Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“). Dies vertieft eine aggressive Grundstimmung, die durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd weiter verstärkt wird. Auch der Zoom auf die Waffen und Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; unterstreichen diese Stimmung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch die zuvor gezeigten Bilder von brutal erlegten Eisbären wird diese Aussage maßgeblich abgeschwächt, sodass der Inuit einen verwerflichen Eindruck macht. Auffällig ist hierbei, dass sich der Sprechtext aus dem Off auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ wird keine Positionierung oder Kritik  des Sprechers erkennbar, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch die Unterbrechung der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist hingegen, als der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In diesem Moment wird ein Eisbär auf braunem, freigeschmolzenen Untergrund gezeigt. Hierbei wird visuell die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel doch negative Konsequenzen für die Population der  Eisbären hat, ganz im Gegensatz zu der vorherigen Aussage des Inuit. Davon abgesehen betont der Dokumentarfilm aber die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner, bevor kurz danach Fotos der Ebbe auf dem Jagdgebiet gezeigt werden. Die Ebbe impliziert dabei eine gewisse Leere und Trauer, weshalb so Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären für das tägliche Essen erweckt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung zwischen Inuit und Eisbären besteht, die von den Inuit ausgeht uns diese dadurch legitimiert ist, dass es angeblich immer mehr Eisbären gibt, die es zu schießen gilt. Allein durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese jedoch in Frage gestellt. Der Off-Kommentar hingegen bleibt neutral und macht die Position der Inuit plausibel, indem er die Probleme und die Abhängigkeit der Eisbärenjagd darstellt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Szenenanalyse Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Trophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ stellt den Inuit somit als  [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not? (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2324</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-15T13:51:15Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in dem Dokumentarfilm  „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?“ (2014)]] und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] &amp;quot;Der Eisbär in Not? (2014) und &amp;quot;17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Sequenzen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisieren]]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der Mode Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Szenenanalyse Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Trophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ stellt den Inuit somit als  [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not? (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2323</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-15T13:37:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in dem Dokumentarfilm  „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?“ (2014)]] und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Inwiefern die [[Dokumentarfilme über den Klimawandel|Dokumentarfilme]] &amp;quot;Der Eisbär in Not? (2014) und &amp;quot;17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Sequenzen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisieren]]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der Mode Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Szenenanalyse Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Trophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not? (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2322</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2322"/>
		<updated>2021-07-15T13:36:21Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in dem Dokumentarfilm  „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?“ (2014)]] und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[[Dokumentarfilme über den Klimawandel]] Inwiefern die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not? (2014) und &amp;quot;17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Sequenzen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisieren]]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der Mode Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Szenenanalyse Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Trophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not? (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2321</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-15T13:35:22Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in dem Dokumentarfilm  „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?“ (2014)]] und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
[[Dokumentarfilme über den Klimawandel]] Inwiefern die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not? (2014) und &amp;quot;17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Sequenzen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisieren]]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der Mode Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Szenenanalyse Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Trophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not? (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2320</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-14T15:10:00Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in dem Dokumentarfilm  „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?“ (2014)]] und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] Inwiefern die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not? (2014) und &amp;quot;17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Sequenzen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Das eingespielte Foto zeigt zunächst in einer Halbtotalen&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; einen bewaffneten Inuit, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den unter ihm liegenden Eisbären wird das Machtverhältnis verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach eine „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisieren]]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der Mode Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Szenenanalyse Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Trophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not? (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2319</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-14T15:04:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in dem Dokumentarfilm  „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?“ (2014)]] und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] Inwiefern die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not? (2014) und &amp;quot;17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Sequenzen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not?&amp;quot; (2014) ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Sequenzen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ untersucht.&lt;br /&gt;
Für eine bessere Übersichtlichkeit ist die erste Szene dafür ist in drei Sequenzen unterteilt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Analyse der Sequenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Szene (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off realisiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend klingt. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Fotografien der Eisbärenjagd aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Die starken Kontraste in den schwarz-weißen Fotos unterstreichen die Aggressivität, welche in den abgebildeten Motiven liegt, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit vier tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Die eingespielten Bilder verfolgen dabei die Einstellungsgröße&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Halbtotalen mit Zoom zur Nahaufnahme des Bären, wobei zunächst ein bewaffneter Inuit gezeigt wird, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den Eisbären wird das Machtverhältnis von dem darüberstehenden Inuit verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach die „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene. Die Musik untermauert ebenfalls die dramatischen Bilder, da durch sie ein Spannungsaufbau praktiziert&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird und so eine nervöse Grundeinstellung des Zuschauers auslösen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisieren]]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der Mode Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Szenenanalyse Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Trophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not? (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2317</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2317"/>
		<updated>2021-07-14T14:49:31Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' in dem Dokumentarfilm  „[[Eisbär in Not?|Eisbär in Not?“ (2014)]] und „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien zwischen Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF) betitelt, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch Erderwärmung und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, stoßen die Eisbären zunehmend auf den Lebensraum der Einwohner (Inuit). Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr Wohnhäusern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Zugleich sehen sie den Eisbären jedoch auch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich dem Erhalt der Population der vom Aussterben bedrohten Eisbären und dessen traditionelle Jagd.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt;.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] Inwiefern die Dokumentarfilme &amp;quot;Der Eisbär in Not? (2014) und &amp;quot;17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben&amp;quot; (2015) zeigen diesen Interessenskonflikte thematisieren, soll in diesem Artikel gezeigt werden. Dabei wird das Mensch-Eisbär-Verhältnis  aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert. ''Gewaltbeziehung'' beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit gegeneinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Sprecher  im Off, welcher die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff ''Gewalt'' bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der vorliegende Artikel beschäftigt sich mit dem im Dokumentarfilm dargestellten Verhältnis von Eisbären und Inuit als Gewaltbeziehung. Hierzu werden exemplarisch prägnante Sequenzen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher [[Multimodalität|Modalitäten]] beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Szenen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden (vgl. Sequenzanalyse).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf werden zunächst die Time-Codes der einzelnen Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Modalitäten vorzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend werden diese Szenen der unterschiedlichen Filme nach der exemplarischen Analyse miteinander verglichen um zu einem umfassenderen Analyseergebnis zu gelangen. Die Analyse beschäftigt sich dabei hauptsächlich mit der Darstellung der Inuit-Eisbär Beziehung unter dem Aspekt der Verschleierung der Gewaltbeziehung ausgehend von der Darstellung der Inuit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not? (2014)“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Szenenanalyse Sequzenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Szenen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ näher beleuchtet.&lt;br /&gt;
Die erste Szene ist in jeweils zwei Sequenzen eingeteilt, um die Modalitäten besser voneinander abgrenzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Sequenz (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit, welche kurz skizziert werden. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um auch die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off performiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend eingespielt wird, was u.a. durch das indirekte information linking&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Bilder aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Durch den schwarz-weiß Kontrast erwecken sie einen sehr prägnanten und leicht aggressiven Eindruck, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Die eingespielten Bilder verfolgen dabei die Einstellungsgröße&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Halbtotalen mit Zoom zur Nahaufnahme des Bären, wobei zunächst ein bewaffneter Inuit gezeigt wird, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den Eisbären wird das Machtverhältnis von dem darüberstehenden Inuit verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach die „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene. Die Musik untermauert ebenfalls die dramatischen Bilder, da durch sie ein Spannungsaufbau praktiziert&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird und so eine nervöse Grundeinstellung des Zuschauers auslösen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisieren]]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der Mode Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Szenenanalyse Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Trophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17.000 Kilometer KANADA (1/2) – Kämpfen, Jagen, Überleben“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not? (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2245</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-08T09:46:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien von Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF)&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt; betitelt aufgrund aktueller Geschehnisse, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die sich ständig verändernden Klimabedingungen und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären schließlich gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, korrelieren die Lebensräume der Einwohner (Inuit) und der lebensbedrohten Eisbären miteinander. Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr den Dörfern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Sie sehen den Eisbären jedoch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich der Population der Eisbären in Form von Aussterben und der gezielten Jagd zum Überleben (auch als traditioneller Aspekt) nach dem Bären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] zeigen diese Interessenskonflikte klar auf. Das Mensch-Eisbär-Verhältnis kann dabei aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert werden. Gewaltbeziehung beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit aufeinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Im folgenden Beitrag soll das Mensch-Eisbär-Verhältnis in den Dokumentarfilmen „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbärin Not? (2014)]]&amp;quot;  und &amp;quot;17 000 km Kanada (2017)&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hagedorn, W: Hano, J. (2017): 17 000 km Kanada. Eine zweiteilige Reportage. Zugriff am: 02.07.2021 unter: https://www.youtube.com/watch?v=RAEuWRaYJOQ&amp;amp;t=1383s.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; als Gewaltbeziehung analysiert werden (siehe Sequenzanalyse). Hierbei wird ein erweiterter Fokus auf den Sprecher im Off gelegt, welche die Konstitution der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Multimodalität] um die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;quot;Gewalt&amp;quot; bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit dem dargestellten Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit im Dokumentarfilm. Hierzu werden exemplarisch prägnante Szenen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Szenen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden (vgl. Sequenzanalyse).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf werden zunächst die Time-Codes der einzelnen Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Modalitäten vorzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend werden diese Szenen der unterschiedlichen Filme nach der exemplarischen Analyse miteinander verglichen um zu einem umfassenderen Analyseergebnis zu gelangen. Die Analyse beschäftigt sich dabei hauptsächlich mit der Darstellung der Inuit-Eisbär Beziehung unter dem Aspekt der Verschleierung der Gewaltbeziehung ausgehend von der Darstellung der Inuit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not? (2014)“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Szenenanalyse Sequzenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Szenen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ näher beleuchtet.&lt;br /&gt;
Die erste Szene ist in jeweils zwei Sequenzen eingeteilt, um die Modalitäten besser voneinander abgrenzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Sequenz (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit, welche kurz skizziert werden. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um auch die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off performiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend eingespielt wird, was u.a. durch das indirekte information linking&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Bilder aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Durch den schwarz-weiß Kontrast erwecken sie einen sehr prägnanten und leicht aggressiven Eindruck, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Die eingespielten Bilder verfolgen dabei die Einstellungsgröße&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Halbtotalen mit Zoom zur Nahaufnahme des Bären, wobei zunächst ein bewaffneter Inuit gezeigt wird, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den Eisbären wird das Machtverhältnis von dem darüberstehenden Inuit verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach die „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene. Die Musik untermauert ebenfalls die dramatischen Bilder, da durch sie ein Spannungsaufbau praktiziert&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird und so eine nervöse Grundeinstellung des Zuschauers auslösen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisieren]]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der Mode Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Szenenanalyse Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Trophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not? (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17 000 km Kanada (2003)“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17 000 km Kanada (2003)“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not? (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2244</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-08T09:44:49Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien von Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF)&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt; betitelt aufgrund aktueller Geschehnisse, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die sich ständig verändernden Klimabedingungen und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären schließlich gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, korrelieren die Lebensräume der Einwohner (Inuit) und der lebensbedrohten Eisbären miteinander. Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr den Dörfern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Sie sehen den Eisbären jedoch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich der Population der Eisbären in Form von Aussterben und der gezielten Jagd zum Überleben (auch als traditioneller Aspekt) nach dem Bären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] zeigen diese Interessenskonflikte klar auf. Das Mensch-Eisbär-Verhältnis kann dabei aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert werden. Gewaltbeziehung beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit aufeinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Im folgenden Beitrag soll das Mensch-Eisbär-Verhältnis in den Dokumentarfilmen „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbärin Not (2014)]]&amp;quot;  und &amp;quot;17 000 km Kanada (2017)&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hagedorn, W: Hano, J. (2017): 17 000 km Kanada. Eine zweiteilige Reportage. Zugriff am: 02.07.2021 unter: https://www.youtube.com/watch?v=RAEuWRaYJOQ&amp;amp;t=1383s.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; als Gewaltbeziehung analysiert werden (siehe Sequenzanalyse). Hierbei wird ein erweiterter Fokus auf den Sprecher im Off gelegt, welche die Konstitution der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Multimodalität] um die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;quot;Gewalt&amp;quot; bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit dem dargestellten Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit im Dokumentarfilm. Hierzu werden exemplarisch prägnante Szenen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Szenen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden (vgl. Sequenzanalyse).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf werden zunächst die Time-Codes der einzelnen Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Modalitäten vorzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend werden diese Szenen der unterschiedlichen Filme nach der exemplarischen Analyse miteinander verglichen um zu einem umfassenderen Analyseergebnis zu gelangen. Die Analyse beschäftigt sich dabei hauptsächlich mit der Darstellung der Inuit-Eisbär Beziehung unter dem Aspekt der Verschleierung der Gewaltbeziehung ausgehend von der Darstellung der Inuit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not (2014)“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Szenenanalyse Sequzenz 6:21-7:50''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Szenen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ näher beleuchtet.&lt;br /&gt;
Die erste Szene ist in jeweils zwei Sequenzen eingeteilt, um die Modalitäten besser voneinander abgrenzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Sequenz (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit, welche kurz skizziert werden. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um auch die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off performiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend eingespielt wird, was u.a. durch das indirekte information linking&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Bilder aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Durch den schwarz-weiß Kontrast erwecken sie einen sehr prägnanten und leicht aggressiven Eindruck, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Die eingespielten Bilder verfolgen dabei die Einstellungsgröße&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Halbtotalen mit Zoom zur Nahaufnahme des Bären, wobei zunächst ein bewaffneter Inuit gezeigt wird, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den Eisbären wird das Machtverhältnis von dem darüberstehenden Inuit verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach die „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene. Die Musik untermauert ebenfalls die dramatischen Bilder, da durch sie ein Spannungsaufbau praktiziert&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird und so eine nervöse Grundeinstellung des Zuschauers auslösen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisieren]]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szene 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der Mode Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
==== Szene 6:55-7:53 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Szenenanalyse Sequenz 12:48-13:18''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Trophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17 000 km Kanada (2003)“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17 000 km Kanada (2003)“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 22:26-23:20''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== '''Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33''' ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
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		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2243</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-08T09:43:07Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien von Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF)&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt; betitelt aufgrund aktueller Geschehnisse, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die sich ständig verändernden Klimabedingungen und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären schließlich gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, korrelieren die Lebensräume der Einwohner (Inuit) und der lebensbedrohten Eisbären miteinander. Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr den Dörfern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Sie sehen den Eisbären jedoch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich der Population der Eisbären in Form von Aussterben und der gezielten Jagd zum Überleben (auch als traditioneller Aspekt) nach dem Bären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] zeigen diese Interessenskonflikte klar auf. Das Mensch-Eisbär-Verhältnis kann dabei aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert werden. Gewaltbeziehung beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit aufeinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Im folgenden Beitrag soll das Mensch-Eisbär-Verhältnis in den Dokumentarfilmen „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbärin Not (2014)]]&amp;quot;  und &amp;quot;17 000 km Kanada (2017)&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hagedorn, W: Hano, J. (2017): 17 000 km Kanada. Eine zweiteilige Reportage. Zugriff am: 02.07.2021 unter: https://www.youtube.com/watch?v=RAEuWRaYJOQ&amp;amp;t=1383s.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; als Gewaltbeziehung analysiert werden (siehe Sequenzanalyse). Hierbei wird ein erweiterter Fokus auf den Sprecher im Off gelegt, welche die Konstitution der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Multimodalität] um die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;quot;Gewalt&amp;quot; bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit dem dargestellten Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit im Dokumentarfilm. Hierzu werden exemplarisch prägnante Szenen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Szenen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden (vgl. Sequenzanalyse).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf werden zunächst die Time-Codes der einzelnen Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Modalitäten vorzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend werden diese Szenen der unterschiedlichen Filme nach der exemplarischen Analyse miteinander verglichen um zu einem umfassenderen Analyseergebnis zu gelangen. Die Analyse beschäftigt sich dabei hauptsächlich mit der Darstellung der Inuit-Eisbär Beziehung unter dem Aspekt der Verschleierung der Gewaltbeziehung ausgehend von der Darstellung der Inuit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not (2014)“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Szenenanalyse Sequzenz 6:21-7:50 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Szenen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ näher beleuchtet.&lt;br /&gt;
Die erste Szene ist in jeweils zwei Sequenzen eingeteilt, um die Modalitäten besser voneinander abgrenzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Szene 6:21-6:34 =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Sequenz (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit, welche kurz skizziert werden. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um auch die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off performiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend eingespielt wird, was u.a. durch das indirekte information linking&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Bilder aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Durch den schwarz-weiß Kontrast erwecken sie einen sehr prägnanten und leicht aggressiven Eindruck, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Die eingespielten Bilder verfolgen dabei die Einstellungsgröße&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Halbtotalen mit Zoom zur Nahaufnahme des Bären, wobei zunächst ein bewaffneter Inuit gezeigt wird, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den Eisbären wird das Machtverhältnis von dem darüberstehenden Inuit verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach die „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene. Die Musik untermauert ebenfalls die dramatischen Bilder, da durch sie ein Spannungsaufbau praktiziert&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird und so eine nervöse Grundeinstellung des Zuschauers auslösen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisieren]]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
===== Szene 6:35-6:55 =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der Mode Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
===== Szene 6:55-7:53 =====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die anschließende Sequenz (6:55-7:53) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Szenenanalyse Sequenz 12:48-13:18 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Trophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17 000 km Kanada (2003)“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17 000 km Kanada (2003)“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sequenzanalyse Szene 22:26-23:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2242</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-08T09:36:20Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien von Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF)&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt; betitelt aufgrund aktueller Geschehnisse, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die sich ständig verändernden Klimabedingungen und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären schließlich gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, korrelieren die Lebensräume der Einwohner (Inuit) und der lebensbedrohten Eisbären miteinander. Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr den Dörfern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Sie sehen den Eisbären jedoch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich der Population der Eisbären in Form von Aussterben und der gezielten Jagd zum Überleben (auch als traditioneller Aspekt) nach dem Bären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] zeigen diese Interessenskonflikte klar auf. Das Mensch-Eisbär-Verhältnis kann dabei aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert werden. Gewaltbeziehung beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit aufeinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Im folgenden Beitrag soll das Mensch-Eisbär-Verhältnis in den Dokumentarfilmen „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbärin Not (2014)]]&amp;quot;  und &amp;quot;17 000 km Kanada (2017)&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hagedorn, W: Hano, J. (2017): 17 000 km Kanada. Eine zweiteilige Reportage. Zugriff am: 02.07.2021 unter: https://www.youtube.com/watch?v=RAEuWRaYJOQ&amp;amp;t=1383s.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; als Gewaltbeziehung analysiert werden (siehe Sequenzanalyse). Hierbei wird ein erweiterter Fokus auf den Sprecher im Off gelegt, welche die Konstitution der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Multimodalität] um die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;quot;Gewalt&amp;quot; bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit dem dargestellten Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit im Dokumentarfilm. Hierzu werden exemplarisch prägnante Szenen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Szenen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden (vgl. Sequenzanalyse).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf werden zunächst die Time-Codes der einzelnen Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Modalitäten vorzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend werden diese Szenen der unterschiedlichen Filme nach der exemplarischen Analyse miteinander verglichen um zu einem umfassenderen Analyseergebnis zu gelangen. Die Analyse beschäftigt sich dabei hauptsächlich mit der Darstellung der Inuit-Eisbär Beziehung unter dem Aspekt der Verschleierung der Gewaltbeziehung ausgehend von der Darstellung der Inuit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not (2014)“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Szenenanalyse Sequzenz 6:21-7:50 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Szenen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ näher beleuchtet.&lt;br /&gt;
Die erste Szene ist in jeweils drei Sequenzen eingeteilt, um die Modalitäten besser voneinander abgrenzen zu können. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Szenenanalyse 6:21-6:34 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die erste Sequenz (6:21-6:34) handelt von den Einwohnern der Inuit, welche kurz skizziert werden. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um auch die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off performiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend eingespielt wird, was u.a. durch das indirekte information linking&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Bilder aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Durch den schwarz-weiß Kontrast erwecken sie einen sehr prägnanten und leicht aggressiven Eindruck, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Die eingespielten Bilder verfolgen dabei die Einstellungsgröße&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Halbtotalen mit Zoom zur Nahaufnahme des Bären, wobei zunächst ein bewaffneter Inuit gezeigt wird, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den Eisbären wird das Machtverhältnis von dem darüberstehenden Inuit verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach die „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene. Die Musik untermauert ebenfalls die dramatischen Bilder, da durch sie ein Spannungsaufbau praktiziert&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird und so eine nervöse Grundeinstellung des Zuschauers auslösen kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisieren]]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Sequenzanalyse 6:35-6:55 ====&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:35-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der Mode Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt. Die anschließende Sequenz (6:55-7:50) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Szenenanalyse Sequenz 12:48-13:18 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:18) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Trophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17 000 km Kanada (2003)“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17 000 km Kanada (2003)“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sequenzanalyse Szene 22:26-23:20 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Sequenzanalyse Szene 23:51-24:33 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung der Analyseergebnisse ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2241</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2241"/>
		<updated>2021-07-08T09:26:08Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien von Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF)&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt; betitelt aufgrund aktueller Geschehnisse, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die sich ständig verändernden Klimabedingungen und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären schließlich gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, korrelieren die Lebensräume der Einwohner (Inuit) und der lebensbedrohten Eisbären miteinander. Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr den Dörfern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Sie sehen den Eisbären jedoch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich der Population der Eisbären in Form von Aussterben und der gezielten Jagd zum Überleben (auch als traditioneller Aspekt) nach dem Bären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] zeigen diese Interessenskonflikte klar auf. Das Mensch-Eisbär-Verhältnis kann dabei aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert werden. Gewaltbeziehung beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit aufeinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Im folgenden Beitrag soll das Mensch-Eisbär-Verhältnis in den Dokumentarfilmen „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbärin Not (2014)]]&amp;quot;  und &amp;quot;17 000 km Kanada (2017)&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hagedorn, W: Hano, J. (2017): 17 000 km Kanada. Eine zweiteilige Reportage. Zugriff am: 02.07.2021 unter: https://www.youtube.com/watch?v=RAEuWRaYJOQ&amp;amp;t=1383s.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; als Gewaltbeziehung analysiert werden (siehe Sequenzanalyse). Hierbei wird ein erweiterter Fokus auf den Sprecher im Off gelegt, welche die Konstitution der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Multimodalität] um die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;quot;Gewalt&amp;quot; bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Methodisches Vorgehen ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit dem dargestellten Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit im Dokumentarfilm. Hierzu werden exemplarisch prägnante Szenen auf den Analysegegenstand hin untersucht, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten beschreiben sollen. Hierzu wird eine Transkription der einzelnen Szenen durchgeführt, in welcher die Aspekte von Time-Code, Still, Beschreibung des Bildes, Text im Bild, Sprechtext, Musik, Geräusche, visuelle Auffälligkeiten und Analysekommentare nach ihrer Prägnanz bearbeitet werden (vgl. Sequenzanalyse).&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Im weiteren Verlauf werden zunächst die Time-Codes der einzelnen Szenen genannt, um im Anschluss eine Analyse der visuellen und akustischen Modalitäten vorzunehmen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Abschließend werden diese Szenen der unterschiedlichen Filme nach der exemplarischen Analyse miteinander verglichen um zu einem umfassenderen Analyseergebnis zu gelangen. Die Analyse beschäftigt sich dabei hauptsächlich mit der Darstellung der Inuit-Eisbär Beziehung unter dem Aspekt der Verschleierung der Gewaltbeziehung ausgehend von der Darstellung der Inuit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 1: „Der Eisbär in Not (2014)“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Szenenanalyse Sequzenz 6:21-7:50 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Szenen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ näher beleuchtet.&lt;br /&gt;
Die erste Szene ist in jeweils drei Sequenzen eingeteilt, um die Modalitäten besser voneinander abgrenzen zu können. Die erste Sequenz (6:21-6:36) handelt von den Einwohnern der Inuit, welche kurz skizziert werden. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um auch die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off performiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend eingespielt wird, was u.a. durch das indirekte information linking&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Bilder aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Durch den schwarz-weiß Kontrast erwecken sie einen sehr prägnanten und leicht aggressiven Eindruck, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Die eingespielten Bilder verfolgen dabei die Einstellungsgröße&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Halbtotalen mit Zoom zur Nahaufnahme des Bären, wobei zunächst ein bewaffneter Inuit gezeigt wird, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den Eisbären wird das Machtverhältnis von dem darüberstehenden Inuit verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach die „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene. Die Musik untermauert ebenfalls die dramatischen Bilder, da durch sie ein Spannungsaufbau praktiziert&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird und so eine nervöse Grundeinstellung des Zuschauers auslösen kann. Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisieren]]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:36-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der Mode Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt. Die anschließende Sequenz (6:55-7:50) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen. Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Szenenanalyse Sequenz 12:48-13:21 ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:21) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Trophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dokumentarfilm 2: „17 000 km Kanada (2003)“ ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17 000 km Kanada (2003)“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2236</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-08T09:03:41Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien von Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF)&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt; betitelt aufgrund aktueller Geschehnisse, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die sich ständig verändernden Klimabedingungen und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären schließlich gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, korrelieren die Lebensräume der Einwohner (Inuit) und der lebensbedrohten Eisbären miteinander. Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr den Dörfern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Sie sehen den Eisbären jedoch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich der Population der Eisbären in Form von Aussterben und der gezielten Jagd zum Überleben (auch als traditioneller Aspekt) nach dem Bären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] zeigen diese Interessenskonflikte klar auf. Das Mensch-Eisbär-Verhältnis kann dabei aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert werden. Gewaltbeziehung beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit aufeinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Im folgenden Beitrag soll das Mensch-Eisbär-Verhältnis in den Dokumentarfilmen „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbärin Not (2014)]]&amp;quot;  und &amp;quot;17 000 km Kanada (2017)&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hagedorn, W: Hano, J. (2017): 17 000 km Kanada. Eine zweiteilige Reportage. Zugriff am: 02.07.2021 unter: https://www.youtube.com/watch?v=RAEuWRaYJOQ&amp;amp;t=1383s.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; als Gewaltbeziehung analysiert werden (siehe Sequenzanalyse). Hierbei wird ein erweiterter Fokus auf den Sprecher im Off gelegt, welche die Konstitution der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Multimodalität] um die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;quot;Gewalt&amp;quot; bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt; Verschleierte Gewalt bedeutet in diesem Zusammenhang, die Bedeutung der dargestellten intendierten Gewalt im Dokumentarfilm so zu verzerren, dass die eigentliche Botschaft (der Gewalt) schwer verständlich und kenntlich gemacht wird. Dies kann in Form von verwirrender und mehrdeutiger Sprache und/oder visuellen bzw. auditiven Modalitäten geschehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit dem dargestellten Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit im Dokumentarfilm. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus zwei Dokumentarfilmen analysiert, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten beschreiben sollen. Diese Szenen der unterschiedlichen Filme werden nach der exemplarischen Analyse miteinander verglichen um zu einem umfassenderen Analyseergebnis zu gelangen. Die Analyse beschäftigt sich hauptsächlich mit der Darstellung der Inuit-Eisbär Beziehung unter dem Aspekt der scheinbaren „Verschleierung“ der Gewaltbeziehung ausgehend von der Darstellung der Inuit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Szenen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ näher beleuchtet.&lt;br /&gt;
Die erste Szene ist in jeweils drei Sequenzen eingeteilt, um die Modalitäten besser voneinander abgrenzen zu können. Die erste Sequenz (6:21-6:36) handelt von den Einwohnern der Inuit, welche kurz skizziert werden. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um auch die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off performiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend eingespielt wird, was u.a. durch das indirekte information linking&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Bilder aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Durch den schwarz-weiß Kontrast erwecken sie einen sehr prägnanten und leicht aggressiven Eindruck, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Die eingespielten Bilder verfolgen dabei die Einstellungsgröße&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Halbtotalen mit Zoom zur Nahaufnahme des Bären, wobei zunächst ein bewaffneter Inuit gezeigt wird, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den Eisbären wird das Machtverhältnis von dem darüberstehenden Inuit verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach die „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene. Die Musik untermauert ebenfalls die dramatischen Bilder, da durch sie ein Spannungsaufbau praktiziert&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird und so eine nervöse Grundeinstellung des Zuschauers auslösen kann. Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisieren]]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:36-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der Mode Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt. Die anschließende Sequenz (6:55-7:50) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen. Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:21) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Trophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17 000 km Kanada (2003)“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
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		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-08T08:56:29Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien von Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF)&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt; betitelt aufgrund aktueller Geschehnisse, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die sich ständig verändernden Klimabedingungen und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären schließlich gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, korrelieren die Lebensräume der Einwohner (Inuit) und der lebensbedrohten Eisbären miteinander. Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr den Dörfern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Sie sehen den Eisbären jedoch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich der Population der Eisbären in Form von Aussterben und der gezielten Jagd zum Überleben (auch als traditioneller Aspekt) nach dem Bären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] zeigen diese Interessenskonflikte klar auf. Das Mensch-Eisbär-Verhältnis kann dabei aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert werden. Gewaltbeziehung beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit aufeinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Im folgenden Beitrag soll das Mensch-Eisbär-Verhältnis in den Dokumentarfilmen „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbärin Not (2014)]]&amp;quot;  und &amp;quot;17 000 km Kanada (2017)&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hagedorn, W: Hano, J. (2017): 17 000 km Kanada. Eine zweiteilige Reportage. Zugriff am: 02.07.2021 unter: https://www.youtube.com/watch?v=RAEuWRaYJOQ&amp;amp;t=1383s.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; als Gewaltbeziehung analysiert werden (siehe Sequenzanalyse). Hierbei wird ein erweiterter Fokus auf den Sprecher im Off gelegt, welche die Konstitution der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Multimodalität] um die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der Begriff &amp;quot;Gewalt&amp;quot; bezeichnet eine Art der Macht und Befugnis über jemanden oder etwas zu bestimmen. Die impliziert die Macht etwas zu beherrschen und etwas in der Gewalt besitzen. Zudem bezeichnet der Begriff die Willkür, unter dem Aspekt von unrechtmäßigem Vorgehen unter Ausnutzung einer Machtstellung (Zwang). Außerdem kann Gewalt in Form von roher, körperlicher Kraft auf jemanden oder etwas ausgeübt werden. Als gehobener Begriff kann Gewalt auch Stärke und besondere Kraft ausdrücken.&amp;lt;ref&amp;gt;Digitales Wörterbuch der Sprache. Zugriff unter: https://www.dwds.de/r?q=Gewalt%3E%2C+abgerufen+am%C2%A002.07.2021&amp;amp;h=1 am 02.07.2021&amp;lt;/ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit dem dargestellten Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit im Dokumentarfilm. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus zwei Dokumentarfilmen analysiert, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten beschreiben sollen. Diese Szenen der unterschiedlichen Filme werden nach der exemplarischen Analyse miteinander verglichen um zu einem umfassenderen Analyseergebnis zu gelangen. Die Analyse beschäftigt sich hauptsächlich mit der Darstellung der Inuit-Eisbär Beziehung unter dem Aspekt der scheinbaren „Verschleierung“ der Gewaltbeziehung ausgehend von der Darstellung der Inuit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Szenen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ näher beleuchtet.&lt;br /&gt;
Die erste Szene ist in jeweils drei Sequenzen eingeteilt, um die Modalitäten besser voneinander abgrenzen zu können. Die erste Sequenz (6:21-6:36) handelt von den Einwohnern der Inuit, welche kurz skizziert werden. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um auch die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off performiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend eingespielt wird, was u.a. durch das indirekte information linking&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Bilder aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Durch den schwarz-weiß Kontrast erwecken sie einen sehr prägnanten und leicht aggressiven Eindruck, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Die eingespielten Bilder verfolgen dabei die Einstellungsgröße&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Halbtotalen mit Zoom zur Nahaufnahme des Bären, wobei zunächst ein bewaffneter Inuit gezeigt wird, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den Eisbären wird das Machtverhältnis von dem darüberstehenden Inuit verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach die „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene. Die Musik untermauert ebenfalls die dramatischen Bilder, da durch sie ein Spannungsaufbau praktiziert&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird und so eine nervöse Grundeinstellung des Zuschauers auslösen kann. Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisieren]]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:36-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der Mode Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt. Die anschließende Sequenz (6:55-7:50) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen. Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:21) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Trophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17 000 km Kanada (2003)“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2234</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-08T08:48:26Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Konfliktlinien von Eisbär und Inuit im Klimawandel ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der World Wide Fund For Nature (WWF)&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt; betitelt aufgrund aktueller Geschehnisse, dass  die momentane Lebensgrundlage der Eisbären durch den Klimawandel sehr bedroht ist. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die sich ständig verändernden Klimabedingungen und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären schließlich gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, korrelieren die Lebensräume der Einwohner (Inuit) und der lebensbedrohten Eisbären miteinander. Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr den Dörfern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Sie sehen den Eisbären jedoch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können. So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich der Population der Eisbären in Form von Aussterben und der gezielten Jagd zum Überleben (auch als traditioneller Aspekt) nach dem Bären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] zeigen diese Interessenskonflikte klar auf. Das Mensch-Eisbär-Verhältnis kann dabei aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert werden. Gewaltbeziehung beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit aufeinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Im folgenden Beitrag soll das Mensch-Eisbär-Verhältnis in den Dokumentarfilmen „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbärin Not (2014)]]&amp;quot;  und &amp;quot;17 000 km Kanada (2017)&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hagedorn, W: Hano, J. (2017): 17 000 km Kanada. Eine zweiteilige Reportage. Zugriff am: 02.07.2021 unter: https://www.youtube.com/watch?v=RAEuWRaYJOQ&amp;amp;t=1383s.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; als Gewaltbeziehung analysiert werden (siehe Sequenzanalyse). Hierbei wird ein erweiterter Fokus auf den Sprecher im Off gelegt, welche die Konstitution der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Multimodalität] um die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Zum Aspekt der Gewalt und verschleierten Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
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&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit dem dargestellten Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit im Dokumentarfilm. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus zwei Dokumentarfilmen analysiert, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten beschreiben sollen. Diese Szenen der unterschiedlichen Filme werden nach der exemplarischen Analyse miteinander verglichen um zu einem umfassenderen Analyseergebnis zu gelangen. Die Analyse beschäftigt sich hauptsächlich mit der Darstellung der Inuit-Eisbär Beziehung unter dem Aspekt der scheinbaren „Verschleierung“ der Gewaltbeziehung ausgehend von der Darstellung der Inuit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Szenen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ näher beleuchtet.&lt;br /&gt;
Die erste Szene ist in jeweils drei Sequenzen eingeteilt, um die Modalitäten besser voneinander abgrenzen zu können. Die erste Sequenz (6:21-6:36) handelt von den Einwohnern der Inuit, welche kurz skizziert werden. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um auch die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off performiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend eingespielt wird, was u.a. durch das indirekte information linking&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Bilder aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Durch den schwarz-weiß Kontrast erwecken sie einen sehr prägnanten und leicht aggressiven Eindruck, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Die eingespielten Bilder verfolgen dabei die Einstellungsgröße&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Halbtotalen mit Zoom zur Nahaufnahme des Bären, wobei zunächst ein bewaffneter Inuit gezeigt wird, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den Eisbären wird das Machtverhältnis von dem darüberstehenden Inuit verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach die „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene. Die Musik untermauert ebenfalls die dramatischen Bilder, da durch sie ein Spannungsaufbau praktiziert&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird und so eine nervöse Grundeinstellung des Zuschauers auslösen kann. Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisieren]]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:36-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der Mode Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt. Die anschließende Sequenz (6:55-7:50) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen. Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:21) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Trophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17 000 km Kanada (2003)“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2233</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-08T08:33:12Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Klimawandel ist die aktuelle Lebensgrundlage der Eisbären sehr bedroht. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die sich ständig verändernden Klimabedingungen und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären schließlich gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, korrelieren die Lebensräume der Einwohner (Inuit) und der lebensbedrohten Eisbären miteinander. Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr den Dörfern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Sie sehen den Eisbären jedoch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt; So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich der Population der Eisbären in Form von Aussterben und der gezielten Jagd zum Überleben (auch als traditioneller Aspekt) nach dem Bären.&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] zeigen diese Interessenskonflikte klar auf. Das Mensch-Eisbär-Verhältnis kann dabei aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert werden. Gewaltbeziehung beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit aufeinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Im folgenden Beitrag soll das Mensch-Eisbär-Verhältnis in den Dokumentarfilmen „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbärin Not (2014)]]&amp;quot;  und &amp;quot;17 000 km Kanada (2017)&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hagedorn, W: Hano, J. (2017): 17 000 km Kanada. Eine zweiteilige Reportage. Zugriff am: 02.07.2021 unter: https://www.youtube.com/watch?v=RAEuWRaYJOQ&amp;amp;t=1383s.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; als Gewaltbeziehung analysiert werden (siehe Sequenzanalyse). Hierbei wird ein erweiterter Fokus auf den Sprecher im Off gelegt, welche die Konstitution der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Multimodalität] um die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aspekt der Verschleierung von dargestellter Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit dem dargestellten Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit im Dokumentarfilm. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus zwei Dokumentarfilmen analysiert, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten beschreiben sollen. Diese Szenen der unterschiedlichen Filme werden nach der exemplarischen Analyse miteinander verglichen um zu einem umfassenderen Analyseergebnis zu gelangen. Die Analyse beschäftigt sich hauptsächlich mit der Darstellung der Inuit-Eisbär Beziehung unter dem Aspekt der scheinbaren „Verschleierung“ der Gewaltbeziehung ausgehend von der Darstellung der Inuit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Szenen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ näher beleuchtet.&lt;br /&gt;
Die erste Szene ist in jeweils drei Sequenzen eingeteilt, um die Modalitäten besser voneinander abgrenzen zu können. Die erste Sequenz (6:21-6:36) handelt von den Einwohnern der Inuit, welche kurz skizziert werden. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um auch die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off performiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend eingespielt wird, was u.a. durch das indirekte information linking&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Bilder aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Durch den schwarz-weiß Kontrast erwecken sie einen sehr prägnanten und leicht aggressiven Eindruck, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Die eingespielten Bilder verfolgen dabei die Einstellungsgröße&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Halbtotalen mit Zoom zur Nahaufnahme des Bären, wobei zunächst ein bewaffneter Inuit gezeigt wird, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den Eisbären wird das Machtverhältnis von dem darüberstehenden Inuit verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach die „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene. Die Musik untermauert ebenfalls die dramatischen Bilder, da durch sie ein Spannungsaufbau praktiziert&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird und so eine nervöse Grundeinstellung des Zuschauers auslösen kann. Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu [[Emotionalisierung in aktuellen Dokumentarfilmen über den Klimawandel|emotionalisieren]]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:36-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der Mode Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt. Die anschließende Sequenz (6:55-7:50) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen. Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:21) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Trophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17 000 km Kanada (2003)“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2232</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-08T08:31:17Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Klimawandel ist die aktuelle Lebensgrundlage der Eisbären sehr bedroht. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die sich ständig verändernden Klimabedingungen und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären schließlich gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, korrelieren die Lebensräume der Einwohner (Inuit) und der lebensbedrohten Eisbären miteinander. Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr den Dörfern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Sie sehen den Eisbären jedoch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt; So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich der Population der Eisbären in Form von Aussterben und der gezielten Jagd zum Überleben (auch als traditioneller Aspekt) nach dem Bären.&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] zeigen diese Interessenskonflikte klar auf. Das Mensch-Eisbär-Verhältnis kann dabei aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert werden. Gewaltbeziehung beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit aufeinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Im folgenden Beitrag soll das Mensch-Eisbär-Verhältnis in den Dokumentarfilmen „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbärin Not (2014)]]&amp;quot;  und &amp;quot;17 000 km Kanada (2017)&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hagedorn, W: Hano, J. (2017): 17 000 km Kanada. Eine zweiteilige Reportage. Zugriff am: 02.07.2021 unter: https://www.youtube.com/watch?v=RAEuWRaYJOQ&amp;amp;t=1383s.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; als Gewaltbeziehung analysiert werden (siehe Sequenzanalyse). Hierbei wird ein erweiterter Fokus auf den Sprecher im Off gelegt, welche die Konstitution der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Multimodalität] um die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aspekt der Verschleierung von dargestellter Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit dem dargestellten Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit im Dokumentarfilm. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus zwei Dokumentarfilmen analysiert, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten beschreiben sollen. Diese Szenen der unterschiedlichen Filme werden nach der exemplarischen Analyse miteinander verglichen um zu einem umfassenderen Analyseergebnis zu gelangen. Die Analyse beschäftigt sich hauptsächlich mit der Darstellung der Inuit-Eisbär Beziehung unter dem Aspekt der scheinbaren „Verschleierung“ der Gewaltbeziehung ausgehend von der Darstellung der Inuit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Szenen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ näher beleuchtet.&lt;br /&gt;
Die erste Szene ist in jeweils drei Sequenzen eingeteilt, um die Modalitäten besser voneinander abgrenzen zu können. Die erste Sequenz (6:21-6:36) handelt von den Einwohnern der Inuit, welche kurz skizziert werden. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um auch die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off performiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend eingespielt wird, was u.a. durch das indirekte information linking&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Bilder aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Durch den schwarz-weiß Kontrast erwecken sie einen sehr prägnanten und leicht aggressiven Eindruck, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Die eingespielten Bilder verfolgen dabei die Einstellungsgröße&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Halbtotalen mit Zoom zur Nahaufnahme des Bären, wobei zunächst ein bewaffneter Inuit gezeigt wird, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den Eisbären wird das Machtverhältnis von dem darüberstehenden Inuit verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach die „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene. Die Musik untermauert ebenfalls die dramatischen Bilder, da durch sie ein Spannungsaufbau praktiziert&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird und so eine nervöse Grundeinstellung des Zuschauers auslösen kann. Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu emotionalisieren. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:36-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der Mode Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt. Die anschließende Sequenz (6:55-7:50) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen. Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:21) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Tophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17 000 km Kanada (2003)“ wird mit unterschiedlichen Modes gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den Mode Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise emotionalisiert &amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven Modes der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die Modes ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den Mode Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
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		<updated>2021-07-08T08:28:27Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Klimawandel ist die aktuelle Lebensgrundlage der Eisbären sehr bedroht. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die sich ständig verändernden Klimabedingungen und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären schließlich gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, korrelieren die Lebensräume der Einwohner (Inuit) und der lebensbedrohten Eisbären miteinander. Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr den Dörfern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Sie sehen den Eisbären jedoch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt; So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich der Population der Eisbären in Form von Aussterben und der gezielten Jagd zum Überleben (auch als traditioneller Aspekt) nach dem Bären.&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] zeigen diese Interessenskonflikte klar auf. Das Mensch-Eisbär-Verhältnis kann dabei aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert werden. Gewaltbeziehung beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit aufeinander ausgeübt und im Dokumentarfilm dargestellt wird. Im folgenden Beitrag soll das Mensch-Eisbär-Verhältnis in den Dokumentarfilmen „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbärin Not (2014)]]&amp;quot;  und &amp;quot;17 000 km Kanada (2017)&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hagedorn, W: Hano, J. (2017): 17 000 km Kanada. Eine zweiteilige Reportage. Zugriff am: 02.07.2021 unter: https://www.youtube.com/watch?v=RAEuWRaYJOQ&amp;amp;t=1383s.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; als Gewaltbeziehung analysiert werden (siehe Sequenzanalyse). Hierbei wird ein erweiterter Fokus auf den Sprecher im Off gelegt, welche die Konstitution der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Multimodalität] um die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aspekt der Verschleierung von dargestellter Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit dem dargestellten Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit im Dokumentarfilm. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus zwei Dokumentarfilmen analysiert, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten beschreiben sollen. Diese Szenen der unterschiedlichen Filme werden nach der exemplarischen Analyse miteinander verglichen um zu einem umfassenderen Analyseergebnis zu gelangen. Die Analyse beschäftigt sich hauptsächlich mit der Darstellung der Inuit-Eisbär Beziehung unter dem Aspekt der scheinbaren „Verschleierung“ der Gewaltbeziehung ausgehend von der Darstellung der Inuit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Szenen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im  Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ näher beleuchtet.&lt;br /&gt;
Die erste Szene ist in jeweils drei Sequenzen eingeteilt, um die Modalitäten besser voneinander abgrenzen zu können. Die erste Sequenz (6:21-6:36) handelt von den Einwohnern der Inuit, welche kurz skizziert werden. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um auch die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off performiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend eingespielt wird, was u.a. durch das indirekte information linking&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Bilder aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Durch den schwarz-weiß Kontrast erwecken sie einen sehr prägnanten und leicht aggressiven Eindruck, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Die eingespielten Bilder verfolgen dabei die Einstellungsgröße&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Halbtotalen mit Zoom zur Nahaufnahme des Bären, wobei zunächst ein bewaffneter Inuit gezeigt wird, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den Eisbären wird das Machtverhältnis von dem darüberstehenden Inuit verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach die „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene. Die Musik untermauert ebenfalls die dramatischen Bilder, da durch sie ein Spannungsaufbau praktiziert&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird und so eine nervöse Grundeinstellung des Zuschauers auslösen kann. Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokumentarfilm gelingt es hier durch Bilder zu [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Emotionalisierung_in_aktuellen_Dokumentarfilmen_%C3%BCber_den_Klimawandel emotionalisieren]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhythm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:36-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] Rhythm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt. Die anschließende Sequenz (6:55-7:50) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen. Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:21) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (&amp;quot;Tophäenjäger&amp;quot;), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der Dokumentarfilm „Der Eisbär in Not (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17 000 km Kanada (2003)“ wird mit unterschiedlichen [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Modes] gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] Rhythm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Emotionalisierung_in_aktuellen_Dokumentarfilmen_%C3%BCber_den_Klimawandel emotionalisiert]&amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Modes] der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjunktiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Modes] ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] Rhythm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden Dokumentarfilme festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2230</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-08T08:24:14Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Klimawandel ist die aktuelle Lebensgrundlage der Eisbären sehr bedroht. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die sich ständig verändernden Klimabedingungen und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären schließlich gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, korrelieren die Lebensräume der Einwohner (Inuit) und der lebensbedrohten Eisbären miteinander. Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr den Dörfern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Sie sehen den Eisbären jedoch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt; So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich der Population der Eisbären in Form von Aussterben und der gezielten Jagd zum Überleben (auch als traditioneller Aspekt) nach dem Bären.&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] zeigen diese Interessenskonflikte klar auf. Das Mensch-Eisbär-Verhältnis kann dabei aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert werden. Gewaltbeziehung beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit aufeinander ausgeübt und im [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilm] dargestellt wird. Im folgenden Beitrag soll das Mensch-Eisbär-Verhältnis in den [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilmen] [http://Der_Eisb%C3%A4r._Kampf_ums_%C3%9Cberleben „[[Der Eisbär. Kampf ums Überleben|Der Eisbärin Not (2014)]]&amp;quot;  und &amp;quot;17 000 km Kanada (2017)&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hagedorn, W: Hano, J. (2017): 17 000 km Kanada. Eine zweiteilige Reportage. Zugriff am: 02.07.2021 unter: https://www.youtube.com/watch?v=RAEuWRaYJOQ&amp;amp;t=1383s.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; als Gewaltbeziehung analysiert werden (siehe Sequenzanalyse). Hierbei wird ein erweiterter Fokus auf den Sprecher im Off gelegt, welche die Konstitution der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Multimodalität] um die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aspekt der Verschleierung von dargestellter Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit dem dargestellten Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit im [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilm]. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus zwei [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilmen] analysiert, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten beschreiben sollen. Diese Szenen der unterschiedlichen Filme werden nach der exemplarischen Analyse miteinander verglichen um zu einem umfassenderen Analyseergebnis zu gelangen. Die Analyse beschäftigt sich hauptsächlich mit der Darstellung der Inuit-Eisbär Beziehung unter dem Aspekt der scheinbaren „Verschleierung“ der Gewaltbeziehung ausgehend von der Darstellung der Inuit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Szenen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilm] „Der Eisbär in Not (2014)“ näher beleuchtet.&lt;br /&gt;
Die erste Szene ist in jeweils drei Sequenzen eingeteilt, um die Modalitäten besser voneinander abgrenzen zu können. Die erste Sequenz (6:21-6:36) handelt von den Einwohnern der Inuit, welche kurz skizziert werden. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um auch die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off performiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend eingespielt wird, was u.a. durch das indirekte information linking&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Bilder aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Durch den schwarz-weiß Kontrast erwecken sie einen sehr prägnanten und leicht aggressiven Eindruck, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Die eingespielten Bilder verfolgen dabei die Einstellungsgröße&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Halbtotalen mit Zoom zur Nahaufnahme des Bären, wobei zunächst ein bewaffneter Inuit gezeigt wird, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den Eisbären wird das Machtverhältnis von dem darüberstehenden Inuit verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach die „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene. Die Musik untermauert ebenfalls die dramatischen Bilder, da durch sie ein Spannungsaufbau praktiziert&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird und so eine nervöse Grundeinstellung des Zuschauers auslösen kann. Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokufilm gelingt es hier durch Bilder zu [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Emotionalisierung_in_aktuellen_Dokumentarfilmen_%C3%BCber_den_Klimawandel emotionalisieren]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhytm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:36-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] Rhytm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt. Die anschließende Sequenz (6:55-7:50) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen. Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:21) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederrum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (Tophäenjäger), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilm] „Der Eisbär in Not (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17 000 km Kanada (2003)“ wird mit unterschiedlichen [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Modes] gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] Rhytm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Emotionalisierung_in_aktuellen_Dokumentarfilmen_%C3%BCber_den_Klimawandel emotionalisiert]&amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Modes] der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjuntiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Modes] ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] Rhytm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilmen_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilmen] festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2229</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-08T08:22:18Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Klimawandel ist die aktuelle Lebensgrundlage der Eisbären sehr bedroht. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die sich ständig verändernden Klimabedingungen und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären schließlich gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, korrelieren die Lebensräume der Einwohner (Inuit) und der lebensbedrohten Eisbären miteinander. Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr den Dörfern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Sie sehen den Eisbären jedoch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt; So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich der Population der Eisbären in Form von Aussterben und der gezielten Jagd zum Überleben (auch als traditioneller Aspekt) nach dem Bären.&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] zeigen diese Interessenskonflikte klar auf. Das Mensch-Eisbär-Verhältnis kann dabei aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert werden. Gewaltbeziehung beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit aufeinander ausgeübt und im [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilm] dargestellt wird. Im folgenden Beitrag soll das Mensch-Eisbär-Verhältnis in den [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilmen] [http://Der_Eisb%C3%A4r._Kampf_ums_%C3%9Cberleben „Der Eisbärin Not (2014)&amp;quot;]&amp;lt;ref&amp;gt;Dammertz, T.; Gerisch, C.; Kindler, A. (2014): Der Eisbär in Not?. Manitoba: Spiegel TV.&amp;lt;/ref&amp;gt;  und &amp;quot;17 000 km Kanada (2017)&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hagedorn, W: Hano, J. (2017): 17 000 km Kanada. Eine zweiteilige Reportage. Zugriff am: 02.07.2021 unter: https://www.youtube.com/watch?v=RAEuWRaYJOQ&amp;amp;t=1383s.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; als Gewaltbeziehung analysiert werden (siehe Sequenzanalyse). Hierbei wird ein erweiterter Fokus auf den Sprecher im Off gelegt, welche die Konstitution der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Multimodalität] um die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aspekt der Verschleierung von dargestellter Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit dem dargestellten Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit im [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilm]. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus zwei [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilmen] analysiert, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten beschreiben sollen. Diese Szenen der unterschiedlichen Filme werden nach der exemplarischen Analyse miteinander verglichen um zu einem umfassenderen Analyseergebnis zu gelangen. Die Analyse beschäftigt sich hauptsächlich mit der Darstellung der Inuit-Eisbär Beziehung unter dem Aspekt der scheinbaren „Verschleierung“ der Gewaltbeziehung ausgehend von der Darstellung der Inuit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Szenen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilm] „Der Eisbär in Not (2014)“ näher beleuchtet.&lt;br /&gt;
Die erste Szene ist in jeweils drei Sequenzen eingeteilt, um die Modalitäten besser voneinander abgrenzen zu können. Die erste Sequenz (6:21-6:36) handelt von den Einwohnern der Inuit, welche kurz skizziert werden. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um auch die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off performiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend eingespielt wird, was u.a. durch das indirekte information linking&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Bilder aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Durch den schwarz-weiß Kontrast erwecken sie einen sehr prägnanten und leicht aggressiven Eindruck, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Die eingespielten Bilder verfolgen dabei die Einstellungsgröße&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Halbtotalen mit Zoom zur Nahaufnahme des Bären, wobei zunächst ein bewaffneter Inuit gezeigt wird, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den Eisbären wird das Machtverhältnis von dem darüberstehenden Inuit verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach die „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene. Die Musik untermauert ebenfalls die dramatischen Bilder, da durch sie ein Spannungsaufbau praktiziert&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird und so eine nervöse Grundeinstellung des Zuschauers auslösen kann. Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokufilm gelingt es hier durch Bilder zu [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Emotionalisierung_in_aktuellen_Dokumentarfilmen_%C3%BCber_den_Klimawandel emotionalisieren]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhytm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:36-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] Rhytm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt. Die anschließende Sequenz (6:55-7:50) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen. Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:21) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederrum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (Tophäenjäger), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilm] „Der Eisbär in Not (2014)“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17 000 km Kanada (2003)“ wird mit unterschiedlichen [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Modes] gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Verschleierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär in Not (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] Rhytm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Emotionalisierung_in_aktuellen_Dokumentarfilmen_%C3%BCber_den_Klimawandel emotionalisiert]&amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Modes] der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjuntiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Modes] ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] Rhytm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilmen_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilmen] festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2228</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-08T08:19:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
Dieser Artikel beschäftigt sich mit der '''Darstellung des Inuit-Eisbär-Verhältnisses''' im Dokumentarfilm.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Klimawandel ist die aktuelle Lebensgrundlage der Eisbären sehr bedroht. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die sich ständig verändernden Klimabedingungen und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären schließlich gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, korrelieren die Lebensräume der Einwohner (Inuit) und der lebensbedrohten Eisbären miteinander. Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr den Dörfern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Sie sehen den Eisbären jedoch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt; So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich der Population der Eisbären in Form von Aussterben und der gezielten Jagd zum Überleben (auch als traditioneller Aspekt) nach dem Bären.&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] zeigen diese Interessenskonflikte klar auf. Das Mensch-Eisbär-Verhältnis kann dabei aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert werden. Gewaltbeziehung beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit aufeinander ausgeübt und im [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilm] dargestellt wird. Im folgenden Beitrag soll das Mensch-Eisbär-Verhältnis in den [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilmen] [http://Der_Eisb%C3%A4r._Kampf_ums_%C3%9Cberleben „Der Eisbär. Kampf ums Überleben (2014)&amp;quot;]&amp;lt;ref&amp;gt;Dammertz, T.; Gerisch, C.; Kindler, A. (2014): Der Eisbär in Not?. Manitoba: Spiegel TV.&amp;lt;/ref&amp;gt;  und &amp;quot;17 000 km Kanada (2017)&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hagedorn, W: Hano, J. (2017): 17 000 km Kanada. Eine zweiteilige Reportage. Zugriff am: 02.07.2021 unter: https://www.youtube.com/watch?v=RAEuWRaYJOQ&amp;amp;t=1383s.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; als Gewaltbeziehung analysiert werden (siehe Sequenzanalyse). Hierbei wird ein erweiterter Fokus auf den Sprecher im Off gelegt, welche die Konstitution der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Multimodalität] um die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aspekt der &amp;quot;Verschleierung&amp;quot;/&amp;quot;Rekontextualisierung&amp;quot; von dargestellter Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit dem dargestellten Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit im [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilm]. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus zwei [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilmen] analysiert, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten beschreiben sollen. Diese Szenen der unterschiedlichen Filme werden nach der exemplarischen Analyse miteinander verglichen um zu einem umfassenderen Analyseergebnis zu gelangen. Die Analyse beschäftigt sich hauptsächlich mit der Darstellung der Inuit-Eisbär Beziehung unter dem Aspekt der scheinbaren „Verschleierung“ der Gewaltbeziehung ausgehend von der Darstellung der Inuit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Szenen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilm] „Der Eisbär. Ein Kampf ums Überleben“ näher beleuchtet.&lt;br /&gt;
Die erste Szene ist in jeweils drei Sequenzen eingeteilt, um die Modalitäten besser voneinander abgrenzen zu können. Die erste Sequenz (6:21-6:36) handelt von den Einwohnern der Inuit, welche kurz skizziert werden. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um auch die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off performiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend eingespielt wird, was u.a. durch das indirekte information linking&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Bilder aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Durch den schwarz-weiß Kontrast erwecken sie einen sehr prägnanten und leicht aggressiven Eindruck, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Die eingespielten Bilder verfolgen dabei die Einstellungsgröße&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Halbtotalen mit Zoom zur Nahaufnahme des Bären, wobei zunächst ein bewaffneter Inuit gezeigt wird, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den Eisbären wird das Machtverhältnis von dem darüberstehenden Inuit verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach die „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene. Die Musik untermauert ebenfalls die dramatischen Bilder, da durch sie ein Spannungsaufbau praktiziert&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird und so eine nervöse Grundeinstellung des Zuschauers auslösen kann. Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokufilm gelingt es hier durch Bilder zu [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Emotionalisierung_in_aktuellen_Dokumentarfilmen_%C3%BCber_den_Klimawandel emotionalisieren]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhytm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:36-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] Rhytm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt. Die anschließende Sequenz (6:55-7:50) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen. Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:21) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederrum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (Tophäenjäger), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilm] „Der Eisbär. Kampf ums Überleben“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17 000 km Kanada (2003)“ wird mit unterschiedlichen [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Modes] gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Rekontextualisierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär. Ein Kampf ums Überleben (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] Rhytm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Emotionalisierung_in_aktuellen_Dokumentarfilmen_%C3%BCber_den_Klimawandel emotionalisiert]&amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Modes] der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjuntiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Modes] ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] Rhytm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilmen_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilmen] festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>http://www.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Isabella_M%C3%B6ller/Werkstatt&amp;diff=2177</id>
		<title>Benutzer:Isabella Möller/Werkstatt</title>
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		<updated>2021-07-02T16:58:05Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;Isabella Möller: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Werkstatt}}&lt;br /&gt;
== Die Darstellung des Verhältnisses von Eisbär und Inuit im Dokumentarfilm ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Durch den Klimawandel ist die aktuelle Lebensgrundlage der Eisbären sehr bedroht. Aufgrund des schmälzenden Packeises verlieren die zweitgrößten Landraubtiere der Arktis ihren Lebensraum, sodass sie nur schwer an ihre Nahrung kommen. Durch die sich ständig verändernden Klimabedingungen und dem damit verbundenen raschen Rückzug des Eises, sind die Eisbären schließlich gezwungen, sich auf das Festland zu begeben. Da auch die Nahrung auf dem Festland nur schwer zu finden ist, korrelieren die Lebensräume der Einwohner (Inuit) und der lebensbedrohten Eisbären miteinander. Die Eisbären suchen in Mülltonnen der Inuit nach Nahrung und nähern sich so immer mehr den Dörfern, was zu Besorgnis auf Seiten der Einwohner führt. Sie sehen den Eisbären jedoch als nützliches Lebewesen an, da sie durch die Jagd nach ihm Fleisch und Kleidung für ihre Familien erhalten können.&amp;lt;ref&amp;gt;WWF (2021): Eisbär: Seine Zukunft liegt auf dünnem Eis.  Zugriff am: 14.06.2021 unter: https://www.wwf.at/de/eisbaer&amp;lt;/ref&amp;gt; So entsteht ein gegenseitiger Interessenskonflikt bezüglich der Population der Eisbären in Form von Aussterben und der gezielten Jagd zum Überleben (auch als traditioneller Aspekt) nach dem Bären.&lt;br /&gt;
[https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilme über den Klimawandel] zeigen diese Interessenskonflikte klar auf. Das Mensch-Eisbär-Verhältnis kann dabei aus verschiedenen Sichtweisen unter dem Aspekt der Gewaltbeziehung analysiert werden. Gewaltbeziehung beschreibt in diesem Kontext die Brutalität und Gewaltsamkeit, welche von den Eisbären und den Inuit aufeinander ausgeübt und im [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilm] dargestellt wird. Im folgenden Beitrag soll das Mensch-Eisbär-Verhältnis in den [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilmen] [http://Der_Eisb%C3%A4r._Kampf_ums_%C3%9Cberleben „Der Eisbär. Kampf ums Überleben (2014)&amp;quot;]&amp;lt;ref&amp;gt;Dammertz, T.; Gerisch, C.; Kindler, A. (2014): Der Eisbär in Not?. Manitoba: Spiegel TV.&amp;lt;/ref&amp;gt;  und &amp;quot;17 000 km Kanada (2017)&amp;quot;&amp;lt;ref&amp;gt;&lt;br /&gt;
Hagedorn, W: Hano, J. (2017): 17 000 km Kanada. Eine zweiteilige Reportage. Zugriff am: 02.07.2021 unter: https://www.youtube.com/watch?v=RAEuWRaYJOQ&amp;amp;t=1383s.&lt;br /&gt;
&amp;lt;/ref&amp;gt; als Gewaltbeziehung analysiert werden (siehe Sequenzanalyse). Hierbei wird ein erweiterter Fokus auf den Sprecher im Off gelegt, welche die Konstitution der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Multimodalität] um die Darstellung des Eisbären maßgeblich beeinflusst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Aspekt der &amp;quot;Verschleierung&amp;quot;/&amp;quot;Rekontextualisierung&amp;quot; von dargestellter Gewalt im Dokumentarfilm ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Der nachfolgende Artikel beschäftigt sich mit dem dargestellten Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit im [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilm]. Hierzu werden exemplarisch Szenen aus zwei [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilmen] analysiert, welche das Verhältnis zwischen Eisbären und Inuit unter Einbezug unterschiedlicher Modalitäten beschreiben sollen. Diese Szenen der unterschiedlichen Filme werden nach der exemplarischen Analyse miteinander verglichen um zu einem umfassenderen Analyseergebnis zu gelangen. Die Analyse beschäftigt sich hauptsächlich mit der Darstellung der Inuit-Eisbär Beziehung unter dem Aspekt der scheinbaren „Verschleierung“ der Gewaltbeziehung ausgehend von der Darstellung der Inuit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Folgenden werden die Szenen von Minute 6:21 bis 7:50 sowie Minute 12:48 bis 13:21 unter dem multimodalen Aspekt der Gewaltbeziehung im [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilm] „Der Eisbär. Ein Kampf ums Überleben“ näher beleuchtet.&lt;br /&gt;
Die erste Szene ist in jeweils drei Sequenzen eingeteilt, um die Modalitäten besser voneinander abgrenzen zu können. Die erste Sequenz (6:21-6:36) handelt von den Einwohnern der Inuit, welche kurz skizziert werden. Hierbei wird dargestellt, dass die Inuit seit Jahrhunderten Eisbären jagen und diese Tradition schon sehr lange in der Kultur verankert ist um auch die Familie mit Kleidung und Fleisch des Eisbären zu versorgen.  Der Sprechtext wird dabei durch eine männliche, monotone Sprechstimme im Off performiert. Auffällig an der Sprache des Offs ist, dass sie sehr sachlich und nicht bewertend eingespielt wird, was u.a. durch das indirekte information linking&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt;. So entsteht der Eindruck, dass sich der Zuschauer selbst ein Bild von der dargestellten Situation machen kann, welches sich durch das Einspielen der Bilder verändert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zum Sprechtext werden Bilder aus der Geschichte des Stammes der Inuit gezeigt. Durch den schwarz-weiß Kontrast erwecken sie einen sehr prägnanten und leicht aggressiven Eindruck, insbesondere wenn das Bild eines erlegten Eisbären mit tödlichen Pfeilen im Körper dargestellt wird. Die eingespielten Bilder verfolgen dabei die Einstellungsgröße&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; der Halbtotalen mit Zoom zur Nahaufnahme des Bären, wobei zunächst ein bewaffneter Inuit gezeigt wird, welcher nicht nur tödliche Werkzeuge sondern auch das Fell eines Eisbären trägt. Durch den Zoom auf den Eisbären wird das Machtverhältnis von dem darüberstehenden Inuit verdeutlicht. Diese Grafik impliziert demnach die „Macht“ der Inuit gegenüber den „wehrlosen“ Eisbären als Unterlegene. Die Musik untermauert ebenfalls die dramatischen Bilder, da durch sie ein Spannungsaufbau praktiziert&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wird und so eine nervöse Grundeinstellung des Zuschauers auslösen kann. Da der Off-Sprecher sehr sachlich spricht und eine neutrale/nicht wertende Sprache verwendet, wird die dargestellte Sequenz der langjährigen Eisbärenjagd in gewisser Weise legitimiert, wobei die an Brutalität grenzenden Bilder etwas ganz anderes zeigen (siehe Text-Bild Schere&amp;lt;ref&amp;gt;Wember, B. (1976). Wie informiert das Fernsehen. Ein Indizienbeweis. München: Schüren Verlag&amp;lt;/ref&amp;gt;). Dem Dokufilm gelingt es hier durch Bilder zu [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Emotionalisierung_in_aktuellen_Dokumentarfilmen_%C3%BCber_den_Klimawandel emotionalisieren]. Trotz der sachlichen Transkription wirken die Betonung und die Pausen des Off-Sprechers auf der einen Seite wie bei einer Buchvorlesung und somit undramatisch. Auf der anderen Seite wirkt der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] des Rhytm&amp;lt;ref&amp;gt;Böhm, F. (2021): Präsentieren als Prozess. Multimodale Kohärenz in softwaregestützten Schülerpräsentationen der Oberstufe. Tübingen: Stauffenburg&amp;lt;/ref&amp;gt; in Bezug zur Sprache aber auch alarmierend gegenüber den Zuschauern, da der Hintergrundgedanke einer Jagd auf Eisbären als „falsch“ erscheint und mit dem unbewerteten Sprechtext einhergeht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die nächste Sequenz (6:36-6:55) stellt die Gewaltbeziehung ausgehend von den Inuit multimodal dar. In der Szene ist ein Inuit zu sehen, welcher auf seinem Quad bewaffnet und mit Fell bekleidet auf die Jagd fährt. Die Actionmusik ist dabei begleitend und wirkt bedrohlich sowie beängstigend. Der Sprechtext erfolgt wiederum im Off, wobei typische Wortfelder in Bezug zum Jagen verwendet werden (u.a. „Waffen“, „Schießen“, „wie die meisten Männer“ (information linking) („Eisbär zu schießen als etwas „besonderes“). Dies vertieft die beängstigende Grundstimmung, welche durch Geräusche des Windes und dem Quad Auspuff (Als Zeichen „jetzt geht es los“) auf dem Weg zur Jagd verdeutlicht werden. Auch die Einstellungsgrößen mit Zoom auf die Waffen und die Farbkontraste&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; ergänzen dieses negative Gefühl. Der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] Rhytm trägt hierbei kaum zur intensiveren Wirkung der Bilder aufgrund bei, da die Eisbärenjagd wieder als „standardgemäß“ betrachtet werden kann. Hier wird wieder die Gewaltbeziehung seitens der Inuit auf den Eisbären dargestellt, wobei der Sprecher die Dynamik aufhebt. Die anschließende Sequenz (6:55-7:50) wird im indirekten, nicht prototypischen Dialog von Off und On-Sprecher (Inuit) dynamisiert. Der Inuit betont die Eisbärenjagt als ein „einmaliges Erlebnis“ und bedauert die begrenzte Anzahl der zu schießenden Tiere. Durch den zuvor entstehenden Eindruck, dass sich der Zuschauer noch für eine „Seite“ (Einwohner oder Eisbären) entscheiden muss, kann hier der Anschein einer Tendenz „zum Eisbären“ aufgrund der aggressiven Haltung des Einwohners aufkommen. Auffällig ist hierbei der Sprechtext im Off, welcher sich indirekt auf die Aussage des Inuit bezieht. Durch die passiven Satzkonstruktionen wie „[die Jagd-Quote] soll den Bestand schützen“ kann wiederum keine Tendenz des Sprechers detektiert werden, sodass die Aussagen des Inuit als legitimiert erscheinen. Auch durch das Pausieren der dramatischen Musik&amp;lt;ref&amp;gt;Faulstich, W. (2013): Grundkurs Filmanalyse.. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag.&amp;lt;/ref&amp;gt; wir dieser Eindruck verstärkt. Visuell auffällig ist jedoch die Szene, in welcher der Einwohner die rückläufigen Zahlen an Eisbären abstreitet. In dem Moment, als der Inuit über die Jagd-Quote berichtet, wird der Eisbär auf braunem, schmälzendem Untergrund gezeigt. Hierbei wird die Frage aufgeworfen, ob der Klimawandel die Eisbären bezüglich ihrer Population doch betrifft als Gegensatz zur vorherigen Aussage des Inuit. Andererseits wird die Wichtigkeit des Jagens für das Überleben der Einwohner untermauert, indem die Ebbe nach der Aussage des Inuit ohne Erfolg auf der Jagd gewesen zu sein gezeigt wird. Die Ebbe impliziert eine Leere und untermauert so das Mitgefühl für die Inuit und die gleichzeitige Abhängigkeit &lt;br /&gt;
der Eisbären.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann jedoch gesagt werden, dass eine Gewaltbeziehung seitens der Inuit herausgefiltert werden kann, da es angeblich immer mehr Eisbären gibt die zu schießen gilt. Durch die visuellen Darstellungen des Klimawandels wird diese Aussage jedoch abgeschwächt. Der Off-Kommentar zieht sich wiederum auf die Seite der Inuit indem er die Probleme und Abhängigkeit der Eisbärenjagd ihrerseits darstellt. Da die Szene mit dem On-Kommentar des Einwohners abgeschlossen wird, wird die Aussage des Off-Sprechers untermauert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (12:48-13:21) wird der jagende Inuit mit der Waffe auf den Rücken in den einsamen Bergen gezeigt. Dabei flieht der Eisbär in einem schnellen Tempo aus schmälzendem Untergrund. Der Jäger postulieren in diesem Zusammenhang im On, dass die Eisbären gesund seien und er gerne mehr von ihnen sehen würde. Durch die traurige Musik im Hintergrund mit der Einspielung des fliehenden Eisbären wirkt diese Aussage jedoch sehr gestellt, weshalb der Hintergrundgedanke mitspielt, dass der Jäger mehr Eisbären sehen will um sie im Anschluss zu erschießen Durch die Tempovariation des langsam gehenden Jägers und dem rennenden Eisbären wirkt die Inszenierung wie ein Fluchtspiel. Dadurch entsteht eine Dynamik, sie sich zugunsten des Eisbären auswirkt.  Der Off Kommentar des Sprechers untermauert auf der einen Seite die Aussage des Jägers, indem er die Versorgung einer Gemeinde mit einem geschossenen Eisbären betitelt. Auch hier ist das Sprechertempo und die Betonung sehr neutral, sachlich und nicht wertend transkribiert. Dies dämmt wiederrum den negativen Eindruck des Jägers. Jedoch ist in dieser Sequenz sprachlich auffällig, welche Metapher der Off-Sprecher nutzt. Die Metapher „Trophäenjäger“ ist hierbei negativ konnotiert und spricht klar gegen die Sicht der Inuit. Auch das „lukrative Geschäft“ mit den Eisbären als pure Objekte und der „tödliche“ Schuss sind negativ behaftete Wörter, die die Haltung des Zuschauers maßgeblich beeinflussen. Durch die Windgeräusche und die Nahaufgabe des ins „Leere“ starren des Inuit mit der Waffe auf dem Rücken in den Bergen deuten darauf hin, dass die Jagd auf die Eisbären „zurecht“ scheitert. Da die Bilder keine tödlichen Schüsse oder einen erlegten Eisbären zeigen, wird die Gewaltbeziehung in diesem Fall erst über den Off-Sprecher verdeutlicht.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst zieht sich der Off-Sprecher immer auf die Seite der Inuit und berichtet aus deren Sicht gegen die Population und für das Jagend der Eisbären. Jedoch schleichen sich immer wieder Metaphern und insbesondere passive Satzkonstruktionen und negativ konnotierte Metaphern und Begriffe ein (Tophäenjäger), die den Zuschauer bezüglich der Wahl „Inuit oder Eisbär“ immer wieder beeinflussen. Der Hintergedanke der Gewaltbeziehung seitens der Inuit wird im Off indirekt durch Modalitäten erreicht, ohne dass Off besonders Stellung bezieht und eher kommentierend wirkt und die Sichtweise der Inuit nachzuvollziehen zu versucht. Hierbei entsteht der Eindruck, dass die Grundgedanken der Inuit grundsätzlich negativ sind, und dies durch sprachliche und visuelle Auffälligkeiten untermauert wird. Der Off-Sprecher wirkt an der Oberfläche neutral, doch bei genauerer Analyse könne einige Modalitäten entdeckt werden, die die Ansicht der Einstellung der Inuit negativ beeinflussen. Die Transkriptionen sind demnach semiotisch begründet und bieten einen Spielraum für hochinterpretative Eindrücke, sodass nicht alle Szenen der Inuit glaubwürdig wirken. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Mensch-Eisbär-Verhältnis ist demnach von einer ausgehenden Gewalt der Inuit geprägt, welche auf die Jagd der Eisbären angewiesen sind. Der [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilme_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilm] „Der Eisbär. Kampf ums Überleben“ stellt den Inuit somit als [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Benutzer:Julia_Schaberich/Werkstatt Bedrohung des Eisbären im Klimawandel] dar.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch in dem Film „17 000 km Kanada (2003)“ wird mit unterschiedlichen [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Modes] gearbeitet, die das Inuit-Eisbär-Verhältnis als eine Art Rekontextualisierung darstellen. Insbesondere der On-Sprechakt und die Übersetzung des Off-Sprechers Tragen hier maßgeblich zu einer unterschwellig negativen Betrachtungsweise der Inuit zur Eisbärenjagt bei. In der ersten Szene (22:26-23:20) wird ein Dialog zwischen dem Reporter und einem Einwohner gezeigt, welcher jedoch eher darauf hinweist, zunächst mit dem Bürgermeister dieser Kleinstadt über die Eisbärenjagd zu sprechen („sollten besser mit dem Bürgermeister reden“). Dieses Modalverb deutet in erster Linie darauf hin, dass es einen besonderen Grund gibt wieso der Reporter nicht mit ihm über das Thema der Eisbärenjagd reden kann. Die Passivkonstruktion des Off-Sprechers „Leute seien misstrauisch gegenüber Leuten mit Kamera“ lässt erneut einen großen Interpretationsraum für die Zuschauer offen. &lt;br /&gt;
Zudem wird die Person des Bürgermeisters in der Sequenz stark hervorgehoben, als darauf hingedeutet wird, dass er als einer der besten Jäger im „Arktischen Norden“ gilt. Diese Aussage wird jedoch umgehend durch die konjunktive Satzkonstruktion („Es heißt er sei der beste Jäger…“; „Charly meint wir sollen uns selbst ein Bild machen“) abgeschwächt, sodass der Eindruck entsteht, dass nur die Einwohner diese Meinung teilen würden. Auch die sprachliche Äußerung „Er legt gleich los“ (mit der Einstellung gegenüber der Eisbärenjagd) wird hierbei negativ vom Off-Sprecher konnotiert. Den On-Kommentar des Bürgermeisters wird vom Off-Sprecher übersetzt. Interessant ist hierbei, dass nun ein anderer Sprecher diese Übersetzung übernimmt. Die Stimme ist im Gegensatz zum ersten Film „Der Eisbär. Ein Kampf ums Überleben (2014)&amp;quot; nicht monoton, sondern erhält durch den [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] Rhytm eine bestimmte Intonation und Betonung von gewissen Begrifflichkeiten („Ihr glaubt auch jeden Mist…“; „Ihr glaubt trotzdem…“; Ihr Europäer glaubt echt alles.“). Auch die Sprechstimme ändert sich plötzlich vom Reporter zu einer neuen, tiefen Stimme. Diese tiefe Tonlage wirkt düster auf das Gesprochene des Inuit. Doch nicht nur die Betonung von der umgangssprachlich sehr abwertenden Sprache des Inuit, auch die Sprechpausen des Off-Übersetzers tragen hierbei maßgeblich zu einer negativ behafteten Sichtweise des Inuit auf die Eisbärenjagd bei. Trotz dem, dass der neue, mit tiefer Stimme sprechender Off-Kommentar die Sprache lediglich übersetzt und somit legitimiert, erscheint immer wieder der negative Eindruck der getätigten Aussagen. Diese Wirkung wird wiederum durch das Auspuffgeräusch eins Quads im Hintergrund sowie das Heulen der in Ketten gelegten Hunde dramatisiert. Visuell auffällig ist bei der Sequenz die Kameraführung. Zunächst zeigt die Kamera im Weitwinkel das „nette“ Gespräch zwischen dem Reporter und dem Einwohner auf braunem Untergrund (Farbkontrast). Plötzlich ändert sich jedoch die Einstellungsgröße und der braune Untergrund wirkt kontrastartig zu der weißen Schneebühne, auf welcher der „große“ Bürgermeister platziert ist. Das Interview erfolgt dabei in einer Nahaufnahme im Wechsel zwischen fleischfressenden Hunden und dem Inuit. Durch die verschiedenen Einstellungsgrößen werden diese Bilder des fleischfressenden, in Ketten gelegten Hundes und dem Inuit in gewisser Weise [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Emotionalisierung_in_aktuellen_Dokumentarfilmen_%C3%BCber_den_Klimawandel emotionalisiert]&amp;lt;ref&amp;gt;Kreutzer, O., Lauritz, S., Mehlinger, M., Moormann, P. (2014): Filmanalyse.. Wiesbaden: Springer Fachmedien.&amp;lt;/ref&amp;gt;. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst wird hierbei ein Stereotyp eines Inuit dargestellt, welcher die Jagd auf Eisbären legitimiert. Diese Aussagen werden vom Off-Sprecher in der Übersetzung unkommentiert begleitet. Doch durch die visuellen und auditiven [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Modes] der Intonation und sprachlichen Auffälligkeiten wie der passiven/konjuntiven Satzkonstruktionen, erscheint immer wieder der Eindruck negativ behafteter Aussagen des Bürgermeisters. So wirkt der Off-Sprecher indirekt an dieser Wirkung mit, ohne die Worte des Inuit zu verändern.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der zweiten Szene (23:51-24:33) verhalten sich die [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Modes] ähnlich wie bei der ersten Szene. Die Szene beinhaltet den reinen Sprechakt aus dem On vom Inuit, welcher im Off übersetzt wird. Auch hier werden die erneut negativen und umgangssprachlichen Formulierungen des Inuit, welche auf kein belegbares Wissen des Einwohners hinweisen, („..und ihr glaubt ihnen (Greenpeace) und erlasst Quoten und Verbote“) besonders negativ von der dunkleren Stimme des Offs betont werden. Zwar legitimiert der Sprecher in indirekter Art und Weise die Aussagen des Inuit da er keine direkte Beurteilung dessen vornimmt. Jedoch kommt immer wieder der Eindruck auf, dass die Aussagen des Bürgermeisters über Greenpeace und die Jagd auf die Eisbären nicht stimmen könnten. Auch hier redet der Off-Sprecher oft im Passiv und Konjunktiv und durch den [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Multimodalit%C3%A4t Mode] Rhytm wird Wirkung dahingehend verzerrt, dass dem Inuit kein Glauben geschenkt wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Abschließende Beurteilung ===&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zusammengefasst kann anhand der exemplarisch ausgewählten Szenen der beiden [https://wiki.climate-thinking.de/index.php?title=Dokumentarfilmen_%C3%BCber_den_Klimawandel Dokumentarfilmen] festgestellt werden, dass von der darstellerischen Konstitution der Inuit, eine Art der „verschleierten“ Gewaltbeziehung auf den Eisbären ausgeübt wird. Dieser Aspekt der Gewalt wird multimodal dargestellt und maßgeblich vom Off-Sprecher beeinflusst. Trotz dem, dass der Off-Sprecher die Geschehnisse und Aussagen rund um den Inuit in Bezug zum Eisbären lediglich wiedergibt und nicht bewertet, trägt dieser maßgeblich zu der negativ behafteten Konstitution der Inuit bei. Dies geschieht in beiden Filmen aufgrund von sprachlichen/auditiven (Betonung, Intonation, metaphorische Sprache, passive/konjunktive Satzkonstruktion) und visuellen Mitteln (Einstellungsgröße, Farbverlauf, Farbkontraste, Fokus). Somit kann der Inuit als eine Bedrohung für den gejagten Eisbären im Klimawandel angesehen werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Belege ==&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>Isabella Möller</name></author>
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